Montag, den 14. November 1932
22. Jahrgang
Nummer 268*
w Al «/ At v > Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Slbenbseitung Kasseler Tageblatt HeMche AbendAellung
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Kabinett und Reichstags-Einberufung
Dementierte Gerüchte / Vorzeitige Einberufung durch Göring? / Die Länder zur Versaffungsreform
Wille zur Verständigung?
(23on unserer Berliner Schriftleitung).
th- Berlin, 14. November.
Das Ergebnis der zweitägigen Reichsratsverhand- lungen und der Ministerpräsidentenkonferenz, die am Sonnabend abend in Berlin beendet wurden, kann ohne Zweifel im Sinne einer Klärung der Mischen Reich und Ländern schwebenden Fragen beurteilt werden.
Bei dem Hauptproblem, auf welche Garantien die Länder für ihren eigenen unantastbaren Bestand rechnen können, wenn der Dualismus Reich-Preußen beseitigt wird, ist zwar noch keine Lösung, aber doch ein weiterer Fortschritt in dem Sinn erzielt worden, daß die Länder ihre 'Wünsche fest formuliert haben, ünd daß die Reichsregierung nunmehr diese Wünsche bei der Fertigstellung der Vorlagen über die Berfassungs- reform ("rücksichtigen wird. Diese Vorlagen werde» gegenwärtig im Reichsinnenministerium noch bearbeitet- Sic werden wahrscheinlich vor ihrer endgültigen Formulierung noch einmal den Länder- regierungen vorgelegt werden- Man rechnet damit, daß noch eine neue Konferenz der Ministerpräsidenten stattfindet, ehe das Rcichskabinett endgültige Beschlüsse über diese grundlegend wichtigen Entwürfe fassen wird. Mit diesem Ergebnis der Reichs- ratsvcrhandlungen sind die Landerregierungen im wesentlichen anscheinend zufrieden, obwohl von der Reichsregierung zunächst nur die Zusage gegeben wurde, eine entsprechende Vorlage zu machen. Jedenfalls liegt hier der ernsthafte Versuch einer Verständigung vor- ,
Die Wünsche der Länder
In der Entschließung, mit deren Annahme die Ausschußsitzung des Reichsrats beendet wurde, finden sich vor allem zwei bemerkenswerte Punkte, die von den Ministerpräsidenten der Länder besonders sorgfältig formuliert wurden, und aus denen «ran im oben an- geoeuteten Sinne mancherlei Aufschluß erhält- Wenn im ersten Absatz der Resolution davon die Rede ist. daß man die Rechtsbeständigkeit der Anordnungen in Preußen nicht berühren wolle so bedeutet das zweifel- lcs, daß man mit diesen Anordnungen nicht einverstanden ist, daß man aber aus bestimmten Gründen gegenwärtig nicht daraus emgchen will. Am Schluffe des ersten Absatzes ist dann ferner von einer „Gleichgewichtsveränderung" und von Maßnahmen zu ihrer Behebung die Rede. Darunter kann man die Wiederherstellung der früheren Verhältniffe in Preußen verstehen, und da dies höchst unwahrscheinlich ist, wird vermutlich als Ausgleich die Gewährung von erweiterten Rechten an die anderen Länder gemeint sein. Dabei handelt es sich um die Forderung nach den oben erwähnten verfassungsmäßigen Garantien-
Der Reichsinnenminister hat in der Nachmittags- fitzung zu den an zweiter Stelle erwähnten Punkten '
Washington, 14. November.
Di« Konferenz zwischen Hoover und Roosevelt wird im Weißen Haus in dieser Woche stattfinden. Hoover erwähnt in seinem Telegramm an Roosevelt die britische Rote und erklärt, Staatssekretär Stimson habe ihm mitgeieilt, daß entsprechende Ersuchen auch von anderen Rationen eingegangen seien, deren Zahlungen am 15. November fällig seien.
Zn seinem Telegramm an Roosevelt sagt Hoover unter Hinweis auf die Schulden- und Abrüftungsfrage im einzelnen, die Regierung sehe sich einem Weltproblem von größter Bedeutung für die amerikanische Ration gegenübergestellt. „Wir sollten den Vorschlägen unserer Schuldner zugänglich sein gegen fühlbare Kompensation in anderer Form als direkter Zahlung, nämlich Erweiterung ihrer Märkte für die Erzeugniffe unterer Wirtschaft und Bauern und vor allem wesentliche Herabsetzungen der Weltrüstun- 8 e n.“
Weiter sagt Hoover, wenn Verhandlungen begonnen würden, so wären lange ins einzelne gehende Erörterungen notwendig, die während seiner Amtszeit nicht zum Abschluß gebracht werden könnten. Jede Verhandlung fei beschränkt durch die Kongreßre'o- lution (Widerspruch gegen Streichung oder Herabsetzung der Kriegsschulden). Znfolgedeffen könnten etwa von den europäischen Regierungen untereinander eingegangene Verpflichtungen sich nicht auf irgendwelche Zusicherungen seitens der Vereinigten Staaten gründen. Ueberdies gehe der Tenor der von den Schuldnernationeu gewünschten Verhandlungen über
die Zusage gegeben, daß er die Wünsche der Länder dem Kabinett vorlegen und den Ländern dann Mitteilung machen werde, welche Entwürfe das Kabinett zur Erfüllung dieser Wünsche ausarbeitet. Für den schwierigeren Punkt 1 hat er keine Zusage erteilt.
Immerhin ist die Versammlung, die übrigens einen ruhigen und sachlichen Verlauf nahm, verhältnismäßig zur Zufriedenheit der Länder verlaufen. Auch aus den Kreisen des Kabinetts Braun hört man, daß der Eindruck der Verhandlungen angesichts der stellenweise recht deutlichen Vorhaltungen der süddeutschen Regierungen gegenüber der Reichsregierung, für die alte preußische Regierung nicht ungünstig gewesen ist. Es besteht jedenfalls die Möglichkeit, daß einige der vom Kabinett Braun vorgebrachten Wünsche, besonders soweit sie formeller Natur sind, in nächster Zeit doch noch erfüllt werden.
Nach der Ausschutzsitzung sand noch eine interne Besprechung der Ministerpräsidenten statt, in der die Wünsche der Länder genau formuliert wurden. Zn der nächsten Zeit wird durch einen Meinungsaustansch mit den anderen Hauptstädten sestgestellt werden, in welchem Umfange die am Sonnabend gegebenen Anregungen in die von der Reichsregieruug geplante Vorlage hineingearbeitet werden.
Um die Reichstagseinberufung
Ein Moment der besonderen politischen Aufregung ist in die Verhandlungen dieser Tage durch die Gerüchte hineingetragen worden, daß die Reichsregierung angeblich die Absicht habe, den neuen Reichstag überhaupt nicht zusammentreten zu laffeu, ih« also entweder vor dem Zusammentritt auszulösen, oder seine Konstituierung langfristig zu vertagen. Diese Behauptungen sind am Sonnabend mittag und am nachmittag von einer Anzahl Berliner Blätter aufgestellt worden. Zn der Rachmittags- sttzung der Reichsratsausschüsse hat daraufhin der bayerische Ministerpräsident au deu Reichsinnenminister die Frage gerichtet, ob die Regierung tatsächlich derartige Absichten habe. Der Reichsinneumiuister hat jedoch diese Meldungen sofort dementiert.
Diese Gerüchte gehen auf Besprechungen zurück, welche in den letzten Tagen in gewissen politischen Kreisen geführt worden sind, die aber noch keineswegs als substantiiert gelten können. Wenn sich aus den Besprechungen, die der Kanzler mit den Parteiführern hat, sowie aus den sonstigen Bemühungen von parteipolitischer Seite keine Möglichkeit ergibt, entweder einen Umbau des jetzigen Kabinetts oder einen Neubau einer völlig anderen parlamentarischen Mechrcheitsregierung durchzuführen, sowird die Regierung Papen, gestützt auf das Vertrauen des Reichspräsidenten, unverändert im Amte bleiben- Das gilt nach wie vor als das Wahrscheinlichste. Wenn sich ferner ergeben sollte, daß
die Bedingungen der Resolution hinaus, in der eine Beschränkung auf eine zeitlich begrenzte individuelle Aktion hinsichtlich der zahlungsunfähigen Staaten festgesetzt werde. Ueber das Moratorium sagt Hoover, die europäischen Rationen hätten während dieses Zahres einen sehr wesentlichen Fortschritt in der Regelung ihrer finanziellen Angelegenheiten untereinander gemacht und ebenso einen Fortschritt auf eine Rüstungsverminderung hin. (Siehe auch auf Seite 2 »Her Kampf um die Schulden"!)
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Präsident Roosevelt ist infolge der Ueberan- strengnngen durch die Wahlkampagne e r k r a n k t. Er muß das Bett hüten, doch hoffen die Aerzte, daß er rechtzeitig wiederhergestellt sein wird, um an der Konferenz mit Hoover teilzunehmen.
Die Weltwirtschaftskonserenz
London, 14. November.
Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibt: Sir John Simon, der soeben nach Genf zurückgekehtt sei, werde sich in erster Linie bemühen, den Organisationsausschuß der Weltwirt- schastskonserenz, dessen Vorsitzender er sei, zu bewegen für ein möglichst frühzeitiges Datum des Zusammentritts der Konferenz zu stimmen. Dies werde allerdings nicht leicht zu erreichen s^in. Aber bei einigem guten Willen sollte es emöglich fein, die Plenarkonferenz in der zweiten Hälfte des Januars zusammentreten zu lassen.
im Reichstag eine oppositionelle Mehrheit vorhanden ist, die das Kabinett zu stürzen trachtet, so würde die Reichsregierung allerdings Maßnahmen in Erwägung ziehen, wie man einer solchen Entwicklung entgegenwirken kann.
Unter den gegenwärtigen Umständen gilt es also als unwahrscheinlich datz es überhaupt nicht zu einer Reichstagseinberufung kommt- Als wahrscheinlicher wird man vielmehr eine ähnliche Entwicklung anneh men müssen, wie sie sich im vergangenen Reichstag ergeben hat, immer allerdings unter der Voraussetzung, daß die Parteien außerstande sind, von sich aus eine arbeitsfähige Mehrheitsregierung aufzustellen.
Man muß vabei beachten, daß für jede Verfassungsänderung, wie sie die Regierung beabsichtigt, z- B. die Heraufsetzung des Wahlalters, eine Zwoidrittel- Mehrheit erforderlich ist, während im neuen Reichstag zunächst nur eine Mehrheit aus Kommunisten un6 Nationalsozialisten erkennbar ist, die derartigen Maßnahmen wahrscheinlich een entschiedensten Widerstand leisten wird-
Aufregung in der Presse
In einigen linksstehenden Blattern sind gestern an diese Gerüchte über angebliche Pläne der Reichsregierung Betrachtungen und Warnungen geknüpft worden, die zum Teil, wie im „Vorwärts", sehr scharf gehalten sind. Im „Berliner Tageblatt" war davon die Rede, daß ein gemeinsamer Schritt der Länderregierungen
In Frankreich und der von Frankreich beeinflußten Oesfentlichkeit hört man immer wieder den Hinweis auf die deutschen „Wehrverbände", die als „geheime Reservearmee" Deutschlands angeblich die Sicherheit der angrenzenden Staaten gefährden. Es steigert den Wert dieser Behauptung nicht, daß sie bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit wiederholt wird. Daß die deutschen Wehrverbände ohne Bewaffnung und ohne militärische Ausbildung, wirklichen militärischen Wert nicht haben, ist schon oft genug betont worden. Man weiß das selbstverständlich auch in Gens und Paris, in Prag und Warschau, wie in Brüssel — aber trotzdem, warum soll man nicht auch fadenscheinige Begründungen für einen fadenscheinigen Rechtsanspruch ins Treffen führen, namentlich in Genf, wo man sich an derartige Spiegelfechtereien nachgerade gewöhnt hat.
Viel weniger wird von etwas anderem gesprochen: Nämlich bon* den Wehrverbänden der an Deutschland angrenzendenStaaten, eben jener Staaten, die sich durch die deutschen Regiments- Vereine und andere „Wehrverbände" so schrecklich bedroht fühlen. Daß alle jene Staaten Wehrverbände besitzen, die diese Bezeichnung mit wesentlich mehr Berechtigung tragen, als dies bei den deutschen sogenannten Wehrverbänden der Fall ist, wird verschwiegen. Verschwiegen wird auch der Hauptunterschied, datz nämlich die deutschen Verbände ohne staatliche Mittel, ohne Mitwirkung des Heeres, als reine private Organisationen aufgezogen sind, während die Wehrverbände der Nachbarstaaten mit staatlicher Unterstützung und in enger Anlehnung an die Armee aufgezogen wurden. Als Zweck dieser Verbände wird unverhohlen nicht nur — wie es in Deutschland der Fall ist — Förderung des Wehrgedankens, körperliche und seelische Ertüchtigung der Jugend bezeichnet, sondern die Vorbereitung für den militärischen Dienst und die Erhaltung der schon genoffenen militärischen Ausbildung. Damit aber gewinnt, namentlich, da die zur Bewaffnung nötigen Gewehre, Munition und sonstige Ausrüstung ja in unbeschränktem Maße zur Verfügung stehen, der militärische Wert dieser Organisation ein anderes Gesicht.
Aber wie gesagt: Davon spricht man weit weniger gern und weniger laut, als über die Verdächtigungen der deutschen Verbände. Oder hat man schon gehört, daß man gegen Herrn Benesch in Gens die tsch e- choslowakischen Sokolverbände ins Tressen geführt hätte? Wohl kaum. Dabei bilden, wie in allen slavischen Ländern, diese in mehrere tankend Vereine und Zweigstellen gegliederten Verbände mit ihren 630 000 Mitgliedern, die zum großen Teil unter Leitung von aktiven Offizieren mit der Waffe ausgebildet werden, die regelmäßig üben und an derxn Finanzierungder tschechoslowakische Staat in großzügiger Weise beteiligt ist, im wahrsten Sinne des Wortes eine militärische Reserve. Auch der „t s ch e- choslowakischeSchü'tzenverband", der allein etwa 260 Vereine umfaßt, der fernerhin in einem Kartellverhältnis zu den gleichen Organisationen Polens und Südslawiens steht, hat ein ausgesprochen militärisches Programm, das neben Schießsport, den Felddienft, hie WMenkenntnis uni) Leu GeläwdeLienst
beim Reichspräsidenten geplant sei, falls die Reichsregierung wirklich die Absicht habe, den Reichstag nicht zusammentreten zu laffen. Abgesehen davon, daß eine solche Absicht nicht besteht, scheint eine Verabredung unter den Ländern über einen derartigen Schritt jedenfalls noch nicht vorzuliegen.
Zm übrigen bringt heute auch ein Berliner linksstehendes Montagsblatt in diesem Zusammenhang die Mitteilung, die Nationalsozialisten würden angeblich versuchen, den Plan des Reichskanzlers aus Nichtein« berusnng des Reichstags durch vorzeitige Einberufung zuvorzukommen. Es heißt, daß der Reichstagspräsident Göring beabfiMigt, den Reichstag noch im Lause der nächsten Woche zusammenzurusen. Angeblich will Göring, ohne sich um das von der Reichsregierung festgesetzte Datum zu bekümmern, die sofortige Einberufung vornehmen. Auch diese Mitteilungen dürfen zunächst nur als Gerüchte bewertet werde«.
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Nach dem Besuche des Reichskanzlers in Dresden am heutigen Montag werden die Parteiführer-Besprechungen am Dienstag fortgesetzt werden und am Dienstag wird der Reichskanzler auch die Verhandlungen mit dem preußischen Ministerpräsidenten Braun über den Brief Brauns an Hindenburg fortsetzen. Weiter wird am Dienstag das Reichskabinett zusammentreten, um die schwebenden Fragen (Arbeitsbeschaffung, subventionierte Betriebe usw.) zu beraten.
umfaßt. Schieß- und Uebungsplatzeinrichtungen werden auch diesen Vereinen von der aktiven Armee regelmäßig zur Verfügung gestellt. Auch die Ausbildung der selbstverständlich uniformierten und bewaffneten „Nationalgarde" wird von der aktiven Arme geleitet. Der letzte mehr klerikal eingestellte Verband, der „tschechoslowakische Orel", der bisher mit den deutschen Wehrverbänden durch sein Programm und die Art seiner Betätigung eine gewisse Aehnlichkeit hatte, ist neuerdings dazu übergegangen, die Wehrvorbereitung für seine Mitglieder obligatorisch zu machen.
Polen steht seinem tschechischen Nachbarn im Ausbau der militärischen Organisationen natürlich keineswegs nach. Auch hier besteht, 120 000 Mitglieder stark, also allein 20 Prozent stärker als die gesamte deutsche Wehrmacht, der Sokolverband, mit demselben Ziel und derselben Betätigung wie der tschechoslowakische Sokolverband. Als bedeutendste Organisation , militärischer Art srstreckt sich außerdem über das ganze polnische Staatsgebiet der polNische S ch ü tz e n v e r b a n d. Er ist als militärischer Vorbereitungsdienst, als staatliche Organisation anerkannt und umfaßt 300 000 Mitglieder, ist uniformiert, in Anlehnung an die Verwaltung gegliedert, straff militärisch organisiert, ebenso modern bewaffnet wie die reguläre Armee — und di^ gleichzeitig die Leibgarde Pilsudskis. Eine ebenfalls beachtenswerte, wenn auch geringere Rolle als der Schützenverband spielt die „Großpolnische Legion". Sie besteht in der Hauptsache aus „Aufständischen" und „Traditions- verbänden" der Westprovinzen. Das Vorhandensein eines militärisch organisierten und militärisch anerkannten „zivilen Grenzschutzes" vervollständigt das Bild.
Auch Belgien unterhält Kampsverbände, die in ihrer Gesamtstärke die Deutschland zuerkannte Wehrmacht übertreffen. Die „Legion national beige* umfaßt 40 000 Mann, ähnelt den faschistischen Organisationen Italiens, fft jedochauch durchaus militärUch aufgezogen. Auch die 70 000 Mitglieder des „Sozialistischen Kampfbundes" sind, obschon sie in ihrer Entscheidung den deutschen Parteiverbänden ähneln, durchaus militärisch organisiert. Sie bekommen durch das Vorhandensein des nötigen Ausrüstungsmaterials, das Deutschland ja bekanntlich fehlt, ihre militärische Bedeutung, die noch dadurch gesteigert wird, daß ein großer Teil ihrer Mitglieder den Turn- und Sportverbänden angehört, die ihrerseits vom Kriegsministerium subventioniert und mit Vergünsttaimgen für die Militärdienstzeit der Mitglieder bedacht werden.
Und Frankreich? Dort besteht durch die allgemein eingeführte militärische Jugendausbildung im Zusammenhang mit der allgemeinen Wehrpflicht ortettbar der Jdcalzustand depen, was man in Frankreich zwar nicht unter Abrüstung, wohl aber unter „Sicherheit" versteht. Durch seine organisierte Ju- gendausbildung ist Frankreich der Verlegenheit, „Wehrverbände" einzurichten, beinahe enthoben. Man hat hier, ganz entsprechend den Genser Abrüstungsargumentationen, den Schwerpunkt des militärischen Verbandswesen auf die Schulung und Erhol tung der Reservekräfte gelegt Int Vordergrund stehen die Verbände der Reserveoffiziere und der Referveunterofiziere. Sie umfassen zurzeit 87 000
Hoovers KonsererrzmitRoosevett
(Eigener Drahtbericht.)
Bei Deutschlands Nachbarn
Die Wehrverbände der ander»