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Ilr. 266 - Zwelun-Manzigster Jahrgang

Kasseler Tleaesse Aachrlchle»

Freitag 11. Tlovember 1932 2 ?eilaae

berübm-

Beim Kohlendiebstahl verschüttet

Der SStiffiieeet m Stotunt ew fehl sittsrom.

Die schwedische Akademie hat den Literatur­nobelpreis für 1932 dem englischen Dichter John Galswdrthy zuerkannt. Den vorjährigen Preis erhielt der verstorbene schwedische Dichter Erik Axel Karlfeldt

England hat drei Autoren von europäi­scher Bedeutung ^haw, Wells und Galswor- thy. Alle drei ha­ben sich die gleiche Aufgabe gestellt, die heutige Gesellschaftzu kritisieren. Ihre Wer. ke richten sich fast aus­nahmslos gegen das Negative in der engli­schen und es sei ge­sagt: nicht nur engli­schen Gesellschaft. Sie kämpfen gegen Heuchelei, gegen so­ziale Ungerechtigkeit, gegen angeborene oder anerzogene Vorurteile,

gegen alles, was unehrlich und rückständig ist.

John Galsworrhy, der am 14. August dieses Jah­res sein 65. Lebensjahr vollendete, ist unter den drei genannten Autoren derjenige, der vielleicht am wenig­sten tendenziös ist, dem die Wirklichkeit heiliger ist als die Form. In einer Zeit, in der dashappy end" nicht nur im Film als künstlerische Gestaltungsform gilt, wirken Galsworthys Werke, zumal es ihnen an wahrem Humor fehlt, oft allzu pessimistisch und bitter. Glückliche Lösungen werden selbst dann vermieden, wenn sie sich fast zwangsläufig zu ergeben scheinen. Galsworthys Gestalten kommen dem Wunsch des Lesers, die Charaktere ingut" undböse" einzutei­len, in keiner Weise entgegen. Die Vertreter derjeni­gen Schichten, die er geißeln will, wirken durchaus nicht immer unsympathisch und die Repräsentanten seiner eigenen Auffassung keineswegs restlos einneh­mend. Aber gerade diese Unparteilichkeit der Dar­stellung ist es, die den Dichtungen den Hauch absolu­ter Wirklichkeit verleiht und den Dichter des Vor­wurfs der Tendenz enthebt.

Als- Ealsworthy mit seinem ersten Werk an die Oeffentlichkeit trat, war er bereits 37 Jahre alt. Das ist eine Tatsache, die zu denken geben sollte, und die, wenn nicht für die Bescheidenheit des Dichters, zum mindesten für den Ernst spricht, mit dem. er seine literarische Mission schon von je erfüllt hat.'Der ur­sprüngliche Beruf des Autors er hatte die Rechts- wiffenschaften studiert und auch kurze Zeit als Anwalt in London gearbeitet mochte ihm von vornherein

Nicht viel anders liegt der Fall bei der ten Chikagoer Oper, deren Hauptakttonar und Mäzen der Jnsull-Konzern war.

. Wanne-Eickel, 11. November.

Auf der ZecheUnser Fritz" hatten sich in den frü­hen Morgenstunden des Donnerstag mehrere Personen mit Handkarren zur Schlammkohlenhalde begeben, um dort Schlammkohle zu stehlen. Plötzlich brachen von der unterwühlten Hawe von oben größere Mengen Schlammkohle herab, die fünf Personen begruben. Zechenarbeiter und Feuerwehr konnten sämtliche Per­sonen befreien. Bei einem Mann war der Tod schon eingetreten, seine Frau und ein weiterer Mann er­lagen im Krankenhaus ihren Verletzungen. Ferner wurde eine Frau mit schweren Verletzungen dem Krankenhaus zugeführt, eine Person konnte mit leich­teren Verletzungen ihre Wohnung aufsuchen.

solche Männer stehen mit beiden Füßen auf dem Hei­matboden, sind fest verbunden mit Volk und Vater­land geblieben. Im Namen von ganz Deutschland, im Namen der Regierung des Reiches und des Landes, in diesem Sinne Dank. Gruß und Glückwunsch der Besatzung des Erönlandwals."

Barcelona a?s LustschWafen

Die Pläne Dr. Eckeners

einen Einblick in die sozialen Ungerechtigkeiten der englischen Gesellschaft und die Rüchtändigkeit und die Einseitigkeit der englischen Rechtsprechung vermittelt haben. Nicht wenige seiner Werke, die soziale Pro­bleme zum Mittelpunkt haben, streifen eingehend und kritisch juristische Fragen.

Es mag nicht uninteressant sein, die literarischen Vorbilder ju nennen, an denen Galsworthq sich zwei­fellos herangebildet hat und die ihm seinen Weg finden halfen. Dem Einfluß Henrik Ibsens, dessen Werke um die Wende der 80er Jahre dem englischen Publikum zum ersten Male vermittelt wurden, vermochte auch Ealsworthy sich nicht zu entziehen. Daneben dürften Maeterlinck, Tolstoi, Shaw, Brieux und von Deut­schen: Hauptmann, Sudermann und Wedekind die Entwicklung des Dichters gefördert haben.

Galsworthy ist in den letzten Jahren auch in Deutschland zu einem der meist gelesenen Autoren geworden. Sein groß angelegter RomanD i e Forsyte Saga", der di« Geschichte einer bürger­lichen englischen Familie behandelt, hat auch bei uns ungezählte Bewunderer gefunden.

Seine Auffasiung von dem Beruf und der Kunst eines Dichters hat Galsworthy selbst einmal nieder- gelegt. Man kann ihn nicht bester würdigen, als mit seinen eigenen Worten. Sie lauten dem Sinne nach:

Es ist leicht, dem Publikum zu gefallen, indem man ihm das vorsetzt, das es zu lesen und auf der Bühne zu sehen wünscht, oder seine eigenen Meinungen und Gedanken dem Geschmack der Masse anpaßt. Der wahre Künstler verzichtet auf solch billige Mittel. Er stellt das Leden und die Menschen dar, wie sie wirklich sind: er ordnet und wählt wohl aus, aber er verzerrt und verzeichnet nichts. Er steht über den Dingen und ist gleich unparteiisch dem Publikum wie dem Zeitgeist gegenüber. J. K.

wird in Deutschland getrieben? Die Kriegsschuldfrag« wird besprochen, und meine Berichte über di« Not bei uns während des Krieges erscheinen diesen jungen Menschen wie ein Märchen, das man hört, aber nicht glaubt.

Die illustrierten Zeitungen bringen Bilder aus Deutschland. Die Namen Hindenburg und Hitler sichen im Mittelpunkt des Interesses auch für diese amerikanische Jugend, und die deutsche Reichstagswahl wird mit großer Anteilnahme verfolgt. Auffallend ist, wie groß die Sympathie, man könnte fast sagen Verehrung auch dieser jungen Generation für Hin- denburg ist." .......

Die Schüler und Schülerinnen dieser Schulen setzen sich aus Kindern aller Kreise'zusammen, da die Hi.hh- school wie unsere Aufbauschule sich an die Volksschule -anschließt und nicht abzweigt; da sie außerdem frei und unentgeltlich für alle ist, wird sie von allen be­sucht, ist doch das Erziehungszielder amerikanische Staatsbürger" unv der Wunsch des Staates, jedem Bürger Hochschulerziehung zu geben. Daraus ergibt sich einmal die Forderung der Selbständigkeit und die Anerkennung jeder Arbeit als wertvoll und nütz­lich. Keine Arbeit schändet, jede Arbeit ehrt i>en Ar­beiter.

Schon die kleinen Kinder suchen sich irgend eine Arbeit, durch -die sie sich ein paar Pfennige verdienen können. Die Hochschulkinder hatten vielfach vor und nach der Schule noch praktische Arbeit zu leisten. Die Mädels, die nicht zu Hausg wohnten, verdienten sich room and board" (Zimmer und Verpflegung) durch Hilfe im Haus, sie bereiteten morgens vor. der Schule das Frühstück für die Familie, -bei der sie wohnten, nach der Schule, die gewöhnlich um 4 Uhr aus war, das dinner, die Hauptmahlzeit, -die um 6 Uhr einge­nommen wurde. Danach mußten sie die Küche in Ord­nung bringen. Sie waren aber glücklich und zufrieden dabei. Die Jungen trugen nach der Schule Zeitungen aus, verkauften in den Läden, machten Botengänge, sorgten für die Heizung und schippten im Winter Schnee vor den Häusern. Da in Amerika Sonnabends keine Schule ist, waren für viele Sonnabend und Sonntag die Hauptverdiensttage an den Tankstellen, wo sie Automobile wuschen, nachsahen und Oel nach­füllten.

So zeigt auch -schon der amerikanische Schüler einen praktischen geschäftstüchtigen Sinn. Er lernt weniger .in der Schule als unser« Gymnasiasten, aber er wird früher' lebenstüchtig gemacht. ,

Neuyork, 31. Oktober.

Es ist zwar bekannt, daß die Oper in den Ver­einigten Staaten eine Angelegenheit der oberen Zehn­tausend geblieben ist. Alle Versuche, durch Opern­gastspiele in größeren Städten, die abseits von den Opernzentren Neuyork, Chikago und Philadelphia liegen, das Jntereffe des Publikums für die Over zu wecken, sind immer gescheitert. Und deswegen wirk: sich auch die Krise, die schon seit Jahren schwelend jetzt wieder in verstärkter Form über die anvGfiuiv sche Oper hereingebrochen ist, doppelt schwer ans.

Die Metropolitan Oper in Neuyork ist ein Glanz­stück aus vergangenen Zeiten, das vom Publikum b- getrennt für sich bestrebt und der früheren Herrlichkeit nachzutrauern scheint, eine überaus kostbare Kul sie, die auch dieses Jahr noch Millionen Dollar verdun­gen wird, wenn ihr nichi schon in dieser Saison ein vorzeitiges Ende beschieden wird.

Die Neuyorker Gesellschaft hält es nicht mehr für selbstverständlich und als letzte Mode, Aktionär der Neuyorker Oper und Besucher zugleich zu seru.

Die Aktionäre schimpfen über ihr verlorenes Geld, obwohl noch vor wenigen Jahre» >.ihrsc» i- - - n Platzinhaber in den unteren Rängen gesellschaftlich geächtet worden wäre, der die Bilanz der Metropol'- tan-Gesellschaft studiert hätte, um sestzustellen, ob -- Einnahmen und die Ausgaben miteinander !it zieren. Heute sind diese Aktionäre Pleite. Zum min­desten schränken sie sich äußerst ein und es wirkt heute geradezu wie ein aufreizender Snobismus, eine Loge in der Metropolitan zu besitzen, geschweige denn daß niemand daran denkt, mit den Defiziten der Gesellschaft sich zu befassen oder selbst auch Ein­sparungsvorschläge, die ab u. zu von der Verwaltung der Oper oder von der Stadt, der die Oper zu über­nehmen angeboten worden ist, zu diskutieren. Selbst die große Neuyorker Preffe nimmt davon kaum mehr Notiz.

Annemarie Schaefer;

Amerikanische Jugend lernt deutsch

Meine Erlebnisse als Austaufchl ehreri u iu U.S.A.

Man erzählt sich, daß die beiden Brüder Jnfnll, die Elektro Könige der Neuen Welt, lahrllch 600 000 Dollar für die Chikagoer Oper geopfert haben.

Heute sind die Brüder Jnsull unter Aufsehen er­regenden Umständen geflüchtet. Der eine ist in Ka­nada verhaftet worden und der andere in Athen, wohin er jetzt ein juristisches Konsilium einberusen hat, um die Klauseln eines Auslieserungsvertragcs zwischen Griechenland und den Vereinigten Staaten zu seinen Gunsten zu interpretieren.

Philadelphia, die andere Oper im musikali­schen Dreigestirn der Neuen Welt, sristet noch eben ihr Dasein. Die Möglichkeiten, die besten Kräfte aus diesen drei Opern zusammen zu halten, um daraus eine ,,

amerikanische Nationaloper zu schaffen,

ein Plan, für den sich schon im Vorjahre Washing­ton interessiert hat sind geringer geworden. Schließlich darf man auch nicht vergessen, daß allen drei amerikanischen Opern die Ensemble-Bildung ge­fehlt hat. Sie haben das Teuerste an Stimmen und Dirigenten, was es auf der übrigen Welt gibt, zu- sammengetragen, und sie sind von dem Gedanken ausgegangen, daß den Mäzenen, die sich ihre Oper haben etwas kosten lassen, auch im Programm an Namen etwas geboten werden mutz, die Grundgesetze aber der Opernkunst sind dabei bestimmt vernach­lässigt worden. Daher ist es auch mützig, zu ver­suchen, aus diesen sterbenden Opernhäusern eine Wanderoper zu bilden, die mit Subventionen der amerikanischen Regierung, die sür derartige Kultur­zwecke noch niemals etwas übrig gehabt hat, dem amerikanischen Volk die Opernkunst näher bringen soll. Das wäre zum mindesten in diesem Augenblick verlorene Liebesmühe.

Die Krise der amerikanischen Oper

Oie Mäzene in Schwierigkeiten / Das Ende der Metropolitan?

Barcelona, 11. November.

Dr. Eckener und Kapitän Lehmann wurden vom Präsidenten Macia empfangen, der sie zu den Fort­schritten des Flugwesens in Deutschland beglück­wünschte. Dr. Eckener erklärte im Gespräch mit Luft­fahrtsachoerständigen, er würde es lebhaft begrüßen, wenn man in Barcelona Zeppeline bauen könnte. Barcelona wäre ein prächtiger Startplatz für Zeppe­line nach Südamerika. Ein Zeppelin mit 50 Fahr- een mit einigen Tonnen Fracht würde die Strecke :celona-Pernambuco in 80 Stunden zurücklegen. Der Luftschiffverkehr lasse sich viel regelmäßiger durch­führen als der gewöhnliche Schiffsverkehr. Gewiß seien die Fahrpreise höher, aber dafür sei auch die Ge­schwindigkeit viel größer. Ideal wäre es, wenn man als Start- und Landeplatz für die Wintermonate Barcelona nehmen könnte, während Friedrichshafen für die Sommermonate in Betracht käme.

Nach einer Meldung von der dänischen Insel Fuenen wurde zwischen Middelfard und Fredericia ein Auto aus dem Kleinen Belt geborgen, das seit etwa 14 Tagen vermißt wurde. Der Wagen war von Herniug in Südwestjütland mit dem Ziel« Fuenen abgefahren. Die vier Insassen wurden tot aus dem Auto geborgen.

GalsworthysForsyte Saga" bringt die Schilde­rung einer Familie durch Generationen hindurch und ist ein Epos des wohlhabenden englischen Bürgertums im viktorianischen Zeitalter. Des Dichters erste Ro­maneJocelhn" aus dem Jahre 1898 und der sozial- kritische RomanJnsclpharisäer", 1904 veröffentlicht, sind erst, nachdem der Dichter zu Weltruhm kam, all­gemein beachtet worden. Galsworthy ist auch als Dramatiker erfolgreich. Jein DramaDer Zigarren­kasten", das spätere StückJustiz" und andere Werke, vor allemLoyalities" (Gesellschaft") haben sich rasch die Weltbühne erobert. Speziell letzteres Stück machte Galsworthy im Deutschen Reich erst bekannt, mit fei­ner Aufführung setzt das Erscheinen des Gals- worthy'scheit Romanfchafsens in deutscher Sprache ein. Der Dichter ist Präsident des englischen Pen- Klubs, was Wohl sein literarisches Ansehen in den Vereinigten Königreichen am besten kennzeichnet.

Eine große Hilfe für die Hausfrau

die nun ihre Küchenausgaben erheblich senken und dabei ihre Speisen nahrhafter be- Zu hab?n in fasf allen Lebensmittelgeschäften und Drogerien zum Preise von reifen kann, ist das neue Naturprodukt EDEL-SOJA, das an Nährwert unerreicht ist 32 Ptg. für das l/a-Pfundpaket, 54 Pfg. für das l/i-Pfundpaket. Die wichtigsten und die Verwendung der teueren Hühnereier sowie teilweise von Feit überflüssig macht Rezepte liegen jeder Packung beil/ Vertreter:. Möller, KasseL Reginastr. 1

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Ich stehe als deutsch« Lehrerin in einer High­school der Vereinigten Staaten vor einer deutschen Klasse, d. h. vor einer Klasse, die bei mir deutschen Unterricht haben soll. Die Gesellschaft sieht anders aus als bei uns in einer Sekunda; Jungens und Mädels sitzen bunt durcheinander in fröhlicher Gemeinschaft und guter Kameradichaft.

Obgleich viele von ihnen deutsche Namen haben, können sie doch nicht mehr deutsch sprechen, Deutsch ist die Sprache ihrer Großeltern, Die zum größten Teil nach 1848 Pommern verlassen und sich als Farmer in Wisconsin angesiedelt haben. Die Eltern dieser jun­gen Leute sprechen ein Deutsch, -das stark -mit englisch gemischt ist, diese Jungen und Mädels aber, die wäh­rend oder nach dem Kriege geboren sind, sind Ameri- laner, die wohl einen großmütterlichen Scherz auf Plattdeutsch verstehen, deren Spreckmuskeln aber schon nicht mehr ein L oder ö formen können.

Unter den Jungen fallen mir die großen rassigen schlanken besonders auf, sie sind eine gute Mischung aus deutschem und schwedischem Blut, die Mädchen sind auffallend hübsch, aber es sohlt ihnen der frische, natürliche Ausdruck unserer deutschen Mädchen. Sie wirken älter durch Kleidung und Haartracht, durch Puder undmake up". Unsere Mädchen erscheinen schwerer", wie sich ein Junge äußerte, als er ein Bild einer deutschen Schulklasse sah.

Staunend, fragend, halb belustigt sehen sie mich an. wenn ich etwas auf Deutsch zu ihnen sage. Sie sitzen sehr beq-uem auf ihren Stühlen, von denen sie sich auch nicht erhoben, wenn der Lehrer oder der Direktor oder der Schulrat ins Zimmer kommt; bei vielen -bewegen sich dau-ernd die Mund- und Dacken- muskeln. Auf meine erstaunte Frage, ob sie zu Haus nicht gefrühstückt hätten, erhebt sich -bei einigen ein frohes Gelächter, andere sehen etwas -beschämt, aber doch ^belustigt aus, daß da jemand vor ihnen steht, der nicht weiß, daßchewing gum" (Kaugummi) zu einem richtigen Amerikaner gehört, und es bedarf einer ziemlichen Energie undGrausamkeit" des Lehrers, bis dieser unentbehrlichegum" zu Hause gelassen wird.

Bald bekommen sie Spaß an den deutschen Lauten und deutschen Sätzen und Versen, die wir zusammen -sprechen und lesen, aber sie sehen auch bald, daßdie deutsche Sprak ist eine schwer Eprak", und die Ünter-- ichiede von der, di«, das und mir und mich wollen ihnen gar nicht in den Kopf. Fußball und Basketball ind doch so viel wichtiger als irgend welche sprachlichen ! Feinheiten, und ein Jüngling wie der feinsinnige Reinhard in StormsJmmensee" ist ihnen unver- tändlich und entlockt nur einem der Schüler den Stotz- eufzer,wenn der Kerl sich doch wenigstens erschaffen I hätte, dann wäre es doch eine Geschichte". _ Trotzdem zehört diese Novelle ständig und unabänderlich in den i deutschen Plan der amerikanischen Schul«.

Allmählich erwacht das Jntereffe an Deutschland und deutschen Dingen, und die Fragen wollen nicht i enden. Ich sehe es als eine der Hauptaufgaben einer : Austauschlehrerin an, gerade da klärend zu wirken, und so entwickelt sich jeden Morgen ein lebhaftes Ge- : spräch. Zuerst find die Fragen typisch amerikanisch i Di« Mädchen wollen gern wiffen, wie sich ihre Alters- genoffinnen in Deutschland anziehen, denn vielfach herrscht noch die Ansicht, daß in Deutschland Trachten getragen werden, sie fragen nach deutschen Sitten und Gebräuchen. Die Jungen möchten zuerst wissen, wie­viel und was für Automobil« wir Haben und wieviel Bier jeder Deutsche durchschnittlich täglich trintt. und es setzt sie sehr in Erstaunen, wenn sie hören, daß bei uns die meisten Menschen zu Fuß gehen, daß viele gar kein Vier trinken, und daß ich ihnen das Wort .-peak-easy" nicht übersetzen kann (in einemspeak- riv" wird verbotenerweise und heimlich Alkohol ver­kauft).

Nachdem diese erstenwichtigen" Dinge erörtert I worben find, wenden sich die Fragen anderen Gebieten zu. Wie find die deutschen Schulen? Wieviel Sport

v. Gronaus feierlicher Empfang

Deutschland muß im Weltverkehr bleiben"

Friedrichshafen, 11. November.

Von Altenrhein kommend, hat der deutsche Welt­flieger Wolfgang v. Gronau am Donnerstag um 14.40 Uhr mit seinem allen EröNlandwalD-1422 bei den Dornierwerken in Friedrichshafen eine glatte Wasserung vollzogen, nachdem er zuvor eine Ehren­runde über Her Stadt Friedrichshafen geflogen hatte. Die Maschine rollte dann vor das Werftgelände der Dornier-Werke, von wo ans sie einschließlich der ge­samten, Besatzung mit Hilfe eines Hebekranes direkt in eine Flugzeughalle, vor die in großer Anzahl ver­sammelten Festgäste und das Rednerpult gesetzt wurde.

Namens der württembergischen Staatsregierung und der Reichsregierung sprach Minister Dr. Maier:Sie haben den deutschen Namen in allen Ehren um die Welt getragen. Sie haben national gehandelt. Von Ihnen müssen wir lernen, daß man weniger in Deutschland national reden, aber noch mehr national handeln muß. Das scheint mir das Gebot der Stunde zu sein und bas zweite Gebot aus Ihrem Weltflug: Wir Deutsche wollen drinnen bleiben im Weltver­kehr, in der Weltwirtschaft, im Weltmarkt. Unsere Widersacher in der Welt wollen uns draußen heben. Unserem Anteil am Welthandel galt schon der Welt­krieg. Je mehr das Ausland sich hemüht, den deut­schen Wettbewerb niederzuzwingen, desto mehr müffen wir auf dem Plan sein und unsere Gegenanstrengun- gen verdoppeln. Mit Stubenhockern bringen wir Deutschland nicht zur Weltgeltung, aber auch nicht mit engstirniger AbschReßungspolitik.

Gerade die Verfechter des Deutschtums im Ausland geraten am wenigsten in die Gefahr, farblose Kosmo­politen und entwurzelte Weltbürger zu sein. Gerade

Galsworthy Nobelpreisträger!

Nobelpreis für Literatur nach England gefallen

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