Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler SIbenbseitung Kasseler Tageblatt Hessische Abendzeittmg
Nummer 305*
Donnerstag, den 29. Dezember 1932
22. Jahrgang
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Die deutsch-französischen Verträge
Zusätze zum Handelsvertrag, Devise«- und Fremdenverkehrsabkommen / Kabinett und Außenpolitik / Die Wirtschaftskonferenz
Befriedigung in Paris
Do» «nserer Berliner Echriftleitnng.
Am Deutschlands Sicherheit
Rückblick »nd Ausblick in der Abrüstungsfrag«.
th. Berlin, 29. Dezember.
Rnchlmm r« Laufe des gestrige« Tages im Auswärtige« Amt i» Berlin die deutsch-französische« Wirtschaftsverträge unterzeichnet wurden, Wirb jetzt auch der Inhalt dieser Verträge bekannt.
Es handelt fich einmal um ein sogenanntes
Devisenabkomme«.
SSetm die Ausfuhr französischer Waren nach Deutsch- laud das deutscherseits normaler Weise für die Bezahlung französischer Waren festgesetzte Devisenkontingent überschreitet, sollen die Zahlungen, die darüber hiuausgehen, in Mark auf ein zu errichtendes Reichs- baukkonto erfolgen. Diese Markbeträge werden zur Bezahlung deutscher Waren dienen, die nach Frankreich ausgeführt werden. Das Abkommen tritt am 1» Januar 1933 in Kraft. Ferner ist ein
Zusatzabkommen zum Handelsvertrag von 1927 abgeschlossen worden, das die Möglichkeit bietet, daß beide Staaten die gegenwärtigen Zollsätze mit fünf- zehntägiger Frist abändern können. Die Meistbegünstigungsklausel wird nicht mehr allgemein zur Anwendung kommen, sondern nur auf eine Liste von Pro- drukten, die allerdings alle gegenseitigen Exportmöglichkeiten umfassen. Das Abkommen enthält dann eine Bestimmung, wonach die Meistbegünstigungsklausel sich nicht erstrLstt^auf^ . Bergünstigunae«, die die beiden Lander ttn kleinen Grenzverkehr (Zone von höchstens 15 Kilometer) ihren Nachbarländern gewähren; Ber- günstigungen zur Vermeidung von Doppelbesteuerungen und gegenseitigen Rechtsschutzes wegen Steuerverpflichtungen oder Steuerstrafen; auf Währungsschutz- maßnahme«; auf Sonderabmachungen gemäß den Empfehlungen der Konferenz von Stresa; auf Vergünstigungen der künftigen mehrseitigen Abkommen, die dem Völkerbund angezeigt werden und denen alle Staaten beitreten können.
Dieses Hondelszusatzablomme« tritt am 10. Tage nach Austausch der Ratifizierungsurkundcn, der in Paris erfolgen wird, in Kraft.
Schließlich ist noch ein sogenanntes
Fremdenverkchrsabkommen
mung zu der Regierungsvorlage über die Gewährung der neuen österreichische« Anleihe, jedoch unter gewissen politischen und diplomatischen Vorbehalten.
In der Diskussion war von sämtlichen Rednern, wie Havas berichtet, darauf hingewiesen worden, wie notwendig es für Frankreich sei, über die Politik Deutschlands u>rd Italiens in der Anschlußfrage genau unterrichtet zu sein. Auch wurde betont, daß man Oesterreich neue finanzielle Garantien nur bewilligen könne, wenn man dafür entscheidende politische Garantien von Oesterreich eintausche.
Ministerpräsident Paul-Boncour erklärte, das politische Interesse an der geplanten Anleihe bestehe ja gerade in der neuerlichen Bestätigung des Protokolls von 1922 durch Oesterreich.
Nach "Abschluß eines Kabinettsrats über die österreichische Anleihe erklärte Paul-Boilcour den Pressevertretern, über die Frage, ob man wegen der österreichischen Anleihe der Kammer die Vertrauensfrage stellen wolle, sei noch kein Beschluß gefaßt worden; cs sei jedoch wenig wahrscheinlich.
Vor der radikalen Kammerfräktion hat der 'Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten, Cot, den Standpunkt der Regierung zur österreichischen ".Anleihe begründet. Mehrere radikale Abgeordnete forderten Aufhebung des Fraktionszwanges bei der Abstimmung über,die österrcictz-ici" he
Wieder politische Schießerei
Berlin, 29. Dezember.
Ltn tm Osten der Stadt belegcnes notional- ioztaltsttsches Verkehrslokal würde kurz nach Mitternacht von Kommunisten befchossSn. Die Schützen flüchteten in dos K. P. D. - Lokal. Zwei Personen wurden als angebliche Täter festgcnommcn.
Als die amerikanische Regierung bei Beginn der Abrüstungskonferenz die voraussichtliche Dauer au acht bis zehn Monate schätzte, erregte das vielfach Aufsehen. Der Verlauf hat gezeigt, daß die Schätzung noch zu niedrig war. Es sind jetzt elf Monate seit der Eröffnung der Konferenz am 2. Februar vergangen, und ein Ende ist noch nicht abzusehen.
Bei der Bedeutung der Abrüstungsfrage nicht nur für die Sicherheit Deutschlands, sondern auch für die Ueberwindung der Weltwirtschaftskrise erscheint es angebracht, einen Rückblick auf den bisherigen Verlauf und einen Ausblick auf die weitere Entwicklung zu tun.
Schon bei der am 8. Februar beginnenden Generaldebatte ergab sich eine scharfe Abzeichnung zwischen den abrüstungswilligen Staaten, Italien, England, Amerika, und denen, die eine positive Abrüstung verhindern wollen, Frankreich usw. Die deutsche Forderung lautete: „Allgemeine Abrüstung nach den Grundsätzen des Versailler Vertrages.' Sie ist bis auf den heutigen Tag die gleiche geblieben.
Ein am 12. April unternommener amerikanischer Vorstoß zur Abschassung der Angriffswaffen blieb ohne Erfolg. Denn es wurden als Gegenzug Kommissionen und Souderkommissionen einge- yWL in denen ftbtf den spezifischen Angrisss-Cha- r«ftcr der einzelnen Waffen endlos geredet wurde, ohne daß irgeiidwelchc einmütige Vorschläge zustande kämest: Jeder Staat.Witt. gerade seine Waffen behalten. Rur den chemischen, bakteriologischen und Brandwaffen wurde mit Einstimmigkeit Angriffs-Charakter zugesprochen. Der Leser erinnert sich noch der allgemeinen Entrüstung in Deutschland, als in Genf fest- gestcllt wurde, daß Tanks und Bombenflugzeuge keine „Angriffs'-Waffen seien.
Außenpolitische Aufgaben
vorgesehen, dessen Unterzeichnung demnächst erfolgen soll. Dieses Abkommen sieht vor allem vor, daß die nach Frankreich fahrenden Deutschen in Zukunft ebenfalls 206 Mark in bar und 500 Mark in Reiseschecks mit sich führen dürfen.
Mit dem Abschluß dieser Verträge >vird vor allem den französischen Wünschen Rechnung getragen. Während unmittelbar nach Abschluß des deutsch-französischen Handelsvertrages im Jahre 1927 Frankreich erheblich größere Warenmengen in Deutschland absetzen konnte als Deutschland umgekehrt in Frankreich, verschob sich das Verhältnis infolge der Weltwirtschaftskrise im Laufe der letzten Jahre immer mehr zugunsten Deutschland. Da gerade diejenigen Warengruppen, die für die französische Ausfuhr in Frage kommen, außerordentlich geringen Absatz finden. Die deutschen Einfuhrgüter dagegen, vor allem Maschinen, behielten aber ihre Absatzmöglichkeit weiter. Tie praktische Wirkung war, daß im Jahre 1927 Deutschland für nicht ganz vier Milliarden Franken, im Jahre 1931 dagegen für fast sechs Milliarden Fraicken Waren nach Fraukreicb ausführte, während die französische Ausfuhr nach Deutschland von sechs Milliarden auf knapp drei Milliarden Franken gesunken ist.
In französischen Handelskreisen verlangte man deshalb seit langem eine Kündigung des gesamten Handelsvertrages mit Deutschland. Man hat nun versucht, die Kündigung dadurch zu vermeiden, daß beide Staaten unter grundsätzlicher Aufrechterhaltung der Meistbegünstigung sich die Handlungsfreiheit für die Festsetzung der Zolltarife bei den Warengruppen Vorbehalten, auf die sie besonderen Wert im Interesse ihrer Wirtschaft legen.
*
Paris, 29. Dezember.
Der Abschluß des Zusatzabkommens zum deutsch- französischen Handelsvertrag wird hier mit Genugtuung begrüßt. Havas hebt die erzielten günstigen Ergebnisse hervor und erklärt, man habe eine Atmosphäre guten Einvernehmens auf wirtschaftlichem Gebiet zwischen den beiden Landern bergestellt.
Der offiziöse „Petit Parrsie«' schreibt, daß die neue Regelung Frankreich einen reellen Rutzen bringe. „Excelsior' spricln von einer gerechten unv vernünf-. tigen Grundlage des neuen Abkommens, die im wesentlichen den französischen 'Forderungen Rechnung trage.
„Echo de Paris' ist zurückhaltender, stellt aber einen gewissen Fortschritt nicht in Abrede.
Die österreichische Anleihe
Paris, 29. Dezember.
Der Auswärtige Ausschuß des französischen Senats gab nach eingehenden Beratungen seine Zuftim- |
Von unserer Berliner Schriftleitung.
th. Berlin, 29. Dezember.
Unmittelbar nach dem Ablauf der politischen Weih nachtsscrie« wird sich das Reichskabinett, wie jetzt scststeht, vor allem mit einer Reihe antzcnpoliti scher Fragen zu befassen haben. Im Januar finden internationale Beratungen von großer politischer Bedeutung statt, für die möglichst frühzeitig die Vorbereitungen beginnen müssen.
Tie vorbereitende Weltwirffchafts- k 0 n f e r e n z ist für den 9. Januar nach Genf einberufen worden. Deutschland war bet der letzten Tagung durch den Ministerialrat Posse vorn Reichswirtschasts- ministerium und durch Reichsbankdirektor Vocke vertreten. Es wir« sich bei der bevorstehenden Tagung darum handeln, die neuen Themen der großen internationalen Konferenz festzustellen, die im Frühjahr voraussichtlich in London Zusammentritt.
Sckon vor dem Beginn dieser Tagung haben sich internationale politische Streitsragen ergeben. Aus Washington wird daraus hingewirkt, daß man den Termin der vorbereitenden Konferenz verschieben soll, weil der amerikanische Präsidentenwechsel erst im Frühjahr stattfindet und bis dahin eine aktive Arbeit amerikanischer Vertreter nicht gut möglich ist. Bisher wqr vor allem umstritten, ob auch die Frage der internationalen Verschuldung aus der Weltwirtschaftskonferenz behandelt werden soll. Ohne diese Frage ist aber eine Lösung der zur Debatte stehenden Devisen- und Geldschwierigkeiten der einzelnen Zentralnoleninstitute überhaupt nicht möglich. Eine Erörterung der Schnlednsrage hängt wiederum von der Haltung Amerikas ab. Die Rücksichtnahme auf die amerikanischen Wünsche wird daher unvermeiolich sein.
An der vorbereitenden Weltwirtschaftskonserenz, die etwa zwei Wochen dauern sott, wir» sich die ordentliche Januartagnng des Dölkerbundsrates anschließen, die sich diesmal vor allem mit der Lösung des Mandschurei-Konfliktes beschäftigen wird. Falls nicht der Außenminister von Neurath selbst zu dieser Ratstagung sährt, dizrfte der Gesandte von Keller, der ja als ständiger'Vertreter Deutschlands beim Völkerbund zu betrachten ist, die deutsche Delegation sichren.
Unmittelbar an die Verhandlungen des Bölter bundsraies schließt sich eine »ritte und zwar die wichtigste Beratung an, »ie Abrüstungskonferenz, an der jetzt auch Deutschland wieder teilnehmen wird. Es steht bereits fest, daß die deutsche Delegation wieder vom Botschafter R a d 0 l n y geführt werden wird. Zur Zeit wird von den Mitgliedern der deutschen Delegation in Berlin die Anträgc und Vorschläge aus
gearbeitet, die zur «brüstungsfragc in Gens vorgclegt werden.
Bei der internationalen Bedeutung der drei Probleme, deren Behandlung in Gens bevorsteht, ist es selbstverständlich, daß sich das Reichskabinett damit beschäftigen muß. auch wenn weniger die offiziellen Themen als vielmehr die damit verbundenen internationalen Interessen das eigentlich Ausschlaggebende der Zusammenkunft sind.
Die Verantwortung liegt bei den anderen
Der Rcichsautzenminister zur Abrüstungsfrage.
Berlin, 29. Dezember.
Reichsaußenminister Freiherr von Neurath veröffentlicht im Januarheft von Velhagen u. Klasings Monatsheften einen Aufsatz über Deutschlands Kampf um die Gleichberechtigung in der Wehrfrage. Nach einem eingehenden Ueberblick über die bisherigen Bemühungen Deutschlands um die Durchsetzung dieses Anspruchs schließt der Minister seine Ausführungen mit folgenden Worten:
„Inzwischen ist verschiedentlich der Versuch ge- machi worden, unsere Absichten in der Welt- ösfentlichkeit zu mißdeuten und uns des Willens zur Ausrüstung zu bezichtigen. Diese Bemühungen sind offenbar von dem Bestreben diktiert, die Aufmerksamkeit vond em wahren Sachverhalt abzulenken. Nicht um deutsche Ausrüstung handelt es sich, sondern um die Abrüstung der beute noch hoch gerüsteten Staaten. Diese haben es vollständig in der Hand, ob und inwieweit Teuetschland sinen Rüstungsstand modifizieren muß. Je weiter sie abrüsten, umso mehr sie sich dabei nach dem Muster der Versailler Entwafsnungs- bestimmungen richten, umsoweniger wird Deutschland an feiner gegenwärtigen Rüstung ändern müssen. Wir haben es in Genf immer wieder zum Ausdruck gebracht, daß uns jede — auch die weitestgehende — Abrüstungsmaßnahme recht ist, wenn sie nur in gleicher Weise für alle gilt. Der Vorwurf, wir wollten ein neues Wettrüsten entfesseln, ist völlig unbegründet und ungerecht.
Die Verantwortung dafür, ob sich die vertragliche Festlegung der Rüstungen als realisierbar erweist, ruht allein auf den hochgerüsieteu Staaten, vor allem auf Frankreich. Das deutsche Volk hat diesem Gedanken bereits ungeheuere materielle und moralische Opscr gebracht. Wenn wir eine baldige Entscheidung verlangen, so sind wir dazu nicht nur durch die Verträge berechtigt, sondern auch durch Rücksicht aijs die Sicherheit von Land und Volk verpflichtet.' *
Am 22. Juni erfolgte der zweite amerikanische Vorstoß durch Vorlage eines klar umrisseneu Programms betreffs Land-, See- und Luftabrüftung. Es sei daraus erwähnt: Abschaffung der Tanks und der gesamten beweglichen schweren Artillerie; Herabsetzung der Tonnage aller Flotten um A—%; Abschaffung der Bombenflugzeuge und uneingeschränktes Bombenabwurfverbot. Auch dieser amerikanische» Vorlage erging es wie der ersten, sowie dem deutschen Vorschlag. In Genf war es immer dasselbe Spiel: Dies jeu de rakette, dies Verschütten und Zerreden klarer Fragen durch raffinierte Phrasen und ihr Zermahlen in der Konferenzmühle durch komplizierende Verhandlungsmethoden. Demgemäß enthielt die Schlutzresolution vom 23. Juli keine positive Abrllstungsmaßnahme. Sie wurde daher von Deutschland abgelehnt, das seine Forderung auf Gleichheit aller Staaten hinsichtlich der nationalen Sicherheit noch einmal klar herausstellte.
Es folgte dann ein englischer und französischer Notenwechsel. Da aber die Klärung der Gleichberechtigungsfrage durch die Antwortnoten dieser beiden Länder nicht erreicht war, wurde deutscherseits die Teilnahme an der Tagung des Konferenzbüros abgelehnt. Infolge der Zwecklosigkeit der Abrüstungserörterungen ohne Deutschland wurden die Verhandlunge« wieder aufqenommen, und am IkJV’einber tanz dsc Genfer Erklärung zufta nbe, in der die deutsche Gleichberechtigung anerkannt wurde. Die deutsche Rc- gieriing hat sich daraufhin zur Rückkehr in die Konferenz bereit erklärt. Cs kommt nun darauf an. ob man auch eine Abkehr der Konferenz von ihrer bisherigen Verhandlungsmethode, durch dm alle praktischen Ergebnisse verhindert wurden, erfolgt.
Ferner werden die deutschen Vertreter bemüht sein müssen, daß über die Beratung von Einzelfragen die Totalität der Gleichberechtigung nicht in Vergessenheit gerät und ferner, daß die Realität der jetzigen deutschen Unsicherheit als mahnende ^ringlichkeitsmoment allen Verschleppungsversuchen entgegengehalten wird. „Die Sprache von Genf", mit bei Deutschlanb seit Jahren genarrt wirb, barf'nicht wteber einsetzen. Es hanbelt sich um bie praktische Aus- wtrkung ber am 11. Dezember anerkannten Gleichberechtigung. Hierbei ist Deutschlanbs Forberunq immer wieber bie gleiche: Abrüstung aller Staaten entsprechenb bem Versailler Vertrag. Wenn aher die llebcrnahme dieser Bestimmungen durch die anderen Staaten nicht einsetzt, kann bas Verbot auch nicht mehr für Deutschlanb gelten! In Zukunft müßen alle Verbote unb Zulassungen für alle Staaten mit gleicher Wirkung gelten. Um Deutschlanbs Sicherheit geht es; sie fehlt noch ganz!
Ter Kampf wirb schwer sein. Tenn ein heimlicher, aber vielleicht ber stärkste Gegner bet Abrüstung, die französische Rüstungsindustrie, ist sehr mächtig, lieber sie verösfeutlicht die „Stampa' eine Reihe von Artikeln, deren zweiter nicht mit den Propagandafonds des Kommitees de Forges beschäftigt. Er beträgt danach 75 Millionen Franks jährlich. Dir „Stampa" schreibt: „Blätter wie der Temps, Journal, des Tebats, Echo de Paris, Ordre können sich selbst nicht erhalten. Ter Temps allein mit seinen 60 000 Stuck Auflage kostet das Commitee des Forges jährlich au 10 Millionen Franks, das Journal des Tebats mit 40 000 Auflage sogar 15 Millionen.'
Die Artikel der „Stampa' werden in ganz Italien nachgedruckt und sind überall der Gegenstand lebhafter Aufmerksamkeit. Wenn dann dem „Temps'. eine tendenziöse Unwahrheit über die italienische Politik nachgewiesen wird, kann man sich die Wirkung bet den italienischen Lesern denken, die jetzt die Hintergründe kennen. Auch in Deutschland ist es vielleicht angebracht, daß man bei den französischen Preßestimmen, die die Abrüstung sa bottieren wollen, sich der Verösseutlichungen der „Stampa' erinnert L—n.
Bolivischer Sieg im Chaeo-Gebiet
La Paz, 29. Dezember.
9tad) sechs Wochen erbitterter Kämpse zwischen bo- livischen und paraauavischen Truppen im Gran-Cba- co-Gebiet haben jetzt die Bolivianer einen bedeutenden kriegerischen Erfolg errungen. Sowohl im nörd- Ucken wie im südlichen Frontabschnitt haben sie einen Steg über die paraguayischen Truppen errungen. Die Bolivianer werden von General Kundi geführt, ber 20000 neue Rekruten mobilisiert und so die Heeres- macht Boliviens auf insgesamt 60 000 Mann verstärkt hat Die Paraguayaner mußten verschiedene Forts räumen, ferner gut ausgebaute neue Stellungen, nie ich 350 Kilometer von der Hauptstadt' Paraguavs Sjuncmn, befinden.