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Kasseler neueste Nachrichten

Donnerstag, 17. November ISN

Seite 2 1. Beilage

Flugmeldeübung in Mitteldeutschland

im Ausland verwendeten Militärflugzeuge (140 Stun- I denkilometer gegen 250 Stundenkilometer) noch ihre 1

legenen Gegners nicht die gebührende Reverenz

ver-

Aussicht

Aussichten für Freitag:

Moraeus 8 USt

76%

Auch auf andere MAGGI-Erzeugnisse,wie MAGGI5 Suppen und MAGGI5 Fleischbrühwürfel, gibt es Gutschei

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der und

Neblig mit Aufklaren, trocken, Nachtfrost.

WetterbeobaStuu« »e* 16. Se»m$er.

Ermietete Flugzeuge eine Militärluftfahrt ist Deutschland nach dem Versailler Vertrag verboten werden zur Zieldarstellung verwandt werden. Auf Durchführung und Auswertung der Hebung mutz sich diese Behelfsmatznahme nachteilig auswirken, weil die Zivilflugzeuge weder die Geschwindigkeit der zur Zett

Steigfähigkeit (3000 Meter gegen 68000 Meter) erreichen.

Die Hebungslage hat auf diese Mißstände weit­gehende Rücksicht nehmen müssen und nicht vermeiden können, daß durch sie hie und da im Verlaufe der Hebung Verhältnisse eintreten werden, die dem Ernst­fall nicht entsprechen.

Die Dienststellen des Flugmelde- und Luftschutz­warndienstes werden durch Zivilpersonen besetzt wer­den, die sich freiwillig für diese Zwecke zur Verfügung gestellt haben.

In den heuttgen Zeiten schwerer wirtschaftlicher Not ist diese freiwillige Meldung um so höher zu wer­ten, als seitens der leitenden Behörden eine Ent­schädigung für die Dienstleistung nicht gewährt wer­den kann. Allen denen, die stch selbstlos in den Dienst der Allgemeinheit im Rahmen der Hebung stellen, ge­bührt daher schon jetzt der Dank der Hebungsleitung.

Für die nicht beteiligte Bevölkerung sei darauf bingewiesem, daß die Hebung nach außen wenig in Erscheinung treten wird.

Die Vorbereitung der Luftsckmüsibung. Der Arbeits­ausschuß des Lustschutzbeirates Kassel trat am 9. d. Mts unter Vorsitz des Polizeipräsidenten zu einer außer­ordentlichen Sitzung zusammen, um die Vorbereitun­gen für die am 22. Nov. 32 geplanten Luftsckmtzübun- gen zu treffen. Insbesondere verlangte die Verdunk- lungsübunq durch die nicht nur eine große Anzahl von Betrieben, sondern allgemein auch die Oeffentlich- kett betroffen werden wird, eine eingchende Vorbe­reitung. Hebet die Einzelheiten der gesamten Lust­schutzübungen ist eine aufklärende Veröffentlichung be­reits vor einigen Tagen erfolgt.

Film der Unfälle

Um seine großen Schmerzen zu Betäuben, griff in der Kasseler Straße ein 46jähriger kriegsbeschädigter Lagerist zu einem vor längerer Zeit seiner Ehesrau verschriebenen Schlafmittel, nahm aber in Unkennt­nis der Wirkung statt einer Tablette deren elf und wurde von seinen Angehörigen mit allen Anzeichen einer schweren Vergiftung und nach schwachen Lebenszeichen aufgefunden. Die Arbeitersamariter­kolonne mußte ihn in das Landeskrankenhaus bringen.

Einen nicht alltäglichen Unfall erlitt Dienstag mittag ein 30jähriger Rottenarbeiter aus Harles­hausen. Er war auf dem Hauptbahnhof in der Nähe des sogenannten Kaiserschuppen mit noch mehreren Kollegen mit Gleisreparaturen beschäftigt. Beim Vor­beifahren eines v - Zuges waren Die Leute zwar vor-

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7675 + 1 .76%

Mitaeteilt von Dwlomovtiker

Hausfrauen hoch in Kurs, je kühler der Wind um die Nase wcht. Weintrauben zu 2535 Pfg., Walnüsse zu 3840 Pfg., Haselnüsse zu 35 Pfg-, Aepfel zu 15 bis 25 Pfg. und Birnen zu 20 Pfg. laden zum schmausen und knabbern ein.

Das nordwestliche Hochdruckgebiet breitet sich bis über das Festland aus und wird bestimmend für die Wetterlage. Im Bereich seiner absinkenden Luft­masten wird sich die Nebeldecke zeitweise aufllaren und nachts wieder stärkerer Temperaturrückgang ein­treten.

Temv. C Lustfeuchtigkeit

+ 2» 88%

+ 1* 90%

17. November.

Die wichtigste Aufgabe des Flugmeldedienstes be­steht darin, den Luftraum im Falle eines Krieges nach feindlichen Flugzeugen zu beobachten und durch ihre rechtzeitige Meldung die Vorbedingung für pas­sive zivile Lustschutzmaßnahmen zu schaffen. Diese Aus­gabe kann nur erfüllt werden, wenn das Flugmeldenetz bereits in Friedenszeiten ausgebaut und von Zeit zu Zeit überprüft wird. Demzufolge schenken das Aus­land, vor allem unsere stark gerüstete Nachbarstaaten, diesem Gebiet der Landesverteidigung besondere Auf­merksamkeit.

Deutschland ist hinsichtlich des Luftschutzes im Reichsgebiet bekanntlich auf rein passive Maßnahmen angewiesen. Hm so mehr ist es daher erforderlich, diese passive Vorbereitungen und im besonderen das Flug- meldenetz in den einzelnen Gebieten des Reiches zu erproben. Diesem Zwecke dienten bereits die Flug- melbeübungen in Ostpreußen und in den Küstengebie­ten. Mitte November soll eine weitere Hebung in Teilen der mitteldeutschen Länder und Provinzen statt­finden. Diese Hebung stellt eine Fortsetzung der vor­genannten Erprobungen dar, deren Erfahrungsergeb­nisse bereits berücksichtigt werden.

Die Hebung wird infolge der Größe ihres Gesamt­bereichs in einzelne Hebungsabschnitte eingeteilt sein.

DieCapitols-Lichtspiele führten den Film in Kassel Dienstag abend zuerst im Rahmen einer Festvor­stellung vor teilweise geladenen Gästen vor, zu der ein Orchester unter Leitung von Kapellmeister Eng­ler als Einleitung dieOuvertüre 1812" von Tschai­kowski beisteuerte. Die starke Aufnahme, die das Werk gefunden hat, wird ihm in Kassel einen_grofjcn Erfolg sichern.

schriftsmäßig zur Seite getreten, hatten aber ans Ver­sehen eine Kreuzhacke auf den Schienen liegen lassen, über die die Maschine hinwegfuhr, sie zur Seite schleu­derte und den Arbeiter so unglücklich an den Kopf traf, daß er außer einer schweren Schulterverletzung einen Schädelbruq erlitt, so daß er durch die Santtätshaupt- wache in bedenklichem Zustand in das Rote Kreuz- Krankenhaus eingeliefert werden mutzte.

Ein Invalide überfahren. Am 15. d. Mts. gegen 11 Hhr wurde ein 62jähriger Invalide beim Heber» queren des Fahrdamms an der Fuldabrücke von einem Kraftradfahrer angefahren und zu Boden gewor­fen, wobei er eine Gehirnerschütterung, einen Nasen­beinbruch und Fleischwunden davonttug. Der Verletzte wurde nach Anlegung eines Notverbandes durch die Arbeitersamariter ins Landesttaittenhaus überführt. Angetrunkener Kraftwagenführer. Am 15.11. gegen 22.30 Hhr wurde ein Personenkraftwagen, der im Zickzack fuhr, in der Leipziger Straße gesehen. Der Schutzpolizei gelang es, vor der Wirtschaft N. in der Leipziger Straße den Führet zum Halten zu veran­lassen. Dieser war angetrunken und hatte weder einen Führerschein noch eine Zulassungsbescheinigung bei sich. Der Personenkraftwagen wurde von der Polizei sichergestellt.

Tannenberg

Oer dokumentarische Film über die Schlacht von Tannenberg im «-Capitol

und zielbewußt gliedert er alles ein. Mit keiner An­ordnung verläßt er die vorgezeichnete Linie und zwingt so den Erfolg.

Die Darstellung vermeidet jede Uebertreibung. Sie ist schlechthin dokumentarisch. Und vornehm in der Gesinnung. Der Feldherr tritt nie besonders hervor, feine Persönlichkeit bleibt im Hintergrund, allein feine Anordnungen wirken. Auch die anderen gefchichtlichen Persönlichkeiten auf deutscher Seite sind dem Rahmen eingefügt. Die noble Gesinnung des Films zeigt sich aber besonders in der Schilderung der Vorgänge auf russischer Seite. An dem Schiller- wort ,Ein furchtbar wütend Schrecknis ist der Krieg" ist nichts gemildert, aber die Russen und ihre Gene­räle sind so gezeichnet, wie es die geschichtliche Wahr­heit gebietet. Auch hier erhärtet stch der dokumen­tarische Charakter des Films, ohne ganz auf drama­tische Effekte zu verzichten, zu deren stärkstem das Ende des geschlagenen Generals Samsonow gehört. Er hat nach der verlorenen Schlacht bekanntlich Selbstmord begangen. Das ist in einer menschlich so erschütternden Weise dargestellt, daß auch der glü­hendste deutsche Patriot dem Schicksal des unter«

In der Geschichte der Kriege wird die Schlacht von Tannenberg immer auf einem besonderen Blatt ver­zeichnet sein. Für das deutsche Empfinden wird die Erinnerung an Tannenberg stets verknüpft bleiben mit der Befreiung des deutfchen Osten von dem Druck der russischen Invasion und der Fernhaltung des Krieges von deutschem Boden durch deutschen Heldenmut und Opferwillen und durch die Feldherrn- leistung des Zweigestirns Hindenburg und Ln- dendorff. Das Epos vom deutschen Heldenmut im großen Kriege hat in Tannenberg feine hehrsten Klänge. Aber auch in der alle Völker umfassenden Geschichte der Kriege wird die Schlacht von Tannen­berg ihre überragende strategische und krieaswissen- " ----- ' immer behaupten. Man hat

großen Krieges ge- 116 v. Chr. Hanni-

Wandelst Du zum Wochenmarkt und es läuft Dir ein graues Katertier über den Weg, kehr um in Deine heimischen Penaten. Es geht bestimmt etwas schief. Entweder bekommst Du ein altersschwaches Huhn von der Tausendjahrfeier angedreht, ober ein robuster zäher Gänserich, an dem man sich die Zähne ausbeißen kann, wird Dein eigen. Steigt Dir aber ein rabenschwarzer Schornsteinfeger entgegen, dann ist die Sache richtig. Tue einen Freudenhupfer über so viel Glück in der Morgenstunde auf dem kurzen Weg mit der Gewißheit und kaufe ein, was der Beutel hergibt, denn alles geht in bester Ordnung.

Der ausgekollerte Truthahn zu 85 Pfg. das Pfund, die fette Ente zu 8090 Pfg., die zehnpfiindige Gänse- bame, bas biedere Suppenhuhn zu 6580 Pfg., bis bläulichen Toubenbäuchlein zu 6070 Pfg. bas Stück, das leckere Rebhuhnbrüstchen nichts wird Deine Zunge und Deine Kauwerkzeuge enttäuschen. Die Rehkeule, der Rücken zu 0,901, M., das Blättchen zu 7080 Pfg., der portionsfertig in Rücken und Keu­len zu 1 M. und Läufchen zu 80 Pfg. zerlegte Mei­ster Lampe werden Dir Seufzer des Wohlbehagens beim Genuß entlocken, so man sie noch gehörig mit Speckstreifen zu 8090 Pfg. das Pfund garniert und ein Pfund Butter zu 1,20 M. in die Pfanne wirft (aufs Butterbrot streicht man sie sich verwöhnter­maßen zu 1,301,40 M ). Dazu mutz das Schmant­dippen einen kleinen Schutz seines Inhaltes zu 30 Pfg. für den halben Schoppen hergeben, dann kann es an nichts mehr fehlen.--

Außer an einer mit Liebe bereiteten Rotkohlbei­lage zu 8 Pfg. oder einem in Butter geschwenkten Ro­senkohlgemüse zu 20 Pfg. das Pfund. Der Salat- freunb genehmigt stch dazu einen Endiviensalat zu 10 Pfg. oder eine Schüssel pikantes Nüßchen zu 1215 Pfg., eine Sellerie-Angelegenheit zu 1520 Pfg. oder einen herben Tomatensalat zu 45 Pfg. das Pfund. Ist das Portemonnaie schwach auf den Seinen, stillt man seinen Appetit an gefrorenem Grünkohl zu 10 Pfg., Spinat 2 Pfd. zu 15 Pfg., Hnterkohlraben zu 68 Pfg., Schwarzwurzeln zu 20 Pfg., Wirsing zu 6 Pfg., Weißkraut zu 45 Pfg., an Wurzeln zu 810 Pfg., eingemachten Bohnen zu 2530 Pfg., weißen Bohnen zu 25-30 Pfg.

Zum Freitag gefrört nach altem Brauch Fisch auf den Tisch. Bei einem tut es Schellfisch zu 4055 Pfg. Seelachs $u 40 Pfg Kabeljau zu 3040 Pfg., ein paar gebackene Schollen zu 45 Pfg. Wer sich höher versteigt, Aßt sich ein Stück Heilbutt zu 7080 Pfg-, ein paar handliche Barben cder Schupperte zu 60 Pfg., Barsche ju 70 Pfg., Fuldafische zu 3560 Pfg. oder ein Filet- paket zu 5060 Psg. das Pfund einwickeln. Die Haus­frauen, so ein Schmeckefüchschen zu beköstigen haben, liebäugeln mit einem fetten Karpfen zu 80 Pfg., einem Hecht zu 90 Pfg. oder zarten Schleien zu 90 Pfg., die man sich quieffchlebenbig aus dem Wafferbottich aus­wählen kann.

Das belebende Schnäpschen aus Schlehen uns Ha­gebutten für einen Groschen das Pfund ist bei bett

Grenze steht. Heber fruchtbar blühendes Land sich diesem Land mit Fleiß und Liebe widmende Menschen bricht der Krieg herein. Auf weißen Stra­ßen, die zwischen wogenden Kornfeldern, durch blü­hende Siedlungen und regsame Kleinstädte sich hin­ziehen, ergießt sich der Trotz des Krieges ins Land. Wo er den Fuß hinsetzt, bleiben Trümmer zurück. Menschliche Bande lösen sich ober werben jäh zer­rissen. Der Gutsherr (Hans Stüwe) zieht an der Spitze seiner Schwadron den Russen entgegen, der­weil seine Frau (Käthe Haack) auch nach dem deut­schen Rückzug das Gut hütet. Es wird zum Mittel- puntt kriegerischer Handlungen, in seinem Bestand bedroht, teilweise vernichtet, aber schließlich doch ge­rettet. Das Leid der Frauen und Kinder, der Men­schen überhaupt, wächst hier auf, gezeichnet ohne falsche Sentimentalität und Uebertreibung, eingefügt in die vornehme und klare Grundgesinnung des Films.

Das Werk ist eine Schöpfung des Regisseurs Heinz Paul, dem sich für die Abfassung des Drehbuchs noch Waul Oskar Höcker und Major a. D. Georg v. Viehbabn zur Verfügung gestellt hatten. Der Stoff ist meisterlich gegliedert und gestaltet und in die Hände erster Darsteller gegeben. Eine saubere Phowgraphie und Tonaufnahme vervollständigen das Werk nach der technischen Seite hin.

Entscheidung aufrafft, im Sinne der deutschen Ge­neralstabsstrategie Ostpreußen bis an die Weichsel zu räumen. Da besinnt man sich letzter Stunde auf eine andere, im Generalstab nicht zur Anerkennung ge­kommene strategische Auffassung des Ostkrieges, die die russischen Streitkräfte im Raume der masurischen Seenplatte stellen und schlagen will und bereit Ver­fechter der in Hannover im Ruhestand lebende Gene­ral v. Hindenburg war. Hindenburg wird be­rufen. Als er mit seinem Generalstabschef Luden- dorff im Osten eintrifft, wird der deutsche Rückzug gestoppt.

Der Film veranschaulicht in Svielhandlung und graphischen Zeichnungen die Entwicklung der neuen deutschen Strategie. Die drohende Vereinigung der von Norden kommenden Armee Rennenkampfs mit der von Süden her vorstotzenden Armee Samsonows soll verhindert werden. Die schwache deutsche Front wird einer schweren Belastungsprobe unterworfen. An einigen Stellen bricht sie zunächst ein, aber die geniale Beherrschung des Raums und der Mittel durch die deutschen Feldherren täuscht die russischen Befehlshaber. Sie sind angewiesen, mit ihrem Menschen-Massenangebot den Gegner einfach zu über­rennen, den Gegner, von dem man annimmt, daß er getreu seiner vorher festgelegten Strategie ohne ernstlichen Widerstand bis an die Weicht el zurück- weichen wird. Darum sind Rennenkampfs und Sam­sonows Armeen auch nicht voll ausgerüstet. Es fehlt an Munition und Verpflegung und die anstrengen­den Märsche haben die Leistungsfähigkeit der Truppen gemindert. Samsonow stößt auf die zwar schwächeren, aber mit genialer Planmäßigkeit eingesetzten deut­schen Streitkräfte, bei denen jeder Soldat weiß, worum es geht: Heimatboden vor der Geißel des Krieges zu bewahren. Die knappen und wuchtigen Proklamationen des Oberbefehlshabers an seine Truppen tote sehr gleichen diese kurzen, prägnanten und schmucklosen Satzgefüge doch den Kundgebungen, die der greise Reichspräsident heute noch an die Na­tion richtet! haben auch dem einfachsten Soldaten das Ziel gezeigt.

Episoden aus den erbitterten Kämpfen, klar, nüch­tern und ohne falsche Sentimentalität und Romantik, schildern den Heldenmut der Deutschen, ihre Opfer und Leiden und ihren großen Sieg. Geschlossen bleibt aber die Darstellung des strategischen Verlaufs der Schlacht. Dramatisch der Appell Ludendorfss an die Führer der Korps und Divisionen, keiner Steigerung mehr fähig das Wirken des damaligen Oberstleut­nants Hoffmann, des 1. Generalstabsoffiziers. Melde­reiter, Verbindungsoffiziere, Kraftfahrer und Flieger treffen ein, Funksprüche werden ausgenommen, Hilfe­rufe bedrängter Truppenteile bringen heran und Siegesmeldungen kommen. Alles stürmt auf den Feld- Herrn und ferne Offiziere ein aber einfach, klar

berg ihre überragen schaftliche Bedeutung sie mit Recht das Cannä des nannt Bei Cannä vernichtete 2: , .

bal die ihm vielfach überlegene Streitmacht der Römer in einer gigantischen Umfassungsschlacht und begründete damit seinen Jahrtausende überdauernden Feldherrnruhm. Bei Tannenberg umfaßten die unter dem Oberbefehl des in höchster Not berufenen Generalobersten von Hindenburg stehenden deut­schen Streitkräfte nach einem gleich genial und wage­mutig angelegten strategischen Plan die überlegene russische Narewarmee des Generals Samsonow, war­fen sie nach einem erbitterten dreitägigen Ringen und schufen damit Raum zu dem großen Schlag ge­gen die weiter nördlich stehende Njemenarmee des Generals von Rennenkampf.

Die historische Handlung des Films, die dokumen­tarisch belegt wird, führt gleich mitten in die Ereig­nisse hinein. Man erkennt die Linien der deutschen Generalstabsstrategie für den Fall eines Zweifronton­krieges: in dem Glauben, daß sich dierussische Walze" nur langsam in Bewegung setzen wird, liegt das Schwergewicht der strategischen Vorgänge im Westen. Hier soll der Feind mit allen zu Gebote stehenden Mitteln überrannt und geworfen werden, damit dann der inzwischen herangekommenen russi­schen Walze ein Damm entgegengesetzt werden kann. Im Ernstfall ist der deutsche Generalstab bereit, den Osten bis an die Weichsel zu räumen, um mit dem Festungsgürtel Thorn, Kulm und Granden; den russischen Vormarsch wenigstens so lange aufzuhalten, bis die Dinge im Westen zu einer Enffcheidung ge­führt haben. Dieser strategische Plan zeigt Ende August 1914 jedoch einen Fehler: die russische Walze, dargestellt durch die auf Ostvreußen marschierenden Armeen Rennenkampf und Samsonow, hat sich frü- ber als angenommen in Bewegung gesetzt und die schwachen deuffchen Streitkräfte an der Grenze zu­rückgedrängt. Ostpreutzen scheint verloren. Wir er­leben zu Beginn der Filmhandlung, wie sich der da­malige Oberstkommandierende der deuffchen Trup­pen, General v. Prittwitz-Gaffron, zu der schweren

Seit Sarorn. t. mm Mittags 12 Ubr 766,6

Abends 6 Ubr 767

BetietbeoSetbhtM »o«

sagen kann.

Eingeflochten in die historische Handlung ist eine reine Spielhandlung, in deren Mittelpunkt das Schicksal eines deuffchen Gutshofes unweit

Oie Kasseler Heilsarmee greift ein!

Wem ist nicht die segensreiche Arbeit der Heils­armee aus der Vergangenheit noch in ftifcher Er­innerung! Wieviel Not unb Elend hat sie schon lin­dern helfen. Denken wir einmal an die große Dotts- fpeifung in der Schlachthofstraße, wo täglich ca. 500 Portionen warmes Mittagessen an arme Familien kostenlos verteilt wurden. Wer weiß noch von der enormen Kleider- und Naturalienverteilung zu er­zählen?

Größer denn je ist die Not in diesem Winter. Die Heilsarmee hat sich entschlossen, ihr Aeußerstes herzu­geben unb soweit es ihr möglich ist, all denen Hilfe zu bringen, die es bedürftig sind. Nicht planlos wer­den die Gaben verteilt, sondern erst nach vorheriger Prüfung bet Verhältnisse findet die Verteilung statt, und erfordert bi es schon eine Menge Arbeit. Mitglie­der der Heilsarmee stellen ihre Zeit der guten Sache zur Verfügung unb helfen mit, anderen zu helfen. Sie richtet daher die Bitte an die Kasseler Bevölkerung, helfen Sie mit die große Not zu lindern. Gebrauchte Klettmngsstücke, Betten, Möbel, Lebensmittel, alles kann Verwendung finden. Senden Sie Ihre Sachen ober eine Postkarte an die Leitung der Heilsarmee, Kassel, Molttestraße 8. Dieselbe ist gern bereit, die Spenden abholen zu lassen. Auch Geldbeträge finden Verwendung und können ebenfalls dort ober auf das ScheÄonto 1819 bei der Stadt-Sparkasse eingezahlt werden. Helfen Sie bitte sofort!

Dafür gibt es keine Rente!

Die Entscheidung darüber, ob für Anfälle, die sich auf dem Wege von unb zur Arbeit ereignen unb bei denen ein Mitverschulden des Geschädigten festgestellt werden muß, eine Rente gewährt wird, ist nach der Notverordnung in das freie Ermessen der Berufsge­nossenschaften gestellt worden.

Das Oberversicherungsamt hatte jetzt zum ersten­mal über einen solchen Aall zu entscheiden. Ein Ver­sicherter hatte eine Straßenbahn beim Anfahren be­stiegen. Die Bahn war erst etwa 5 Meter von der Haltestelle entfernt Der Versicherte sprang nicht rich­tig, sondern glitt vom Trittbrett ab und erlitt Ver­letzungen. Die Berufsgenossenschaft wollte die Leistun­gen der Versicherungen nicht gewähren, wett sie in dem Verhalten des Versicherten ein erhebliches Mitverschulden erblickte, insbesondere deshalb, da bet Versicherte schon ein Mann in vorgerückten Jahren war.

Das Oberversicherungsamt entschied gegen den Versicherten, und zwar mit der überaus inter­essanten Begründung, daß die Behauptung deS Ver­sicherten, das Aufsprrngen auf die bereits anfahrende Straßenbahn sei durchaus üblich, zwar richtig sei und sicher auch von den Mitgliedern der Spruchkammern des Oberoersicherungsamts verübt werde. Ebenso richtig sei indes, daß jedermann wisse, daß er mit dem Aufspringen auf eine fahrende Straßenbahn etwas Verbotenes tue. Daher müsse man auch die Konsequenzen tragen, wenn einmal etwas passiere.

Vielleicht ttägt diese Entscheidung dazu bei, der Unsitte des Aufspringens auf eine fahrende Straßen­bahn energisch zu steuern.

Schule und Zeit

Hessens jüdische Lehrer tagen.

Zur Jahresversammlung der israelitffchen Leh­rerkonferenz Hessens hatten sich 35 Mitglieder des Vereins eingefunbeit. Schaumberg, Neuktr- chen, eröffnete die Verhandlungen. Er wies auf die Schwierigkeiten der wirffchaftlichen Lage hin, die auch das Vereinsleben nachteilig beeinflußten, be­tonte die Vorteile der Vereinigung mit gleichge­sinnten Berufsgenoffen und gedachte der harmoni­schen Zusammenarbeit mit dem Hessischen Volks- schullehrerverein. Landrabbiner Dr. Walter er­widerte die Begrüßung mit dem Hinweis auf die Israel. Lehrerkonferenz Hessens als wesentlichen Faktor für das kulturelle Leben der Juden Hessens unb dem Wunsche, baß der Besitzstand jüdischer Schulen in Hessen erhalten bleibe. Lehrer Stein­metz hob die Notwendigkeit der Selbstbesinnung und Erkenntnis im Strudel aufgewühlter Zeit her­vor. Oberkantor W i t e p f k i hielt ein Referat über Wesen unb Werte der jüdischen Musik". Die von trefflicher Sachkenntnis zeugenden, mit musikalischen Proben illustrierten Ausführungen fanden lebhaften Beifall bei den Zuhörern. Der Vorsitzende erstattete den Jahresbericht über die beiden letzten Vereins­jahre, die im Zeichen der Weltwirtschaftskrise stan­den und das jüdische Schulwesen Hessens in bedroh­licher Verfallserscheinung zeigten. Von 39 öffent­lichen Volksschulen verfielen fünf der Auflösung. Tie Verhandlungen wurden am Nachmittag mit dem Bericht über die Hilfskasse fortgefüfrrt Herr Jäckel hob die erhöhte Leistungsnotwendigkeit her- vor, und appellierte an das Solidaritätsgefühl der Mitglieder, der wirffchaftlichen Not von Witwen und Waisen zu steuern. Es folgten noch längere Beratungen über interne Berufs fragen. Dabei wur­den dem Vertteter des H. V. V. wiederholt Wünsche und Anträge zur Weiterleitung an den Hauptverein übermittelt

Gegen 5% Uhr nachmittags fand die harmonisch verlaufene und vielfach Anregung bietende Zufam- menkunft ihren Abschluß. <