DAS BLATT DES LANDWIRTS
Wochen- Beilage Der ft' a h e i e r Neuesten Nachrichten x Verantwortlich: Äernharb Schorbach / Freitag, ö en 18 November 1932
Landwirtschaftliche
Wochenschau
Auch die vergangene Woche brachte noch keine Entscheidung über die Kontingentierung der Einfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Der Kampf für und wider die Kontingentierung geht unentwegt weiter. In der soeben veröffentlichten Broschüre von Dr. Karl Bosch, dem ersten Vorsitzenden des Vereins zur Wahrung der Interessen der chemischen Industrie Deutschlands, find es nicht die Kontingente an sich, sondern die Rückwirkungen Ser Gegenmaßnahmen des Auslandes, die das Ee- fahrenmoment für die Ausfuhr darstellen sollen. Der Verfasser ist der Meinung, daß man andere Wege suchen müsse, um der Veredlungswirtschaft zu helfen. Er sieht diese Hilfe in geeigneten Organisationsmaßnahmen zur quantitativen und qualitativen An- passung der Erzeugung an Len Verbrauch. Eine planmäßige Regelung der landwirtschaftlichen Märkte müsse das Mißverhältnis zwischen den beispielswei e im Jahre 1930 9 Milliarden betragenden Verkaufserlös der Landwirtschaft und den 18 Milliarden, die der Verbraucher zahlen muß. zugunsten der Landwirtschaft ändern.
Coll die deutsche Landwirtschaft wieder nur mit Teilmaßnahmen abgefunden werden, die eine Gesundung nie herbeiführen können? Mit der ohne Zweifel erfreulichen Verlängerung der Zinsverbilligung für die auf Grund von Eetreide-Order- lagerscheinen gewährten Kredite für weitere 2 Monate kann das Hinauszögern der Kontingentierung nicht ausgeglichen werden, ebensowenig mit Ee- treidestützungsaktionen die durch die infolge tendenziöser Gerüchtemacherei hervorgerufene Börsenlage für notwendig befunden wurde.
Die soeben veröffentlichte Vorratserhebung der Preisberichtstelle des Deutschen Landwirtschafts- rats zeigt deutlich die Unhaltbarkeit der umlaufenden Gerüchte. Es hat eine überraschend große Abnahme der Vorräte bei Weizen, Roggen, Gerste und Kartoffeln stattgefunden, so daß besondere Schwierigkeiten für eine reibungslose Unterbringung der Ernte, den Hafer ausgenommen, nicht mdhr zu erwarten sind.
Mit Wirkung vom 15. November tritt die neue Einfuhrregelung für Butter in Kraft. Der Zollsatz beträgt von diesem Tage ab autonom 100 RM., jedoch vertragsmäßig für alle meistbegünstigten Länder 75 RM. für 1 Dz. Die Einfuhr von Butter wird von diesem Tage ab grundsätzlich verboten. Sie wird jedoch ohne Einfuhrbewilligung zugelassen für bestimmte, an einzelne Erzeugungsländer zugeteilte Kontingente, die nur über die mit den Erzeugungsländern vereinbarten Zollstellen eingeführt werden dürfen. Die für das Kalenderjahr 1933 festgesetzten Kontingente dürfen nur in Monatsteilen von nicht mehr als ein Zehntel des einzelnen Kontingents eingeführt werden. Nicht ausgenutzte Kontingentsteile können jedoch in den folgenden Monaten bis zum Ende des Kalenderjahres zur Einführung gelangen. Mit Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Neuseeland, den Niederlanden, Oesterreich, Schweden, Ungarn, sowie Sowjetrußland ist eine Vereinbarung getroffen, wonach Butter, die in diesen Ländern erzeugt ist, nur dann auf das ihnen zustehende Kontingent anzurechnen ist, wenn die Sendung mit einer Kontingentsbescheinigung des Ursprungslandes versehen ist.
Oie Haftung des Verkäufers
Gewährleistung für Mängel beim Mehkauf
Während der Verkäufer einer Sache für etwaige, Gebrauchsmängel und für zugesicherte Eigenschaften hastet, besteht beim Viehtaus eine besondere Haftung des Verkäufers für sogenannte Hauptmängel. Dabei wird unterschieden zwischen Nutz- und Zuchttieren einerseits und Schlachtvieh andererseits.
Bei Tieren zu Nutz- und Zuchtzwek- ken haftet der Verkäufer für folgende Hauptmängel: bei Pferden für Rotz, Koller, Dämpfigkeit, Kehlkopspfeisen, Augenentzündung, Krippensetzen und Luftschnappen mit einer Gewährfrtst von 14 Tagen; bei Rindvieh für Lungenseuche und für tuberkulöse Erkrankung, wenn infolge dieser Erkrankung eine allgemeine Beeinträchtigung des Nährzustandes des Tieres herbeigeführt ist, ebenfalls mit einer Gewährfrist von 14 Tagen; bei Schweinen für Rotlauf mit einer dreitägigen und für Schweineseuche mit einer zehntägigen Gewährfrist; bei Schafen für Räude mit 14 Tage Gewährfrist.
Hat der Verkäufer vertraglich die Gewährleistung auch für andere Fehler als die Hauptmängel übernommen, so beginnt die sechswöchige Verjährungsfrist hierfür erst mit Ablaus der vertraglich vereinbarten Gewährsrist.
In zwei Fällen geht die gesetzliche Haftung des Verkäufers über die Haftung für die Hauptmängel hinaus, nämlich einmal, wenn zwischen Kauf und Uebergabe des Tieres die Beschaffenheit sich ver
schlechtert hat; ferner, wenn das Vieh als Zubehör eines landwirtschaftlichen Grundstückes mit diesem verkauft ist und durch seuchenhaste Erkrankung des Viehbestandes nicht nur der Wert der einzelnen Stücke, sondern die Tauglichkeit des ganzen Grundstückes zu dem nach dem Vertrage vorausgesetzten Zweck gemindert wird.
Im Gegensatz zu dem Käufer einer gewöhnlichen Sache, der bei deren Mangelhaftigkeit Wandlung, d. h. Rückgängigmachung des ganzen Vertrages, oder Minderung, d. h. Herabsetzung des Kaufpreises verlangen kann, hat der Viehkäufer nur das Recht-aus Wandlung, weil der Gesetzgeber der Ansicht war, daß der Käufer an einem minderwertigen Tiere kein Interesse habe, auch wenn es ihm preiswert überlassen würde.
Kältetechnik für das Einlagerungsverfahren
Frischhaltung von Obst und Gemüse durch Kühllagerung
Bei Tieren, die alsbald nach dem Verkauf Schlachtzwecken als Nahrungsmittel für Menschen dienen sollen, haftet der Verkäufer für folgende Hauptmängel: bei Pferden für Rotz; bei Rindvieh für tuberkulöse Erkrankung, wenn dadurch mehr als die Hälfte des Schlachtgewichtes nicht oder nur unter Beschränkung als Nahrungsmittel für Menschen geeignet ist; bei Schweinen für tuberkulöse Erkrankung wie beim Rindvieh, sowie für Trichinen und Finnen; bei Schafen für allgemeine Wassersucht. In allen diesen Fällen gilt eine Gewährfrist von 14 Tagen.
Die vorgenannten Mängel müssen innerhalb der Gewährfrist auftreten. Diese beginnt mit dem Tage, an dem die Gefahr auf den Käufer übergeht, was gewöhnlich mit der Uebergabe des Tieres geschieht. Ist der Mangel innerhalb der Gewährfrist aufgetreten, so wird vermutet, daß er bereits beim Uebergang der Gefahr vorhanden war. Nur wenn dem Verkäufer der Nachweis gelingt, daß das Tier zur Zeit des Gefahrenüberganges noch gesund war, ist er von der Haftung befreit.
Zur Wahrung seiner Rechte muß der Käufer spätestens zwei Tage nach Ablauf der Gewährfrist oder, wenn das gekaufte Tier vorher getötet oder verendet ist, zwei Tage nach dem Tode des Tieres dem Verkäufer den Mangel anzeigen, Klage erheben oder eine gerichtliche Beweisaufnahme zur Sicherung des Beweises beantragen. Anderenfalls geht er seiner Rechte verlustig.
Wenn der Mangel sich erst nach Ablauf der Gewährfrist zeigt, so steht dem Käufer ein Anspruch selbst dann nicht zu, wenn er Nachweisen kann, daß der Mangel schon beim Uebergang der Gefahr be- standen hat.
Von Wichtigkeit für den Viehkäuser n't ferner die Beachtung der Verjährungsfrist. Sv beträgt sechs Wochen ilnd beginnt mit dem Ablauf der Gewährfrist; nach Ablauf der Verjährungsfrist, d. h. im allgemeinen acht Wochen nach der Uebergabe, können grundsätzlich alle Ansprüche durch die Einrede der Verjährung zurückgewiesen werden. Ausgenommen hiervon sind solche Fälle, in denen dem Verkäufer Arglist nachgewiesen iverden kann.
Der Leiter des Instituts für Marktforschung an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin, Prof. Dr. Karl Brandt, hat unlängst festgestellt, daß der deutsche Feldgemüsebau sich angesichts der Wandlungen auf dem Markt seit einigen Jahren in rapidem Ausbau befindet. Er liefere in der Haupternteperiode genügend frische Ware an den Markt zu Preisen, die jede Auslandskonkurrenz aushalten. Meist sei die Gemüsemenge so groß, daß die Preise in der Zeit der Hauplanlieferung nicht selten auf ein Niveau absinken, das jede weitere Aberntung unterbinde. Vor und nach dieser Saison, die bei vielen Gemüsearten nur zwei Monate dauere, herrsche knappes Angebot und hohe Preise. Das sei die Zeit, in der das Ausland und die deutschen Gärtner aus ihren Glashäusern den Markt beliefern.
Die Versuche, den Feldgemüsebau aus dieser Lage zu befreien, gehen abgesehen von Zollmaßnahmen oder direkten Subventionen dahin, die deutsche Ernte vorzuverlegen, aus der Zeit der Haupternte und des niedrigsten Preisstandes Waren herauszunehmen und zu lagern. Das Ziel ist: aus der Haupterntezeit, die vielleicht im ganzen drei Monate dauert, Ware herauszunehmen und durch die Fortbildung der Lagertechnik möglichst über neun Monate hin frisch zu halten und damit die Saison zu „brechen" — oder sie über den größten Teil des Jahres hinaus zu dehnen.
Der Versuch, neun Monate Lagerdauer bei empfindlicher Frischware billig zu überwinden, mag — wie Brandl ausführt — utopisch klingen. In der Praxis ist er aber bereits unter Zuhilfenahine der Kältetechnik geglückt. Im Institut für landwirtschaftliche Marktforschung sind seit drei Jahren im Auftrage der Ministerien sowie in enger Mitarbeit, mit den Obst- und Gemüseerzeugern und der Kälteindustrie praktische Großversuche angestellt worden.
Sie haben ergeben, daß Aepfel, Zwiebeln und Kartoffeln über ein Jahr lang völlig frisch erhal- ten werden können, daß Kohl sechs bis neun Monate, Spargel zwei Monate, Tomaten sechs Wochen ohne nennenswerte Verluste kühl gelagert
werden können, und daß der Markt die Kühlware zu guten Preisen abnimmt.
Da die notwendigen Einrichtungen in Gestalt der großen städtischen Kühlhäuser an den wichtigsten Märkten vorhanden sind, erfordert die Aufnahme der Kühllagerung im großen keine neuen Geldaufwendungen. Die Lagerkosten können daher auch erstaunlich niedrig gehalten werden.
In der großzügigen Anwendung der Kältetechnik für das Einlagerungsverfahren und in der dadurch bewirkten Brechung der deutschen Obst- und Gemüsesaison erblickt Prof. Dr. Brandt eine Maßnahme von großer wirtschaftspolitischer Bedeutung: der deutsche Gemüsebau erhält für seine Erzeugnisse über efote weit längere Zeit hin, als die jetzige Haupterntezeit, gute Preise, er kann sich den Markt planmäßig erobern und sichern und wird selbst aus eine wirtschaftliche Grundlage gestellt, die ihn unabhängig von protek- ttonistischen Strömungen macht.
* •
Man wird über die Darstellung von Pros. Dr. Brandt hinaus die weitere Entwicklung der Dinge abwarten müssen, um ein endgültiges Urteil über die zweifellos interessanten und reizvollen Vorschläge fällen zu können.
Eetreidepreisstiitzung. Amtlich wird mitgeteilt: Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft ist vom Reichskabinett ermächtigt und in den Stand gesetzt worden, mit beträchtlich verstärkten Mitteln und über den laufenden Bedarf an Eosin-Roggen hinaus Roggen für längere Zeit aus dem Markt zu nehmen uttb dadurch einen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage auf angemessener Preishöhe zu schaffen. Das entsprechende ist für Weizen geschehen.
Die Aufkauftätigkeit wird in dem durch die natürliche Marktlage jeweilig bedingten Ausmaß lang andauernd betrieben werden. Die oben vorgeschlagene Verkaufsdisziplin kann demnach mit voller Berechtigung durchgehalten werden.
Oer Weg in die Nacht
Dorfgeschichte aus Hessen von Bernhard Schorbach
Der Laxe Bastian war ein schlechter Kerl. Er stahl den Bauern die Garben von dem Felde, stripste in den Abendstunden aus fremden Hühnerhäusern die Eier und drehte den Hühnern die Hälse um. Er hatte es nicht nötig, zu stehlen, denn sein Besitztum war groß genug, um ihn und seine Frau zu ernähren. Er hatte zwei Kühe im S'alle, dick und fett, wie ihres gleichen im Dorfe zu suchen waren. Seine Frau verlief Butter- klöse wie die großen Bauern, was sogar der Butlerhändler nicht begreifen konnte.
Als Laxe Bast die Marthe mit dem knallroten Haar geheiratet hatte, da hieß es im Torfe: Die paßt zum Bast wie ein Läppche auf's Tüchrlche. Sie zankten sich fast jeden Tag einmal, denn er war bitterbös und sie ließ sich nichts gefallen. Wenn aber der Abend kam zur Erntezeit, so gingen sie durch ihr Gärtche in das Feld und verteilten sich. Sie trug gewöhnlich einen leeren Sack und eine Sichel unterm Arm, der Bast hatte ein Ascheeimerchen auf der Schulter und wollte zum Wiesche. Heimwärts kamen sie beladen mit Diebesgut.
Die Bauern schickten ihm oft den Landjäger in das Haus. Dann konnte der Bast boshaft werden darüber, daß man ihn, einen so „ehrlichen" Menschen verdächtigte. Er log das Blaue vom Himmel und behauptete,, er sei an dem fraglichen Abend da oder dort gewesen oder hätte im Bett gelegen. Der Landjäger kannte diese Leier bald auswendig. Zum Schluß des Verhörs aber ging der Bast regelmäßig durch das Haus, öffnete alle Türen und sagte zum Polizisten, indem er seine Hand auf die Brust hielt und eine unschuldige Miene aufsetzte: „Herr Landjäger, alle Türen stehn Ihnen offen! Wenn Sie bei mir unrechtmäßiges Eut finden, soll's' meinen Kopp' koste. Meinen Hals setze ich dagegen, daß Sie nichts finden! Und der Landjäger fand nichts, weil der Bast int Keller ein verborgenes Loch gegraben hatte, das ein fremder Mensch nicht entdecken konnte. Darinnen verbarg er das Diebesgut, oder aber die Kühe und Schweine fraßen es um Mitternacht.
Einen Fluch hatte sich der Bast angewöhnt, der
war erbärmlich. Bei jeder Gelegenheit, wenn er in Aerger oder Staunen versetzt wurde, sagte er: „Gott verdamm' mich!" Dieser Fluch spiegelte sein Seelenleben wieder und kollerte oft vier mal hintereinander aus seinem Munde. Er konnte dabei sogar noch lachen, als wüßte er bestimmt, daß der Herrgott niemand verdammt, am wenigsten aber ihn.
„Gott verdamm' mich" war sein erstes Wort am Mittagstisch, wenn die Suppe heiß war. Dann konnte sich die Marthe aus dem Staube machen und kaltes Wasser holen. „Gott verdamm' mich" war sein Abendgebet, wenn er um Mitternacht auf sein Lager kroch und ibn der Krampf in Schulter und Bein zerrte. Und doch: In den Augen der Dorfbewohner schien es dem Bast immer besser zu gehen. Seine Kühe und Schweine waren fett, er hatte die fettesten Gänse und seine Hühner gackerten von morgens bis abends. Der Bast hatte aber noch einen kleinen Sandsteinbruch gepachtet. Dort brach er Steine und verdiente noch Geld als Unternehmer. Was sollte man dazu sagen?
Es war im November. Die kahlen Bäume starrten frostig in den nebelgrauen Himmel. Es hatte schon leicht gefroren. In den Stoppelfeldern vor dem Wald raufte sich eine Schaar schreiender Raben. An dem Heckenrosenbusch hinter Laxe Vast seinem Garten, träumten ganze Bündel rote Hagebutten in den düsteren Tag.
Die Marthe hatte heute am Bußtag dem Bast ein kleines Mädchen geschenkt. Mürrisch stand er in der Kammer neben dem Bette, als ihm die Hebamme gratulierte. Er wußte nicht, ob er danken sollte und sagte nur träge nickend „Hm". O, was batte er eine Wut, daß das Kleine kein Junge war. Er hatte bestimmt einen Knaben erwartet. Was sollte er nun sagen?
Als die Hebamme sortgegangen war, stierte er eine ganze Weile zum Fenster hinaus, als wäre niemand mehr im Zimmer. Er blickte Marthe überhaupt nicht an.
.Freust du dich denn nicht, Bast?" fragte sie mit einem ängstlichen Blick. Er rührte sich nicht. „Bast sag doch einmal etwas, was hast du nur?" „Gott ver
damm' mich, laß mich in Ruhe und kümmere dich um deinen Wurm! Ich wollt' einen Jungen haben, nu weißt's!" antwortete er hart. Da zuckte Marthe zusammen und wollte aufschreien, aber der Schrei blieb ihr in der Kehle stecken. Sie würgte ihre Bitterkeit hinunter und drehte das Gesicht zur Wand hin.
Als er mit polternden Schritten wortlos hinaus ging und eben die Türklinke noch in der Hand hielt, rief Marthe erregt: „Du ..., als wenn ich etwas dafür könnte . . .!? Du solltest froh sein, daß alles so gut ging!" Er blieb in der Türe stehen, trat jetzt einen Schritt zurück in die Stube und warf zorüig die Türe wieder zu, daß die Fensterscheiben klirrten. Das kleine Kind schreckte auf und fing an zu schreien. „Was willst du . . .?" ,^Jch will, daß du dich freust!" antwortete Marthe schnell und erregt. „Ich mich freuen?, hach, ich hab eine Wut, ich könnte dir etwas an den Kopf werfen", antwortete Bast und seine Zähne knirschten.
„Du Teiwel, Du Teiwel, das sag ich Dir jetzt, es wird mir von heut' ab nichts mehr gestohlen, nicht einen Halm, oder ich verrat' dich u. du kommst ins Kittchen! Es wird mir nichts mehr gestripst, wegen dem kleinen Wurm hier! Der soll seine Eltern nicht als Spitzbuben sehen, auch nicht einmal! Das hab' ich heut' geschworen!" rief Marthe.
„Hach, du, was heißt bei dir geschworen? Wer hat denn von uns beiden das meiste gestohlen, doch nur du!"
„Was, ich?" gillerte Marthe, du bist der größte Spitzbube auf Gottes Erdboden, aber du stiehlst mir jetzt nicht mehr, da sorg' ich für und das hab' ich heut' beim Herrgott geschworen, der mir das Kind gesund geschenkt hat! Durch dich bin ich schlecht geworden, aber ich habe keine Lust in die Hölle intb ich will jetzt in's Licht!"
„Was? Du willst in's Licht? Haha — >— Aber ich treib' dich in die Hölle, wart nur, und solange du unter meinem Dach hockst, stiehlst du auch noch. Ich zwing dich!" sagte er da grimmig.
Die Marthe lachte da ein ruhiges Lachen. „Nein, Bast, das zwingst du nicht mehr! Ich bin heut' nacht an der Hölle vorbei und in jener Stunde hab' ich es dem Herrgott gelobt, ein besserer Mensch zu werden. Das halt ich! Da macht mich niemand mehr irr'; du erst recht nit. Aber auch dich mach' ich besser, auch aus dir treib' ich den Teiwel naus, verlaß dich drauf!"
I Als es eine Weile stille blieb zwischen ihnen, sagte 1 sie fortfahrend: „Und deshalb freue ich mich so über unser Kind. Deshalb besonders. Das ist der Engel, der uns Glück und Licht in's Haus bringt."
Der Bast stand noch in der Stube mit finsterem Gesicht und hatte seine Arme aus die offenen Kacheltüren gelehnt. Als Marthe schwieg, brach es aus ihm hervor: „Gott verdamm' mich, Mensch, halt's Maul in der Kammer oder ich stopf dir's! Komm' mir nur nit an mit deinem liebe Gott! Du stiehlst bei mir noch weiter, oder dich holt ein Laat!" Bei diesen Worten riß er die Kaffeekanne aus der Kachel, schleuderte sic mit einem Donner gegen die Kammertüre und schritt mit zornes-bleichem Gesicht hinaus.
Als er am nächsten Morgen hinaus zum Steinbruch schritt, hatte er mit Marthe noch kein Säort, noch nicht einen Blick gewechselt. Er wollte es ihr schon anstreichen, ihr Gemuck. Der Tag war noch trüber wie der gestrige. Schneewolken hingen in der Luft. Oft segelten einzelne dünne Flocken langsam vorbei und fielen wie traumverloren irgendwo zur Erde.
Im Steinbruch des Laxe Bast klingte ein M'isel und harte Hammerschläge knallten. Ein großer S:ein ragte wie ein Riesenzahn aus der Felswand. Ten wollte der Bast heute klein machen und dem Felsenrachen entreißen. Jetzt bohrte er ihn an, um ihn aus der Wand heraus zu sprengen. Er verstand das meisterhaft. Keinen Menschen hatte er dabei nötig. Da wurde in ein Loch etwas Pulver gelegt, Zündschnur daran, am Ende angesteckt, dann fortgelaufen — Fertig war die Arbeit. Mit lautem Donner rasselten gewöhnlich die Steinmassen herunter.
Der Bast hatte jetzt alles fertig und legte nur noch die Zündschnur bis hinter einen dicken Eichbaum, welcher links vor dem Brucheingang stand. Hinter ihm verbarg er sich, wenn der Schuß losging. Ein Streichholz flammte auf. Die Schnur brannte sofort. Er schielte am Baum vorbei und konnte die Sprengstelle beobachten. Es währte noch eine Weile--—
Jetzt--- —! Ein Donner und der Schuß ging los.
Der Knall war aber so laut!? Das dumpfe Gepolter blieb aus. Der Schuß war in die Lust gegangen.
„Gott verdamm' mich" rief der Bast wütend und trat hinter dem Baum hervor. Ein etwa tellergroßer Steinsplitter sauste in dem Augenblick an seinem Kopf und spaltete ihm den Schädel. Tot sank er hin. Er war verdammt, als der Totenglocken ernstes Geläut über das Land zitterte.
Dann sch ließen Sie die Wunde schnell und hygienisch mit dem querelastischen Schnellverband „Hansaplast eiastisch“ Die Elastizität des Gewebes gestattet jede Bewegung. drückt die Mullkompresse fest an und gibt einen besonders guten seitlichen Wundverschluß. Sie erhalten „Hansaplasi elastisch" von 15 Ptg. an. In Ihrer Hausapotheke, auf Fahrten u. Wanderungen. beim Sport und Seiet sei Immer zur Hand:
rtfgnsapiflst elastisch.
/--v—”1 d.q. p. i wjYjvvTnnnm
S*e wissen*s ja selbst: Nivea-Creme gibt der
N5M
Haut jenes feine, weiche, frisch-gesunde Aussehen, das wir bei der Jugend so gern bewundern.
Woher diese Wirkung? Vorn Euzerit, — und das ist in keiner anderen Hautcreme enthalten. Daher ist Nivea-Creme auch
?<t
nicht zu ersetzen. * y, & <M et u.£tl 4»