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Refefer TtawWe XedkidHte

Sonnabend, Z./Sonntag, 4 Dezember 1932 z 3.2eila-e

Prof. Oskar Bie:

Phot. Walter Iirner.

Theodor Sdieidl alsFliegender Holländer

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Lotte Schöne, eine zarte Rokokokünstlerin von süßer Anmut. Maria Idognn, die unübertreffliche Spe­zialistin aller Zerbinettafiguren, bis in die altfran­zösische Oper zurück, mit einer unermüdlich behenden Lust am entzückenden Heinen dramatischen Spiel. Irene Eisinger, die beste aller Susannen, als Führerin der Soubretten. Jarmila N o v o t n a, mit ihrem slawischen Einschlag, so gewinnend in der Feinheit, in dem Wohlklang ihres Organs. Nicht zu­letzt Gitta A l p a r, mit dem Feuerwerk ihrer Kolo­ratur, mit dem berückenden Timbre ihrer Stimme, mtt allen Erscheinungsreizen, die sie daun in der Operette lernt«.

Der Saal der Altistinnen

ist kleiner, aber wird beherrscht durch das Bild der Sigrid Onegin, die aus dem Konzertleben in die dramatische Gestaltungskraft der Bühne hineinwuchs, j das Organ wohl das schönste seit der Testinn, die Technik sicher, farbig, flüssig, flüssig bis in die Kolo­raturen der Fides im fünften Akt, die ihr heute nie­mand nachmacht. Ms Beispiel der Umwandlung in sopranige Höhe die leidenschaftliche Arndt-Ober. Ms Pracht einer tiefen, satten Stimme die Olszewski. International gewendet die Münch­nerin Biller.

Im dritten Saal di« Tenörer

Richard Tauber, mit allem Schmelz, mit aller Kühnheit seiner Stimme, einmal sicherlich der größte deutsche Tenor, der auch beim Uebergang in die Ope­rette von seiner Kunst nichts «inbüßte. Joses Schmidt, der Heine große Tenor des Rundfunks, mit seiner verblüffenden italienischen KantUene. Meister des Belcanto R o s w a e n g e, der sich in ein stattliches Format entwickelte. P a tz a k aus München, jetzt in Berlin, könnte ihm ebenbürtig werden. Fritz Wolff, der kräftige deutsche Typ, hervorragender Charakteriftiker als Othello. Pattiera, der be­schwingte, belebte, abenteuerlich berückende Bonvivant der Stimme, der seine Heimat Ragusa in der Kehle trägt. S l e z a k, der mächtige Beherrscher alter, wür­diger Tenorrollen, P i c a v e r, der fein umfangreiches Organ bisweilen carusohaft in die moderne Oper trägt. Der edle Lorenz aus Dresden. Der weltbe­rühmte Kiepura aus Polen, dessen Stimme bis- iveilcn nicht ganz seinen Kredit erreicht. Der wunder­volle F i d e s s e r, aus Zartheit und Krast einzig ge­mischt, in seinem seelenvollen Vortrag. Und als letzte der Wagnersänger in dieser neuen Zeit Pistor und unentbehrlich der ausgiebige Melchior.

Am buntesten der Saal der Bässe und Baritons.

Sie streichen durcheinander, ihre Höhengrade messend, ihre Typen vergleichend. Heldisches, Lyri­sches in allen Kreuzungen. Schlusnus, der nordisch klare, stimmlich so überaus satte und klangvolle. Bohne n, einst der persönlichste Gestalter, drama­tische Durchbringer, mächtigste Baßbildner, der mit Eleganz in die Operette hinüberjonglierte. Mayr aus Wien, Lift aus Berlin, die tiefsten Stützen des

Gesangs. Reinmar, stimmlich und menschlich einer der kultiviersten und diskretesten Vertreter sei­nes Fachs. Ludwig Hofmann, fchärfer und poin­tierter in feiner durchschlagenden Wirkung. Bockel- mann, der abgerundete und vollkommenste Wotan. I aussen, eine gewachsene Begabung aller Bari­toncharaktere. Oder soll man Bode neben beide stel­len? Die Wahl ist schwer in dieser Stimmgattung, die heut vielleicht die besten Mitglieder zählt. Nicht zu vergessen der Charakterbariton Kipnis. Was der herrliche, fundamentale Bender für München, ist in höherer, leichterer Lage Domgraf-Faßbaen- d e r für Berlin, der sich um feinen Figaro herum blendend entfaltet hat. Scheid!, der immer gegen­wärtige, bildfame, bis zum Godunow stark drama- tifche Künstler. Neben ihm winkt herüber Bakla- n o f f, ein Chargensänger, immer noch von Nutzen in jeder von ihm leicht modellierten Rolle.

Wer zählt sie alle? Wer schätzt sie ab? Laßt uns diese Galerie wieder verlassen, laßt uns gern wieder aus einem Museum steriler Vergleiche in die leben­dige Tageskritik hinübergehen, Kops und H«rz gegen Gestalt und Stimme, ein ewig wechselnder Lauf der Eindrücke, der Urteile, der Arbeit an der großen, ak­tuellen, immer neuen, immer wieder verschiedenen Darstellung der Oper.

Leihbibliothek und Eigenbuch. Die durch die Absatz­schwierigkeiten bedingte ständig sinkende Zahl der Auf- lageziffern der deutschen Buchproduktion im Gegen­satz zu dem Ansteigen der Zahl der Leihbibliotheken in Deutschland ist in letzter Zeit vielfach in der Preise und in interessierten Kreisen in den Mittelpunkt der Diskussion gestellt worden. Zu den Kernfragen dieses Problems nimmt jetzt auch dieLiteratur" in ihrem Dezemberheft Stellung: Die Leihbibliotheken als solche, ihr schnelles Aufblühen und ihre schnelle Per- brettung sind nur Anzeichen für die Einstellung der neuen Leserschaft dem Buch gegenüber. Die Persön- ltchkeitsbeziehungen zwischen Leser und Buch erscheinen heute gelockert. Sie können sich nur festigen, wenn man das Buch in eigenem Besitz und damit die Möglichkeit hat, in jeder Stimmungsauwandlung dazu zurückzn- kehren. Bestimmend für den deutschen Büchermarkt ist immer der Unterschied zwischen dem einmal gele­senen und dem immer wieder gelesenen Buch. Dieser Unterschied macht sich allerdings auch in der Leih­bibliothek geltend, denn auch das vielgelesene Leih- bibliothekshuch mutz ja eine gewisse Festigkeit besitzen. In der Leihbibliotheksftage spielt aber noch etwas anderes eine bÄeutende Rolle. Es sttzeimt so. als üb das neuerschienene Buch allein auf Geltung Anspruch erhebt und darum das ältere verdrängt. In jedem Falle zeigt die Wiederkehr zum einmal gelesenen Buch an, datz der Leser über innere Sammlung verfügt, und wer kennt diese heute in einer von anderen Sorgen beherrschten Zeit. Das grotze Anwachsen der Leih­bibliotheken hat seinen Hauptgrund in der katastro­phalen wirtschaftlichen Lage Deutschlands. Es werden daraus die Konsequenzen gezogen, datz sich der Bücher­markt auf die augenblicklichen Forderungen der Leser­schaft einzustellen habe, datz aber darüber hinaus auch an eine bessere Zukunft gedacht werden muh.

Galerie der Opernkünftler

Die namhaftesten Sanger und Sängerinnen an deutschen Opern

Walter Firner hat feinem Schauspielcrbuch jetzt ein kritisches und autobiographlfDcs Bilder - Buch der Opernkünftler folgen lassen. In diesem bei Bruümann erschienenen BuchWir von der Over" (3.80 RM) kommen 42 der bedeutendsten Persönlichkeiten der Over zu Wort und bezeichnen in eigenen Beitrügen ihre Tiei lungnahme zur Oper, geben Anregung zu ihrer Rcn- belcbung, sprechen über ihre persönliche Entwicklung und ihren Ausstieg, über Ernstes und Heileres aus ihrer Laufbahn. Richt nur die großen dar­stellerischen Kräfte der Oper bringt dieses Buch in Wort und Bild, sondern auch ihre markantesten Führerpersönlichkcitcn, darunter Leo Blech, Fei« Busch. Carl Ebert, Wilhelm Furtwängler, Gustas Gründgens, Erich Kleiber, Otto Klempcrer, Fritz Stiedry, Bruno Walter, Alexander von Acmlinsky. Mit einem Essah, das einen zusam- mcnfassenden Ncberblick über die Over und ihre heu­tigen Kräfte gibt, leitet der bekannte Berliner Musik- LchriftfteUer und Kritiker Oskar Bie das Richard Strauß gcwidnreie Buch ein. Das Buch ist ausgc stattet mit 40 künstlerischen Kupfertiefdrücken, die nach großen von Walter Firner neu gcfchasfencn Porträl- und Rollenaufnahmcn- eindrucksvoft wieveraegeben sind. In seiner Einleitung gibt Oskar Bie folgenden charakteristischen Querschnitt durch die darstellenden Kräfte der deutschen Oper:

Die Galerie der Opernkünftler teilt sich nach den Unterschieden der Stimmgattungen ein, wie sie uns die Natur mitgegeben hat. Es ist nicht wie bei den Schaufpielern zunächst eine Einteilung nach den Rol­lenfächern, sondern diese subsummiere'n sich unter den größeren Rubriken der Stimmregister. Es sind die Bausteine der Komposition für den Gesang, wie die Instrumente für das Orchester.

Vier Stimmgattungen haben sich herausgebildet, seit der Mensch singen kann, eigentlich sechs: denn der Bariton unterscheidet sich im Wesen durchaus vom Baß, und der Mezzosopran liegt scharf begrenzt zwi­schen Sopran und Mt.

Die Bevorzugung der Stimmgattung wechselt nach der Mode. Je heftiger der Wirkungsdrang ist, desto mehr werden die höheren Register bevorzugt, wie heute Sopran und Tenor, und noch merkwürdiger: desto eher versuchen tiefere Stimmen sich nach der Höbe umzubilden, wie so viele Altistinnen, die in den dramatischen Sopran hinauf steigen, wie Baritons,

die Tenöre werden, wie Bässe, die sich zu Baritons hinausschrauben. Dies ergibt eine Fluktuation zwi­schen den Stimmgattungen, die auch für die Kompo­sition selbst nicht ohne Folge bleibt. Rossinis Aschen­brödel wird aus einem Kotoraturalt in einen Kolo­ratursopran umgeschrieben. Bisweilen aber empfiehlt die Praxis einen Rückschlag. Der Tenor glänzt mehr in die Oper hinüber, er fehlt der Operette, Operetten­helden werden in den Bariton hinunter verlegt, wetl er für diese Zwecke eher zur Verfügung steht. Ein Spiel der Stimmen zwischen Moden und Gebrauch, das nur ein schwacher Nachläufer jener großen Stimmverschiebungen ist, die in den virtuosen Epochen geläufig waren: Männer als Frauen. Die Unnatur hat aüfgehörl, die Natur bat genug Mög­lichkeiten, auf gegebenem Boden alle Fülle des Mate­rials zu entwickeln und zu verteilen.

Hier ist der Saal der Soprane:

Wie wunderbar setzen sie sich alle voneinander ab, jeder mit einem eigenen Ruhmestitel. Barbara Kemp, die stärkste aller dramatischen Persönlichkei­ten, die alles, Gestalt und Gesang, aus einer inneren Vision schafft, mit der Intensität des Augenblicks er­lebt, nur geleitet von ihrem unverdorbenen künst­lerischen Instinkt. Lotte Lehmann, die die drama­tische Szene von sich aus eigen und stark belebt, wie die Schöpfung eines Bühnenbildhauers, vom kulti­vierten Gang verschönt. Maria Jeritza, Bild­hauerin in jedem Moment ihrer Stellung und Betei­ligung, die Diva alten, großen Stils im elementaren Umfang ihrer Stimme. Frieda Leider, vollkom­menste Einheit szenischer und stimmlicher Darstellung, ein Gipfel deutscher Opernkunst. Maria Müller, unglaublich beherrscht in ihren ausgiebigen Mitteln, auch in der Leidenschaft von bewundernswert klarer Formgebung. Elisabeth Schumann, lieblich und sein und innig nach der lyrischen Seite hin. Delia Reinhardt, vor allem als Interpretin von Strauß, ebenso stark als sympathisch in ihrem sehr persönlichen Ausdruck. Vera Schwarz, immer zur Stelle in ihrer fleißigen, technisch wohlgeübten Kunst.

Bantzer- Ausstedung in der Kasseler Gemäldegalerie

Die Bantzer - Ausstellung des Kasseler Kunstoereins wird am Sonntag 11% Uhr eröffnet. Verbunden mit dieser Ausstel­lung des Führers der hessischen Künstlerschaft find Ausstellun­gen vön Frau Helen« Bantzer, Karl Francis Bantzer, Elisabeth Bantzer, Marigard Ohser- Bantzer und Hildegard Bantzer. Im Bild: Geheimrat Karl Bantzer nnd sei» Sohn Karl Francis vor dem berühmten Schwälmer Vauernbfld.

Aot. Eberth

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Der TELEFUNKEN231 kostet einsdil.

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DEUTSCH

tont es laut von fern und nah

Welche Freude, wenn der TELEFUNKEN 231 unter dem Weihnachtsbaum anfängt zu spielen! ...und welche Begeisterung, wenn man hört, wie er klingt, wie er Trennt, wie er Sender noch Sender bringt aus ganz Europa.

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