Kasseler Sport-Zeitung
Kasseler Neueste Nachrichten / Freitag. 18. November 1232
Sieger-Ehrung
-e. He en-preußen
Die jetzt abgeschlossene Saison aus Rasen und Aschenbahn war für die Leichtathleten des VfL. Hessen - Preußen außerordentlich erfolgreich. Nicht umsonst stehen die Adlerträger an der Spitze der westdeutschen Grotzvereine, eine Tatsache, die ''"reits von uns kürzlich gebührend gewürdigt worden ist. In der Bestenliste des Westdeutschen Spieloerbandes stnd die Hessen-Preußen ebenfalls über Erwarten zahlreich vertreten. Wenn deshalb der Verein gestern abend im kleinen Stadtparksaal zu einer Siegerehrung eingeladen hatte, so war die Berechtigung zu einer solchen Feier durchaus gegeben.
Der Obmann der Leichtathleten, Herr Coen- ning, wies in seiner Begrüßungsansprache auf die oben erwähnten Erfolge der hegen-Preußen hin und dann sah man einige Filme der Deutschen Sportbehörde, so „Eymnastikfibel", „Studien zur Leichtathletik" und „Lauf", die neben interessanten Ausschnitten aus dem Training der Vereine auch bekannte Leichtathleten im Kampfe sahen. Studienrat Junghenn aab dazu Erläuterungen und nahm anschließend die Verteilung der Ehrenurkunden an die verdienstvollen Sportler der letzten Saison vor. 55 Senioren und 60 Jugendliche wurden durch Verleihung der Diplome ausgezeichnet. Die Damenabteilung, die am 4. Dezember ihr ein- jäbriges Bestehen feiert und in dieser kurzen Zeitspanne schon beachtliche Erfolge erringen konnte, wird an diesem Tage ihre besten Mitglieder besonders auszeichnen. Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß z. Zt. in einem Schaukasten der Fa. Tietz in
der Opernstraße zahlreiche Bilder der Damenabteilung ausgestellt sind.
Aus den Ausführungen von Studienrat Junghenn ist noch besonders bemerkenswert, daß die Hesien- Preußen sich jetzt schon auf Deutschlands größten Stas- fellaus Potsdam —Berlin vorbereiten. Die Hesien-Preußen, die bekanntlich mehrmals die große Rheinst<!ffel gewinnen konnten, werden mit Ernst an die große Aufgabe Herangehen und bei der Begeisterung. der in ihren Reihen herrscht, werden sie auch im nächsten Jahre den Berlinern einen Beweis zur ihre Bereitschaft im Dienste der Leibesübungen geben.
Berliner Gpsrttagungen
Zu diesem von un8 gestern veröffentlichten Bericht über die Tagungen deutscher Sportsührer in Berlin sei noch ergänzend binzugesügt, daß sich die am Schluß des letzten Absatzes über die Zusammenarbeit der Ortsgruppen tm DRA. gemachten Aussübrungen auf den freiwillig en Arbeitsdienst beziehen.
Amtliche Nachrichten
Gau Raffel (Jugend)
Mm Totensonntag, den 20. November, fallen all« Schüler» und Jngendsviele ans. Huth.
Ein Fustballlamp, West- gegen Mittel, europa soll bei der am 10. Dezember in Paris ftatisinden- den Tagung der FIFA beschlossen werden. Dagegen wird dir Absicht, ein Spiel England—Kontinent zu verwtrllichen, offiziell dementiert.
Auf den 11. Dezember verleg« wurde der Fünslilnderlamps der süddeutschen Schwimmergaue Baden, Hessen, Württemberg. Nord- und Südbahcrn. der ursprünglich für den 4. Dezember in Stuttgart vorgesehen war.
Was den ticaftfakcec iwteztssied
Die Berliner Auto-Ausstellung, die nach lan- gem Hin und Her jetzt endgültig gesichert ist. findet vom 11. is 23. Februar 1933 in den beiden Autohallen am Kaiserdamm statt. Da die Zahl der ausstellenden Firmen sich sehr verringert hat, hofft man, mit den beiden Hallen auszukommen. Die alte Halle soll Personenwagen und Motorräder, die neue Halle Last- und andere Nutzsahrzeuge beherbergen. Die meisten deutschen Firmen haben ihre neuen Modelle bereits bcrausgebracht, man munkelt jedoch, datz de; Februar trotzdem noch eine Reibe beachtlicher Ueberraschungen bringen wird. Mercedes soll einen großen Schwingachswagen in Vorbereitung haben. Triumph einen interessanten Kleinwagen, desgleichen Adler einen 1-Liter-Wagen mit Vornantrieb und Schwingachsen, DKW einen steuersreien Drciradwagen usw. Die Motorradindustrie wird an fast allen Ständen mit Neukonstruktionen aufwarten, die sich hauptsächlich aus die kleinen Klassen zwischen 125 und 200 ccm beschränken werden.
Auto-Absatzbefriedigend. Nach den Mitteilungen des Instituts für Konjunkturforschung ist der Absatz fabrikneuer Personenkraftwagen im Herbst verhältnismäßig gut. Der erwartete, saisonmätzig bedingte Rückgang ist nur in sehr geringem Umfange eingetreten. Die Zulassungen, die
im August 3786 betrugen, sanken im September, der sonst bereits als flauer Monat gilt, auf 3556.
Rekordzahl deutscher Motorrad-Typen. Die Kräftczersplitterung in der deutschen Motorradsabrtkatwn nimmt allmählich groteske Formen an. Die zwölf deutschen Motorradfabriken bauen zur Zeit insgefamt 63 verschiedene Typen, 27 Typen haben ausländische Motoren.
„Motor and Sport" neu. Der Beginn des Winters gibt dem Kraftfahrer zu denke». Er mutz sich zunächst einmal darüber klar werden, ob er sein Kraftfahrzeug einwin- tern oder den Winter hindurch in Betrieb holten will, Fn beiden Fällen sind eine Menge Borbereitungen notwendig, die der Kraftfahrer nicht ohne den Rat eines erfahrenen Fachmannes ausführen soll. Die bekannte Fachzeitschrift „M o t o r und Soor t", das Motorblast für Alle, kommt dem Kraftfahrer zu Hilfe, indem sie ihm altervrobie Ratschläge langjähriger Fahrer vermittelt Eine gai»e Anzahl weiterer, reichbebilderter Aussätze behandelt noch andere interessante Problem« technischer und wirtschaftlicher Natur oder aber sorgt für die Unterhaltung des Kraftfahrers.
ÄZesideutschlands Fußball marschiert
Westdeutschland hat immer hervorragende Sportsleute hervorgebrachr. Es stellte lang« Zeit die besten Sprinter, Radfahrer, Borer und Motorsportler, es brachte die süd- renden deutschen Tennisspielerinnen hervor, es war di« Heimat eines Earraciolas und die hervorragender Schwimmer. Erstklassige westdeutsche Fußballspieler indessen toareu Seltenheiten, und der Abstand, der zwischen der Sipielstärk« der füd-, norddeutschen und Berliner Spitzenmannschaften einerseits und den westdeutschen führenden Clubs andererseits herrschte, >var bis vor kurzem sehr deutlich. Eine einzelne Schwalbe iSchalke) macht« auch hier noch kernen Sommer aus. Es stand schließlich allgemein fest, datz der westdeutsche Sportler für alle möglichen Sporlgebiet« glänzende Eignungen mit bringen würde, nur für den Fußball nicht.
Wenn nicht alles trügt, vollzieht sich hier seit einiger Zeit langsam, aber sicher ein Umschwung. SchaKe war vor zwei, drei Jahren schon eine zwar recht gute, aber unbeständig« und allzuweiche Mannschaft. In den letzten End- kämpsen um dt« Deutsche Fußballmeisterschaft konnte man dann feststellen, daß die Schairer Mannschaft nicht nur in jeder Beziehung reifer, sondern auch härter geworden war. Inzwischen ist nun den Knappen in ihrem eigenen Verbandsgebiet ein Gegner entstanden, der nicht nur ebenbürtig, sottdern wendgstens zur Zeit Vielleicht sogar bester ist: Fortuna Düsseldorf. Die Fortunen stellten für die letzte deutsche Nationalelf allein drei Leute: Kobierski, AWrecht und Janes. Sie haben aber in Pesch, Bender, Hochgesang ufto. wertere erstklassige Leute.
Die Düsseldorfer konnten in den letzten Wochen Bayern München und Tennis-Borussia klar schlagen und wer ine Rheinländer gesehen hat, mutz der Meinung belpflichten, daß selbst Süddeutschland zur Zeit keine Vereinsmanuschaft be- fitzt, die in der Lage wäre, unter einwandfreien und normalen Bedingungen die Düsseldorfer Mannschaft mit Sicherheit zu schlagen. Neben Fortuna und Schalke wächst dem Westen aber noch eine dritte Svitzenmannschaist heran: Schwarz-Weitz Essen. Di« Essener besitzen in dem jungen Mittelstürmer Porigen, dem neuerdings Mittelläufer spielenden Fran; Horn und dem Verteidiger Hundt überragende Kräfte. Der Rest der Mannschaft wird von schnellen, jungen und kräftigen Burschen gestellt, die sämtkich außerordentlich entwicklungsfähig sind. Bemerkenswert ist, Datz auch diese dritte westdeutsche Spitzenmannschaft einen technisch sehr guten Fußball spielt.
Der alte Mannheimer Internationale Herberger, der seit einiger Zeit Verbandstrainer im W«oV. ist. ^bestätigte unserem Mitarbeiter am Bußtag in Essen, daß neben den drei genannten Spitzenmannschaften auch noch zahlreiche andere westdeutsche Clubs eine erfreuliche Aufwärtsentwicklung in ihrer Spielstarke durchmachen und daß vor allem die technische Verbesserung der Spieler ganz ^bemerkenswerte Fortschritte macht.
Sandball (O SB.»
Die Spiel« am Sonntag
Die Handballspiele der »affeler Gruppe werden von Sonntag zu Sonntag wichtiger, da sie immer naher der endgültigen Entscheidung kommen unb dadurch mehr und mehr an Bedeutung gewinnen, Die für den kommenden Sonntag angesetzten Spiele haben ganz besonder« Bedeutung wieder für den zweiten Platz, da im Svortelub 03 der Gruppenmeister bereits seststehen dürste, wenn nicht ganz besondere Ueberraschungen noch kommen sollten. Immerhin wird gerade das Treffen
ersten Gruppe führt der Bezirks meister Sassersport. Es folgt dann Bettenhausen 1895. In der zweiten Gruppe liegt zurzeit Niederzivehren ungeschlagen mst einem Ser- lustpunkt an der Spitze. Als zweiter solch die Fr. T. Kassel mit drei Berluftpunkten.
Für Sonntag sind fünf Meisterschaftsspiele in der obersten (A) Klaffe angesetzt.
1. Gruppe:
Fr. T. Rothenditmold — Fr. T. Hann.-Münden. Auf dem Dvorwlatz hinter der Schule in Rothenditmold findet dieses Spiel um 16 Uhr statt. Rothenditmold dürfte Sieger werden.
Fr. T. Wehlheiden — Bettenhausen 1895. Auf der „Sülze" in Wehlheiden wird es »wischen diesen beiden Mannschaften einen flotten Kampf gebe» desien Ausgang im voraus schwer zu sagen ist <15 Uhr)
2. Gruppe: .
Eintracht Kassel — MB. Harleshausen. Um 11 Uhr stehen sich Eintracht und Harleshausen an der Holländischen Straße gegenüber. Im Borspiel gab es ein Unentschieden. Auch diesmal ist der Kamps offen.
Fr. T. Niederzwehren — Fr. T. Kassel. Das spannendste Spiel m,dieser Gruppe kommt in Niederzwehren zum Austrag. Niederzwehren mutz schon gewinnen, um weiter Tabellenführer »u bleiben (15 Uhr)..
Gatte« — Fr. T. Kirchditmold. Auch diesmal wird Calden, auch auf eigenem Platze, wenig Aussicht auf einen ioieg gegen Kirchditmold haben und wird weiter ohne Pluspunkte (!) am Schwanz dieser Gruppe bleiben (15 Uhr) , „Vor sämtlichen Spielen der A-Klasse spielen eine Stunde früher die Reierven der beteiligten Sereme. =om.
Fußball her Arbeitersportler
Zwei Gruppen meister werden am Sonntag festgestellt.
. Es kommt nur selten vor. daß ant Schluß einer Serie vier Mannschaften punktgleich sind . Diesmal ist es der Fall. In der einen Gruppe find es Niederkau- f u « g e n und Harleshausen, in der anderen O b e r- k a u f n n g e n und N i e de r z w e h r e n. Im ersten Spiel find Harleshausen und Niederkausungen gepaart. Beide Vereine haben die besten und zuverlässigsten Spieler aus dieser Serie ausgestellt. Die Mannschaften ste- ben: Harleshausen: Wicke: W. Otto. Grimm: Maus. Krum, Hildebrandt: Bode, Jckler, H. Otto. Ch. Trott. W. Trott. Äiederkaufnngen: Pflüger: Pape. Werner: Stark, Zuschlag, Bon: Lamsbach. Bürger, Erk, Dietste- mann. Pritsch. Das Spiel beginnt um 2.30 Uhr auf den Waldauer Wiesen.
Für das zweite Spiel wurde der Eintracht- Platz als Kampfstätte gewählt. Auch hier gibt der Schiedsrichter um 2.30 den Ball frei. Oberkaufungen, der vorjährige Kreismeister, konnte sich trotz starker Leistungsfchwankungen bis zu diesem Spiel durchringen. Wir halten beide Mannschaften für gleich spielstark. Nachfolgend die Mannschaften: Oberkaufungen: P. Ludolf: H. Ludolf, K. Rorö- meper: Stürmer. Kliem, Eckhardt: Diehl. W. Nordmener Diaibohm, Kerkel. Raabe. Niederzwehren: Heßler: Krug. Eichel: Seitz, Schwarz. Krug: «aul Bollgraf, Cha- wiewfkp, Backe, Siebert.
Halbzeit im Tmnerhandbatt
mm Schluß beut
Handball der Arbeitersportler
Beginn der zweiten Runde am 20. 11.
Das Meisterschaftsspiel Sportverein Helsa — Hessen 09 fiel, veranlaßt durch besondere Umstände, am 13. 11. als Verbandsspiel aus und wird für den 8. Januar 33 unter der Leitung von Ernst (Iura) neu angefefet. Wg.
Hoffen wir. daß alle Mannschaften nicht nur auf Sieg eingestellt find, sondern daß sic auch zeigen, wie kommende Meister Fußball spielen.
Eintracht — Rot-Weitz. Am -Sonnabend. den 19. 11.. nachmittags 3 Uhr. findet dieser intereffante Kampf aut dem Sportplatz Holländische «trabe statt.
Nach Beendigung der ersten Svielreihe dürfte sich nun eine ziemlich klare Uebersichi über die spielstarke der 82 Mannschaften in den 6 Gruppen der Meisterklasse des Oberweserkreises sestslellen lassen. Bom rein spielerischen Standpunkt betrachtet, war die glatte Durchführung der 70 Vorspiele schon ein Erfolg Die Kreis- spielleitung bars iür sich das Lob n Anspruch nehmen, durch Heranbildung eines guten Schiedsrichterstabes sowie durch eine glückliche Grupveneinteilung wesentlich zu diesem Erfolge betgetragen zu haben. Was nun den Verlauf der Spiele mit den in diesen erzielten Ergebnissen anbelangt, so blieben auch hier die üblichen Ueberraschungen nicht ans, doch gelang es den Favoriten in tast sämtlichen Gruppen, sich nach mehr oder weniger hartem Ringen den ersten Tabellenplatz zu sichern.
In Gruppe 1, mit Holzminden, Uslar. Beverungen Einbeck und Stadtoldendorf erwartete man die beiden Rivalen Holzminden und Uslar an der Spitze zu sehen. Diese Erwartung wurde dann auch nicht enttäuscht Holzminden setzte sich in den Vorspielen vor Uslar und Beverungen, welche je einen Punkt hintereinander liegen, durch Bemerkenswert in dieser Gruppe ist das günstige Abschneiden Beverungens. Die glatte Niederlage von Uslar gegen Holzminden war ebenfalls kaum erwartet. Da in dieser Gruppe die 3 Spitzenreiter nur immer einen Punkt voneinander liegen, verfolgt man die Rückspiele hier mit einem ganz besonderen Interesse.
In Gruppe 2,
wo neben den vier Göttinger Mannschaften Tuspo 61, Tgde. 48, Spielvereinigung und 05 noch die Vororte Rosdorf und Münchehof sowie Osterode zu finden sind. liegt
schärfste Gegner erwiesen sich hier nicht, wie angenommen, Tuspo 61 und labe. 48 Göttingen, sondern jur allgemeinen Ueberraschung die weniger beachteten Rosdorser. Die Spielvereinigung bat aber 4 Punkte Vorsprung und ist, rote die Verhältnisse liegen, kaum einzuholen. Desto schärfer dürfte das Ringen um die nächsten Plätze zwischen Tuspo 61, Tgde. 48, Rosdorf und Osterode sein.
In der 3. Gruppe
konnte sich erwartungsgemätz der Kreismeister Jahn E s ch w e g e vor Ae. C. T. Kastel, Tuspo 86 Kirchditmold, Tuspo Bettenhausen und 1860 Münden die Tabellenfüh- rung sichern. Eschwege wird in seiner jetzigen Form auch in den Rückspielen kaum zu schlagen fein, nachdem schon die Vorspiele ohne Punktverluste beendet werden konnten. Recht gut schnitt auch die Ae. C. T. ab. Die verlor nur ein einziges Spiel gegen Jahn Eschwege. während es Kirchditmold gelang, sich noch vor Bettenhausen zu setzen welche, nachdem Münden ansgeschieden ganz am Ende liegen. Die Rückspiele können aber auch hier noch leicht eine Aende- rung herbeiführen und den Bettenhäusern einen günstigeren Tabellenplatz bringen.
Zn Gruppe 4
Sportclub 03 — Kurhesten
lebhaftem Jntereste begegnen. Einmal werden die 03er alles daran setzen, um Sieger zu bleiben, auf der anderen zette wüsten sich die Kurhesten bemühen. Punkte zu gewinnen, um den vorhandenen relativen Vorsprung gegenüber den Sesten-Preutzen und der übrigen Mittelgruppe zu halten. Boni rein spkeltechnischen Standpunkt aus betrachtet, haben die 03er natürlich klare Vorteile in diesem L-vtel, einmal weil fie die stärkere Mannschaft zu stellen in der Lage sind, zum anderen, weil fie auf eigenem Gelände ipielen. Das Spiel findet um 13,45 Uhr auf dem Sportplatz an der Nurn- bergerftraße statt. Schiedsrichter ist Walter Ernst (Iura). — Sehr wichtig ist auch die Begegnung
Tura — Sportverein Helsa
die unter Setiung von Thomas (Kurhesten) um 11.90 Uhr auf dem Turnplatz am Park «chönseld statttindet. Der Platzverein mutz noch immer auf einige seiner besten Kräfte verzichten und stellt daher auf wichtigen Posten Ersatz ein. Die Ersatzleute haben sich aber in den letzten spielen ausgezeichnet geschlagen, so daß in der Hinsicht kaum Bedenken bestehen. Auch hinsichtlich Schnelligkeit, Torwurf und Energie haben die Turaner Besserungen zu verze-chnen. io daß man ihnen gegen Helsa einige Aussichten einräumen darf. — Schließlich haben auch die Heffen-Preuyen noch Gelegenheit, ihre gute Position zu halten und zunächst zu befeftigen, da sie im Kampf
Hesse» 09 — Hessen-Preuße»
Am kommenden Sonntag beginnt bei den Kasseler Ar- dort und Münchehof loroie Osterode zu finden sind, liegt in na« i beitersvortlem die zweite Runde im Handball! In der I die Spielvereinigung IWSB.) ziemlich klar in Front. Als Widersacher.
mit ziemlicher Sicherheit als Sieger au erwarten sind. Hessen 09 hat bisher noch keine beständige Mannschaft zu- sammenstellen können, so daß man der Elf gegen einen so starken Gegner wie die Heffen-Prenhen keine Aussichten geben kann. Die Hessen-Preußen werden wohl einigen Widerstand überwinden müssen, sollten aber 8U..
lich Sieger geblieben fein. Dieses Spiel findet auf dem Hesten-Platz am Hochzeitsweg unter der Leitung von Walter lKurhcstcn) statt.
Die Lahngruvve ist spielfrei, in den unteren Mannschaften finden einige Berbandsspiele statt.
lag zu Anfang Reichsbahn Kastel an der Spitze. Dann aber tarnen die Rückschläge, so daß sich auch der zweite Eschweger Vertreter 1861 eine Gruppenführung sichern konnte. Zwei Punkte hinter diesen liegt C. T. Kastel, gefolgt vom Turnverein Kirchbauna und Reichsbahn Kastel. Die Reitermannschait Manteuffel Hofgeismar liegt am Schluß. Eschwege 61 wird sich aber bei den kommenden Rückspielen stark zu wehren haben, denn die Casteler lade, ist stark im Kommen und gilt für Eschwege als schärfster
In der 5. Gruppe
liegt, wie es scheinen mag, Henschelwerke Sa ss«l mit 3 Punkten Vorsprung ziemlich gesichert vorn. Dem ist in Wirklichkeit aber nicht so. Polizei Munden. Wehlheiden 68. 1854 Corbach und Tuspo Wilhelmshöhe find dem Spitzenführer völlig gleichwertige Mannschaften. Polizei Münden bat zwar an Kampfkraft verloren, ist aber immer noch in die glückliche Lage versetzt, seine Mannschaft verstärken zu können. Wehlheiden 68 und Coroach haben sich überraschend gut gehalten. Wilhelmshöhe hat in dieser Gruppe völlig oenagt. Bei den ganzen Vvrivielen sprang nur ein einziger Gewinnvunkt heraus und es bleibt gbzu- roarten, ob in Zukunft noch eine wesentliche Formverbeste- rung eintreten wird.
Die 6. Gruppe,
welche aus den Mannschaften Jahn Gensungen. Eintracht Felsberg, Tgde. Melsungen, Bebra und Lispenhausen besteht, hatte von vornherein in Gensungen und Fels- berg seine ausgesprochenen Favoriten Durch den Verlaus der Spiele wurde dies nur noch befräthgt. Gegen die Kampfkraft und Spielerfahrung dielet beiden Gegner ist das Können der übrigen noch zu gering, um Erfolge verheißen zu können. Es blieb also nur die Frage offen, Felsberg oder Gensungen. Der erst« Wurf fiel zu Gunsten Gensungens aus, welche ihren starken Nachbarn das Nachsehen gaben und sich damit ohne Punktverlust die Führung sichern konnten. Beide hartnäckige Gegner werden auch die letzte Entscheidung unter sich ausmachen. Ueberraschungen find hier kaum zu befürchten
So siebt man denn nun allerorts der 6 Gruppen den nun bevorstehenden Rückspielen mit größter Spannung entgegen. Diese wird noch gesteigert durch den Umstand, daß nur die zwei ersten jeder Gruppe in der Meister- klasse verbleiben, während die wenige- glücklichen die zukünftige Ausstiegsklaffe bilden sollen Ein Grund mehr iür alle Beteiligten, sich in Zukunft mit beionberem Eifer ins Zeug zu legen, um der drohenden Abstiegsgefahr zu entgehen. Vorausgesetzt daß die Spielleitung nicht eine weitere Neuanordnung herausbringt, welche den Verbleib einer größeren Anzahl Mannschaften in der Meisterklaffe in sich birgt. W.
Franz Spunda:
Boxkampf der Kamele
Ein Erlebnis in der nördlichen Sahara.
Wer Kamele nur vom zoologischen Garten her oder von einer kurzen Ferien-Orientreis« kennt, muß glauben, datz das Kamel das geduldigste und sanftmütigst« Tier ist. das an Ergebung in sein Schicksal sogar die sprichwörtliche Geduld des Esels übertrifft. Es läßt stch mit Lasten beladen, die das Doppelte seines Körpergewichtes betragen, marschiert wie ein Automat gleichmätzig im glühendsten Sonnenbrand und begnügt sich nach sechzehnstündigem Wandern mit einer Handvoll Datteln und einem Schluck Wasser.
Aber im. Frühling kommt eine seltsame Erregung in die trägen Kamelhengste. Ihre Augen beginnen in einem katzengleich schimmernden Glanz zu leuchten, die sonst schlaff herabhängende Haut füllt stch prall, das Fell wird flockig und erneut stch an den abgewetzten Stellen. Doch das seltsamste ist eine blasenartige Neubildung an der Unterlippe, etwa von der Gröhe eines Hühnereis, die wie ein geschwollenes Säckchen herabhängt. Das ist der Wassersack, der dem Tiere aus dem Mund heraushängt. Jetzt in der Regenzeit bekommt es genug zu trinken, das Wasserreservoir. das sonst verschluckt ist und den Magen mit seinem Vorrat befeuchtet, ist überflüssig geworden und dient jetzt als Schmuck. Die Hengste kämpfen jetzt wie wilde Tier« um di« begehrten Stuten.
Diese Kampfeslust der Tiere wird von den Arabern zu regelrechten Wettkämpfen ausgenmtzt. Ich hatte Gelegenheit, einem solchen Kampfe in Sbeitla, in der nördlichen Sahara beizuwohnen. Von allen Windrichtungen der Wüste haben stch Beduinen und Araber eingefunden, um dem Schauspiel zuzusehen.
Außerhalb des Dorfes lagern fie in ihren Zelten und schließen nntereinander Wetten ab. ganz wie
bei uns beim Rennen. Die zwei Kämpfer, Ali und Mustapha, werden herumgeführt, ein jeder Köpft prüfend ihr« Flanken ab, greift ihre Wolle an. Ali ist wohl gröher, hat einen breiteren Brustkasten, aber Mustaphas Augen flammen vor Kampfeslust, obgleich feine Gestalt schmächtiger ist. ^ch trete zu Ali und will ihm auf der flachen Hand ein Stückchen Zucker darreichen. doch er wendet hochmütig den Kopf weg. Man belehrt mich, daß die Kamele überhaupt nichts zu sich nehmen, so lange fie in Brunst find, und datz sie in dieser Zeit nur von Wasser leben, mit dem fie stch unersättlich volltrinken.
Gegen Abend verkünden schmetternde Trompeten den Beginn des Kampfes. Der Scheik hat den Kampfplatz abgesteckt, dessen vier Seiten von Neugierigen belagert find. Die beiden Kamele werden hereingeführt. Sie blicken stch um, blähen die Nüstern, der Wässersack schwillt puterrot an, ein knurrendes Wiehern klingt aus ihren Mäulern. Auf einen Pfiff des Scheiks führt ein Araberjunge die Kamelstute vor, die fich tänzelnd wie eine Kurtisane wiegt. Um ihren Hals trägte fie eine Kette von Glasperlen, das gestriegelte Fell glänzt fettig. Mit unschuldigen Augen blickt sie die beiden Nebenbuhler an, neigt kokett den Kopf und beleckt die Lippen mit ihrer Zunge. Die beiden Hengste drängen fich an sie heran und beschnuppern fie genießerisch. Da reißt auf einmal der Junge die Stute am Halfter und jagt mit ihr davon, während die anderen mit Geschrei und funkelnden Säbeln die Hengst« zurückhalten, die der Angebeteten nacheilen wollen. Ihre Augen find vor Wut rot geworden. Der rechte Hinterfuß scharrt aufgeregt im Saude.
Und auf einmal schießen fie gegeneinander los, weiße Schaumflocken fliegen, die Körper prallen auf- einamber, datz die Knochen krachen. Die weißen Gebisse blitzen wie Dolch«. Mustapha taumelt zurück, erhebt ein Vorderbein und boxt auf Ali los, der fich blitzschnell umkehrt und mit den Husen der Hinterbeine auf seinen Gegner lostrommelt. Unter wilden „Pa Allah!"-Rufen Hetzen die erregten Zuschauer di« schnaubenden Tiere gegen einander. Mustapha hat nur einige Schläge abbekommen und läuft jetzt mit gesenktem Kopf vor, schnellt auf und bearbeitet seinen Gegner mit saftigen Boxhieben. Ali bäumt stch. und ein Boxkampf hebt an. der durch seine Sprünge und Hiebe so grotesk ist, daß ich in ein schallendes Gelächter ausbreche. Die Kämpfer entwickeln eine Ausdauer und Geschicklichkeit, die phantastisch wirken. Da regnet es Kinnhaken, Riposten und lleber- rumpelungen, bis beide stch am Boden wälzen. Aber auf einmal find ste wieder auf den Beinen. Mustapha ist flinker, er bekommt Alis Bauch zu packen und beißt fich dort fest. Ein Geschrei gellt auf, das mir di« Ohren zu zerreißen droht. Ali taumelt, aber schon hat ihn sein Gegner an der Gurgel gepackt. Was jetzt geschieht ist so grausam, datz ich die Blicke abwenden mutz. Die Zurufe der Zuschauer find verstummt. Man hört nur das Brechen von Knochen und das .Röcheln des verendenden Tieres.
Wie ich Hinblicke, sehe ich den Sieger vor mir, dessen Kopf eine einzige Wunde ist. Der Sckeik ist hervorgetreten und gibt Ali, der fich in seinem Blute wälzt, den Gnadenschuß. Mustapha, noch am. ganzen Körper zitternd, läßt sich das Blut vom Körper waschen. Die Augen hohen einen stechend gelben Glanz bekommen.
Zwei Beduinenmädchen führen, leise singend, die Stute Mm Sieger, der sich die blutigen Lipven leckt und den Kopf an ihrem Fell reibt. Nun bricht man auf und führt die Tiere in das Dors zurück, in einen Stall, der hochzeitlich mit Palmen geschmückt ist. So- Hald das Hochzeitspaar eingesAoffen ist, entfernt sich aller von dort. Wehe dem, der ein siegreiches Kamel
belästigen wollte! Es ist so empfindlich und schamhaft, daß es am nächsten Tage den Unverschämten töten würde.
Die Weiber sind in ihre Zelte gegangen. Die Männer sitzen im Kaffeehaus und besprechen alle Einzelheiten des Ereignisses. Der Buchmacher zahlt die Quote für Mustapha aus. Der Herr des siegreichen Kamels ist der Held des Tages. Zwei Musikanten hocken auf einer Estrade, quäken und pfeifen aus ihren Instrumenten, während ein Sänger bie_ Heldentaten Mustaphas. jeden seiner Hiebe und Bisse, in endlos langen Gesängen preist.
Das Mf ue. Back
Oskar Maria Graf „Einer gegen alle'
Ein Roman der deutschen Nachkrtegszeit. Ein Frontkämpfer, der nach dem Krieg auf die Landstraße geworfen wird, taucht auf im Dachauer Moor und beginnt nun den Krieg für sich, weil er gar nicht mehr versteht, wie nach einem solchen Völkergemetzel noch irgendwo Frieden sein kann. Der „Krieger" will keinen Frieden. Der Endkampf des instinktiven Einzelgängers gegen die Mächte der Gesellschaft und Ordnung beginnt, List, Verbrechen und Gewalttaten ohne einen Schimmer von romantischer Abenteuerlichkeit treiben den Vagabunden vom unruhigen Bayern ins aufrührerische Vogtland zu Hoelz, von da wieder zurück nach München, wo der „Friede" langsam eingesetzt hat. Dieser Friede ist das'Unheimliche. Der „Krieger" spürt chn, flieht chn, wird vern chtet von ihm. Das Bayern der ersten Inflation, das Bauernland der Einwohnerwehren ersteht vor dem Auge des Lesers, die „Ordnung" ist mächtiger als der entwurzelte Einzelne. Der Krieg ist wirklich zuende und damit der Untergang des Helden da Er gehört nicht mehr in diese Zeit. Er hat nie einen Weg gesucht und findet auch keinen Ausweg mehr aus der scheinbaren Jrrnis. (Universitas-Verlag.)