Sette 3
Mittwoch, 30. November 1932
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Das Mae» Buck
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Kleine. Chronik
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Lie heutige Nummer umiutzt 16 Seiten
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Der Bürgermeister von Toronto (Kanada) hat es abgelehnt, den deutschen Seeheldrn Graf Luckner, der am Dienstag in Toronto eintrifft und auf Einladung des britischen Empireklubs einen Vortrag hält, offiziell zu begrüßen, weil noch zu viele Wunden offen seien die Graf Luckner während des Krieges mit feinem „Seeadler* Kanada zugefügt habe. Die Weigerung sei nicht von haßerfülltem Herzen diktiert, sondern von der Rücksichtnahme auf Kanadas Kriegshelden. Die offizielle Begrüßung eines früheren Feindes könne leicht zu Streitigkeiten Anlaß geben.
Eine traurige Entdeckung mutzte gestern abend ein Eoldwarenhändler aus Leipzig machen, der seinen Personenkraftwagen in einem Torweg unbeaufsichtigt hatte stehen lassen. Während der kurzen Zeit seiner Abwesenheit waren aus dem verschlossenen Wagen drei braune Lederkoffer gestohlen worden, in denen sich mehrere tausend Ringe, Zigarettenetuis, Feuerzeuge und andere Gegenstände befanden. Der Gesamtwert der gestohlenen Sachen beträgt etwa 25 000 bis 30 000 Mark.
gekommen: denn es hat den Zigarettenfabriken verboten, Zigaretten in Silberpapier einzupacken. Das noch vorhandene Staniolpapier mutz den Schokoladenfabriken vergeben werden. Man hofft, dadurch jährlich für 4 Millionen Drachmen fremde Devisen zu sparen. ।
Auf englischen Kasernenhöfen werden gegenwärtig unter Ausschluß der Oeffentlichkeit „Soldaten - Modenschauen" veranstaltet. Man sucht efne neue Uniform für die englische Armee. Jetzt eben ist eine Uniform mit umgeklapptem Kragen und halsfreien kakifarbenen Hemd ohne Krawatte gezeigt worden. Die neue Uniform, die der Pfadfindertracht ähnelt, ist mehrere Pfund leichter als die bisherige.
Der Manu, der Gehaltserhöhung bekam
(„Neoelspaller")
Im Vergnügungszentrum Neuyorks war am Montag ein Riesenbrand ausgebrochen, der den gesamten Verkehr auf dem belebten Broadway zum Stillstand brachte. Das Feuer war in einem Nachtklub entstanden und nahm bald Riesenausmaße an. Zur Bekämpfung des Großfeuers waren mehrere Feuerwehren Neuyorks aufgeboten wordrn, die aber nicht verhindern konnten, daß die Gaststätte vollkommen ausbrannte. Starke Rauchschwaden zogen sich den Broadway entlang, so daß ein Verkehr nicht mehr möglich war.
Das Geheimnis des Burenschatzes
Wieder um eine Hoffnung ärmer...
In der Leibnizstraße in Charlottenbura wurde der berüchtigte Führer der sogenannten „Westend-Kolonne*, der 37 Jahre alte Franz Lehnert, festgenom-
dort untergebrachte Raiffeisenkaffe abgesehen. Frau Genies, die von dem Geräusch erwacht war, wurde von den Verbrechern durch einen Schutz getötet. Ihr 20-jähriger Sohn und ihr Mann, die sich den Einbrechern entgegenstellten, wurden gleichssalls nieder- aeschoffen. Genies wurde verwundert. Der Sobn brach, von mehreren Kugeln getroffen, tot zusammen. Die Verbrecher flüchteten, bevor die Polizei erschien. Mehrere verdächtige Personen wurden bereits in Haft genommen. Die Tochter Genies gibt an, datz die Täter litauisch gesprochen hätten. Es wird unter die- Sen Umständen mit Sicherheit angenommen, daß es ch wieder um Verbrecher von jenseits der litauischen Grenze handelt. Es wäre dies dann die fünfte Mordtat, die litauisches Gesindel im Memelgebiet verübt hätte.
Lebneri einer der verwegensten Ein und Ausbrecher und Hai bisher noch niemals eine iit . ihn verhängte Strafe restlos blitzt Er ist bereite fünfmal aus .U'h-i'.nfjcTn en'''>ichen
Zuletzt war Vttrten zu einer Zuchthausstrafe von ch-' stabren v'i> ncili worden, die er in Gollnow verbüßen sollte . Auch aus diesem Zuchthaus gelang es ihm edoch im Mär; d I. zu entiliehen Um zu er reichen, datz mau ibn in strengen Arrest setze, verur 'achte er im .an-bebaus solche Unruhe, bis er seinen Z'veck erreichte. Er verfolgte dabei die Absicht, im Arr-e> ■>»< *»öT”cTn|,ro(d» abzunehmen um so besser durch vas £'c* r-*>fiivfen zu können, das er in die Mauer gebrochen und inzwischen mietet verdeckt hatte
Tatsächl.ch nahm er auch um 20 Psuud ab, und seine Flucht glückte.
Kriminalbeamte waren nun Tag und Nacht unter«
■, bis sie lebt endlich den Schluvfwinkel des Einbrechers aufstöberten, Fran, Lehnen wohnte seit einiger Zeit im Seitenflügel eines Hauses der Leib- nizstratze als Untermieter, Die Beamten belebten den Hof des Grundstückes und die Treppe und drangen in die Wohnung ein, Lehnen lag noch im Bett; in erreichbarer Räbe befand sich leine Pistole Als die Beamten eintraten, sprang er ins Nebenzimmer, rm das Fenster auf und wollte aus den Hos spniigea. Als er aber die Beamten unten sah, ergab er sich widerstandslos.
London, 30. November.
In der Reihe der sagenhaften und ungeheuren Goldschätze, die seit Jahrtausenden, aber auch seil viel kürzerer Zeit irgendwo in der Erde vergraben liegen sollen und die auf den glücklichen Finder warten, - in dieser Reibe von Erbschaften spielte der Goldschatz von „Ohm* Krüger, dem greisen Präsidenten der früheren Burenrepublik, eine wichtige Rolle. Seit 30 Jahren gab es da eine Sage, daß der gesamte Goldbestand der südafrikanischen Republik beiseite geschafft wurde, bevor die englischen Truppen im Land einmarschierten. Für die Tatsache, daß das Gold in demselben Eisenbahnzug, den Präsident Krüger benützte, sortgeschafft wurde, für diese Tatsache gab es auch einige Zeugen. Welches aber der Bestimmungsort jener 62 Goldkisten war, das wußte niemand.
Leider tauchte nun in den letzten Tagen das Notizbuch eines der an dieser legalen Goldschiebung nächstbeteiligten Männer auf — und es ergibt sich, daß von einem heute eristierenden Millionenvermögen in Goldbarren gar leine Rede mehr sein kann, sondern das alles ganz ordentlich und ehrlich und mit rechten
H. R. Berlin, 30. November.
Zwischen Berlin und Potsdam liegt inmitten der Tannenwälder das deutsche Hollywood: Neubabels- berg, die Filmstadt der Ufa. Es ist nicht ganz leicht, durch die Tore in die moderne Märchenstadt zu schlüpfen, aber eine Einladung der Ufa öffnet auch die verschlossensten Türen.
Heute ist großer Tag in Babelsberg. Der Produktionsleiter Günther Stapenhorst, dessen Namen wir io oft auf der Leinwand lasen, macht Ausnahmen für den neuen Eroßfilm der Ufa: Morgenrot. Er soll eine Episode aus dem Unterseebootkrieg des Jahres 1915 darstellen, ein Schauspiel der modernen Seeschlacht. In der großen Aufnahmehalle wird gerade gedreht. Man hat dort einen Bahnhof aufgebaut. Durch die Vorhalle und die Wartesäle kommen wir auf den Bahnsteig. Station Meerskirchen. Urlauber melden sich beim Ortskommandanten. Ein Militärtransport will eben die Söhne von Meerskirchen an die Front schaffen. Der Eisenbahnzug (in Wirklichkeit ein alter Wagen aus dem man zwei gemacht hat, indem man ihn längsseitig durchsägte) steht abfahrt- bereit da.
Achtung Aufnahme! ertönt die Stentorstimme des Aufnahmeleiters über die Menschenmassen hinweg. Alle Soldaten in die Wagenfenster, Zivilisten zurück! Die Jupiterlampen flammen auf, der „Zug" entwickelt mächtigen Dampf und dann geht es los. Aber der Zug bleibt stehen... dafür fährt der Aufnahme- Apparat auf einem kleinen Wagen rückwärts feine Front ab.
Fenster wechseln! Zwei gut angezogene Zivilisten an das Fenster zweiter Klasse! In den Wartesälen lungert die Komparserie herum, alte kampferprobte Mimen und ein Flor junger, alter und älterer filin- geschmückter Damen. Jetzt drängen sie nach vorn, feder will einmal das Glück einer Großaufnahme haben. Endlich sind zwei ausgewählt. Die Aufnahme wird noch einmal gemacht, nochmal und nochmal. Schließlich hat man die erforderlichen Filmmeter zusammen. Die Aufnahme geht weiter. Soldaten abtreten, Zivilisten vor! Jetzt wird vom Eisenbahnwagen aus das Volk auf dem Bahnsteig gefilmt. Die Taschentücher schwenken, ein Lied steigt empor. Die blonde Camilla Spira, die Heldin des Films, läuft einige Meter mit dem abfahrenden Zug, der sich nicht vom Fleck bewegt, „Mach's gut Gustl", hat sie dem Marineleutnant zuzurufen. Wiederholen. Camilla mutz sich nach dieser anstrengenden Arbeit erst einmal restaurieren. Zwei Männer kommen mit einem gro
ßen Schminkkasten. Schnell etwas Rot — dann ruzt der Aufnahmeleiter schon wieder unbarmherzig. Das Spiel wiederholt sich. Noch einmal. Wenn der Chor schon falsch singt, so braucht er wenigstens nicht zu grinsen! Nach dem fünftenmal ift’s richtig. Ein paar Meter Film sind fertig. Es waren fast zwei Stunden Arbeit.
In einem anderen Saal ist das Innere eines U - Bootes kunstgerecht aufgebaut. Maschinenraum, Mannschaftsraum, Kommandantenplatz, alles ist da. Für unsere Hochseeaufnahmen, erzählt der Produktionsleiter, haben wir uns ein finnisches U - Boot gemietet Im Oktober begannen wir an der finnischen Küste unsere Seeaufnahmen. Wir charterten ein II - Boot von der finnischen Regierung, steckteir die Mannschaften in deutsche Uniformen und setzten Rudolf Forster als Kommandanten ein. Wissen Sie, der Forster ist doch der Held unseres Films. 3m Vorführungsraum kann ich Ihnen einige rohe Szenen unserer Aufnahmen in Finnland zeigen. Und wir können verraten, daß wir dort herrliche Seebilder sahen. Das Tauchen des Boots bei dem Herannahen eines feindlichen Geschwaders (in Wirklichkeit brave deutsche Kriegsschiffe), pin Torpedoangriff, Verfolgung und Flucht. Denn ein Artilleriekampf mit einer U - Boot- falle, einem bewaffneten Segelschiff, das in Flammen geschossen wird. Das ist keine Illusion mehr, sondern Wirklichkeit. Das Wrack treibt noch im finnischem Meerbusen herum.
Morgenrot scheint ein Standardfilm der Ufa zu werden.
Wir machen einen kleinen Bummel durch die Filmstadt. Die Stars schwirren nur so herum. Hans Albers segelt in einem Wildwestkostüm durch die Straßen. Er kommt aus seinem neuen Film „FP 1 antwortet nicht". Er hat es eilig, et muß heute abend in Berlin noch den Liliom spielen und es ist schon 7 Uhr. Dann sitzen wir gemütlich in der Kantine mit den Helden des Films zusammen. Forster hat seine schone Kapitänsleutnantuniform ausgezogen und fein blondes Seemansbärtchen wieder abaestreift. Er sitzt da wie im „Träumenden Mund", selbst ein wenig Träumer. Da ist auch Camilla Spira, jetzt nicht mehr im ach so ehrwürdigen Kostüm von anno 15. modern, lebhaft, platinblond. Das bebrillte Gesicht Gerhards Menzels, des Autors des Drehbuches, taucht auf und der Regisseur Ucicky sendet uns sein munteres weanerisches „Grüß Gott" entgegen.
Später saust der Mercedes wieder mit uns über die Avus im 100 - Kilometer - Tempo dem Lärm der Weltstadt entgegen.
Dingen zugegangen ist. Der Verfasser der Notizen in dem Tagebuch war der Burenoberst Noome; der alte Krüger selbst batte ibn beauftragt, den Transport des Goldes zu beaufsichtigen. Noome brachte den Schatz nach dem Hafen Lorenzo Marques in Por tugiesisch CftafrUa und übergab ibn dort einem deut scheu Bankhaus. Für den Erlös wurden dann Vorräte gekauft uiü> das Elend in der Zivilbevölkerung der Burenrepublik nach Möglichkeit gelindert.
Oberst Noome batte zwar die Weisung erbahen, über die erfolgte GoldtranSaktion vor der Oeffentlich- keit Rechenschaft abzulegen. Er war auch gern bereit dazu, unglücklicherweise jedoch hatte er die betreffenden Papiere und auch das Notizbuch selbst verlegt. Noome wollte abwarlen, bis diese Dokumente wieder zum Vorschein kämen. Darüber starb er jedoch, und es war niemand mehr da, der von den Vorgängen auf jener eiligen Flucht Genaueres wußte. So fetzte sich der Mvtbos von dem Goldhort fest, lange nachdem der ganze Reichtum in Kaffee, Schrippen und Wollsocken aufgegangen war. Und unsere abenteuerlustige, romantische Welt ist wieder einmal um die Hoffnung des' glücklichen Finders ärmer.
Erde aus dem Gleichgewicht
Zuidersee als Erdbebenquelle?
Amsterdam, 30. November.
Die fortdauernden Erdstöße int Rheinland und in Südholland finden neuerdings eine Deutung, die ebenso überraschend, wie plausibel Hingt Der „giieutoe Rotterdamsche Courant* erinnert nämlich jetzt daran, datz ein amerikanischer Erdbebensorscher schon 1929 vorausgesagt hat, die Trockenlegung der Zuidersee werde schwere Störungen des tektonischen Gleichgewichts respektive der Oberflächenspannungen der Erdrinde zur Folge haben und man werde bedeutende Erdbewegungen zu erwarten haben.
Man mutz diese Voraussagen in Verbindung bringen mit der geologischen Gesamtlage in Westeuropa und dem Küstengebiet der Nordsee. Tatsache ist — feit mehr als einem Menschenalter durch die denkbar exaktesten Meffungen erwiesen — daß große Teile der Nordseeküste und die englischen Inseln sich in vertikaler Bewegung befinden. Merkwürdigerweise ist biefe Bewegung aber nicht einheitlich, sodaß z. B. England nicht einfach gehoben wird ober sinkt; bie englische Insel befinbet sich vielmehr in einer Kippbewegung, sobatz bie Westküste sinkt, währenb die Ost- küste sich hebt.
Ans diesen Tatsachen ergibt sich der Schluß, daß bie Oberflächenstruktur und -spannung dieses Teils der Erdrinde recht empfindlich für Gewichtsverlagerungen fein mutz, sodaß die Beseitigung einer zwar relativ, im Verhältnis zur Gesamtmasse, geringen, absolut aber doch recht erheblichen Gewichtsmaffe, wie des Wassers der Wieringer See, schon sehr wohl ausreichen kann, um einen Teil dieser Spannungen unter den erlebten Begleiterscheinungen zum Ausgleich zu bringen.
Grubenunglück durch Erdbeben?
Recklinghausen, 30. November.
Am Dienstag ereignete sich im Flöz 10 der Zeche Fürst Leopold Baldor bei Hervest-Dorsten oberhalb der dritten Sohle ein Gebirgsschlag. Die herein- brechenden Kohlen und Berge begruben zwei Häuer unter sich, bie nur als Leichen geborgen werben konnten. Zwei in ber Nähe beschäftigte Bergleute kamen mit nur ganz unerheblichen Verletzungen davon. Es besteht die Annahme, daß das Unglück in ursäck>lichem Zusammenhang mit den Erderschütterungen steht, von denen das hiesige Gebiet in den letzten Tagen be- ttossen worden ist.
Banden-Lleberfatt im Memelgebiet
Diemel, 30. November.
Sarrasani am Ende
Dresden, 30. November.
In einer Pressekonferenz gab Direktor Stosch tun. bie höchst bedauerliche Tatsache bekannt, daß der Zirkus Sarrasant, ber bekanntlich kürzlich schon seinen Wanderbetrieb einstellte, nun auch die Vorstellungen in seinem festen Dresdner Ztrkusbau abbrechen mutz Rach den unendlich schweren Zeiten, die im Laufe der letzten zwölf Monate unerwartet und ohne sein Verschulden über Sarrasani hereingebrochen sind, ist er nun am bitteren Ende angelangt. Das gesamte Personal, soweit es nicht zur Wartung der 2-tere und zur notdürftigen Abwicklung der noch schwebenden geschäftlichen Angelegenheiten gebraucht wird, erhalt den Abschied. Der Lohn — es handelt sich um 36 000 Mark — kann vorläufig nicht gezahlt werden. Während die langjährigen Lieferanten des Zirkus Verständnis für die schwere, bedrängte Lage des Unternehmen zeigte, seien es, wie Dir. Stosch jun. erklärte, gerade die Behörden, die trotz aller Vorstellungen und Bitten unbarmherzig die Beitreibung ihrer Forderungen fortsetzten. Auch die Berufsgenossenschaft verlange, daß die kärglichen Tageseinnahmen, die man zur Sicherstellung der Gagen dem Personal übereignet hatte, beim Amtsgericht deponiert werden, damit sie zu ihren Beiträgen komme. Es sei somit ausgeschlossen, unter diesen Umständen weiter zu spielen.
Haus Stosch senior ist, nachdem die Verhandlung mit Sowjet-Rußland über den Verkauf des Unternehmens scheiterte, vor kurzem mit Unterstützung guter Freunde nach Südamerika geflogen, um dort neue Lebensmöglichkeiten für sein Werk zu suchen.
Berüchtigter Ein- und Ausbrecher gefaßt
Berlin, 30. November.
^-Bootkrieg in Neubabelsberg
Pie Ufa dreht ihren neuen $ilm „Morgenrot" / Forster als V-Bootkommandant
Der Revierförster Mendel aus Kupferhammer (Schlesien) wurde im Revier Brzezinka ermordet aufgefunden. Sein Hund lag erschossen neben ihm. Von den Tätern fehlt vorläufig jede Spur. Sämtliche Taschen des Forsters waren leer. Revierförster Mendel hat sich allein zu einem Streifgang vom Hause entfernt Etwa eine Stunde später wurden Schüsse gehört
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Der 53 Jahre alte Stadtverwaltungs-Oberinspektor Oskar Daemmrich aus Zwickau wurde mit einer Schußwunde im Kopf als Leiche aus der Mulde geborgen. Es liegt Selbstmord vor. Daemmrich führte die Verwaltungsgeschäfte der städtischen Heil- und Fürsorgeanstalt, in der am Montag eine Kassenprüfung stattfand. Kurz darauf entfernte sich Daemmrich aus seinen Diensträumen und beging Selbstmord.
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Eine .bedauerliche statistische Feststellung" muß bet Pariser „Zemps" machen. Don den 300 Rekruten nämlich, die in diesem Jahre der Garnison Beauvais zugeteilt wurden, waren nicht weniger als 75, also der vierte Teil, des Lesens oder Schreibens unkundig. Von den 75 konnten wiederum 24 weder lesen noch schreiben. Also auch die „Kulturnation" Frankreich kennt noch ein blühendes Analphabetentum.
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Silberpapier gefährdet die Zahlungsbilanz. Zu dieser Erkenntnis ist das griechische Finanzministerium
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In der Nacht zum Dienstag drangen Räuber in das Haus des Kaufmanns und Gastwirts Genies in , v«.«. ......
Piktupönen ein. Wahrscheinlich hatten sie es auf die ' men. Neben dem kürzlich gefaßten Marggraf ist
4500 Mark erhöht worden. Der letzte Emsendungs- termin ist bei 31. Dezember 1932. Sechs Preise stehen zur Verfügung. Die Preisrichter sind: Paul Fechter, Alfons Paquet, Helene v. Nostitz, Wilhelm von Scholz, Bruno E. Werner.
A. de Nora: Am Färb ergraben.
A. de Nora, Arzt. „Jugeird^-M-tarbeilcr und Novell'« von solidem Können, setzt mit diesem Bande seine vor rw't Jahren erschienenen „Erinnerungen eine» Arzrcs und Ti . - teig* fort, gerne Schilderungen sichren hinein i» da» literarische München um die Aatzttmndenwen.de. Georg H-rtb und die „Juaend"-Leute. Dichter und Stfl*uuer. m c Heuse, Rosegger, Liliencron Klinger der Wörisboicr. Wrrcr Kneipp. PolUiler und AeiZt« werden in leocndie -r Darstellung ti-omeiilhrt und mit manchem klugen Wen ch-- rakterisiert. Auch dar sanfte PaiboS, in dem de Nora seine Erinnerungen »orttägt, raubt der Erzählung ihre rieiK’u- Würdigkeit mchi. Tenn im Grunde spricht daraus nri t gesunde und verständliche Freude, .steuer und uich —'n auch wichtiger Mitwirkender dieses Geschehens, da» sich am und um den Füroergraben vollzog, gewdien zu fern.
Kurt Samvrecht: Krach 1« Club Drei Mnölev-Bcrbia — Der R voran behandelt Training und Samvs. viebe'eien ittid Änlrigen eines Berliner Sportklubs. Gan» aus U i = terhattung eingestellt hält er sich nicht allzu lange bei den Problemen des Lebens aus das er schildert ebenso iv n a bei der Durchgestallung der Menschenbilder, die er vorr- i . Bei der Darstellung eines Kcftkamvfs ermöglicht die lSnu t des Stoffs jedoch ei» paar Seiten lebhafter Svannnng. rar.
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3- Werner: Boelcke.
lieber Oswald Boelcke, den Flieger und Führer der deutschen Jagdfliegerei, gab es bisher nur ein bald nach Boelckes Tode vom Vater des Fliegers herausgegebenes schmales Büchlein. Professor I. Werner, ein Freund der Familie Boelcke, hat jetzt ein Lebens- und HeldenbUd gestaltet, das nicht nur dem Menschen und Kämpfer Boelcke gerecht wird,-sondern das sich darüber hinaus zu einer Geschichte der deutschen Jagdfliegerei weitet. Werner vermeidet unnötiges Pathos, schlicht, aber anschaulich erzählt er die Geschichte feines Helden; besonders sympathisch wirkt aber, daß der Erzähler, so weit das vorliegende Material es nur erlaubt, Oswald Boelcke selbst aus seinen Briefen und Berichten sprechen läßt. Das mit Bildern geschmückte und trefflich ausgestattele Buch wendet sich nicht nur an die Jugend, sondern auch an alle, die Sinn für Helden und Heldenverehrung haben. - (K. F. Koehler, Leipzig.)
Herbert Eulenberg: Cicero.
Eulenberg hat sein Talent, historisches Geschehen vergegenwärtigen $u können, schon häufig unter Beweis gestellt. Seine „Schattenbilder" waren im besten Sinne des Wortes „feuilletonistische Geschichtsschreibung", ehe der heute zur Kennzeichnung dieses Genres verwendete Begriff überhaupt erfunden war. Jetzt unternimmt Eulenberg mit ungebrochener darstellerischer Kraft eine Ehrenrettung des Redners, Denkers und Staatsmannes Cicero. Im scharfen Gegensatz zu Mommsen und zum größten Teil der Fachwissenschaft steht er in Cicero den interessantesten und gegenwärtigsten Menschen der Antike. In einem breit angelegten Bilde ber ciceronischen Zeit zeigt Eulenberg mit fanatischer Hingabe jene Züge auf, die seiner lleberzeugung nach der damaligen Auseinandersetzung um Republik und Diktatur unb unseren gegenwärtigen politischen Kämpfen gleichermaßen das Gepräge geben. Dabei gehl es gewiß nicht ohne Gewaltsamkeiten ab. Aber immer bleibt (Eulenbergs Darstellung geistvoll und anregend. (Kurt Wolff Verlag, Berlin NW 87. Geh. 2,80 M.)
Helene Eliat: „Susanne Christolais"
Dieser Roman gibt sich mit Geschick mondänen Anstrich. Die Heldin, Susanne Christolais, bie „Frau, die nicht betrügen konnte" ist ein zartes, lebensnatürliches Geschöpf, bas in Paris mit ihrer Potsdamer Tradition immer eine Frem ebbleibt, auch bann als sie in einem jungen edel - kommunistisch frisierten Pariser Bankierssohn einen feurigen Verehrer gefunkten hat. Die sehr drastische, von sehr guter Beobachtungsgabe zeugende Zeichnung bet übrigen Personen, vor allem bes bärenhaften Spekulanten Christolais, ber in feine kleine Frau verliebt ist, wie in eine seelenlose Puppe, dienst nur als Kontrast zu dem Bild ber Heldin, besten Farben am Ende sanft verloschen. (Verlag Ullstein.)
Der Erzähler-Preis 1933, den die Monatsschrift „bie neue linie“ (Beyer-Verlag, Leipzig) alljährlich für die besten deutschen Erzählungen aussetzt, ist von 3000 auf
Verantwortlich für »en politischen teil: Di Wa . rei P e h n t: für ttoS Feuilleton- German M V o n u u: für den lokalen Teil: Ti. Haas stoach'm 9 I o s ' t: für den Seimaneil: VudoI' (8 t ä • e t: <Üi Handel: Dr. Hans Langenberg: für den Tvortie-l, Oct- bett Speich: Photo-Redakieur Eduard Schul-. Ke fiel: für Anzeigenteil: Konrad Wachsmann — Berliner Ichriftteiiiina Dr Kästet kdum Ber- [in £33. #8. — Druck und Verlag: «aiieler Jfeuiiie Nachrichten ® m. 6. H Raffel Kölnische Strafte IC