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Kaffeler Feneffe Fachrichfen Vienstag, 20 Dezember 1932 , 2 Beilage

WEIHNACHTEN

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Berlin - Hamburg in 142 Minuten

Phantasien um das O Luftschiff

Obwohl das Luftschiff in der Luftfahrt­technik in letzter Zeit etwas in den Hinter­grund getreten ist, bemühen fich die Kon­strukteure und vor allem die Militär-Sach­verständigen aller Länder um neue Mög­lichkeiten, den Aktionsradius der Luftschiffe zu vergrößern. Unsere Bilder zeigen einige phantastische Zukunftszeichnungen, die in dem deutschen Museum für Luftfahrt in Berlin-Johannisthal ausgestellt find. Oben: Eine drehbare Lustschiffhalle; Mitte: Ein Luftschiff-Transportschiff. Unten: Luft­schiff-Mutterschiff, das die Kriegsschiffe bei größeren Ausfahrten begleiten soll.

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Erfolgreiche Probefahrt des Keichsbahn-Schnelltriebwagens Höchstgeschwindigkeit 150 Kilometer

Berlin, 20. Dezember.

Der Schnelltriebwagen der Deutschen Reichsbahn, der bald fahrplanmäßig in den F.-D.-Verkehr auf der BerlinHamburger Strecke eingesetzt werden soll, hat am Montag von Berlin aus seine erste Probefahrt nach Hamburg unternommen. Um 8 Uhr wurde er vom Lehrter Bahnhof abgelassen. Um 10.22 Uhr. also in 2 Stunden 22 Minuten traf er auf dem Hamburger Bahnhof ein. Die Zeit, die der schnellste F.-D.-Zuq gebraucht, beträgt 2 Stunden 59 Minuten. Pünktlich um 15.05 Uhr hat der Wagen Hamburg zur Rückfahrt nach Berlin verlassen. Um 17 Uhr 34 Minuten traf derrasende Hamburger", wie er sofort im Volks­munde genannt wurde, wieder auf dem Lehrter Bahn­hof in 'Vertin ein. Nach den Ergebnissen der Probe­fahrt ist es möglich, daß die Geschwindigkeit für die Gesamtstrecke noch um etwa 10 Minuten herabgesetzt werden kann.

Die Höchstgeschwindigkeit betrug 150 Stuichen- kilometer.

Im Januar soll bereits ein mehrwöchiger Probever­kehr durchgeführt werden.

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Im Lehrter Bahnhof war der stromlinienförmige Schnelltriebwagen, der aus zwei enggekuppelten Wa­genhälften bestcht, Gegenstand allgemeiner Beachtung. Der Wagen trägt die gleichen Farben wie der Rhein­goldzug, sein Unterteil bis zu den Fenstern ist violett, der ober« Teil elfenbeinfarben. Das Dach und die zur Verringerung des Luftwiderstandes die Fahrgestelle umkleidenden Schürzen sind aluminiumfarbig. In seinem ganzen Ausbau ist auf die größtmögliche Ver­minderung des Luftwiderstandes Rücksicht genommen, alle vermeidbaren Vorsprünge fehlen uno selbst die

Gcgenwar, repräsentativer Vertreter der deut- l»cn Polizei-Institute. Fcnerweftr-Organisaüoncn, des Militärs und privater Industrien wurde dieser Zagt in Magdeburg eine kleine neue Srstndung von austcrordentlichcr Tragweite vorgcsührt.

H. B. Magdeburg, im Dezember.

,#5cuer...! Ein kleiner Bengel vor mir auf dem Fahrdamm ruft es. Schon hasten seine flinken Beine auf dem Pflaster dahin. Dor mir liegt das große Feld des magdeburgischen Jnbustriegeländes. und dort jetzt erst bemerke ich es kriecht eine finstere, schwarze Rauchwolke über den Boden, löst sich von der Erde und steigt gefahrkündend zum trüben Himmel empor, den sie nun noch mehr verdunkelt. Eine un­geheuere, wogende Rauchmasse, wie aus dem Krater eines Vulkans-Oel brennt!" schreit mir ein Arbeiter zu, der gerade an mir vorbeiläuft. Oel? Da nehme auch ich die Beine in die Hand.

Nun habe ich den Brandplatz erreicht, glühende Hitze schlägt mir entgegen. Der Boden brennt. Ein großes Stück Erdleib steht in Flammen, die feurigen Zungen schlagen hoch in der Luft zusammen. Heber ihnen dicke Schwaden geballter Rauchwolken.

Donnerwetter! Was macht denn da die Feuer­wehr? Aus einer Rohrleitung prasselt ein starker Wasserstrahl in den Qualm hinein... als Antwort er­folgt höhnisches Zischen. Das wird ja immer schlim­mer!1400 Kilogramm Maschinenöl brennen dort", erklärt mir ein Schupo.Aber erlauben Sie mal, Herr Wachtmeister, das ist ja reiner Wahnsinn, Oel kann man doch nicht mit Wasier löschen!" rufe ich aufgeregt dem Beamten zu.

Trittbretter liegen hinter' den ohne Absatz in die Ka- rosserie eingefügten Türen. Die beiden stromlinien­förmig abgerundeten Stirnseiten tragen eingebaute Scheinwerfer und an Stelle der normalen, scheibenför­migen Puffer schmale Gummistoßbalken. Vorn und hinten ragen aus dem Dach wie kleine Schornsteine die Auspuffrohre der Maschinenanlage heraus, die aus

zwei 410 D8-Maibach-Dieselmotoren

mit direkt angetriebenem Generator besteht, der den elektrischen Strom für den Antrieb des vorderen und hinteren Fahrgestells liefert.

Die Inneneinrichtung des Wagens ähnelt der zwei­ten Klasse des Rheingoldzuges. Die Wände haben Holztäfelung. Auf der einen Seite des Ganges befin­det sich ein, auf der anderen Seite sind drei Polster­sitze. Für große Koffer ist ein besonderer Gepäckraum vorhanden.

Der Wagen bietet Platz für 102 Passagiere.

Ei ist 42 Meter lang und hat eine Höhe von 3,7 Meter. Auch ein Erfrischungsraum ist in dem Wagen.

Die bisher auf den Werkstättenfahrten zwischen Friedrichshafen und Ulm erzielte Geschwindigkeit be­trug 155 Kilometer in der Stunde. Die Geschwindig­keit auf der BerlinHamburger Strecke dürste im all­gemeinen zwischen 140 und 150 Kilometer liegen. Bei dem Durchfahren von Bahnhöfen fiel die fast völlige Geräuschlosigkeit des Fahrens auf. Der Zug soll, wenn er fahrplanmäßig eingesetzt wird, morgens ab Berlin so abgelegen werden, daß er die Hamburger Börse noch erreicht und nachmittags wieder'in Berlin zurück sein kann.' Nach den bisherigen Dispositionen wird cr zu Beginn des Sommerfahrplans den regelmäßigen Ver­kehr bestreiten.

Doch in diesem Augenblick jagen Feuerwehrleute mit einer neuen Schlauchleitung an uns vorbei. Im nächsten Moment schießt ein breiter, kegelförmiger Wasser sch leier aus dem Rohr, deckt sich wie ein Nebel blitzschnell über das Rauch- und Feuermeer. Hüllt alles ein wie einen Sandsturm, wie ein un­geheuerer Teppich, wie ein riesiges Leichentuch. Im Nu sind die Feuerzungen verschwunden, der Qualm verzieht sich. In der Luft vertreibt der Wind die letz­ten Rauchfetzen-

Eroßfeuer aus! Innerhalb von Sekunden! Ein Wunder? Nein, eine Erfindung des Branddirektors Stein aus Magdeburg. Er hat eine verstellbare Uni- versaldüfe geschaffen, die das Unmögliche möglich macht . . . einen Oelbrand mit Wasser zu löschen! Ihre Hauptwirkung besteht darin, daß durch, den mit Hilfe der eigenartigen Düse erzeugten Wassernebel dem Feuer der Luftsauerstoff und ferner große Wärmemen­gen entzogen werden. Es wird also nicht durch Wasser gelöscht", was bei Oelbränden auch als unmöglich galt, sondern gewipermaßenerschlagen". Verblüffend ist cs zu sehen, wie die Flammen in dem gleichen Augenblick erlöschen, in dem der Wasserkegel aus der Universaldüse die brennende Gasfchicht berührt.

Branddirektor Stein der früher schon durch die Erfinduirg desPolizei-Wasserwerfers" bekannt wurde sagte mir später, daß er mit Hilfe der neuen Düse bereits vorher Erdölbrände der Gefahrenklasse I in Volkenroda (Thür.) mit reinem Wasser ohne jeglichen Zusatz gelöscht« habe.

Aus aller Well

Fürstengeschenke unferm Hammer

Was die Sowjets in Berlin $nr Versteigerung brachten

Berlin, 20. Dezember.

Kostbarkeiten aus einer fürstlichen Schatzkammer" wurden am vergangenen Sonnabend von dem bekann­ten Kunstauktionshaus Ball u. Graupe zur Versteige­rung gebracht. Die Versteigerung der Kostbarkeiten erfolgte 'im Auftrag der russischen Handelsvertretung in Berlin. Es handelte fich also um Schätze, die Ende 1920 von der russischen Regierung enteignet waren. Die Auktionsgegenstände stammten durchweg aus dem Besitz russischer Fürsten, teilweise aus den Beständen des 'russischen Kaiserhofes.

In der Mehrzahl hantelte es sich um kunstgewerb­liche Eogenstände aus der Zeit Ludwigs XV. und Lud­wigs XVI., um goldene Emailledosen, Perlenschmuck und Miniaturen. Die Kauflust des Publikums hielt sich auch in befcheidenen Grenzen. Ein heftiger Kampf der Bieter entbrannte nur um einen kleinen russischen Hausaltar aus vergoldetem Silber. Er ging schließ­lich für 450 Mark in anderen Besitz über, obwohl er nur für 115 Mark ausgeboten war. Ein herrliches gol­denes Opernglas mit reichem Brillantenbesatz, ein Ge­schenk des Sultans Abdul Hamid, fand für 5550 Mark einen Liebhaber. Die vielen Miniaturbilder und sil­bernen und goldenen Döschen gingen zu bescheidenen Preisen weg. Die Sowjetregierung wird mit dem Er­lös der Vefftcigerung nicht besonders zufrieden sein.

Oie Kirchenkasse geraubt

Berlin, 20. Dezember.

Ein ungewöhnlich dreister Naubüberfall wurde auf die (siemeindekasse der Luisenstädtischen Kirchen­gemeinde ausgeführt. Zwei noch unbekannte Männer drangen dort ein und forderten die allein anwesende Büroangestellte zur Herausgabe der Kasse auf. Gleich­zeitig gaben sie sechs Schüsse aus einer Gaspistole ab und rissen eine Geldkasse" mit 800 RM. an sich. Auf die Scküffe eilte der Küster herbei, dem die Räuber in die Arme liefen. Ehe cr aber noch die Lage erkannt hatte, warfen ihm die Räuber Pfeffer in die Augen, so daß er kampfunfähig war. Die Täter entkamen un­gehindert.

Ackerboden aus Sümpfen

Italiens Malariaherd beseitigt

Mailand, 20. Dezember.

Liitoria, das erste Dorf, das auf dem Boden der Pontinischen Sümpfe erbaut ist, wurde als jüngste Gemeinde Italiens von Mussolini offiziell eingeweiht. Eine Mustersiedlung ist so entstanden mit Rathaus und Kirche, Schule und Mietskaserne, die heute schon 1500 Bewohner zählt, Kriegsteilnehmer aus ganz Italien, und die schließlich 5000 Einwohner umfassen wird. Mussolini versprach in einer Rede: Im nächsten Jahre werden 900 neue Gebäude errichtet, im Jahre 1934 wird das Dorf Sabaudia und im Jahre 1935 das Dorf Pontinia erstehen." Präfekt der neuen Gemeinde ist der Präsident der Kriegsteilnehmervereinigung, die die Trockenlegung geleistet hat und ihre Mitglieder' als Bauern ansetzt.

Mit dieser Melioration ist eine der schlimmsten Ma­lariastätten Europas, um deren Trockenlegung sich zwei Jahrtausende vergeblich, bemühten, zum Verschwinden verurteilt. Schön jetzt ist die Malaria nur noch in ge­ringem Umfange wirksam gewesen. Don den über 60 000 Personen, die bei den Arbeiten in diesem Ge­biet beteiligt waren, find nur 35 Personen von der Seuche dahingerafft worden.

Oelbrände sofort löschbar

Bedeutungsvolle Erfindung eines Magdeburger Branddirektors

Kleine CUconik

Planmäßige UebctfäUe auf Lebensmittelgeschäfte. In den Nachmittags- und Abendstunden des Mon­tags kam es im Innern der Stadt Koblenz zu plan­mäßigen Ueberfällen auf Lebensmittelgeschäfte. Ein­zelne Trupps stürmten die Geschäfte und raubten Lebensmittel aller Art. Die Polizei setzte darauf ein großes Aufgebot ein und stellte die Ruhe in kurzer Zeit wieder her. Mehrere Plünderer wur­den festgenommen.

Betrunkener Autoführer. Ein großer Omnibus, in dem sich 26 Personen aus verschiedenen Ortschaf­ten des Oberamts Ulm befanden, stieß auf der Fahrt von Langenau nach Blaubeuren auf der Hei- denbeimer Landstraße gegen einen Baum und stürzre in den Straßengraben. Der Wagen wurde fchwer beschädigt, die 26 Insassen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Sie wurden in ein Krankenhaus nach Ulm eingeliesert, wo sechs von ihnen noch liegen. Der Führer des Kraftwagens wurde wegen Trun­kenheit in Haft genommen.

Der Todcsschuß von Kinderhand. Als die bei dem Bäckermeister Fischer in Kamen bei Dortmund in Dienst stehende Hausangestellte Wächter mit dem Reinigen des Wohnzimmers beschäftigt war, nahm der elfjährige Sohn das im Zimmer befindliche ge­ladene Jagdgewehr in die Hand und legte auf das Mädchen an. Tie Waffe entlud sich und die Haus­angestellte sank tot zu Boden.

Beim Fußballspielen tödlich verunglückt. Bei einem Fußballspiel in Manderscheid in der Eifel stieß ein 22jähriger junger Mann aus Oberöfflingen (Kreis Wittlich) mit einem anderen Spieler so un­glücklich zusammen, daß er beim Sturz das Genick brach und fosort starb.

100 Prozent Dividende konnte die Gesellschaft, die sich mit der Hebung des Goldschatzes aus dem vor Jahren im Kanal gesunkenen englischen Dampfer Egypte" beschäftigt und im verflossenen Jahr endlich Erfolg hatte, für ihr letztes Geschäftsjahr verteilen.

Ein elektrisches Tötungsverfahre» für Kleintiere hat jetzt der allgemeine Tierschutzverein in Berlin ein» gerichtet; die Vorrichtung, für die keinerlei Vorberei­tungen, wie Fesseln oder Anschnallen, erforderlich sind, arbeitet mit Blitzesschnelle und verbürgt einen schmerzlosen Tod.

Blutiger Familienkampf. In Mas de Buffet bei Toulouse kam es zwischen einer spanischen und einer portugiesischen Familie zu einer wahren Schlacht, die zwei Tote und drei Schwerverletzte forderte. Im Anschluß an Streitigkeiten der Kin­der der beiden Familien gerieten die Eltern zu­nächst in einen heftigen Wortwechsel und gingen dann mit Messern aufeinander los. Auf portugiesi­scher Seite wurden der Vater und die Mutter durch Messerstiche getötet, während auf fpanischer Seite der Vater und der Sobn und eine 16jährige Toch­ter schwere Verletzungen davontrugen und in ein Krankenhaus überführt werden mußten.

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