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Da sich der hohe Druck über Deutschland und Frank­reich weiter aufgebaut hat, kommt die Islandstörung bei uns vorerst nicht zur Auswirkung. Obwohl sich sehr warme Luft in der Höhe befindet die deutschen Berge haben durchweg Temperaturen von über +5° Celsius, so wird der hohe Druck die Wetterlage zu­nächst vorwiegend trocken erhalten.

Aussichten für Sonnabend: Nur leichter Nachtfrost, dunstig und bewölkt mit Aufklaren, meist trocken.

Wetterbeobachtung vom 15. Dcgember.

Seit Barom. t. mm Temv. C. Luktkeuchttgkekt Mittaas 12 Uhr 771,2 + 3° 80 %

Abends 6 Uhr 771,3 + 3« 81 %

Wetterbeobachtu ng vom 16. Dezember.

Morgens 8Ubr 773,1 + 2 » 86%

Mugetellt von Dwlomovnkei Seb.

Llnd doch Arbeitsbeschaffung

Freisprechung des Angeklagten

Bild 15

T |g E BW E L B U IS G

Wetten

von

sonst gleichem Bild.

Diemelblick auf Trendelburg

1928 .

1929 .

1930 .

1931 .

11627 000 Mark

12 185 000 Mark

13 059 000 Mark

13 698 000 Mark

9 787 000 Mark

Vergessen Sie nickt, dies Ihren Bekannten und Verwandten durch eine Anzeige in der Weihnadits-Nummer der K. N N. bekannt zu machen. Senden Sie den Anzeigentext sobald als möglich an die Geschäftsstelle der K. N. N., Kassel, Kölnische Straße 10.

10 270 000

9180 000

8 928 000

6662000

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6er. Wenn sich die städtischen Steueraufkontmen wirk­lich nur um den Betrag von 1,2 Millionen Mark ver­ringern sollten wir rechnen für den Ist-Abschluß der Stadthauptkaffe noch mit einem größeren Mi­nus!, dann kommen statt der veranschlagten 10 987 000 Mark nur 9 787 000 Mark ein. Die Zahlen­reihe der letzten Jahre würde demnach so aussehen:

1 Mark würde der Käufer 3 bezw. 4 der Theaterpfen- niqe ausgehändigt erhalten. Er sammel» die Pfennige und kann sie an der Kasse des Staatstheaters bei der Abnahme von Theaterkarten wieder in Zahlung geben, wobei zu prüfen wäre, ob das Theater den Ablieferern der Theaterpfennige nicht noch besondere Vergünstigungen gegenüber den Kassenpreisen e-n-

der unbekannte Brandstifter hatte es am 9. November nicht auf das Anwesen des Angeklagten, sondern auf das benachbarte Haus abgesehen. Durch Unvorsichtig­keit brannte es aber nur beim Angeklagten.

Im übrigen erbrachte die Bewetsaufnahme nicht wesentlich neues hervor, so daß der Spruch des Ge­richts im allgemeinen dem tatsächlichen Ergebnis ent­spricht.

Allein gegenüber 1931 sind die Ueberweisungen vor­anschlagsmäßig um eine Million Mark zurückgegan­gen, während das Reich durch die Ueberweisung der Wohlfahrtserwerbslosen, durch Kürzung der Renten für Sozial- und Kleinrentner usw. der Stadt Lasten aufgebürdet hat, die das Mehrfache von einer Mil­lion betragen!

Geradezu katastrophal ist aber die Entwicklung der städtischen Steuern, denn hier schätzt der Finanz- dczernent trat, 600 Prozent Bürger- steuern! das Minderaufkommen auf rund 1,2 Millionen Mark bei einem Ansatz von 10987 000 Mk. im Voranschlag.

DieKaffeler Neuesten Nachrichten" haben am 12. Oktober in einer ausführlichen Stellungnahme gegen die beabsichtigte Erhöhung des Bürgersteuerzufchlages in eindeutiger Weife zahlenmäßig nachgewiesen, daß die Steuerkraft der städtischen Bevölkerung vollkom­men erschöpft ist llnd daß selbst Steuerefhöhungen nur noch eine Minderung des Gesamtsteueraufkom- mens zur Folge haben müssen. Wir haben datnals, wie im Rathaus üblich, so etwas wie offizielle Miß­billigung gefunden aber die jetzt vom Finanz dczernenten mitgeteilten Zahlen find ein durchfchla- gender Beweis für unsere Darstellung vom 12. Okto

Zu wenig Mittel

für Reparaturen und den Bau von Eigenheimen

Der seit längerer Zeit mit großer Spannung er­wartete Bericht des Finanzdezernenten Bürgermeister Lal,meyer über die augenblickliche Finanzlage der Stadt ist Donnerstag nachmittag in einer Sitzung der Finanzlommission erstattet worden. Es war alles andere als eine freudige Ueberraschung. Wenn auch die Ausgabenieite durch die Bestimmungen über den «-Bedarf einigermaßen stabil geworden ist, so weiß man int einzelnen doch nicht, welche Aufwendungen die Siadt int Laufe der nächsten drei Monate des Etatsjahres noch zu machen hat, insbesondere für die Wohlfahrtsfürsorge. Auch weiß man nicht, ob der Re­gierungspräsident noch eine weitere Möglichkeit fin­det, den « Bedarf weiter zu drosseln. Immerhin: auf der Ausgabenseite kann man sich die Entwicklung des laufenden Etats einigemnatzen sicher vorstcllen.

Nach den kärglichen Mitteilungen, die das städti- stbe Presseamt über den Bericht des Finanzdezernen- ten verbreitet, soll das jetzt auch in gewissem Sinne für die Ei n n a h m e f e i t e zutreffen, nämlich inso­weit cs sich um das Steueraufkontmen handelt.

Bei den Reichsfleuerüberweifungcn ist jetzt mit einem Minüeraufkommen von rund 650 000 Mark gegenüber den in den Voranschlag eingesetzten Beträ gen zu rechnen. Das bedeutet einen mehr als zehn­prozentigen Rückgang der Reichsstcuerüberweisungen, die jetzt nur 5 453 000 Mark betragen gegenüber fol­genden Zahlen in den früheren Jahren:

In der heutigen Sitzung der Bau- und Erundstücks- kommisston machte der Oberbürgermeister Mitteilung über den Stand des kommunalen Arbeitsbeschaffungs­programms, die wenigstens soweit das ftädt. Presseamt darüber berichten darf sich sehr an All­gemeinheiten hielt. Da nur volkswirtschaftlich wert­volle Arbeiten ausgeführt werden sollen, ist die Aus­wahl der Arbeiten selbstverständlich schwierig. Ebenso schwierig ist selbstredend die Finanzierung, da die Stadt unmöglich weitere Lasten übernehmen kann. Die vorhandenen Möglichkeiten wurden eingehend er­örtert." Man will sich mit allem Nachdruck im Vor­stand des Deutschen Städtetages dafür einsetzen Oberbaurat Jobst will das Gleiche im Wohnungs­ausschutz tun, daß die Erhaltung und Reparatur des städt. Haus- und Grundbesitzes, insbesondere der Schu­len, als wesentlicher Programmpunkt ausgenommen werden.

Vor den Geschworenen:

Der Brand nach dem Kegelaöend

Straße, Königsplatz, Untere Karlssticche Straße an der Garnijonkirche, Oberste Gasse, Untere Konigstraße, Druselplatz Hedwigstraße, Martinsplatz. Moltkestratze, Jägerstraße, die zum letzten Male am Sonntag stait- findet, beginnt um 16.30 Uhr: au* öte Marttnsktrche erstrahltint Lichterglanz. Am Sonntag werden auch wieder an den verschiedensten Platzen Konzerte statt­finden: Es spielt die Kapelle der Cbrtstl ^ungichar Kassel-Ost von 11.30 Uhr bis 13 Uhr auf dem Komgs- platz, in Matrosenunisorm der Christ! Verein lun­ger Männer spielt ab 16.30 Uhr auf dem rmtherplatz, die Kapelle der Erwerbslosen konzerttert von 1415 Uhr auf dem Friedrich-Wilhelmsplatz, von 1?16 Uhr auf dem Martinsplatz, von,1617 Uhr auf dem Königsplatz. Also:Ab nach Kassel!'

Der Theaterpfennig

Ein Vorschlag zur Unterstützung des Staatstheaters.

Von einer bestimmten Seite wird uns ein Vor­schlag unterbreitet, den wir hier mit den gebotenen Vorbehalten weitergeben möchten: _

Seit einiger Zeit sind viele Einzelhandelsgeichaste dazu übergegangen, ihren Kunden in Form von Ra­battmarken usw. einen bestimmten Preisnachlaß zu gewähren, der sich durchschnittlich aus 3 bis 4 Pro­zent beläuft. Ties Rabattsystem läßt sich in folgender Weise zur Unterstützung des Staatstheaters nutzbar machen: Es wird ein sogenannter Theaterpsennig ge­schaffen, kleine Metallmiinzen mit besonderer Prä­gung, der von den sich für den Plan bereitfindenden Geschäften an die Käufer anstelle von Rabattmarken usw ausgegeben wird Die Geschäfte erwerben die Theaterpfennige gegen Vorauszahlung an der Kasse des Staatstheaters. Beim Einkauf im Werte von

Kassel im Licht

so wird auch für den goldenen Sonntag die Parole lauten. Unzählige Scharen aus der näheren und wei­teren Umgebung, die hier in Kassel ihre Einkäufe ma­chen, sollten nicht versäumen, sich diese lichterfüllten Straßen anzusehen, die durch zwanzigtausend Lämp­chen beleuchtet werden. Eine Reise nach Kassel lohnt. Kosten hierfür dürften unter Benutzung der Sonn­tagskarten, die sowohl von der Reichsbahn als auch von der Kasseler Omnibusgesellschaft ausgegeben wer­den, nicht bedeutend sein. Die Illumination der Bahnhofstraße, Lutherplatz, Kurfürstenstraße, Kölnische

Stellen zur empfehlen.

Wenn Sie Ihre Weihnachtseinkäufe machen

vergessen Sie nicht, daß in 100 Lebensmittelgeschäften Ihnen die Möglichkeit gegeben ist, bei Ihren Ein­käufen gleichzeitig 1 Pfund für die Kasseler Winter­hilfe zu kaufen.

Gutscheinblocks hierfür liegen in den durch Plakate gekennzeichneten Geschäften aus.

Die gestrige Schwurgerichtsverhandlung, zugleich auch die letzte dieses Jahres, endete mit der Freispre­chung des angeklagten Malermeisters Wilhelm Krane aus Volkmarsen, der beschuldigt worden war, in der Nacht zum 9. November sein Anwesen vorsätzlich in Brand gesteckt zu haben. Der Staatsanwalt hatte die Verurteilung zu 2 Jahren 6 Monaten Zucht­haus beantragt. Das Gericht kam aber mangels ausreichenden Beweises zur Freisprechung, wobei deut­lich betont wurde, daß in der Beweiskette gegen den Angeklagten nur geringfügige Glieder fehlen.

In der Beweisaufnahme hatten die beiden Sach­verständigen Dr. von Bruchhausen und Branddirektor Vliesener nachgewiesen, daß der Brand nicht auf den Badeofen, sondern allein auf Brandstiftung zurückge führt werden müßte. Da der Angeklagte die Täter­schaft entschieden leugnete, hatte der Vorsitzende be­reits zu Beginn der Verhandlung darauf hingewiesen, daß der Angeklagte dadurch möglicherweise den Ver­dacht auf seine Ehefrau lenke. Man sah daher der Vernehmung der Frau mit einiger Spannung entge­gen. In ruhiger und bestimmter Weise, die ihren Eindruck nicht verfehlte, erzählte Frau K. die Vor­gänge am Abend des Brandes, dabei jeden Verdacht gegen sich selbst überzeugend ausräumend.

Von großer Bedeutung waren die Mitteilungen der Zeugin, daß es am 6. Dezember nach Wiederauf­richtung des Dachstuhls erneut in ihrem Hause ge­brannt habe und daß das gelöschte Feuer am Morgen des 7. Dezembers noch einmal ausgekommen sei, und zwar zu Zeiten, in denen sie mit ihrem Kinde nicht im Hause gewesen sei. (Der Angeklagte saß in Unter­suchungshaft.) Durch diese Angaben gewann die An­nahme des Verteidigers größere Wahrscheinlichkeit:

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51

Das Wappen der Stadt Tren­delburg zeigt im Schutze der Türme und Mauern das Bild der heiligen Mutter Gottes mit dem Kinde. Stadt und Burg wurden gegen Ende des 13. Jahrhunderts von den Herren Schöneberg gegründet. Trotz- Hessen bereits seit dem

Steueraufkommen 1928 . .

1929 . .

1930 . .

1931 . .

1932 . .

dem Hessen bereits seit dem Jahre 1464 alleiniger Besitzer Trendelburgs ist, hat sein Wap­penzeichen, der Löwe, keinen Platz auf dem Wappen gesun­den. Das benachbarte Liebenau zeigt dagegen in rundem Mauer­bogen an Stelle der Mutter Gottes den Hessenlöwen bei

daß endlich doch noch ein haushaltsmäßiger Fehlbe­trag von 5,4 Millionen verbleibt, der zusammen mit den ungedeckten Fehlbeträgen früherer Jahre fast an die Grenze von 15 Millionen Mark herankommt.

Die offenen Schulden der Stadt werden aber noch dadurch vergrößert, daß bekanntlich aus Anweisung des Regierungspräsidenten der gesamte Schul­de n d i e n st der Stadt emgestellt worden ist.

Solange diese Sperre in Kraft ist, wird die Stadt für das laufende Etatsjahr vielleicht 30 Prozent ihres erheblich über 3 Millionen Mark betragenden Zmien- diensteseingefpart" baden, d. h. die Zinsen und Ab­träge sind als Schuld zum Kapital kinzugekommen, also mehr als eine Million. Dadurch wächst neben dem Etatdefizit die Verschuldung der Stadt mit der Schnelligkeit der Zinseszinsrechnung. Wie ist hier ein Ausweg ohne gründliche Bereinigung überhaupt noch zu finden d

Gläubiger stoßen vor

Nach Ausschließung der Zinszahlungen aus dem A-Bedarf haben wir seinerzeit ebenfalls unter leichter offizieller Mißbilligung auf die der Stadt daraus unter Umständen drohenden Gefahren am« merksam gemacht, wobei wir an ein Vorgehen der geschädigten Gläubiger in Form von Rückgriffen aiq die städtische Vermögenssubstanz dachten.Ausverkauf der Gemeinden" nannten wir das. Die Befürchtun­gen von damals beginnen sich jetzt zu erfüllen, denn in der Finanzkommissionnahm man zur Kenntnis" daß verschiedene Darlehnsgläubiger der Stadt sich zur Sicherung und Abführung ihrer rückständigen Zins- sorderungen an den Bezirksausschuß gewandt haben. Das heißt, die Gläubiger fordern das Recht der Zwangsvollstreckung gegen die Stadt, die durch Anweisungen der Zentralstelle zahlungsunfähig gemacht worden ist!

Angenommen

Die Finanzkommission hat in ihrer gestrigen Sitzung den unlängst von uns besprochenen Kassen­plan für das Staatstheater sowie die neue Verwal­tungsordnung für das Theater angenommen.

Die Misere der städtischen Finanzen

1932 ein Steuerrückgang oon 1550000 Mark zu erwarten Seit dem Vorjahr ein Rückgang von 5 Millionen Mark!

Es sind der Stadt für Eigenheime 50 000 Jt als Dar­lehn in Aussicht gestellt. Wie Oberbaurat Jobst in der Sitzung der Bau- und Erundstückskommission mitteilte, kann mit dieser Summe nur ein sehr gerin­ger Teil der Bewerber befriedigt werden. Die Kom­mission beschloß, mit der technischen und wirtschaft­lichen Prüfung der Anträge auf Gewährung von Reichsdarlehen den Vauberatungsbeirat zu beauf­tragen.

Aus dem Bericht von Direktor Brehme über die Verwendung der Reichszuschüsse für Hausinstand- setzungen, Wohnungsteilungen usw. ging hervor, daß, obwohl die vom Reich bereitgestellten Mittel in Kassel restlos vom Hausbesitz beansprucht werden, nur ein ge­ringer Prozentsatz der notwendigen Hausinstandsetzun- gen ausgeführt werden kann, weil der größte Teil der Hausbesitzer nicht in der Lage ist, Vs der Instand­setzungskosten selbst aufzubringen. (Allerdings steht eine Erweiterung der Mittel durch das Reich in Aus­sicht. Dr. Red.)

Tas sind voranschlagsmäßig gegen 1931 allein rund 4 Millionen Mark Steuereingänge weniger. Mit dem Rückgang der Reichssteuerüberweisungen sind es zusainmen 5 Millionen Mark oder mehr als 25 Pro­zent des gesamten Stcuereinkommens der Stadt.

Daß unter diesen obivaltenden Umständen eine pianmätzige Kommunalpolitik nicht mehr möglich ist, dürfte klar auf der Hand liegen. Die Tinge drängen nicht nur nach durchgrei­fender Hilfe durch Reich und Staat, fonbcrn weiter, nämlich nach einer radikalen Bereini­gung des kommunalen Finanzwefens.

Man vergesse nicht: der Etat 1932/33 schloß bei seiner Verabschiedung durch die städtischen Körper­schaften bereits mit einem ungedeckten Fehlbetrag von rund 4 Millionen Mark. Durch die Steuerver­minderung um insgesamt 1850 000 Mark wächst dies Desizit bereits auf fast 6 Millionen an. Man kann indes damit rechnen, daß die scharfe Drosselung des A-Bedarfs eine Herabsetzung des Etatdefizits um rund 171 Millionen Mark zur Folge haben wird, so-

räumen kann.

Abgesehen von Einzelheiten der praktischen Durch­führung erscheint uns dieser Vorschlag zur Unter­stützung des Staatstheaters der Beachtung wert. Ein derartiges Sparsystem würde auch der minderbemit­telten Bevölkerung von Zeit zu Zeit den Besuch des Theaters ermöglichen und das Rabatt- und Zu­gabewesen unserer Einzelhandelsgeschäfte bekäme zu­gleich einen praktisch und kulturell werwollen Sinn. Wir möchten den Vorschlag hiermit den zuständigen eingehenden Prüfung besonders

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