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Handel • Wirtschaft - Börse

Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische H a n d e 1 s z e i t u n g

Dienstag, den 22. November l 932

193 4einlösbar

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gange«.

32

Mensch auf der Flucht

Roman von Ludwig Wolff

Sie verzog den

(Fortsetzung folgt.)

bett

Uhren« und Goldwarenhaus

Kochendörffer

Kölnische Straße 15

Eildienst

mit Geschäfts» Auto für Eilrepa» raturen in Kassel und Umgegend

e. Robert PferL«e«geS ht SSl« o Mitglie­des Geueralrats der ReiÄsbask gewählt worden ist.

Sie saßen auf der großen Terrasse mit der Aus­sicht aus den verdämmernden See. der von vielen

Baumann L Feder er-G.-V.

Sanierungsvorschläge genehmigt.

Steuerschein und Zwangsversteigerung

Von Dr. jur. Elisabeth Seibert, Kassel

map für bett Zwangsverwalter die allgemeine Beftimmung. daß nur Steuerbeträge, die im Gutlcheiniahr fällig und tat­sächlich entrichtet werben, einen Arrsoruch auf Gutscheine ergeben.

In diesem Zusammenhang fei noch darauf brngewiesen, daß auch üt beit Fällen die Gutscheinsührgkrit im Sinne des Abs. 5 § 1 bet Durchs.-Bett. ,u besahen sein wirb, in denen die Zwangsverwaltung schon zur Zeit des In­krafttretens der Verordnung anhängig war unb ferner auch bann, wenn der Grundstückseigentümer nicht im In­land seinen Wohnsitz bezw. gewöhnlichen Aufenthalt hat oder sonst unbeschränkt einkommen- ober körverschansiteuer- v süchtig ist (fo Münzer L d. I. W. S. 31461.

Schlußverteilung. Im Nachlaßkonkurs Gastwirt Wilhelm Brill in Witzenhaufen find unter Berückstchtigung der er­folgten Abschlagsverteilung noch verfügbar 996,55 RM. Zu berücksichtigen sind 23914,14 RM.

«bschlagsverteilung. Im Konkurs Hotelbesitzer W. Lecke in Witzenhausen soll eine Abschlagsverteilung stattfinden. Da-

Heimische Wirtschaft

Erdölvorkommen in Südhannover? Im Laufe der letzten Monate bat sich eine auswärtige Bohrgesellschaft, und zwar die Skandinavische Petroleumgesellschaft e. G. m. b. H. in Hannover, das Mutungsrecht auf Erdöl in den Feldmarken der Gemeinden Fredelsloh, Lutterbeck und Oldenrode im Streife Northeim mit einem Gesamtareal von über 7000 Morgen gesichert. Mit den Bohrungen, welche voraussichtlich in der Nahe der Fredelsloher Tonlager gegenüber dem Stadt­walde von Moringen ihren Anfang nehmen sollen, wird, wie es heißt, bald begonnen werden.

Renes Konkursverfahren. Nachlaß Molkereibesitzer Willi Weigold, Wolfhagen, Konkursverwalter Rechtsanwalt Munk. Anmeldefrist bis 14. 12.

Aufgehobenes Koukursversahreu: Kaufmann Nathan Loeb in Bollmerz.

Aufstellung eines einheitlichen Kontenplanes, der den Einzel­handelssachverbänden als Grundlage zur Schaffung von Ein­heitsbuchführungen dienen soll. Besonderer Wert wird dabei auf eine klare Herausarbeitung der Rentabilität, der Liquidi­tät, der Verschuldung, des Vermögens m seinen einzelnen Bestandteilen und ihrer Bewertung gelegt. Die Kenntlich­machung dieser Zusammenhänge soll der Durchleuchtung von Einzelhandelsbetrieben im Sinne eitler zuverlässigen und umfassenden Ermittelung ihrer Leistungsfähigkeit und Kredit­fähigkeit dienen. Der Ausschuß beschloß ferner die Ausarbei­tung einheitlicher Richtlinien, nach denen die Prüfung der Kreditfähigkeit von Einzelhandelsbetrieben vorgenommen wer­den soll, und billigte dabei die von der Hauptgemeinschaft vorgelegten Grundsätze.

Die Spaltung im Einzelhandel

Audi die 'Nahrungsmittel-Filialbetriebe treten aus

Grundsteuern entrichtet, die ans dem betreffen den Grund­stück lasten.

allein er und nicht der Eigentümer guischeiuberechtigt sein soll

Die so erworbenen Gutscheine mutz der Zwangsverwal- ter bann wie Nutzungen aus dem Grundstück behan­deln, d. h. er hat sie aent. § 132 3 V G. in bares Geld umzufetzen. Er darf sie also hiernach nicht etwa als Wert-

paviere hn Vermögensbestand führen eine Erwägung, die wohl in erster Linie aus kurstechnischen Schwierigkeiten be­ruht. Da die Gutscheine nun aber erst ab sind, bleibt dem Zwangsverwalter nur die Möglichkeit, di« »teuerguischeine zu diskontieren bezw. zu verkaufen.

Hinsichtlich der Gutscheinsähigkeit gilt naturge-

Rach bett Berechnungen bet Fleischerverbaubszeituttg. die das Blatt ans Grund der amtlichen Ergebnisse der Zucht­vieh- ttttb Fleischbeschau in bett erste« Monaten bes Jahres 1932 ««gestellt hat. ist bet Fleisch« e rbra « ch int dtttten Vierteljahr gegenüber beut gleichen Zeitraum bes Vorjahres um 10 Prozent mriftfee

„Sehr Köse, mein Freund? Du verstehst die Frauen nicht. Du hast keine Ahnung von den Frauen. Komm, wir wollen uns wieder vertragen." Sie hob ihr Glas und trank ihm zu. ,Du darfst mir sogar eine kleine Freude machen, wie du so neckisch sagst." Sie öffnete ihr Handtäschchen und holte einen Schein her­aus. ,T>u darfst meinen kleinen Sportwagen auslösen, willst du?«

„Sehr gern, Hella.«

„Schön, nicht? Und unser kurzes Leben ist von einem Schlaf umflossen. Das ist von deinem Lands­mann Shakespeare, mein Geliebter.« Das Orchester spielte einen Tango. ,„Komm, wir wollen tanzen.«

„Ich möchte hier nicht tanzen, Hella.«

.Dann wollen wir in ein anderes Lokal gehen."

Daniel war febr zufrieden, daß er diese Terrasse verlassen durste, die durch die Anwesenheit Dr. Tur­ners verdüstert zu sein schien.

Sie fuhren nach der Stadt zurück und besuchten der Reihe nach Mei Tanzlokale und drei Bars, da Hella in nervöser Ungeduld jede halbe Stunde einen Szenenwechsel verlangte. Um drei Uhr morgens

Sa8 bi« Auswirkung der allgemein geltenden Steuer« gunckeinsvorschriften auf bas Zwangsversteigerungs- unb Ztrmngsverwaltungsversahren angeht fo entsteht dabei zu- natbft die wesentliche Frage, ob auch bann, wenn innerhalb enteS dieser beiden Verfahren Steuern, auf die Steuergut-' ickeitw gewährt wenden, entrichtet werden, ein Anspruch auf «teuergutscheine entsteht unb des wetteren, wer zur Geltendmachung dieses Anspruchs im einzelnen berechtigt ist.

Hinsichtlich des Zwangsversteigerungsoerfahtens zunächst Folgendes:

und, 44 Awangsverfteig. Ges. fallen lau.

.letzten 2 Iahten vor der ersten Be- Grundvermögensteuern — unb iroar sowohl staatliche, wie auch kommunale —, in das rttnnsi.rħ ^örgebot. muffen also aus b<m Bersteige- hn«J” bar bezahl- werden. Wenn nun Zwanasverste-gerung betrieben Sr .',„ena..15F ■ ®rfte6ei übergebt, so bleibt hinsichtlich die- ££ igIFs'ke„rit“8eru,58 angemeldeten Steuern nach Ivie vor {*»!**«■ ® Csm 86 1 0 e » t tt m e r der eigentliche Steuer-

öffnlinn* si r besonderen Bestimmung müßt«

“U aJ1)? 'ür die aus dem Versteigerungserlös ge­golten Steuern der Gutfchetnanfpruch zustehen birnn3 AH?JF£i?rt8' aber schon deshalb als durchaus un- ,Jlt8vr2nAele*,cn werden mußte weil der Ersteh-r des Grundstticks, aus dessen Taschen der VersteigcrungSerlös AM, bamst auch faktisch der Steuerträger unb Steuerzah- sLr "t. ff. yantfe „Steuergutft6einoerorbnung'“ S. 43 ff.). Aus diesem Grunde ist daher im Abs 6 bes § 1 ber Durchs . ^immtmUttS<n DDm 36 September 103*2 ausdrücklich be-

bub der Erste her, b. b. berienige. bet im Zwangs- verstetgernngsversahre« be« Zuschlag erhält, Ser Güt- fchei«berechtigte fein soll.

"un auch dies« Regelung gegenüber der Möglich- etnfaäei. Wortlaut der Verordnung den Vorzug verdient so ist doch vom Gesetz- Ub anicheinend ganz außer Ach> gelassen worden, n r h ?rri ^°"e IN dieser Regelung eine außer-

or o e n 11 l ch e B e vorzugung b e $ Erstebers ae- » r^en im etwa ausfallenden Gläubigern

oen' äU"-lck,en grotesken wirtschaftlichen Auswirkun- kaum Diese Bevorzugung wird umso Lent- d^E^.wenn man sich vergegenwärtigt, daß bei der mangeln- m?„„-Mkraae auf dem Grundstucksmarkt der Ersteber das ^^E>^uck heute in der Regel zu unverhältnismäßig gün- (tlgen Sßreifen erfteigert. Las trifft für den Fall ganz m5U' ber betreibende Gläubiger seinen

8,- 8 weit vorn bat. da ia bekanntermaßen

8^I" ^bot int fo kleiner wird, I« weiter der betreibende Gläubiger tut Grundbuch nach vorn steht. In fallen der Heu» stattfindenden Versteigerungs­verfahren bilden die angemeldeten Real st euer« den Mindestgebotes fo daß sich auf die- Uber einige Barmittel verfügende ®riiitbftuct|refleltanttn bei den nicht unerheblichen Steuer­betragen. die hierbei tn Betracht kommen

«hte beanenw Möglichkeit bietet, st» für die Änknnft erheblichen »tenerna chl atz z« stchern,

eilte spekulative Auswirkung, die der Gesetzgeber sicherlich nicht genügend gewürdigt hat. Daß damit der „schlau? Ersteber aus der Grunüvermögensmaffe auf Kosten der so­wieso .benachteiligten Gläubiger eine völlig ungerechtfertigte itnanztelle Besserstellung erfahrt, leuchtet wohl ohne wei- teres ein.

@8 entsteht dann hinsichtlich des Zwangsverfteigerungs- ®ct,abreil8 »och die weitere Frage für weiche Zeit der Erstcher eines Grundstücks Ansprüche auf Steuerguttcheine fcrtenb ma&en kann. Welche Beträge überhaupt gut. scheinfahig und, laßt sich aus dem Wortlaut der Verord­nung ohne weiteres entnehmen: denn nach § 1 sind alle die eteuerbetrage guischeinfähig, die in der Zeit vom 1. Ok­tober 193*2 bis 30. September 1933 fällig und tatsächlich ent­richtet werden. Es scheiden also hiernach SBeträge aus, die vor dem 1. Oktober 193*2 entrichtet, und ferner solche, die vorher fällig, aber erst im Laufe des genannten Gutschein- iahres bezahlt werden, selbst dann wenn für diese Beträge Lsteuerstundilng oder Zahlungsaufschub bewilligt morden war. Eine Ausnahme dabei macken die landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich unb gärtnerisch genutzten Betriebe, bei de­nen die im laufenden Gutfcheiniahr fälligen Steuern, die über den 30. September 1988 bis spätesten» zum 1. Januar 1934 gestundet werden, trotz dieser Stundung gutscheinfähig sein solle» (f. § 6 Abs. 3 der Durchf.-Best.s.

Da nun die aus den letzten zwei Fahren rück- ftänbtflen Grundvermögentzeuer» aus dem Versteigerungserlös vorweg bezahlt werden, so könnte, legt man bett Wortlaut des Ges. zu Grunde, die Vermutung Platz greifen, daß hiernach ine gesamten also auch rückstän­dige» Grundsteuer» guischeinfähig feien. Line solche Aus­

Die o. GB. der Baumann und Lederer A.-G., Kassel, ge­nehmigte die Regularien und beschloß unter Aufhebung des Beschlusses der vorige» GV. in erleichterter Form das Grundkapital um 1 W0 000 RM zweck» Beseitigung des Ver­lustes von 1 027 497 RM mit Wirkung vorn 1. August 1982 auf 12 000 RM herabzuietze» und durch Ausgabe neuer Aktien im Nennwerte von 100 RM auf 270 000 zu erhöhen, wobei 200 000 RM Stammaktien mit zwe-fachem Stimm­recht ausgestattet werden; 80 000 RM eigene Aktien sind eingezogen worden. Von den neu ausgegebenen 27p 000 Ak­tien erhalten 59*200 RM eine Bankengrupve und 170 400 RM andere Gläubiger als Bergleichsauote,, Von diese» Stammaktien werden 159 600 RM mit zwe jachem stimm» recht ausgestattet. 28 400 RM neue Aktien werden gegen Barzahlung au-gegeben; auch diese Stammaktien erhalte« zweifaches Sttmmrecht.

Es wurde befchlofse«. das Geschäs t s f abr , bisher das Kalenderiahr. Ende Juni endigen zu lassen, weiterch». daß der Aufsicktsraf nur aus drei Serionett beftebett soll, der die Geschäfte bis Ende des lausenden Geschäft»,ah- res führt. Zu Mitgliedern des Aufficktsrats wurden ge­wählt: Fabrikant Dr. Ernst B a « m an« . R.-A. 8.

Schäfer und Hauptmann a. D Otto Schall, sämtlich tn Kaffel. Direktor Otto Wallach widmete, den auf eigenen Wunsch ausscheidenden langjährigen Mitgliedern beS auf» Mtsrats, Fabrikant Heinrich Hartdegen, ber seit. Bestehen der Firma ihr angehört und feine Lebensarbeit.dafür einge­setzt habe, baß ihr Ruf bei der gesamten Kundschaft, insbe­sondere den Behörden, so gut und fest begründet gewesen und geblieben fei. ebenso dem langjährigen Borsttzenden des Aussichtsrats, R.-A. Dr. Mar Plaut, ber zehn Jahre hindurch im Aufsichtsrat die Führung batte, ehrende Worte des DankcS unb ber Anerkennung für die geleistete Arbeit; biefem Dank schloß sich namens der Aktionäre Direktor Otto Wolff von ber Commerz- unb Privatbank, Filiale Kassel, an

„Ich bin nicht reich, Hella.«

Sie sah ihn verächtlich an.

„SJor mir mutzt du nicht den armen Mann spie­len. mein Lieber. Ich brauche dein Geld nicht.«

Daniel verspürte das Verlangen, sich in den Wagen zu setzen und schweigend abzufahren, aber er überwand sich Die vergangene Stunde hatte ihn zum Schuldner gemacht.

Dem einstimmigen Beschluß feiner zuständigen Organe entsprechend hat der Reichsverband Deutscher Nahrungsmit­telfilialbetriebe e. $., Berlin, unter dem 21. November 1932 feinen fofortigen Austritt aus der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels erklärt. Die fatzungsmätzigen Grün­de hat er in folgendem Schreiben an die Hauptgemeinschaft zufammengefatzi:

„Die Mitgliederversammlung der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels vom 15. November 1932 hat mit 134 gegen 71 Stimmen die im Anträge des Reichsverbandes Deutscher Schuhhändler auf Einführung einer Warenhaus- unb Filialsteuer ntebergelegten Grundgedanken gebilligt und bte bereinigten Steuerausschüffe Beauftragt, einen entsprechen­den Gesetzentwurf auszuarbeiten unb aufjerbem zu prüfen, ob sich bie allgemeine Einführung einer Großbetriebe-Sieuer empfiehlt. Mit biefem gegen einzelne Gruppen des Einzel- Handels gerichteten Beschluß Hai die Mehrheit der Hauptge­meinschaft die fatzmigsmäßige Verpflichtung der ausschließli­chen Vertretung der gemeinschaftlichen Interessen des deut­schen Einzelhandels verletzt und damit eine gedeihliche und vertrauensvolle Zusammen ar beit innerhalb der Haupt­gemeinschaft unmöglich gemacht, die nicht zuletzt die von uns vertretenen Nabrunasmittelfilialbetriebe immer wieder als bie Aufgabe einer Spitzenvertretung des deutschen Ein­zelhandels bezeichnet haben. Unter Berufung auf den Par. 1 ber Satzung ber Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhan­dels e. V.. Sitz Berlin, sehen wir uns daher gezwungen, hier­mit unseren Austritt mit sofortiger Wirkung zu ernären, zumal wir es weder unseren Betrieben, noch ber Oeffentlich- keit gegenüber verantworten können, an einer durch steuerliche Sonbermaßnahmen beabsichtigten Preissteigerung in irgend­einer Form mitzuarbeiten."

Eine durch steuerliche Svnderbelastung der fortschrittlichen Formen ber Warenverteilung erwachsene künstl. Preissteige­rung müßte erneut die keimenden Ansätze einer Wirtschasts- belebung in Frage stellen. Die Schrumpfung der Umsätze und die entsprechenden krisenhaften Auswirkungen innerhalb des Einzelhandels, die auch an den Nahrungsmittelfilialbetrieben nicht spurlos vorübergegangen sind, wurden nicht durch zu­sätzliche Steuern, sondern einzig unb allein durch eine Wieder­belebung der Wirtschaft überwunden werden können.

Emheits-Buchführung

Kartenplan und Betriebsprüfungen im Einzelhandel , Der Betriebswirtschaftliche Ausschuß der Hauptgemein, schäft des Einzelhandels trat im Anschluß an die kürzliche Mitgliederversammlung zu seiner ersten Sitzung zusammen. Im einzelnen beschäftigte sich der Ausschuß u. a. mit der

Der vor einigen Tagen gemeldete Lohnkonftikt bet Adlerwerke« vor«. Heinrich Klover A. Frankfurt a. M.. ist «nnmehr als beigelegt aninfe Die Gesellschaft hat sich bereit erklärt, nette S^rhandlangen onfmncbmcn in denen angestrebt werden fei. vor,»'ebene in der neue« Lohnregelnug enthaltene Härten z« beseitigen.

Vielleicht hatte der Hotelportier dem Fremden die­ses Restaurant als hübsches Ausflugsziel empfohlen, aber Varker war in diesen Berliner Tagen so miß­trauisch geworden, daß er es vorzog, an eine Be­spitzelung zu glauben und sogar Hella Weylandt mit Dr. Turner in Verbindung zu bringen.

,Leimst du den Herrn, der uns soeben gegrüßt hat?« fragte er, ohne eine aufrichtige Antwort zu erwarten.

„Nein. Niemals gesehen. Wer soll es sein?«

,T>ann hat er uns offenbar mit irgendwelchen an­dern Leuten verwechselt.«

,Zch habe ihn vor zwei Wochen versetzen müssen. Es sind fünfhundert Mark darauf. Ist dir das zuviel? Din ich dir soviel wert?«

Daniel nahm schweigend den Schein und steckte ihn in die Tasche

Hella sah ihm aufmerksam zu, lachte auf und be­gann zu deklamieren:

,Mir sind solches Zeug, wie das, woraus die Träume gemacht find, und unser kurzes Leben ist von einem Schlaf umflossen.« Er betrachtete sie verständ­nislos.

wünschte sie, nach der Künstlerklause zu fahren, aber jetzt wurde Daniel eigensinnig und verweigerte die Gefolgschaft.

„2)as tut mir natürlich furchtbar leid, mein Freund, aber ich mutz in die Künstlerklause. Ich habe Brug- aemann und Greta versprochen, zu kommen. Und ich halte mein Wort. Ach halte immer mein Wort.«

„Gut. Dann bringe ich dich hin. Mich aber mutzt du, bitte, entschuldigen.«

Als sie vor der Künstlerklause hielten, war Hella Weylandt sehr überrascht, daß Daniel hartnäckig blieb.

„Na, wie du willst, mein edler Lord", sagte sie ver­ärgert. „Wann sieht man sich wieder? Ruf doch mal an. Auf Wiedersehen!"

Daniel fuhr im Schritt nach der Garage, übergab den Wagen und ging eine Stunde lang in der men­schenleeren Rudolstadter Straße spazieren. Es war schon ganz hell. Die Spatzen schrien. In einem Hof krähte ein heiserer Hahn.

Barker marschierte langsam auf und ab und dachte in dieser nüchternen Morgenstunde an Fräulein Peter­sen und an die Russin Nadja. Hella Weylandt er­schien ihm wie ein bösartiges Traumgespenst, das die wirklich lebenden Frauen verjagt und ersetzt hatte. Mit Scham und Reue erkannte er, daß Hella Weylandt die schmählichste Niederlage bedeutete, die er in Ber­lin erlitten hatte.

Er betrat endlich seine Wohnung und setzte sich zum Schreibtisch, um der Eeneralstochter ein paar Zeilen zu schreiben, in denen er ihr mitteilte, daß er leider Berlin plötzlich verlassen müsse und verhindert sei, sich persönlich vor ihr zu verabschieden. Während er diese Sätze niederschrieb, überlegte er. daß es vielleicht gut wäre, aus seiner Notlüge eine Wahrheit zu machen, sich geschlagen zu geben und aus Berlin zu ver­schwinden.

Am nächsten Tag gab Daniel dem Chauffeur Geld und den Pfandschein und beauftragte ihn, den Wagen auszulösen, nach der Freisinger Straße 10 zu Fräulein Hella Weylandt zu bringen und der Dame gleichzeitig den Brief auszuhändigen.

„Die junge Dame wird Sie möglicherweise fragen, John, ob wir tatsächlich heute schon wegfahren.«

Sie verzog den Mund zu einem spöttischen Lächeln.

„3)u lügst stümperhaft, mein Freund. Wer die hohe Kunst der Lüge nicht beherrscht, soll sich mit der Wahrheit begnügen."

Es war gut, daß Daniel sich in diesem Augenblick des Rittmeisters Dietfurth erinnerte, der Hella Wey­landt als hysterisch gekennzeichnet hatte.

Lichtern umsäumt war. Hella, deren spanische Schön­heit bei Abendbeleuchtung zur besonderen Geltung kam, wurde von einigen Leuten gegrüßt. Sie erwiderte die Grüße mit dem Kopfneigen einer Königin und verfehlte nicht, Daniel zu erklären, wer die betref­fenden Herren waren. Es stellte sich heraus, daß Hella Weylandt nur von Baronen, Grafen, Ministern und Diplomaten gegrüßt wurde „Es sind zumeist Freunde meines Vaters, des Generals", behauptete sie mit großer Genugtuung.

Trotz der Ehrenbezeigungen so hervorragender Per­sönlichkeiten überließ sich Hella Weylandt, als sie den ihr paßenden Tisch gefunden hatte, einer schweren Melancholie. Sie faß wie eine beklagenswerte Dul­derin da, stocherte in den Speisen umher und nahm freudlos einen kleinen Schluck von der Maibowle, die auf ihren Wunsch bestellt worden war.

Daniel wußte nicht recht, was er von diesem unver­schämt schwermütigen Benehmen seiner Begleiterin zu halten habe, und sagte höflich:

„Ich möchte dir gern eine Freude machen, Hella, aber es ist schwer für mich, das Richtige zu finden."

Hella Weylandt wandte ihm ruckartig ihr Gesicht zu und sah ihn mit grandioser Verachtung an.

„Meine Liebe kann man nicht kaufen. Du scheinst mich für eine Nutte zu halten, mein Freund!" Da­niel protestierte gegen diese Anschuldigung, obwohl er nicht genau wußte, was sie bedeutete. „Ich bin eine Künstlerin, mein Lieber, Ich kann zwar von meiner Gage kaum leben, aber da mich mein Vater, der Gene­ral, unterstützt, bin ich auf Almosen meiner Freunde nicht angewiesen."

„Es handelt sich nicht um Almosen, sondern um eine kleine Freude.«

„Es ist ein Almosen", erklärte sie energisch.

„SEas ist denn los, Hella? Du sprichst zu mir wie zu einem Feind.«

„Bist du nicht mein Feind?«

Ewige Finsternis, dachte er und schwieg.

Einige Minuten später erblickte er mit Erstaunen und Unbehagen Dr. Turner, der die Terrasse betrat unb nach allen Seiten umsah, als suchte er jemand. Als der Arzt Barker erkannte, grüßte er ihn und seine Dame mit besonderer Höflichkeit und nahm schließlich an einem weitentfernten Tisch Platz.

Es konnte natürlich ein plumper Zufall sein, daß Dr. Turner hier erschienen war. überlegte Daniel.

„Wohin wollen wir, Hella?«

„Nach Wannsee oder Potsdam, wenn es dir recht ist. Fahr vor allem mal zur Avus. We!tzt du, wo die Avus ist?"

Er nickte.

Sobald Hella Weyland im Wagen saß, wurde sie nett und liebenswürdig, geradeso als ob die hysterische Irritation ihres Wesens durch das tiefe Brummen des Motors beschwichtigt würde.

Als sie auf der Avus waren, bat Hella:

,Zetzt laß mal deine Karre laufen."

Er steigerte die Geschwindigkeit zeitweise bis auf - hundertachtzig Kilometer. Als er abbremste, sagte Hella Weylandt großmütig:

,Mr einen Litern Herrn fährst du ganz schneidig.« Der ältere Herr schien Daniel viel Spaß zu machen, denn er lächelte vergnügt. „Willst du mich mal fah­ren lassen?«

„Nein", antwortete er ohne zu zögern. .

„Warum nicht?"

„Weil du zu nervös bist, mein süßes Kind.«

.Das heißt, weil du Angst hast."

„Sehr richtig, weil ich Angst habe.«

,Du bist wenigstens aufrichtig", lachte sie. „Aber du hättest dich nicht fürchten müßen, Daniel, ich fahre, mit aller Bescheidenheit gesagt, viel besser als du."

,Zch bin überzeugt davon, Hella, aber ich glaube, daß der Wagen nicht versichert ist, deswegen bin ich ängstlich."

,D°s hast du dir hübsch ausgedacht, mein Freund", sagte sie anerkennend.

Nachdem sie die Avus verlaßen hatten, entschied sich Hella für ein elegantes Restaurant am Wannsee

.Hier ist es allerdings ziemlich teuer", bemerkte sie. „Stört es dich?"

„Nein."

I« Auswirkung der Schwierigkeiten bei ber 6f fettet Bank e. G. m. b. H.. Elfe«. nnb bei ber W-rbcner Bank e. G. m. b. H.. Effeu-4Lerben. bat auch bte dritte Esse­ner Geuoffettjckaftsbank. bie Alteneffeuer Erebitanftalt t. G. »i. b. H.. Effcu-Altcueffett, bie Zahlungen einftelleu muffen. Die Grüube wurden als tritt iianidanansmaßig bezeichnet. Ma» strebt ei« Moratorium ett.

Die Dackvavvettfabrik Peter Ge«ettger A. - G., Vierfen IRhlb.i, hat bie Zahlungen eingestellt, liebet ihr Vermögen wurde ein gerichtliches Vergleichsverfahren eröffnet, bei be« ein Lianibationsverfahreu bnrchgefuhrt werbe« fall.

I» ber aoGB. bet Martin Ma« Leberwerke A. Ab., Frankfurt a. M„ wurde Mitteilung gern. § 249 HGB. erstattet. Der AbfÄuß zum 30. 6. 1932 ist zurzeit noch nicht fertigaestellt, er wirb bet GB. voransstcktlich Ende De­zember b. 5. vorgelegt werbe«.

legung würbe aber zu ber allgemeinen Norm über bte Frage ber Eulfcheinlähigkett in Wiberspruch stehen. Es kann .daher nur gefolgert werden, baß b-e generelle Bestimmung, wonach nur bie innerhalb bes mehrfach genannten Gitticheiniahres fälligen und entrichteten Be­trage guticheinfähig fein können, auch hinficktlich ber aus dem Veriieigerungserlös beglichenen Steuern Geltung ba. be» muß.

Im Falle eines Zwangsveewaltungsverfahrens

entsteht nun die analoge Frage wie im Zwaugsversteige- rungsvertahren von w e m der Steuergmfcheinanfvruch gel­tend gemacht werben kann, ob vom Eigentümer bes Grund­stücks ober vom Zwangsverwalter. Auch hier bleibt ebenfo wie im Zwangsverfteigerungsverfahren der 6 t g e n t ü • rner den Steuerbehörden gegenüber der eigentliche Steuer« ichulbner. und zwar felbft hinficktlich ber Stcuerbeträge. die vom Zwangsverwalter aus den Srträgniffen des Grund­stücks bezahlt werden. Mangels anderweitiger gesetzlicher Vorschrift würbe also auch hier zunächst ber Eigentümer der Gutscheinberechtigie fein. Eine beranige Handhabung ber Vorschriften würde aber schon deshalb dem Sinn der Zwangsverwaliung widersprechen weil damit bet Eigentü­mer bezw. Schuldner auf Kosten seiner Gläubiger einen durch nichts begründeten Vorteil erhalten würde (fo Jancke wie oben e. 43 ff.). In den Durchf.-Best. ist daher im s 1 Abi. 5 ganz eindeutig getagt, daß in dem Falle, in dem der Zwang sverwalter eines Grundstücks

In Kürze:

Um nicht die für die Gläubiger günstigen anfiergerichtl. Ber. gleichsverhandiungen zu stören, wurde tn der vierten Gläubi­gerversammlung der Anton Rack» Tiefbohrungen A.-G., Salzgitter beschlossen, die Entscheidung über die Er­öffnung eines gerichtlichen Vergleichsverfahrens nochmals zu vertage«. Bei der in Aussicht gestellten Kredithilfe, soll es sich um Äuslandsgelder handeln.

Im Oktober 1932 wurden bei bett im Verbände öffentlicher Lebrnsverft cher ungsan ft alten in Deutschland zufammengeschlosfeuen öffentlichen LebenSversicherungsanstal- teil 10 606 neue Versicherungen mit 15,80 Mill. RM Ver­sicherungssumme beantragt.

Tertiltufolvenre«: Strumpffabrik Lorenz «. Co.. Chemnitz, aerichilfiches Vergleichsverfahren mit 30 Pro­zent beabsichtigt. — Firma Artur Goebel, Dauneu- uud Stcvvdeckettfabrikatio«, Berlin, strebt einen Vergleich an. Passiven etwa 200 000 RM. — Morgeurock- «nd Klei- der-Großhandelsfirma Georg Tarrafch, Berlin. — Wä- schesabrik I. H. Michaeli s, Bleicherode a. Harz, Vrr- glcichsoorschlag 40 Prozent. Passiven 156 000 RM.

Der Gesamtabsatz des Rheinisch. Westfälische« Kohlensyudikates i« Ostober betrug (alles i. Mill, t) 6.54 (Bortuo». 5.88), arbeitstäglich i« t Kl 500 (224 071). arbeitstäglich gegen le« Vormonat 12.24 Prozent mehr «ad gegen den entspreche «den Monat des Vorjahres 547 Prozent weniger.

Die Reicksba«! gibt im Reichs««zeiget bekannt, daß an­stelle des verstorbenen Geheimen Lomtnerttcurats Dr. h. c. Lottis Hagen gemäß 8 16 des Bankgesetzes Bankier Dr. h.