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Kasseler neueste TlaArWen

Seite 3 1. Beilage

ssreitag. 16. Dezember 1932

LLnfere Heimat

Aus dem Landkreis Staffel

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Laasphe. Neue Schule. Unter zahlreicher Teil­nahme der Bevölkerung fand am Mittwoch die Weihe der neuen Schule in Rückershaufen statt. Schul­rat Vrogelmann hielt die Weiherede. Die Weihehand­lung wurde durch gesangliche Darbietungen des Ee- fangoereins stimmungsvoll umrahmt.

müsse man mit einem Defizit von 5600000 Mark rechnen. Jeder sechste Einwohner der Stadt müsse unterstützt werden. Die Stadt habe seit 1. Oktober 1931 im Gegensatz zu anderen Städten und im Gegen­satz zu den sozialen Leistungen des Reiches und des Staates die Richtsätze für die Gewährung der Unter­stützungen nicht gesenkt. Durch den Autostraßenbau würden eine große Anzahl Arbeit finden, ferner habe der Magistrat einen Kredit von 5000 Mark gewährt, damit die Arbeiten der Winterhilfe sofort übernom-

genheiten einer Reihe von Universitäten, darunter die Universität Marburg, in seinen Händen.

Ministerialrat Dr. Klingelhöfer hat die Universität Marburg jederzeit umsichtig gefördert. An chrer schnell aufstrebenden Entwicklung in den letzten sieben Jah­ren hat er hervorragenden Anteil. In dankbarer An­erkennung seiner großen Verdienste wurde ihm 1929 von der Medizinischen Fakultät der Universitfst Mar­burg die Würde eines Eürendokwrs der Medizin ver­liehen. Am Weltkriege nahm er als Leutnant der Re­serve des Meiningschen Infanterie-Regiments Nr. 32 teil, zu letzt nach schwerer Verwundung 1917/18 als Adjutant der Landwehrinspektwn Straßburg im Elsaß.

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Marburg. Berufung an die Universität. Dr. Frie­drich S ch a f f st e i n. der Göttinger Privatdozent für Strafrecht und Strafprozeßrecht hat von der Marbur­ger Universität den Auftrag erhalten, für das Winter­semester den durch den Fortgang von Professor Dr. Mezger freigewordenen Lehrstuhl für Strafrecht zu vertreten.

Marburg. Neue Lieferungsbedingungen für GaS und Wasser. Der Betriebsausschuß hat neue Liefe­rungsbedingungen für elektrische Arbeit, Gas und Wasser beschlossen, die durch den Magistrat genehmigt worden sind. Die Bedingungen liegen vom 15. Dez. bis 15. Januar bei der Kaüe der gewerblichen Be­triebe der Stadt Marburg offen und treten sofort

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Eschwege. Sitzung des Kreistages. Bürgermeister Dr. Swlzenberg würdigte die Verdienste des kom. Landrats Dr. Deichmann. Er empfahl dem Kreistag, dem Staatsministerium die Ernennung Dr. Deich­

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blond, bartlos, ovales Gesicht, blaue Augen, trägt dunklen Anzug und dunklen Mantel und ist ohne Kopfbedeckung. Einen grauen HHut, seinen eichenen Stock und seine braunlederne Aktentasche, in dem sich seine sämtlichen Ausweisvaviere mit Lichtbild und sonstigen Kleinigkeiten befinden, hat er in einer hiesi­gen Wirtschaft zurückgelassen.

Kirchhain. Brotprersabfchlag. Die Bäckerinnüng teilt mit, daß der Preis des Brotes für ein 4-Pfund- Brot 60 Pfg., für ein 6-Pfund-Brot 90 Pfg. beträgt.

Kirchhain. Sprechstunden im ehemaligen Krcis- haus. Der Kreiskulturbaumeifter des Landkreises

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in Kraft.

Marburg. Vermißt wird seit dem 6. Dezember der Bankbeamte Philipp Reif, geb. 18. 6. 96 zu Westenohr (Kreis Westerburg), 1,70 nietet groß, schlank '' ~ ovales Gesicht, blaue Augen, trägt

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mache der Stadt 2530 000 Mark aus. Alle anderen Hilfen würden ebenfalls 2530 000 Mark ausmachen. Man habe so schon Sorgen, um das Geld für die Hilfsbedürftigen herbeizuschaffen. Für den Etat 1932

gedeckt ist, ist nicht sehr hoch. Das Löschwasser mutzte in Fässern herangeschafft werden. Hoffentlich erwägt man bald den Bau einer leistungsfähigen Wasser-

Sorgen in Marburg

Die Pflichtarbeiter streike«. Die Stadt kann keine weiteren Sonderunterstützungen gewähren.

Der Streik der Wohlfahrtserwerbslosen, die zur Pflichtarbeit herangezogen waren, ist immer noch nicht beendet. Das Wohlfahrtsamt der Stadt Mar­burg hat daher eine Erklärung erlassen.

Die Stadt habe die Pslichtarbeiter an zwei Tagen in der Woche zu je 8 Stunden zur Pflichtarbeit heran­gezogen. Die Arbeit sei so, daß sie jedem arbeitsfähi­gen Menschen zugemutet werden könne. Die Forde­rungen der Pflichtarbeiter seien vom Magistrat nicht zu erfüllen gewesen. Man habe die Verlängerung einer viertelstündigen Frühstückspause verlangt, die aber auch für die städtischen Arbeiter Gültigkeit habe. Man habe Kleider und Schuhe verlangt, die durch die Winterhilfe verteilt würden, und man habe bis jetzt 80(5 Stück Kleider, über 1700 Wäschestücke und 700 Paar Schuhe ausgegeben. Man habe die Bewilligung von Kartoffeln und Kohlen verlangt, die Stadt habe aber schon vorgesehen, jedem Haushalt vor Weihnach­ten zwei Zentner Kohlen, nach Weihnachten zwei Zentner Kohlen und bei starker Kälte nochmals zwei Zentner Kohlen zu bewilligen. Man werde ebenfalls mehrere J00 Ztr. Kartoffeln zu sehr niedrigen Prei­sen an die Erwerbslosen abgeben. Billiges Fleisch, Lebensmittel u. a. würden durch die Winterhilfe ver­teilt. Die Küche der Deutschhausklinik des Vaterlän­dischen Frauenvereins gäbe sehr billiges Mittag­essen ab. Ferner habe man eine Weihnachtsbeihilfe verlangt, wozu die Stadt nicht in der Lage sei. Auch zur Uebernabme der Grundgebühren für Strom- und Gasverbrauch, sowie zur Bewilligung von Mietszu­schüssen fei die Stadt nicht in der Lage. Dir Finanz­lage der Stadt lasse dieses nicht zu.

Die Weihnachtshilfe, wie sie gefordert wurde,

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manns zum Landrat des Kreises Eschwege vorzü- schlagen. Mit 13 Stimmen gegen 11 Stimmen der Rechten wurde die Wahl Dri Deichmanns jedoch ab­gelehnt. Der kom. Landrat machte dann längere Ausführungen über die Finanzlage des Kreises der bei feinem Amtsantratt einen Fehlbetrag von rund 600 000 RM. aufwies. Durch Staatsbeihilfen, Sen­kung der Fürsorgegerichffätze und Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung sei eine fühlbare Entlastung der Kreisfinanzen eingetreten. Ter Kreistag stimmte der Umwandlung eines Kassenkredits von 96 000 RM. in eine langfristige Anleihe zu.

Aus Südhannover

Znhnde. Ehrungen. Im GesangvereinLieder­kranz" wurden dem rührigen Dirigenten Lehrer Beuer- mann und Sattlermeister Wilhelm Bete II für 25jäh- rige treue Mitgliedschaft Ehrenurkunden überreicht.

Aus Waldeck

Bad Wildungen. Die Stadtväter berate« am Frei­tag. 16. Dezember, 20 Uhr. Tagesordnung: 1. Be­willigung von Haushaltsüberschreitungen und Titel­übertragungen. 2. Verlegung des Wildunger Kram- und Viehmarktes. 3. Beschlußfassung über die Unter­stellung als Naturschutzgebiet, a) der Eisenkieselklippen am Salzleckentopf, 6) des Sonderrains und c) des Odershäuser Wasserfalls. 4. Genehmigung der unent­geltlichen Wasserabgabe an den Golfklub für das Kalenderjahr 1932. 5. Beantwortung einer Anfrage des Stadtverordneten.

Waldeck. Geplante Reueinstellung bei den Mauser­werken. Zurzeit wind in den Mauserwerken ein An­bau an das vorhandene Fabrikgebäude ausgeführt, in der nach der Fertigstellung 6080 Arbeiter Beschäfti­gung finden sollen. Die Mauserwerke sind augenblick­lich gut beschäftigt. Als neuen Fabrikations,zweig hat man die Herstellung derOriginal-Mauser-Dämpfer" aufgenommen.

Aus Südwesifalen

Buhne. Zu dem Schadenfeuer ist zu ergänzen: Das Feuer brach auf dem Stallboden aus. Da nur wenige Büsche Stroh da lagen, die armen Durchreisenden zu Uebernachtungszwecken gedient hatten, fand das Feuer keine reiche Nahrung. Der Dachstuhl brannte nur teil­weise ab. Die Gebäudeschaden, der durch Versicherung

men werden könnten Man will auch schwachen Kin­dern ärztliche Hilfe gewähren. Die Stadt sei an der Höchstgrenze ihrer Leistungsmöglichkeit angelangt und könne weitere Fürsorgemaßnahmen nicht mehr über­nehmen.

Die streikenden Pslichtarbeiter haben nochmals ihre Forderungen klar auseinandergelegt.

Oer neue Kurator

Ministerialrat Dr. jur. et rer. pol., Dr. med, h. c. Klingelhöfer zum Kurator der Philipps-Universität in Marburg ernannt.

Zum Kurator der Philipps-Universität in Mar­burg wurde von den Kommissaren des Reiches der Ministerialrat Dr. jur. et rer. pol., Dr. med. h. c. Klingelhöfer ernannt.

Ministerialrat Klingelhöser. dessen Familie aus Hessen stammt, wurde 1887 in Lüdenscheid geboren. Er stuvierte 1907/1910 an den Universitäten in Freiburg, München, Berlin und Münster Rechts- und Staats­wissenschaften. Seit 1925 gehört er der Hochschulabtei­lung des Preußischen Ministeriums für Wissenschaft. Kunst und Volksbildung an. In diesem Ministerium lag das Referat für die äußeren und Finanzangele-

Marburg-Kirchhain hält jeden Mittwoch von vormit­tags 1012 Uhr im ehemaligen Kreishaus in Kirch­hain Sprechstunden ab.

Aus dem Kreise Hronkenberg

Mendorf (Eder). Rotstandsarbeite«. Der Antrag der Gemeindevertretung beim Marburger Arbeitsamt, Drainagearbeiten in den Allendorfer Gemarkung durch Notstandsarbeiter ausffihren zu lassen, wurde geneh­migt. und ie Arbeiten sollten begonen werden. Durch den starken Frost der letzten Tage mutzte der Beginn verschoben werden.

Frankenbera. Magittratssitzana. Eine drinaend benötigte Straßenbeleuchtung mußte für den nächsten Etat vorgesehen werden, da jetzt die Mittel kehlen. Die Frage der Anstellung des Gewerbelehrers Limm- roth wurde erörtert. Die ausgebotenen Grundstücke haben über 1000 .9LX erbracht. Der Verkauf eines weiteren Grundstückes für 1700 .7Mt wurde aern ge­nehmigt. Die Kosten der Kanalisation am Steinweg mußten zum Teil mit in den neuen Etat genommen werden, da im alten dafür keine Deckung mehr be­steht. Die dringend nötige Ausbesserung des Wasser­werkes mußte mit 1000 Ä.X Kosten sofort bezahlt werden, Heber den Inhalt einer von den Erwerbs­losen einqebrachten Eingabe war schon vor längerer Zeit verhandelt worden. Es soll durch eine Sammlung versucht werden, weitere Mittel flüssig zu machen.

leitung.

Aus öem Kreise Ziegenhain

Ziegenhain. Aus dem Kreislehrerverein. In der Winterversaoimlung des Kreislehrervereins sprach Pros. Grupe-Kaflel, sprach über erzieh!. Situation 6er Gegenwart. Drei unterrichtliche Ideen stehen einander gegenüber, die religiöse, die vernunftgemäße und die Herrschaftsidee. In den Widerstreit ihrer Forderun­gen steht sich der Lehrer heute gestellt; nur der Lehrer wird sich damit abfinden können, der ein ganzer Leh­rercharakter ist. Schulrat Dowie erläuterte die Richt­linien der heutigen Fortbildungsschule, der Vor­sitzende Faust sprach über die kirchliche Einsichtnahme in den Religionsunterricht und Hauptlehrer Kaiser, Oberaula über Beamtentagung. Die Wahl ergab ein­stimmige Wiederwahl des Gesamtvorstandes.

Ziegenhain. Rentenzahlung. Die Auszahlung der Militärversorgungsgebührnisse für den Monat Januar 1933 erfolgt Donnerstag, den 29. Dezember 1932. Die Unfallentschädigungen und Jnoalidenbezüge für den Monat Januar 1933 werden Freitag, den 30. Dezem­ber 1932 ausgezahlt.

Treysa. Feierstunde für die Erwerbslosen. Im Adam Kreuter" - Zimmer der Stadtschule fanden sich die Erwerbslosen zu einer Feierstunde ein. Der Jungmann Karl Thiel dankte für die gewährten Arbeiten und die Gelegenheit für Sport und Unter­richt. Er schloß mit der Bitte:Gebt uns wieder Arbeit". Bürgermeister Stein berichtete über den Segen des Freiwilligen Arbeitsdienstes und erwähnte die Erweiterung des Schwalmbades und die Erschlie­ßung des Steinbruches. Weitere Ansprachen wurden von Schulrat Dowie, Mittelschullehrer Munke und Kreiswiesenbaumeister Heid gehalten. Musikalische Darbietungen umrahmten das reichhaltige Programm.

Aus dem Kreise Schmalkalden

Schmalkalden. Fiaanzschwierigkeite« einer Kirch­gemeinde. Der Haushalt der Schmalkalder evan­gelischen Kirchengemeinde schließt bei einem formalen Ausgleich im ordentlichen Etat mit rund 75 000 und im außerordentlichen Etat mit 37 500 JMt ob. Die erheblichen Schwierigkeiten des Etatausgleichs sind darauf zurückzuführen, daß die Kirchgemeinde seit einigen Jahren mit einem vollen Steuerjahr im Rück­stand ist, Das bedeutet in den Einnahmen einen Aus­fall von 4050 000 Jt.

WEIHNACHTEN

Uhren *ehntuc'<

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Harleshausen. Ein blühender Birnbaum steht am Jungsernkopf in dem Garten von Cramer.

Großenritte. Der Verband der Maler. Filiale Kassel, beendet am Sonnabend einen fünfwöchent­lichen Fachkursus in Schrift- und Holzmalerei in Großenritte. Die Teilnehmer waren erwerbslose ju­gendliche Maler. Die angefertigten Arbeiten werden am Sonabend und Sonntag, von 11 bis 18 Uhr, im Lokal Lange, in einer Ausstellung gezeigt.

Aus dem Kreise Melsungen

Melsungen. Die Kreisgruppe des Landgemeinde­verbandes hält Sonnabend, den 17. d. Mts., norm. 9.15 Uhr, imDeutschen Haus", eine Versammlung ab. Tagesordnung: Begrüßung und Bericht über die Kreisvertretertagung. Vortrag über die Delegierten» tagung in Berlin (Berichterstatter: Der Vorsitzende der Bez.-Abt. Kurhessen). Vortrag des Herrn Bürger­meisters i. R. Schäfer (Immenhausen) über Arbeits­losen-, Krisen- und Wohlfahrtsunterstutzung, Arbeits­beschaffung und Freiwilligen Arbeitsdienst.

Spangeuberg. Werbewoche- Der Gewerbeveretn veranstaltet in der Zeit vom 11. bis 18. Dezember eine Werbewoche, die mit einer Prämienverteilung am kommenden Sonntag abend im Hotel Heinz ihren Ab­schluß findet. Jeder Käufer erhält bei einem Baretn- kauf von 3 Mark bei den 28 an der Prämienverteilung beteiligten Firmen einen Gutschein, der zur Teilnahme an der Preisfrage:Welches Märchen stellt das Bild am Marktplatz dar?" berechtigt. Die zum Schluß der Veranstaltung zur Verteilung kommenden Prämien werden erstmalig in der Hauptsache in Geldprämien in der Form von Gutscheinen bestehen.

Fleckviehzüchter tagen

Generalversammlung der Genossenschaft des Kreises Rotenburg.

Die Fleckviehzuchtgenossenschaft des Kreises Roten­burg a. F. hielt in Berneburg Herbstgeneralversamm- lung. Geschäftsführer Dr. Franz erstattete einen Teilbericht über die Tätigkeit der Genossenschaft im Jahre 1932. Insbesondere wurde auf die Messung und Bewertung aller 272 eingetragenen Herdbuchtiere, die erfreuliche Ausdehnung der Milchkontrolle und den vermehrten Futterbezug seitens der Genossen­schaft hingewiesen.

Landwirtschaftsrat Walter sprach über Tagesfra­gen der Fleckviehzucht. Seinen Ausführungen ist fol­gendes zu entnehmen: Die Zahl der auf den Bullen­märkten des Verbandes aufgetriebenen Bullen ist 1932 um 120 zurückgegangen. Von den 677 aufgetriebenen Bullen wurden 85 Prozent gegenüber 72 Prozent im Vorjahre gekört, von 569 gekörten Bullen wurden 82 Prozent gegenüber 61 Prozent im Vorjahre verkauft. Die Qualität der aufgetriebenen Bullen und der Absatz ist somit erheblich gestiegen. Der durch­schnittliche Verkaufspreis sank von 531 RM. auf 362 RM., also um 31 Prozent, was dem Preis-, rückgang auf dem Schlachwiehmarkt entspricht. Der gesamte Bedarf an Fleckviehbullen im Bezirk Kassel kostnte größtenteils durch den Verband gedeckt wer­den. Die Zahl der aus Oberbesten eingeführten Bul­len sank um 30 Prozent auf die Zahl von 97 Bullen. Eine weitere Besserung der Bullenqualität ist not­wendig.-Die Aufftellung erstklassiger Verbandsbullen, die zwecks Blutausfrischung teilweise aus den Ori­ginalzuchtgebieten eingeführt werden müssen, soll baldigst angestrebt werden. Die 1932 durchgeführte Bewertung der eingetragenen Herdbuchtiere wird ab 1933 in die Versteigerungskätaloge ausgenommen, wo­durch diö Bewertung der Abstammung der Bullen er­leichtert wird. Wegen der stärkeren Nachfrage nach weiblichem Fleckvieh und der Konkurrenz des Niede­rungsviehes werden vom nächsten Jahre ab auch Versteigerungen weiblicher Tiere statt­finden.

Der Vortrag führte zu einer lebhaften Aussprache. Hinsichtlich des Tuberkulosetilgungsverfahrens wurde eine Herabsetzung der Gebühren gefordert.

Rotenburg. Sonntagskarte bewilligt. Der vom Magistrat beantragten Auflegung der Sonntagsfahr- karten RotenburgBebra ab 21. d. M. ist zuge- sttmmt worden.

Aus dem Kreis Hofgeismar

Westuffeln (Kr. Hofgeismar). Spitzbuben. An drei Stellen ist nachts die Wäsche, die zum Trocknen hängen geblieben war, mitgenommen worden. In der Wirtschaft am Eingang des Dorfes von Obermeiser her wurden sämtliche Hühner, 20 Stück, abgeschlachtet und mitgenommen.

Hofgeismar. Freiwilliger Arbeitsdienst für schul­entlassene Mädchen. Der Magistrat will für unge­fähr 15 junge Mädchen im Alter bis zu 25 Jahren einen hauswirtschaftlichen Arbeitskursus einrichten, der einen festen Tagesplan Vorsicht. Die Teilnehme­rinnen werden in allen hauswirtschaftlichen Aroei'en, wie Kochen, Nähen ufw. praktifch beschäftigt; sie «ollen dabei ihr Mittagessen selbst unentgeltlich kochen und gemeinsam essen. Daneben erhält jede Teilnehmerin noch eine kleine tägliche Barvergütung. Anmeldungen sofort auf Zimmer 14 des Rathauses. Winterhilfe. Die Spenden für die Winterhilfe werden von dem Beauftragten des Winterhilfeausschusses. am Freiing, den 16. Dezember abgeholt. Die Eisbahn ist zur Benutzung freigegeben. Der Magistrat bittet, oen Anordnungen der Aufsicht nachzukommen.

Carlshasen. Advent im Hausfrauenverein. Rach Eröffnung des Abends durch die Vorsitzende Frau von Katzler, die in chrer Ansprache auf die Beziehun­gen der Adventszeit zu dem Leben der Hausfrau mit fein durchdachten Worten einging, las Frau Lenee vom Hausfrauenverein Spangenberg aus eigenen Werken. Dazwischen erflangen dreistimmige Weih, nachtslieder, vorgetragen vom aus Mitgliedern gebil­deten Frauenchor.

Aus dem Kreise Eschwege

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Aus dem Kreise Fritzlar Homberg

Gudensberg. Satzungen der Strdiiparkaffe. Die von den städtischen Körperschaften beschlossene neue Satzung für die Stadtsparkaste ist tum L der Präsiden­ten genehmigt und in Straft getreten. Tie bisherige Sitzung ist außer Kraft gefetzt. .

Sorten. Das Großkraftwerk hat vier groge Klär­becken für die Abwässer der Grube Altenburg ange­legt. Zwei Flutgräben führen die Abwässer zum Kraftwerk, wo sie in die Kläranlagen hochgepumpt werden. Notstandsarbeiten. Am Montag soll mit Notstandsarbeiten begonnen werden, bei denen 30 Ar­beitslose 3 bis 4 Monate beschäftigt werden.

Niedervorschütz. 25 Jahre Turnverein6ut Heil!" Der TurnvereinGut Heil" beging itn Vereinslokal M. Ostheim die Feier seines 25jährigen Bestehens. Der Vorsitzende Valentin Stüssel begrüßte insbeson­dere die siüen Mitbegründer des Vereins, die für ihre Treue zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden. Frisch- frohe Turnerlieder und humoristische Vorträge umrahm­ten die Feier.

Homberg. Flerfchkarteuausgabe. Die Ausgabe der Fleischverbilligungskarten für die Wohlfahrts- und Armenunterstützungsempfänger-erfolgt für die Klein­rentner, Sozialrentner- und Zusatzunterstützungs­empfänger am Sonnabend, den 17. d. Mts norm, von 910 llhr, auf Zimmer 5 des Rathauses.

Gilsa (Kr. Fritzlar-Homberg). Für Zwecke des Ar­beitsdienstes sind der Gemeinde 7000 bewilligt wor­den. Hauptsächlich sollen die Feldwege durch Erwerbs­lose in Ordnung gebracht werden.

Der Schlierbacher

Raiffeisenprozeß

Beginn am 19. Dezember.

Am 19. Dezember beginnt in Schlierbach der Straf­prozeß in der Reisfeisenasfäre. Die Verhandlungen, die vor dem großen Schöffengericht aus Marburg ftattfinben, werden sich auf mehrere Tage erstrecken. Heber 50 Zeugen sind vorgeladen worden. Die Vor­untersuchung dauerte l'Z Jahre. Es liegen Gutachten mehrerer Sachverständiger vor. Der ermittelte Fehl­betrag in der Kasse beläuft sich auf rund 90 000 RM. Angetlagt sind u. a. der Rechner V., das Borstands- tnitglied W. und das Mitglied S. Es ist jedoch mög­lich, daß sich an Hand der weiteren Zeugenverneh­mungen der Staatsanwalt veranlaßt sieht, gegen wei­tere leitende.Personen des Vereins Anklage zu er­heben.

Der Verein als solcher war ein Spar- und Dar- lehnskassenverein, der die Mitglieder auch mit Futter- und Düngemittel versorgte. Ter angeklagte Rechner ist seit mehr als 20 Jahren der Geschäftsführer der Kasse. Nebenbei besaß der Angeklagte noch ein aus­gedehntes, privates Getreidegeschäft. Gegen dieses Doppelgeschäft. das zumindestens sehr bedenllich er­scheint und auch sonst anderswo in ähnlicher Weise nicht üblich ist, wurde nie eingeschritten. Der Ge­schäftsführer genoß in weitesten Kreisen uneinge­schränktes Vertrauen. Dieses Vertrauen ging sogar so weit, daß viele Landwirte ihr Getreide ohne jeg­liche Empfangsbescheinigung Hingaben, Kunstdünger dafür bezogen und jahrelang nicht abrechnetcn. Kenn­zeichnend für die weitere Geschäftsführung ist ferner, daß Aufsichtsrat und Vorstand nie in gesetzlicher Weise tagten. Die Reviswnsderichte des Kaseler Hauptverbandes wurden nie ordnungsgemäß zur Kenntnis der Mitglieder gebracht. Ueberaus merk­würdig ist ferner, daß die alljährlich die Kasse nach­prüfenden Revisoren nie etwas von Unregelmäßig­keiten entdeckten, obwohl die Unlerschleife nachweis­lich seit der Inflation begonnen haben. Von den über 100 Mitglieder-Quittungsdüchern stimmten nur 5 bis 7 mit den Hauptbüchern überein. Alle andern wiesen z. T. beträchtliche Differenzen mit den Kassen­büchern aus. Merkwürdig ist ferner, daß von den Verbandsrevisoren keins von diesen unstimmigen Quittungsbüchern seit Jahren nachgeprüsi und ver­glichen wurde. Stets wurden nur die wenigen Bücher, die ohne Differenz waren, von den Revisions- beamten als Stichproben benutzt. Die Verhandlung wird sicher auch ergeben, ob und inwieweit ein Mit­verschulden der Aufsichtsorgane und des Verbandes vorliegt. Die Verhandlung findet im Lokal Lenge­mann in Schlierbach f .tt.

Sühne für einen Lleberfatt

Drei Monate Gefängnis.

Wie gemeldet, ^var am 6. November der Gutsbe­sitzer H e n k e l in Wickershof in stockdunkler Nachi von einem Unbekannten überfallen worden. Nur dem Um­stände, daß der bei dem Ueberfaö verwendete Knüppel eine defekte Stelle hatte und dadurch zerbrach, war es zu danken, daß Henkel keine ernstlichen Verletzungen davongetragen hatte. Der Landjägerei ist cs gelungen den Täter zu ermitteln. Es handelt sich um einen 19- jährigen Melker ans Reptich, der vor längerer Zeit bei Henkel bedienstet war. Er hatte sich nun wegen dieses Ueberfalls vor dem Amtsgericht in Jesberg zu verantworten. Obwohl er die Tat leugnete, genügte dem Gericht das von der Landjägerei beigebrachte Beweismaterial, den Täter zu drei Monaten Gefäng­nis zu verurteilen/ Auch in hi--'m -

gezeigt, wie wertvoll es ist, wenn der Geschädigte so rasch tote möglich den zuständtgen Landjägere'beamten in Kenntnis setzt, damit dieser für Sicherung etwa vorhandener Spuren Sorge tragen kann.

Aus dem Kreise Dillenburg

_ Dillenburg. Eine Arbeitsgemeinschaft zur Wah­rung der Dillenburger Belange hat sich gebildet. Die Arbeitsgemeinschaft verfolgt insbesondere die Inter­essen der Stadt, die sich hinsichtlich der Kreisverschmel- zung ergeben, ebenso will sie die Dillenburger Be­lange hinsichtlich des Kulturamts wahren.