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Capitol-Lichtspiele.

Tarzan" ein Llrwaldfilm

aller Art belebt find, wie denn überhaupt die Tiere die eigentliche Hauptrolle in diesem Äthn spielen, von dem man mit einiger Berechtigung sagen kann, daß man chn gesehen haben muß.

der Björnsterne

Björn so n von 1875 bis zu seinem Tode am 26.

April 1910 mit Unterbrechungen lebte. Sie wurde die

Hell scheint die Sonne über Seen unb die sanfte, leicht gewellte Landschaft des östlichen Nor­wegen. Das ein­

same Gudbrandsdal liegt lieblich in blauem und hell­grünem Schimmer.

Mit ein paar Freunden komme ich von einer inter­nationalen Jung- Quäkerkonferenz.

Kurz nach Lille­hammer biegt unser Wagen jetzt ab, hinauf .über die Hö­hen. Gleich werden ; wir in Aulestad * sein, der Farm, auf

endgültige Heimat des großen Europäers.

Dort weht schon die Flagge am hohen Mast. Meh­rere schlichte norwegische Holzhäuser sind zur Farm ver­einigt. Aus dem Haupthause tritt gerade Björnsons Sohn Erling mit seiner deutschen Frau, um uns zu begrüßen. Er entschuldigt seine greise Mutter, die langjährige Lebensgefährtin des Dichters (die jetzt als über Neunzigjährige auch an den großen Festlich­keiten in Oslo teilnehmen wird).

Wir gehen in Björnsons Arbeitszimmer. Man hat es gelassen, wie er es vor mehr als 20 Jahren verließ: ein wenig altmodisch, mit ältlichen Fauteuils, alten Bildern und Büchern; nur auf dem Schreibtisch steht jetzt noch eine Büste. Hier schrieb er jene zahl­losen politischen Schriften, die dadurch entstanden daß der ewig Rastlose in allen Fragen seiner Zeit auf Vorposten stand und immer wieder hineingerissen wurde in die Probleme des Augenblicks. Daher kam es, daß er zu Hause nicht die innere Ruche fand und des­halb am besten auf Reifen dichtete.

Während wir auf den Balkon treten, erzählt Erling Björnson von dem starken Gerechtigkeitssinn seines Va­ters. Oft griff er in große europäische Kriminalfälle ein und rettete manchem Menschen dadurch das Leben. Als er erst 27 Jahre alt war, verhinderten seine flam­menden Artikel die Hinrichtung von Arne Kulterstad. 1898 stand er neben Zola im Kampf für Dreyfus, 1906 bewirkte er die Begnadigung von Thorwald Sletten. Am bekanntesten wurde sein Einschreiten für die ita­lienische Gräfin Linde M u r r i, die des Giftmordes an ihrem Gatten unschuldig angeklagr war. Björnson ruhte nicht eher, als bis nicht zum mindesten durch seine Artikel veranlaßt die Angeklagte freigesprochen wurde. Und groß war seine Freude, als diese -dann selbst mit ihren drei Kindern einen Pilgerzug nach dem Norden antrat, um ihm persönlich zu danken.

So leidenschaftlich, wie er sich für Menschen ein­setzte, tat er es auch für Ideen. Und so steht Björnson in der ersten Reihe jener Dichter, die zugleich Kämpfer waren- Aber er blieb dabei doch innerlich einsam. Und während ich noch auf dem Ballon stehe, auf dem er oft stand, merke ich, wie hier in Jeiner Heimat alles See und Wald, Farbe und Wind wie getränkt ist oon dieser selben heroischen Einsamkeit, die alle nor­dischen Menschen haben. Es erinnert mich sehr an das vielleicht noch einsamere Morbakka in Schweden, wo ich das Jahr zuvor Selma Lagerlöf besucht hatte . . .

mobil gemacht werden mutzten, um die aus 1800 ak­tiven Reitern und rund 2500 Reservisten und Land­wehrleuten bestehende deutsche Truppe zu besiegen, wurde verschwiegen. Vier Jahre darauf, im August 1919, starb General Botha, nachdem er von Versailles das Mandat über Südwestafrika zurückgebracht hatte, im Alter von 57 Jahren als unbestrittener Führer des Burenoolkes auf der Höhe feiner Erfolge."

Zum Dach -er Erde

Ist der Eaurifankar der höchste Berg?

Ama 100. Todestag Björnsons:

Besuch bei Björnsons

Oer Man«/ -er auf Reisen am besten dichten konnte Die -er Politiker Björnson Ltnschul-ige vor -em Tode rettete

Bo» Haus Hartmann.

In der Schule haben wir es so gelernt; er liegt im Himalaja-Gebirge am Nordrande Indiens und hieh früher auch englisch Mount Everest. Neuerdings hat man ihm wieder seinen heimischen Namen gege­ben: Tschomolunga. Wenn nun die Erde in Wahr­heit genaue Kugelgestalt hätte, so dürfte man offen­bar auch sagen: Der Gipfel des Tschomolunga ist derjenige Punkt der Erdoberfläche, der vom Erdmit­telpunkt am weitesten entfernt ist. Da aber die Erde abgeplattet ist, fragt der Jenaer Mathematiker Prof. Dr. Felix Auerbach im Dezemberheft von Klasings Monatsheften in einem Aufsatz über allerlei Merkwürdigkeiten der Mutter Erde mit Recht, ob die Antwort richtig ist. Denn der Tschomolunga liegt 28 Grad vom Aequator entfernt, und es könnte doch einen Berggipfel geben, der zwar weniger hoch über dem Meeresspiegel, dafür aber so viel näher dem Aequator liegt, daß hierdurch die Differenz mehr als ausgeglichen wird. Und das ist tatsächlich beim Chimborasso, dem zuerst durch Alexander von Hum­boldt berühmt gewordenen Berg in den Kordilleren von Ekuador der Fall. Er erhebt sich zwar nur 6280 Meter über den Meeresspiegel, also um 2560 Meter weniger als der Tschomolunga; da er aber nur zwei Grad vom Aequator entfernt, ihm also um 26 Grad näher ist als jener, ist in seiner Breite der Meeres­

0er pedant als Feldherr

Eine höchst merkwürdige Persönlichkeit war der Burengeneral Louis Botha. Sein zweideutiges Bild ersteht' in den Erinnerungen, die Dr. Theodor Seitz, ehedem Gouverneur von Deutsch-LÜdwestafrika, im Dezemberheft von Velhagen u. Klastngs Monatshef­ten veröffentlicht. Seitz schildert eine Unterredung mit Botha am 20. Mai 1015; Re fand statt, um Ge- rürf>ten über die Kriegsmüdigkeit- des- Generals auf' , den Grund zu gehen, und verlief ergebnislos. Der

Kampf der Weißen untereinander wurde nicht be­endigt. Seitz brach die Verhandlungen ab, da die von Botha geforderte Uebergabe des Schutzgebiets un= m°JDatniTroar, so schreibt Seitz,unser Schicksal entschieden. Ganz abgesehen von unsrer zahlenmagi- aen Schwäche, war die Schutztruppe bei dem herabge­kommenen Zustande unserer Pferde und dem Mangel Motorfahrzeugen zu einer Angriffsbewegung gar nicht mehr imstande. Genera! Botha war in der glücklichen Lage, mit einem Vorstoß ohne lebe Ge­fahr warten zu können, und er hat damit solange ge­wartet, bis wir aus Mangel an Lebensmitteln zu­sammenbrechen mutzten. Dem Charakter Bothas lag kühnes Draufgängertum ganz fern. Dieser pepanti= scheu Eigenschaft des Generals haben wrr es sicherlich im wesentlichen zu verdanken, wenn wir am 9. ^uli 1915 zu dem verhältnismäßig günstigen Uebergabe« > vertrag von Korab kamen, obgleich wir, von allen Seiten eingeschlossen, zu einem Angriff überhaupt nicht mehr imstande und mit unfern Lebensmitteln zu Ende waren. Botha hatte sein Ziel erreicht er wurde von Buren und noch mehr von Engländern als der große Held gepriesen, der die gefürchteten Deutschen besiegt hatte. Daß, wie später im südafrika­nischen Parlament festgestellt wurde, 70 000 Mann

Die Amerikaner haben bis jetzt mit jedem neuen ihrer Filme aus exotischem Umkreis den vorigen überboten, teils durch neue Sensationen der Kamera, teils durch neue Ent­deckungen von Landschaften und Tieren, teils durch die Zu­tat einer besonders sensatio­nellen Handlung. Der neueste dieser exotischen Filme, Tarzan, hält auch diesmal wieder den Rekord. Er enthält nicht nur bisher noch nie gesehene Auf­nahmen aus dem Leben der Menschenaffen, er gewinnt sen­sationelles Gepräge vor allem durch die Gestalt Tarzans. Tarzan ist eine Figur, die leichter in der Phantasie der jungen Leser der Tarzanbücher lebendig wird, als in der Re­alistik des Films, aber man muß staunend zugeben, daß Jonny Weißmüller, dem man die Tarzanrolle gab, seinen Urwaldmenschen mit einer Vir­tuosität ohnegleichen spielt: Er turntwie ein äffe zwischen Urwaldbäumen, schwingt sich an Lianen über Abgründe, spricht mit Tieren wie mit Menschen und wird sogar ver­standen, schwimmt schneller als

die ihn verfolgenden Krokodile, reitet auf Elefanten und Fluß­pferden, ringt mit Pantern und Löwen und macht somit die kühnsten Knabenphanwsien wahr. Daß er nebenbei ein weißes Mädchen raubt und in sich verliebt macht, daß er von ihren weißen Begleitern, Teil­nehmern einer Erpedition, an geschossen und von Elefanten gerettet wird, ist romantische Zutat, die für manche zwar sehr erregend wirkt, aber in

der typisch amerikanischen Auffassung und Darstel­lung schon bedenklich unwahrscheinlich motiviert wird. Wahrer Augenschmaus sind die oft über alles bekannte Maß schöner Urwaldbilder, die mit Tieren

spiegel um mehr als den vierten Teil (genauer um */»o) von 22 000, genauer um 5700 Meter weiter vorn Erdmittelpunkt entfernt als dort; und somit ver­bleibt für den Gipfel des Chimborasso immer noch ein Ueberschutz von reichlich 3000 Metern. Und wer dort oben steht, hat sich vom Erdmittelpunkte weiter entfernt als irgendein anderer Sterblicher. Auf dem Gipfel des Tschomolunga kann man das nicht sagen und wird es auch nicht sagen können, wenn einmal dieser Bergriese den bisher erfolglosen Bemühungen, ihn zu bezwingen, unterlegen jein wird.

Kleine CUcenik

KreuzerKarlsruhe wieder in der Heimat. Der Kreuzer .Karlsruhe" ist nach fast einjähriger Abwe­senheit in den Heimathafen Kiel zurückgekehrt.

Unterirdisch ist billiger. Ander Kölner Rheinland­halle entdeckte man dieser Tage einen unterirdischen Stollen, durch den arbeitslose junge Burschen sich Eingang in die Rheinlandhalle verschafft hatten. In der Rheinlandhalle finden gegenwärtig Sechstage­rennen statt. Die mittellosen Sportenthusiasten be­sorgten sich auf diese Weise ihreEintrittskarten".

Flugzeugabsturz in Staaten. Auf dem Flugplatz Staaken bei Berlin stürzte eine Klemm-Sportma­schine aus bisher unbekannter Ursache ab. Die Füh­rerin, ein Fräulein von Löben, erlitt tödliche Ver­letzungen.

Jeder einmal in Wien! Die Wiener Hoteliers machen eine sehr wirksame Propaganda für die De­vise: Jeder einmal in Wien! Sie haben allgemein die Hotelpreise gegenüber dem Vorjahre um 30 bis 40 Prozent gesenkt. Durch die Preisherabsetzung will man auch in der Wintersaison der österreichischen Hauptstadt eine größere Anzahl von Fremden zu- fiihren.

Getreideschiebungen in Oberschlefien. An der deutsch-polnischen Grenze in Oberschlefien ist man seit Jahren andauernden umfangreichen Getreideschiebun­gen auf die Spur gekommen. Die dem Reich aus Zollausfall entstandenen Schäden werden auf runb fünf Millionen Mark geschätzt.

Bon Wölfen zerrissen. Ein Bauer wurde bei Ko- wel in Wolhynien von einem Rudel Wölfe überfallen und zerrissen. Zwei in der Nähe weidende Pferde wurden ebenfalls von den Wölfen angegriffen. Die Bevölkerung, die vor der überhand nehmenden Wolfs­plage in ständiger Furcht lebt, bereitet umfassende Maßnahmen vor.

Die Regimentsziege streikt. Auf dem englischen Truppenübungsplatz Aldershot meuterte dieser Tage die Regimentsmaskotte, eine Ziege. Beim Kommando zum Präsentieren legte sich die Ziege mit ihrer schar­lachroten, goldgestickten Uniform in den Schmutz, und niemand konnte fie dazu bewegen, wieder Haltung anzunehmen. Die Regimentsziege streikt, weil ihr Pfleger sich gegenwärtig auf Urlaub befindet.

Immer weniger Stierkämpfe. In Spanien scheint man den Geschmack an hitzigen Stierkämpfen immer mehr zu verlieren. Im Jahre 1930 wurden in ganz Spanien 302 Stierkämpfe veranstaltet, im Jahre 1931 nur mehr 249, und in der letzten Saison sank die Zahl der Stierkämpfe auf 215. Eine nationale Tra­dition verfällt damit zum großen Leidwesen des spa­nischen Publikums.

Bin-ernagel-Versteigerung

Berlin, 7. Dezember.

Gestern begann unter großem Andrang in der Wohnung Gertrud Binvernagels in Westend die Ver­steigerung. Anfangs wurden nur ziemlich wertlose kleine Kunstgegenstände angeboten, Vasen, kleine Bü­sten uns Bronzestucke, Silberleuchter nsw.; alles wahl­los zusammengetragen und ohne besonderen Wert. Durchweg wurden aber Liebhaberpreise bezahlt und weit über den angesetzten Preis kamen die einzelnen ' Sachen in den neuen Besitz. Das übliche Auktions- publikum war kauen zu finden, sondern größtenteils teilte, die mit Gertrud Bindernagel befreunbet waren. Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf einen Bech- steinflügel, den ©ertrug Bindernagel vor fünf Jahren zum Preise, von..MV.Mark erworben hatte. Der Flü­gel war mH 100« Mark angesctzt, er fand für 1400 R. eiaett neuen. Besitzer. . .. . .. ____......

1fr. 281 / Zweion-zwanzlgsier Jahrgang

Kasseler Aeuesse Fachrichfr»

Mittwoch, 7. Dezember 1932 / 2. Beilage

Rach Indien!

Eine interessante Photo-Siudie von der Verschiffung englischer Soldaten nach Indien. Trübe und kalt ist die Stimmung in dem englischen Hafen, aber die Soldaten tragen bereits chre Tropen-Korkhelme, auf die in wenigen Wochen die glühende Sonne In­diens brennen wird.

Größte Auto-Hochstraße der Welt.

In dem amerikanischen Staat New Jersey wurde soeben die größte Auto-Hochstraße für den Verkehr freigegeben, die in der Welt bisher erbaut wurde. Diese Straße, die die Städte Jersey City und Ne­wark verbindet, überquert in hohem Bogen den Passate Fluß. Ihre Erbauung kostete nicht weniger als 84 Millionen Mark.

Karneval im November.

Ein Bild vom Danksagungstag in Neuyork. Dieses Fest wird ähnlich wie bei uns der Karneval gefeiert. Kostümierte Aufzüge füllen die Straßen und führen riesige Ballonpuppen mit sich. Die Puppen werden losgelassen. Wenn sie wieder zur Erde kommen, setzt eine allgemeine Jagd nach ihnen ein; denn der Finder erhält vom Festausschuß eine Belohnung