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Komm Lend, 17./Sonntag, 18. Dezember 1932

Kasseler Treueste Tlachrichfen

Sette 3-1 Beilage

ftnfert Hetrnat

Aus -em Kreise Witzenhaufen

Großalmerode. Schon wieder politische Verhand­lung. In der StrafsitzUng des Amtsgerichts Hanen sich die Angeklagten 25. Kramer, G. F. Briehle, H. Becker, L. Bertel und F. W. Joswig aus Helsa zu verantworten. Die Anklage wirft dem 2lngeschuldigten Kramer vor, am 28. August einen polit.scheu Auszug der NSDAP. durch das Dorf Wickenrode geführt zu haben, während die anderen ?lngeklagten sich nur wegen der Teilnahme an diesem verbotenen Aufzug zu verantworten haben. Aus diesen Gründen wurden die Angeklagten mit Strafbefehlen in Höhe von 50 RM. bezw. 15 RM. bedacht. Der Einspruch führte zur Verhandlung. Der Vertreter der Staatsanwalt­schaft stellte fest, daß die Merkmale für einen politi­schen Aufzug vorhanden waren und beantragte gegen den Angeklagten Kramer als Leiter des Aufzuges eine Geldstrafe von 25 RM., während die anderen Ange­klagten mit je 15 RM. verurteilt werden sollten. Das Gericht verkündete folgendes Urteil: Der Angeklagte Kramer erhält eine Geldstrafe von 15 RM., die übri­gen Angeklagten eine solche von je 5 RM. Weiter batte sich noch der Angeklagte B. aus Kaffe! wegen Betrug zu verantwortest. Da jedoch die Beweise hier­zu nicht ausreichten, sprach ihn das Gericht von der Anklage frei.

Aus dem Kreise Melsungen

Melsungen. Ein Fortbildnngskursns für Standes­beamte findet am Dienstag, den 20. Dezember, 11 Uhr, in Kassel,Gasthof zur Stadt Stockholm", statt.

Aus Südhannover

Hann.-Münden. Ein Zusammenstoß zwischen zwei Lastautos, bei dem es zum Glück keine Verletzten, wohl aber einen erheblichen Sachschaden gab, ereig­nete sich in der Langestraße. Ein Göttinger Brauerei­auto fuhr einem Lastauto in die Flanke, wobei 45 Kisten mit Flaschen auf die Straße fielen und aus- sloffen.

wesen, und zwar am Nachmittage des Brandtages. Einem Zeugen gegenüber hatte sie kurz vor Sem Brande ausgesagt, daß sie ihr Besitztum anzünden werde, wenn Oie Zwangsversteigerung zur Durchfüh­rung komme. Sluch die Höhe der Belastung und oie Tatsache einer Ueberversicherung fielen ins Gewicht. Ter Staatsanwalt hielt die Angeklagte der vorsätz­lichen Branoftiftung und des Versicherungsbetruges für schuldig uns beantragte die Mindeststrafe von sechs Monaten. Das Gericht erkannte auf Freispre­chung wegen Mangel an Beweisen.

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Eimelrod. Opfer der Glätte. Infolge der Glätte auf der abschüssigen Dorfstraße, die mit Schnee be­deckt ist, geriet der mit einem Pferd bespannte Wagen des Händlers H. ins Schleudern und kippte an der Hofeinfahrt um. Ter Fahrer wurde vom Bock ^ge­schleudert. Tas Pferd, wild geworden, schlug derart heftig aus, daß der am Boden liegende Fahrer an den Beinen und am Kopf erheblich verletzt wurde. Außerdem erlitt er eine schwere Brustquetschung.

Aus Waldeck

Bad Wildungeu. Landeskirchentag. Wie wir er­fahren, tritt voraussichtlich am 28. Januar der Landes- kircheniag zusammen.

Waldeck. Christmarkt. Nach einer alten Sitte fand der Christmarkt statt. Der besonders bei Oer Jugend beliebte Krammarkt hat in den letzten Jahren wohl infolge der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse viel von seiner alten Anziehungskraft verloren. Auch diesmal war die Beschickung von feiten der Händler nicht stark. Auch der Besuch von auswärts ließ zu wünschen übrig.

Lobenhausen. Ein arger Streich wurde einem Ein­wohner gespielt. Seine Gänse hatten ihm auch vier Säcke kostbarer Federn eingebracht. Zu seinem Er­schrecken mutzte er feststellen, daß Bubenhände ihm nachts die Federn angezündet hatten.

Großes Feuer in Ober-Gembeck

Aus dem Kreis Hotgeismar

Hofgeismar. Der Kuhmagen als Schmuckkasten. Ein Landwirt, der eine Kuh verkaufen wollte, ent­schloß sich schließlich, da die Gebote zu gering waren, sie selbst zu schlachten. Zu seinem Glück, denn in dem Kuhmagen fand er den feit zwei Jahren vermißten Trauring seiner Frau.

Aus dem Kreise Fritzlar-Homverz

Wabern. Schluß in der Zuckerfabrik. Nachdem die Campagne der Zuckerfabrik schon nach vierwöchiger Dauer beendet war, sodaß dadurch schon 175 Arbeiter zur Entlassung kamen, ist nunmehr die Verarbeitung der Zuckerrüben beendet worden. Hierdurch sind auch die restlich beschäftigten Saisonarbeiter wieder zur Entlassung gekommen.

Aus dem Kreise Eschwege

Eschwege. Winterhilfe. Der Kreisausschutz hat 2000 RM. der Winterhilfe der Stadt zur Verfügung ge­stellt. In der nächsten Woche werden Lebensmittel und auch Kohlen verteilt werden. Von verschiedenen Sei­ten werden Veranstaltungen zum Besten der Winter­hilfe durchgeführt. Die Mhüler und Schülerinnen der Fri^rrch-Wilhelrklsschule werden den Reinertrag einer Weihnachtsfeier der Winterhilfe zuführen.

Wanfried. Selbst verschuldet. Aus der Landstraße von Schwebda nach Kella hing sich ein junger Rad­fahrer aus Kella an das nach dort fahrende Postamo. Dabei fuhr er auf einen am Straßenrande liegenden Schotterhaufen, sodaß er stürzte. Er trug erhebliche VerletzULgen im Gesicht und an den Händen davon. Zunächst gab der Derustglückte an, von dem Auto an- aefahren worden zu sein. Die polizeilichen Ermittlun­gen ergaben jedoch, daß der Verunglückte den Unfall selbst verschuldet hat.

Eine Scheune mit Erntevorrätcn niedergebrannt.

Am Hellen Nachmittag brach in einer großen Scheu­ne in Ober-Gembeck Feuer aus. In dem etwa 60 Me­ter langen Scheunengebäude waren noch große Men­gen an Stroh und Erntevorräten aufgespeichert. We­nige Minuten nach dem Feueralarm stand das ganze Gebäude in Hellen Flammen. Zu retten gab cs nicht mehr viel. Mehrere Maschinen wurden auch noch ein Opfer der Flammen. Die sofort an der Brandstelle er­schienenen Feuerwehren aus Gembeck und Mühlhausen die später noch durch die Kreismotorspritze aus Arol­sen verstärkt wurden, nahmen den Kampf mit dem wütenden Element energisch auf. Die Flammen schlu­gen haushoch und verbreiteten in der Umgebung eine glühende Hitze, die die Löschmaßnahmen sehr er­schwerte. Der herrschende starke Ostwind begünstigte die Entwicklung des Feuers sehr. Nach knapp zwei Stunden war die Scheune bis ans die Grundmauern niedergebrannt. Der Schaden ist beträchtlich, soll je­doch zum größten Teil durch Versicherung gedeckt sein, lieber die Brandursache ist man sich noch nicht im klaren. Man vermutet jedoch fahrlässige Brandstiftung

Aus Oberhessen

Groß-Felda. Vom Baum getroffen. Ein Holzhauer geriet beim Sturz eines Baumes unter einen starken Ast und zog sich einen doppelten Beinbruch zu.

Aus dem Kreise Frankenberg

Rosenthal. Zu einem Heimatabend hatte der Aus­schuß im Eemeindehause eingeladen, begrüßt von Bür­germeister Rückert. Lehrer Himmelmann hielt einen Vortrag über die Entwicklung des Amtes Rosenthal. Nach einem 600jährigen Bestehen geht dieses Amt der Auflösung entgegen. Bürgermeister Rückert sprach

über die Maßnahmen zur Erhaltung des Amts­gerichts. Dann folgte ein Lichtbildervorirag über eine Wanderung durch die Lüneburger Heide. Lieder- porträge des Gesangvereins umrahmten den schön ver­laufenen Heimatabend.

Fraukenberg. Autounfall. Aus der Landstraße LöhlbachFrankenberg geriet der Obergerichtsvoll­zieher aus Frankenberg an der Kreuzung zwischen Löhlbach und Frankenau mit seinem Auto derart ins Rutschen, daß er die Gewalt über seinen Wagen ver­lor und in den Straßengraben fuhr. Ein zufällig des Wegs kommender Landmann nahm den Verunglück­ten, der erhebliche Verletzungen am Kopf und am Arm davongetragen hatte, mit in den nächsten Otr. wo ein Arzt ihn verband.

Frankenberg. Beim Mispelpflücken abgestürzt. Ein städtischer Beamter stürzte beim Pflücken von Mispel- zweigen von der an einem Baurn gelehnten Leiter so unglücklich ab, daß er besinnungslos liegen blieb. Sein Begleiter holte schnell ärztliche Hilfe herbei, die neben einer erheblichen Kopfverletzung auch einen Schlüssel­beinbruch feststellte. Ter Verunglückte mutzte in die Chirurgische Klinik nach Marburg eingeliefert werden.

Aus dem «reife Kirchhain-Marburg

Neustadt. Des Schäfers letzte Ruhe. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde der frühere Schä­fer Heinrich G o n t h e r zu Grabe getragen, lieber 55 Jahre bat er die Schafe gehütet und den Hirten­stab erst vor zehn Jahren niedergelegt.

Liugelbach. Freizeit für Erwerbslose.' Pfarrer Metz (Holzburg) hielt den Erwerbslosen einen Vortrag über die Schlachtfelder, in Frankreich und die Friedhöfe in Feindesland. Der Redner mahnte, den Haß zu be­kämpfen und den Frieden zu lieben.

Kirchhain. Kein Erlcngeld. Infolge des geringen Erlöses und der hohen Ohmregulierungskosten kann für das Jahr 1932 kein sog. Griengelb verteilt werden. Das Erleugeld soll solange einbehalten werden, bis sämtliche Regulierungskosten bezahlt sind. Zur Deckung der noch rückständigen Kosten soll für 1932 ein Zuschlag von 100 o. H. zu den sog. Erasegeldern erhoben werden.

Kirchhain. Einbruch. Diebe drangen nachts in die Bäckerei von Georg Althainz und raubten Mehl und Brote.

Kirchhai«. Die Biehoerwertungsgenossenschaft hat 1806 Schweine, 126 Stück Großvieh und 234 Kälber umgesetzt; der Umsatz hat sich gegen das Vorjahr wesentlich gesteigert.

Kirchhain. Von der Kreisbauernschaft. Im Bahn­hofshotel tagte die Kreisbauernschaft. Direktor Bork- Horst vom Kurhessischen Landbund in Kassel sowie Landwirtschastslehrer Becker (Kirchhain) hielten Vor­träge. Auch die KreisviehverwertunF hielt eine Gene­ralversammlung ab.

Marburg. Wohlfahrtsgutscheine. Die Stadt hat auf vielseitigen Wunsch Wohlfahrtsgutscheine für Bettler herausgegeben. Der Gutschein hat den Wert von ?,% Rpfg. und ist nur für den Einkauf von Lebensmitteln gültig. Die Wohlfahrtsgutscheine wer­den in Heftchen zu 10 Stück abgegeben und jederzeit von der Stadthauptkasse eingelöst.

Aus dem Kreise Dillenburg

Gladenbach (Kr. Warburg). Für Arbeitsbeschaf­fung. Die Gemeindevertretung beschloß zur Durchfüh­rung des Zusammenlegungsverfahrens die Aufnahme eines Kredits von 5000 Auch die Marktstraße soll wieder hergestellt werden.

Allendorf bei Gladenbach, Kr. Dillenburg. In der Gemeindevertretung wurde zu einem Anträge der Wohlfahrtserwerbslosen auf Einstellung der Pflicht­arbeit in den Wintermonaten gesprochen. Die Ge- meindev«tret»NA,-«uDe. Wer diesen Antrag rv«Acu - Nichtzustänsigkeit ablehnen. Ein weiterer Antrag aus Abgabe von Brennholz soll in der nächsten Sitzung besprochen werden. Kenntnis genommen Wunde da­von, daß die Unterschlagungen ves Lichtgelderhebers 314 Kilowattstunden betragen. In monatlichen Raten will der frühere Stromgelderbeber den Betrag zurück­zahlen. Es soll aber erst das Resultat der gerichtlichen Untersuchung abgewartet werden.

Wommelshausen, Kr. Dillenburg. Fehlbetrag. Der Gemeindeetat des neuen Rechnungsjahres schließt mit einem Fehlbetrag von über 6000 RM. ab. Die Auf­

sichtsbehörde hat die Erhebung von 500 Prozent Bür­gersteuer angeordnet. Ebenso wurden die Realsteuern erhöht.

Aus dem Kreise Rotenburg

Rotenburg. Standesbeamteutagung. 3m Gasthaus Rose fand ein von der Regierung eingerichteter stan­desamtlicher Fortbildungskursus für die Standes­beamten der Landkreise Rotenburg und Hersfeld statt. Reg.Ass. Dr. Knost sprach über die Schadenersatzpflicht des Standesbeamten an Hand sehr verständlicher Bei­spiele aus der Praxis. Regierungs-Inspektor i. R. Stiller machte Ausführungen über Fälle aus seiner langjährigen Praxis.

Rotenburg. Lohnnachweisungen find einzureichen. Die l^rdwirtschaftlichen Betriebsunternehmer oder deren Stellvertreter sind verpflichtet, für die von ihnen beschäftigten Angestellten (keine Betriebsbeämten und Facharbeiter) bis zum 1. Januar 1933 Lohnnachwei- lungen einzureichen.

Heinebach. Kaninchenzüchter stellen aus. Daß auch infolge der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse das Halten von Kaninchen zu einem wichtigen Faktor ge­worden ist, wird eine am 17. und 18. Dezember vom Kaninchenzuchtverein veranstaltete Ausstellung zeigen. Es werden zirka 200 Tiere der verschiedenen Rassen und besten Qualitäten gezeigt werden. Eilt es doch, die Tiere nicht nur zum Luxus zu führen, man will den noch Fernstehenden durch diese Ausstellung bewei­sen, daß man Kaninchenfleisch als Volksnahrung ein­führen will. Ferner wird die Ausstellung mit einer Pelzschau von gegerbten und zugerichteten Fellen ver­bunden sein. Am Schluß soll eine Verlosung von Kaninchen stattfinden.

Bebra. Steuerkarten für 1933. Den Lohnsteuer- pflichtigen werden in diesen Tagen die Steuerkarten zugestellt. Die Gemeinde Bebra erhebt 200 v. H. des Landessatzes. Maßgebend ist das Einkommen des Jahres 1931. Die Bürgersteuer beträgt bei einem Jahreseinkommen bis 450 RM 12 RM.. von 4501 RM. bis 6000 RM. 18 RM., von 6001 RM. bis 80)0 RM. 24 RM., von 8001 RM. bis 12000 RM. 36 RM., von 12001 RM. bis 16 000 RM. 48 RM. Steuerpflich­tige, die nicht zu den Arbeitnehmern zählen (Gewerbe­treibende usw.) werden besonders zur Bürgersteuer veranlagt; die Steuerbescheide werden ihnen im Ja­nuar k. Js. zugestellt.

Brand in Boiienhorn

Ei» Dachstuhl vernichtet.

Im Anwesen des Landwirts Enners zu Botten­horn en,stand ein Brand, der schnell um sich griff und den Dachstuhl des Hauses vernichtete. Die Feuer­wehr konnte in angestrengter Arbeit das gesamte Haus und die Nebengebäude retten. Die Entstehungs­ursache des Brandes ist ungeklärt.

Keine Kürzung der Richtsätze

3m Kreis Schmalkalden

Der Preußische Landtag hat einen Antrag ange­nommen, durch den Regierungspräsident Dr. Frte- densbura angewiesen wird, die Kürzung der Richtsätze für Wohlfahrts - Unterstützungsempfänger um 12 v. H. für den Kreis Schmalkalden zurückzuziehen und die bereits weniger ausgezahlten Beträge sofort nachzu- zable>l.

Ltnierfchlagungen in Schmalkalden

Bei der Ortskrankenkasse.

Vor kurzem wurden bei der Ortskrankenkasse SchtMtlkcüven UnketfchWMtüsen-<iE Angestellten auf- gedeckt, der bereits wegen ähnlicher Verfehlungen aus den Diensten der Stadtkasse cntlaffen worden war uns dann bei der Ortskrankenkasse Aufnahme gefunden hatte. Außer ihm ist noch ein zweiter Angestellter der A. O. K. in die Angelegenheit verwickelt. Ucber die Höhe der Unterschlagungen ist noch nichts zu erfahren, da die Ermittlungen noch nicht abgeschloffeit sind. Das Oberversicherungsamt hat eine sofortige Revision be­antragt.

Oer Hanauer Bombenanschlag

Zuviel Gerechiigkeii"

Es kann nicht Geld genug kosten

Von einem Baum erschlagen

Ein Waldaufseher in Obermarsberg.

Der Waldaufseher Peine von Obermarsberg beauft sichtigte die Arbeiten der Holzfäller. Eine fallende Tanne stieß gegen einen noch stehenden Baum und er­hielt dadurch eine andere Richtung. Der Waldwärier wurde von dem fallenden Baum mit Wucht getroffen und gegen einen anderen Baurn gequetscht. Mit schwe- ren Verletzungen wurde der Ohnmächtige einem Kran­kenhaus zugeführt, wo er wenige Stunden nach seiner Einlieferung verschieden ist. Der auf so tragische Weise ums Leben Gekommene, hinterläßt eine Fran und ein Kind.

Freigesprochen

Der Brandfall Hohenwepel vor Gericht.

In Hohenwepel, Kreis Warburg, brannte am 16. September das Wohnhaus der Wwe. Lohve bis auf die Grundmauern nieder. Die Polizei nahm auf Grund von Indizien die Besitzerin als der vorsätz­lichen Brandstiftung verdächtig, fest. Frau Lobve hatte sich nun vor der großen Strafkammer zu verantworten Ihr Haus war überschuldet, sodaß Zwangsversteige­rung angesetzt war. Die Angeklagte war, wie die Be­weisaufnahme ergab, als letzte in dem Hause gc-

Wenn auch der Reichsrat gestern feine Entschei­dung über das vom Reichstag angenommene Am­nestie g e s e tz bis zum Dienstag ausgesetzt hat, so zweifelt doch kein Mensch mehr daran, daß das Ge­setz, das durch einen wahren einmütigen Beschluß des Reichstages zustandegekommen ist und einen nicht unwesentlichen Kernpunkt unserer innenpolitischen Lage bildet, noch vor Weihnachten in Straft tritt.

Von überall her kommen Meldungen, daß die Sondergerichte bereits ihre Tätigkeit eingestellt und die meisten Gerichte die Verhandlungen über die un­ter die Amnestie fallenden Straftaten aus er­sichtlichen Zweckmäßigkeitsgründen vorerst ausgesetzt haben. Nur fn Kassel kann man sich zur Aner­kennung derartiger Zweckmäßigkeitsgründe noch nicht aufschwingen. Wie wir erfahren, soll der Ober­staatsanwalt z. B. in einem bestimmten Fall der Aussetzung des Verfahrens im Beschwerdeweg wider­

sprochen haben, nachdem das zuständige Gericht im Hinblick guj das Amnestiegefetz die Verhandlung be­reits ausgesetzt hatte.

Auch bis heute haben die Berliner Vorgänge noch keine Auswirkung gefunden, die unter die Amnestie fallenden Straftaten sollen wirklich noch verhandelt wer­den, wodurch letztlich nur der Staatskasse nicht un­erhebliche Kosten aufgebürbel werden.

Am Freitag verhandelte die große Strafkammer noch einen Fall, in dem die Anklage auf Grund der Antiterror-Verordnung erhoben worden ist, also wegen eines Delikts, das unter allen Umständen un­ter die Amnestie fallen wird.

Muß das wirklich sein? Glaubt man in Kassel nicht ohne die berühmte Anweisungvon oben", nicht aus eigenem Ermessen handeln zu können?

Reue Ermittlungen.

Zu «em vor zwei Wochen gegen die Wohnung des Oberbürgermeisters in Hanau verübten Bombenan­schlag teilt die Kriminalpolizei mit, daß es ihr nach langwierigen Ermittlungen gelungen ist, festzustellen, daß die bei der Anfertigung der Bombe benutzten Eisenstücke von Diamantschleifmaschinen herrühren die in zerschlagenen Teilen auf dem in der Eisenbahn­kaserne Nr. 3 befindlichen verschlossenen Boden der Diamantschleifergenossenschaft gelagert haben. Vom Regierungspräsidenten in Kassel ist die ausgesetzte Belohnung von 500 auf 1000 Mark erhöht worden.

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