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Kasseler Neueste Nachrichten

Montag, 31. November 1933

Wetter«

Aussicht

.Kenne ich, alles schon dagewesen. Meine r hat der Doktor mit Posterisan in kurzer

Alte hat der

Sette S 1 Beklage

Zeit geheilt Glaube mir, ein wunderbares Mittel, das sollte Deine Frau auch einmal versuchen. Die Tube Salbe kostet in jeder Apotheke

Kirchenkonzert

bet Kafiseler Singvereinignng 1863.

Gegen -ieAbwürgung desHandwerks

San-wertsvertreter beim Regierungspräsidenten

Sag mal, Emil, früher war Deine Frau immer so freundlich und lustig, jetzt versteht sie gar keinen Spaß mehr. Kein Wunder, Otto, daß ihr der Humor ver­geht Hast Du eine Ahnung, was es heißt, an Hämorrhoiden zu leiden T

Probewasche«. Ein Pvckbowaschen mit dem Wasch­engel findet Dienstag und Mittwoch um 4 Uhr und abends um %8 Uhr im Hotel Vereinshaus statt. Alle Hausfrauen, die in 2 dis 3 Stunden ihre Wäsche rei­nigen wollen, werden zu einer Besichtigung eiugeladen. (Siehe heutige Anzeige!)

Earl Reinicke t

Meder ist ein alter volkstümlicher Kaffelaner da­hingegangen; im Alter von 77 Jahren ist am Sonn­abend der Spielwareuhändler Carl Reinicke feit verstorben.

Geborener Altmärker, kam er im Jahre 1884 als Dreißigjähriger nach Kassel und gründete in der oberen Königstraße 12 sein Spiel- und Galanterie- Warengeschäft, das sich schnell ansdebnte. Bald konnte et fein Geschärt zu den führenden Kasseler Unternehmungen zählen. Er regte eine Bereinigung aller Deutschen Spielwarenhändler an und wurde bei der Gründung dieses Verbandes dessen Vor­standsmitglied. Für seine langjährigen Verdienste belohnte ihn später die Ehrenmilgliedschast. Sein ganzes Leben lang ist ihm die Arbeit eine liebe Pflicht gewesen. Die ihn gekannt haben, werden ihn nie vergessen, denn wie selten ein Bürger unse­rer Stadt, hat Karl Reinicke sich die Liebe und Ach­tung seiner Mitbürger erworben, vor allem aber auch die der Kinder, deren Wünsche zu erfüllen die Arbett seines Lebens war.

müt den gelungerte» «nftkaMchen Darbintuimen -en Aden- Ht Stunden der Ernkeh-r und relisiöfett Erbauung.

Kleines Theater. Van heute, Montag, big ein- schtietzlich Mittwoch finden Wederholungen der vier lustigen Einakter van Curt GoetzDer fliegenbe Ge­heimrat und andere Begebenheiten" statt. Mittwoch 16 Mr gebt das Kindermärchen-LustspielDas tapfere Schneiderlein" von Robert Bürkner zum tu

Reichsbahn-Personalien

Einberufeu: Rb. Baumeister K u tie ftd dem AB 2 in Kassel zugeteilt.

In den dauernden Ruhestand versetzt: Güterinspek­tor Paul in Corbach, techn. Reichsbahninspektor Ret- ttg in Kassel, Werkobersekretär Böttcher in Kassel und Ströhmer in Fulda, Oberbahnmeister Pfützenreuter in Altenbeken, Oberbahnhofsvorstcher Pelz in Lud, wigschütte, die Reichsbahnobersekretäre Buttlar, Ke­scher (Gottfried) und Rcse-nkranz in Kassel, Herwig in Eschwege, Svolle tu Marsberg, die Lokführer Arend» Junge, Pfannkuchen, Rüppel und Teves gen. Hümme in Kassel, Ehls in Scherfede, Werkmeister Henze in Scherfede, Reichsbahnsekretär Brimmer in Kassel, die Reichsbcchnaffistenten Airstermühl in Mönchcho^ Kämpf (Maria) in Kassel und Schindewolf in Wolf- hagen, die Reservelokfichrer Möller 1 (Rad) in Kassel und Reimever in Scherfede, Rottenmeister Pahre in Hardegsen, Lokheizer Sauer in Kassel, Oberzugschaff­ner Evon in Warburg und Hahn in Kassel, Aumchaff, ner Gerling und Schlichting in Altenbeken und Zicke in Eichenberg, Bahnhofsschaffner Hahn in Tretzsa uud Bahnwärter Hartmann m Malsfeld. Ernannt: zum Reichsbahnoberinspektor Liebsch tu Kassel, zum techn. Reichsbahnoberinspekwr die techn. Reichsbahninspek­toren Doß und Müller (Georg) m Kassel, zum techn. Reichsbahnassistent der ap Assistent Saldan in Kassel, zum Rottenmeister Rottenaufseiher Hobert ht Allmor­schen und Zieß in Bad Sooden Mendorf, zum £ei* tungsmeister der Leitungsaufieher Gries in Eichen­berg, zum Schrankenwärter Hilfsschrankenwärter Hol- temeier ht Hembsen und Wurst in Ihringshausen. Versetzt ap ROS Koletzky von Hann.-Münden nach Sangerhausen, Kußmann vcn Leinefelde nach Brilon Wald und Rath von Bad Wildungen nach Herzberg ap techn. ROS Schreier von Frankenberg nach Soest, techn. Reichsb.-Prakt. Langlotz von Riodechone nach Warburg, Werkmeister Knackstedt und Umbach von Kassel nach Ried, die Zugführer Hillebrecht von Göt­tingen nach Eschwege^ die Reichsbahnass. Gratzuick von Vrtlon Wald nach Nordhausen und Heinemann von Großalmerode West nach Großalmerode Ost, Stell­werksmeister Dörries von Eichenberg nach Alten­beken, die Reichsbahnbetriebsass. Klaholz von Brilon Wald nach Hoppecke, Kramer von Bestwig nach Win- terberg, Koch von Allendorf (Eder) nach Erlbach, Kus- ftn von Winterberg nach Ederbringhausen und Pfeiffer von Corbach nach Kassel, Rottenführer Lucas von Marsberg nach Brilon Wald, Materialausseher Baumhauer von Holzminden nach Kassel und Seifert von Kassel nach Nordhausen, Zugschaffner Ortmann von Kassel nach Eichenberg.

3» der «dvemskirche veraMMete die Staffelet Sim«. verem-iMila 1862 unter Leitung von Eonnad Damm ein Konzert $wm Besten der «rchlichsn NotlMte. Sonrad Dam« Hatte mit feinem Geschmack ein Programm Mlammemaeitellt, das dem Ern stdes Totemonntass augepatzt war. In Damm lernte man einen Dirigenten Tennen, der seinen Eh-or in «uter Ddsgivlin Wit, und der sich an Sttmgaven deranwagen darf, die schon größere AmidrÄche an di» ÄuSMrenden stel­len. So gelangen der schwer zu singende130.Psalm- von Santinfff sowie®efia sind die Toten von Schütz «chtaut. Doch Vesser gesiel mir der gemischte Dtzor in I. b. Alyel Sei getreu dir an den Tod". Auch der Männerchor allem, ebenso der Frauenchor konnten zeigen, daß Beide h > namiicher und tunlicher Bezzebnna ein gutes Niveau bade». Glockenrein erHaügen die Frauenstimmen tnAlles Leben strömt au- Dir' von Todler und ,^m StMMLlretch ein Saus ftebt von Reger. Der Mütmerchor sang bte S-Horal- metobieWie sie s» sanft mt»n* twi SBeneten^oia mit wunderbarer Lvngeduna und Ausdruck. Alle diese Dar­bietungen waren a cappella gesungen, ohne daß dadurch die Intonation beeinträchtigt worden wäre. Weniger gut ge­lang ein KinderchorDer Herr ist nnsere Auverstchf. Dte Vorträge mit Orgelbegleituna mutzten uvMlge einer Stö­rung durch Harmoninm begleitet werden, welches ®ttftaö Klans einwandfrei schön meisterte. Man mertte dadurch kaum daß eine Aenderuna eingetreten war. ««Hr Otter» eflant war eine «omchosttion .Lantum ergo' von H. Schrö­der. vom gemischten Thor ntttiono gesungen mit feinet ergenartig monotone« gregortamtsch amniutendeu Smeew- Sm

weittragender vochkuliivierter Stimme, die ^besonders in der Mittellage und Diese warm ansvricht. wußte ste amr Herz zu rstbttn. Auch die Reger- und Bra,dmS»om^>stMonen konnten gefallen, besonders das Bittenherbe ,£> Tod. näe bitter 6Wt Du' von Bratzmr. , , _______

sitrgriffen von dieser Totenfeier verdrehen die MchGrerchen

Oer freiwillige Arbeitsdienst der Hausfrauen

ht der Ausstellung Holz und Wolle.

Das Wort vom Freiwilligen Arbeitsdienst geht um im deuffchen Volk. Man erhofft viel von dieser Möglichkeit, die deutsche Jugend wieder allmählich in den Arbeitsprozeß einzugliedern und nutzbringende erzieherische und volkswirtschaftlich werwolle Leistun­gen zu erzielen. Richten sich diese Besprechungen auf die Jugend, so ist der Begriff fteiwilliger Ar­beitsdienst doch nicht auf diese beschränkt, und so stellt sich denn die deuffche Hausfrau mit chrer Arbett freiwillig in den Dienst der Nation. Nach Arbeits­gebieten braucht sie nicht vergeblich zu suchen. Ihre ganze Tätigkeit im Haus und der Familie, wenn sie richtig verstanden über die rein materielle Fürsorge hinausgeht, kann zu einem freiwilligen Arbeitsdienst werden. Aber sobald sie sich ihrer Aufgabe als regeln­des Glied des Verbrauchs volkswirtschaftlicher Ver­mögenswerte bewußt wird und nach den chr in dieser Befugnis vorgeschriebenen für die Nation notwendi­gen Interessen handelt, unterzieht sie sich einem frei- willigen Arbeitsdienst von weittragender Bedeutung. Als Träger des Dienstes stellt sich der Kasseler Haus- ftauenverein zur Verfügung, indem er mit seiner Ausstellung die Hausfrauen aufruft zu der Aufgabe der Werbung für deutsche Waren. Die Veranstaltung der Ausstellung erfordert eine freiwillige Indienst­stellung vieler hausfraulicher Kräfte schon seit Mon<»- ten, und die Ausstellungstage werden den beteilig­ten Mitgliedern des Kasseler Hausfrauenvereins noch viele heiße Arbeitsdiensttage bringen.

Die Pressestelle der Regierung teilt mtt:

Am Sonnabend suchte eine Kommission von Kas­seler Handwerkern in Begleitung des Oberbürgermei­sters und unter Führung des Syndikus der Hand­werkskammer Dr. Hartmann den Regierungspräsiden­ten auf, um ihn zu bewegen, hinstHlich der Bezah­lung der Handwerkerrechnungen aus städtischen Mtt- teln ein größeres Entgegenkommen als bisher wal­ten zu lassen. Die Herren machten mit eindringlichen Worten auf die

verzweifelte wirtschaftliche Lage in große» Teile» des Haitdwerks

Eine liturgisch - musikalische Feierstunde fand in der Lutherkirche statt. Nach einem Orgelspiel von Heinrich Müller sprach Pfarrer Dr. Preger und ge­dachte vor allem der Toten des Jahres. Der musika­lische Teil des Abends brachte das große Kirchen- Oratorium Albert Beckers: Selig aus Gnade. Chor, Orchester und Orgel vereinigten sich zu einer vollen Harmonie von Tönen und die Solisten, das Sie- boldsche Doppelquattett, Frau Guste Hausmann (So­pran), Anneliese Siebold (Alt) und Reinhard Schlei­den (Tenor) wußten sich gut in den Rahmen des Werks einzupassen. Chöre des Kirchenchors der Lutherkirche unter Leitung von Hermann Schleiden, ein Violin- solo von A. Jacob, die Sonate in D-Moll von Tar- tini, die Herr Mibs auf der Orgel mit innigem Ver­ständnis begleitete. Die Kapelle des Jägerbataillons unter Leitung von Obermufikmeister Steinkopff spielte das Deutsche Gebet von Hackenberger, das Lied der Magdalena, und das geistliche Lied aus der Oper Set Evangelimann".

Totengedenkfeier des MSZM.

In de« Räumen des Dereinshauses des Christ!. Vereins Junger Männer, Wolfsschlucht 23, fand eine kurze, schlichte Gedenkfeier statt. 42 Vereinskameraden waren es. die im Weltkriege ihr Lebe« gelassen habe«. Das Vereinsorchester spielte einige ernstere Sachen: es folgten Gedichte von Walter Flex und Briefe gefal­lener Studenten. Einige Teilnehmer des Weltkrieges erzählten von ihrem Erleben in Feindesland. Zum Schluß sprach Reichssekretär Lust über »Den Rus «ach dem Leben".

Musikalische Abendandacht in Bettenhausen

Die lobenswerte Gepflogenheit. dem. retoetltgen Fell«, banken des Kirchenjahrcs durch, finnentforecbenbe muftfalt- fche Andachten eine besondere Weihe m geben, lebt wieder am: Am Totensonntag holten sich Hunderte von Gläubigen in der evangelischen Kirch« zu Bettenhausen Trott und Er­bauung in einer Musikalischen Abend feier, die derGe­mischte Chor ISIS' unter Mitwirkung namhafter Solisten veranstaltete. Willi D a ll m a n n , oer Chormei- ster der aufstrebenden Vereinigung, batte den ganzen Abend aus den Generalnenner Job. Seb. Bach gebracht. Im Mit- telvunkt ttand die prachtvolle KantateGottes Seit ist die allerbette Zeit". Sie stammt bekanntlich aus Bachs glücklichsten Lebenslagen, die er in Weimar verbrachte und zeigt die diantatische Lebendigkeit, dte Kraft und Schönheit der f agierten Melodik im he litten Glanze. Nie Hot sich wohl ein Mensch riefet hin eingewühlt in das unermehliche Leid der Welt, in Not und Tod als es de« Stützten aller Organisten Vorbehalten blieb, und das alles brachte der Chor und das Orchester fliehend deklamierend in einwandfreier Dynamik. tDen Sopranen wären noch einige jugendliche, biegsame Stimmen zu wünschen.! Elie Dallmann, mit tragfähiaer. klangvoller Altstimme, und der gefüblswarme Bah Paul S t ö h r s gaben den Choren die ausdrucksstarke Verbindung. Musikfreunde Bettenhau­sens spielten ein Orchestertrio aus demMniikaliichen Opfer" von Bach. Hier, wie auch mit der Tunderschen Kan­tateAch.Herr, loh deine lieben Engelein. von Friede! Krav mit kluger Anpassung an den Raum gesungen, geigten ste und die künstlerische Leitung Wtlli Dallmanns musikalische Zielstrebigkeit und Sinn für den polyphonen Orchesterstil Bachs. Auf der Orgelbank sah, gewiß nicht alltäglich eine Dame. Frl. H o l, o p f e l. Sie bot ein Chovalvorsmel nebst der g-Moll Sn. e von Bach und zeigte, daß ste imstande ist. Werken dieser Svannungsweite und klanglichen Vielfalt eine klare Verkörperung zu verlei- 6ett. Warr« «ö tu Helds tet* AÄrwachc gestaltete *

3n der Garnisonkirche

fand sich die 10. Kompanie des Kasseler Jägerbataillons zu einem Festgottesdienst ein. Die Feier wurde durch Johann Kaspar SchmidtsKennt ihr das große stille Heer" eingeleitet. Der Geistliche sprach zu einer gro­ßen Menge, die sich bis in die äußersten Seitengänge drängte. Pfarrer Trepte sprach einen Segensspruch zur Erinnerung an die zwei Millionen Gefallenen. Erhabene Klänge nahmen dann alle Anwesenden ge­fangen. Feldgraue und Zivilisten standen tief ergrif­fen. Es war eine wahrhaft weihevolle Stunde.

Oer Männer- und Iünglingsverein St. Martin

veranstaltete seine d>eldengedenffeier in den Konfir­mandensälen der Auferstehungskirche. Rach einem Vorwort von Roßner folgte ein Lichthildervortrag, der das Heldentum und Heldensterben der Feldgrauen im Weltkrieg zeigte. Zwischendurch wurden alte Sol­datenlieder gesungen und Jungmannen trugen Dich­tungen von Walter Flex vor. Heinrich Hübental ge­dachte in ergreifenden Worten all der jungen Vereins­brüder, die ihr Leben für Ehre und Freiheit Deutsch­lands hingegeben hatten. Die Feier schloß mit dem Lied vom guten Kameraden.

in Kassel gewonnen werde eben an anderer Stelle im Staatsgebiet fehlen mutzte.

Die Handwerker-Kommissum erklärte einzusehen, daß der Regierungspräsident selbst nicht anders han­deln könne. Sie wollte nunmehr

ihr« Bemühungen »ach Berlin richte».

Der Regierungspräsident empfahl, dies durch die Spitzenorganisationen machen zu lassen, da das Lor- sprechen einzelner öttlicher Ausschüsse in Berlin kaum Erfolg verspräche.

I« übrige« sei es auch ihm nur erwünscht, »»en» die Zentralstellen immer wieder auf die völlig un­haltbare Lage aufmerksam gemacht werde, in die Städte wie Kassel durch dte verfehlte Regelung der «rwerbslosenfürsorge völlig ohne ihr Berschul- bcn gerate» seien.

Tagesfragen des Handwerks

Konferenz der westdeutscheu Handwerkskammer».

Bo» der Handwerkskammer wird uns geschrieben: Die Handwerkskammer« von Scheinland, Westfale«, Hessen-Nassau, Saarbrücken und Lippe tatzten in Wies­baden.

Den Entwarf eines Gesetzes zur Aendernng der Reichsgewerbeordnuna behandelte Dr. Deus-Dässeldorf Der Berichterstatter führte aus, daß di« vorgesehenen Aenderungen der Gewerbeordnung zur Anpassung des Gewerbepolizeirechts an die Enttoickluna ht Technik und Wirtschaft nicht den vom Handwerk geltend ge­machten Forderungen entspräche. Der Berichterstatter vermißt insbesondere brauchbare Bestimmungen über die Bekämpfung der sogenannten Autolädon, über die gröbsten Mißstände im Hausierhandel, über die Frage des Warenoertrtebs durch Muster- und Pro- oelager im Umherziehen.

Die Konferenz stimmte de» Dnsfichrnngen des Be- richteÄtatters zu und beauftragte den Vorort, die ab­lehnende Stellungnahme der westdeutschen Handwerks- kammern der Rerchsregierung zu unterbreiten.

Gins lebhafte Diskussion entstand im Anschluß au ein Referat von Syndikus Bouveret-Frankfurt über die Reform der kommunalen Selbstverwaltung. Bou- veret setzte sich für Aufrechterhaltung der Selbstver­waltung und Fortstill der Listenwahlen sowie eine stärkere Besetzung der technischen Ausschüsse mit Sach­verständigen ein. Auch müsse die Zusammenarbett mit den berufsständischen Wittschaftsverttetungen stärker in Erscheinung treten als bisher. Die Ausführungen von Bouveret wurden ergänzt durch eine Anregung von Dr. Kahmann-Münster, der eine lleberprüfung der Landgemeindeordnungen in dem Sinne für not­wendig halt, daß Neinere Aermter zusammengelegt werden, um bessere Zusammenarbeit mtt den Kreis­verwaltungen zu ermöglichen und durch Ausführungen von Dr. Hartmann-Kassel.

Hebet den Stand der Arbeite« an den Leistungs­verzeichnissen für Bauarbeiten berichtete der Leiter der Düsseldorfer Bezittsstelle des Deutschen Hand­werksinstituts, Dipl. Jng. Hutt. Zweck dieser Arbeiten ist eine Bereinigung der Mißstände im Dergebungs- wesen mit dem großen Ziel der Vertiefung der Grund­sätze von Treu und Glauben. Die westdeutschen Kam­mern setzen sich mit Nachdruck für die weitere Verbrei­tung dieser für das Bauhandwerk so autzewrdentli bedeutungsvollen Arbeite« ein.

leider sei es auch nicht möglich, was der Regierungs­präsident auf Anregung des Oberbürgermeisters zu- nädjft versucht habe und was sachlich wohl vertreten weiden könne, einen Teil der Handwerker-Rechnungen als eigentliche Wohlfahttsausgaben zu betrachten.

Er könne auch unter keine« Umständen dulde», daß diese Entscheidung irgendwie umgangen werde, etwa, indem man Die Mdtischen Werke für diese« Zweck her­anziehe;

das würde automatisch die Einsetzung eines staatlichen Kommissars und die disziplinäre und sttafrechtliche Verfolgung der schuldigen Beamten zur Folge haben müssen. Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister habe er bisher alles Erdenkliche versucht, um de« trostlosen Zustand, den er selbst als unhaltbar ans ehe, und der auch eine immer schärfere Lähmung des Kasseler Wirt­schaftslebens und damit eine immer weitere Minde­rung der Steuereinnahmen Mr Folge haben muffe irgendwie zu mildern; er fet dazu aber außerstande und müsse auch darauf aufmerksam machen, daß das, was vielleicht hier durch größeres Entgegenkommen

Der OHB. gedenkt der Toten

... Sj® Totenfeier des DHL war von echtem vater- wndischen Geist getragen. Daß das Beispiel der Tottn uns Lebenden bei allem Tun und Lassen voran­leuchten solle, war ihre Mahnung.

Orchester, Männer- und Frauenchor füllten den vor- ÄentmaaJ b=.5. DSB-Sauses mit Weihestimmung. Ernste Worte fielen zwischen den ernsten Klängen: Gedichte von Ompteda, Wolzogen, Wildenbruch, 5 ^<rlefe gefallener Studenten. Aus allem sprach sein ®e u^e> ^er ^ten und ihres Opfers würdig zu

Die Ansprache hielt Pfarrer Zeidler. Er sprach von den Toten, die nicht wiederkehren, deren Gräber aber aufgetan werden, damit der Geist und das Wol- len der Toten aufstehe und uns führe. Denn wer die Toten nur mit Tränen segne, der versündige sich am Leben Die Kreuze auf den Gräbern als Zeichen des stampfens und Opferns müßten auch das Zeichen un­seres Lebens werden. Die Feier möge eine Mahnung $Ur still, stark und gläubig ihren Weg

~ Fer-rltch erklang zum Schluß das Lied vom guten Kameraden.

Totenfeier der G. G. Standarte 35

. Im überfüllten großen Saale der Stadthalle ver­anstaltete die Schutzstaffel der NSDAP eine $oten- feier ®te Darbietungen wurden im wesentlichen von bet SS-Kapelle mit Spielmannszug sowie von der Opernsängerin Frau Ilse von Eccher bestritten. Die Orgelbeglettung des Organisten Bföller machte die Bortrage der Kapelle zu einem besonders künstleri- We» Genuß. Hervorragende Wirkungen hinterließen dasNiederlandffche Dankgebet" und dasLargo" von Handel; aus der Reihe der gesanglichen Beittage Ilse v. Ecchers verdient dasVaterunser" besonderer Erwähnung. Durch eine Wand von Grün und Fah­nen wurden die Vortragenden den Augen der Zuhörer enttuckt.

In seiner Gedächtnisrede betonte Rechtsanwalt Dr. R. Freister, daß die 2 Millionen Toten des Weltkrie­ges chr Leben für die Erhaltung des deutfchen Volks­tums, für die Einheit und Wiedergeburt unseres Va­terlandes gelassen hätten. Auch SA-Obersührer Stein- Hoss hob in kurzen Worten hervor, daß die Erinne­rung an unsere Toten uns stählen solle im Kampfe für Deutschland; die Gräber der Gefallenen seien Marksteine auf dem Wege zu einem neuen Vaterlande. SS-Sturmführer Ganst gedachte besonders der Toten aus den Rechen der SA und SS: Ebenso wie ste, sei jeder bereit, jeden Augenblick unser Leben zu op­fern für unsere große Sache. Was soll ein Leben in Knechtschaft und Schande!!

Mit dem gemeinschaftlichen Liede: Ich half einen Kameraden . .sand darauf die Veranstaltung ihr Ende.

Gesallenenweihesiunde

-es Kreis»Kriegerverban-es

Der Stimmung und Bestimmung des Totensonn­tags entsprach in jeder Hinsicht die weihevolle Ge- LSchtniSfeier. die der Fechtverband des Kreiskrieger­verbandes in der überfüllten bis auf den letzten Steh­platz besetzten Garnisonkirche hielt. Das Programm der zweistündigen Veranstaltung war in Chor- und Gemeindegesang, Orchestervorträge und GesangSsoli gegliedert. Im Mittelpunkt standen die Psalmen­worte, Gebtt und Anfprache des Geistlichen, Pfarrer als?" der mit rhetorischem Schwung nicht nur

passende Psalmen vortrug, sondern auch tn wohlge- Stebetten Sätzen die Bedeutung der Stunde umriß Wir sterben nicht", so begann er seine Ansprache, wir steigen zu den Sternen. Dann interpretierte er das Wort der Schrift:Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, denn ihre Werke folgen ihnen nach." Wem es der Geist nicht offenbare, der wisse nicht, daß Tote leben. In Anspielung auf die Zeit­verhältnisse warf der Redner dann die Frage auf, was aus unserem Volk geworden sei. Ein Volk, in dem jeder nur sich selbst dienen wolle, sei unselig. Richt nach schönen Worten fragten die Toten, sondern nach Taten des Opfers und der Liebe. Der Haß, der das deutsche Antlitz entstellt habe, sollte schwinden, das forderten mit Recht unsere Toten. Sie warteten auf da- neue freie Vaterland, das die Lebendigen ihnen bringen müßten.

Der musikalische Teil des Abends brachte stim­mungsvoll auSgewählte und mit Andacht gehörte Gaben. Frau Emmy Sleyensteuber sang mit innigem Ausdruck Schubertlieber allen Wipfeln .st Ruh" und eine Arie von Bach. Im DuettIch harrete des Herrn" von Mendelssohn vereinte sich ihre Stimme mit dem satten Alt von Margret Martin. Herr A. Jacobs spielte rein und beseelt eine kirch­liche Sonate von Tartini. Besonders tonschön erklan­gen die Vorträge des Kirchenchors der Luther!irche, die unter Hermann Schleidens trefflicher Leitung ausgezeichnet diszipliniert mehrere Lieder fang. Die Orgel offenbarte unter Reinhold Miebs geübten Händen ihre ganze Schönhett. Die Jägerkapelle spielte unter Meister Steinkopff das deutsche Gebet von Hackenberger und besonders schön eine musikalische Auswahl aus KienzlsEvan- gelimann". Den Altar umrahmten die Fahnen der Kasseler Kriegervereine. Hoffentlich ist dem guten Zweck des Abends eine erhebliche Summe zuge­flossen.er.

Gedenkstunde m der Brüderkirche

Es war eine wahrhaft feierliche Weihestunde, zu der sich in der Brüderkirche eine große Anzahl Men­schen versammelt hatten. Unter der Leitung von Heinz Ameln fang ein Chor Sie alte musikalische Weise: Unser Leben währet 70 Jahre". Auch die folgen­den Choräle: JD reicher Gott", von einem unbekannten Meister, und Johann Sebastian Bachs:Alle Men­schen müssen fterben, find ganz dazu angetan, diese Weihestunde verschönern zu helfen. Der kleine Chor trug mit außerordentlicher Tonklarheit und Klang- Harmonie vor. Pfarrer Schafft sprach über die Be­deutung dieses Tages. Mit tiefer Andacht lauschte die Menge seinen Worten, die von Heldenmut, Hel- bentob und ewigem Leben sprach.

3n der Lutherkirche

aufmerksam und beklagten, daß von der Richtbezah­lung der Rechnungon eine Erschütterung des Rechts­gedankens ausgehen müsse, di« nicht ohne Einfluß auch auf di« Stimmung und Gesinnung in Handwerker krei­sen bleiben könne. Die Wünsche der Handwerker wur­den wie bisher von dem Oberbürgermeister Dr. Stad­ler nachdrücklich unterstützt.

Der Regierungspräsident erwiderte, daß an sich die Stadtverwaltung ht Kassel nach wie vor im der Re­gelung ihrer Verpflichtungen frei sei, daß sie hier­für aber nicht die Steuern verwenden dürfte, die, die Stadt für den Staat eingezogen habe und selbstver­ständlich auch an ihn abliefern müsse. Die preußische Staatsregierung habe zwar entgegenkommend gestattet daß die Städte, die ans eigenen Kräften nicht mehr bi8 Löhne, Wohlfahrtsunterstutzungen und Gehälter zahlen könnten, für diesen sogenannten A-Bedarf dem Staate zustehende Steuerbettäge verwendeten; das sei aber auch

die äußerste Grenze dessen, was der Staat angesichts seiner eigenen überaus ernste» Finanzlage an Ent­gegenkommen verantworte» könne.

Er, der Regierungspräsident, habe noch im AMtst und September geglaubt, der Stadt für sächliche Aus­gaben ebenfalls in gewissem Umfange eine Einbehal­tung von Steuern gestatten zu können und damals sei ja auch eine für dte wirtschaftliche Sage des Kas­seler Handwerks sehr fühlbare Abzahlung aus alte Verbindlichkeiten erfolgt.

Nach den unzweideutigen Weisungen des FinanK- minssters

komme aber die Einbehaltung von Stenern für der­artige Ausgaben unter keinen Umstände» mehr in

Betrag;

Warmluft ist über Frankreich bereits bis zum Rheiugebiet borgebrungen, wo Morgentemperaturen von + 10 Grad gemessen wurden. Da sich das Js- landtief nach Skandinavien hin sortbewegt, so wird durch seine Südseite bei uns die milbe Westströmung ge- förbert Es bleibt also vorerst verhältnismäßig mtlb und trübe, zwischendurch kann allerdings auch leichtes Aufklareu einsetzen. Dabei sind vereinzelt auch Nie­derschläge zu erwarten, die aber nur in geringen Mengen auftreten.

Aussichten für Dienstag, den 22. November.

Neblig uttb bewölkt, zwischendurch auch leicht auf­klarend, ziemlich mild, vereinzelt leichtere Niedev- schläge.