Montag, 19. Dezember 1S3L > 1.2M1W
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Drinnen wohnt -er Frieden...
Feierstunden im Kasseler Dom
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Wir betreten den St. Martinsdom — eine neue Welt. Draußen hastet in allen Straße» der geschäftige goldene Sonntag, — hier drinnen aber ist der Friede, hier ist man näher bei Gott, erdent- rückter. Mit mächtigen Säulen und Bogengängen streben die Gedanken der Gläubigen höher, ganz hoch hinauf, zu dem Allmächtigen. Es sind viele, viele Wünsche und Gedanken, die emporsteigen und sie vereinen sich zu der großen einzigen Bitte einer demütigen, frommen Gemeinde: Herr, steh' uns bei! Hier drinnen bei Dir sind wir geborgen, aber draußen, da lauert der Tag, lauert das Leben mit seinen tausend Gefahren. Die Anfechtung hat vielerlei Gestalt. Wer mag sie immer rechtzeitig erkennen? Wir sind nur Menschen, Herr, klein und schwach! Du aber bist groß und gewaltig, tausendmal mächtiger, als das Riesengewölbe über unseren Häuptern, mächtiger als der Sturm, als die Sonne, — Herr erbarme Dich Deiner Kinder . . .
Die blanke Wintersonne wirft gedämpfte Strahlen durch die großen Fenster auf bie andächtige Gemeinde. Der Rauch der Altarkerzen steigt gerade empor, wie der Rauch von Abels Opferfeuer.. Und ganz still ist es tet dem großen Dom. Nur die Steine reden eine stumme eindrückliche Sprache. Sie sprechen von vergangenen Zeiten, von vergangenen Geschlechtern, die hier Gott dienten, von evangelischer hessischer Familien- und Kirchentradition. Und rings die Gemeinde schweigt in tiefer Ehrfurcht.
Da braust die Orgel durch das Gotteshaus, machtvoll und erhebend. Sie füllt den Raum, ein Strom von Tönen jubelt himmelan: Die Tür macht auf, die Tore weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit! Ter Herr, der uns diesen Tom wiedergeschenkt bat, der jetzt unter uns weilt, jetzt wie alle Tage und in aller Ewigkeit.
Die Orgel braust und der Gesang der Gemeinde. Mächtig strebt die Svmpbonie des Dankes empor zu Gott. Und die mächtigen Säulen bleiben weit zurück, denn sie sind nur Menschenwerk. Die Dankbarkeit aber ist eine Gabe, die von Gott kommt und zu Gott gebt.
Wir erleben eine andächtige Weihestunde an diesem vorweihnachtlichen Sonntag im St. Martinsdom. Nachdem Kirchenrat D. Eisenberg die Liturgie gehalten hat, wechselten Gemeinde und der St. Maittns- chor mit Gesängen ab. Landesoberpfarrer Möller sprach dann den Dank der Gemeinde aus, der allen denen gebührt, die zur Wiederherstellung der Mar- tinskirche ihren Teil beigetragen haben: den Behörden und Privatleuten, die die Mittel zusammentrugen, die die Restaurierung möglich machten, dem letzten Arbeiter, der mit der Kelle den Mörtel strich. Sie alle haben geholfen, daß der Träger hessischer Kirchentradition uns und den nachkommenden Geschlechtern erhalten bleibt. Seiner Festpredigt legte Landesoberpfarrer Möller den Text des Paulusbriefes an die Philipper, Kapitel 4, zugrunde. Er sprach schlichte ernste Worte von wahrem Christentum, von Nächstenliebe und vom Glauben. Draußen in der Welt kämpfen die Völker um Aufrüsten und Abrüsten. Es ist Streit und Unrast dort und die Menschen scheinen sich feindlich gesinnt, obgleich sie doch alle Brüder find. Gott hat unserer Gemeinde in diesem Dom eine Zufluchtsstätte gegeben, wo wir Ruhe finben können vor Hast und Unfrieden. Hier wollen wir in aller Stille aufrüsten, — eine Schar von Gläubigen, die dem Treiben der Eottlosenbewegung Einhalt tut. Mit dem Segen schließt Oberpfarrer Möller die Weiheftunde.
Die Pforten der Kirche öffnen sich und die Andächtigen strömen hinaus in den goldenen Sonntag. Hinter uns braust der Chor der Orgeltöne, die Schar der Kirchgänger verliert sich in den bewegten Straßen. Groß und leer ragt das Gewölbe des neuerstandenen St. Martinsdoms himmelan. Die Mittagssonne liegt auf den Säulengängen, bei letzte Rauchfaden der Altarkerzen strebt zur Decke und die beiden Tannenbäume rechts und links des Altars duften nach Vorweihnacht. . . Iü.
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Geistliche Abendmusik
zur Wiedereröffnung der St. Martins- k i r ch e.
Kastel, 19. Dezember.
Die völlige Umgestaltung des Jnnenraumes in bei St. Maitinskirche,' die vor allem aus musikalischen
phot, Eberth
unb kirchenkonzertlichen Gründen immer wieder gefordert werden mußte und schon beim Bachfeste sich als dringend notwendig erwies, hat nun endlich nach einem unzulänglichen Provisorium ihre Lösung in dem Neubau einer großen geräumigen Orgelempore gefunden, die auch für umfangreichere Oratorien- Aufführungen benutzt werden kann und die damit in der altehrwürdigen schönsten Kirche Kassels sür alle Möglichkeiten in alter und neuer geistlicher Musik den erforderlichen Einklang von Raum und Klangpodium, Zuhörer und Ausführenden schaffen soll. Wie weit dies bautechnisch und akustisch, künstlerisch und stimmungsmäßig gelungen ist, davon konnte man sich in dieser geschickt ausgewählten, vielseitig anspre-
Präsivent Dr. Bähr sprach am Sonnabend, im Rundfunk. Wir entnehmen seinem Vortrag folgendes: Es ist das Verdienst des Landesbischofs der lutherischen Landeskirche Hannover, D. Marahrens, daß er in der Sitzung des Kirchenbundesrats tn Wittenberg am 26. Mai b. I. bie Frage angeschnitten hat: „Welche Anliegen sind seitens der evangelischen Landeskirchen Deutschlands zur Reichsreform vorzubringen?"
In der Tat ist es unmöglich, daß in der Frage der Reichsreform bie Kirchen in bei Weise abseits stehen unb so wenig bei ben Erörterungen zugezogen werben, wie bas bislang geschehen ist. So hat benn bei Kiichenbunbesrat als das dazu beiusene Organ der gesamten evangelischen deutschen Kirchen, am 24. Mai 1932 folgenden Beschluß gefaßt:
„Die steigende Lebhaftigkeit, mit der die Frage der Reichsreform gegenwärtig vielfach erörtert wird, und die Vielgestaltigkeit der Bestrebungen, die unter diesem Namen begriffen wird, erfüllt den Kirchenbundesrat angesichts der Beunruhigung, die dadurch in weise Kreise hineingetragen ist, mit ernster Sorge. Er möchte dringend wünschen, daß in dieser Zeit, in der das deutsche Volk ohnehin durch Probleme innerer unb äußerer Art übermäßig seelisch belastet ist, nicht auch noch bas bisherige Verhältnis zwischen Reich und Ländern durch grund- stü^ende Neuerungen in Frage gestellt wird. Soweit trotzdem eine Prüfung dieser Frage schon in Zukunft unausweichlich werden sollte, weist der Kirchenbundesrat darauf hin, daß durch bie Reichsreform auch kirchliche Interessen mitberührt werben, daß bie zuständigen kirchlichen Stellen rechtzeitig gebärt werden."
Diese Forderung hat der Deutsche Evangelische Kirchenausschuß nach erneuter Prüfung der kirchlichen Grundsätze zur Reichsreform wieberholt unb verlangt, baß er möglichst frühzeitig — nicht erst in einem bereits fortgeschrittenen Stabium — gehört werbe. In ähnlicher Weise hat der Hannoversche Lanbeskirchentag eine Kunbgebung erlassen, denselben Standpunkt hat auch seit längerer Zeit bie Kirchenregierung unserer evangelischen Landeskirche Hessen-Kassel vertreten.
Dr. Bähr behandelte bann einzelne Bestrebungen der Reichsreform unb kam zu ber Frage: Was geht bas alles bie evangelische Kirche an?
Gewiß kann sich bie Kirche ihre Grenzen unabhängig von ben Länbergrenzen schaffen, unb es ftnb in bei Tat sehr energische Bestrebungen am Werke, bie Kirchen Deutschlands zu einer sogenannten Reichskirche zusammenzuschließen. Was meine persönliche Stellungnahme insbesonbere im Hinblick aus ben wenig erfreulichen Zustand anlaugt, baß wir zufolge ber vor 1866 bestehenden staatlichen Grenzen und den nach dem Territorialfvstem ihnen entsprechenden Kirchengrenzen in ber Provinz Hessen-Nassau nunmehr nach ber Einverleibung von Walbeck unb des Kreises Wetzlar
fünf selbständige Landeskirchen, nämlich Hesten- Kaffel, Raffau, Waldeck, Frankfurt und die evgl. Kirche der altpreußischen Union, nämlich im
Kreise Wetzlar,
haben, so kann ich heute nur wiederholen, was ich am
chenden und doch auch wieder stileinheitlichen Vor- tragsfolge einer abgerundeten geistlichen Abendmupk mit alten Weihnachtsliedern und Werken vom 16. bis ;um beginnenden 18. Jahrhundert überzeugen. Zugleich war sie ein Beweis für die Rührigkeit und Leistungsfähigkeit des Kirchenchores an St. Martin, der das Konzert unter seinem tüchtigen Chormeister Willi Dallmaun veraustaltete. Es konnte sich benn auch in bei säst bis auf ben letzten Platz besetzten Kirche eines außerordentlich guten Besuches erfreuen.
Das Motto des Konzertes war gewissermaßen die , ewige Adventsverkündigung: „Nun *otrm cer Heiden Heiland", die zunächst vom Chor in einem schönen vierstimmigen Satz von Hans Leo Haßler kraftvoll unb diszipliniert, wenn auch noch etwas stumpf im Gesamtklange gesungen wurde, dann in einer eigenartigen Choralbearbeitung des ausgehenden 17. Jahrhunderts, für Orgel erschien und schließlich in d.e großartige Bach-Kantate N. 61 von 1714 ausmündete, die ben eigentlichen Höhepunkt des Konzerts barstellte. Das Leidenschaftlich-Festliche unb_ a verliehe des Eingangschores in seinem stufenförmigen Aufbau, überhaupt bas Jugenblich-Machtvolle bet ganzen Komposition unb die herrliche Schlutzphantaste würbe in glücklichem Zusammenwirken mit dem Jnstrumen- talkörper, ber aus Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters bestand, mit eindringlichem gesanglichen Ausdruck unb frischer satter Klanglichkeit gemeistert. Wohltuenb empfanb man auch bie Einschaltung des charakteristischen Cembalo-Klanges, der vor allem auch dem Kleinen geistlichen Schütz-Konzert ein besonderes Gepräge gab: hier hatte wohl Katharina Ligniez wieder ihr schönes Instrument zur Verfügung gestellt, das sie mit zuverlässiger Spielkultur betreute.
Während die beiden Eingangschöre von Haßler und Lasso noch etwas trocken und akademisch wirkten, entfalteten die beiden alten vier- unb achtstimmigen Weihnachtslieber feine melodische Reize, bas Kindelwiegenlieb hätte man ruhig etwas fdmeUer nehmen können. Für bie Soli in ber Bach-Kantate, in Schützens geistlichem Konzert „Gegrüßet sei, Maria" setzten sich neben ber bewährten unb abgeklärten Ora- torientunft von Kammersänger Hans 23 uzel zwei junge Künstler ein: bes Tenoristen Hellmuth von Diringsbofen, ber anscheinenb sehr schönes Material besitzt, also wohl stimmlich, aber noch nicht beklamatorisch und gesangstechnisch seinen Partien gewachsen war, unb bie Sopranistin Mimi Engel- mohr, bie mit sympathischem Ernst unb energischer Stimmanspannung ihrer Aufgabe gerecht zu werben strebte. Anerkennung verbient auch bie sorgfältige Durchführung ber obligaten Violine in der Batz- Kantateuarie durch Ludwig Baier. Den Haupt- anteil des Konzertes trug neben dem Chor Kirchen- musikdirektor Heinrich Möller auf der ebenfalls durchgreifend umgestalteten Orgel, bie nun — als erste in Kassel — mit elektrischem Antrieb unb von
27. Februar 1928 int Landeskirchentag ausgesiihrt habe: „Der preußische Staat selbst ist vielleicht sowohl seiner Stellung zum Reich, als auch hinsichtlich seiner Grenzen in einer Umbildung begriffen. Die einzelnen Landeskirchen haben sich im Verfolg ihrer kirchlichen Aufgaben die Frage zu stellen, inwieweit sie unabhängig oder in Abhängigkeit von der staatlichen Entwicklung Verbindungs-Verhandlungen anzufttüpfen haben. Solch größere Zusammenschlüsse sind nicht nur nötig, um die Rechte ber Kirche gegenüber bem Staate wirksam vertreten zu können, sie stnb auch nötig, um zu verhüten, baß ber Partikula- risrnus, ber uns Deutschen ja nun einmal erb- unb eigentümlich ist, bei mehr ober weniger berechtigter Einbämmung auf staatlichem Gebiet sich nunmehr in ber Kirche austobt, sich auf bas kirchliche Leben stürzt. Pofttiv ftnb aber solche Zusammenschlüsse schon des- halb erforderlich, um Gesamtausgaben ber Kirchen zu erfüllen, bie jetzt unterbleiben müssen, weil bie einzelnen kleinen Landeskirchen nicht imstande sind, die, dazu erforderlichen Mittel auszubringen:. Dabei dachte und denke ich nicht etwa an eine „Reichskirche", nicht an eine unbedingt abzulehnende Uniformierung, keine Einerleiheit, keinen Unitarismus, sondern
ausschließlich an eine Reform der kirchlichen Gesetzgebung unb Verwaltung, also an bie Vereinheitlichung ber kirchlichen Gesetzgebung unb an bas Zusammenlegen von Gesetzgebung und Verwaltungskörpern einzelner Kirchen
sowie bie Schaffung gemeinsamer Einrichtungen z. B. auf sozialem Gebiet, ohne baß bas Eigenleben in Lehre unb Bekenntnis, in kirchlicher Sitte unb örtlichem Brauch dadurch berührt wird. Solche Vereinigungsbestrebungen werden seitens unserer evangelischen Landeskirche Hessen-Kassel mit allem Nachdruck verfolgt und sind schon so gefordert, wie es die außerordentliche Schwierigkeit der Materie zuläßt. Unser Lanbeskirchentag batte am 29. November 1928 einen grunblegenben Beschluß gefaßt, ber bie Vereinigung ber Kirchen ber Provinz forbert unter Wahrung der zur Aufrechterhaltung des Bekenntnisstandes unb ber kirchlichen Eigenart nötigen Selbständigkeit mit bem Ziel bet Vereinigung aller deutschen evangelischen Glaubensgenossen in bet ersehnten einen deutschen evangelischen Kirche.
Hierbei spielt bie Reichsreform zwar keine ausschlaggebende, aber immerhin sehr wichtige Rolle. Denn bie wechselseitigen Rechte und Pflichten von Staat und Kirche sind — man denke nur an die Staatsverträge und die Pfartbesoldung — Recht der Länder unb nicht bes Reiches. Eine Umgestaltung ber Länder beeinflußt auch sie, ebenso wie eine überstaatliche Kitchenveteinigung.
Reichsreform unb kirchliche Veteinigungsbesttebun- gen ftnb also kein Nebeneinander, geschweige denn ein Gegeneinander, sondern es sollen beide in steter Fühlungnahme miteinander dazu dienen, die in unserem Volke vorhandenen Kräfte unter möglichster Vermeidung unsachlicher Reibungen mehr als bisher nutzbar zu machen zum Wohle nicht nur unserer engeren Heimat, nickt nur von Preußen, sondern darüber hinaus für unser gesamtes Vaterland.
Reichsreform und Kirchenvereinigung
Aus dem Rundfunkvortrag von Präsident Or. Bähr
Nächtlicher Heimweg
Vorn langen Wirken ruht der Tag.
Nacht atmet tief in vollen Zügen.
Das Leben pulst in mattem Schlag.
Nur schwache Schimmer über Dächer fliegen.
Am Firmament, von Wolkenschicht
Verdeckt und preisgegeben, zittert Ein Urstein, punktgewordenes Licht. Unb Nebel ducken sich vom Wind zerknittert.
Mit Giebeln hoch und spitzgezweigt Stehn Häuser — Tier mit leeren Blicken — Eins an dem andern, vorgeneigt, So lauernd, um mich zu ersticke».
Stille, zerfetzt durch meinen Schritt.
In engen Gassen, Winkelwegen Reitz ich den Schall im Dunkel mit Und komm im Echo mir entgegen.
Paul Kaiser.
einem beweglichen Spieltisch aus bedient werden kann. Der gleichmäßig schlicht und gradlinig entwickelten Froberger-Fanniasie folgte ein außerordentlich delikates klavieristisch-dreistimmig ausgesponnenes Marien-Jntermezzo vom Heidelberger Hofkamor Arnold Schlick (fl517), eine architektonisch wirksame Choralbearbeitung von Anton Kniller (um 1700), ein fein abgestimmtes kleines Choralstück aus Bachs Orgelbüchlein, die registermätzig liebliche und interessante kanonische Veränderung über „Vom Himmel hoch" und schließlich eins der hinreißenoen sarben- prächtigen und virtuosen Standwerke, das Präludium mit Fuge in D- dur, das den Organisten vor allem in der überlegenen Klangdisposion, in der tonlichen Klarheit, Plastik und -Konzentration als einen sicheren Beherrscher des Instrumentes zeigte. Für den Leiter des Ganzen Willi D a 11 m a n n aber, ber bie anspruchsvolle Aufgabe mit lebenbiger Energie unb ehrlichem Verstänbnis bewältigt, bedeutete ber Abend einen wohlverdienten künstlerischen Erfolg.
Dr. St.
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Weihnachtskonzert in ber Marlinskirche. Das Weihnachtskonzert des Zulausschen Madrigalchores findet am 20. Dezember, 20% Uhr, in ber neu hergerichteten Martinskirche statt. Es bringt Werke von drei Kasseler Komponisten, die besondere Aufmerksamkeit beanspruchen dürfen. Vor allem ist zu nennen eine Motette von H. O. Riege für Chor a capella und bie Uraufführung von O. Scheuchs Kantate Weihenächre für gemischten Chor, Solosopran, Streichorchester, bereit Text von Emil LardH stammt. Zwei Werke von Bruno Stürmer dürsten durch ihre Doppelchorigkeit im barocken Stile Interesse finden Die Erstaufführung einer Weihnachtskantate von Buxtehude schließt sich an unb wie immer beschließen Weihnachtslieder ben Abenb, ber für alle Hörer wieder eine Feierstunde zu werden verspricht.
Oer lehie (Sonntag vor -em Fest
Ter „Goldene" entsprach ben Erwartungen ber Geschäftsleute.
Wie ber silberne, trug auch ber goldene Sonntag bie Signatur eines Hellen klaren Wintersonnmgs. Schon in ben Vormittagsstunben taufte diesmal ein Teil bes Publikums, gewitzigt burch ben großen Anbrang am 11., ein. Die Zuge vom Land brachten gestern noch größere Mengen als am Sonntag zuvor. Wenn auch wieder die Beobachtung gemacht wurde, daß das Publikum meist Geschenke in billiger unb mittlerer Preislage eintaufte, so meinte ein Geschäftsmann witzig, daß viel Kleinvieh auch guten Dünger gebe.
llebercinftimmenb hören wir, daß Stadt und Land gestern verhältnismäßig gut eingekauft haben. Auch die Reichsbahn hat gestern kein schlechtes Weihnachtsgeschäft gemacht. Im einzelnen hören wir, daß Konfektion, Schuhwaren und Stosse an der Spitze marschierten. Die Lebensmittel- und Zigarrengeschäfte waren diesmal zufriedener, als am silbernen Sonntag. Leider wurden wieder Klagen aus Kreisen ber in ben Nebenstraßen unb an ber Peripherie wohnenden Geschäftsinhaber taut, die sich vom Publikum vernachlässigt fühlen. Im allgemeinen aber haben die Umsätze teilweise die des Vorjahrs erreicht.
Der Helle Lichterglanz in der Mittel- und Oberstadt kann aber die Not unb Sorge nicht verdecken, die hinter vielen Häuserfassaden unserer Stadt wohnt. Mit Recht wurde deshalb von vielen Passanten der Aermsten gedacht und mancher Weihnachtsgroschen fiel in die Büchsen ber Winterhilfe, bes Karlshospitals unb ber Heilsarmee. Wir macken barauf aufmerksam, baß biese Woche bie Geschäfte bis 8 Uhr abenbs geöffnet ftnb.
Fahrplaniinderung. Triebwagen 1202 Escbwege-Kassel erhält vom 18. 12. ab Aufenthalt tn Niederkausungcn und verkehrt: Oberkausungen ab 8,22 Uhr, Ntederkausungen ab 8,26 Uhr. Papierfabrik ab 8,31 Ubr. Raffel- Bettenhausen ab 8,38 Uhr, Kaffel-Wilhelmshöhe 8,51 Uhr, Kirchditmold 8,55 Uhr, Kassel Hauptbahnhof an 9 Uhr.
Wetter»
Das kontinentale Hochdruckgebiet ist trotz ber regen Störungstätigkeit im Norden, die sich mehr nach Nordskandinavie» zu entfaltet, weiter erhalten geblieben unb wirb bei uns zur Fortbauer des meist trockenen Wetters führen. Immer noch befindet sich ein Kälteherd über Mittel- und Süddeutschland, während in der Höhe bie Temperaturen fast an 10’ heranreichen. In ber Grenzschicht zwischen Kalt- unb Warmluft werben sich weiterhin Nebel bilden, doch dürfte ber Himmel auch zeitweise sich aufklaren. Im Flachland gehen in der Nacht die Temperaturen immer noch unter ben Gefrierpunkt zurück.
Aussichten für Dienstag: Neblig-wolkig, zeitweise auch aufklarend, »och seichter Nachtfrost, meist trocken.
Wetterbeobachtung tum 18. Dezember.
Seit Barom. t. mm Temv. C. Luftfeuchtigkeit
Mittags 12 Uhr 771,5 + 3,8’ 78 %
Abends 6 Uhr 771,5 + 2,5» 82 %
Wetterbeobachtung vom 19. Dezember.
Morgens 8 Uhr 771 —1.50 91 %
Mitaeteilt von Divlotnamiker Setz.