Sonnabend, 12./Tionntag, 1Z. November IM
Kasseler Tleveste Tlachrichkea
Seite 2 — 1. Beilage
über das Schicksal der
Kinderhilfe der Gemeinden
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Man rechnet damit, daß Reichsinnenministers schon wird. Damit wäre dann
der einheitliche Plan des Ende der Woche fertig sein
Altstadt-Probleme
Denn wieder Geld da sein wird ...
Fortsetzung der preußische« Berwaltungsrefor«.
Bekanntlich steht noch die Reform der Zentralverwaltung in istteutzen aus. Eie dürste, wie wir erfahren, bis Anfang der nächsten Woche, vielleicht schon früher abgeschlossen sein. Aber niemand außer den wenigen
dankbar sein, wenn dernot zu lindern.
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Quer über den Übhchenmarkt
Heute abend 8 Uhr spielt Vasa Prlhoda, der weltberühmte Geiger, im Vereinshaus.
Was Prihoda mit Paganini vergleichen Iaht, ist nicht allein sein unerreichtes Virtuosentum sondern auch sein blutvolles künstlerisches Ausdrudesvermögen, das nicht nur verblüfft, sondern auch innerlich erhebt Versäume niemand den Besuch im eigenen Interesse.
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den Bearbeitern im Innenministerium ist.
Es werden bei der jetzigen Art, zu regieren, jeweils nur zwei bis dret Leute eingeweiht. die dann alles für das Kabinett vorbereiten. Die Mitwirkung der Oeffentlichkeit ist vollkommen ausgeschlossen. So geht es jetzt auch wieder mit der
Dem Helden von Lützen
Gustav Adolf und der deutsche Protestantismus
Bearbeitern ist eingeweiht. Sogar em kommtsfarrfcher Minister weiß nicht, was mit seinem Mtntstertum beabsichtigt ist. erst recht nicht, was mit dem Nachbarministerium wird. Diese neue Reform in Preußen, die die Zentralstellen betrifft, wird aber auch für die Provinzen wiederum Veränderungen bringen, sicherlich personeller Art, denn dte in den Ministerien überzählig werdenden Beamten müßen zum Test in den Provinzbehövden und nt den Kreisen untergebracht werden. r
Am Donnerstag war im übrigen neben dem Oberbürgermeister eine Abordnung der Beamtenschast des Landesfinanzamtes Kassel bet dem Bearbeiter der Frage im Reichsfinanzministerium vorstellig. Auch sie wurde, im Sinne der vorstehenden Feststellungen auf Ende der Woche vertröstet da dann, wie gesagt, der Gesamtplan möglicherwetse bereits Dorliegt H-K
die Entscheidung
Behörden tatsächlich schon gefalle».
berechnen. . v
Dieser Aufruf hat nur den Zweck, den Kreis derer, die bereits für unsere Kindergärten und Kinderhorte monatlich Beiträge leisten zu vergrößern. Tritt das nicht ein, dann werden unsere unentbehrlichen Kindergärten zu einer wesentlichen Einschränkung, wenn nicht zur völligen Aufhebung verurteilt sein.
Meldungen nimmt das Kreisvfarramt, Kassel, Lutherplatz 6, entgegen, um sie an die entsprechenden Kindergärten und Kinderhorte in unseren verschiedenen Stadtteilen und Gemeindebezirken weiter zu leiten.
Großaufnahme« hessischer Kunst. Die Ausstellung „Großaufnahmen hessischer Kunst" im Hessischen Landesmuseum kann erst am Sonntag, den 20. November, 12 Uhr, eröffnet werden. Prof. Dr. R. Hamann (Marburg) wird dann selbst führen. Die Führung für den Museumsverein wird hiermit verbunden.
Keinen Tag mehr ohne Mende—
Wünschen Sie einerr Europa-Empfanger im wahrsten Sinne des Wortes, dann MENDE 138.
Sie hören mehr als 50 Stationen und doch jede getrennt, selbst das Ausschalten d« größten Senders Europas - Leipzig - bereitet keine Schwierigkeiten. MENDE 138 die modern» ste Schöpfung der Funktechnik. Seine Leistungen und seine Preiswürdigkeit machten ihn zum Welterfolg.
Selbst der Fachkritiker des Berliner Tageblattes-sagt: MENDE 138 hat etwas, was andere Apparate erst im nächsten Jahre haben werden.
Das Schicksal des Landesfinanzamtes
nicht mehr aufzuhalten?!
Bereits im März d. Is. wiesen die Kirchengemein, den auf eine Gelegenheit werktätiger Nächstenliebe hin und möchten ihren Aufruf von damals jetzt bei Eintritt des Winters und seiner Nöte dringend wiederholen. Sie schreiben uns: Ein jedes verkümmertes Kind unserer Stadt bedeutet irgendwie einen Vorwurf gegen uns selbst. Daher kann ein jeder denkende und echt empfindende Mensch im Grund nur ..... ihm Wege gezeigt werden, Kin- Wer ist bereit, eine ganz«, eine halbe' eine viertel Freistelle in einem unserer Kindergärten und Kinderhorte einem unterernährten oder auch irgendwie verkümmerten Kind zu bieten? Eine ganze Freistelle kostet monatlich 4 RM. Danach kann jeder leicht eine halbe, eine viertel Freistelle
Mit einer solchen Versprechung mußten die Der- tretet der Altstadt — mit Rücksicht auf die leeren Kassen her Stadt — sich zufrieden geben. Sie werden dafür sorgen, daß dieser für die Zukunst ausgestellte Wechsel zu einem geeignete» Zeitpunkt auch wirklich eingelöst wird.
Zur Frage des Landesfinanzamtes im Rahmen der Reichsverwaltungsreform erfahren wir noch von besonderer Seite:
Die Frage der Reichsverwaltungsreform ist in ihr entscheidendes Stadium getreten. Ihre prinzipielle Lösung dürste doch dicht bevorstehen. Die behördenmäßige Abwicklung der Angelegenheit ist so gelaufen, daß die einzelnen Ministerien ihre Gutachten über die Einsparung und Umgruppierung von Behörden im Rahmen ihrer Verwaltung erstattet haben. Diese einzelnen Vorschläge sind im Reichsinnenministerium zusammengelaufen und werden dort zu einem eiuhert- lichen Plan verarbeitet. Nach der Fertigstellung im Innenministerium geht der Plan zur Begutachtung noch einmal an die Fachministerien zur Gegenäußerung zurück.
Diesen Weg ist auch das Gutachten des Reichsfinanzministeriums über die Möglichkeit einer Zusammenlegung von Landesfinanzämtern gegangen.
Es dürfte kaum einem Zweifel unterliege«, daß es die Zusammenlegung der Laudesfinanzämter in Kassel und Darmstadt sowie der Hauptzoll- ämter in Marburg und Gießen enthält.
Der Universitätsbund Marburg eröffnete < die Reihe seiner diesjährigen Porlräge äußerst glücklich : und wirkungsvoll zum Zvvjährigen Gedenktag der Schlacht von Lützen. Professor D. Dr. Hermelink. der Kircheichistoriker der Landesunwerfität, sprach von der hohen Warte des Geschichtsforschers Freitag abend im Saal der LanDesbibliothek über Gustav Adolf und seine Bedeutung für den deutschen Protestantismus unter besonderer Berücksichtigung Hessens. In klaren, in der Form vollendeten und von jeder Schärfe gegen Andersdenkende treten Ausführungen zeichnete der Marburger ! Theologe ein Lebensbild des „großen Königs von Mitternacht". Luther und Gustav Wolf, der Religionsreformator und der nordische König und Held hatten eines gemeinsam: die Glaubensfreiheit verkündete der Mönch, die Glaubensfreiheit rettete der König. Beide wurden geliebt und bewundert, gehaßt und angefein- det, der innere und der äußere Genius des deutschen Protestantismus. Man mache Gustav Adolf den Vorwurf, die deutsche Einheit für immer zerstört zu haben, aber es sei das Schicksal aller Großen, oder nur der Großen, daß ihr Tharakterbild in der Geschichte schwanke. Unbestritten aber stehe der Schwedenkönig I als Held in der Geschichte. Auch charakterlich habe er sich vorteiHaft von den Fürsten seiner Zeit unter- I schieden, die bis auf wenige Ausnahmen dem Uebel der Bölleret und Trunksucht verfallen waren. Schon I seine äußere Erscheinung, der Typ des nordisch-ger- I manischen Menschen mit blauen Äugen und blondem Haar habe die Zeitgenossen bestochen. Ein durch und I durch gestählter Körper sei mit hoher geistiger Schulung I verbunden gewesen. Vorbilder der Erziehung des, Königs seien Elisabeth von England und Moritz der Gelehrte von Hessen gewesen. Fast alle europäischen I Sprachen habe der König neben den klassischen be- I herrscht. Die hervorragende Staatskunst des ganz jung I zur Regierung Gelangten bewährte sich schon in den langjährigen Kämpfen mit Dänemark, Rußland und Polen, die die ganze Regierungszeit Gustav Adolfs erfüllten. Don 1617—1627 tobte der Krieg gegen das
I katholische Polen, die Vorhut Habsburgs.
I Ein wahrer Staatsmann habe dem Schwevenkontg I zur Seite gestanden, sein Jugendfreund und Kanzler Axel Oxenstjerna. Die Erwerbung Ostpreußens durch I Brandenburg hätten die Polen 1618 nur geschehen lassen, weil fie durch Schweden genügend in Anspruch
I genommen waren. Als schwedischer Hauptmann „Gars I (Eustavus Adolfus rer Suediae) gelangte der Kontg unerkannt nach Berlin, wo er sich das Herz der Schwe-
I fter des Kurfürsten Johann Sigismund, Eleonore, er- I iberte und sie in fein Land entführte. Die Ehe war I auf die Dauer nicht glücklich, da die Frau vergnügungs- I süchtig und verschwenderisch war, aber niemals habe der König in seinem Leben die cheliche Treue verletzt.
Der dreißigjährige Krieg setzte ein und mit chm schlug für den König die große Stunde der Entscheidung zum Eingriff in Deutschland. Als der dänische König Christian IV. als protestantischer Heer- I führet versagt hatte, landete Gustav Adolf, nachdem er I lchon vorher das belagerte Stralsund gegen Wallen- I stein von See aus unterstützt hatte, am 20. Juni 1630 I ans deutschem Boden. Es war höchste Zeit für den I bedrohten, besiegt am Boden liegenden Pvotestantts- I mus, der durch das kaiserliche Rchtitutionsedckt von I 1629 völlig zerschlagen werden sollte. Gustav Adolfs
Heer war gering an Zahl. Niemals sei mit so fle:nen Mitteln so entscheidend in die Weltgeschichte etngegrtf- fen worden. Natürlich habe, so. meinte der Redner, ‘ auch das eigene politische Interesse, der Schutz der Ost- ' fee, bei des Königs Entschluß mitgesprochen. Man habe ! zunächst über den „Schneekönig" gchpottet, aber er kam 1 mit einem Bottsheer, das an innerem Gehalt allen
Durchschnitts«olieruilge« i« Sleinbandel ootn 12. Rovbe.
Pfund: Aeitzkobl 4—6 Wirllngkobt 6-8, Rotkohl
SÄ HStxÄK 8Z-L rabi 13—15. Stück: Blumenkohl 26—50 Salat 8-10. Endivien 10—30. Pfund: »ortofjeln 3. Tomaten 4V—45, «a- nanen 26—85. Aeoiel I 30-30, II 10-18. Birnen I 20
Söldnerheeren des damaligen Europas überlegen war. Schweden fei das eigentliche Ursprungsland der allgemeinen Wehrpflicht gerne f e n, es war auch das erste Land, das eine moderne Verfassung besaß. Nach der Schlacht bei Breitenfeld ei Gustav Adolfs ursprünglicher Defensivgedanke in dte evangelische Lffensive übergegangen. Landgraf Wrl- Helm V. von Hessen sei einer der wenigen politischen Schiller des Schwedenkönigs gewesen.
Heldisch sei das Eedankensystem Gustav Adolfs gewesen, heldisch waren seine Kriegstaten. Ein tollkühner Mensch, auf feinen Stern oenvauend, sei er dreizehn- mal in seinem Leben verwundet gewesen. Seine taktische Kunst habe in der vorzüglichen, Zusammenarbeit der drei Hauptwaffen bestanden, sein strategtcher Scharfblick habe sich überall erwiesen. Der Redner zeichnete in kurzen Strichen das Bild der Feldzüge Gustav Adolfs in Deutschland, bis der noch nicht 38iah- rige am 16. November 1632 auf dem Feld bei Lützen verblutete. Aber er sei nicht nur ein Kämpfer, sondern auch ein Held des Glaubens gewesen, als Staatsmann und Held fei ihm in der damaligen Zeit nur Oliver Cromwell vergleichbar. .
Der Redner untersuchte zum Schluß noch dte Frage, ob Gustav Adolf wirklich ein Feind der deutschen Reichseinheit gewesen sei. Sei denn Kaiser Ferdinand, der Spaniens und Italiens Interessen mit vertrat, der Repräsentant des Deutschtums gewesen? Das ,,,rtos von Habsburg!" fei damals schon die Parole meler deutscher Fürsten gewesen. Wäre die Korrektur der buntscheckigen Karte Deutschlands durch den stammverwandten Schwedenkönig nicht besser gewesen, als 200 Jahre später durch Napoleon? Das herltge romrfche Reich deutscher Nation sei nicht zu hakten gewesen. De« deutschen Protestantismus habe der Schwedenkönig unbedingt gerettet. Der Gustav-Adolf-Verein hakte an dem Gedächtnis an den großen Tote« von Lutze« fest. Protestanten wie Katholiken sollten für den großen Helden der Geschichte ein gemeinsames Verstand- nis haben, so schloß Profess« Hermelink unter außer- gewöhnlich starkem Beifall, dem Präsident Dr. Bahr noch in warmen Lankesworten Ausdruck gab.
viS 96, H 19—16, Weintraube« 25—46. ZEkHcnmur S5 biS 45, BirncnmuS 25—30. Walnüsse 82—45. «►aklnüffc 38-85. mitaeibitüer 180-140. SanWutter iW-i»t, Kochkäse 85—45, Kasematte 25-^30. . $tüd: 3t:rone« 4—7, Apfelsinen 10—19. Jtößneteler inl 18—in, auSI.. 0—10. Rebhuhn 100—120. Taube 40—60. Mund: Hase« im stell 50_55 Reh im Fell 50—55. Rehkeule-Rucken 90—110.
Rehblatt 70-80. Rehkochwild 40-^50. Gänse 60—75. Enten 70—90. Hübner 60-75. Hahnen 70—80 Rindfleisch 60—M. Kalbfleisch 60—80, Hammelfleisch 60—75 -Schweinefleisch 65 bjz 80. Dveck mag. aer. 90—100 Gveck fetter ger. 75—85. Zervelatwurst 120—140. Seberwurft 75—85. Blutwurst 60 bi» 80. Schmal, 80—00. Zittenfleisch 86—40. Schellfisch A> bis 45. Kableiau 28—30. Seelachs 28—30. Goldbarsch 30 bis 35. stlutzhecht 90—100. Barbe 40-50, Werkküche 26 bis 80, grüne Heringe 18—22.
wenn nicht außerordentliche Momente eine Aenderung herbeiführen, denn das Kabinett, das den Plan endgültig verabschieden muß, hat erfahrungsgemäß kaum noch die Möglichkeit, einen fertig durchgearbeiteten Plan, der alle Ministerien schon passiert hat, und der ein einheitliches Ganzes ist, noch einmal grundlegend umzugestalten, wenn die ganze Arbeit nicht noch einmal von vorn beginnen soll. So sind im Ganzen die Dinge bei der preußischen Derwaltungsreforrn auch gelaufen. Wie die letzte Entscheidung lauten wird, kann natürlich heute noch niemand sagen. Die Dinge werden genau, wie es bei der Zusammenlegung der preußischen Landkreise war so geheim Betrieben, daß nicht einmal die Referenten im Reichsfinanzministerium int Augenblick wissen, wie der Stand bei
Protest der Industrie.Handelskammer
Der Hauptausschuß der Industrie- und Handelskammer Kassel - Mühlhausen nahm in seiner letzten Sitzung zu dem Plan, das Landesfinanzamt Kassel nach Frankfurt zu verlegen, Stellung Es wurde beschlossen, nochmals nachdrücklichst der beabsichtigten Maßnahme entgegenzuarbeiten, die eine schwere Schädigung für die Stadt Kassel und den Kammerbezirk zur Folge haben würde. |
Weiter stand das bei der Kammer zu errichtende Einiaungsamt in Sachen des unlauteren Wettbewerbs zur Beratung, dessen Genehmigung beim preußischen Handelsministerium beantragt ist. An dem Einigunasamt werden sich auch die Handwerkskammern zu Kassel und Erfurt für thr Amtsbereich, soweit er sich mit dem Handelskammerbezirk Kassel - Mühlhausen deckt, beteiligen. Neben den ihm durch die Notverordnung vom 9. 8. 1932 zugewiesenen Funktionen soll das Einigungsamt auch die Cigen'chaft eines freiwilligen Schiedsgerichts erhalten. Die Beisitzer werden nicht nur aus den Äretfen des Einzelhandels und des Handwerks, sondern auch des Großhandels und der Industrie entnommen.
Mit aller Entschiedenheit wurde die von der Automatenindustrie betriebene Freistellung des Warenverkaufs durch Automaten von den Bestimmungen über die Ladenschlußzeiten abgelehnt. In der Einschränkung, daß.nur solche Automaten in Frage kommen sollen, die in unmittelbarem räumlichen und geschäftlichen Zusammenhang mit einem Eiweihandelsgeschäft stehen und nur dessen Waren feilhalten, wird kein genügender Schutz gegen die etwaigen Nachteile für Einzelhandel, Angestelltenschaft und auch gewisse Teile der Industrie gesehen.
Auf Grund der Klagen aus allen Kreisen der Wirtschaft übet die hohe Belastung des Kraftverkehrs wurde eine 50% ige Herabsetzung der Kraftfahrzeugsteuer für notwendig erachtet und eine entsprechende Eingabe an die zuständigen Stellen beschlossen.
KOHREN-SATZ. BrGI*diHro* , KM 7880
Unter dem Kraftwagen. Glück im Unglück hatte Freitag ein lOjähriger Schüler aus der Leipziger Straße, der in der Brüderstratze durch mehrere auf dem schmalen linken Bürgersteig stehende Personen gezwungen war, auf den Fahr dämm zu treten. Hierbei hatte er einen vom Altmarkt kommenden Personenkraftwagen nicht wahrgenommen und geriet unter diesen. Man mußte, um den zwischen Bremsgeftänae und Achse festgeklemmten Körper des Jungen zu bergen, den Kratwagen in die Höhe heben, doch hatte der Klein« außer einen heftigen Schrecken und Prellungen am ganzen Körper keine wesentlichen Verletzungen davongetragen.
Seit Jahren Kmpfi die Interessengemeinschaft der Altstadt dafür, daß die wichtigsten verkchrstechni- schen und städtsbaulichen Probleme gelöst werden, welche die Altstadt uns aufgibt. Die Interessengemeinschaft will keine Bevorzugung ihres Stadtteiles und teine Erfüllung von Sonderwünschen, wie dies leider besonders der Westen verlangt und erreicht hat- Aber es gibt sozusagen eine natürliche und objektive Rangordnung der Sauaufgaben, auf der die
„Verbreiterung bet Marktgasse"
an der obersten Stufe steht-
Obwohl diese Uebergeordnecheft des Marktgassen- Projettes von den städtischen Behörden anerkannt werden ist, hat man dennoch gegen diese Rangordnung der Bauaufgaben immer wieder gefrevelt. Trotz aller Versprechungen wurden andere, zwar auch wün- schenLwerte, aber keineswegs so dringliche Projette durchgeführt- So war z- B. Geld, viel Geld da für die Verbreiterung der Frankfurter Straße und für die Beseitigung des „Loches im Westen". Auf unsere Reklamationen hin wurde stets geantwortet, „im Augenblick ist kein Geld mehr in der Kasse, aber beim »Sch. ften Mal werdet Ihr bestimmt berücksichtigt.
Wir haben dann geschwiegen, weil die DeflationS- krisiS die Erfüllung auch der wichtigsten Wünsche unnötig macht- Nun muß, so führte der Bezirksverein anläßlich einer Vorstandssitzung aus, die Altstadt aber erleben, daß die Stadtverwaltung wieder ein Projett bevorzugt, das zwar brauchbar, aber keineswegs so dringend ist wie die Marktgassenverbreiterung: den Durchbruch an der Bittoriastraße. (Allerdings ist hierbei dte Stadt nicht der Hauptgeldgeber. D- Red-)
Aus diesem Grunde haben die Vertreter der Interessengemeinschaft beim Oberbürgermeister gegen diese ungerechte und unterschiedliche Behandlung der Altstadt protestiert- Sie haben sich berufen auf die stets wiederholten Versprechungen des Stadtbauamtes in den Versammlungen der Altstadt. Sie haben erinnert an ihre mehrfachen Besuche bei den hohen und höchsten städtischen Behörden, bei denen ihnen eine bevorzugte Behandlung des Marktgastenprojektes bestimmt zugesagt wurde- Sie haben darauf hingewiesen, daß durch die mangelnde Aktivität der Stadt der Bau des Wohlfahrtsheimes in der Altstadt unterblieben ist-
Auch daß kleine und kleinste Projette nicht berücksichtigt worden sind, darüber wurde von den Vertre- tern der Altstadt lebhafte Klage geführt. Es wurde hingewiesen auf
die unerträglichen Verkchrsverhältnisse auf dem Mar- ftällerplatz,
wo mit verhältnismäßig geringen Mitteln durch Anlage geeigneter Verkehrsinseln lehensgefährlichen Zu
ständen ein Ende bereitet werden kann- Auch die Verkchrsverhältnisse in der Fischgasse schreien zum Himmel- Jedes Fahrzeug, welches sich in der Richtung zum Altmarkt aus der rechten, also vorschriftsmäßigen Seite bewegt, läuft Gefahr mit der Elektrischen zu- sammenzustoßen- Verkehrsstörungen sind hier an be# Tagesordnung. Eine Verbreiterung kann vorläufig, nach Aussage des Magistrats noch nicht erfolgen, daß die Behörde sich bis heute noch nicht darüber schlüssig ist, welche Seite der Marktgasse verbreitert werden soll. ES ist bedauerlich, daß nach 20 Jahren ein Projekt, von solcher Dringlichkeit, bis heute noch nicht klar gelegt ist- Die Fischgasse soll also vorläufig in dem alten Zustand belassen werden unfc damit das alte unmoderne BedürfnisHäuSchen (eins der besuchtesten BedürsnishäuSchen in Kastel) als Luftverpester erhalten werden- Es ist tief bedauerlich, daß solche Zustände nur für die Altstadt möglich sind.
Zu seiner Genugtuung konnte der Vorstand der Interessengemeinschaft feststellen, daß eine Entscheidung in der Angelegenheit „Vtttoriastratze" noch nicht gefallen ist. Sowihl der Oberbürgermeister wie der Oberbaurat haben bei dieser Unterredung die besondere Dringlichkeit des Marligassen-Projektes nochmals ausdrücklich anerkannt.
ES wunde auch die bindende Zusage gegeben, daß, wenn Kredite für kommunale Arbeitsbeschaffungsprogramme größeren Stile- — etwa im Sinne des Gerekeplanes — den Städten jur Verfügung gestellt werden sollten, zunächst und in erster Linie die Altstadt — das Herz der Stadt — berücksichtigt Wick.
Durch Benutzung der neuen Mende-UltraSrente und ausichltetzliche Berwendung vo« DchirnigitteNdhren wurse int Mende 120 von den erfolgreichen Mende^ronstruttenren ein Zweiröhrengerät geschalten. bas «eben deut fristender «och eine qrotze Reibe von fiemben Stationen aukzunebmeu — uni was das wichtig«« ist — auch ,u trennen «eftatteh Um öem Mende 120 eine möglichst große Empfindlichkeit,« setzen wurde al, erfte Röhre die neue Ero-nent-alrshre gewählt. Auf ötefer Röhre arbeitender 3Kenfe.Uftita4tretS - bas besondere elektrische Senturfhen alter Menbe-Gerate des RuEunkiabreS 1992/33. Dieter Mende-Ultta-KreiS wird aus hochwertigen und »uni Teil volles neuen Bauftof- fen unter dem Gesichtspunkt bergeftellt, alle Berluite m Spulen «nd Kondensatoren weitaeSend berunierzusetzen. Dte Dämpfuna eines derartigen Ultra-Kroites Betretet nur ein Viertel des bisherigen Wertes. Tiefe. außerordentliche Herabsetzung bringt den «rotzen Vorteil einer wefentbichen Steigerung der Trenktfchärf« des Gerätes.
Es lenzt — mitten im November. Es lenzt so aus- giebig, daß Veilchen und Priemeln noch einmal aus dem schwarzen Erdreich gekrochen find und die duften- den Blütenköpfchen in den grauen Novembertag stecken. Der hat Erbarmen mit dieser Verkennung der Jahres- Seiten und läßt sich laulich- herb an wie ein abnungs- voller Vorfruhlingstag. Lbrssanthemen blühen m Hülle und Fülle, — die großen langblattertgen Stuten die rote kleine Strahlensonnen auf ihrem langen Stengel fitzen, rote die gelben, lila, rostroten, we gen Sterne, die zu dicken Buichen vereint, einen fröhlichen Farbklana in das triste ©rau des Tages tragen.
Dm Königsplatz blüht es aus Schüsseln und Töpfen in geradezu verschwenderischer Pracht. Das Auge vermag den Reichtum an Farben und Vtelgestalttgkett der Blüten kaum zu fassen. Da nicken die gelben Sterne der sommerlichen Ringelrose. Suß duften daneben die letzten Freilandrosen. DeilHensträußchen locken lieb und betörend wie einst im Mai. Und ernst und feter« lich ruht daneben der Schmuck für die Toten: Kränze aus immergrünen Tannenzroeigen, Kreuze, Kissen und Herzen aus grauem Moos. Jeden läßt die Natur zu seinem Rechte kommen, die Lebenden rote die Toten. ~seöer darf sich mit ihren letzten Gaben schmücken, zum Feiern und Fröhlichsein di« einen, zum Ausruhen von ihren Taten die anderen.
MENDEI*
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Bezugsquellen weist nach, die Generalvertretung Heinz BrÜCk, Kassel, Akazienweg 13, Ecke Viktoriastraße. Fernruf 31408.