Kasseler Neueste Nachrichten
Sonnabend, 24./Sonntag, 25. Dezember 1932
Niedermeher
eine
Vor Kasseler Gerichten
lei«
Wetter
Aussicht
+ 2,5 •
Wetterbeobacht»«« vom 24. Dezember.
92%
+ 0.6 0
Mitaeteill von Dwlomovtiker Heb.
Geschäftliche Mitteilungen
Kinder-Weihnacht im „Oberbayern"
Nachahmenswert. Um der Bürgerschaft das Wech- nachrssest nicht zv trüben, haben die Gewerblichen Werke A. G. beschlossen, am Festsonnabend von einer Einkassierung der Strome und Gasgelder abzusehen
Aus der Landeskirche. Ernannt ist: Pfarrer Wessel in Balhorn, Kirchenkreis Wolfhagen, zum Pfarrer in Treysa, Kreis Ziegenhain; Pfarrer Dr. Dittmer in Berge. Kreis Witzenhausen, zum Pfarrer in Simmershausen.
Staatliches Theater
Am 1. Weihnachtsfeiertag um 18% Uhr sB 12) Richard Wagners „Meistersinger von Nürnberg". — 2. Feiertag, 14% Uhr, „Peterchens Mondfahrt". 20 Uhr bei kleinen Preisen „Die drei Musketiere". — Mm Dienstag, 20 Uhr (D12) „Heimg'funden" von Anzengruber.
Wem kann am Fq't der Liebe größere Freude werden, denn unserer Fugend? So lud fich Georg Reiß, der Dhef des Hauses „Oberbayern", die Jugend ein, Vast zu sein in Oberbayern, Weihnacht zu feiern, wie es „Oberbayern" feiert. 320 Kinder von den Aerm- sten der Armen, durch das Jugendamt ermittelt, waren am Freitag nachmittag Gäste des Hause? „O b e r b a y e r n", waren Gäste im wahren Sinne des Wortes. Hatte sich doch das g es amte Personal des Hauses gern und freudig zur Verfügung gestellt, diese „Jugend-Weihnacht" im Haus »Oberbayern" zu einem besonderen Fest zu gestalten. Lange, weiß gedeckte Tafeln harrten der kleinen Gäste, geschäftig eilten die in festlichem Kleid' „amtierenden" Kellnerinnen hin und her, die Kleinen mit Kaffee und Kuchen zu versorgen und die Oberlandler-Kapelle
Teste 2 — 1 Beilage
Neue Kohlenfunde im Habichtswald
Der Weihnachtsmann hat dem Heffenland
Goldene Hochzeit. Der Privatmann Wilhelm E ck a r d t, Westring 52, und Frau begehen das Fest der „Goldenen Hoch zeit". Das Jubelpaar erfreut sich bester Frische, die wir tbncn auch fernerhin wünschen. Der Jubilar gehört fünfzig Jahre dem Verein für Volksbildung an, und nimmt an seinem Wirken den regsten Anteil.
Die Winterhilfe der Kasseler Fleischer. Die Mitglieder der Freien Fleischer-Innung haben sich einem dringenden Ruf ihres stellvertretenden Obermeisters Eduard Lauckner nicht versagt und für die notleidenden Beoölkerungskreise in Kassel zusammen 400—500 Pfund Fleisch und Fleischwaren den Notstandsküchen in Kassel für jebe Woche kostenlos überwiesen. Im Vorfahre sind auf diese Weise ungefähr 100—120 Zentner Fleisch, Speck, Fett, Wurst, und Fleischwaren den Bedürftigen und Notleidenden in Kassel durch die Mitglieder der
Morgens 8 Uhr 770.7
durch heitere Musik auf dem „Zerrwanst". Dann gab es noch eine Riesenwurst mit Brötchen und dann . . . „Tischlein deck dich!" Das ewig schöne, alte Märchenspiel der Brüder Grimm wußte das Marionetten-Theater „Zugvogel" (Leitung Jng. Alfred Sieber) so lebendig zu gestalten, daß der Jubel der Kleinen kein Ende nehmen wollte. Onkel Graenitz war der Weihnachtsmann, der jedem Kind eine Riesentüte mitgab für zu Hause. Acht Tage lang hat Frau Reiß mit ihren Helfern in der Küche unermüdlich gearbeitet, all die Leckereien zu schaffen, die so viel Freude gemacht. 320 Kinder nahmen echte Weihnachtsfreude mit nach Hause, dank der uneigennützigen Arbeit all der Kräfte, die Georg Reiß in seinem Liebeswerk unterstützten. Ihnen allen gehört die Dankbarkeit, die jeder empfindet, der diesen Nachmittag der Kinder int „Oberbayern" erleben durfte. „Wohlzutun und mitzutet- len . . .* „Oberbayern" schenkte Kassels ärmsten Kindern eine Weihnachtssreude, die, in all der Mühsal des Alltags, mit all der Mehrarbeit in Zeit und Leistung, allen 320 Kindern und auch allen anderen Gästen des Hauses echten Weihnachtsfrieden gegeben hat.
Nahrung und Kleidung für die Aermften des Bezirk». Gering waren die Sachspenden: aber Kollek- tensammlungen in den Kirchen, die Pfennige der . kahstunden brachten glücklicherweise noch soviel zu- sammen, daß viel angeschasft werden konnte. Nun smd die freiwilligen Helferinnen aus allen Ständen dabei, zu verpacken, ein kleines Brieflein und einen Tannenzweig beizufügen. Am Heiligen Abend werden die Pakete ihren Empfängern übergeben. Die Z/hn immer hilfreichen Gemeindeschwestern dieses Hauses leisten neben ihrem Krankendienst viel Gutes für das Weihnachtsfest der Notleidenden. Und neben allem, was in diesem Haus, wie in so vielen anderen unserer Stadt im Dienste der Winterhilfe geleistet wird, werden an zwanzig der allerbedürftigsten Arbeitslosen, die anderswo nicht untergebracht werden konnten, täglich einmal reichlich zu Mittag verpflegt und sollen nun auch, weil sie sonst leer ausgehen müßten, eine schlichte, aber herzliche Weihnachtsfeier erleben, bei der man ihnen gute nützliche Dinge überreichen wird. Das alles vom Ersparten der Schwestern, deren Leben ein einzig großer Verzicht im Dienste der Notleidenden und Kranken ist. Ihr Weihnachtsgeschenk ist, geglückt zu sein, durch die mübsam unterdrückte Träne des Armen, dem sie eine Gabe bringen durften, und das frohe Leuchten der Kinderaugen, die ja diese furchtbare Not, die unser Volk und die ganze Welt heimsucht, noch nicht begreifen können.
Und so endet unsere Symphonie vom Kasseler Weihnachten 1932 schmerz- und freudigbewegt. Kein Mensch, s» denken wir, kann dieses Fest der Liebe frohgestimmt begehen, wenn nur fein und der Seinen Tisch reich bedeckt ist. Er mutz auch mithelfen, denen den Tisch zu schmücken und zu decken, die in Not sind. Erst dann werden all die schönen Lichter verlöschen können, die in allen Straßen der Stadt leuchten bis hinauf zum Martinsdam und es wird mit allem Leuchten vom Weihnachtsbaum ein Licht aufgehen in bett Herzen aller guten Menschen, in den Herzen der Armen und Reichen. Und alle werden unter den Klängen einer weihnachtsseligen zarten Kinderstimme etwas verspüren von einem Erlebnis, das größer sein und bleiben muß als das Traurige und Häßliche. .Dann, nur bann:
Friebe auf Erden!
Und den Menschen ein Wohlgefallen!
wußte mit all den schönen Weihnachtsliedern schnell die richtige Stimmung zu schaffen. Direkwr John Graenitz entbot den kleinen Gästen ein launiges „Herzlich-Willkommen" und nach dem Kaffeeschmaus der Kleinen, zu dem die Bäckermeister Hohmann und Thomas eine Unmenge Kuchen gestiftet hatten, erlebten „Oberbaverns" kleine Gäste eine Spielfolge, wie sie auch den „Großen" nicht besser geboten werden tarnt. Gläffner's Liliputaner, den Kaffelanern bekannte und beliebte Freunde, waren „expreß" aus Eschwege gekommen, den Kasseler Kindern eine Weihnachtsfreude zu bereiten. Ihre lustigen Darbietungen haben wohl selten ein dankbareres Publikum gefunden wie hier. Was war das für ein fröhliches Lachen, als das luftige Spiel „Bienchen, gib mir Honig!" aufgeführt wurde, wie klatschten die kleinen Hande nach dem „Holländer Tanz" und all dem lustigen Singsang der „Kleinen". Fräulein S t o p s fesselte durch eine dramatische Rezitation und Fräulein G r a n n i tz fang allerlei nette Kinderlieber. Die beiden „Sepp'ls" aus der Tiroler Bauernstube erhöhten das Rot freudiger Erregung auf den Backen der Kinder
Staatliche Kapelle unter Leitung von Felix Oberhof- fer, Wilhelm Franz Reuß und Sßerner Stetig — Baß. der Opernchor und das Ballett. Beginn 19% Uhr, Ende 22 Uhr.
Wild-West in Kassel. In der Nacht zum Freitag wurde gegen 2 Uhr morgens der aus dem Geschäft nach Haus kommende Inhaber des Kaffees Rheingold, Herr Karl Köchig, vor seinem Wohnhause in der Wilhelmshöher Allee von drei Mannern, die sich vor dem Eingang hinter Säulen versteckt hatten, Überfällen, wobei ihm einer der Räuber einen Revolver auf die Brust setzte. Er rief sofort laut Hilfe, worauf seine bei ihm wohnende Verheiratete Tochter, Frau Dr. G„ das Fenster öffnete, sodaß die Raubgesellen die Flucht ergriffen. Man vermutet, daß es die Burschen auf die Tageseinnahme von mehreren hundert Mark abgesehen hatten und nimmt an, daß es sich um mit den Verhältnissen genau vertraute Personen handelt.
Kinder der Zett
Wenn es nach dem Willen seiner Pflegemutter gegangen wäre, könnte der jetzt 20jährige Edgar anders im Leben dastehex.. An seinem Unglück, das ihn jetzt vor die Schranken des Schöffengerichts führte, ist der Junge aber nicht allein schuld. Uneheliches Kind, das von seinen Eltern heute nur weiß, daß die Mutted vielleicht noch am Leben ist, htzt er die starke Hand: eines Vaters entbehrt, so daß er sich dem Erziehung^ willen der Pflegemutter gegenüber viel herausnahm. Das Schlimmste ist aber, daß der Junge offensichtlich minderwertiges (Erbgut mit auf den Lebensweg -bekommen bat: in der Schule kam er schwer mit, für einen gehobenen Beruf war er untauglich und sein Charak- er ist von dem ungünstigen geistigen und seelischen Erbgut abträglich beeinflußt worden.
Der Junge hat eine Leidenschaft: er will die Welt kennen lernen. Zu dem Zeweck ist er öfters, wenn er mit der Pflegemutter „Differenzen" hatte, von zu Haus« ausgerissen und hat sich in der Welt herumgetrieben, um schließlich doch wieder nach Hause zu finden. Zuletzt setzte sich die Leidenschaft in die Sucht zum Auto- fobren um. Weil er nervenkrank und auch sonst unzuverlässig war, sollte er den Führerschein nicht bekommen. Um aber zu beweisen, daß er doch fahren könne, verfiel er auf den Gedanken, auf der Straße stehende Autos kurzerhand zu besteigen und damit loszugondeln. So bfftieg er am 9. September einen auf dem Königsplatz stehenden Opelwagen und unternahm eine zweitägige Spritzfahrt von Kassel über Carlshafen und Hann.-Münden nach Hameln. Unterwegs versuchte er das Auto an Zigeuner zu verkaufen, allerdings ergebnislos. Um wieder zu Brennstoff zu kommen, veräußerte er in Hameln einen Reservereifen. Schließlich landete er aber wieder in Kassel, wo er den Wagen in der Schillerstratze einfach stehen ließ.
Den zweiten Diebstahl beging er in der Nacht vom 25. zum 26. September auf dem Friedrichsplatz. Unter der Vorgabe, von dem Besitzer des Wagens geschickt zu sein, holte er dort von dem bewachten Parkplatz einen Opelwagen, den er mit dem vom ersten Diebstahl zurück- behaltenen Schlüssel in Gang setzte. Mit dem Wagen fuhr er ins Ahnatal, wo er in einem Waldseitenweg übernachtete. Als er morgens weiter fahren wollte, wurde er von einem Polizeibeamten, der inzwischen von dem Diebstahl erfahren hatte, festgenommen. Nach Feststellung seiner Personalien wurde er wieder entlassen, um dann am 11. Oktober den dritten Streich zu begehen, zu dem er sich übrigens einen Komplizen, den 19jährigen Arbeiter Karl G., den er in den „Bürgersälen" kennen gelernt hatte, mitbrachte. Vor der Stadtsparkaste in der Wolfsschlucht stand ein Opelwagen, den i die beiden Burschen für die von ihnen beabsichtigte ' Spritztour als „gerade richtig" befunden hatten. Mit dem Schlüssel sprang der Wagen aber nicht an, so daß :
steinkohlenähnliche Schwarzglanzkohle beschert.
Auf der Zeche Roter Stollen fft ein neues, mächtiges Kohlenflöz erschlossen worden, mit dessen Abbau jetzt begonnen wird. Es fft eine durch eruptive Einflüge veredelte, stückreiche Kohle, die im Heizwert und in chrem Aussehen der Steinkohle nahesteht. Besonders weist sie bei einem hohen Heizwert einen sehr niedrigen Aschengehalt auf und hat, wie uns von Fachleuten mitgeteilt wird, ganz vorzügliche Verbrennungseigenschaften, die diese Kohle zur Verwendung in Küchenherden, eisernen Lesen, Kachelöfen, sowie in 'Zentralheizungskesseln, Bäckereiöfen und Planrost- Feuerungen außerordentlich vorteilhaft geeignet machen.
Somit steht für den Verbraucher, besonders in Kassel und auch im Hessenland, ein billiger Brennstoff zur Verfügung. Das Vorkommen fft so mächtig, daß es zunächst für viele Jahre ausreicht, und es ist dankbar zu begrüßen, daß der heimische Bergbau in seiner natürlichen Bestimmung, der Industrie und dem Haushalt des Hessenlandes die nötigen Brennstoffe zu- zufuhren, dadurch wesentlich erweitert wird.
Mittags IS U6r 7725
Abends 6 U6r 772
(5. beauftragt wurde, den Wagen in die Opernstraße hineinzuschieben, damit er auf dem Gefälle von selbst anlaufe.. Der Wagen streikte aber und Edgar landete an der Tietz-Ecke unmittelbar vyr dem dort stehenden Verkehrsposten, der sehr schnell erfaßt hatte, was mit dem Auto los war. Edgar kam nun in Untersuchungs- . haft'
Die einzige Erklärung, die der stark beschränkte junge Mensch vor Gericht oö'rzubringen hatte, war die, daß er einmal Auto fahrenwollte, um seine Würdigkeit für einen Führerschein nachzuweisen. Dem Staatsanwalt klang diese Entschuldigung reichlich „dünn", denn er beantragte gegen Edgar 1 Jahr 6 Monate und gegen Karl G. 6 Monate Gefängnis. Das Gericht war schon weihnachtlich gestimmt, es verhängte 5 Monate gegen Edgar und 1 Monat gegen seinen Komplizen. Außerdem wurde Edgar mit einer Bewährungsfrist aus der Haft entlassen.
Nach achtjähriger Dienstzeit degradiert
Döse Weihnachten hat der Angeklagte sich und seiner Familie bereitet. Im Verlauf einer achtjährigen tadellosen Dienstzeit in der Reichswehr hatte er es bis zum Unterfeldwebel gebracht und war für die Stelle des Kompagniefeldwebels vorgesehen. Nebenbei war et Vorsitzender einer gesellig-kulturellen Kameradenvereinigung, über deren Kassengeschäfte zu befinden auch ihm zustand. Da nach seinen Angaben mit dieser Funktion außerordentliche Aufwendungen verbunden waren und er das Geld dafür nicht besaß, vergriff er sich an der Kasse. Bei einer Revision legte er zur Vertuschung der Kassenunstimmigkejt zwei gefälschte Quittungen vor. Das war keine Hilfe, sondern damit hatte er die Geschichte erst richtig bös gemacht. Die Anzeige gegen ihn wegen Diehstahls zum Nachteil seiner Kameraden und wegen Urkundenfälschung ließ nicht lange auf sich warten.
Dor dem Schöffengericht war der Angeklagte im allgemeinen geständig, behauptete jedoch, die Quittungen, die er bei der Revision vorgezeigt habe, seien nur „Scheinquittungen" gewesen, die er selbst wieder vernichten wollte, wenn ihm die Regulierung der Unterbilanz gelungen war. Diese Enffchuldigung verfing indes nicht. Während der Staatsanwalt neben 7 Monaten Gefängnis auch Dienstentlassung und Degradation beantragte, ließ es das Gericht bei 4 Monaten Gefängnis bewenden, erkannte aber auch auf Dienstent- I lassung und Degradation. Der Haftbefehl gegen den Angeklagten wurde aufgehoben, außerdem wurde ihm die Bewilligung einer Bewährungsfrist in Aussicht gestellt. Zur Begründung des harten Urteils wurde ausgeführt, daß sie Reichswehr nur solche Leute gebrauchen könne, die tadellos und vorbildlich sich verhalten und nicht durch Leichtsinn, wie das bei dem Angeklagten gewesen fft, zu Unredlichkeiten gebracht werden.
Freien Fleischer-Innung zn Kassel zur Verfügung gestellt worden und in diesem Jahre dürfte diese Menge eher noch überschritten werden. Außer diesen fortlaufenden Zuwendungen hat auch in diesem Jahre die Innung zu Weihnachten zahlreiche Anstalten bedacht, so u. a. die Blindenanstalt, Krüppel-, Siechen- und Altersheime, ferner wieder für die Stadtarmen, für die Kriegshinterbliebenen und für sonstige Bedürftige aller Art gesorgt, um auch hier zu ihrem Teile an der Linderung der Not in Kassel und in der näheren Umgebung beizutragen.
Feuchtmilde Ozeanluft bat nun auch bei uns Platz ergriffen und stärkere Nebelbildung veranlaßt. Das Hochdruckgebiet über den Donauländern hat sich immer noch erhalten, während ein kräftiges Tief bei Island lagert. Unser Bezirk befindet sich im Grenzbereich zwischen hohem und tiefem Druck, so daß unter weiterer Zufuhr maritimer Luft es weiterhin zu Wolken- und Dunstbildungen kommt, wobei vereinzelt auch leichtere Niederschläge, mei» stens afts Nebelregen auftreten.
Aussichten für Sonntag:
Vielfach neblig-wolkig, nachts stellenweise leichter Frost, doch für die Jahreszeit im Durchschnitt zu mild, vereinzelt auch leichtere Niederschläge.
Aussichten für Montag:
Mehr wechselnd wolkig, bei Aufklaren Temperaturen nachts unter Null, noch Neigung zu Nieder- fchlägen.
3BctierbeobiuShtS8 vom 28. Tetmtber.
Seit Satorn, t. nun Temv. O. Luftfeuchtigkeit
Wir gratulieren
SSjähriges Arbeitsjubiläum. Am 24. Dezember kann der Hartgummidreher Fritz Kröger, Nordshausen auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma Weidemeyer u. Co., Inh. Otto Rosenstock, zurückblicken. Seitens der Firma, der Angestellten und Arbeiterschaft wurde der Jubilar besonders geehrt.
Ihren 70. Geburtstag begeht am 29. Dezember Frau Katherina Krause, geb. Schäfer, in der Schäfergasse. Wir wünschen noch manches frohe Jahr!
Wir gratulieren. In geistiger und körperlicher Frische feierte der Kleinrentner August W i s o tz k y, Kirchweg 37, im Kreise seiner Kinder und Enkelkinder seinen 80. Geburtstag.
Eine klassische Bildungsstätte. Im schönsten Thü- ringerwald/ in Bad Blankenburg, liegt das Pädagogium Schwarzatal. Es ist ein Erziehungsheim, das besonders für zarte Großstadtkinder geschaffen wurde. L-o modern es aber auch innenarchitektonisch gebaut ist, die Erziehunasarbeit geschieht nach alter bewährter Weise. Deutsch-christliches Familienleben ist es, was das Heim den Zöglingen bieten will. Die Schule führt bis zur Erwerbung der (staatlichen) Oder- sekundarelse.
Die Ingenieurschule Weimar führt zur Zeit ihr 75. Semester. Die Anstalt verfüg, über mustergültig eingerichtete «onderabteilungen für Elektrotechnik Maschinenbau, Automobilbau, Flugzeugbau und Papiertechnit Nr ist eine staallich konzessionierte Fliegerschule angegliedert. Kronseld ist Mitar beiter. Auch Hauptmann Köhls Versuchsfeld befindet nch m der Schule. Der Prospekt über das 37 Schul
«if schriftliche Wm-
•baruns bon der AnnaltLleuuuq zugestellt, ,
Weihnachtsarbeit
im Vaterländischen Frauenverein
Der _ Vaterländische Frauen-Derein vom Roten Kreuz pflegt nicht mit einer Feier an die Oeffentlichkeit M treten, sondern versucht nach Kräften ein bißchen Freude in manche arme Familie oder einsame Herzen zu tragen. In der Abteilung I wurden in der Nähstube von bewährten Mitgliedern des Vereins Kleider, Knaben- und Mädchenhemden genäht, die durch notwendige Einkäufe ergänzt wurden, jo daß vor dem Fest die Mütter von fast 100 Kindern eine neue Ausrüstung in I Empfang nehmen konnten.
„Fast 50 alte Rentnerinnen wurden mit einer Flascke Süßwein und Süßigkeiten bedacht, und besondere Freude erregte wieder eine kleine Geldspende bei den 59 Insassen des Süsterhauses.
Im Kinderhort des Westens ermöglichte der Verein die Bewirtung mit Schokolade und Kuchen und die Verteilung von großen Tüten, die ein leibhaftiger Weihnachtsmann, nachdem er eine Reihe kleiner Sün- ber_ ins Gebet nahm, verteilte. Herr Pfarrer Theys verstand es wieder mit feinem Sinn für die Kinderseele, mit seiner Ansprache die Leinen Zuhörer zu fesseln.
Die Abteilung III, welche die Wöchnerinnen-Wr- forge ausübt, erfreute 11 Mütter durch neues Bettzeug und ein großes Lebensmittelpaket. Auch die Jugendabteilung war bei ihren regelmäßigen Zusammenkünften sehr fleißig und konnte 60 Kindern und Olten I Frauchen eine Freude machen. Außerdem konnten im Rahmen der Winterhilfe an 100 Familien mit Paketen bedacht werden.
Kranken das Fest zu verschönen bemühen fich die Abteilungen II und VII. Im Krankenhaus vom Roten Kreuz arbeiten die Schwestern auch schon seit Wochen an kleinen Arbeiten für ihre Pfleglinge, und in der Küche sind viele Hände nötig, das Gebäck herzustellen, vas die Teller von fast 200 Patienten füllen soll. Die Feier in der Kapelle für die nicht Bettlägerigen bei oem großen bienenden Weihnachtsbaum und den so besonders zu Herzen gehenden Worten des Herrn Pfarrers Theys bringt rechte Weihnachtsstimmung. Dann folgt der Rundgang an den offenen Zimmern der Kranken, vor bereit Düren die Schwestern Weihnachtslieder singen. Der Blick in manch trauriges, aber auch manch hoffnungssreudiges Gesicht hinterlassen bei allen, die dabei sind, einen tiefen Eindruck. Reizend ist wieder die Feier auf der Kinderstation, wo kleine Rekonvaleszenten Gedichte vortragen und die Augen der Kinder strahlen über Weihnachtsbaum und Gabentisch. ■ In ähnlicher Werse verlief die Feier in der Abteilung VII, der Heilstätte Oberkaufungen, wo nach einer kurzen Andacht in der schönen Beigkapelle den Patien- tert und Angestellten ein Weihnachtsbaum angezündet wurde.
So hat der Verein getan, was in seinen Kräften steht, und die Mitglieder können aus dem Vorstehenden sehen, wie ein großer Teil der Beiträge verwendet wird. taltert wir an der Hoffnung fest, daß wir im nächsten rhr wieder ein froheres Fest feiern können, nach den Worten des Herrn Pfarrers Theys: „Das Licht hat noch immer die Finsternis verdrängt."
Quer über den Wochenmarki
Der Weihnachtsmann jagt durch die Stadt. Seine Geschäftigkeit in diesen letzten Stunden vor dem Sy't nimmt beängstigende Dimensionen an. Auf Gummis, Pneus, per Pedes stolpern seine Boten, allen voran die quietschgelben Reichspostautos, durch di« Straßen. Es tut sich was in vertrauenswürdig aussehenden Paketchen und Paketen, in langen SkihSlzern, tn Wipprollern und was sonst noch Gegenstand stiller und lauter Wünsche von jung und alt ist.
Geschäftig eilen auch die Menschen dahin. Mancher hat Zeit bis zum Heiligabend gebraucht, bis er sich über feine Festüberraschung schlüssig wurde. Nun stürzt man fich intensiv in das bittersüße Vergnügen, Ins man arm an Moneten, dafür aber mit zwanzig Paketchen an Mantelknöpfen, unterm und am Arm, als Weihnachtsmann-Ableger durch die Straßen wandelt. Dann muß Fitzliputz, der Dackel, noch seine Weihnachtswnrst haben, und Pitterchen, der Miezekater, seinen «xtrafetten Bückling. Franz Josef, der Kanarienmatz, wird mit einem süßen Diskuitchen beschert, bis alle Zwei- und Vierbeiner ohne Vernachlässigung zu ihrem weihnachtlichen Rechte gekommen sind.
Die vielgeplagte Hausfrau hat ihren letzten Einkaufs-Waschzettel aufgestellt, dessen Erledigung der Unermüdlichen, Rastlosen, Befreiung von viel Kopf- zevbrechen, körperlicher und geistiger Arbeit der letzten Wochen — jawohl, auch geistiger Arbeit, gebracht. Denn es gehört doch allerhand „Grieps" dazu, mit den immer mehr zusammenschrumpfenden Mitteln jedem eine Freude zu machen und dabei auch das leibliche Wohlbehagen zu seinem althergebrachten Rechte kommen zu lassen.
Lieblich und würzig duften die letzten grünen Tan- nenbäume auf Straßen und Plätzen. „Nehmt uns mit, ein Stückchen Weihnachtswald gehört in den engsten Raum!" rufen sie den Vorübereilenden zu. Und auch der Derbittertste, Freudlose kann nicht widerstehen. Ein Weihnachtslicht brennt auch für den Aermsten. auf daß di« Weihnachtsbotschaft fich erfüllt: Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!
Tttrd)ir6ntrt»noiimtagen im Kleinhandel »em 24. Derbr.
Pfund: Weihkohl 5—«, Wirsingkohl 6—10, Rotkobl 6—10. Grünkohl 10—15, Rosenkohl 20—25. SchnmrAwur^ln 16 bis 22, Rote Rüben 8—10, Zwiebeln 8—12, Mooren 8—10. Soina! -20—25, Rühcken 80—100, Sellerie 15—20, Porree 15 bis 20, Meerrettich 85—10. Unterkoblrabi 8—10. jptud: Blumenkohl 40—60, Salat ausl. 30—32. Endivien 15—20. Piund: Kartoffeln 3, Tomaten 30—10. Bananen 25—30, ««viel I 20—25, II 10—18, Birnen I 20—25, Weintrauben 35—60, Zwetfchenmus 40—50 Birnenmus 25—30, Walnüsse 30-45. Haselnüsse 35-40, Molkereibutter 135—145, Landbutter 110—120. Kochkäse 35—15. «äsemair- 25—30. Srück: Zitronen 4—8. Apfelsinen 5—12, Hühnereier inl. 18—15, ausl. 10—11, Enteneier 12—13, Taube 40—50. Pfund: Hasen im Fell 48—55. Reh im Fell 48—62. Rehkenle-Rücken 85—100. Rehblatt 70—80. Rehkochroilt 40—50, Sa nie 70—90. Enten 70—90, Hühner 65—75, Sabnen 70—8u. Rindfleisch 55—70, Kalbfleisch 55—70, Hammelfleisch 60—75, Schiveine- s lei sch 00—75. Speck mag. «er. 86—05. S.-eck fetter «er. 75 bis 80, Zervelatwurst 70—80. Blntwurtt 60—70, Schmalz 80—85, Ziegenfleisch 30—35. Schellttich 28—30, Kabeljau 28 bis 30, Seelachs 25—27, Goldbarsch 28—30, Rotzunge 50 bis 55. Fluhhecht 80—100. Ball-e 45—60. Weihkische 28—35.
Als Silvestervorstellung bereitet das Staallich« Theater einen lustigen Bunten Abend S* W. Hanschmann, bei -------- ^IMW_ V1VCI a„we™
Karl Randt tn bte Ansage teilt Es wirken und lassen durch chre Beamten lediglich Arbeiten vereiste Solisten alter Kunstgattungen mit, ferner bte | richte».