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Seite 3 1- Beilage wohlaelunaenen Familienabend an. Rechner Klös sprach über den Werdegang des Vereins, der heute 78 Mitglieder zählt. , ,

Kirchhain. Unfall. Das Auto eines Arztes geriet auf der'Landstraße nach Anzefahr ins Schleudern und fuhr gegen einen Baum. Der Arzt und fein Kind wurden verletzt und mutzten die Klinik Marburg auf- fuchen. Das Auto wurde schwer beschädigt.

Kirchhain. Landfrauentag. Im geschmückten Saal des Hotels Mosebachs tagte der Landfrauen­tag. Die landwirtschaftlichen Schülerinnen hatten ihre Erzeugnisse ausgestellt. Gräfin Mangel aus Kassel sprach über Zweck und Ziel der Organlsatton. Sie wies auf die fachliche Fortbildung und die wirtschaftlichen Vorteile hin. 20 Frauen erklärten ihren Beitritt. Ein Weihnächte- und Krippenspiel beschloß die Tagung.

Vergessen

~g Ihre bevorsfehendeVer- =r~== jgg gg lobung oder Ver- --- mäh lung rechtzeitig in den Kasseler Neuesten Nachrichten au'zugeben Anzeigen -Annahme in unserer Geschäftsstelle, Kölnische Straße Nr. 10

nicht

Simtshauscn. Die Wasserleitung. Die mit einem Zuschuß der Brandversicherungsanstalt erbaute Was. serleitung wurde durch den Direktor Stöhr, Kassel, einer Prüfung unterzogen, die gut ausfiel. Unsere Gemeinde kann sich des gemeinnützigen Instituts freuen und im Brandfalle darauf verlassen.

Aus Oberheffen

Stornvorf. Neue Paratpphussälle. In den letzten Tagen sind eine Anzahl Anzeichen von Paratyphus- fällen festgestellt worden- Das Kreisgesundhertsamt hat umfassende Maßnahmen zur Bekämpfung der Krankheit angeordnet. Verschiedene Gehöfte wurden für Abgabe von Milch und M-olkeretprodukte gesperrt. Vom Eemein-derat wurde eine Fürsorgeschwester Mr Betreuung der erkrankten Personen bestellt. Der Krankheitsverlauf ist bis jetzt normal. In den Ge­meinden Siechenhausen, Kaulstotz und Sedem sind die gleichen Krankheitserscheinungen aufgetreten.

Wahlen. Bon der Leiter gestürzt. Landwirt Ernst Oppertshäuser stürzte in Höhe von 5 Meter von der Leiter auf den gepflasterten Hof. Der Mann hatte Glück im Unglück, er kam mit geringen Verletzungen drvoii.

Aus dem Kreise Frankenberg

Rieder-Gemünden. Geflügel-Ausstellung. Zu der am 17. Dezember stattfindenden Geflügelaus­stellung sind über 400 Anmeldungen der edelsten Rassen eingegangen. Eine stattliche Anzahl Ehren­preise steht zur 'Verfügung.

Aus dem Kreise Dillenburg

Biedenkopf. Unfall. Beim Holzfällen stürzte ein fallender Baum dem Holzhauer Funk auf den Fuß. Er mutzte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch neh­men.

Biedenkopf. Böse Nachricht. Die gesamte Be­legschaft der Ludwigshütte zu Laasphe hat zum kommenden Mittwoch die Kündigung erhallen.

Biedenkopf. Znr Verbesserung des Verkehrs auf der Strecke Biedenkopf Dillenburg sind ab 15. De­zember wesentliche Aenderungen eingetreten. Die Reichsbahnverwaltung hat die Eingaben anerkannt, vornehmlich im Hinblick auf die Kreiszusammen­legung und den damit verbundenen Verkehr zur neuen Kreisstadt. Auch auf der Querbahn Marburg Biedenkopf Laasphe wurden Verbesserungen getroffen.

Ellnrode. Eine vorbildliche Tat. Als einzige und erste Dorfgemeinde im Kreise Frankenberg hat unser kleiner Ort nun eine Motorspritze erhalten.

Gönnern. Beim Holzfällen tm Walde verun­glückte ein Holzarbeiter schwer. Der Mann mußte mit einem Unterschenkelbruch abtransportiert wer­den.

Mellnau. Brandschaden. Die Scheune der Witwe Pfeilstriker wurde durch eine Feuersbrunst vernichtet. Die Feuerwehr vermochte nur die Nach­barhäuser zu retten. Während das Vieh gerettet wurde, verbrannten die gesamten Erntevorräte und landwirtschaftlichen Geräte. Brandursache ist noch ungeklärt, der erhebliche Schaden nur teilweise ge­deckt.

Laisa. Kampf mit einem Wildschwein. Bei einer Treibjagd auf Wildsauen wurde ein Treiber von einer Sau glatt umgelegt. Ein zweiter Treiber versetzte dem Schwarzkittel wuchtige Schläge auf den Schädel, doch vergebens. Der Schütze konnte bei diesem ungleichen Kampfe seine Kugel nicht anbringen, sodaß der Kei­ler Sieger blieb und die Flucht nahm.

Gebäude werden verschenkt

in Altescld.

Die Domäne soll nun ausgeteilt werden. Die Pachtstellen sollen jetzt an die Pächter verkauft wer­den. Der dann noch verbleibende Restbesitz wird aufgeteilt. Die Gulsarbeiter sollen Eigentümer der Arbeiterwohnungen werden und soviel Land erhal­ten, daß sie ihr Auskommen haben. Der Staat wird ihnen die wertvollen Gebäude schenken uno das Land zu billigen Preisen überlassen. Infolge­dessen werden auch die Anzahlungen ganz gering sein, die Restschuld soll durch langfristige Renten getilgt werden.

Neben den Arbeiterstellen werden auch größere Bauernwirtschaften entstehen. Sie sollen in der Hauptsache Viehwirtschaft treibe», wozu sich der hochgelegene Grund und Boden am beste» eignet. Tie kleine Gemeinde Altefeld hofft man dadurch lebensfähiger zu gestalten, daß sie durch de» Do- mänenblhitz, der in den umliegende» Gemeinden liegt, vergrößert wird und außerdem Waldflächen erhält. Die Kirchengemeinde wird einen großen Raum erhalten, in dem sie eine Kapelle einzurich­ten beabsichtigt. Die Aufteilung wird nntet Lei­tung des Kulturamts Eschwege durchgeführt.

äntettntm nab Muster zur Gründung und i-nlnun« von, eingetragenen Sereinen. Von Jnllizoberinspektar Bo f le . Hann. »Münzen. Cun Zelbitverlag. Der Ber» lager gibt eine Ucöeriiifit über da» Beieinsrecht, i>te je­dem Verein von Nutzen fein kann, zumal sie ganz anf d-S Praktische eingestellt ist.

Montag, 19. Dezember 1932

Kasseler neueste Nachrichten

«nfere Heimat

Maler Karl Thieß aus Hann.-Müuden auf 2% Fahre Gefängnis und gegen den 24jährigen Techniker Heinz K l a p p r o t h auf 8 Monate Gesang nis. Allen drei Angeklagten wurden 3 Monate der Untersuchungshaft angerechnet.

Aus dem Landkreis Kassel

Weimar. Bürgermeisterwahl. Auf der Tagesord­nung der letzten Eemeindevertretersitzung stand die Bürgermeister- und Schöffenwahl. Aus der Wahl zum Bürgermeister ging mit 6 gegen 4 und 2 Stimmenent­haltungen der Malermeister Georg B i p p i g hervor, der der Spitzenkandidat der Nationalsozialisten war. Zum Beigeordneten wurde der Landwirt Justus Möl­ler gewählt und zu Schöffen der Lehrer Erich Wilke, der Landwirt Heinrich Bietendorf und der Arbeiter Heinrich Heuser.

Aus dem Kreise Wltzenhaufeu

Hess. Lichtenau. Unglaubliche Dreistigkeit. Bei einem älteren, in bescheidenen Verhältnissen leben­den Ehepaar sprach dieser Tage ein Handwerls- bursche um eine milde Gabe vor. Als er etwas zu essen haben sollte, lehnte er dies ab, da er keinen Hunger habe. Statt dessen gab ihm der Wohnungs- isihaber ein Geldstück, das er selbstverständlich nahm und dann seiner Wege ging. Etwa eine Stunde später mußten die Eheleute die betrübliche Feststel­lung machen, daß aus einem auf dem Vorplatz stehenden Lebensmittelschrank sämtliche Eßwaren, wie Butter, Brötchen und dergleichen mehr ver­schwunden waren. Der undankbare Geselle hatte die Sachen in einem Rucksack verstaut und das Weite gesucht.

Großalmerode. Gebt für die Arme»! Die Stadt Großalmerode ist nicht in der Lage, den Wohlfahrts­erwerbslosen die beantragte Weihnachtsbeihilfe zur Verfügung zu stellen. Im Beisein des Stadtverord­netenvorstehers tagte die städtische Wohlfahrtskommis­sion, die feststellte, daß die für die Winterhilfe vorge­nommene Sammlung bis jetzt weit hinter dem Ergeb­nis des Vorjahres zurückgeblieben ist. Dagegen ist der Kreis der Notleidenden in diesem Jahre umfang­reicher geworden. Die Stadtverwaltung und die städti­sche Wohlfahrtskommission wenden sich erneut an die Eroßalmeroder Bevölkerung und bitten um Zuwen­dungen.

Aus dem Kresse Rotenburg

Sontra. Es werde Licht! Unser Ort wird zur Seit mit einer neuen Lichtleitung versehen. Im tadtwald wurden mehrere Diebstähle auSgeführt. Die Täter schlugen etwa 25 bis 30 juijge Eichen- und Buchenstämme ab und nahmen sie mit. .

Brauuhausen. Beim Holzfällen verunalückte ein Holzhauer im (Hornberger Wald. Der Bedauerns­werte hieb sich die Axt mit voller Wucht in das Knie.

Aus dem Kresse Fritzlar-Homderß

Fritzlar. Bereinigung ber Kreis, und Stadt- sparlasse. Bor ungefähr einem halben Jahre fand * nach einer Pause von mehreren Jahren aus Veran- lastung des Regierungspräsidenten eine erste Bespre- chung über die Zusammenlegung Der beiden öffent­lichen Sparkassen Fritzlars statt. Es war die Ab­sicht Der AussichtsdehörDe, Die Stadt- mit Der Kreis­sparkasse zu vereinigen, um eine solidere Grundlage für das öffentliche Sparkassenwesen in Stadt und Kreis Fritzlar zu erzielen. Nebenher tag dieser Absicht natürlich auch der Zweck zugrunde, zu einer Verbilligung zu kommen. Die Absicht der Regierung ist nun Wrrllichkeit geworden, und zwar erfreu­licherweise durch freiwilligen Zusammen- s ch l u ß. Nach dem Vertrage wird der größeren Kreissparkasse die Stadtsparkasse eingegliedert. Ihre langjährige Existenz kommt in der neuen Firmie- rung zum Ausdruck, welche lautet:Kreissparkasse Fritzlar/Homberg (Vereinigte Kreis- und Staot- sparkasse Fritzlar)". Während die Siadt sich ver­pflichtet, keine neue Sparkasse zu eröffnen, bat der Kreis die Zusicherung gegeben, die Sparkasse in Fritzlar dauernd zu erhalten. Die Inanspruch­nahme der Stadt für Verluste, die den Reservefonds überfteigen sollten, erstreckt sich auf zehn Jahre. Die Kreisfparkasse verpflichtet sich in dem Vertrag, Der Stadtgemeinde Fritzlar In Darlehnsangelegenheiten weitgehend entgegenzukommen und sie insbesondere hmsichtlich der Darlehnsbedingungen nicht schlechter zu stellen als den Kreis oder eine feiner Gemein­den. Von dem Personal der bisherige» Stadtspar- kasse, das aus 7 hauptamtlichen Kräften bestand, werden 4 Personen übernommen. Der Vertrag sieht auch eine etwaige Ueberschußbeteiligung der Stadt­gemeinde Fritzlar vor. Das Gebäude der Stadt- sparkafse am Markt geht auf die neue Kreissparkaffe über, die als Gegenwert einen Teil des die Stadt belastende» Umbaukontos der Stadtsparkasie über­nimmt. Dieser Vertrag, der noch die Zustimmung deS Oberprästdenten finden muß, soll schon am 1. Januar 1933 in Kraft treten. Die Hebertet» tungsgefchäfte werden durch den Sparkaffenverband für Hessen-Nassau im Einvernehmen mit Beteilig­ten beider Vertragsparteien vorgenommen.

schlagen, desto eifriger aber muffe «ran an der inneren Festigung des Gaues arbeiten. Der Obmann 6er Lhormeister, Lehrer Lattmann-Osfensen, beurteilte Die gesangliche Arbeit im Gau und gab das Programm für die gesanglichen Veranstaltungen tm Jahre 1933 bekannt. Danach findet ein Gruppensingen für een Süobezirk in Offenfeld und für den Nordbezirk in Bodenfelde statt. Für das Gaufest wurde Oodelsheim a. Weser in Aussicht genommen. Der Gauvertretertag im Jahre 1933 soll am 2. Dezember in Uslar abgehalten werden. Nach den Ergänzungs- Wahlen setzt sich der Vorstand des Solling-Sänger- GaueS wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Teggen- thien-Wienfen, 2. Vorsitzenver Karras-Adelebsen, Preffewart Wedde-Barterpde, Beisitzer Böker-Barre- rode, Schormann-Schlarve, Schwerdtseger-Daffel und Röber-Wiensen. Als Abschluß der Vertretertagung wurden Drei Massenchöre auf dem Dorfplatze gesungen Danach waren alle Teilnehmer noch Gäste des Man-j nergesangvereins Vernawahlshausen.

Gefängnis für Oeuielmoser und Genossen

Am Sonnabend mittag wurde vom 5. Strafsenat des Reichsgerichts das Urteil in dem Prozeß gegen den Göttinger Studenten Deutelmoser und Ge­nossen verkündet. Das Urteil lautet gegen Den 25jäh eigen Studenten der Rechtswissenschaft Arno Den. tel m o fe r aus Göttinger auf ein Jahr drei Monate Gefängnis, gegen den 22jährigen

Wanfried. Den Stadtverordneten berichtete Bür­germeister Weyrich üb* die Finanzlage. Es ist notwendig, beim Staat Beihilfen zu beantragen, wenn ein geordneter Zahlungsverkehr aufrechterhal­ten werden soll. Um hierfür die Möglichkeit zu schaffen, ist der Zuschlag zur Bürgersteuer auf 500 Prozent des Landesfatzes festgesetzt worden. Es werden erhoben 290 Prozent Zuschlag zur Grund- vermögenssteuer vom bebauten Besitz, 260 Prozent Zuschlag zur Grundvermögenssteuer vom unbebau­ten Besitz, 350 Prozent Zuschlag zur Gewerbeer- traassteuer und 500 Prozent Zuschlag zur Gewerbe- kopitalsteuer. Bei den Reichsüberweisungen ist mit einem erheblichen Ausfall zu rechnen, so daß sich Der Fehlbetrag Im städtischen Haushalt vergrö­ßern Dürfte. Die Kreisst euer ist vorerst auf 28 464,58 Mark festgesetzt worden. In der Stadt sind 80 Empfänger von WohlfabrtSunterstützung und 40 Empfänger von Arbeitslosen- und Krifenunter- stützung. Wegen Kleingartensiedlung sind vergeblich Schritte unternommen worden. Es soll wegen der Bereitstellung von Grund und Boden Verhandlun­gen mit ber evangelischen Kirche ftattfinben. Der kirchlichen Jugendpflege bewilligte die Versammlung einen jährlichen Beitrag. Die Einrichtung von Ge­richtstagen soll angestrebt werden. Im Wege des freiwilligen Arbeitsdienstes sollten Arbeiten ausge­führt werden, es sind dazu aber Mittel nicht mehr vorhanden. Nunmehr ist geplant, die Arbeiten als Fürsorgearbeiten durchzuführen. Die Stadtkassen­rechnung für 1030 schloß bei einer Gesamteinnahme von 251 912,65 Mark und mit einem Fehlbetrag von 7 959 64 Mark ab. Dem Abkommen über die Aus­einandersetzung zwischen Kirche und Schule wurde zuaestimmt. Bei der Feststellung der Sparkassen­rechnung richteten Magistrat und Stadtverordneten­versammlung einen Appell an die Einwohner, alles zu tun. um die Stadtsparkasse als selbständiges Ftnanzfnstitut zu erhalten und die Gefahr einer wehren.

Hümme. Gemeindevertretersitzung. Zum Orts- ftatut des schon in diesem Winter durch­zuführenden Nachtwachtdienstes erklärten einige Ge­meindevertreter, daß ein Teil der Einwohner sich geweigert habe, sich an Dem Nachtdienst zu beteili­gen, unter Berufung Darauf, daß andere, besonders Die Beamtenschaft, von diesem Dienst befreit sein solle. Nach längerer erregter Auseinandersetzung wurde folgender Vorschlag angenommen: Das Orts­statut soll in der bisherigen Fassung, allerdings mit der Aenderung, daß auch Einwohner über 50 Jahre, die von ber Gemeinbe Nutzen ziehen, zu bem Dienst herangezogen werben sollen, zur Einsicht ausaetegt werden. Den Vorschlag des Regierungs­präsidenten über Abfindung der Bürgermeisterholz.

Aus dem Kresse Ziegenhain

Ziegenhain. Der Sängertag des Schwalmtal» Sängerbundes beschloß, das nächstjährige Bundes­fest am 16. Juli in Altenburg bei Alsfeld zu fei­ern. Mit dem Fest wird wieoer ein Wertungssin­gen verbunden fein, an bem alle Gost- unb Bundes- Vereine teilnehmen können. Als Wertungsrichter hat man wieder den Obeimusikmeister Samper aus Darmstadt verpflichtet.

Kreis MarburgKirchhain?

Der Kirchhainer Magistrat hatte bei bem "Kreis, ausschuß Marburg den Antrag gestellt wie dies auch der letzt« Kreistag Dee Kreises Kirchhain beschlossen hatte mit Rücksicht aus Die historische Bedeutung Des Kreises Kirchhain, welcher 111 Zähre bestanden hat, Die Kreisbezeichnung Marburg-Klrckhain beizubehalten. Der Kreisausschuß hat in seine« letzten Sitzung diesem Antrag stattgegeben. Die letzte Entscheidung liegt bei Dem Staatsministerium.

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Neukirchen. Generalversammlung des Spar- und Tarlehnskassen-Vereins. Verbandsrevisor Pinneberger sprach über das ThemaSteuergutscheine". Der Ge- fMstsbericht erwähnt einen Gesamtumsatz von 1277 000 RM. Der Bestand an Spareinlagen bat sich gegenüber dem Vorjahre nicht verändert und um­faßt insgesamt 320 000 RM.

Großropperhausen. 25 Jahre Spar- und Dar- lehnskasse »verein. Zur Feier-seines 25jährigen Be­stehens schloß ber htesige'Spar- und Darlehnskassen- verein an feine letzte Generalversammlung einen

besoldung wurde angenommen. Dann wurde ein Antrag der Gemeinde an die Reichsbahn gutgehei- ßen, welcher Die Unterführung der Landstraße Hof­geismar Hümme, die eine Der wichtigsten Ver- kehrsstraßen ist, in Der Nähe des Bahnhofs Hümme verlangt. Der Antrag ist berechtigt. Ferner gab der Bürgermeister einen Antrag an die Reichspost bekannt, welcher eine Loslösung ber Gemeinde Hümme vom Fernsprechamt Trendelburg und eine Zuteilung an das Selbstanschlußnetz (Fernsprechamt Hofgeismar) fordert.

Gorgen in Immenhausen

In ber Stadtverordneten^VeLsammlung wurde Dem Tausch eines Feldweges mit bem Rittergut Mühlen- Hof zugestimmt. Dem Ortsstatut über die Reinigung der öffentlichen Wege würbe zugestimmt. Die vom Canbrat empfohlene Gründung einer zweiten Polizei­beamtenstelle wurde abgelehnt, weil die Notwendig­keit nicht eingetehen wurde. Die auf dem Kampe neu angelegte Straße heißtToethesstraße". Die Fest­setzung der Leistungsgebühr für elektrische Stroment­nahme wurde angenommen.

Der Bürgermeister erstattete bann einen Bericht über die trostlose Finanzlage. Trotz spar­samster Wirtschaftsführung ist in diesem Rechnungs­jahre mit einem Fehlbeträge von 70 000 RM. zu rech­nen. Steuererhöhungen (Büigersteuer 500 Prozent) bringen Den Ausgleich nicht. Die Zahl ber Wohlfahrts- Erwerbslosen ist in stetem Wachsen- Zur Zeit werden 260 Wohlfahrtserwerbslost durch die 'Stadt unterstützt. Besonders schlecht ist Die Lage ber Glasarbeiter. Ob­wohl diese Leute (etwa 200) fast 3 Jahre arbeitslos sind, besteht kaum Aussicht auf Wiederbeschäftigung. Die wöchentlichen llnterstützungsbeträge belaufen sich z. Zt. auf rund 3000 RM. Wie die Stadt diese Gelder in Zukunft noch aufbringen soll, bleibt ein Rätsel. Die Beihilfen des Staates sind sehr gering unb bringen keine nennenswerte Entlastung. Die Steuern gehen nur unter größtem Druck der Stabtkasse ein. Der Ma­gistrat war gezwungen, einen eigenen Vollziehungs­beamten einzustellen.

Da jedoch ber größte Teil des Handwerks und Gewerbes mit denselben Schwierigkeiten Z» kämpfen bat wie die Erwerbslose», werden auch Die schärfste» Maßnahmen nicht zu Dem ge­wünschten Erfolge führen.

Unter Mitteilungen gab der Bürgermeister noch Die anbermeite Besetzung der Schwesternstation, die Ver­wendung ber frei gewordenen Lehrerdienstwohnung unb die beabsichtigte Gründung einer freiwilligen Feuerwehr bekannt.

Oer Spieß

Aus -eu Gemeindeparlamenten

Aus Eschwege und Umgebung

Eschwege. Biehseuchenabgabe. Das Verzeichnis des Bestandes an Pferden unb Rindvieh in Der Stadt Esch­wege, das als Unterlage für die Erhebung der Vieh­seuchenabgabe bienen soll, liegt ab 15, Dezember 14 Tage während der Dienststungen tm Zimmer Nr. 13 Des Rathauses öffentlich aus. Anträge auf Berichtigung der Liste können während der Auslegungsfrift schrift­lich ober mündlich gestellt werden.

Germerode- Raiffeisen. In ber Generalversamm- lung des Spar» und DarlehnÄassenMereins wurden die Mitglieder Jakob Hollerbach-Germerode und Karl Heckmann-Wipperobe als Aufsichtsralsmitglieber ge­wählt.

Wanfried. Die Aufschüttungs- unb Teearbeiten auf der Kaffel-Mühlhäufer Landstraße oberhalb des Kalk­hofes bis zur Abzweigung ber Provinzialstraße bei Katharinenberg nach Diedorf befindet sich wieder in einem guten Zustande. Zu wünschen wäre es, daß man nun auch bald die Wanfried-Treffurter Land­straße instand fetze.

Wanfried. Eine Ausstellung des Mühlbäuser Se- gelfliegervereinS sollte dazu dienen, der Segelfliege­rei neue Freunde zu werben. Er wurden ein Lehr- slugzeug und eine Rumpfmaschine gezeigt. Tie Sach­verständigen stellten fest, daß das Wanfrieder Gelände sehr günstig ist. Man hofft, daß sich genügend opfer­freudige Einwohner finden werden, um Den Bau einer Segelflugmaschine zu ermöglichen, der bereit« urn ber Ortsgruppe begonnen worden ist.

Kolla. Unfall. Ein Einwohner hing sich mit fei- nem Fahrrad an ein vorüberfahrendes Postauto. Er kam durch einen Schotterhaufen zu Fall unb zog sich erhebliche Verletzungen zu.

Öüi Tag der Go11tng«Sänger

in Vernawahlshausen.

Auf dem Gautage der Solling-Sänger betonte der 1. Gauvorsitzende, Lehrer Teggenthien-Wiense», in fei­nem Jahresberichte, daß durch stille und treue Arbeit der einzelnen Vereine der Gau wieder vorwärts ge­kommen sei. Die Versuche, auch andere, noch außen­stehende Vereine für Den Gedanken des Deutschen Sängerbundes zu gewinnen, seien zwar leider fehlge-

Etwa 3 Kilometer südlich von Frielendorf liegt an einsamem Waldrande ein alter, runder Wachtturm, derSpieß". Ursprünglich soll seine Höhe 30 Meter betragen haben, heute ist die Ruine »och 14 Meter hoch, ber Durchmesser beträgt 3 Meter.

Am Spieß verlief ursprünglich die Grenze zwischen Oberlahngau und dem fränkische» Hessengau, später zwischen Niederhessen und Oberhessen (1377); früher schrieb man urkundlich:Diesseits unb jenseits vom Spies". Im 14. Jahrhundert wird der Spieß zum erstenmal in Urkunden erwähnt. In welchem Jahre er erbaut ist, ist unbekannt. Doch soll schon im Jahre 1073 Kaiser Heinrich IV. ein Heer gegen Polen am Spieß gesammelt haben; heute noch nennt man den an den Turm angrenzenden Wald dasKriegerholz", weil hier die Truppen gelegen haben sollen. Nach »eueren, Forschungen soll indes Dies Ereignis sich wei­ter südöstlich in ber Nähe ber thüringischen Grenze ab­gespielt haben.

Es steht fest, daß in alter Zeit am Spieß mehrere große Straßen vorbeiführten. Eine führte über Ebers­oors und Lenderscheid. Die Reste der allen Ohebrücke, über welche diese Straße verlief, sind noch auf beiden Usern oberhalb Ebersdorf zu erkennen. Auch an einigen anderen Stellen finden sich Merkmale, die auf die alten Straßen hinbeuten. Eine Straße führte aus dem Lahngau hier vorbei, sie wurde bei bem Turm durch einen Schlagbaum gesperrt, wo von dem Durmwächter Zoll erhoben wurde. Da» alte Amt Homberg reichte in Damaliger Zeit bis zum Spieß; es bestand im 14- Jahrhundert aus 6 Gerichten. Eins von diesen war bas Gericht vor ober am Spieß mit den Orten Stielen. Dorf, Oberkappel, Ebersdorf, Gebersdorf, Leimsfeld, seigertshaufen, Linsingen, Todenhausen und Ober­grenzebach. Urkundlich konnte bisher noch nicht fest- geftellt «erden, ob auch vor der Erbauung des Turmes sich hier schon die Malstätt« befunden hat. Einige hun­dert Meter östlich des Turmes befinden sich im Walde mehrere Hünengräber, Grabstätten alter Ureinwohner. Aus dem Jahre 1465 werden Hinrichtungen am Spieß gemeldet. Noch heute geht man nicht gern bei Dunkel­heit am Spieß vorbei. Der Ort und die Umgebung hat sich als etwas Grausiges in der (Erinnerung der Bevölkerung ber umliegenden Ortschaften erhalten

Man erzählt sich zahlreiche Sagen und Eespenster- geschichten, auch von Leichenzügen, die hier plötzlich auftauchten und wieder in Der Erbe verschwanden.

Der 23. Juni 1471 ist ein denkwürdiger Tag für Hessen und für den Spieß gewesen; hier schloß Heinrich III. mit Ludwig II. von Hessen Frieden. Ueberhaupi gewann ber Spieß in dieser Zeit immer größere Bedeutung in ber hessischen Geschichte. Vorn 14. bis 16. Jahrhundert wurden hier sehr oft Landtage und Gerichte abgehalten. Am 29. Juli 1509 fanden am Spieß Verhandlungen statt; wo über die Minderjährigkeit des Landgrafen Philipp van Hessen Vereinbarungen getroffen wurden. Philipp der Großmütige hat bekanntlich mehrere Testamente gemacht, die er faft alle wieder umgestoßen hat. Als er zum Feldzuge nach Württemberg rüstete, hat er hier am Spieß am 25. April 1534 sein Testament den Landständen übergeben.

Aber nicht nur der Spieß, sondern die ganze Um­gebung, besonders der Ort Spieskappel, stehen auf alt- historischem Boden. Man denke nur an die Klöster in Ober- und Unterkappel, die 1187 erbaut wurden, an die zahlreichen Ruinen aus Damaliger Zeit und an die altehrwürdige Klosterkirche Spieskappel.

Der altersgraue Turm, der Spieß, der zahlreichen Eulen, Krähen und anderen Tieren setzt Unterschlupf bietet, ist das Ziel manchen Wanderers- In diesem Frühjahr wurde hier auch eine bequeme Bank aus festem Material angelegt, die nach mühsamer Wan­derung Ruhe und Muße gewährt, sich in die Vergan­genheit rurückzuoersetzen unb gleich einem Traumbild Die Geschehnisse früherer Jahrhunderte an seinem gei­stigen Auge voriiberziehen zu lassen. Vom Spiess aus hat man eine wunderbare Aussicht. Wie ein Pano­rama liegen die Orte Spieskappel, Frieleichorf. Toden­hausen. Gebersdorf, Linsingen, Ebersdorf, Schachtebach, ferner das Stormarnwerk, die Kohlenzeche, in der Ferne Homberg mit bem Schloßberg und mehrere Dör­fer des ehemaligen Kreises Homberg vor uns. In der Ferne grüßen bte Landßburg, ber Kellerwalb, die Al­tenburg, die Waldecker Berge und Die Höhen nach Kas­sel zu. Bei klarem Werter sieht man deutlich Den Ver­rates, H.

Schöne weiße Zähne

erhallen Sie bei NSglichem Gebrauch von Chlorodonf, ber Zahnpaste von höchster Qiinlltüt. Sparsam im Ver­brauch. Tube 50 c<f. unb 80 Pff Vertan:-» Sie nur Ehlorodont unb weisen Eie jeden Ersatz dafür zurück.