Einzelbild herunterladen
 
  

eite 2 1. Beilage

Kasseler Neueste Nachrichie«

Dienstag. 27. Dezember 1932

allem

in

grnen Aufführung einen Scr schnell aebildete Bol!

ilödett

waren vor dem Chor der Kirche über 400 Pakete mit i Lebensmitteln und Wäschestücken aufgefchichtet und I

wir wollen es verraten

tzeren Betrag überweisen zu Was das künstlerische

grv

irogramm betrifft, so

Mittwoch. bea 28. Teiember 1932. Atz 9.30 Uhr Theater

Die

In den

Das Fest -er Kasseler presse 1933

Ueberall hat in unserem lieben Kaffel ein Geraune

um das kommende Pressefest eingesetzt, ein Zeichen dafür, welcher Beliebtheit sich das Fest wegen seiner besonderen Darbietungen bisher stets erfreut hat. Die Veranstalter wissen, daß auch dem Fest 1933 wegen eines eigenartigen künstlerischen Programms, bei dem auch Werner Stock mit-

Karl Bettinger an der, mit der Zeit allerdings etwas bescheiden gewordenen Orgel, gaben der gelun- ' t farbenfreudigen Rahmen, ^er schnell gebildete Volkschor, geleitet von H. Hil-

Kaffel allen voran!

gesperrten Handwerkerrechnungen.

B. B. h. 0. Die Weihnachtsfeier der Bereinigte Verbände heimattreuer Oberschlesier (Ortsgruppe Kas­sel) findet am Dienstag 20 Uhr im Restaurant Löher, Holländisch« Straße 63, Ecke Westring, statt. Neu- jahrsbegrützung am 1. Januar vormittags 11 llhr im VereinslokalZur guten Quelle", Oberste Easts 33.

Höften wir, daß der Düffeldorfer Regierungs- Präsident nicht mit derselben Rücksichtslosigkeit, wie z. B. sein Kollege in Kaffel (gezwungenermaßen, K. R. R.f vorgehen wird, der der ebenfalls mit ihren Steuerüberweisungen stark im Rückstand be­findlichen Staffelet Stadtverwaltung die Bezah­lung der Handwerkerrechnungen verboten hat. Eine folche Maßnahme, dir übrigens trotz des energischen Einspruchs aller in Frage kommenden Stellen vom preußischen Finanz- und Jnnenmini- sterium in vollem Umfange gebilligt worden ist, müßte den Ruin zahlreicher Gewerbetreibender zur Folge haben."

Man sieht an diesem Protest, daß Kassel den meisten deuischen Städten erheblich voraus ist, aller­dings in einem wenig erfreulichen Sinne. Ange­sichts dieser Sonderstellung, die Kassel einnimmt, er­scheint die Forderung, daß auch für Kassel die Hand­werkerrechnungen zum A-Bedarf gerechnet werden müssen, vollkommen begründet.

wirft, wieder ein ganz großer Erfolg beschieden sein wird. Wertvolle Gewinne winken den Besuchern, wir nennen nur Reisen Erster Klasse nach England und Holland, Erholungs- und Kuraufenthalte von acht Tagen bis zu vier Wochen usw.

Die Veranstalter hoffen aber auch, durch einen finanziellen Erfolg des Festes der Winterhilfe einen *-"*-----*-----» m rönnen.

Hesslsch-Waldecklscher Gehirgsverefo

Wanderung

straße - Kölnische Straße.

Dienst an der Zugend

Bildungsarbeit für erwerbslose jugendliche Maler und Anstreicher.

«taatstheai Kleines II 13 1

... -ad am Mittw »L?

r:Die ftrlefrmnoitS', 20 Uhr.

«ter:Das tapfere Schneiderlein". 16 Uhr:

i Ti sch< 20 Uhr.

ter, schuf die glückliche Verbindung zwischen Empore und Kirche. Seine frischen und Hellen Sttmmen schwebten fest und sicher wie eincantus firrnus" über dem Melodienkranz der ausgezeichneten Auf­führung. «t

macht. Auch Besichtigungen von Gemäldegalerie, Lan­desmuseum, Konsum unter Führung werden vorgenom­men. Wenn man bedenkt, daß auf Grund der ein- gangs geschilderten Verhältnige viele dieser Kursus- teilnehmer die gelehrten Fachgebiete nicht gekannt, ge­schweige gemacht haben, und man sieht am Ende des Kursus chre Arbeiten, so muß jeder Unbeteiligte Lu- geben, daß diese Jugendlichen ihr geistiges und fach­liches Können stark erweitert haben. K. P r e u ß.

darnach züngelt, den versorgt das Mädchen für alles, der Wochenmarkt, auch nach dem Feste noch mit einem fetten appetitlichen Eänsetier zu 60 Pfg. oder einem dicken Hasenpelz mit Inhalt zu 50 Pfg. das Pfund. Aber man stelle die Kruke mit dem edlen Naß aus Steinhagen in Reichweite, auf das alles ein gutes Ende nehme.

wollen wir verraten, daß es seit einigen Wochen in Kassel Jounalisten gibt, die nichts anderes mehr im Kopfe haben, als dem Abend des 14. Januar 1933, an dem es sich die Kasseler Presse vorgenommen hat, ihrer teuren Vaterstadt besonders liebevolle Aufmerk- ämkeit zu widmen. Man erzählt sich jetzt schon in Kreisen, die es wissen müssen, daß vor dem Publikum ein großer bunter Bilderbogen ausgebreitet werden oll, auf dem vieles ausgezeichnet ist, was mit uns allen in engster Berührung steht. Tagelang, nächte­lang, sitzen die für diesen Teil des Programms Ver­antwortlichen zusammen und lassen sich immer neue Scherze, mitunter wohl auch Heine Bosheiten, ein- allen, die dann am 14. Januar auf die Gäste im Stadtpark losgelassen werden. Aber sie sind alle harmlos und liebenswürdig gemeint. Der Jahres­rückblick, der an jedem 1. Januar eines Jahres die Spalten der Zeitungen füllt, erlebt hier eine fröhliche Auferstehung. Man Hai sich aber außerdem noch ver­raten, daß unter dem Humor und Witz noch ein Ge­danke hervorschauen wird, der uns alle sehr am Her­zen liegt.

Der Film des Abends wartet mit Ueberraschungen auf, die die Filme der bisherigen Pressefeste noch in den Schatten stellen werden. Geheimnisvolle Auf­nahmevorbereitungen sah man in den letzten Wochen in allen Teilen der Stadt. DampferElsa" kreuzte kürzlich unter dem Kommando seines Kapitäns Ziege mit riesigen Rauchvolken vor Vogts Mühle. Auf dem Friedrichsplatz zauberte ein toller Filmspuk den Ab- tieq des Landgrafen vom Denkmalssockel und seine Abfahrt ia einem stolzen Viererzug vor. Im Weste«

Weihnachten in St. Familia. Zum erstenmal in Kassel wurde in der Kirche zur heiligen Familie der Festgottesdienst im Sinne der neuen liturgischen Be­wegung abgehalten. Während in frühester Morgen­stunde die Christmette und die darauffolgende Hir­tenmesse, umrahmt von deutschen Weibnachtsliedern nach altem Herkommen abgehalten wurden, gestaltete sich dann der Festgottesdienst stilecht in kanonischem Sinne zu einem religiösen und musikalischen Ereig­nis. Geistlicher Rat, Dechant Delmhorst zele­brierte ein levitiertes Hochamt. Die rituellen Hand­lungen wurden stnnenftprecheud begleitet von Josef Scheels Missa vox populi. Josef Scheel, Dom­kapellmeister in St. Gallen, durchbricht in seinem hoch­interessanten Werk die üblichen Formen, indem er das Volk im Kirchenraum wechselseitig teilnehmen läßt an dem Gesang des Kirchenchoves. Dadurch, daß er dem liturgischen Text Anklänge an allbekannte Cho­räle unterlegt, Kirchenchor und Volksgesang oft gegen­einander führt, ergibt sich ein Klanggewebe von hohem, musikalischem Reiz.

Josef Hornung, seit Jahrzehnten bekannt als streng im kirchlichen Geiste arbeitender Musiker, hielt die zahlreichen Fäden mit akademischer Gründlichkeit sicher in seinen Händen, sodaß wohl kaum ein Wunsch offen blieb. Mitglieder der Kapelle Kneife! und

Die evangelische Kirche in Rothenditmold zeigte bei der von ihrer Frauenhilfe veranstalteten Winterhilfe-Weihnachtsbescheruiig ein noch nicht gesehenes Bild. ~ "

Der Ev. Männer, nnd JünglingsvereinSt. Mar» tin feierte am 1. Festtag im dichtgefültzen Saale des Finkenherdes seine Weihnachtsfeier. Musikalische Darbietungen aller Art umrahmten die von Pfarrer Uhl gehaltene Festansprache. Natürlich fehlte der von den Kindern erwartete Weihnachtsmann nicht. Den Höhepunkt des Abends bildete eine wohlgelun­gene AufführungIn der Christnacht". Mit dem LiedO du fröhliche" klang die Feier aus.

warteten auf ihre Empfänger, die mit ihren Ange­hörigen den Kirchenraum dicht besetzt batten. Die Not der letzten Jahre hatte mit der altgewohnten Liebesarbeit die Gemeindewinterhilse verbunden. Auf die Bitte der beiden Gemeindepfarrer hatten eine Reihe von Landgemeinden der Streife Hofgeismar, Wolfhagen und Eschwege, die von der Arbeitslosigkeit besonders der Metallindustrie hart bedrückte Rothen- ditmolder Gemeinde mit Liebesgaben unterstützt. Es war für die Damen des Vorstandes keine geringe Mühe, die Gaben auf die Empfänger nach ihren be­sonderen Verhältnissen zu verteilen. Der Zeit und dem Raum entsprechend war die Bescherung zu einer Feier mit Orgeldienst, Gemeindegesang und Schrift­wort gestaltet, wobei Organist Keßler und Pfarrer Martin dienten. Frohe Gesichter, lebhaften Dank und herzliche Festwünsche der Unterstützten waren der Lohn. Tie erstmalig in die Kirche verlegte Feier war wohlgelungen.

Unter der Arbeitslosigkeit leidet die Jugend seelisch und fachlich sehr stark. Haben sie die Lehre beendet, werden sie mit wenigen Ausnahmen sofort entlassen und find viele schon 2 bis 3 Jahre ununterbrochen arbeitslos, mit wenig oder gar keiner Unterstützung. Zur Weiterbildung auf Fach- und Kunstgewerbeschulen fehlt es also an Mitteln, und so find diese Jugendlichen der Untätigkeit und der Straße ausgesetzt. Dieser Ent­wicklung Einhalt zu gebieten, die Jugendlichen zusam­men zu fassen, sie zu betreuen, diese Aufgabe hat sich die Filiale des Perbandes der Maler in den letzten Mo­naten zu eigen gemacht. Mit Hilfe von Mitteln des Landesarbeitsamis leitete die Filiale vier- bis fünf­wöchige koftenloseFachkurse mit mehreren Fächern ein, die unter den erwerbslosen Jugendlichen in Stadt und Land starken Anklang fanden. Sie er­kannten durchweg an, daß sie viel Nutzbringendes für ihr Leben gelernt hätten.

Bis jetzt fanden zwei solcher Kurse mit 60 Teilneh­mern statt, einer in Kassel, der letzte in Großenritte mit allen Jugendlichen der angrenzenden Zahlstellen. Während des Kursus, der täglich vier Stunden dauert, wrrden Vorträge über Gewerkschaft--, Lohn- und Ta- ilbewegung eingelegt und so die Teilnehmer mit der -Lewerkschafts» und Verbandsbewegung vertraut ge-

Jm Hofhospital begrüßte nach der Liturgie des Hausgeistlichen Regierungs-Inspektor Delgnmnn bas Direktorium. Die vielen Anmeldungen um Aufnahme in das Heim konnten nicht berücksichtigt werden, Sa wegen beschränkter Mittel an eine Vergrößerung des Hauses nicht gedacht werden könne. Wie die Glaubens- Senoffen in den Religionskriegen sollte doch auch unser eutiges Geschlecht nicht verzogen, sondern im Aufblick zu unserem Heiland getrost seinen Weg fortfetzen! Pfarrer Junghans sprach von dem Licht, das in die Finsternis scheine, und Christus sei dies Licht.Er kam in fein Eigentum, doch die Seinen nahmen ihn nicht auf." So sei es noch heute. Die Not wäre zu ertragen, wenn im Glauben an unseren Erlöser mehr Liebe auf Erden wäre. Vor und nach der Predigt fang ein jugendliches Quartett zwei Choräle. Mit Ge­bet und Segen schloß die schöne Feier.

Das Fest der Liebe in Kaffel

Weihnachtsfeiern bei den Vereinen und den Behörden

Was der Schupo notiert

Mitgliederaustritt wider Willen. Eine nette Nebeneinnabmen verschaffte sich ein in fester Arbeit stehender Wjähriger Ärbeiter aus der Mombachstraße, der noch nebenamtlich für den Nahrungsmittel-Arbet- terverband Beiträge einfaffieren mußte. Er meldete ohne Auftrag Mitglieder dieses gewerkschaftlichen Verbandes ab, kassierte aber die Beiträge ruhig wei- ter. Dadurch konnte er zwar innerhalb eines Jahres zirka 600 Mark einheimsen, aber die Mitglieder kamen durch diesen Betrug um ihre wohlerworbenen Rechte. Die Kriminalpolizei hatte kein Verständnis für dieses geschäftstüchtige Gebaren und brachte den unge­treuen Kassierer inNummer Sicher".

Beamten - Personalnachrichten. Ernannt: RLdMesser Hammer in Ziegenhain zum KatDir. unter gleichzeitiger Beauftragung mit der Verwal­tung des KatA. daselbst. In den Ruhestand versetzt: Ldjm. Gerhardt in Heringen.

Feier bekam ein reichliches Abendessen und einen Gutschein auf einen Christstollen. Außerdem wurden besonders Bedürftigen Kleidungsstücke und Lebens­mittel gespendet. Auch die Kranken gingen nicht leer aus. An beiden Festtagen war es möglich, dank einer vorzüglichen Organisation ein wirkliches Feiertags­essen auszugeben. Die Oberneustädier Gemeinde hatte sogar durch eine besondere Kotelettsammlung 300 dieser schmackhaften Fleischstücke aufgebracht. Ein großer Teil der Unkosten wurde durch die Straßen- sammlung, die schon lange vor Weihnachten begonnen hatte, aufgebracht.

WeihnachtSlieider in die Herzen her Menschen zu singen ist von jeher eine 6er wichtigsten Aufgaben des St. Martin-Kirchenchores. So zog denn auch am Srttntag morgen nach hem Gottesdienst der Chor zum Landeskrankenhaus, um mit seinen Liedern den Kran- ken etwas von Weihnachten zu bringen. Unter der be­währten Leitung von Musiklehrer W. Dallmann fang der Chor vornehmlich alte Weihnachtssätze aus hem 14. bis 16. Jahrhundert. Der Chor brachte es aus­gezeichnet fertig, neben der gesanglichen Leistung et­was wie Weihnachtsfreude in seine Lieder zu legen. In allen Stationen wurde dem Chor großes Interesse entgegengebracht, und in der Ueberzeugung ein gutes Werk vollbracht zu haben, konnte um die Mittagszeit der Chor das Krankenhaus verlassen. eu.

Freiwilliger Arbeitsdienst

in evangelischen Jungmännerwerk.

Der Einsatz des evangelischen Jungmännerwerkes im FAD. erstreckt sich teils auf Arbeiten, bei denen die Untergliederungen des Werkes selbst Träger der Ar­beit oder des Dienstes sind, teils auf die Beschickung von Lagern, die von ihm nahestehenden Organisatio­nen, Kirchengemeinden usw., errichtet wurden. Wenn auch das Gesamtergebnis noch nicht vorliegt, so darf man doch heute schon mit mehr als 200 Ein­sätzen der verschiedenen Art rechnen.

Mit Bezug auf die häufig aufgeworfene Frage, wieweit die Arbeitslager der Bünde auch der nicht in ihnen organisierten Jugend dienen, ist für die Ar­beitslager der evangelischen Jungmännerbünde festzu­stellen. daß hier unter den Teilnehmern die Nicht-Mit­glieder mit 44 Prozent fast die Hälfte ausmachen ein Mischungsverhältnis das eine starke Einwirkung der im Bund erfaßten Jungmannschaft auf die Nicht­organisierte Jugend stcherstellt. Im statistischen In­teresse sei schließlich noch vermerkt, daß die durch­schnittliche Belegung der eigenen Lager int evangeli­schen Jungmännerwerk 34 Teilnehmer aufweist und die durchschnittliche Zeitdauer 114 Tage, wobei aller­dings sehr starke Schwankungen im einzelnen zu ver­zeichnen sind.

Hessischer Tierschutzverein 88. Mitgliederversamm­lung mit Abteilung Bogelschutz und Jugendgruppe, Mittwoch, 20 llhr, imAlten Schöfferhof" Ecke llhland-

ADAC. Von 683 Einsendungen auf das Preis­ausschreiben des ADAE:Das Erlebnis am Steuer erhielt einen Preis Frau Emma Henck, Spohrstr. 914.

Mutz das fein? Zu einer wüsten Schlägerei kam es am ersten Feiertag in der Holländischen Straße zwischen mehreren angetrunkenen jungen Leuten, wo­bei ein ISjähriger Schlosser aus der Mombachstraße einen derartigen Hieb mit dem Bierglas erhielt, daß er mit einer klaffenden Kopfverletzung durch die Un­fallwache Holzmarki in das Karlshospttal geschafft werden mußte.

3n die Freiheit!

Nach den neueren Mitteilungen der Justizbehörden und des Strafvollzugsamtes sind im Kasseler Ober­landesgerichtsbezirk auf Grund der Amnestie bisher tm ganzen 46 Personen aus der Haft entlassen wor­den, darunter 12 aus den beiden Kasseler Strafan­stalten. Diese Zahlen sind zwar noch nicht endgültig, werden sich aber nennenswert kaum noch ändern. Auch ist noch keine genaue Unterscheidung zwischen po­litischen und sogenannten wirtschafftichen Fällen ge­troffen worden.

Sehr groß ist die Zahl der sowohl bei der Staats­anwaltschaft wie auch bei den Gerichten zur Einstel­lung kommenden Verfahren und der niederzuschlagen- ben Strafen und zwar sowohl wegen politischer als auch wegen wirtschaftlicher Vergehen. Unter den po­litischen Fällen werden noch einige Prozesse liquidiert werden, die schon feit Jahren ,Hängen". So z. B. die Prozesse gegen die nationalsozialistischen Reichstags­abgeordneten Münchmeher und Feder wegen Vergehen gegen das Republikschutzgesetz.

großen Westdeutschen Gemeinden, vor

* Essen, Duisburg-Hamborn, Oberhausen, Mühlheim und Wuppertal hat jetzt der Regierungspräsident in Düsseldorf als zuständige Kommunalaufsichtsbehörde zur Sicher­stellung der pünktlichen Ablieferung der Staats- fteuern einschneidende Maßnahmen vorgesehen, wie wir sie in Kassel schon lange kennen. Daß unter diesen Umständen den Gemeinden untersagt wird, einen Teil ihres Schuldendienstes zu leisten, daß Personal- und Sachausgaben stark gedrosselt und auch sonst Ersparnisse angeordnet werden, erscheint der Westdeutschen Oeffentlichkeit durchaus verständ- kich. Nicht verständlich scheint ihr aber eine Maßnahme, die schon gegenüber der Stadt Kassel getroffen ist: das Verbot der Bezahlung von Handwerkerrechnungen. So bemerkt der DortmunderGeneral-Anzeiger" zu den bevor­stehenden Anordnungen:

der Stadt sah man sonderbare Zwischenfälle zwi­schen Autos und Kasseler Bürgergardisten aus dem Jahre 1834, ganz zu schweigen von dem Vorfall am Hauptbahnhof. der die Kasseler Tarameterchauffeure bei einer merkwürdigen Beschäftigung sah, oder dem eigenartigen Bild, das der Friedrichsplatz bot, als ein vorsintflutliches Gefährt der Großen Kasseler... aber nein mehr darf von diesen Dingen nicht ver­raten werden. In welch grotesken Beziehungen sie zueinander und zur Stadt Kassel stehen, wird der Film des Pressefestes zeigen, der unter dem TitelKassel rückwärts" in einer Fülle luftiger Bilder eine tragt« komische Epoche Kassels zu spukhaftem Leben erwecken wird.

Quer über den Wochenmarki

Die Magen sind noch gefüllt. Weihnachisstolle, Gansbraten, Nuß- und Mandelkern und sonstige weihnachtliche Fressalien bilden noch immer ein teils liebliches, teils beklemmendes Stilleben in seinen diversen Falten. Also gibt es heute, am dritten Weih­nachtsfeiertag, für die Ansässigen am Königsplatz nicht alluzuviel zu erben. Die meisten zogen es daher vor, sich heute morgen noch einmal feiertäglich den Bett­zipfel über die Nase zu ziehen und weiter zu schnie- peln, während ein paar ganz Pflichtbewußte dennoch zum Markte zogen, auf daß die Hausfrauen, die ge­wohnheitsmäßig stadtwärts pilgerten, nicht enttäuscht wären.

Aller zehn Lücken stand eine Frau mit einem Korb Grünkohl zu 810 Pfg., Spinat zu 1520 Pfg., einem kleinen Rosenkohlgebirge zu 1720 Pfg. Einen wunderschönen schneeweißen Blumenkohl bekam man schon für 25 Pfg., rote feste Tomaten zur Wieder­erweckung des verlorengegangenen Appetites zu 40 Pfg., Endiviensonnen wie kleine Räder zu 1215 Pfg. Den meisten lüfterte es nach etwas Säuerlichem, darum war Nüßchen zu 15 Pfg., Sellerie zu 1015 Pfg. und Krautsalat aus Weißkohl zu 5 und Rotkohl zu 8 Pfg. ein immerhin gangbarer Artikel in der Marktstille.

Die kluge Köchin schiebt zwischen die fetten Feier­tagsbraten einen magenanreizenden Fischgang, und wenn es nur ein Stück gebackenen Filets zu 4045 Pfg. zum pikant abgeschmeckten Kartoffelsalat wäre. Jedoch da wird noch aufgewartet mit frischem Jift-

Unser Kasseler Jägerbataillon ließ es sich nicht nehmen, zusammen mit den Minenwerfern einer großen Anzahl Kinder aus unbemittelten Fa­milien Kassels, im ganzen etwa 300 an der Zahl, einen Strahl der Freude in ihr lichtloses Weihnachrs- fest zu bringen. In den beiden Kasernen an der frankfurter Straße und in Niederzwehren waren große Christbäume aufgestellt. Kinder und Soldaten zusammen umstanden sie und fangen die altvertrauten Weihnachtslieder. Bei Schokolade und Christstollen traf der Weihnachtsmann ein und brachte jedem Kind außer einem Paket mit allerlei nützlichen Sachen, noch einen Teller mit Obst und Gebäck. Der Dank für diese Weihnachtsüberraschung strahlte den Kindern aus den Augen.

In der Ortsgruppe des Gewerkschafts­bundes der Angestellten sand eine schlichte, aller stimmungsvolle Weihnachtsfeier im Jugendheim des Bundes statt. Die Festrede hielt Ortsgruppen­vorsteher Sch Neider, der vor allem der Not der stellungslosen Mitglieder gedachte und denen dankte, die ihren Kollegen die Not lindern geholfen hatten.

Unter den Christmetten in den Kasseler Kirchen verdient vor allem die stimmungsvolle Feier in der Garnisonkirche, die von der hiesigen evan­gelischen Militärgemeinde veranstaltet war, hervor- gehoben zu werden. Den musikalischen Teil des Abends bestritten Organist Miels mit Orgelvor­trägen und Frl. Berta Große, die ausdrucksvoll und tonschön einige Lieder fang. Geheimer Kon- sistorialrat Dr. T r e p t e wies in erhebenden Worten auf Sinn und Bedeutung des Weihnachtsfestes hin.

In der neuhergestellten Martinskirche sprach Kirchenrat Dr. Eisenberg zu Pen Andächtigen in einer gleichfalls sehr zu Herzen gehenden Ansprache. Chöre und Liturgie bildeten den äußeren Rahmen dieser Weihnachtsmette. In der Brüderkirche am Graben sprach Pfarrer Schafft. Der Jugend- rnigchor unter Leitung von Herrn Ameln fang alte schöne Weihnachtslieder.

Am Hauptbahnhof wurde für die Durch­reisenden am Heiligen Abend um Mitternacht unter dem Lichterbaum eine Andachtsstunde veranftaltet, die viel Zuspruch fand.

Im Saal des Offizerskasinos feierte am 1. Festtag der Marineverein Kassel 1898 Weihnachten. Frl. Salzmann sagte einen Vorspruch, worauf Kamerad Junker die Festansprache hielt. Ein reichhaltiges Programm verschönte den Abend. Der Feier wohnte auch der Ehrenvorsitzende, Admiral Boedicker bei.

Die Führer des schnaubenden Dampfroßes, unsere braven Lok.- Führer, sanden sich, soweit sie dienst­frei waren, am 1. Äeihnachtsfeiertag tm Blauen Saal der Stadthalle zusammen. Lok.-Führer Damm, der Ortgruppenvorstand, hielt die Begrüßungsansprache. Er hieß besonders den Reichsbahnrat Dipl.-Jng. Roeder herzlich willkommen. Ein reichhaltiges Fest­programm entschädigte die Lok.-Führer, die sonst in Wind und Wetter, ohne Rücksicht aus Feiertage ihren Dienst obliegen müssen, für die Strapazen der letzten Xciqc.

Draußen in Wehlheiden, in der Strafan­stalt, wurde des Weihnachtsfestes auch gedacht. In der Kirche fangen die Strafgefangenen unter Orgel­begleitung die alten schönen Weihnachtslieder. Der evangelische und der katholische Anstaltsgeistliche hiel­ten dem Fest und der Umgebung entsprechende An­sprachen. Rudi Wolfs vom Wehlheider Hostheater trug ein Weihnachtsgedicht vor. Nach ihm sprach Heinrich Schüler das bekannte MelodramDas Glöcklein von Jnnisfär". Chöre und Orchestervor­träge von Gefangenen beschlossen die eindrucksvolle Feier, der auch der neue Generalstaatsanwalt Dr. Trautmann beiwohnte.

Im Karlshospttal war die große Baracke dicht gefüllt mit den Aermsten der Armen. Die Insassen des Hospitals ließen es sich nicht nehmen, einen Teil des Programms selbst würdig auszugestalten. Die Festansprache hielt Psarrer Fritsch. Nach einigen herzlichen Worten vonPapa Kröning" kam die Kurrende und die Laienspielgruppe mit Liedern und einem Krippenspiel zu Wort. Jeder Teilnehmer der

Ein dankbarer Erwerbsloser bittet uns um Auf­nahme folgenden Berichts: Nachdem unsere hiesige Reichswehr zahlreichen armen Kindern unserer Stadt bescherte und viele hiesige Wohltätigkeitsanstalten und Vereinigungen reichlich mit Unterstützungen in rüh­render Weise bedachte, erfreute der Oberbefehlshaber, General Freiherr von Seutter, zahlreiche Wohlfahrts­erwerbslose, die ständig in fürsorglicher Weise von Sr. Exzellenz Abend für Abend verpflegt werden, durch eine schöne Weihnachtsfeier. Am Heiligabend schlugen die Herzen her vom Schicksal unserer Zeit so arg Be­dachten höher, als sie wie gewohnt, sich zum Abend­brot einfanden und einen weihnachtlich geschmückten Raum bestaunen durften, dem von liebevollen Hän­den das Gepräge einer echten deutschen Weihnacht ge­geben war. Zuerst wurde den leckeren Bissen tapfer zugesprochen. .Dann erschienen der General mit sei­ner Familie und begrüßte hie Anwesenben herzlich. Nun würben bie Gäste reichlich beschert unb alle für beibe Festtage zum Essen eingelaben. Das Lied Stille Nacht, heilige Nacht" würbe nun gemeinsam Sesungen, wobei hie frischen Stimmigen her Kinder ell heraustönten. Fröhlich unb freubigen Herzens, eingehend bes stillen Zaubers bieser freundlichen Feier, nahmen bann alle von hem gastlichen Hause Abschieb.

Wohin gehen wir em Dienstag?

Lta-tstbeater:Heimg'fnnden", 20 UHr.

Steines Theater:13 bei Tiich< 20 Ubr.

Palait-Tbeater: Grobe Ausstattunas-Revue mit lern inter­nationalen Ballett-Ensemble Larabow. Filmteil: Madam« verliert ihr Kleid".

Caoitol-Lichtsviele:Helgas Fall nnd Aufstieg".

b"l;of?alla-Vidino«I«-Der -Schützenkönig".

II«iveri »m-Lichtiviele:Cofer der Leidenschaft".

Usa-Theator:F. P. 1 antwortet wicht".

Ton-Theater- .Mein Leovotd".

Theater am Wlh. Platz: Varietee nnd Tanz. 16 tt. 20 Uhr.

länber Angelschellfisch zu 50 Pfg., dievolkstümliche" Sorte zu 30 Pfg., mit leckerer Heilbuttzunge zu 5060 Pfg.. mit Goldbarsch zu 30 Pfg., und wer seinen Hei- ligenabenblarpfen nachholen ober seinen Silvester­karpfen vorwegessen möchte, mit diesen zartfleischigen, den Gaumen mit Wohlbehagen passierenden Tieren zu 80 Pfg. das Pfund.

Ansonsten: auch ein sanftes Rührei aus deutscher Ware zu 12 Pfg. bas Stück bekommt dem strapazier­ten Magen ausgezeichnet, zumal, wenn es auf einen ordentlichen Klacks Butter zu 1,101,20 M. bzw. 1,30 Mark bas Pfund gesetzt wirb. '

Sälen hat, unb wessen Zunge noch weiter verlänglich 1 W^L..

Film der Unfälle

Opfer der Glätte. Am Renthof glitt beim Ver­lassen einer Wirtschaft ein 65jähriger Wollkämmer aus Elgershausen auf einer bereiften Stelle aus und schlug so unglücklich auf das Pflaster, daß er einen Bruch des Unterkiefers erlitt und durch die Arbeiter­samariterkolonne in das Landeskrankenhaus einge­liefert werden mutzte.

Unglücksfall? Der Rettunastrupp der Feuerwache Mauerstratze wurde am Festsonnabend mittag nach Töpfenmarft 19% alarmiert. Hier hatte man, durch Gasgeruch aufmerksam gemacht, eine mit einer ande­ren Witwe zusammenwohnende 59jährige Witwe in der gasgefüllten Küche leblos ausgefunden. Doch brauchte der Rettungstrupp nicht in Aktion zu treten, da ein Arzt nur noch den Tod feststellen konnte. Da bei der alten Frau weder seelische noch pekuniäre Gründe vorhanden waren, kommt ein Unglücksfall in Frage. Die Leiche wurde in bie Totenhalle des Karlshospttal gebracht.

Der in der Nummer 301 vom 23. 12. erwähnte Un­fall in bet hiesigen Delgasanftalt betrifft in Wirklich, leit einen gewöhnlichen Krankheitsfall, her in­folge eines Hörfehlers am Fernsprecher als Unfall gemelbet würbe.