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Montag, 21. November 1932

Kasseler Neueste FachriAtea

Sette 3 1 Beilage

«ufere Heimat

Aus Südhannover

zur

Aus -em Kreise Wolfhageu

8®tg

Programm für Dienstag, 28. November

19.80:

32.85:

u.

en

Schöne weiße Zähne: Chlorodont

Breslau Abend« irstk

19.46: Niederrhein. Herbst Bon Paul Laven

10.10: rrdreiterfoMtit

ZZ; §taferon,J*n

Wichtige Beschlüsse in Arolsen

Aus der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung

Melsungen. Straßensperrung. Der Straßeniiber- auf Bahnhof Mtmorschen wird wegen Eieis­neuerungsarbeiten vom 22. November bis 26. No­vember von 7 bis 17 Uhr gesperrt. Umleitung über die Ladestratze des Bahnhofs Altmorschen und den mittleren B^niibergang gegenüber der Gipsfabrik

Ippinghausen. Maul- und Klauenseuche. Unter dem Klauenviehbestande der Witwe Daniel Klapp m Ippinghausen ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochcn. Zum Schutz gegen diese Seuche hat der Landrat die Orte und Gemarkungen Ippinghau­sen, Naumburg und Elben als Sperrbezirke erklärt, für welche die viehseuchenpolizeilichen Anordnungen vom 6. 6. 1932 gelten.

Wolshagcn. Die Häuser wachsen, eS dehnt sich die Stadt. Auf dem Koppenberggelände ist das Doppel­wohnhaus eines Barmer Bauherrn fertiggestellt wor­den. In der Rudolf Schneiderstraße (Siedlung am Koppenberg) ist vor einigen Tagen der Rohbau eines Arbeiters errichtet worden. Auf dem Teichwall ist ferner ein Wohngebäude bezugsfertig geworden, und ein Autoschloffer errichtet an der Jppingshäuser Str. zwei Autogaragen und eine kleine Wohnung. Die Gemeinde Oberelsungen ist ihrem Wunsche entspre­chend, in den Gerichtstagsbezirk Zierenberg einbe- zogen worden.

Aus -em Kreise Melsungen

Das Kreisblatt Nummer 25 Bringt einen Aus­weis über die Einnahmen und Ausgaben des Kreises der Eder für das erste Halbjahr des Rechnungsjah­res 193L Danach sind an Steuereinnahmen zu ver­buchen 83714, RM., die im letzten Halbjahr des Rechnungslahres 1931 noch mit 159143, RM. aus­gewiesen wurden. Die Gesamteinnahmen belaufe» sich -m ersten Halbjahr auf 166 895 RM. (im letzten bawiahr 1931 noch aus 243 293, RM. An Gesamt- ausgaben werden ausgewiesen 189164, RM. (1931

666" 5$3Jt.) Die Mehrausgabe beträgt somit 22 269, RM. Die Hauptposition in den Ausoabi erfordert der Titel Wohlfahrtspflege und Gemnd- heitswesen, der 82 219,- RM. ausmacht und dem in Einnahme von nur 32696,- RM. gegenüberstehen. T« allgemeine Wirtschaftslage des Kreises ist, ge- meffen an andere» Kreisen, noch als sehr gut zu be- zeuhnerr.

dungsweges zwischen Jberg und Wachsholz und Ser« längerung des Körtelweges. Die Arbeiten bieten 80 Leuten bis Ende April Beschäftigung. Der Firma wird für die Hergabe des Gebäudes ein Steuernach­latz gewährt. Zu Mitgliedern des Vorstandes der Kreisspartasse wurden Beigeordneter Hotzbach und Ratmann Böttger dem Landrat zur Ernennung vor­geschlagen. Der Stadwerordnetenvorsteher teilte noch mit, daß in der letzten Stadtverordnetenversammlung in Abwesenheit der bürgerlichen Stadtverordneten beschlossen worden ist, 300 Prozent Bürger­steuer, wie sie vom Magistrat vorgeschlagen wor­den ist, zu erheben.

Dran- in Rechtebach

Stall und Scheune vernichtet.

In der Nacht zum Sonntag brach in Rechte­bach, Kreis Eschwege, in dem Anwesen des Land­wirts Georg.Möller II. ein Schadenfeuer aus. Dem Feuer fielen die Stallungen und Scheune, gefüllt mit Stroh und Heu, sowie das ausgedroschene Getreide zum Opfer. Außerdem wurde das alte Wohnhaus stark beschädigt. Das Vieh konnte in Sicherheit ge­bracht werden. Den Feuerwehren von Waldkappel und Rechtebach gelang es, ein Uebergreifen des Feuers auf andere Gebäude zu verhindern. Die Ent­stehungsursache ist noch unbekannt. Der Schaden ist zum Teil durch Versicherung gedeckt.

Aus -em Kreise Rotenburg

Rotenburg. Die Bürgersteuer im Kreise Rotenburg Von den Landgemeinden des Kreises Rotenburg ha­ben 49 die Erhebung der Bürgersteuer für das Jahr 1933 beschlossen. Darunter erheben 3 Gemeinden ein vielfackes des Landessatzes. In 17 Stunden wird die Bürgersteuer im nächsten Jahre nicht zur Erhebung kommen.

Rotenburg. Der kurhesfische Schützenoerbaudstag findet am 26. und 27. November in Rotenburg statt.

Bebra. Winterhilfe. Als Sammler haben sich m dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt: Ge­meindefeldhüter Brill, Gemeindebote Zilch, Maler Groß, Monteur Schweitzer und Schlaffer Kurt Noll. Die Genannte« sind mit einem behördlichen Ausweis versehen. Als Sammelgut kommen in Betracht: Kleider, Schuhe, Wäsche, Lebensmittel aller Art und bares Geld.

Aus -em Kreise Fritzlar-Homber-

Fritzlar. Sprechstunde des Kreisarztes. Die amt­liche Sprechstunde des Kreismedizinalrates findet am Donnerstag, den 1. Dezember im Hospttalgebäude in Homberg statt.

Aus-westsalen

Warburg. Der PfarrhauSeiubrecher gefaßt. In den letzten Wochen wurden im Kreise Warburg meh­rere Pfarrhauseinbrüche verübt, bei denen dem Täter teilweise reiche Beute in die Hand fiel. Der Einbrecher wurde jetzt in Bad Kissingen festgenommen. Es han- delt sich um einen schweren Jungen, der seit langem gesucht wird.

Dössel. Gefährlicher Hausgenvffe. In Dössel mür­ben einem Landwirt aus einer verschlossenen Schub­lade ein Sparkassenbuch, ein größerer Geldbetrag und Wertpapiere entwendet. Die Polizei nahm einen ver­dächtigen Dienstboten fest. Der Verhaftete hat den Diebstahl eingestaudeu.

^K:$9etiermTluns unfdjt. Morgengymnastik

7.30: ÄruBtoniert aus

Schallplatte«

12.00: M tttaäskonzert I

13.15: Nachrichten

1S.3O: Bon Lanaenberg: Mittagskonzert II

15.20: öausfr.-Nachmittas

16.50: WirtschattSmeldungen

17.00: Bon Freiburg: Nach- mittags fonsert

LL «L»uW- plane tit der Welt. Vor­trag

18.50: Sieben GesvrSche aus ® »-W- d°.

1945: Sonderwetterdienst WrrtschaftSmeldungen

19.30: Alte Tanzmusik

20.00: Von Mannheim: Lieder und Duette

20.30: Reichssendung: -Baden

Aus -em Kreise Eschwege

Oberhone. Der Dieb entwischt. Ein Landwirt, dem wiederholt Zuckerrüben gestohlen wurden, legte sich abends hinter einen Rübenhaufen aus die Lauer. Als die Diebe tatsächlich erschienen und der Landwirt sich bemerkbar machte, nahmen sie Reißaus. Die Täter ließen aber die Säcke zurück, die gezeichnet sind und hoffentlich die Polizei aus die r«Hte Spur bringen.

Treffurt. Die Stadtverordnetenversammlung ge­nehmigte die Einrichtung eines Arbeitsdienstlagers in der Zigarrenfabrrk von D. H. C. Bernhard. Die Stadtverwaltung ist Trägerin des Lagers, während Trägerin der Arbeit die Arbeitsgemeinschaft zwischen Werratalverein, Turnverein und Sportklub ist. Es ist vorgesehen: Aufforstung an der Adolfsburg, Bau einer Badeanstalt, Einebnung der Werratümpel am EchnellmaunshSuser Bach, Anlage eines Derbiu-

Haml. Münden. Freiwilliger Arbeitsdienst. Auch in Münden haben sich etwa 20 junge arbeitslose Mäd­chen im freiwilligen Arbeitsdienst zusammengefunden. Unter Leitung von zwei Lehrerinnen wird für etwa 75 Kinder und eine Anzahl Erwachsener Mittagessen gekocht und weiter genäht und geflickt, um Hilfsbe­dürftigen im Rahmen der Winterhilfe warme Sachen und Wäsche verabfolgen zu können. Für diesen frei­willigen Arbeitsdienst sind den Winter über die Kel« lergeschotzräume des ehemaligen Landratsamtes Verfügung gestellt worden.

Hann. Münden. OberprSsident Dr. von Hülse« in Münden. Der neue OberprSsident der Provinz Hessen- Nassau, Dr. von Hülsen, stattete am Freitag der Polizeischule einen Besuch ab.

Davon werden 81 000 Mark aus dem Fonds der Arbeitslosenfürsorge bestritten und der Rest von 74 000 Mark soll aus städtischen Mitteln, und zwar aus dem Kanalbaufonds und dem Straßenbaufonds genommen werden. Das Teilprojekt ist mit 80500 Mark veranschlagt, wovon 57 000 Mark die Stadt aufbringen und der Rest von 23 500 Mark von der Arbeitslosenfürsorge getragen wird. Für die städtischen Arbeiten kommen die Arbeitslosen- und Krtsenempfänger in Frage. Da jedoch durch die Hausanschlüsse Arbeitsgelegenheit geschaffen wird, so wird auch für die Wohlfahrtsempsänger Verdienstmöglichkeit bleiben. Die Versammlung ge­nehmigte die Kosten zu dem einen oder dem ande­ren Projekt,

*

Torbach. <88 wird wieder «ach Gold gegraben. Die am 29. Oktober bs. 3s. eingestellten Unter­suchungsarbeiten über die Abbauwürdigkeit der La­gerstätte sind am 17. ds. Mts. wieder ausgenommen.

Corbach. Arbeit. Seit der letzten Woche hat man Im Wege von Notstandsarbeiten mit der Urnschach- tung für die Kanalisation des Nordwalls begonnen. Damit ist einem geringen Teil von Erwerbslosen für eine kurze Zeit Brot gegeben. Für den Freiwilligen Arbeitsdienst ist durch die Regulierung des Kubach- laufs ebenfalls weitere Deschäftigungsmöglichkeit vorhanden.

Torbach. Fritz Windgaffen singt. Der erste Hel­dentenor der Landesoper Stuttgart, Kammersänger Fritz Windgassen, singt am 29. November in etnem Arten- und Liederabend. Mit der Begleitung mn Flügel wurde Hedwig Vogl-Laufs, Kassel, be- traut

Die Lage im E-erkreis

Am Freitag fand nach der Reuherrichtung des Sitzungszimmers die erste Zusammenkunft der Stadtverordneten statt. Der Stadtverordnetenvor­steher Blume, gab über das schöne Aussehen seiner Freude Ausdruck. Aus dem Tische stand eine in Eichenholz künstlerisch geschnitzte Eulengruppe, die von Tischlermeister Kuttler angefertigt und der Stadt zum Geschenk gemacht wurde.

Es wurden folgende Beschlüsse gefaßt: Von der Aufnahme von Schülerinnen in die Sexta des Re­form-Realgymnasiums wurde Kenntnis genommen. Zweifel bestehen darüber, ob auch aus anderen Klaffen der Bathildisschule Schülerinnen ausgenom­men werden können. Die Gemeindevertretung wurde beauftragt, diese Frage bei der Schulbehörde zu klä­ren. Der Kultur- und Hauungsplan für das Wirt­schaftsjahr 1933 wurde genehmigt. Vorgesehen sind 55 Festmeter Fichten zu schlagen. Die Jahres- rechnung 1930 konnte vom Ausschuß noch nicht ge­prüft werden. Die Entlastung des Magistrats wurde deshalb vorbehaltlich der Feststellung der Richtigkeit durch den Ausschuß erteilt Die mit den Käufern in der Siedlungssache Himighaufen abge­schlossenen Kaufverträge wurden genehmigt. Die Kaufpreise lauten zwischen 325 und 500 RM. Stau­fer sind nur Arolser Einwohner. Der Kreis hat die Absicht, aus seinem Grundstück in der Rauchstraße einen Schlauchtrocken- und Steigerturm zu bauen. Die Stadtvertretung stellt die für ein Spritzenhaus der Stadt angesammelten Mittel in Höhe von 2500 Mark zur Verfügung.

Ms letzter Punkt stand die Ausführung einer Teilkanalisation des Stadtgebietes auf der Tages­ordnung. Es war zunächst vorgesehen, bett noch nicht kanalisierten Teil durch Notstandsarbeit aus- zuführen, da jedoch zum ganzen Projekt zunächst die Mittel versagt werden, sollte nur der nötigste Teil und zwar die Bahnhofstraße zur Ausführung kom­men. Da neuerdings wieder begründete Aussicht zur ganzen Ausführung besteht, beschloß die Ver­sammlung die ganze Ausführung. Sollte dieser die Genehmigung versagt werden, wird schnellstens die Teilkanalisation in Angrift genommen. Die Klär­anlage ist unterhalb des Ruderteiches in Aussicht genommen. Von der Bahnhofttraße führt ein Ka­nal durch die Schlachthofstraße an der Westseite der Kaserne entlang zur Kläranlage, ein zweiter führt von der Schlachthofstraße nach der Schulstraße durch die Kasernenstraße zur Kläranlage, ein dritter fuhrt durch die Skaukbachstraße, Jahnstraße zum Sammel­becken und ein weiterer Kanal bringt die Abwässer vom westlichen Teile der Bahnhofstraße unterhalb des Krankenhauses entlang zum Arial.

Die Gesamtarbeir nimmt 9000 Tagewerke in Anspruch und ist veranschlagt mit 155 000 Mark.

22,00: Tagesnachrichten Sportbericht

23.25-24.00: Nachtmusik

8»«tewM«et6<utiett

14.00: Bon Berlin: Konzert

16.30: Nachmittagskouzert von Vciosig

17 30: Wandlungen der Lenticken »sprach« im leb-

Mikrovbon: Hausmusik

18.30: B olksnnrisch attssunk: Tie, U-bernnudung der Krise u. der Arbe-irsmarkt

18.55: Wetterbericht

Lmchl.: Kurzbericht des drahtlosen Dienstes

19.00: EunhertskmÄschrist

19.30: Zeitdienkt

20.00: Aus der St. Noni- iatiuskirche, Berlin: Klas­sische Motetten

20.30: N n lerüa ltn n gskomert

92.15: Aus

Nachtmusik

32i451$tfö>ejt Seewett«, bericht

23,00: Aus Frankfurt a. M.

20.30: Reichssendung Baden

22.00: Presse. Soors

22.20: Tbcotervlauderei

.X: Zur Unterhaltung u.

Tanz, flon^rt

Die Zahnpaste von höchster Qualität Sparsam hn Verbrauch.

18.16: Wirtschaftsmeldungen

18.95: Will ich zum Lande

zurück? Gespräch mit 20.05: Gr. Saal des Saal« ..einem, Industriearbeiter bauer 4. Montagskonzert uglischer Svrachun. 22.00: Han» von Stävel- mann. ein Geheimer. Aus Timm Krögers Geschich­tenLeute eigener Arr

22.30: Tagesnachricht«« Sportbericht

22 4524.00: Von München Nachtmusik

Aus -em Streife Witzenhausen

Rommerode. Das Semeinschastshaus der Lhrist- Kchen Gemeinschaft konnte am Butz- und Bettag ein« geweiht werden. Das Haus ist in seiner einfachen Bauart und zweckmäßigen Ausstattung als gelungen gn bezeichnen. Nach Chorälen eines Posaunenchors verschiedener Gemeinschaften der Umgebung setzte sich ein langer Zug zum Neubau in Bewegung. Hier er­folgte zunächst die Schlüsselübergabe mit einer kurzen Ansprache des Bezirksvorsitzenden, Prediger Bäbendorf ans Kassel. 2m Saal wechselten bann Lieder, Ge­dichts- sowie Cborvorträge und Ansprachen der Pre­diger Pätzler und Oetzel sowie Bezirksvorsitzenden, Pre­diger Bäbendorf und Vorsitzenden des Hessen- Nassauischen Eemeinschastsvereins, Prediger Roth. Möge über dem neuen Gemeinschaftshaus allezeit der Stern der segensreichen Arbeit stehen.

Großalmerode. Zu einer eindrucksvollen Selbem Gedenkstunde hatte am Butz- und Bettag die Orts­gruppe des Deutschnationalen Hanblungsgehilfenver- banbes eingelaben. Den musikalischen Teil bei Beran- staltung hatten bte Herren Lehrer Köhler und Meinert übernommen. Ein Kranz würbe im Anschlutz n bte Eebenkstunbe am Ehrenmal auf bem Friedhof abgelegt. Im Mittelpuntt bet Helben - Gedenkstunde stand die Weiherede des Herrn Hentzschel. Mit einem Gedicht unb bem gemeinsamen SiebWir treten zum Beten" fanb bie Stunbe einen würdigen Abschluß.

Großalmerode. Mit der dritten Polizeibeamten- stelle, ist der Polizeioberwachtmeister Hermann Zink von der Schutzpolizei Weißenfels ab L Dezember be­traut worden.

18,50 :Gngl terricbt

19.15: Sonberwetteröienst u.

Wiltickaftsmeldungen

19.20: Menschliche Aus-

druttswrmen: 1. Der

Scheufede. Grausiger Fund. Vor wenigen Tagen wurde zwischen Scherfede und Kleinenberg ein mit Blut beflecktes Kraftwagenkissen aufgefunden. Man nimmt an, daß es aus dem gestohlenen Auto, mit dem in Erfurt ein Ueberfatt begangen wurde, herausge- worfen worden ist. Bei dem Ueberfatt wer aus die Verbrecher im Kraftwagen geschossen und einer ver­letzt worden. Personen, die die Fahrer gesehen oder einen der Fahrer verbunden haben, werden gebeten, dieses der nächstgelegenen Polizeistation mitzuteilen.

Aus hem Greife Kirchhain-Marburg

Kirchhain. Ein neuer Milchlieferverein hat sich gebildet. Es sott ein Zwangszusammenschluß aller Milchlieferanten erstrebt werden. Zum Vorstand wur­den gewählt Landwirt Julius Römer, Wilhelm Müller-Kirchhain unb Johannes Kaiser in Kleinseel­heim.

Zimmersrobe. Aus bem Spar- unb Darlehns- kafleuverein. Unter bem Vorsitz von Land«. Siehert aus Dorheim hielt bei Spar- unb Darlehnskassenver- ein Herbstgeneralversammlung. Der Vorsitzende be­richtete über den Verlauf des Frucht-, Futter- und Düngemittelgeschäfts, ferner über bie Vorteile und Anschaffung einer Saatreinigungsanlage. Herr Ey aus Wickenhausen hielt einen Lichtbildervortrag über bte Vorteile bet Eiweißbeifütterung. Zum Schluß berichtete ber Vorsitzende über die finanzielle Lage des Vereins, die sehr günstig ist unb z. Zt. an Spareinla­gen 143 000 RM. aufweist.

Bauerbach. Unfall im Walde. Im Staatswalde traf ein fallender Baum den Holzhauer Bruno Weitzel und verletzte ihn schwer. Der Bedauerns­werte mußte in die chirurg. Klinik nach Marburg überführt werden.

Aus -em Kreise Frankenberg

Frankenbera. Aus dem Wagen geschleudert. In ber Steingaffe wollte ein auswärtiger Landwirt feinen einseitig besetzten Wagen drehen, wobei derselbe um­stürzte unb die -drei Personen heraus schleuderte. Das Pferd brannte mit dem Wagen durch, den Len­ker ein Stück mitschleifend. Aus der Steinernen Brücke brach dann der Wagen auseinander, und das fortrafenbe Tier wurde von einem Manne aufgefan­gen und dem Besitzer zurück gebracht. Alle Personen kamen ohne größere Verletzungen davon.

Frankenbera. Fischreiher richten großen Schaden an. Förster Rietzel erntete in der vorigen Woche die Fische aus seinem fünf von der Stadt Frankenberg gepachteten Fischteichen am Nordahhange der Toten­höhe, im Waldbezirk Birkenhege. Das Gesamtergeb­nis waren etliche 20 Stück Karpfen, von denen jeder, wenn man die ganzen Unkosten zusammen rechnet, auf fünf Mark Selbstkosten zu stehen kommt. Die Schuld daran sind die massenhaft im Ebergebiet austretenden Fischreiher, die gern die so einsam liegenden Teiche zu ihrem Jagdfelde auserwählen.

Aus -em Kreise Serskel-

Hersselb. Im Rahmen eine« Lrahms-Lieber« abenbs schufen die drei Künstler Hans Ullrich Bach-Kassel (Sprecher), Hermann Schleiden-Kassel (Tenor) und Alfred Fischer-Hersseld am Flügel mit der Wiedergabe von Tieck-Brahm»'Magelone" dem Hersselder Mufikpublikum ein künstlerisches Er­lebnis, für das ihnen herzlicher Dank zuteil wurde. Die Stadtverwaltung plant die Durchführung ver­schiedener Arbeiten im Wege des freiwilligen A r - b e i t s d i e n st e s. Es ist die Einstellung von 90 Arbeitsdienstwilligen in Aussicht genommen.

Hersfeld. 50jShriges Arbeitsjubiläum. Der We­ber Münch und ber Kettscherer Horn, bte 50 Jahre lang bei ber Weberei Adolf Wever tätig sind, erhiel­ten von der Handelskammer Kassel-Mühlhausen bie golbene MedailleIrene in Arbeit". Die beiden Zubilare haben auch vom Reichspräsidenten Glück­wünsche unb Ehrenbiplome erhalten.

Aus vem Kreise Ziegenhain

Frielendorf. 12 000 Mark Fehlbetrag. Bei der Aufstellung des Etats Pro 1932 verbleibt ein Fehlbe­trag von 12 000 RM. Die Bürgersteuern wurden zwangsweife auf das Fünffache des Landessatzes, bte Grundvermögenssteuer auf 295 Prozent, die Ge­werbesteuer auf 500 bezw. 1000 Prozent erhöht.

Frielendorf. Die Trinkwasserversorgung ist un­zulänglich. Der Wasserverbrauch ist derart gestie­gen, daß bie vorhanbenen Quellen nicht mehr aus­reichen, ben Wasserbedarf zu decken. Es wurde eine dreigliederige Kommission von der Gemeindevertre­tung gewählt, die ein Projekt zu einer besseren Wasserversorgung entwerfen soll.

30 Siun-enkilomeier waren zuviel

Eine beachtliche Entscheidung des Reichsgerichts.

Im Mai sprach die Straskammer beim Landgericht in Paderborn den Kraftwagensührer Ernst Brandt aus Holzminden von ber Anklage ber fahrlässigen Körperverletzung frei. Dem Prozeß lag folgender Sachverhalt zugrunde: In Westheim, Kreis Warburg sand vor einem Gasthof eine Vorführung eines Ar­tisten aus. Es hatte sich eine größere Menschenmenge angesammelt. Etwa 65 Meter vor der Menschen­versammlung erblickte der Angeklagte im Lichte sei­nes Scheinwerfers die Menschen; er sebst suhr mit einer Geschwindigkeit von nur 30 Kilometer. Er be­obachtete, daß die Ansammlung sein Näherkommen bemerkt hatte und die Sttaße frei machte, et fuhr daher mit unverminderter Geschwindigkeit weiter. Etwa 10 Meter vor der Menge mußte der Angeklagte dann aber doch den Gashebel abstellen. Obwohl trocke­nes Wetter war, befand sich auf diefer Stelle der Straße Schlamm, der den Wagen des Angeklagten zum Rutschen brachte. Aus feiner Fahrbahn abge­drängt, fuhr nunmehr der Angeklagte in die Menge, eine Person wurde getötet, drei Personen wurden verletzt.

Die Strafkammer begründete den Freispruch da­mit, daß der Angeklagte durchaus mit der erforder­lichen Sorgfalt gefahren sei. Bei normaler Sttatzen- lage und Beschaffenheit konnte er jederzeit damit rechnen, daß er sein Fahrzeug auf kürzeste Entfernung hätte anbalten können. Der bedauerliche Unfall ist lediglich durch die Schlüpfrigkeit der Straße verur­sacht worden. Weder vor noch nach der Unsallstelle war aber die Straße schlüpfrig, unb dies war auch für den Angeklagten nicht erkennbar.

Gegen diese Auffassung legte die Staatsanwalt­schaft Revision beim Reichsgericht ein, die am Mon­tag vor dem dritten Strafsenat verhandelt wurde. Der Reichsanwalt betonte, selbst, wenn man hin­nähme, daß die Feuchtigkeit der Sttaße nicht erkenn­bar gewesen sei, sei die Fahrlässigkeit des Angeklag­ten damit noch nicht ausgtebig verneint. Die gesamte Verkehrslage war so, daß sie die allergrößte Aufmerk­samkeit erforderte; in solchen Situationen sind Ge­schwindigkeiten von 30 Kilometer durchaus nicht als erlaubt anzusehen. Es mußte ferner genau festge­stellt werden, ob der Angeklagte die Schlüpfrigkeit der Straße nicht doch hätte bemerken müssen. Der Reichs­anwalt bat, den Freispruch aufzuheben unb ein an­deres, als das Paderborner Gericht mit der neuen Verhandlung zu beauftragen. Der erkennende Senat des Reichsgerichts hielt die von der örtlichen Staats­anwaltschaft vertretene Revision für begründet und verfügte antragsgemäß auf bie Aufhebung des Frei­spruches.

Aus -em Kreise Dillenburg

Biedenkopf. Gemeinden in Not. In einer Ver­sammlung der Wohlfahrtserwerbslosen in Breiden­bach wurde Stellung genommen zu den Auszahlungen der Unterstützungen für die Wohlsahrtseiwevbslosen. Mehrere Gemeinden sind nicht in der Lage gewesen, die Beträge voll auszuzahlen, sondern mußten Ab­schlagszahlungen leisten. Eine Delegation will bei bet Kreisverwwltung vorstellig werden, um bte Zahlung ber vollen Beträge sicher zu stellen. Weiter forderte man bie Abschaffung be« GutschsinWvms.

RUNDFUNK

Das Betttiae Rrenfhtrt-gnfldef »teeteet*:

George.

Aus -em Kreis Hofgeismar

Earlshafeu. Der Postdieust. Dem Magistrat ist auf beffen Beschwerde an den Reichspostmimster durch de» Präsidenten der Oberpostdirektwn Kassel folgen­der Bescheid zugegangen: ,Ehrern Wunsche auf Wie­derherstellung der früheren Schalterdienststunden wird in Würdigung der dem Postrat Mühlhausen gegenüber mündlich dargelegten besonderen Verhält­nisse in Carlshasen entsprochen werden. Das Postamt wird den alten Zustand alsbald wiederherstellen. Da­gegen bin ich zu meinem Bedauern für jetzt angesichts der Wirtschaftslage und deS Verkehrsrückgangs nicht in der Lage, Ihrem Antrag auf sofortige Wiederein­führung der zweiten Ortsbriefzustellung dortsellbst Folge zu geben. Ich habe aber ungeordnet, daß die mit dem Zuge 452 um 8,26 Uhr vormittags dort ein­gehenden Briefe noch vormittags abgetragen werden. Sobald es die Zunahme des Verkehrs im Frühjahr gestattet, wirb auch bte zweite Zustellung wieder ein­geführt werden. Schwerer Autounfall. Bei einer Fernautofahrt, welche Dr. LurickausBeverun- gen mit feiner Familie unternahm, wurde dessen Aittn ft, der Nähe von Wiedenbrück von einem Last­kraftwagen. der in rasendem Tempo aus entgegen­gesetzter Richtung kam, überrannt. Aus dem Auto des Arztes wurde buchstäblich ein Trümmerhaufen. Die Insassen, namentlich Dr. Lürick, wurden schwer verletzt, doch Dürfte eine Lebensgefahr glücklicherweise bei keinem bestehen.

13.00: Ä&

17,00: Tag bet beutftfien Musik

20,00: Bon Ser Flöte «tr Pauk«

20.30: Reichssendung Baden

10.30: Na^nmagskonzert

19.00:Tag -er deutschen Hausmusik* (ßacilicntaff)

20.00: flottiert auf zwei Flügeln

20.30: Reichssendung B'den Anschl. bis 23.30: Zur Un­terhaltung und Tanz

Wien

10.40: RachmtttagSkvnzett

19.30: Bortrag« auf zwei .Klavieren

20.00: Mikrovtzonfeuilleton -er Woche

»Z- läS Vaden

20.00: ÄÄrt

21.15: Tanzmusik

22.1r>:ioncä otm Cannot Bun-, ein« Stuntc Musik 23.8524.00: xawnruitf

Ttratzbrrrg

M.30: Orchefterkonzett

20.46: ^rchesierkon^rf

21.30: Bon Paris:Man­na Sanna* von Maeter­linck

20.15: Schallvtattenmufik

20.30: Hörspiel

22.00: Lrchesierkonzett Setomüttfter

20,00: sstttfontefottjert der »erntfsben Musikgesell-