Brf4et it tntfl? weif ei wBieatL sechsmal nachmittags. AbanncmentSvretS: f6r de» Monat 8.10 dl «inkchl. 30 4 kragerlohn bei kreier Zustellung ins Haus. in bet Setchätrsktelle abgeboll 1.80 di. Postbezug monatl. 2.10 di auskchi. Zuitellgebübr. S« RäOrn bSbertr Gewalt bektebi kein Bnivruch oul Liekeruna der Zeitung »der
Zeigen t» be- Znzetaenvrets«: TMSktS. «n» Kamilienan,eigen Me 30 mm-Zetl- 11 4. »lerne
Es'."/ t°levbo»isch erteilte «utkrage »»»eigen aus Kassel das Wort 7 4. »usw. Sietne »nzeigen di« 30 mm breite
n e «vrewstundcn: DicnStaas unLLr^tags 17-19 Uhr. Serie 11 4. Anzeigen tm Reklameteil die 78 mm breite Zeile 45 4. Lsiertgebübr
«etia«. SMiitUeituna n. Druckerei: »Bin. Strabe 10. Tel.-sammelnummcr 6800. 35 4 (bet Zustellung 85 41. Gerichtsstand Kassel. Postscheck: »rankkurt a. M 6380
Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler AbendZeiMng Kasseler Tageblatt Hessische Abendzeitung
Nummer 300*
Donnerstag, den 22. Dezember 1932
22. Jahrgang
Kabinett und Arbeitsbeschaffung
Noch 500 Millionen vorgesehen / Erleichterte Kredite an die Gemeinden / Graf Schwerin von Krosigk znr Finanzlage
Das neue Sofortprogramm
Von unserer Berliner Schriftleitung.
Grundsatz und Praxis
Von Staatssekretär a. D. Frhr. v. Rheinbaben.
th. Berlin, 22. Dezember.
Das Reichskabinett hat gestern seine Arbeiten für die Weihnachtspause int wesentlichen abgeschlossen «nd zwar durch verschiedene Beschlüsse und Maßnah- men, insbesondere aus wirtschaftspolitischem Gebiet. Einmal hat es die Veröffentlichung des Kommuniques über die Winterhilfe (Siehe Seite 2!) beschlossen, zweitens hat das Kabinett die zwischen dem Reichskommissar Dr. G e r e k e, dem Rcichsbankpräsi- denten und dem Finanzminister zustandegekommene Einigung über die Durchführung des Arbeitsbe- schafsungsprogramms bestätigt. Dr. Gereke wird im Laufe des heutigen Tages nähere Mitteilungen über die Einzelheiten seines Arbeitsbeschaffungs- Programms veröffentlichen, und drittens hat das Kabinett eine Reihe agrar - und zollpolitischc Fragen behandelt.
Beim Arbcitsbeschasfungsprogramm tritt jetzt das sogenannte „S o s o r t - Pr o g r a m m" in den Vordergrund, für welches eine Finanzierung von 500 Millionen vorgesehen ist. Damit erhöht sich der für die Arbeitsbeschaffung ursprünglich vorgesehene Betrag von einer Milliarde aus die vor kurzem bereits angelündigte Gesamtsumme von anderthalb 'Milliarden Mark. Aus Grund der Finanzierung des sogenannten ^Sofort Programms sollen insbesondere die Gemeinden und Gemeindcverbände in die Lage versetzt werden, zum Zwecke der Arbeitsbeschaffung einen Kredit zu wesentlich günstigeren Bedingung^)» als bisher zu erhalten.
Beim ersten Anzeichen einer Wirtjchaftsbelebung, so führt der Minister dann weiter aus, konnte und mutzte das Steuer herumgeworfen werden. Wie die öffentlichen Haushalte durch den Niedergang der Wirtschaft zerrüttet sind, so können sie n u r durch eine Entlastung der Wirtschaft und die daraus folgende Belebung endgültig saniert werden.
Um einen völligen Zusammenbruch weiter Kreise der Wirtschaft zu verhüten, war das Reich in den letzten Jahren gezwungen, in einer Reihe von Fällen unmittelbar einzugreifen. Für Stützungszwecke, insbesondere Bankenstützung, wurden etwa für eine Milliarde Reichsschatzanweisungen aus- gegeben. Bürgschaften wurden für einen Betrag von etwa 2,1 Milliarden Mark übernommen. Wenn, wie zu erwarten ist, eine weitere Verschlechterung der Wirtschaftslage nicht eintritt, ist das Verlustrisiko aus den Bürgschaften verhältnismäßig gering. Die Stcucrgutscheine belasten die Haus- haltsjahre 1934/38 mit jährlich 300 bis 500 Millionen Mark. Aus den Schatzanwelsungen werden die Jahre 1933/1938 mit 125 bis 200 Millionen jährlich belastet. Die Vorausbelastung der kommenden Jabre ist hiernach jedenfalls weniger als eine Milliarde Mark.
Die Genfer Resolution vom 11. Dezember ist in Deutschland überwiegend — und mit Recht! — als ein Erfolg der deutschen Politik und eine erhebliche Verbeflerung unserer bisherigen Vcrhandlungslage aufgefaßt wovden. Die amtlichen Stellen, zuletzt der Reichskanzler in seiner Rundfunkrode, haben den Ton dafür angegeben. Gegenüber stellenweiser Kritik schreibt ein namhafter Militärschriftsteller sehr richtig: „Wozu die offiziöse Auslegung bekämpfen, wenn unsere Außenpolitik darauf abzielt, diese Deutung durchzukämpfen?" Mögen die Franzosen die Resolution auslegen, wie sie wollen, es bleibt als Voraussetzung unserer Wiederbeteiligung an den Arbeiten der Abrüstungskonferenz die grundsätzliche Anerkennung der deutschen Gleichberechtigung durch die maßgebenden Großmächte bestehen. Daran wird garnichts geändert, auch wenn es die französische Politik durchgcsetzt hat, daß in dem nächsten Konferenzabschnitt erst die praktischen Einzelheiten der grundsätzlichen deutschen Gleichberechtigung festgelcgt und daß in ihm gleichzeitig auch ihre Sicherhcitspläne erörtert werden sollen.
Wenn die Sache nicht zu ernst wäre, dann könnte man wirklich über die französischen Auslegungskünste und der eigenartigen Taktik der Resolution gegenüber einige ironische Bemerkungen machen. Was sollte man z. B. dazu sagen, wenn man las, daß der nun-
Als besonders wichtig find a» der gestrigen Kabinettssitzung die Erörterungen über die Agrar - und Zollpolitik hervorzuheben. Es ist beabsichtigt, beim Ablauf der verschiedenen Handelsverträge in den nächsten Monaten Schutzmaßnahmen für die deutsche Agrarwirtschaft dadurch zu erzielen, daß man neue Tarif-Positionen festsetzt. Bis dahin find jedoch einige Uebergangsmaßnahmen im Parlament geplant und zwar in Gestalt sogenannter Uebergangskon- tingente, die vorläufig aber nur für Nutzholz und Schmalz in Betracht kommen sollen. Alles weitere wird sich auf diesem Eebfrt erst bei den Handelsver- tragsvechandlungen mit den verschiedenen Nachbarstaaten abwickeln und zwar im wesentlichen auf tarif- politischem Gebiet.
Das Reichskabinett "at ferner dem Reichspräsidenten von Hindenburg vorgefchlagcn, eine Verordnung zu unterzeichnen, durch welche der Beimischungszwang für inlänbift es Fett bei der Mar- garinefabrikation vorgeschrieben wird. Es handelt sich dabei, wie bereits angekündigt wurde, um die Verwendung eines Quantums von etwa 15 000 Zentnern inländischen Fettes, insbesondere Butter für die Margarine, wobei noch darauf Bedacht genommen worden ist, eine wesentliche Verteuerung der Margarine zu vermeiden und insbesondere für die minderbemittelten Schichten überhaupt jede Verteuerung auszuschalten.
Mit diesen verschiedenen Maßnahme» hat das Kabinett seine Arbeiten vor der Weihnachtspause im wesentlichen abgeschlossen. Es wird sich nun noch darum handeln, ob in der nächsten Woche der Aeltestenrat des Reichstags Zusammentritt, oder ob er, wie es für wahrscheinlicher gehalten wird, sich auf Anfang Januar vertagt. Sollte es zu einer Einberufung des Reichstages Anfang Januar kommen, so würde die Abgabe der Regierungserklärung au die Spitze der weiteren parlamentarischen Arbeiten zu stellen sei». Jedoch ist es noch recht fraglich, welcher Ter min für die Zusammenkunst des Reichstags gewählt werden wird.
Wirtschaft und Finanzen
Berlin, 22. Dezember.
Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk beschäftigt sich in einem Artikel im „Hei- matdienst" mit der Entwicklung der öffentlichen Finanzen und den Möglichkeiten einer Entlastung der Wirtschaft.
Einleitend gibt der Minister einen Ueberblick über die Lage der öffentlichen Finanzen in den letzten Jahren, die zeige, in welchem Matze die öffentlichen Haushalte konjunkturbedingt seien Trotz zahlreicher Stenererhöhungen sei das Steueraufkommen immer mehr zurückgegangen. Der Gesamtbetrag der öffentlichen Hausbalte habe 1929 noch 20,8 Milliarden betragen, 1932 nur noch 14,8 Milliarden. Reich. Länder und Gemeinden seien Gei Beginn der Krise ohne jegliche Reserven ge- Hrsen. Die einschneidende Drosielung der sächlichen Dhsgaben habe der Wirtschaft Aufträge entzogen »nd eine weitere Vergrößerung der Arbeitslosigkeit bewirkt. Die Steuererhöhungen entkräfteten die Wirtschaft. Es sei ein verhängnisvoller Kreislauf gewesen, der niemals zu einer Ge- jnndung führeu konnte. - •
Paul-Boneours Programm
(Eigener Drahtbericht.)
Paris, 22. Dezember.
Die Regierungserklärung, die am heutigen Donnerstag nachmittag vom Ministerpräsidenten P a u l - B o n e o u r in der Kammer und vom Justizminister im Senat verlesen- werden wird, dürste verhältnismäßig kurz und in allgemeinen Wendungen gehalten fein.
Außenpolitisch wird sie, wie Havas berichtet, auf das Schuldenproblem anspielen. Die neue Regierung werde zwar die von der Kammer vorgenommene Abstimmung berücksichtigen, sich aber für b.e Fortsetzung der Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten aussprechen, um eine Verständigungsgrundlage zu finden. Die Abrüstungsfrage werde gleichfalls in der Regierungserklärung behandelt werden. Die Regierung werde betonen, daß es sowohl im nationalen Interesse liege, als auch vom Standpunkt der internationalen Organisation des Friedens aus notwendig sei, mit allen Mitteln aus einen Erfolg der Genfer Abrüstungskonferenz hinzu- arbeiten.
Den größten Ramn in der Regierungserklärung werde natürlich das Finanzprodlem einneh- inntcn. Tie sofortige Einbringung eines Budget- zwölftels und Prüfung der zur Sicherung des Budgetgleichgewichts geeigneten Maßnahmen würden bekanntgegeben werden. Die in Frage kommenden Einsparungen würden bedingt sein durch eine R e- form der gesamten öffentlichen Verwaltung, und zwar im vollen Einvernehmen mit den interessierten Verbänden der Beamten und der ehemaligen Frontkämpfer. Im übrigen werde die Regierungserklärung sich auch beschäftigen mit der Organisation derArbeit, der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und Maßnahmen zum Schutze der französischen Landwirtschaft.
*
In einer Veranstaltung der englisch-amerikanischen Pressevereinigung in Paris erklärte Herriot, er freue sich aufrichtig über die Vorgänge, die sich neulich im Zusammenhang mit der Erörterung der Schuldenrate an Amerika in der Kammer .zugetragen und zum Sturz feiner Regierung geführt hätten. Legten sie doch Zeugnis dafür ab, wie ernst es ihm mit der Heiligkeit der Verträge sei. Zu einer Lösung der dringendsten weltpolitischen Probleme könne man nur dann gelangen, wenn sich die drei großen Demokratien Frankreich, England und die Vereinigten Staaten einigten.
Zu diesem Bericht des „Newyork Herald" fügt die „Chikago Tribüne" ergänzend hinzu, Herriot habe erklärt, Frankreich müsse, da es notwendig sei, daß die anderen Völker — namentlich Deutschland — ihre Verträge einhielten, auch seinerseits vertragstreu sein.
Schweigen um das Weiße Haus
Washington, 22. Dezember.
Aus dem bartnäckige» Scbwetgen, in das sich das Weiße Haus hüllt, glaubt Reuter schließett zu fön nett, daß die Verhandlungen über das Schuldenproblem zwischen Hoover und Roojevelt jortdauern.
Man nimmt an, daß Hoover, nachdem Roosevelt sich nun geweigert hat, mit ihm zusammenzuarbeiten, geneigt ist, den Plan Roosevelts zu prüfen. Man fürchtet, daß Hoover, wenn er grundsätzlich zur Annahme der Rooseveltschen Vorschläge geneigt sein sollte, auch Roosevelt ermächtigen könnte, "sofort außerordentliche Bevollmächtigte für die Verhandlungen mit den Schuldnern zu ernennen.
Noch große Schwierigkeiteu
Neurath zur außenpolitischen Lage
Brlin, 22. Dezember.
Der Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Neurath veröffentlicht int „Heimatdienst" einen Aufsatz über „Die Anerkennung von Deutschlands Gleichberechtigung in der Wehrfrage". Er führt darin aus:
Tie als Abschluß der Jünfmächtebesprechungen in Genf am 11. Dezember unterzeichnete Erklärung bedeutet einen entschiedenen Erfolg der bisherigen deutschen Abrüstungspolitik. Die deutsche Gleichberechtigung ist in ihr — daran kann feine Auslegungskunst etwas ändern — unzweideutig anerkannt.
Es wäre jedoch verkehrt, zu glauben, daß die Schlacht bereits gewonnen sei- Die Erklärung vom 11. Dezember sieht vor, daß die Art und Weife der Anwendung der Gleichberechtigung auf der Abrüstungskonferenz erörtert werden soll. Gewiß entspricht dies dem Standpunkt, den wir von vornherein eingenommen haben. Es bedeutet aber natürlich auch, daß die Auseinandersetzung über die praktische Durcy- sührung unserer Gleichberechtigung, über den Umbau unserer Landesverteidigung, über die praktisch» Herstellung jenes Mindestmaßes von nationaler Sicherheit, das wir brauchen, noch vor uns liegt. Ich verhehle mir nicht die großen Schwierigkeiten, die mir dabei noch werden überwinden mässen. (Siehe auch den Artikel „Grundsatz und Praxis" von Frhr. von Rheinbaben!)
Die Löweu von Trau
Südslawische Antwort an Muffolini.
Belgrad, 22. Dezember.
Die italienische Protestnote an Jugoslawien wegen der Entsernung des dalmatinischen Löwen suhlte zu einer Interpellation im jugoslawischen Senat. Der Außenminister erklärte, ans de» Vorgängen in Trau und Veglia sei unbegreislicherweise in Italien ein Stimmungsausbruch gegen Jugoslawien entstanden. Pie Belgrader Regierung bedauere, daß int italienischen Senat gewisse unvorsichtige und peinliche Worte gesprochen worden seien. Die Würde der jugoslawischen Ration gestatte es nicht, von der Parlamentstribüne aus diese Polemik mitzumachen. Jugoslawien müsse kaltes Blut und ruhige Nerven bewahren und die Augen ofsenhalten. Es sei immer noch zu einer Verständigung bereit. Man müsse aber einsehen, daß ritte solche Politik des Friedens feine Politik des gebeugten R-rckeps feL
mehr zum Ministerpräsidenten avancierte damalige Kriegseninister Paul-Boncour wegen seines „Erfolges" in Genf ein langes Glückwunschtelegramm des französischen Kabinetts noch währen« der Rückreise nach Paris erhielt, und daß er von einer hochrufen- Äen Menschenmenge auf dem Bahnhof begrüßt wurde? Jeder, der den französische» Widerstand in der ersten Konferenzphase verfolgt und registriert. hat, weiß genau, »aß trotz der größten Anstrengungen unserer Delegation in Genf (und ich selbst kann sie bezeugen!) gerade eben diese grundsätzliche Anerkennung der deutschen Gleichberechtigung bisher von Frankreich hartnäckig verweigert worden ist. Jetzt steht sie nicht nur auf dem Papier, sondern ist zur Unterlage einer weitreichenden Entscheidung geradezu weltpolitischen Charakters gemacht worden! Soll sie nun wirklich von hinten herum durch Frankreich wieder abgeleugnet werden? Wann werde» eigentlich die französischen Minister den Mut haben, ihrem eigenen Volke klar zu sagen, was sie selbst genau wissen, nämlich was wirklich internationales Recht ist und was nun einmal gegen Frankreichs Widerstand allmählich in der »naßgeblichen Weltöffentlichkeit als nahezu allgemeine Auffassung hinsichtlich des „Faktors Deutschland" und seiner Berücksichtigung in künftigen Verträgen sich durchgcsetzt hat?
Leider geht französische Kleinlichkeit soweit, sogar bei der von der französischen Delegation in Genf angefertigten Uebersetzung des für die Auslegung der Resolution allein maßgeblichen englischen Texte s an zwei Stellen zu versuchen, durch z^fenkundig unrichtige Wahl der französischen Worte den klaren Sinn der Resolution umzubiegen! Diese'Einzelheiten mögen und sollen das deutsche Volk heute nicht besonders interessieren. Was man ihm aber ans der bisherigen Konferenzarbeit heraus sagen mutz, ist dies, daß ganz sicher der zweite und wesentliche Teil des Kampfes um die deutsche Gleichberechtigung nämlich die praktische auf internationaler Anerkennung beruhense Durchführung ver deutschen Gleichberechtigung neue schwerste Auseinandersetzungen insbesondere mit Frankreich bringen wird und daß die Frage, ob die Abrüstungskonferenz ohne neue Krise auslaufen wird, nach wie vor völlig offen ist. Diese neue Krise kann ebensogut durch Verweigerung der deutschen Minvestsordermigen eintreten, als daraus, daß ganz abgesehen von Viesen deutschen Forderungen die a n d e r e n unter sich nicht einig werden.
Was zunächst die uns am meisten interessierenden deutschen Forderungen selbst anbelangt, so liegen die hauptsächlichsten Schwierigkeiten offensichtlich in dem französischen Verlangen nach einem praktisch ganz einfach nicht zu verwirklichenden „System der Sicherheit", das als theoretische „Konstruktion" sich nach menschlicher Voraussicht außerhalb des Bereichs der internationalen Verständigungsmöglickfeiten gemäß der heute nun einmal bestehenden Weltlagen bewegt. Zum Zweiten könnten Frankreich und seine Freunde den bescheidenen praktischen deutschen Wünschen in Bezug auf Herstellung einer auf dem vorauszusehenden Tatbestand der ungenügenden Abrüstung der Außenwelt beruhenden praktischen deutschen Gleichberechtigung einen solchen Widerstand entgegensetzen, baß sich Deutschianö zur Unterzeichnung einer derartigen Konvention außerstande sieht. Dann wird aller Voraussicht nach überhaupt keine allgemeine Konvention zustande kommen. Hieraus folgt, daß Deutschland vermeiden muß, nach bekannten Vorgängen wegen der Uneinigkeit der Anderen in Bezug auf das Ausmaß der Herabsetzung ihrer Rüstungen als der Schuldige dafür bezeichnet zu werden, daß aus dem großen Weltproblem der Abrüstung trotz io großer Anstrengungen keine befriedigenderen Ergebnisse entspringen!
Was hiermit gemeint ist, wird klar, wenn wir uns daran erinnern, daß in den letzten Monaten in der große» internationalen Presse zwar immer wieder von Deutschland und seiner Stellung in der Abrüstungskonferenz geschrieben worben ist, daß demgegenüber jedoch etwa Die Haltung Italiens uns Japans ganz in den Hinrergrund trat uns daß, auch in dem großen französischen Plan zwar von allem Möglichen die Rede ist, aber mir keinem Wort von der zahlenmäßigen Verminderung auch nur eines einzigen französischen Soldaten oder der Zerstörung einer einzigen französischen Kanone! Denkt man weiter an das so verwickelte Schulde n^proölem zwischen Frankreich und England einerseits, Amerika andererseits und liest man von dem Plan, demnächst eine neue Welt- wirtschastskonferenz abzuhalten, die alle Handels- und Währungshemmungen beseitigen und einet neuen Periode weltwirtschnsilichcr Zusammenarbeit Tür und Tor öffnen soll, dann erkennt man