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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Kasseler Tageblatt Hessische Abendzeitung

22. Lahrgang

Freitag, den 30. Dezember 1932

Nummer 306*

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Scharfe Attacken gegen das Kabinett

Angriff und Abwehr

Don unserer Berliner Schristleitung.

He Ute beginnt unsere Artikelserie:

Einst war Ich ein WM

Denkwürdigkeiten von Alexander von Rußland

(Eigener Drahtbericht.)

Eine politische Anleihe"

diesem Mitteleuropa neue Energien einzuflößen und es auf eigene Fuße zu stellen. Die wahre Unter­stützung müsse darin liegen, daß die Handelsbeschrän­kungen beseitigt werden.

den die Butternotierungen gestern erfahren haben. Im übrigen soll, so heißt es, von einem Zwang gegenüber der Margarine-Industrie mög­lichst kein Gebrauch gemacht werden. Das Ziel der Verhandlungen, die mit den Vertretern der Mar­garine-Industrie noch nicht abgeschlossen sind, ist, wie verlautet, nicht eine starre Festlegung der Butter- beimischungs-Quote zur Margarine auf längere Frist, vielmehr erstrebt man eine Vereinbarung, die es gestattet, die Beimischungs-Quote unter dem Ge­sichtspunkt der Berücksichtigung der Marktverhält­nisse für kurze Zeit von Monat zu Monat vorher festzulegen. Es wird daraus hingewiesen, daß der deutsche Gesamtkonsum an Butter etwa 500 000 Ton­nen beträgt und der Konsum an Margarine eben­falls 500 000 Tonnen jährlich. Eine Beimischung von etwa 15 000 Tonnen Butter würde also nur etwa 3 Prozent ausmachen.

Ein Telegramm

th. »erlitt, 30. Dezember.

Die Notverordnung über die Beimischung von But­ter zur Margarine, die vor einigen Tagen vom Reichs­präsidenten verkündet wurde, wird von verschiedenen Kreise«, insbesondere von Verbrauchern und in der linksstehenden Presse zu scharsen Angriffe« gegen die Reichsregierung benutzt.

Das Blatt der Christlichen Gewerkschafter,D e r Deutsche", richtet nicht nur scharfe Angriffe gegen die Reichsregierung, sondern auch gegen den Reichspräsidenten und spricht von einem Miß­brauch des Artikels 48 zum Erlaß von Verordnungen, die auf gute Beziehungen von interessierten Kreisen zum Reichspräsidenten zurückzuführen seien. Infolge­dessen müsse man auch den Reichspräsidenten in den Bereich der Kritik einbeziehen. Es diene keinesfalls der Autorität des Reichspräsidenten, wenn er den Ar­tikel 48 für Maßnahmen einsetze, von denen man be­haupte, daß in erster Linie Kreise daran interessiert seien, welche in den Berliner Lagerhäusern unver­käufliche Butter aufgeftapelt hätten.

Gegenüber diesen scharfen Angriffen, deren Ton, soweit der Reichspräsident hier in die Kritik einbezogcn ist, außerhalb der kommunistischen Presse bisher nicht üblich war, wird von Regierungsseitc mit allem Rach-

Butterpreisc an den Reichskanzler gerichtet hat. Die Butterpreise haben Donnerstag mit 95 RM. gegen­über. 135,5 RM. im Dezember 1913 je Zentner Ber­liner Notierung einen neuen Retordticfstand erreicht. Das Telegramm erkläre,im Lande herrsche allent­halben hellste Empörung über den infolge Taten­losigkeit der Reichsregierung erfolgten völligen Zu­sammenbruch der Butterpreise." Der Reichslandbund fordere schnell st es energisches Eingrei­fen und bis zur Herstellung geordneter Marktver- hältniffe völlige Buttereinfuhrsperre. Der Reichsland­bund halte sich für verpflichtet, allen Ernstes auf die ständig wachsende bedrohliche Erregung in der ge­samten deutschen Landwirtschaft hinzuwcisen.

Agrarprodukte zu rechnen. Auch wen« zwischen Bo­denbach und der bulgarisch-jugoslawischen Grenze nicht 5 bis 6 Millionen deutscher Volksgenossen, außerhalb der Leiden deutschen Staaten leben würden und die Sorge für die Erhaltung dieser deutschen Minderhei­ten dem Reichsdeuischtum anheimfirle, müßten also die Südostfragen die de»tsche Politik aufs stärkste be­schäftigen.

Der Chronist, vor die Aufgabe gestellt, aus dem Geschehen des letzten Jahres Bilanz zu ziehen, kann also nichts weiter tu«, als zu seinem bescheidenen Teil darauf zu hoffen, daß das deutsche Volk die historische Bedeutung dieses Zeitpunktes erkennt und daß das Reich der Skotwendigkeit einer aktiveren Süd- ostpolftil im neuen Jahre Rechnung trägt.

Politisches Bleigießen

(Von unserer Berliner Schriftleitung.)

Die hübsche alte Sitte, am Silvesterabend ge­schmolzenes Blei ins Wasser zu schütten, und ange­sichts der zufälligen Gestalten, die das Metall an­nimmt, der Phantasie mit allen möglichen Ausdeu­tungen freien Lauf zu lassen, verführt in diesem Jahre mehr als sonst dazu, dieses heitere Spiel in die ernsten Regionen der Politik zu übertragen. Eine ganze Reihe Gestalten und Figuren stehen vor unseren Augen, an denen die Auslegungskünste der Mitwelt

Wir«, 30. Dezember.

- Zur Ratifizerung der österreichischen Anleihe im französischen Parlament meinenReichspost" und Neues Wiener Journal", daß die entscheidende poli­tische und wirtschaftliche Bedeutung Oesterreichs für die Neugestaltung Mitteleuropas von Frankreich an­erkannt worden sei. Die großdeutschenWiener Neuesten Nachrichten" schreiben: Das Haupt­gewicht legten die Pariser Anleiheredner immer Wie­ser auf die Tatsache, « es sich um eine politische Anleihe handele. Für solche Offenheit könne man nur dankbar sein. Denn jedes Kind weiß, daß die bishe­rige französische Politik in Mittel- und Sud Osteuropa eine deutliche Einkreisungspolitik gegen Deutschland war. in deren Verlauf nian Oesterreich je nach Bedarf stets solange würgte, bis es sich Mm mindesten neu­tral erklärte.

Die nationalsozialistischeDeutsch-österrei­chische Tageszeitung schreibt: Aus sen Reden in Ser französischen Kammer geht hervor, daß der An­leihevertrag von Lausanne die Vernichtung des letzten Restes österreichischer Selbständigkeit bedeutet und verhindert werden soll, daß dereinst die Grenzpfähle mit Deuifchland niedergrriflen werden.

des Reichslandbundes

Berlin, 30. Dezember.

Die Pressestelle des Reichslandbundes gibt ein Telegramm bekannt, das der Geschäftsführende Prä­sident des Reichslandbundes, Graf von St a Itf=

Was sieht er als seine eigentliche Aufgabe an, urtx. wie wird sich insbesondere sein Verhältnis zu seinem Gegenspieler Adolf Hitler entwickeln? Auf alle diese Fragen erschöpfend Antwort zu geben, liegt wobl außerhalb des Bereichs der Möglichkeit, aber man wird der richtigen Ausdeutung der Person und der Pläne des Hernr von Schleicher Wohl am besten nahe kommen, wenn man beachtet, daß er als alter Gene­ralstäbler an eine Methode gewöhnt ist, bei der man Vieles vorbereitet, auch wenn man ge­nau weiß, daß sich von Vielem immer nur Weniges durchführen läßt.

Der berühmte SpruchBereitscin ist alles" ist zwar nicht das erwählte Losungswort des jetzigen Reichskanzlers, der in seiner Rundfunkrede vielmehr das Wort MoltkesErst wägen, dann wagen" an den Schluß seiner Darlegungen stellte, aber es trifft aus das Verfahren, welches der jetzige Reichskanzler in allen seinen Unternehmungen anzuwenden pflegt, doch in besonderem Maße zu. Er versucht es gegenwärtig mit der Lockerung aller bisherigen Zwangsmaßnah­men, hält aber die scharfe Zuchtrute verschärfter Ver­ordnungen jederzeit in Bereitschaft. Er strebt nach wie vor auf eine möglichst baldige Zusammenarbeit mit den Stationalsozialisten hin, ist aber selbstver­ständlich auch für den Fall gewappnet, daß aus die­sen Bestrebungen das Gegentesl, also eine offene Feindschaft, entstehen sollte. Von Niemandem ist den in S. A.-Kreisen mitunter erörterten Erwartungen, die Reichswehr werde einen eventuellen Putsch der braunen Bataillone stillschweigend dulden, schärfer und energischer entgegengelreten worden, als vom General von Schleicher, und dennoch ist derselbe Mann stets der Führer aus derjenigen Linie gewesen, aus der man zu einer aktiven Heranziehung der na tionalsozialistischen Wehrorganisationen für die Zwecke der Ertüchtigung der Jugend zu gelangen strebt. Seine Grunöeinstellung zur dtSDAP. und ihren füh­renden Persönlichkeiten ist demnach das kann man mit großer Sicherheit seststellen unverändert freundlich. Aber diese Einstellung ist weit entsernl von irgenowelcher Abhängigkeit oder von dem Ver­zicht aus den Einsatz schärfster Maßnahmen für den Fall, daß von dieser Seite her Feindseligkeiten zu ge­wärtigen wären.

Man sieht also, daß man sich vor salschen phan­tastischen Ausdeutungen der Persönlichkeit des Kanz­lers hüten muß. Allgemeinbearisse, wie z. B.Ueber- gangskanzler" usw. gehen von falschen Voraussetzun­gen aus und müssen daher in die Irre führen. Aus linksstehenden Wirtschaftskreisen wird neuerdings in steigendem Maße Kritik an dem Verhalten des Reichskanzlers und vor allem an den Abweichungen geübt, die sein sachliches Arbeitsprogramm gegenüber dem Kabinett von Papen aufweist. Auch hier ist des Rätsels Lösung nicht allzu schwer. Sie liegt ans der gleichen Linie wie bei der Einstellung Schleichers zu den Parteien, nämlich in der Richtung einer über­aus nüchternen Realpolitik, die sich zunächst auf die Notwendigkeit des Tages beschränkt.

Recht schwierig ist es gegenwärtig, die Absichten einet der anderen interessantesten Gestalten unserer

durch die Großmächte gesallen und keinerlei revisio­nistische Absichten diktieren lagen: sie alle sind Be­weise dafür, daß int Gegensatz zu dem erstarrten We­sten uns dem sich noch wehrenden Osten im Südosten Europas, im Donauraum, die gegenwärtigen Ver- hälinifle auf einen Umbruch hiiwrängen.

Aus den letzten internationalen Tagungen, die sich mit der Donausrage befaßten, trat klar zutage, daß die Türen nach dem Südosten für Deutschland wieder einmal weit offen stehen Da der große französische Protektor kein Geld mehr gibt und die Wirtschaftskrise den bisherigen Trabanten Frank­reichs die Gurgel zuschnürt, beginnt man sich auf die natürlichen Mrtichaftswege enüay- der Donau zu be- sinncn und mit dem großen den. Absatzgebiet für

Paris, 30. Dezember.

Die Morgenpresse befaßt sich eingehend mit der gestrigen Kammerdebatte über das österreichische An- lciheprojekt. (Den Bericht über den Kammerbeschlnß finden unsere Leser auf Seite 2!).

Oeuvre schreibt, es habe sich bei der Diskussion um das Problem gehandelt, ob matt mit der Politik brechen wollte, die es Frankreich erlaubt habe, zwar den Anschluß zu verhindern, aber auch die Austnerk- fanileit auf die Notwendigkeit zu lenken, Ordnung in Mitteleuropa zu fchasfen, oder ober, ob man sich ganz und gar des Rechtes begeben wollte, in den Donau­fragen mitzureden. Die gestrige Abstimmung lege mt Regierung die Pflicht auf, in Mitteleuropa die Po­litik des Aufbauens fortzusetzen.

Die Blätter der Rechten wenden sich überaus hef­tig gegen Herriot, dessen Intervention in der Kammer von vielen Blättern als ausschlaggebend für die Annahme des Anleiheprojektes angesehen wird

EchodeParis schreibt, Herriot uub Paul- Bonconr seinennachtwandelnden Jveologett" verfallen.

Ordre erklärt, Frankreich, das sich wteder em- mal pazifistischen Ideen hingegeben habe, werde sei­nen Gegnern in die Hand gearbeitet haben. Herriots Eingreifen werde für die französische Politik immer verhängnisvoller.

DieNeue Freie Presse" schreibt, es werde nun darauf ankommen, weit über den Rahmen der Anleihe hinaus, ja über den Rahmen von Oesterreich hinaus

Am wichtigsten muß uns die Erkenntnis dieses ver­gangenen Jahres bleiben, daß wirtschaftlich getarnt ver europäische Süoosten auch politisch gesehen die am weitevorgeschrittene Bruchstelle im Nachkriegseuropa der Pariser Vorortsverträge darstellt. Alles befindet sich hier in Gärung und die llnhaltbarkeit der bestehenden Verträge wird täglich in der bandareiflichsten Weise durch Reibungen und zwi- staatliche Konflikte illustriert. Die Revisionsioee, im Südosten von Ungarn geschürt und von Italien tat­kräftig unterstützt, marschiert unö innerhalb der immer größer werdenden Schwierigkeiten Frankreichs, fein Bündnissystem an der Donau zu finanzieren und wei­ter ausrechtzuerhalten, muß selbst der Tardieu-Plan als ein schwer abgerungenes Bekenntnis des Onai d'Orsay zur Revisionsnotwendigkeit gewertet werden Die innen- und außenpolitischen Spannungen Jugo­slawiens, die rund um die russischen Nichtangriffs­pakte erfolgte Entfremdung Rumäniens mit Polen und Frankreich und nun auch die letzte Drohung des tschechischen Außenministers Benescv «nEesko Slovo" die Kleine Entente werde sich keine Majorisierung

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sich schon oft erprobt haben, und die dennoch in vieler Hinsicht rätselhaft geblieben sind. Von der richtigen Voraussage über ihre Absichten und Pläne, von der richtigen Erkenntnis ihres Wesens und ihres Wol­lens hängt jedoch in hohem Maße auch die richtige

Der Südosten

Ernste Bilanz eines kritischen Jahres.

Die reichsdeutsche Oessentlichkeit hat im verflosse­nen Jahre, in nahezu hoffnungsloser Weise verstrickt in eigene Sorgen und über den parteipolitischen Ha­der hinaus gehemmt durch den leidenschaftlichen Kampf um die Staatssorm, das für Volk und Reich gleichermaßen bedeutungsvolle Ringen um die poli­tisch-wirtschaftliche Gestaltung des Tonanraumes sicherlich nicht mit der gebührenden Aufmerksamkeit verfolgen können. Das wäre hinzunehmen gewefen, wenn die amtliche deutsche Außenpolitik gewisse Män­gel in der Ausgestaltung der Beziehungen zu den Süd- oftftaateu, wie sie sich anläßlich des deutsch-österreichi­schen Zollunionsvorstoßes in so unheilvoller Weise bemerkbar machten, durch eine verstärkte Aktivität in den Nachfolgestaaten einschließlich Deutschösterreichs er­setzt hätte, ober leider war auch dies nicht der Fall. Mag es nun als eine natürliche Reaktion auf den verlorenen Kampf um die Zollunion gewertet wer­den, der über alle Parteischranken hinweg eine ge­waltige und begeisternd einmütige Anspannung der nationalen Energieen brachte, oder mag es auf die allzu starke Inanspruchnahme der deutschen Außen­politik durch die großen Probleme der Reparationen und bet Gleichberechtigung in der Rüstungsfraa« ru- rückzusühren gewesen sein: die Arbeit der Wil- Helmstraße beschränkte sich im Jahre 1932 im Hinblick auf die deutschen Interessen im Südosten fast ganz auf die Verteidigung, aber a»ch

druck Stellung genommen. Insbesondere wirb daraus

nüpsung selbstserstandlich keine Rede sein könne, sondern daß es sich bei die­ser Verordnung um eine reine Ressortangelegenheit handele, die zwischen Wirtschafts- und Ernährungs­ministerium ausgehandelt worden ist. llebrigens ist ReichsernährungStninister Freiherr von Braun gestern von seinem Weihnachtsurlaub wieder nach Ber­lin zurückgekehrt. Inwieweit diese' Angelegenheit ein Nachspiel im Reichstag habe» wird, wieDer Deutsche" mit Sicherheit annimmt, bleibt selbstverständlich bis auf weiteres dahingestellt.

Zur Begründung der Notwendigkeit der Butter- beiniischung weist man in der Wilhelmstraße unter anderem auch auf den neuen Preisstand hin,

Um die Butterbeimischrmgs-Qrrote /Der Deutsche" greift Hindenburg an / Paris für die Oesterreich-Anleihe

i^lional lediglich auf eine Abwehr des bekannten donauföderalistischen Tardieuplanes erstreckte und die Einbuße für die Volksdeutsche Zukunft wichtiger Stellungen nicht verhindern konnte.

Dieses verflossene kritische Jahr verlangt eine ernste Bilanz der Besinnung und der Erkenntnis. Aber diese Erkenntnis genügt nicht, wenn ihr im neuen Jahre nicht Rechnung getragen wird. Gewiß, es ist dank dem glücklichen Umstand, daß Italien nicht weniger stark an der Verhinderung französisch- tschechischer Hegemoniepläne int Donauraum in­teressiert ist als das Deutsche Reich, gelungen, den Tardieu-Plan eines auf die drei Staaten der Kleinen Entente, auf Ungarn und Oesterreich beschränkten Wirtschaftssystems im Donauraum zu Fall zu brin­gen, aber damit ist das durch die willkürliche Zer­schlagung des einheitlichen Wirtschaftsraumes der Habsburgermonarchie entstandene Donaustaatenpro- blem seiner Lösung keineswegs näher gebracht wor­den. Die Konferenz von Strefa, die das sang- und klanglose Verschwinden des Tardien-Pla­ue s brachte, bedeutete eine Rückkehr zum Status guo vor dem deutsch-österreichischen Zollunionplane und den vorderhand noch auf dem Papier gebliebenen Versuch, unter Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Zustandes für die notleidenden südöstlichen Agrar­staaten internationale charitative Maßnahmen durch Gewährung von Getreidepräferenzen zu organisieren, ober die allgemeine Ueberzeugung, daß-der Status gno nicht zu halten fei und daß auch die Stresacr Formel keinen Ausweg biete, ist deshalb nicht ge­ringer geworden.

Der Kampf im Südosten um das zukünftige Gesicht des Donauraumes wird atfo weitergehen und er wird im neuen Jahr wahrscheinlich noch schärfe- r e Formen annehinen. Die Frage vor allem, auf welche Weife der österreichische Zwangsstaat lebens­fähig gemacht werden soll, ist vollständig offen geblie­ben, denn weder die Stresaer Beschlüsse, noch die nicht einmal für die Aufrechterhaltung des ausländischen Schuldendienstes genügende Lausanner Anleihe und noch viel weniger der nun in die Halme schießende Patriotismus österreichischer Observanz vermögen ir­gend etwas an dem Eristenzproblem Oesterreichs zu ändern. Andererseits ist und bleibt Oesterreich die Schlüsselstellung im Donauraum und auf dem Wege nach dem Balkan.

Beurteilung der politischen Entwicklungsmöglichkei-

I - ,M».-.Ul?"^funden. Anwech

Mehr als je steht oer Reich Ht a r j ttti ersten Linie derjenigen Persönlichkeiten an \ öl'r der Witz und die Neugier unserer ZeÄtz,,,^^"cn sich Schon seit langem sagt man dem 1 ,IÖCn- Schleicher mancherlei geheimnisvolle (SiiK?; 1,0,1 und noch mehr undurchsichtige Pläne nach. Ernten wirklich dieSphinx", als die er oft hingestellt X cr Welche Absichten liegen seiner Politik zugrun'Z