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Wr. 223 / Zwelundzwanzlgffer Ia-rgang

Kasseler Reueste Rachrichteu

Montag, 21. November 1932 / 2.2<Nag«

Oer Weltumsegler

Kapitän Kircheitz wieder an Land.

Berlin, 21. November.

Mit der „Hamburgs ist vor wenigen Tagen Ka­pitän Kircheitz in Cuxhaven gelandet. Der Weltum­segler wurde auf deutschem Boden nach zwölfjähriger Abwesenheit überaus herzlich begrüßt. Und neben dem höchst offiziellen Empfang ging ein weniger zeremoniöser Empfang einher, den ihm die Bevölke­rung bereitete. Auch der „olle Seebär" Kircheitz freute sich, wieder einmal deutschen Boden unter sei­nen Füßen zu haben.

Kapitän Kircheitz führte vor fünf Jahren etwa mit seinem schwankenden Kutter „Hamburg" eine kühne Weltumsegelung durch. Den Spöttern und Besser- wiffern zeigte er, datz man mit ein wenig Kühnheit und Entschlo^enheit selbst das Weltmeer bezwingen könnte.

Auch die letzte Reise, die Kapitän Kircheitz vor zwei Jahren antrat, führte ihn in aller Herren Länder. Im November 1930 schiffte sich Kircheitz in Richtung London ein. Dann ging es auf Umwegen ins süd­liche Eismeer. An den Falklandsinseln vorbei segelte er dann nach Buenos Aires und nach Rio de Janeiro. Ueber USA ging es dann in die deutsche Heimat zurück.

Auf piccards Spuren

Wie Wien um eine» StratosphSrenflug kam.

Bor einigen Monaten erregt« die Absicht einiger österreichischer Sportsleute, den Höhenrekord Piccards zu brechen, großes Aufsehen. Zwei Oesterreicher, ein Wiener Ingenieur von Braun und ein Graf Cichy, traten mit einem phantastischen Projekt vor die Oef- fentlichkeit. Der Stratosphärenflug Piccards sollte von Wien aus in noch größerem Umfange wiederholt werden. Die DovbereituWen dazu waren schon im Gange. Die Finanzierung des Unternehmens hatte zu einem Teile der österreichische Baron Leutzendovf über­nommen. Dor wenigen Tagen ist nun dieser Geld­geber für den Wiener Stratosphärenflug unter Ku­ratel gestellt worden. Damit scheint das Wiener Stratosphärenflugprosekl endgültig beiseitegelegt zu sein. Denn es besteht keinerlei Aussicht, daß sich ein anderer Geldgeber findet, der die beträchtlichen Mittel zur Verfügung stellt.

Man versprach sich damals sehr viel von einem neuartigen Relativhöhenmesser, den Ingenieur Braun erfunden haben wollte. Dieser Höhenmesser sollte bei dem Wiener Stratosphärenflug zum eisten Male prak­tisch erprobt werden. Mit Hilf« des Draunschen Höhen­messers sollte sich ein Pilot auch im dichten Nebel zu­rechtfinden. Die Fachwelt stand aber von vornherein allen diesen Angaben ziemlich mißtrauisch gegenüber. Die Verwendbarkeit des Instruments schien keineswegs gesichert zu sein.

Jener Baron Leutzendsrf, der jetzt von seinen Ver­wandten unter Kuratel gestellt worden ist, hatte sich schon in letzter Zeit von dem Stratosphärenflugprojekt etwas zurückgezogen. Seine Familie fürchtete äber wohl, daß er schließlich noch den Rost seines einst sehr großen Vermögens in ein aussichtsloses Unternehmen hineinstecken würde. Deshalb erfolgte seine Entmündi­gung. Mit der Ausschaltung des Barons ist nun der Traum des Wiener Stratosphärenflugs endgültig ausgeträumt. Professor Piccavd braucht nicht mehr weiter in der Furcht vor seinem österreichischen Neben­buhler zu leben. Den Weltrekord wird ihm zunächst niemand mehr streitig machen.

Meisterwerke der Fälscherkunst

Aushebung einer Fälscherwerkftatt.

Prag, 19. November.

Wie die Polizei meldet, wurde hier eine Fälscher­werkstatt aufgedeckt, in der Fünf-Dollar-Falsifikate hergestellt wurden. Vier Personen sind verhaftet und teils fertige, teils unvollständige Falsifikate be­schlagnahmt worden. Sämtliche Verhafteten sind ge­ständig.

Ein U-Boot für einen Mann

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Das kleinste Unterseeboot der Welt, das der In­genieur Nanni jetzt in Neuyork vorführte. Die ersten Tauchversuche mit dem winzigen Fahrzeug, das ge­rade für einen Mann Platz bietet, sollen außer­ordentlich günstig verlaufen sein.

Hierzu melden die Blätter, daß es sich bei den aus dieser Dollar-Druckerei hervorgegangenen 5-Dol- lar-Noten um Meisterwerke der Fälscherkunst handelt. Die Fachleute der Nationalbank und dre Falschgeldabteilung der Polizei erklärten, im Laufe ihrer Praxis noch nie derartig gelungene Nach­ahmungen gesehen zu haben. Der Leiter der ausge­hobenen Fälscherwerkstätte ist ein junget, erst 20jäh­riger Stecher namens Cernik, der zu den besten Schülern eines tschechischen Graphikers gehört haben soll aber weder eine Stellung noch Anerkennung seiner Fertigkeiten gefunden hat. Seine Tat wll er aus Rache darüber begangen haben, daß er »er der Herstellung der neuen tschechoslowakischen Hundertkro- nen-Note, für welche Arbeit er sich beworben hatte übergangen worden war. Der Polizei gelang es, 400 fertige 5-Dollar-Noten zu beschlagnahmen Die Fal- sckerbande wollte ihre Tätigkeit in der Tschechoslowa­kei abbrechen und nach Deutschland verlegen.

Der Magistrat von Konstantinopel hat verfugt, daß alle Personen, die Straßen- und Wegesteuern nicht bezahlen können oder wollen, von jetzt an zur Ableistung der fälligen Beträge im Arbeitsdienst beim Wegebau gezwungen werden sollen.

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Der französische Luftfahrt-Skandal hat jetzt zu der Feststellung geführt, daß infolge der Deranwor- tungslosigkeit der Leitung und der technischen Miß­wirtschaft bei der Aero-Postale in den verflossenen acht Jahren nicht weniger als 178 Flugmaschinen zu­grunde gegangen,' 97 Flugzeugführer und -beglerter getötet, 80 schwerverletzt und 103 Fluggaste geto.et worden sind.

Der Winterschlaf — ein Wintermärchen?

Interessante Entdeckungen eines Berliner Forschers

In jedem crnftftasien Lchrbuche lieft man noch heul- zutage, daft: Dachs. Eichhörnchen, Hamster, Tiael. Sie­benschläfer uiro. in der kalten, naftrungsarmcn Iah rcSzeit den „Winterschlaf" halten. Dir meisten denken dabei an behagliches, ununterbrochenes Schlafen im 9teft.

Lange Aeit hat die Wissenschaft ftch nicht mehr um dies Problem gekümmert. Neuerdings aber ftat'Nch besonders Dr. Martin Eisen traut mit dieser sonderbaren Ersi.rinung beschäftigt lieber seine ffor= stkungen wird hier von einer Mitarbeiterin des Zoo- logiichen Museums Berlin berichtet.

Als Dr El seilt raul eiiiiual die ungeheuren Vor- ratsmengen «er Hamster in ihren Erdbauen und der Eichhörnchen in ihren Baumnestern betrachtete, kam ithan der Gedanke, daß ein ununterbrochener Winter­schlaf nicht recht mit diesen gefüllten Vorratskammern in Einklang zu bringen sei-

Durch jahrelange Studieil in freier Natur, unter­stützt von Kontrollversuchen im Laboratorium, hat er dann im Gegensatz zu den bisherigen Anschauungen festgestellt,

datz Dachs und Eichhörnchen Überhaupt keine Winter­schläfer sind

und genau wie Fuchs oder Hase in der unwirtlichen Jahreszeit in zwar etwas länger anhaltenden aber gewöhnlichem Schlafzustanve in ihren Bauen oder Nestern veriveilen- Er hat dann ferner den auch den Alten schon bekannten Zustand des Winterschlafes noch einmal test Umrissen:

Winterschlaf ist ein todähnlicher Erstarrungszustand, in dem die Bluttemperatur bis aus 0 Grad sinken kann (in Ausnahmefällen sogar bis auf einige Kältegrade) und Atmung und Pulsschlag so gering werden, daß sie kaum wahrzunehmen sind- Alle 'Winterschläfer krin­geln sich zu einem gedrückten Knäuel zusammen und decken das Schnäu^hen mit ihrem buschigen Schwanz zu — soweit sie im Besitze einer solchen Zierde sind; der Hamster steckt die Schnauze unter einen kleinen Schwanzstummel. Die Haare stehen nach allen Seiten ab, und die Ohren werden möglichst weit ins Fell zu­rückgezogen?

Das Erwachen aus diesem Starrzustand erfolgt je nach der Tiergattung schneller oder langsamer im Ver­laus von 5 Minuten bis 4 Stunden. Der Hinterkör­per bleibt am längsten steif und kalt.

Die meisten älteren Autoren stellten sich den Win­terschlaf als einen ununterbrochenen Starrzustand vor Dr. Eisenlrauts Untersuchungen haben seine eigenen Zweifel bestätigt:

Die meisten Winterschläfer wachen von Zeit zu Zeit auf,

um sich zu entlehren und Nahrung auszunehmen. Jede Tiergruppe scheint eine besondere „längste Schlaf- vauer" zu haben. Beim Hamster z. B. währt sie 5, bei oerder Haselmaus 9 Tage. Die Wachperioden die den Winterschlaf so unterbrechen, sind meist nur von kur­zer Dauer-

Wahrscheinlich halten übrigens auch die Fleder­mäuse — diese so traurig verkannten und in Wahr­heit nicht nur sehr zutraulichen, sondern auch nütz­lichen Tiere — keinen durchgehenden Winterschlaf- Da bei ihnen aber außer dem üblichen Winterschlaf auch im Sommer Erstarrungszustände, verbunden mit Teinperaturvückgang und Pulsverlangsamung, festgestellt wurden, so scheinen hier noch andere als nur innersekretorische Faktoren — wie bei den Win­terschläfern — mitzuwirken-

Die Fledermäuse zählen nämlich ju den ganz al­ten, nach einzelnen besonderen Richtungen hin hoch­spezialisierten Tiergruppen in der Stammesentwick­lung- Sie scheinen nicht die Wärmeregulation der mei­sten anderen Säugetiere zu besitzen — d- h- der Kör­per ist nicht imstande, seine eigene Bluttemperatur ganz unabhängig von der Außentemperatur zu ma­chen. So würde bei starker Kälte, da die Blutwärme öann nicht auf lebensfähiger Höhe erhalten werden kann, der Tod eintreten müssen, wenn nicht der Schein­tod des Winterschlafes mit dem zeitweisen Lahmlegen jeder Körpertätigkeit, also dem Abstellen des Stoff­wechsels, eine Abwehr bilden könnte- Zu unterscheiden vom Winterschlaf der Säugetiere übrigens ist

die Kältestarre der wechselwarmen Tiere (Eidechsen, Frösche, Insekten nsw.),

deren Körper keine eigene Wärme hat, sondern sich ausschließlich der Umgebungstemperatur anpaßt. In der Kälte sind sie kalt und steif, in der Wärme warm und munter. E. v. B.

Medizinische Herbfimode

Bon

Dr. med. Josef Säbel.

Die Medizin hak ihre Jahreszeiten so gut wie die | Mode: im Sommer setzt man Strohhüte auf, im Winter trägt man Frostbeulen. Und was wurde | gegen sie nicht versucht! Heiße Bäder und kalte, und ivechselweise heiße und kalte, mit Massage und ohne Massage, mit Leim oder Soda oder Alaun und ohne Kleie oder Eichenrinde. Kampfersalben und Jod­pinselungen werden angewendet und in vielen Fallen helfen diese Mittel, sonst würde man nicht immer wieder auf sie zurückgreifen; und in vielen Fällen helfen sic nicht, sonst würde es ihrer nicht so viele geben. Sie sind wirksam, wo es sich um ein rein örtliches Leiden handelt, entstanden aus einer win­zigen Blutung, an die sich der Austritt von Blut­flüssigkeit aus dem geschädigten Gefäße schließt: blau­rote Färbung und teigige Beschaffenheit. Sie sind unwirksam und müssen durch innerliche Kräftigungs­mittel ersetzt werden, wo die Frostbeulen Zeichen eines allgemeinen Schwächezustandes, einer fehler­haften Zirkulation sind.

Denn diese häßlichen und unangenehmen Dinger an den Zehen können ihre Ursache haben in ganz anderen Körperstellen, wie umgekehrt Kälteeinslüsse an den Füßen sich in weit entfernten Organen aus­zuwirken vermögen. Es mutz nicht immer die Nase nrc werden, damit sie läuft! Schon schwache und ba-> wieder vorbeigehende Abkühlungen der Glied­matzen führen zu Stockungen in den Blutgefätzen, die sich auf dem Wege der Nervenbahnen auf die ver­schiedensten Körperteile übertragen und so geschieht es, daß eine Durchnässung der Fütze zu einer Blut­überfüllung der Nasenschleimhäute Anlaß gibt. Die Blutstauung dient bann als Schrittmacher für den Schnupfen, für die Halsentzündung oder für die Grippe, und zwar gleichgültig, ob sie durch Abküh­lung hervorgerufen war oder durch deren Gegenteil, ditrch — ileberhitzung. Deshalb hat man seinen Katarrh nicht blotz bei Kälte weg, bei Nässe oder Zugluft, sondern gleicherweise auch nach Aufenthalt in überheizten Räumen, zum Beispiel nach Fahrten in zu warmen Eisenbahnabteilen.

Dazu kommt, datz die Schleimhäute ausgetrocknet und so des natürlichen Schutzes beraubt werden, den ihnen der Schleim sonst bietet. Durch Temperatur­einflüsse verändert werden sie durchlässig, sodaß Bak­terien, die wir als harmlose Gäste in unserer Nase

zu beherbergen pflegen, in tiefste Schichten eindrin­gen und sich dort breit machen. Dort wo sie sich für gewöhnlich aufhalten, führen sie ein unbeachtetes Da­sein und sind zu schwach, um Schaden zu stiften, weil der gesunde Körper sie durch stets vorhandene Schutz­kräfte int Schach hält. Durch die Erkältung zu Stellen vordringend, an die sie nicht gehören, finden sie geringen Widerstand und werden „üppig* *. (Wenn man sich gelehrter ausdrücken will, kann man auch sagen: sie werden „virulent"). Drückt jeder Mensch seinem Mitmenschen bei der Begrüßung auch einige Bazillen in die Hand, so sind es in gesunden Tagen schwächliche, unschädliche Exemplare; in erkältetem Zustand aber sind es feste, gut ernährte Erreger, die man von seinem Freunde übermittelt bekommt, und man muß schon sehr viel Glück haben, um tze nicht bei der nächsten Gelegenheit in den Mund oder in die Nase zu führen. Das erklärt es, wieso man krank werden kann, weil der Hausgenosse und Bürokollege nasse Füße bekommen hat, während man selbst auf dem Trockenen faß.

Das erklärt aber auch, was man tun muß, um sich vor den Krankheiten der kalten Jahreszeit zu schützen: man mutz sich vor der Ansteckung hüten, die die auslöst und vor der Abkühlung, die ihr den Weg bereitet. Namentlich vor der einschleichenden, un- merklichen Kälte heißt es sich in acht zu nehmen, wie man ihr im Schlafe und auch im Büro oft ausgesetzt ist. Gleichzeitig gilt es, die Funktionen der körper­lichen Wärmeregulierung zu üben und das geschieht am besten durch eine verünstige Abhärtung. Nicht aber, wie man oft zu hören bekommt, durch das Trin­ken von Grog oder Punsch; solche Schutzmittel gegen die Erkältung halten wissenschaftlichen Erwägungen nicht stand. 'Mögen wir uns" auch durch Alkohol er­wärmen, so erfolgt diese Erwärmung doch weniger ausgedehnt als nach dem Genuß einer alkoholfreien Flüssigkeit, falls diese nur heiß genug sind, und darum sind Fliedertee, Abkochungen von Hollunder, Huflattich oder Lindenblüten mindestens ebenso wirk sam, wenn nicht noch mehr.

Vor allem aber halte man sich in der kalten Sai­son — und in der mindestens ebenso gefährlichen Uebergangszeit zum Frühjahr — das alte 23on vor Augen, nach welchem gefährlicher als Bisse — Küsse sind!

Aus aller Wett

Mordversuch am eigenen Kind

th. Berlin, 20. November.

Das schwere Verbrechen welches in der Nacht vom 12. November an der 6-jährigen Rosemarie B o d i n int Nord Berlins verübt wurde, hat jetzt seine Aufklärung gefunden Das Kind wurde am Morgen des 13. November früh zwischen den Schienen der Stadtbahn gesunden und mit schweren Verletzun­gen ins Krankenhaus gebracht Die Untersuchung bat inzwischen den Verdacht auf die Mutter des Kindes, die 25-jährige Marrho Bodin gelenkt, die daraufhin am Sonnabend spät abends von der Mordkommission festgenornmen wurde Im Polizei­präsidium hat sie ein Geständnis abgelegt, daß sie selbst ihr Kind auf die Schienen geworfen wat, um es Überfahren zu lassen. Ueber die Moiive ihrer Tat hat die Frau noch nicht die Wahrheit ausgefagt. Die Polizei hat aber Beweise dafür daß das Verbrechen begangen wurde, um in den Besitz einer Versiche­rungssumme zu gelangen, die am Todestage des Kindes fällig gewesen wäre Außer der Frau wurde auch ihr Mann, der Postgehilfe Fritz Bodin verhaf­tet, der Stiefvater des Kindes, da der Verdacht be steht, datz er von der Tat feiner Frau Kenntnis ge­habt hatte.

Tas Kind befindet sich noch im Krankenhaus und die Acrztc hoffen, es am Leben zu erhalten. Es war jedoch autzerordcntllch auffällig, datz das Kind große Angst bekam, als die Pflegerin ihm ankündigte, ■ seine Mutter würde zu Besuch kommen. Das Kind begann daraufhin zu meinen und bat darum, die - M> ttc> >''cht konpft»»', rn-h'ssm Tie haben

außerdem ausgefagt, daß die Eltern das Kind oji

I schwer mißhandelt haben Die Polizei fand bei einer Haussuchung eine Versicherungs-Police, die auf den Namen des Kindes abgeschlossen war.

Heinrich Sklarz' Tochter festgenommen

Berlin, 20. November.

Im Auftrage der Staatsanwaltschaft wurde am Sonnabend die Tochter des verschwundenen Kauf­manns Heinrich Sklarz frstgenommen, weil der Ver­dacht besteht, daß die 25 Lahr» alte Paula Sklarz U r - künden beseitigt hat, die ihren Vater belasten könnten. Nach der Durchsuchung der Sklarzschen Woh­nung in der Bleibtreustraße wurden auch noch an ver­schiedenen Stellen der Stadt Haussuchungen vorge­nommen, da sich das Gerücht hartnäckig erhielt, daß Heinrich Sklarz noch in Berlin anwesend sein soll. Die Nachforschungen waren aber ergebnislos.

Erdstoß in Westdeutschland

Düsseldorf, 21. November.

In der Nacht zum Montag um 0.38 Uhr wurde in Düsseldorf und Umgebung ein heftiger Erdstoß ver­spürt, der etwa zwei bis drei Sekunden dauerte. Der Erdstoß war so stark, daß die Leute aus dem Schlaf geweckt wurden und Tische und andere Möbelstücke Ins Wanken gerieten. Der Erdstoß wurde auch in Krefeld, Gladbach-Rheydt, Essen, Recklinghausen, Dortmund, Velbert, Xanten und Opladen wahrgenommen. Der Bevölkerung bat sich große Unruhe bemächtigt.

Die Erdstöße in Düsseldorf verliefen von Westen nach Osten und waren von einem dumpfen Rollen be­gleitet. Im Stadtteil Derendorf traten in verschiede­nen Gaststätten Lichtstörungen auf. Die Erschütterun­gen waren von eivcr Stärke, ww sie in Düsseldorf in

* Den letzten Jahrzehtuen nicht jestgeftellt waren.

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