Einzelbild herunterladen
 

Kasseler Treueste Ttatfiritftfen

Seite 3

fahrt einen Schaden, der zu einer mehrtägigen Unter- der Groba schon sterben wollte, wenigstens deffen Frau

brechung der Reise in Gibraltar führte).

Genilemen-Embrecher in Berlin

Die tzeutise Nummer umfaßt 14 Seiten

WEIHNACHTEN

Uhren

Das gute Jugendbuch auf jeden Gabentisch!

Meyers Handatlas

i.

*

Schmuck Trauringe

Soeben erschien auch die dritte Folge von Andersens Märchen. (Ausgewählt und geformt von Eduard von der Hellen, mit Bildern von Arthur Scheiner. 2 RM.)

meldet, hat das Schiff etwa 800 Meilen vor Network seine Maschinen wegen eines Defektes an der Turbo- Generatoren-Anlage abstoppen müssen. Die „Conte di Savoia", die sich auf der Jungfernfahrt befindet, wird nach Vollendung der notwendigen Reparaturen ihre Reise mit verminderter Geschwindigkeit fortsetzen. (Wie erinnerlich, erlitt auch das Schwesterschiff der „Conte di Savoia", der „Rex", auf seiner Jungsern-

der Hellen, mit Bildern von Arthur Scheiner. 2 RM.) Das sehr billige Buch enthält die berühmten Mär­chen: Die wilden Schwäne, Der kleine Tuk, Die Nach­tigall, Schlarnrnkönigs Tochter u. a. Und schließlich gibt es. wie jedes Jahr, der Knabenkalender „Der Gute Kamerad" und Mädchenkalender „Das Kränz­chen", beide mit 12 ein- und mehrfarbigen Ansichts­karten, vielen Betrachtungen, Rezepten ' und einem Rätselwettbewrrb. (Je 2 Mk.).

Nach der amtlichen deutschen Statistik bat sich die deutsche Seehondelsflotte in der Zeit vorn 1. Januar 1931 bis 1. Januar 1932 etwas vermindert, und zwar dem Raumgehalt nach um 1,1 Prozent der Schiffs­zahl nach jedoch um 3,5 Prozent. Die Gesamt-See­handelsflotte Deutschlands einschließlich der Fahr­zeuge unter 100 Bruttoregistertonnen, die in der in­ternationalen Statistik von Llopds nicht gezählt wer­den bestand am 1. Januar dieses Jahres aus 3776 Schiften mit 4318000 Tonnen gegen 3913 Schiffe und 4 364 000 Tonnen am 1 Januar 1932.

Berlin, 7. Dezember.

Ein frecher Banditenfireich wurde in Zehlendorf aüSgeführt. Drei unbekannte Räuber drangen in die Billa des Handelsredakteurs Hans Sonnenschein ein, überraschten das Ehepaar im Schlafe und zwangen Mann unv Frau mit vorgehaltenen Revolvern, ihr Bargeld herauszugeben. Einer »er Räuber sprach in gewähltem Deutsch auf die erschrockenen Eheleute ein: „Haben Sie keine Angst, machen Sie bitte keinen Lärm wir wollen nur Ihr Geld und tun Ihnen nichts zu Lei>de". Der Redakteur gab seine Brieftasche mit 40 Mark her, die Frau mußte 20 Mark aus ihrem Nacht­tisch herholen. Inzwischen war das jüngste der drei Kinder, das bei den Eltern tut Zimmer schlief, wach geworden. Der „Räuberhauptmann" beugte sich über das Kind und redete es an: „Schlaf' nur weiter, mein Kleines, wir haben nur mit Papa und Mama ein paar Worte zu sprechen". Als sie das Geld hatten, durchsuchten sic noch sämtliche Schubfächer, nahmen das Fahrrad des ältesten Sohnes und einen Äerreu- mantel an sich und verschwanden mit den Worten: ..Bleiben Sie bitte noch ruhig, das Haus ist besetzt!" Dann schnitten sie die Telephondrähte durch urtb ver­schwanden spurlos. Im Garten wurde das Fahrrad und der Mantel, den die Räuber bei ihrer Flucht zu- rückließen, aufgefunden.

Regie, wirkungsvolle Gelegenheit, sich in Volksfigureu vorzustellen. H. M. E.

nehmen. Aber so schlimm auch die Folgen der Be­zahlung sein mögen, eine Zahlungsverweigerung würde eine noch größere Katastrophe sein. Das Blatt bemerkt, bevor die nächste Schuldenrate fällig sei. werde sich die Lage vielleicht völlig geändert haben- Der neue Prä­sident und der neue Kongreß würden nicht nur Ent­scheidungen zu treffen, sondern auch die Verantwor­tung für die Folgen dieser Entscheidungen zu tragen haben. Man dürfe annehmen, daß bis dahin die große Maffe in Amerika einsichtiger geworden sei, da sich ge­zeigt haben werde, welche Wirkungen die ungeheueren einseitigen Eoldüberführungen auf die ganze Welt und ebenso auf die Vereinigten Staaten haben würden.

doch nichts dagegen machen".

Die van Gogh-Fälschungen

19 Monate Gefänanis für Kunsthändler Wacker.

Berlin, 7. Dezember.

Die zweite große Strafkammer beim Landgericht I ver- hanvelte gegen den Kunsthändler Wacker, ver beschul­digt wird, oreißig gefälschte van Goghs in den Handel gebracht zu haben, in der Berufungsinstanz-

Das Urteil der Strafkammer lautet: Die Berufung des Angeklagten Kunsthändler Wacker wirv verworfen. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft wird dos erstinstanzliche Urteil des Schöffengerichts Berlin- Mitte aufgehoben und Wacker wegen fortgesetzten Be­truges, zum Teil in Tateinheit mit fortgesetzter schwe­rer Urkundenfälschung und wegen Pfandbruches zu 19 Monaten Gefängnis. 30 000 Mark Geldstrafe, ersatz- weisen weiteren 300 Tagen Gefängnis und drei Jah­ren Ehrverlust verurteilt. Die Kosten des Verfahrens fallen dem Angeklagten zur Last.

und dergleichen verkaufen. Nach Ablauf von wenigen Monaten hatte er einen Reingewinn von 7000 Pfund erzielt. Diese Summe bildete nun den Grundstock sei­nes späteren Vermögens.

Als Wembley bzw. feine Ausstellungsgebäude ab­gerissen werden sollten, interessierte sich Elvin auch für diese Sache, obwohl er von der Technik der Demo- lierungsarbeiten keine Ahnung hatte. Er wußte nur eines: die Gebäude der Ausstellung bestanden zum Unterschied von den sonstigen Gips- und Rabitzkon- struktionen bei solchen Gelegenheiten aus gutem, wert­vollem Material — für 12 000 Pfund erwarb Elvin die Abreißarbeiten von Wembley. Nach einer schwe­res, fast ununterbrochenen Arbeit von Monaten er­zielte er damit den vierfachen Preis. Gleichzeitig aber pachtete Elvin das große Wembleystadion, nn das sich keiner von den bekanntesten englischen Sportunter­nehmern herangewagt hatte: Elvin wußte, daß er hier etwas Besonderes bieten muffe. Er war es also, der in England den Sport der Windhund-Rennen ein» führte und der allein damit Jahr für Jahr Hundert­tausende von Pfund verdient.

Elvin ist heute ganze 32 Jahre alt. Ein Opfer der Arbeitslosigkeit hat es zustande gebracht, ohne viel Dorkenntniffe oder sonstige Bedingungen des Erfolgs einen großen Reichtum aufzubauen.

und Kind zu retten. Hierauf gibt Just zur Antwort: „Wenn der Vater fein Kind vergiften will, kann ich

Mafchinendefett der „Conte di L^avoia^

London, 7. Dezember.

Wie der an Bord des italienischen Lurusdampfers „Conte ei Savoia" befindliche Reuter-Korrespondent

Unheimliche Gefchichien

Neues aus dem Görlitzer Giftmörderprozeß.

Görlitz, 7. 'Dezember.

Im weiteren Verlauf der Verwrhmung des Gift- mörvers kam allerlei zu Tage, was den Angeklagten weiterhin belastete. So versuchte Just verschiedentlich, den Richtern grobe Lügen auszutischen, um sich als reinen Engel hinzustellen. Er erzählte u. a., mit der zweiten Frau habe er eine glückliche Ehe gehabt. Nach der Entbindung habe seine Frau ihm plötzlich offen­bart, vaß sie sich vergiftet habe, un» zwar her Mutter wegen. Das Gift hatte er im September 1929 zur Rattenvertilgung beschafft Seine Frau habe ihn aber dringend gebeten, nichts von dem Selbstmord zu er­zählen, va sie sonst noch nach dem Tode „blamiert" wäre. Die Frau wunde kränker und schließlich in das Krankenhaus übergeführt. Der Angeklagte legte Wert darauf, allein mit ihr zusammen zu fetn, wogegen die Aerzte keine Bedenken hatten, denn sie wurde ja auf Kindbettfieber behandelt.

Just erzählt dann eine Geschichte, nach der sein Schwager Groba nicht nur ihm, sondern auch seiner Frau nach dem Leben getrachtet hätte. Mehrfach seien solche Versuche mit vergifteter Wurst, mit vergiftetem Schinken und Brot unternommen worden. Jrn Sep­tember habe er sich nun einmal Gift besorgt, da er, der Angeklagte, sich mit Selbstmordabstchien trug, weil sein Schwager ihn nach der Ernte an die Luft setzen wollte. Gleichzeitig hätte er von seinem Schwieger­vater Türke ein Päckchen Gift mit dem Auftrage er­halten, die Familie Groba zu vergiften.

Dann kommt der Höhepunkt seiner Schilderung, nämlich der „Anschlag" Grobas auf sich und seine Fa­milie. „Zwei Tage vor dem Tode des Schwagers", so erzählt Just, „hörte ich am Abend, wie Groba zu seiner Frau sagte: „Wenn du gefragt wirst, sagst du, Eduard hat uns das Pulver gegeben". Da wurde ich stutzig, ging an das Fenster und konnte sehen, wie Groba sei­ner Frau un>2 dem Kinde Gift gab, dann selbst den Löffel ableckte. Ich wollte an jenem Abend keinen Krach mehr schlagen, konnte aber nicht ruhig schlafen." Vorsitzender: „Das war doch eine unheimliche Ge­schichte. Roch Ihrer Schilderung belaß fast jeder Gift, Sie, der Schwiegervater, der Schwager, und da halten Sie es nicht für erforderlich, den Türke zu wel­ken und mit die Sache zu besprechen?" Arn anderen

Kochendörfte-;^.^5.

Ein Millionär der Krise

Junger Mann kaust das Wembley-Gtadion

Hoovers Kongreßboifchast

Ablehnung der Kriegsschulden-Eiundung / Neue Notmaßnahmen

Das Buch erschließt dem Sind af.e dem Erwachsene« eine Welt, die so ist, wie seine Wünsche sie malte«. I« Notzeiten ist das Bach unser bester Tröster, der Sagend ist es Sübrer und Erwecker. Auf dem Gaben­tisch ist eS liebster Gegenstand, besonders wertvoll, wen« es richtig gewSblt ist. Die Wahl erleichtern wollen wir mit einem Ueberblick über das Neue, das die beste« Snge«db«ch-Berlage z« Weihnachten vor­legen. Kür früher Erschienenes, hier nicht Genanntes ist der Name der Berlage, die wir hier ansühre», Empfehlung «ud Gewähr.

Verantwortlich für Ben politischen Teil: Tr. Walker Pek> nt: für da« Feuilleton: German M Bono«: für den lokalen Teil: Dr. Sans S o o 6 1 m G l a tz e r: für den Seimarieil: Rudolf G l S • e r- für Sandel: Dr. Hans Lanaenberg: Für den Svortte°l: Her­bert S v e t ch: Photo-Redakrenr Eduard Schuld- Kessel: Für Anzeigenteil: Nonrod WachSmann. — Berliner SchriFtleitung- Dr Walter Tbum Ber­lin SW. 68. — Druck und Verlag: NaFFeler Neueste Nachrichten GmbH Nastel Nölnifche Strafte 10

Tage will Just alles nachgeholt haben. Er habe den Schwager zur Rede gestellt, dieser aber habe ihm ge^ standen, vag er wiederholt versucht hätte, ihn uno seine Familie zu vergiften, das tue ihm leid, nun mache er selbst ein Ende. Er hoffe auf Verzeihung! Großmütig wurde sie gewährt. Der Vorsitzende weist auf das Un­wahrscheinliche der ganzen Schilderung hin und fragt Just, ob er sich denn nicht für verpflichtet hielt wenn

Die »üchergilde, die Monatsschrift der Büchergilde Gutenberg

Dezcmberhcf, mit dem Internationalen Zer dreier Gemeinschaft roertlätiger Buch-

Nennte, neubearbertete Auflage. Mit 217 Haupt- und Nebenkarten nebst geographiich-statistischem Teil und alvha- betiiche« Namenverzeichnis (mit 72 000 Namen) Grokoktav 17X25 Ztm. in Ganzleinen gebunden. 18 RM.

Meyers Hand-Atlas, der sich durch nun­mehr 9 Auflagen in 40-jährigem Gebrauch erprobt hat, besitzt vor allen Dingen den großen Vorzug der praktischen Brauchbarkeit in jeder Lage. Man muß nicht, erst einen ganzen Lisch abräumen wie bei den großen Folianten, wenn man einen Fluß oder ein Gebirge sucht, und man kann chn auch in der Akten­mappe mitnehmen. Trotz des kleinen äußeren For- rates sind teilweise sehr große Karten durch geschickte Falzung untergebracht, und auch die Maßstabe ent­sprechen denen größerer Kartenwerke. Trotz der über­aus reichen Beschriftung (das Register zählt 72 000 Namen!) und der gleichzeitigen Wiedergabe des Bo­denreliefs ist das KartenbUd wunderbar klar und übersichtlich. Gegenüber der vorigen Auflage ist das Werk durch Beigabe einer 80 Seiten umfassenden Einleitung „Die Staaten der Erde" von dem Geogra­phen Dr. Edgar Lehmann vermehrt. Der Verfasser hat das Kunststück vollbracht, daß sich diese Einleituna ebenso zum Nachschlagen wie zum stets anregenden Lesen eignet. Mit Recht stehen die uns naherliegen- den Staaten Europas im Vordergrund der Betrach­tung. Jede dieser kurzen geographischen Staaten- skizzierungen ist aus einem Guß. Der Schwerpunkt liegt auf dem politisch-geographischen und auf dem wirtschaftsgeographischen Moment. Hier findet man nicht die sonst üblichen Zahlenreihen, die dem Laien doch nur wenig zu sagen vermögen. Nur die jeweils wichtigsten Zahlen sind höchst sparsam und geschickt, gleichsam als Unterstreichung gewisser Situationen eingefügt. Nirgends wurde das Problemhafte über­sehen, nirgend gleitet die knappe, flüssige und dabei äußerst reichhaltige Darstellung in ein Politisieren über Tagesmeinungen ab, nirgend verfällt sie dem :it länderkundlichen Lehrbüchern üblichen Schema. Es bleibt erstaunlich, daß diese Neuauflage um 10 RM. billiger ist ails die vorhergehende 8? Auslage von

schuß zur Wahrung der Rechte der Volksvertretung wird die Sozialdemokratie wieder den Vorsitzenden stellen und zwar voraussichtlich den Abg. Löhe dafür benennen. Im Auswärtigen Ausschuß erhalten die Nationalsozialisten den Vorsitzenden, wofür sie vor­aussichtlich wieder den Abg. Frick Vorschlägen. Neu ist, daß im Haushaltsausschuß diesmal die Kommunist en den Vorsitzenden stellen werden. Die Nationalsozialisten führen den Vorsitz im Ge­schäftsordnungsausschuß, die Sozialdemokraten in den Ausschüssen für Steuern und Volkswirtschaft, die Deutfchnationalen im Handelsausschuß und das Zen­trum im Sozialpolitischen Ausschuß.

Der Wahlkampf in Lippe

Detmold, 7. Dezember.

In Lippe ist keine Burgfrieden wie im übrigen Deutschland. Der Wahlkampf für den Lippe- schen Landtag ist schon in vollem Gange. Die Deutschnationalen haben eine Erklärung abgegeben, daß sie während der Adventszeit keine Wahlversamm­lungen abhalten wollen. Die Nationalsozialisten, die bereits mitten in der Wahlagitation sind, planen eine große Werbeaktion. Adolf Hitler soll zu den Land- tagswäblern in Detmold, Göring in Blomberg und Goebbels in Lemgo sprechen.

Klaus Herrmanns „Vorstadttragödie" wurde im Komödienhaus-Berlin uraufgeführt. Unser Berliner Theatermitarbeiter schreibt uns dazu: Klaus Herr­mann wurde uns vor fünf Vierteljahren durch Ernst Legal in einer Studioaussührung des Staatsthealers mit einem wahren Anfängerstück „Die Prüfungen Hiobs" vorgestellt. Man befürchtete damals den Leer­lauf eines Technikers. Die Befürchtung scheint sich zu bestätigen. Der Stoss des neuen Dramas stammt nicht vom Autor, sondern aus der jüngsten Krirninalge- schichte (Januar 1931): Lieschen Neumann, ein noch nicht sechzehnjähriges Mädel ans dem Berliner Nor­den, hält es nachts mit dem Uhrmacher Ulbrich und spornt zwei junge Lumpen, darunter einen Schwach­sinnigen, satanisch zum Raubmord an Ulbrich an; der Mord geschieht unter scheußlichen Umständen; Lies­chen Neumann und ihre Helfershelfer büßen ihre Tat im Zuchthaus. Was reizte Klaus Herrmann an die­sem Stoff? Das Psychische: Lieschen Neumanns Ver­logenheit, Gefangensein, Phantastik und Pubertät? Das Stück gibt keine Antwort. Oder das Erdhafte: die ununterdrückbare Natur? Ebenfalls keine Ant­wort. Es bleibt also nur das Streben des Autors, sich in der Technik des Dramas zu vervollkommnen. Man kann Klaus Herrmann bezeugen, daß er Fortschritte gemacht hat: er ist nicht mehr auf den Expressionis­mus angewiesen, nicht mehr auf die Aneinander­reihung von Bildern und Diskussionen, er ist der Wirklichkeit, der Rundgestaltung nähergekommen und bietet den Schauspielern unter Günther Starks guter

„Sagen vom deutschen Rhein" (mit Bildern von Karl Miersch) zu einem bunten Reigen vereinigen. Dem gegenüber steht „Sie Gudrunsage" (mit Bildern von H. Krieg), die Will Vesper in kristallklarer Sprache neu erzählt. Nächst dem Nibelungenlied ist die Gudrunsage das Hohe Lied der Frauentreue, di« auch den heutigen Menschen durch ihre Herbheit und Tra­gik erschüttert. Aus diesen Menschenschicksalen der Ver­gangenheit schauen Probleme von heute und morgen.

Jugendbücher des Union-Verlages.

Die Union Deutsche Verlagsgesellschaft hat sich durch chre „klassischen" Jugendzeitschriften „Der gute Kamerad" für Knaben und „Das Kränzchen" für Mädchen die Jugend erobert. Von beiden Zeitschrif­ten erscheinen Jahresbände, die ebenso begehrt sind wie „Das neue Universum", in dem sich der Erwach­sene ebenso gern unterhalten und belehren läßt wi« die Jugend, die in dem neuesten, 53. Band (Seinen 6.80 Mk.) neben Erzählungen, Reifeschilderungen, Abenteuern und Entdeckungen viele ausgezeichnete, reichbebilderte Artikel über Neuerungen der Technik findet. Wer also einmal lesen und verstehen will, wie es mit einem modernen Radiogerät beschaffen ist oder einer jener kleinen Wunderkameras von Leitz. Zeitz usw., der lese das Neue Universum, das zu 464 Sei­ten Text allein 355 Abbildungen bringt.

Weitere empfehlenswerte Bücher des Unionver­lages: Eine Erzählung von M. Grosch „Lustiges aus der Quarta". (Mit Zeichnungen von Ernst Kutzer. 2.50 RM.) In der Quarta, aber auch in den Klaffen darüber und darunter spielen sich all- die vergnüg­lichen Szenen ab, die die Heiterkeit der jungen Leser­welt erregen. Aber auch von allerlei seltsamen Ferienerlebnissen wird berichtet. Felicitas von Rez- nicet schreibt ein Buch „Paula auf der Spur". Eine spannende, ein wenig kriminelle Geschichte, luftige gegenwartsbetonte Handlung, die sich durch ihren frischen Ton auszeichnet, mit vielen in den Text ge­streuten humorvollen Zeichnungen und farbigen Bil­dern von Franz Taussig. — In Exotische Länder führt Otto Ruderts Erzählung „Das Land der Gifte". (43. Band der Kamerad-Bibliothek.) Wie sich ein jun­ger deutscher Forscher, durch ungünstige Verhältnisse in den ihm fremden Pflanzerberuf gedrängt, allen Gefahren der malaiischen Inselwelt und den Malaien, Kanälen und chinesischen Kulis gegenüber behauptet und .ileichzeftig einen Jungen rettet, dem seine Misch- tingsherkunfi verhängnisvoll zu werden droht, das bildet den Sera dieser abenteuerlichen Geschichte. —

DaS Anton Huber-Quartett, München, gibt am 12. Dezem­ber im Bereinshaus ein Konzert unter Mitwirkung des Hai- feiet Pianisten Ulrich Seliger (im Klavierquiulett Es-dnr £p. 44 von Schumann). Damit kommt nach langer Pause endlich wieder ein auswärtiges Quartett nach Kassel, das überall grobe Erfolge hatte, wie aus folgenden Kritiken bervorgeyi: „Was das Huber-Quartett im Museum seinen Hörern vermit­telte, war beglückende Offenbarung reifster Kunst. Amon Su­ber ist ein Vollblutmusiker edelster Prägung, seine Meister­schaft führ die ihm mit hervorragenden Leistungen sekundie­rende Quartettschar zu den Höben wayrer Vollendung.' (Münchener Zeitung). — Die München-Augsburger Abend­zeitung schrieb: „Das Anton Huber-Quartett hat sich mit sei­nem letzten Kammermustkabeud in die vorderste Reibe der Quartettvereinigungen gestellt. — In den Münchener Neueste Nachrichten 6ies es: .. „nachdem den vier Künstlern, wie schon nach ledern der vorangegangenen Werke Ovationen von ganz ungewöhnlicher Herzlichkeit dargebracht wurden. Mit ^<61! —Ter Bavertfche Kurier schrieb: „Ter ungewöhnlich begeisterte Beifall ging von Hörern aus, die in ihrer Zusam­mensetzung auS den wahren Kennern und Liebhabern des alUn kammermustkalischen Münchens Leistung und Wert des Quartetts besonders nachdrücklich uMerftrichcn."

London, im Dezember.

In diesen Jahren, wo die beste, wenn auch gleich­zeitig die billigste Ausrede für den persönlichen Miß­erfolg eines jeden Menschen der Hinweis auf die Welt­wirtschaftskrise ist — in dieser selben Zeit ist es einem jungen Londoner, der im Kriege als Offizier gedient Hatte und der noch vor wenigen Jahren tatsächlich ohne Beruf war und dem Nichts gegenüberftanb, dank einem seltenen Erfassen geschäftlicher Möglichkeiten gelungen, ein Riesenvermögen zu erwerben.

Mr. Elvin fing an als Zigarrenverkäufer in einem Kiosk der Weltausstellung van Wembley. Kameraden von ihm. arbeitslos wie er, fanden den Posten als unter ihrer Würde. Mr- Elvin verkaufte monatelang Zigarren und Zigaretten an die Ausstellungsbesucher, aber gleichzeitig dachte er immer daran, wie er feine Stellung verbessern könnte. Er hielt in der ganzen Ausstellung Umschau nach den Gegenden, wo die Budenbesitzer allem Anschein nach die größten Umsätze erzielten. Bor der Neueröffnung im nächsten Jahre ging er zur Ausstellungslektung und sicherte. sich eine Option auf.xine ganze Reihe van Ladengeschäften. Bor»- sichtshalber verschwieg er, daß fein ganzes Kapital bis­her nicht mehr als 18 englische Pfund betrage. Elvin bekam die Option; er ließ nun in seinen zehn Läden orientalische Schmuckstücke, Schals, Kaffee, Bonbons

Stalling-Büchrr.

Der Verlag StaHing in Oldenburg hat neben gut bearbeiteten Sagen- und Märchenbüchern stets das gute Bilderbuch gepflegt. Vor jedem Weihnachtsfest fragt man zuerst nach einem neuen Bilderbuch von Else Wenz-Vietor, die aus Tieren. Blumen, Spiel­sachen und Menschen eine köstlich klar und innig ge­malte Kinderwelt baut. In ihrem neuen Bilderbuch „Weihnachten" (Verse von Hertha v. d. Knesebeck, 3,80 RM., Alter 5—9 Jahre) begleitet Else Wenz- Viötor den guten alten Weihnachtsmann auf feiner Erdensahn mit entzückenden farbigen Bildern. Auch „Des Wiesenmännchens Brautfahrt" (Verse von Will Vesper, 3.80 RM., Alter 6—11 Jahre) hat die Künst­lerin miterlebt. Solche Fahrten und Abenteuer sind immer das Entzücken der Kleinen. Aber wie begeh­renswert ist erst „Die liebe Eisenbahn" (Verse und Bilder von Prof. Wilh. Schulz, 3.80 RM., Alter 5-9 Jahre). Wenn sie so schön ist wie hier, wo sogar die Lokomotiven so wesenhaft lächeln oder zürnen kön­nen, dann freuen selbst die Großen sich noch manch­mal. Die Allerkleinften dürfen darüber nickt vergessen werden. All die alten Kinderreime unseres Volkes, die Kose-, Trost-, Scherz-, Berubizungs- und Wiegen­reime, an die wir uns noch aus unserer eigenen Kind­heit dunkel erinnern, Hal Else Wenz-Vietor in „Schweinchen schlachten" (2.80 RM., Alter 2—6 Jahre) mit Bildern geschmückt, die aus einem warmen Mut­terherzen kommen. Ebenso hat Vilma Mönckeberg- Kollmar Märchenschätze aus der ganzen Welt in „Die Märchentruhe" (100 Märchen mit Bildern von Sula­mith Wülfing, Preis 2.80 RM., Alter 4—7 Jahre) gesammelt. In bewußter Einstellung auf die münd­liche Erzählung durch die Mutter sind hier Märchen von klarer, tlingenber Svrache geschaffen worden. Den gelteren erzählt Else Franke von Kaisern, hoben geistlichen Herren, Rittern und Edelsräulein, Hand merlern und Bauern, die sich in den volkstümlichen

Mittwoch, 7. Dezember 1932

Frage der A m n e ft i e und hinsichtlich einer SB i n» terbUfe geschehen könne. Die Reichsregierung habe die Absicht Vorschläge für diese beiden Angelegenhei­ten zu machen. Aus Fragen darüber, innerhalb wel­cher Zeit diese Vorschläge zu erwarten seien, habe der Vertreter der Reichsregierung eine endgültige Aus­kunft noch nicht geben können, insbesondere auch nicht darüber, wie sich die Regierung die Durchführung dieser Absichren bann denkt, wenn mit einer Ver­tagung des Reichstages zu rechnen sei, die als fest­stehende Tatsache doch bereits jetzt gewertet werden müsse. Es besteht allerdings in einem solchen Falle die Möglichkeit, daß die Verabschiedung der Winter­hilfe im Wege der Notverordnung geschehen könne Daß allerdings die Erledigung eines Amnestie­gesetzes ohne die Mitwirkung des Reichstages nicht geschehen könne, habe der Vertreter der Reichsregie­rung zugegeben.

Die Fraktionen scheinen die Möglichkeit zu er­wägen, die Amnestieanträge, sofern sie nickt sehr wesentlich voneinander abweichen, ohne Ausschuß­debatte zu verabschieden und zwar am Mittwoch in erster und zweiter, am Freitag in dritter Lesung. In gleicher Weise dürfte das Stellvertretergesetz für den Reichspräsidenten seine Erledigung finden.

Schließlich wurde im Aeltestenrat noch bestimmt, wie die Ausschußvorsitzenden von den ein­zelnen Fraktionen zu bestellen seien. Für den Aus-

Washington, 7- November.

In beiden Häusern des Kongresses wurde Dienstag die Jahresbotfchaft des Präsidenten Hoover verlesen. Hoover fordert darin als Programm der gegenwärtigen Kongretztagung eine weitete Herab­setzung aller Bundesausgaben, eine Re­form des Privatbanksystems und eine enge Zusam­menarbeit mit dem Auslande in Wirt- sthaftsfragen.

Der Präsident lehnt de« Wunsch der alliierten Schuldner nach Aufschub der am IS. Dezem­ber fälligen Kriegsschuldenzahlungen mit der Begründung a b, daß Vertrauen und Freund­schaft nur dann erhalten werden könnten, wenn man Verträge getreulich erfülle, bis sie durch ein gegen­seitiges Abkommen geändert seien und eine für beide Teile segensreiche Lösung gefunden sei. Weiter teilt Hoover mit, daß die Verhandlungen mit den alliierten Regierungen noch andauern; er werde dem Kongreß eine ergänzende Botschaft übermitteln, sobald diese Verhandlungen abgeschlossen seien.

In der Botschaft wirb angebeutet, daß Hoover für diejenigen Staaten, bei welchen Transferschwierigkei­ten bestehen, Maßnahmen zur Behebung dieses Hinder­nisses vorzuschlagen gedenkt.

Don der Weltwirtschaftskonferenz er­hofft Hoover eine Besserung der Warenpreise, der Be­schäftigung und des Geschäfts im allgemeinen, und zwar insbesondere durch Stabilisierung der Währun­gen und Abbau der Handelsschranken. Zur Aus­gleichung des Budgets schlägt Hoover eine beim Fabri­kanten zu erhebende allgemeine Verkaufs st euer vor, von der nur Nahrungsmittel und vielleicht be­stimmte Arten von Kleidungsstücken befreit sein fällen. Ferner wird eine Herabsetzung aller 1000 Dollar über­steigenden Gehälter bei den Bundesbehörden um 11 Prozent ober, den Zwangsurlaub eingerechnet, um insgesamt durchschnittlich 14,8 Prozent empfohlen.

„Baltimore Sun" bemerkt zu Hoovers Botschaft an den Kongretz, sie zeige, daß der am 8. November so ver­nichtend geschlagene Präsident keine großzügige Politik mehr zu machen wünsche. Es fehle jegliche Erwähnung so wichtiger Fragen wie der Prohibition, der Hilfe für die verelendete Landwirtschaft und der Aufnahme der Beziehungen zu Rußland

London resigniert! ■ London, 7. Dezember.

Die Presse hat die Botschaft des Präsidenten Hoover naturgemäß mit geteilten Empfindungen ausgenom­men, ist aber darüber nicht erregt, da sie nichts anderes erwartet hat.

„Time s" erklärt: Da Amerika keine Warnung annehmen will, bleibt Großbritannien nichts weiter übrig, als feine Goldreserve in Anspruch zu