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Kasseler Neueste Nachrichten
Hessische Handelszeitung
Donnerstag, den 17. November 1932
In Kürze
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Mensch auf der Flucht
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Roman von Ludwig Wolff
Die hohlen Wangen des Architekten röteten sich vor Freude.
w « s u n s durchmachen, sofern fich die ökonomischen Denden- zen von volilifchen und sonstigen Störungen ungehindert durchzusetzen vermögen.
Zn« «»ttkel „Das HyvotoheTenmoratorimn' ist «achz«- tragen, daß die Verordnung über SündigungsbeschrLnkungen für Hypothekenforderungen am 17. November tn Kraft tritt.
In seinem neuesten Wochenbericht geht das Institut für Konjunkturforschung au fdie Frage nach Ler künftigen Entwicklung der E s f c k t e n m ä r k t e ein, die gerade im gegenwärtigen Augenblick, wo sich der bisherige Sonjunkturab- schwung gefangen zu haben schein«, besonders bedeutsam werde. Was den Rentenmarkt anbelangt, so ist für feine Beurteilung nach Ansicht des Instituts der wichtigste Faktor die gewaltige Spanne zwischen Kapitalzins und den Sätzen des offenen Geldmarktes. Auf die Dauer könnten stch derartige Zinsunterschiede nicht halten, und der Ausgleichsmechanismus werde über längere Fristen hinweg wirksam. Der Abbau Set psychologischen Hemmungen sei bereits in Gang gekommen. Die Bargeldhortung nehme in allen Ländern ab, das Liquidisterungsbestreben der Banken (Kreditkündigungen), der Produktions- und Handelsunternchmungen (Lagerabbau) lasse nach. Da auch die Kreditsicherheit stch bes- sere, sei die Erwartung gerechtfertigt, daß das Mißtrauen all- mählich schwinde. Die Geringfügigkeit der Erträge, die durch Kapitalausleihungen am Geldmarkt zu erzielen seien, müsse dann zunehmend fühlbarer werden. Der bisherige Anstieg der Rentenkurse fei zunächst nur ein erster Schritt in dieser Richtung. Die Chancen einer wetterenAuflockerung des Rentenmarktes hingen im wesentlichen davon ab, daß neue Vertrauenserschütterungen aus wirtschaftspolitischen oder politischen Gründen nicht mehr erfolgten. Rein ökonomisch dürften die Voraussetzungen für weitere Kapitalumla- gerungcn zum Rentenmarkt gegeben lein.
I« Oktober ging der Ze«e»tabs«h «ts 246006 t "rück gegenüber 283 000 t im September Bemerkenswert daß diese aus saisonmäßigeu Eiuwirknugen berußende Abnahme »m rd. 13 Prozent gegenüber dem Oktober des Vorrahres, der «ine Absatzmindernng am 164 Prozent brachte, eine Milderung der Süschwächungsteaden, erkennen laßt.
Bezüglich des Aktienmarktes
weist das Institut darauf hin, daß die Destimmungsgründe der Aktienkurse im wesentlichen durch dieRentabilitäts- g e st a l t u n g bei den Unternehmungen und die jeweilige Höhe des Kapitalzinsenniveaus gegeben seien. Der bisher aus der Rentabilität lastende Druck habe stch mit der Unterbrechung der Preisbaisse und des Beschäftigungsrückganges gemildert. Auch von der kreditären Komponente des Aktienmarktes gingen, worauf die Vorgänge am Rentenmarkte hin- wtesen, günstigere Wirkungen auS. Der Kursumschwung der vergangenen Monate dürfte deshalb auch als von S k o n o. mischenFaktoren getragen bezeichnet werden. Die Erwartung eines stürmischen und nachhaltigen Kursauftriebes allerdings erscheine im Augenblick noch verfrüht. Da Preise und Produktton zunächst in ihrer Horizontalbcmegung verharren dürften, so würden die Aktienkurse entsprechend vorerst eine, möglicherweise leicht aufwärts gerichtete P e n d e l b «-
Das Konfunkturinstitut urteilt:
Wie werden die Kurse?
•»Leicht aufwärts gerichtete Pendelbewegung'M
„Sekretärin? Wir haben doch noch niemals eine Sekretärin gehabt."
„Aber jetzt haben wir eben eine."
„Ach so!"
.Flicht ach so! Fräulein Petersen war kein richtiges Zimmermädchen, ste ist in Wirklichkeit Philosophiestudentin."
,Da kennt stch der Teufel aus," rief John Hogan unbesonnen. „Aber es ist ja egal, ob ste nun Zimmermädchen oder Philosophin oder Sekretärin ist, ein leckeres Mädchen bleibt ste doch, wenn Sie mir diese Bemerkung erlauben, Kapitän."
„Aber natürlich, John", lachte Barker. „Ich bin übrigens ganz „Ihrer Meinung. Ich möchte Sie nur bitten, recht höflich zu Fräulein Petersen zu sein."
Der Chauffeur machte eine beruhigende Handbewegung.
„Ich bin zu allen Damen höflich, Kapitän. Das liegt so in meiner Natur."
„Dann ist alles in bester Ordnung.' Er ging zum Schreibtisch und nahm den Telephonhörer äb. „Ich will jetzt Fräulein Petersen anrufen und fragen, wann wir kommen sollen."
John Hogan hörte sehr verblüfft zu, mit welchem Respekt sein Chef zu dem Zimmermädchen sprach, das eigentlich Philosophie betrieb, ein Eeschäft. von dem der frühere Steuermann stch nur eine unklare Vorstellung machen konnte.
Barker beendete sein Gespräch mit Fräulein Petersen und sagte:
„Wir fahren um halb vier. John."
„Jawohl, Kapitän", antwortet« der Chauffeur und verliest das Zimmer, das er so niedergeschlagen betreten hatte, in der allerbesten Laune.
Fräulein Petersen hatte das Gefühl, den Kapitän Barker seit einer Ewigkeit nicht gesehen zu haben, als ste ihn heute wieder erblickt«. Es schien ihr. als habe er stch verändert, aber vielleicht war es so, daß stch das Bild ihres Helden von dem lebende« Vorbild allmählich zu entfernen begonnen hatte.
„Wie ist es Ihnen gegangen, Kapitän Barker?"
.Danke, ganz gut. Und Ihnen, Fräulein Petersen?" „Ich hatte viel zu tun."
„Mit der Wohnungssuche, nicht wahr?"
Er benahm stch so schuldbewußt wie ein Ehemann, der seine Frau betrogen hatte.
„Das war nicht so schlimm. Ich glaube, das Richtige für Sie gefunden zu haben, Kapitän Barker. Es ist eine sehr schöne Wohnung, das heißt. mir erscheint ste schön, von sieben Zimmer» ..."
Di« geschloffen« Mitgliederversammlung per Hmtvtgemeinfchaft des Deutschen Etazelßandels lehnt« eine» eetnehtfomen Antrag verschiedener «erbände, in de« das Verbleibe« der Brrbänd« der Waren - nnd Kanfhän- i«r sowie der Lebensmittelfilialbetriebe »» der Hanvtgemeinschaft als unerwünscht bezeichnet wurde * b. a«d -war mit 128 gegen 85 Stimmen, also im Stimm- etwo 3:2- Die Versammln»« beschloß die so- ^rti«« Er»ketznng eines Ansschnffes zur Borbereitnng einer Aednernn« des Orga«i f a t io»sanfba»«s der Hwwtgemeinschaft, durch dir bi« Mei»««« der Mehrheit wwi« der verschiedene» Gruppe» des Einzelhandels in Zn» knnft eindentiger zn« Ausdruck gebracht werde» kau«. Zn de« Ergebnisse» dieses Ausschusses soll eine Mitgliederoer- sammluug i» der erste» Hälfte des Jahres 1933 Stellung
Weitere Anträge zur Satzungsänderung wurde« diese« Ausschuß als Material überwiese«.
Die Mitgliederversammlung der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels beschloß weiter mit 184 gegen 71 Stimme«, die vereinigten Struerausschüsse der Hauptge- «einschaft zu beauftragen, auf der Grundlage einer W a - r« «haus -und Fili al steuer Anträge auszuarbeiten und der Mitgliederversammlung der Hauptgemeinschaft tat nächsten Jahre vorzulegen. Sie beschloß ferner, den Steuerausschutz mit der Prüfung zu beauftragen, ob autzer- de« «och eine allgemeine Grotzbetriebssteuer tat Einzelhandel zweckmäßig er scheint, und auch hierüber der nächsten Mitgliederversammlung zu berichten.
Der Verband dentscherWar«»- »nd K a n f h L « s« r bat an die Hauptgemeinschaft eine«
Brief gerichtet, der folgende« J«halt hat:
„Das Präsidium des Verbandes deutfcher Waren- und Kaufhäuser stellt fest: Di« M i » d e r h e i t, die beute Dor- «tttag in der Mitgliederversammlung der Hauptgemein- schaft des deut-schen Einzelhandels für de« Antrag gesttmmt bat. datz di« Zugehörigkeit der Warenhäuser, Einheitspreisgeschäfte und Filialbetriebe zur Hauptgemeinschaft unerwünscht sei, ist so beachtlich, daß eilte gedeihliche Zu- sammenarbeit innerhalb der Hauptgemeinschaft «i ch t «ehr möglich erscheint. Diese Auffassung wird durch di« später erfolgte Annahme des Antrages des Reichst»«!- bandes deutscher Schuhhändler bestätigt. Indem die Mehr- heit der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels Son- derstener» für einzelne Gruppen des eigenen Berufsstandes fordert und die Steuerausschüffe mit der Ausarbeitung eines erpstneednechnsssstMa sffsisttza sssststtza sssststtza fist eines entsprechende« Gesetzentwurses beauftragt, hat sie 8 1 der Satzung, der die Wahrung der gmeeinschaftlichen Interessen des Einzelhandels vorschreibt, gröblich verletzt.
Deswegen erklärt das Präsidium auf Grund der ihm erteilte« Vollmacht de« Austritt des Verbandes deutscher Waren- und Kaufhäuser aus der Hauvtgemeiu- schaft des deutsche« Einzelhandels mit sofortiger Wirk«««."
Der Brief ist für den Verband deutscher Waren- nnd Kaufhäuser unterzeichnet von Bach- und Bernhard.
Die Hintergründe
In einer an die öffentliche Mitgliederverfammlung der Haupwemeinschaft des Deutsche» Einzelhandels anschließenden Pressebesprechung -ab Dr. Tiburtius einen Ueberblick über den Verlaus der Tagung und betonte, datz fich eilte Annäherung der gegensätzlichen Standpunkte innerhalb der Hauptgemeinschaft ergeben hatte. Die i)iit= gliedcrversammiung billigte die in einem Anträge des Relchsverbandes Deutscher Schuhwarenhändler niedergelegten Grundgedanke» auf Einführung einer Warenhaus- und F i l iaIsteuer und erklärte sich damit einverstanden, «inen Gesetzentwurf auszuarbeiten sowie zu prüfen, ob sich die allgemeine Einführung einerc Großbetrtebssteuer empfehle. Die vereinigten Steuerausschüsse sollte» den gesamten Fragenkomplex noch einmal durchberaten. Durch den Beschluß des Warenhausverbandes, mit fr ■’«,
ans der Hauptgemeinschaft auszutreten, sei jedoch eine gänzlich geänderte Sachlage entstanden, da hierdurch die Zusammenarbeit vorläufig ausgehoben wurde. Unabhängig hier
„Bitte. Wenn Sie länger bleiben wollen, brauchen Sie stch nur an meinen Anwalt zu wenden. Fräulein Petersen weist Bescheid. Wegen der Inventaraufnahme.
Fräulein Petersen unterbrach ihn.
„Damit müssen Sie Mr. Barker nicht belästigen, Herr Rördanz. Das machen wir beide allein/
(Fortsetzung folgt.)
Die Warenhäuser treten aus
Spaltung in der Hauptgemeinsdiaft des deutschen Einzelhandels
nicht, dost ste reizvoll und begehrenswert war. dachte ste voll Bitterkeit und blickte trübselig vor stch hin. „Wo ist diese Wobnnnq?"
„In der Rudolstädter Straste. Richt weit von hier."
„Das ist sehr angenehm für Sie, Fräulein Peterken."
Sie stand aus.
„Wir können die Wohnung setzt besichtigen. Kavitän Barker, wenn es Jbnen recht ist. flch babe Herrn Rördanz mitaeteflt. dast wir um vier ITfir kommen werden."
„Dann wollen wir natürlich gehen, Fräulein Petersen."
Sie verliesten die Wohnung und traten auk di« Straste. Al« Fräulein B-t-rt«n den Chauffeur iah. der böslich grüßte und ein Gesicht machte, als erkenne er das Zimmermädchen n'ckst wieder, lächelte sie und gab ihm die k>-md. Es geschah ?n einer ntahrlchetaffch nn- beumfiten Reaung von Dankbarkeit, zu der sie sich John ffoaan aeaennber verpflichtet hielt, weil er in einer s"mvath'lchen und wirkunasvollen E"'s-^denffaur Modell siand Sie kam sich v'-lleicht als S^"ldnerin dieses Cbanlsenrs und sein»s Kerrn vor. die >br mebr gaben, als sie jmnals zurückerßatte» konnte. In jedem \
9ta untragbar fei. Der Steuerentschluß stellte etae ent«*» satzliche Enttchsidurtg har: (riefe Handlungsweise bedeut« eine« Bruch mit dem in de« 'Statuten der Hauptgemeinschaft sestgelegte« Grundsätzen. Der Verband Deutscher Waren- und Kaufhäuser sei bereit, mit allen Verbänden, die ihre Ziele mtt ihm in gleicher Richtung verfolgen, i« einer Interessengemeinschaft zusammenzuarbeiten. Dagegen (ei leie Zusammenarbeit mtt den Einrichtungen der Hauptge- chetnschaft unmöglich geworden. Bis jetzt lasse fich noch mcht übersehen, ob auch andere Verbände, wie beispielsweise der Filialbetriebsverband, die gleiche Sonse- auenz wie der Warenhausverband ziehe« werden. Der Warenhausverband mißbillige de« von der Miigliederver- sammlnita der Hauotgemetnschast angenommenen Antrag des Verbandes der Schuheinzelhändler, da dieser ans eine ? t ei s e r h ö h u n g hinanSlaufe. die fich zum Schaden der Konsumenten auswirken würde. Di« Durchführung des ^ou^ntcuerentwurfes würde in der höchsten Stufe eine zusätzliche L-teuerbelaftung von 17,45 Prozent bedeuten. Auch der Reichsvterband der Rahrungsmittelfilialbeiriebe stehe, soweit sich übersehen lasse, ans dem Standpnukt. datz eine etonieriteuei unannehmbar sei. Der Warenhansver- band sei gegen jede Zentrabifierung: den örtlichen Organi- fattonen werde die Regelung der Frage ihres Austritts ans der Hauptgemeinschaft selbst überlasse« bleibe«. Bo« der Ltellungnahme der einzelne« Verbände zu den auf der Mngliederverlammlung der Hauptgemeinschaft gefaßte« Beschlüsse « werde Me weitere Gestalt»«« der Dinge abhangen.
Die ^m Anfsschisrat der MetaHmgrens»»rik ? ” J *"■ H- Wltz « e r A.-G , Zella-Mehlis, vorgeleate Bilanz sür das am 30, 3»»i 19Z2 abgelanfene GeiMtsiahr wcitt «inen Reingewinn oo» 76 145 168 034) RMans.der einftöL Vortrag von 68 034 RM mit insgesamt 144180 I
Dus Gast ebuch
Die Dresdner Gemäldegalerie ist weltberühmt Jeder auswärtige Besucht, den die Mutter beim Kochen los fern rotH, wird hingeführt. Nun hat die Verwaltung der Gemäldegalerie eine Neuerung einaefübrt Beim Eingang liegt ein Gästebuch, in dem die Be-
Namen eintragen können. Hinter dem Namen rft Platz für Bemerkungen über Wünsche Anregungen, Gründe des Besuches. Die dritte Notiz des Buches lautete:
„Gutsbesitzer Elinger aus Glauchau, weil es reg- G^uaenb") .
NM vorgekrageu werben soll. Der Anffichtsrai hat beschlösse». der ans de« 12. Dezember «ach Erfurt einmbem- feade« o. G.-B. «i«e Verschmelzung mit bea Vereinigte» Tbüri«ger Metallwarenfabrik«« A.-G. derart vorznschlage«, datz 600 RM V. Tb. M.-Aktie« i« 100 RM »fiten der Metallwarenfabrik norm. H. Witz «er A.-G. ««getauscht werde«.
Kraft«« läge« A.-G.. Serha. hat beschlösse«, der -« 7, Dchember 1932 #ottftnbenben G.-V. für das a« 30. 3a«t 1S32 beendete Geichattotahr die Verteilung von wieder 6 Pro««) Dividende auf das ditüdendenberechttgte Kapital
_ Die G.-B. der G. D. M-girus A.-G.. Ul« «. b. Dona«, genehmigte den Abschluß für 1931 und beschloß die Herabiehnng des Aktienkapitals in erleichterter Form von ^008 000 auf 3.,2 0W NM. Ferner stimmte die G.-B. der Wiedererhöbung des Stammaktienkapitals auf 2 Mill. RM zu.
_ Me Martin Ma» Leder werk« A.-G.. Fraukfurt «• M„ staebt bekannttich rin«« -ubergerichtliche« Bergleich on. Es ist beabsichtigt, das Umlaussvermögen zu lianidirre« . Es dürfte mit einer Quote von 30 bis 40 Prozent jn Ä'Ätr^ ÄOß^Äef&’Ur "Er
etaea'6$etlStt mm
A-G.. Sj«««I»«eig. beschloß die ve!üble,ta«g des «kiieukatritals »on 5.0 aus 3.5 Mill. RM durch Emziehnug vo» 1.5 Mill. RM eigene« Aktie». Rach Abichreibnngen »o» 1459 791 RM (i. V. 575 779 RM) erchbt sich Mr l9M c« "euer «ertast vo« 208 508 RM. so daß die Lila« Ä »MÄ 1 ^Etvertast -»«
Er verwahrte den größten Teil des gewonnenen Geldes in seiner Handtasche neben dem ziemlich wertlosen Scheckbuch und versperrte die Tasche sorgfältig. Dann ließ er den Chauffer kommen.
Hogan trat mit einem sorgenbeladenen Ge- stcht em. Er hatte die halbe Nacht schlaflos dagelegen und stch den Kopf zerbrochen, wie man aus dieser verdammten Flaute herauskommen könnte.
„Wir haben Geld. John', sagte Barker fröhlich.
Hogan blickte ungläubig erstaunt den Chef an. Sern Gesicht begann zu strahlen.
„Das ist großartig, Kapitän." Er hätte gern ge- wußt, auf welche Weise sein Herr dieses Wunder zustande gebracht hatte, aber er hütete sich, eine so ungehörige Fra"- zu stellen. „Und wir brauchen dem Wagen weder zu beleihen noch zu verkaufen?"
„Brauchen wir nicht mehr, John?"
Der Chauffeur unterdrückte mit Mühe einen robusten Fluch der Freude.
»Das soll Ihnen einer nachmachen, Kapitän!"
Daniel zählte fünfzehnhundert Mark ab und reichte sie Hogan hin.
»H^er haben Sie mit bestem Dank Ihr Geld zurück, Zohm .
„So viel kriege ich gar nicht. Kapitän."
^Zinsen!" lachte Daniel.
„Schönen Dank auch" antwortete der Chauffeur «nd verstaute das Geld in seiner Feldwebeltasche.
„Jetzt passem Sie auf, John. Ich habe mich entschlossen das Hotel zu verlosien und eine Privatwohnung zn nehmen."
.Das ist ein feiner Entschluß, Kapitän", rief John Hogan begeistert.
„Ich hoffe, daß wir sckon morgen werden ausziehen können. Fräulein Petersen sucht eine passende Wohnung für mich" Varker machte ein vergnügtes Ee- stcht. „Sie wissen nicht, wer Fräulein Petersen ist?"
»Keine Ahnung, Kapitän."
.Dennoch ist sie eine gute Bekannte von Ihnen."
»Son mir? Das ist wohl ein Spaß, Kapitän,"
.Das ist Ernst. Fräulein Petersen ist unser Hotelzimmermädchen gewesen."
„Die hübsche Blonde mit den gefährlichen Augen und mit der kleinen Brust?"
„Aber John!"
„Na, kenne tdj . erklärte Hogan sachverständig. „Also dieses nette Kätzchen ist Fräulein Petersen? Aber wenn ich fragen darf, Kapitän, was hat Fräulein Petersen mit der Wohnungssuche zu tun?"
Fräulein Petersen ist meine Sekretärin, John."
Hogan ritz di« Augen auf. j
Für Senkung der Krafttahrzeugsteuer
Sine Eingabe der Industrie- und Handelskammer Kassel-Mühlhausen
Di« Industrie- und Handelskammer Kassel-Mühlhause«, Sitz Kassel, richtete an die maßgebenden Ministerien eine Eingabe, in der eine Herabsetzung der Kraftfahrzeuasteuer um 50 Prozent und die Abschaffung der Abmeldungsmoglichkeit Während des Steuerjahres gefordert wird. In der Begründung hierzu wird u. a. ausgeführt, datz die Belastung des Kraftverkehrs durch Pauschalsteuer, Treibstosfelnsuhrzölle, Schmierölzoll und Spiritusbeimischungszwang ein außerordentliches Ausmaß erreicht habe. Ein erheblicher Rückgang des Kraftverkehrs sei in den letzten Jahren eingetreten, der nicht allein auf die ungünstige allgemeine Wirtschaftslage zurückgeMhrt werden könne, sondern zu einem ganz erheblichen Teil «ine Folge dieser produktions- und verkebrshemmende« Belastung sei. Der Beweis für die Richtigkeit dieser Austastung ergebe stch aus den Erfahrungen, die der Freistaat Danzig mit der 50prozentigen Herabsetzung der Krasstahrzeugsteuer gemacht habe.
Wenn auch nicht anzunehmen sei. datz in allernächster Zukunft der sich aus der Steuersenkung ergebende Einnahmeausfall durch Neu- bezw. Wiederanmeldungen von Kraftwagen voll ausgeglichen werde, so sei nicht zu verkennen, datz durch den mit einer Zunahme des Kraftverkehrs verbundenen Mehrverbrauch an Treibstoffen eine erhebliche Steigerung der Zolleinnahmen des Reiches eintreten würde. VIA mehr fall« aber der Umstand ins Gewicht, datz eine Senkung der Kraftfahrzeugsteuer geeignet fei, für die Belebung der Wirtschaft und zur Erleichterung des Arbeitsmarktes in erheblichem Matz beizutragen. Die Reichsregierung werde sich also in Widerspruch zu ihrem eigenen Wirtschaftsprogramm fetzen, wenn ste auch weiterhin der ungünstigen Entwicklung des Kraftverkehrs und der Kraftfahrzeugindustrie untätig zusehen werde. Die Verwirklichung dieser Forderung erscheine Umso notwendiger, als die Belastung des Kraftverkehrs erst kürzlich durch die Steigerung des Benzinpreises um 4 bezw. 6 Rpfg. eine erhebliche Steigerung erfahren habe.
15 Millionen Daimler-Verlust
Der Zug zum Sleimvage«.
Ser Aufsichtsrat der Daimler-Benz A.-G., Setfi» Stuttgart, hat den Abschlutz für das abgelaufene Geschäftsjahr festgelegt. Der Zusammenbruch der Kaufkraft in weiten Schichten der Bevölkerung hat im zweiten Semester des Berichtsjahres eine völlige Umstellung des Geschäftsbetriebes von de« mittleren und großen Fahrzeugen auf billigere «nd kleinere Personenwagen erfordert. Auch in Lastwagen ist die Kundschaft vielfach auf die Heineren Typen übergegangen, insbesondere gezwungen durch di« Bestimmungen der Rotvev-
von werbe taöoch der Nmftellnngsausfchnß »er $auotaemetnidMTt ta Funktion treten, um auf »ent Gebiete
Aufbaues der Organisation Konkretes iu leiste«. Zum Zweck« einer gemnden fachliche» Zusammenarbeit sei eine Zusammenfassung »er verwandten Gruppe» geplant. Diesem inneren Aufbau entsprechend sollen dann die Organe der Hauptgemeinschaft gebildet werden. Auch in der U m - s a bsteuerirage müsse sosort Klarheit geschafse« werde«. um die Maßstäbe für eine Staffelung dre Steuer und einen gerechte« Interessenausgleich zu ftnben.
I» einer weitere», vorn Verband Deutscher Waren- «nd Kaufhäuser veranstalteten Besprechung begründete Professor Bernhard den Austritt des Warenhausoerbandes aus der Hauptgemeinschaft.
Der Warenhausverband hätte sich zn »iesem Schritt entschließe» müsse», da eine Zusammenarbsit mit der Hauptgemeinschaft durch den Beschluß, gegen einzelne Gruppen innerhalb dieser Organisation Soudersteuern zu beantragen, für
„ She uns. 6er Reichsbund 6er Deutschen Metallwaren» Jndustrie mrttttlt. haben sich in 6er Metalltvaren- Industrie die Anzeichen einer geringen Beleb» u gverftarki. In zahlreichen Fabrikatioziszweiaen («. a. Besteck«, Taselgerate. Hans- und Küchengerät«, Alu- «tata«m>uren, Waagen) hat die Beschäftigung zugeuom- men. Der bessere Beschattiguugsstand ist wegen des bevorstehenden Wtihnachtssestes voruriegeud saisonbürinst.
Im Oftober 1932 belief sich die Robeiseuerzen- g n «is im deutsche« Zollgebiet aus 332 959 t gegen 272 8981 i« .Bormonat Arbeitsiaal ich wurden im Oktober dnrch- Anittlich 10 741 t er Maien, d. h. 18.1 Prozent mehr als im September 1932. »a« 155 (155) Hochösen waren 39 ta Betrieb (32) nnd 46 (o3) gedampft.
.Die deutsche Robstablerzeugung (oh«« Saar» «obiet) beließ sich int Oftober 1932 ans 522 222 I »eeen i tm SWtember. Arbeitstäglich wurden tat Oftober SfÄSSti’Ä1
MtaSf rn^U^bgrdaS -^?Etliche Vergleichsverfahren er» öffnet worden. Bergleimstermrn liebt am 9 Dezember »» Der augenblickliche Status verzeichnet Pasfioe« von 725 100 oÄrnnet ^900 StA'"WA «Aden
ich mit sieben Zimmern attfangen, Fran- I Fall hatte sie mit diesem spontanen Händedruck Joh« lern Petersen? Hogan für sich aewoanen.
„Sie merken gar nicht, daß es sieben Zimmer find. I x
Sie werden sehen. Die Wohnung ist außerdem sehr |
billig, das heißt, sie wird Ihnen billig erscheinen Der I Das Haus t« der Rudolstädter Straße war em Besitzer verlangt sechshundert Mark." ' I Srofiei, rundgebauter Bloch, den wüste Bauplätze um-
„Pro Woche?" I gaben.
Fräulein Petersen lachte herzlich I „Die Aussicht ist nicht berühmt", erklärte Fräulein
„Sie sind gut. Für den Monat natürlich" I Petersen, als sie aus dem Wagen stiegen, „aber daraus
„Das ist ein Geschenk." I legen Sie wohl kaum großen Wert, Kapitän."
„Geschenk wollen wir doch nicht sagen. Sechshundert I „Mit den schönen Aussichten haben wir die schlech- Mark sind viel Gelli." I testen Erfahrungen gemacht, nicht wahr, John?"
„Warum wird die Wohnung vermietet, Fräulein I Der Chauffeur nickte lächelnd.
Petersen," I „Ganz in der Nähe ist eine gute Garage", bemerkte
„Der Besitzer ist ein Architekt mit Namen Rördanz. I Fräulein Petersen. „Abgeschlossene Boxen find frei, ein sehr begabter Architekt, der nach Angora fahren I Sie wrden für den Monat fünfzig Mark bezahlen, will, weil er dort einen großen Auftrag zu bekommen I Mr. Hogan."
hofft. Ich habe den Eindruck, daß er di« sechshundert I „Vielen Dank, Fräulein Peters«."
erll^rau" eins I <■ ^°9an sah seinen Herrn an. als wollte er ihm
I sagen, haß Fräulein Petersen tatsächlich eine erstklassige sfflO UDTtcfens [ufott tu bet /yteunben. oie I ^rfrptSrin iw r»iit
können also die Wohnung schon morgen beziehen, falls
sie ^nen gefällt “ I Der Architekt Rördanz, der sie empfing, war em
?,6ie wird mir bestimmt gefallen, wenn Sie Ihnen £“8ererr “nb eingeschüchterter Herr mittkien Alters, schön erscheint. Fräulein Petersen." der aussah^ als hatte er schon viele Hoffnun"en be-
„Jch möchte Sie nicht beeinflussen, Kapitän." graben Wahrer^ er den Kapttan und seine Beglet»
„Warum nicht?" fragte er galant und glich mehr «J« durch dte Wohnung führte, beobachtete er angst- und mehr einem schuldbewußten'Ehemann. die Raume auf den sehnsüchtig
.Ach ich! Wer bin ich denn?" erwarteten Mieter machten. Um die Wahrheit zu ge-
Sie war unsicher und besannen weil sie das (ste- stehen, so machten diese Zimmer gar keinen Eindruck
flihl hatte, diesen Mann fortgesetzt zu bestehlen, seitdem °uf Daniel. Sie blieben ihm fremd, weil ste nüchtern, sie sich entschlossen hatte, aus ihm einen Romanhelden I *aIt> phantasielos und fachlich waren, kein Heim son-
zu machen. I dein eine praktische Sicherung gegen Regen und Kaltem
„Sie unterschätzen sich. Fräulein Petersen. Siestnd „Sehr schön", behauptete Daniel höflich. „Ich nehm« das klügste und — und — intelltgenteste innge Mad- die Wohnung. Vorläufig für einen Monat chen. dem ich jemals begegnet bin " Warum sagte er Die hohlen Wangen des Architekten röteten stck vor