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Wette 5-1. Beilage

Kasseler neueste Nachrichten

Freitag, 4. November 19Ä

Unfere Heimat

Schwerer Raubüberfall in Göttingen

5000 Mark geraubt / Oie Räuber schießen auf ihre Verfolger

Aus Sem Landkreis Kassel

Niedervellmar. Die Landeskirchliche Gemeinschaft hat vom 24. bis einschließlich 31. Oktober 8 Versamm­lungen abgehalten. Ms Redner war Missionar Franz aus Kassel gewonnen worden. Die Zahl der Besucher steigerte sich von Tag zu Tag. Chöre aus den Landes­kirchlichen Gemeinschaften von Kassel, Harleshausen, Mönchehof und Obervellmar wirkten abwechseln mit. Die Gemeinschaft Niedervellmar wird einen schönen Erfolg buchen können.

Niederkaufungen. Die Papierfabrik muß zahlen. Nachdem die Regierung die ihr von der Gemeinde überwiesenen Bedingungen zur Wiedereröffnung der Papierfabrik abgelehnt hat, lehnt es auch die Ge­meindevertretung ab, dem Besitzer weitere Stundung der rückständigen Steuern zu gewähren.

Oberkaufungem An der Erwerbslosenversammlung sprach der Gewerkschaftssekretär Haupt, Kassel über Wohlfahrtspflege der Gemeinden und Kreisausschüsse. Der Redner führte noch aus, daß es Pflicht eines je­den Erwerbslosen ist, darauf zu achten, daß die An­wartschaft auf die Invalidenversicherung nicht verfällt. Jede Karte muß spätestens nach zwei Jahren umge­tauscht werden. Während dieser Zeit müssen minde­stens 20 Marken geklebt sein. Hiervon hat z. Zt. der Kreis, die Gemeinde und der Wohlsahrrserwerbslose je ein Drittel zu tragen. Da die Verhandlungen mit den Krankenkassen zu keinem Erfolg geführt haben, haben die Gemein die Ausstellung der Zuweisungs- scheine selbst übi men. Die K. N. N. berichteten bereits ausführli^.,trüber. Betr. der rückständi­gen Unterstützung wurde ein Beschluß gefaßt, daß H. beim Landrat vorstellig werden soll, um wie vor­gesehen ist eine Steuerverrechnung zu verhindern.

Aus Sübhannover

Hann.-Münden. Die Badepreise der Volksbade anstalt sind wie folgt herabgesetzt: Badekarten für 12 Bäder 5,50 Mk., Badekarten für 6 Bäder 2,80 Mk., Badekarte für 1 Bad 50 Pfg.

Aus Sem Kreis Hofgeismar

Wilhelmshaufen. Spinale Kinderlähmung. Bei dem einjährigen Kind einer Wilhelmshäuser Familie wurde vom Arzt spinale Kinderlähmung festgestellt. Das erkrankte Kind wurde sofort dem Kasseler Lan­deskrankenhaus zugeführt. Der Bürgermeister hat mit sofortiger Wirkung die Schließung der Schule ange­ordnet, um eine weitere Ausdehnung der Seuche zu verhindern.

Hofgeismar. Steinewerfen verboten! Der Ma­gistrat weist darauf hin, daß das in letzter Zeit vor- gekommenr Heineinwerfen von Steinen in den Mili­tärschießstand am Kelzer Berg verboten ist.

Carlshafen. Befreiung von der Bürgersteuer. Der Magistrat hat beschlossen, diejenigen Personen, welche am 10. November d. I. Arbeitslosen- oder Krisen­unterstützungen erhalten, von der Zahlung der Bür­gersteuer für das Rechnungsjahr 1932 zu befreien, wenn sie die Vorlagen des Besreiungsgrunses nach­weisen.

Aus Sem Kreise Wlhenhaufen

Großalmerode. Der christliche Verein junger Män- if$r unter Leitung seines Diakons Tartsch brachte zum Reformationsfest' der Kirchengemeinde das Gnstav- Adolfspiel von Julius Schieber zur Aufführung. Das Spiel will bewußt kirchliche Verkündigung sein, cs zeigt die Not der evangelischen Kirche im ersten Jahr­zehnt des Dreißigjährigen Krieges und ihre Rettung durch Gustav Adolf. Die Darsteller spielten sehr ein­drucksvoll. Chorgesänge der kirchlichen Chöre ver­schönten die Feier, eine Ansprache des Pfarrers Sauter bildete den Schluß.

Großalmerode. In der Strafsitzung des Amtsge­richts hatten sich der Arbeiter Willi Wedel und ver Arbeiter Vogelsang aus Helsa zu verantworten. Bei­den war wegen Teilnahme an einem nicht genehnng- ten Aufzug in Wickenrode ein Strafbefehl über >e zwei Wochen Gefängnis zugegangen. Der eingelegte Einspruch führte zur Verhandlung. Der Angeklagte Wedel wird wegen Teilnahme an einem nicht polizei­lich genehmigten Aufzug zu einer Gewstrafe ovn 15 RM. sowie zu den Kosten des Verfahrens verurteilt, während der Angeklagte Vogelsang entsprechend dem Anträge des Anklagevertreters freigesprochen wurde

Wiüenhausen. Der Neubau des städtischen Fruer- wchrgcrätehaufes auf dem sogenannten Burghof an der Oberburgstraße, mit dem im August begonnen worden ist, geht seiner Vollendung entgegen. Bei dem vom Stadtbaumeister unter Mitwirkung des Bezirks­konservators ausgestellten Projekt wurde darauf ge­achtet, daß der Bau sich in Form und Größe der an­schließenden Stadtmauer und dem gegenüberstehenden ehrwürdigen hohen Diebesturm harmonisch anpaßt. Die Mittel zu dem neuen Feuerwehrgerätehaus, dessen Errichtung anstelle des mehr als 130 Jahre alten, völ­lig unzulänglich gewordenen Spritzenhauses am Kirch­platz dringend notwendig war, standen aus der Ent­schädigung der Brandkasse für eine im vorigen Jahr abgebrannte städtische Schlagdscheune und aus einem angesammelten Fonds nebst einigen Beihilfen von Versicherungsgesellschaften bereit.

Aus Sem Kreise Eschwege

Eschwcge. Orthopädischer Sprechtag. Dienstag, den 8. November vorm. 10 Uhr wird in der Gastwirt­schaft Hempsing, Bahnhofstraße 27, ein orthopädischer Sprechtag abgehalten. Anmeldung bei der Orthopäd. Bersorgungsstelle, Kassel, Albrechtstraße 2.

Eschwege. Langfinger. In die Kleiüerablag« der Turnhalle des staatlichen Lyzeums schlich sich abends ein Dieb und entwendete fünf Geldbörsen, von denen eine 50 RM., die andere 40 RM. und die übrigen kleinere Beträge enthielten. Ferner fiel dem Dieb eine goldene Uhr in die Hände. Der Täter 'batte einen Komplizen, der draußen Schmiere stand. Don Passan­ten wurde beobachtet, wie beide auf unbeleuchteten Fahrrädern da-voneftten.

Grebendorf. Den Verletzungen erlegen. Seinen schweren Verletzungen ist der Zimmerpolier Georg Wickenträger erlegen. Er war bei Bauarbeiten in Eschwege von einem Gerüst gestürzt und hatte sich eine schwere Kopfverletzung zugezogen. Der Tod des Man­nes ist um so tragischer, als ihm unmittelbar vor seinem Unfall sein vierjähriges Töchterchen im Tode vorausging.

Weißenborn. Der letzte Betern». Im Alter von 85 Jahren starb der letzte Veteran aus dem Kriege 1870'71. Landwirt Johannes Vogel, der durch mehrere Jahrzehnte Ortsdiener war.

Aus Sem Kl-esse Rotenburg

Rotenburg. Landstraßenfperrung. Wegen Pslaster- arbeiten in Verbindung mit einem Eleisumbau wird die Kassel-Eisenacherstratz- von St-tion 50.930 bis 51131 (Abzweig zum Büh.los bis hinter Sen Ei'en- bahnübergang)' ab 3. 11. für wir.litten L'r.ehr ge­sperrt. Umleitung durch den 3m'del und Der.ve­rtrage. Ferner wird die Kassel-Eiseitach-rstraße an« schließend an die gesperrte Strecke von Station 51,131

bis 51,400 wegen Ausführung von Pflaftevarbeiten halbseitig gesperrt. Aus dieser Strecke wird der Ver­kehr einseitig aufrecht erhalten.

Obersuhl. Winterhilfe. Die Wintershall-Aktien­gesellschaft gibt an ihre früheren Belegschaftsmitglie­der, die durch den Absatzrückgang unverschuldet ar­beitslos geworden sind, Kohlen, Kartoffeln und Mehl kostenlos ab. Gesuche sind an Direktor Blomenkamp in Heringen einzureichen.

Um 12,30 Uhr ereignete sich am Donnerstag vor dem I Göttinger Landgerichtsgebäude ein schwerer Raub- überfall.

Einem 18-jährigen Kaffenboten der Göttinger Ge werbebank namens Heise wurde von zwei Motorrad­fahrer« seine Aktentasche mit 5000 Mark Silbergeld die er zur Reichsbank bringen sollte, entrissen. Heise

setzte sich zur Wehr, mußte sich aber zu Boden werfen, als die Räuber auf ihn schoflen. Er wurde nicht ver- letzt. Ein hinzuspringender Paffant wurde gleichfalls von den Tätern angegriffen. Sie konnten darauchin mit ihrem Motorrad die Flucht ergreifen. Die Täter schoflen dauernd auf chre Verfolger und entkamen sc^ietzlich durch die Reitstallftraße in Richtung Weende

Aus Sem Kreise Wolfhageu

Wolfhagen. Zagdpolizeiliches. Dem staatlichen Förster Pape in Ehlingen ist die aushilfsweise Mit­wirkung bei Ausübung der Jagdpolizei in den Ge­markungen Ehringen, Niederelsungen, Nothfelden, Viesebeck und Wolfhagen, dem Stadtförster Busse in Naumburg die aushilfsweise Mitwirkungbei Aus­übung der Jagdpolizei in den Gemarkungen Alten­städt, Elben, Elberbeig und Balhorn widerruflich übertragen.

Aus Sem Kreise Fritzlar «Homberg

Jesberg. Die Gerichtstage für die Gemeindebe­zirke Gemünden (Wohra), Ellnrode (Kreis Franken­berg), Grüßen und Herbelhausen werden vom Amts­gericht Jesberg am 21. November und 8. Dezember dieses Jahres Uhr im Rathaus zu Gemünden I (Wohra) abgehalten.

Aus Walbeck

Bad Wildungen. Die Ausgabe der Reichsbezugs­scheine für Fleisch an Kriegsbeschädigte und Hinter­bliebene (Zusatzrentenempfänger) erfolgt am Sonn­abend, den 5. November von 10 Uhr vormittags aus dem Kreiswohlfahrtsamt.

Aus Sem Kreise Ziegenhain

Treysa. Liebesarbeit der Vereine. Die sämtlichen Vereine der Stadt erließen einen gemeinschaftlichen Aufruf an ihre Mitglieder und alle Bewohner Trey­sas, zur Winterhilfe nach Kräften Geld, Kleider, Nah­rungsmittel und bergt beizusteuern.

Treysa. Gebt für die Winterhilfe. Sämtliche Ver­eine, Organisationen und charitativen Verbände haben

Allerlei Schmiede

Do« Hammer und Amboß und Schmieden in Redensart und Wirklichkeit

Zeder ist seines Glückes Schmied und Kurbeln find jetzt Trumpf.

Die Zahl der Weisheitssprüche, die sich mit dem Beruf der Schmiede befassen, heißt es in der Württembergischen Zeitung", ist Legion. Da heißt es z. B.:Jeder ist seines Glückes Schmied, war­um nicht einmal Schuhmacher. Dann heißt es: Man muß das Eisen schmieden, solange es heiß ist". Dieser Spruch wendet sich besonders an die Erziehungsberechtigten und Ausüber der elterlichen Gewalt. In unser schlichtgeliebtes Deutsch übertra­gen heißt das:Verhaue deinem Sprötzling den Leib, und nicht erst, wenn aus dem Häkchen ein Ha­ken geworden ist". Sehr beliebt ist es, den Schmied­beruf allegorisch mit dem Schicksal in Verbindung zu bringen. Da wird die weise Behauptung auf­gestellt, daß es angenehmer sei, Hammer zu sein, als Amboß. Nun, wir Deutsche wissen ein Lied da­von zu singen. Ganz so schlimm ist es aber nicht, wenn man weiß, daß diese Schicksalshämmer und Ambosse vertauscht werden können. Ganz im Ge­gensatz zu dem schmiedlichen Brauch. Oder hat da schon jemand einen Schmied mit dem Amboß zu­schlagen sehen? Wenn es unmäßig regnet, so spricht man bei uns vonAmboße hageln" undSchmied- knechte regnen". Diese Ausdrucksweise ist ganz be­

stimmt nur bildhaft zu verstehen. Wer nämlich einen Amboß auf das Dach bekommt, steht nicht mehr auf. Und einen Schmiedknecht ins Genick, das wäre noch schlimmer als Mißgeschick.

Dann gibt es noch die Schmiede aus der Sage: Wieland, Siegfried, von Kochel. Zahllos, doch weniger berühmt sind die Schmiede aus dem Adreß­buch. Zehn Seiten langen nicht, e mit dem harten, weichen und wachsweichen d aufzuführen. Aus der Musik ist die Ring-Schmiede (kein Konzern, sondern ein Konzert) von Richard Wagner nennenswert, wenngleich die Theaterhelden nicht einmal einen Schürhaken fertigbringen. DieSchmiede im Walde" ist ein Charakterstück und wird gern gespielt. Das Amboßgeklingel ist aber auch zu niedlich. Der Schlagzeuger der Kapelle, so ein Schlingel, macht alles mit zwei zimmermannsstiftgroben Eisen. Oder hat da schon jemand im Ernst geglaubt, die Kapelle schleife stets einen Amboß und einen Hammer mit sich herum?

So viel heute über die allgemeine und besondere Bedeutung und Anwendung des Wortes Schmied, die unendlich vielfältig ist.

Auf den Spuren mittelalterlicher Volksmalerei

Die Wandgemälde in den Dorfkirchen in Bergheim und Frebershausen in Waldeck.

Mit der Entdeckung des der alten Kölnischen Malerschule entstammenden Netzer Altarbildes rückte die waldeckische Dorfkirchenkunst für die große Wis­senschaft an der Kunst des Mittelalters plötzlich in den Vordergrund der Betrachtung. Man kannte schon den Wildunger Altar des Konrad von Soest, man stellte Betrachtungen an über den Altar in Sankt Kilian in Corbach. Wiederum rückte nun ein ganz besonders wertvolles und für die Entwicklung der deutschen Malerei überaus bedeutendes Stück wal- deckischen Kirchenkunstbesitzes in den Vordergrund des Interesses. Man entdeckte in der Kirche zu Frebers­hausen und in der zu Bergheim uralte, mittelalter­liche Wandmalereien, die zwar jenen bedeutenden Altarwerken nicht gleichkommen können, bte aber immerhin eine beredte Sprache führen von dem hohen Kunstsinn mittelalterlicher waldeckischer Dorfmen­schen. Die unter der dicken Tünche späterer Jahr­hunderte gefundenen Wandmalereien in den beiden genannten Kirchen stammen von Künstlern, deren Namen wir nicht kennen.

Ganz abseits von allem Verkehr liegt in den wei­ten Wäldern, zwischen hohen Bergen das Dörfchen Frebershausen im Kreise der Eder. Etwas abseits vom Dorfe, aus einem Hügel, liegt das kleine, un­scheinbare Kirchlein. £>ier entdeckte vor einigen Jah­ren der damalige Ortslehrer Kuckuck unter der Tünche der Wände in dem Altarraum Spuren alter Malereien. Und in Verbindung mit Professor £>t. Luthmer vom Landesmuseum in Kassel, Bezirkskon­servator Dr. Bleibaum, wurde festgestellt, daß diese Gemälde nocb gut erhalten und der Restaurierung wert seien. Kunstmaler Scbliephacke-Kassel wurde mit der Freilegung und Wiederherstellung beauf­tragt. Die vier Evangelisten, die 12 Apostel, das jüngste Gericht, der segnende Ebristus. der heilige Martin, der heilige Georg, kenntlich arider Drachen­figur. und endlick> der waldeckische Stern, das waren d-e ?,ei«aen ater Kn"st lieber das Alter dieser Wv^reien gehen die Ansichten auseinander Als frühester Termin für die Entstehung wird die Mitte des 13. Jahrhunderts angegeben, während andere erst die Zeit um 1400 annehmen. Immerhin kommt

den Gemälden somit ein Mter von 500 bis 600 Jah­ren zu.

Der zweite Fund sind die Bilder in der Berg­heimer Kirche. Diese Kirche, im frühgotischen Stil erbaut, gehört zu den schönsten Dorfkirchen Hessen- Waldecks überhaupt. Seit langer Zeit war es not­wendig, diefe Kirche zu renovieren. Bei den Vor­arbeiten nun stieß man im Schiff und Altarsraum auf die Reste alter Wand- und Deckenbemalung. Während aber das Rankenwerk im Schiff wohl aus viel späterer Zeit stammt, dürsten die Chorgemälde noch vorreformawrischer oder doch frühevangelischer Zeit entstammen. Sie zeigen wiederum Heiligenbil­der und ein, scheinbar in gotischen Formen gehalte­nes, Gemälde vom jüngsten Gericht oder der Aufer­stehung. Da die Renovierungsarbeiten nur fehr langsam Vorwärtsschreiten, ist es schwer, schon be­stimmte Urteile zu fällen. Jedenfalls kommt auch diesen Bildern ein ziemlich hohes Mter zu.

Was nun bei diesen gesamten Gemälden auffällt, ist die große Kunstlosigkeit. Ihre Motive sind die beliebten Motive mittelalterlicher Darstellungen über­haupt, ihre Formgebung ist flächenhaft, die Gesichter der dargestellten Personen haben keine bestimmte In­dividualität. Gewiß sind dies alles Dinge, die wir in der frühmittelalterlichen Kunst viel finden, aber diese Gemälde sind nicht so alt, daß ein solcher Kunst­stil noch berechtigt und geübt gewesen wäre. Man vergleiche etwa die feinen und individualisierten Ge­stalten, die Meister Konrad von Soest auf dem Wil­dunger Altar schuf, mit diesen Darstellungen, und man wird den ganzen Unterschied merken. Diese Be­obachtung nun lege den Schluß nahe, daß es sich hier um Künstler aus dem Volke handle, die einst diese Bilder schufen, das bleibt naturgemäß nur Vermutung aber die Vermutung würde den künstlerifchen Wert der Bilder keineswegs herabfetzen.

Die Renovierungsarbeiten in Bergheim dürsten erst im Spätherbst vollendet werden, lieber sie wer­den wir später noch ausführlich berichten. Die Kirche in Trebenhausen indessen tonnte am 18. September ei.ngeweiht werden.

Beck-B^gheim.

sich zusammengetan, um gemeinsam da« LisbesweÄ der Winterhilfe durchzufuhren. Demnächst soll eine große Sammlung durchgeführt werden. Geld, Lebens­mittel, Kleider, Wäsche alles ist willkommen. Die Geldinstitute der Stadt nehmen Geldspenden für die Winterhilfe gleichfalls entgegen. Die Verteilung der Sachen wird dann von einer städtischen Zentralstelle aus vovgenomrnen werden. Man hofft, soviel Liebes­gaben zu sammeln, daß man auch für die Bedürftigen der Großstädte größere Mengen abgeben bann.

Braunau. Endlich erwischt. Schon feit Jahresfrist hatten die Einwohner über Diebstähle zu klagen, ohne daß es gelang, der Täter habhaft zu werden. Jetzt, nachdem sie dem Dreschmafchinenbesitzer Gimbel wie­der zwei Zentner Weizen gestohlen hatten, kam man auf ihre Spur. Es konnten zwei junge Burfchen B. und H. als Täter überführt werden. Den gestohlenen Weizen hatten sie in Bad Wildungen bereits zu Geld gemacht.

Schorbach. Ende der Verkoppelung. Die vor vier Jahren begonnene Zusammenlegung der Gemeinde ist zum Abschluß gekammen. Die neuen Planstücke wurden den Besitzern übergeben.

Aus -em Kreise Kirchhain-MarSurg

Reustadt. Kurzer Frecheitstraum. Oberhalb der Stadt wurden zwei Zöglinge aus der Zwangs­erziehungsanstalt Wabern von dem Oberlandjäger festgenommen.

Kirchhain. Klagen des Handwerks. Unter Vorsitz des Obermeisters Schmisttdiel tagten die Meister der Maler- und Anstreicher-Zwangsinnungen. Beklagt wurde, daß der Kreis Marburg seine Arbeiten durch Geschäfte aus der Stadt Marburg ausführen lasse, worüber Beschwerde eingelegt werden solle, lieber die Höhe der Handwerkskammerbeiträge wurde Klage geführt. Eine Besserung im Handwerk wird nur er­hofft durch Wegfall bet Hauszinssteuer, Senkung der Zinslasten und Mieten.

Kirchhain. Stadtväter beraten. Die Tagesordnung für die Stadtverordnetenversammlung am Freitag, dem 4. November, 20 Uhr: Mitteilungen zur Keimt- nisnahme. Einführung und Verpflichtung des neu eintretenden Stadtverordneten Heinrich Löchel. Be­schlußfassung über: Austausch von Grundeigentum. Bewilligung von Kosten für Reparaturarbeiten an städtischen Gebäuden. Einbau von Zugreglern. Aus­führung von Notstandsarbeiten.

Marburg. 25 Jahre Marburger Auto-Club. Am 12. d. M kann der Marburger Auto-Club auf ein Wjähriges Bestehen zurückblicken. Eine Jubiläums­feier soll im Hotel Ritter stattfinden.

Marburg. DieSchlacht in der Kutzbach" nochmals vor dem Rechter. Wie bekannt, war es am 31. Juli in der Kutzhach zu einer Keilerei zwischen dortigen Bewohnern und SA.-Männern gekommen. Vor dem Schöffengericht wurden später Gefängnisstrafen von 9. und 6 Monaten ausgesprochen. Doch hatten sämt­liche Angeklagten Berufung eingelegt. Das Urteil wurde dahin aufgehoben, als der Angeklagte Hch. H. freigesprochen wird. Die Berufung der übrigen An­geklagten wird verworfen.

Marburg. 3525 Studierende. Für das Winter­semester 1932/33 haben sich bis jetzt an der Marbur­ger Universität 3525 Studierende einzeichnen lassen und zwar entfallen auf die Theologische Fakultät 407 Männer und 29 Frauen, Rechts- und Staatswissen- schaftliche Fakultät 581 Männer, 28 Frauen, Medizi­nische Fakultät 902 Männer, 190 Frauen, Philoso­phische Fakultät 876 Männer, 512 Frauen. Im vori­gen Wintersemester betrug die Zahl der Studieren­den bis zu dem gleichen Datum 3479, so daß die Zahl in diesem Jahre bereits ü b e r s ch r i 11 e n ist. An der Gesamtzahl des Vorjahres (3657) fehlen also nut noch 132.

Aus -em Kreise Hersfel-

Hersfeld. 500 Prozent Bürgersteuer. Die Aufsichts- behörde hat verfügt, daß in Hersfeld für 1933 500 Prozent des Landessatzes der Bürgersteuer erhoben werden. Vom Christlichen Hilfswerk wird jetzt auch ein freiwilliger Arbeitsdienst für weibliche Per­sonen eingerichtet. Tie Teilnehmer sollen in der Volksküche und mit Näharbeiten beschäftigt werden. Der Heffengau des Guttemplerordens gab sich hier ein Stelldichein. Es wurde die WehrlogeFrisch ans SBert wieder eröffnet und die Jugendloge .Komman­dant von Hersfeld" neu gegründet.

Aus Oberhessen

Rommkrode. Eine erhebende Reformationsseier mit Lichtbilder-Vortrag sowie Gedicht- und Gesangs- Darbietungen wurde von der Schule veranstaltet.

Aus -em Kreise Frankenberg

Frankenberg. Reichstagswahl. Die Abstimmungs­zeit dauert in den Städten des Kreises Frankenberg von 9 bis 18 Uhr, in der Landgemeinde Haina von 10 bis 17 Uhr und in allen übrigen Landgemeinoen von 10 bis 16 Uhr.

Ans dem Kreise Dillenburg

Biedenkopf. Aenderungen beim Arbeitsamt. Vom 1. November ab treten beim Arbeitsamt Dillenburg verfchiedene Aenderungen ein. So werden die im Außenbezirk eingerichteten Hilfsstellen nicht mehr von Agenten, sondern von hauptamtlichen Angestellten verwaltet. Die Nebenstelle in Bi e d e n k o p f, der die Nebenstellen Friedensdorf, Breidenbach und Gönnern angehören, foll mit zwei hauptamtlichen Angestellten besetzt werden. Bei den Hilfsstellen in Gladenbach, Endbach, Eisemroth, Haiger, Eibelshausen und Stratzebersbach werden die Sprechtage eingeschränkt.

Gladenbach. Pofteinftellnng. Die Kraftpostverbin­dung nach Allendorf ist am 1. November eingestellt worden.

Holzhausen bei Gladenbach. Die Gemeindevert-e- tung beschloß die Erhöhung der Bürgersteuer auf 00 Prozent.

Berleburg. Bürgermeisterwahl. In der Neuwahl des Bürgermeisters wurde Dr. Th. Gunther aus Weimar zum Bürgermeister der Stadt Berleburg ge­wählt. Um die Stelle waren 200 Bewerbunaen einge­gangen.

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