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Kasseler Neueste Nachrichten

Freitag, 28. Oktober 1932

wandten uno gefährlichen Methoden, die Deutschland I bei der Gewinnung des Ostens anwandte. Im Novem- | s<

Film um das Schicksal der Frau

Da« Lehrerkollegium des karolimschen Instituts

ihrer Entdeckung über die Funktionen des Neurons

Die Heutige Nummer umM 16 Seiten

L

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Togal

Hi- U

Es kann nicht die Aufgabe eines Films fein, etn schwieriges soziales oder menschliches Problem end­gültig zu losen. Der Film kann nur zur Diskussion stellen, Debatten anregen, Meinungsäusserungen an­fordern. Das ist es, was wir versucht haben.

geschenkt. Wissen Sie: der Spartrieb muh früh ge­weckt werden."

Sehr richtig, Herr Blaschke. Nun geben Sie ihm wohl ein ordentliches Taschengeld, nicht wahr?"

Fällt mir nicht etn!" Ne«, der Benael soll lernen, aus den Verwandten was 'rauszuholen.

(,fliegende und Meggendorfer Blätter")

Hadschi Mirsa Hussein:

ein deutsches Heldenlied

Oer deutsche »Zug nach Afghanistan" / Eine Erinnerung an das Lahr 1915

Bon Karl Figdor.

Der Engländer Lawrence, der «ufwiesler der Wütte gegen die Deutschen und Türke«, ift wclibe- rützmt geworden. Wer oder weiß heute noch, so wenig Jahr« nach de« Kriege etwas davon, daß es etn paar deutsche CfftgUte waren, die ganz Mittelasien gegen eugllsche und russische «linken mobilisierte» und etn« 8 et Hörig England um den Verlust Indiens ban­gen lieben? Rur bet uni, nicht aber bet de» srilheren Feinde» ist diese Phantastischste aller Episoden der Weltgeschichte fett «exander dem Großen so gut wie vergesse«. Pflicht gegen bte «um großen Teil »och heut, lebenden Alihrer diese» deutsche«Auge» «ach Afghanistan" ist es, dara« zu erinnern.

Kamps um Nobels Vermächtnis

Wer wird 1932 Nobelpreisträger? / Intrigen hinter den Kulissen Oie Kandidaten der Länder

Humor

Kaserneuhof.

,Lst das eine Art, Müller, so zur Parade anzu- treten? Die Knöpfe find ja nicht geputzt nur ein einziger glänzt und der glänzt durch seine Ab­wesenheit!" (Stemmet.)

Dah Elektrola trotz der Krise, trotz der bitteren Abkehr des breiten Publikums von der Künstlerplatte zur ganz billigen Tanz, und Unterhaltungsplatte, sein Unterhaltung^ und klastisches Programm auf höchstem Niveau hält und jeden Monat noch stark erweitert, sollte der anspruchsvolle Plattenfreund nie vergessen. Man soll Liesen Willen

gespannte letzt« Finale aus der gleichen Oper an (Terzett: Martinelli, Pinza, Ponselle): beste Unter­haltungsmusik: die Ouvertüren zuMaritana" und Sullivans ,D>i Dallo": wie überraschend sich Marga­rethe Klose seit ihrer Kasseler Zeit entwickelt hat, be­weist ein Terzett aus .Hoffmanns Erzählungen" und die Barcarolen-Szene, die st« mit Margarethe Tesche­macher singt; Tip fürs Hauskabarett: Neues von Fritzi Massary und den Comedian Hormonists. V.

enawSer Schriftsteller: Gal sw o t iJ) J) unb We l ls. . Es ist sehr fraglich, ob die schwedische Akademie, die s-, - - -

n^t müde ist, ihr« Unabhängigkeit zu unterstreichen, auf (Nerven,ellenl.

der 1914 versuchten wir vergeblich, diesen jungen Herrn zu fangen, aber er entging uns wie die "Gäben", und, eine menschliche©oben blieb er den ganzen Krieg hindurch, eine beständige Drohung, eine politische Macht, mit der wir rechnen mutzten, ein Faktor der Tausende von britischen Soldaten festhielt und beschäf­tigte. Seine Aufgaben löste er mit einem Erfolg, der für einen einzigen Mann fabelhaft ist. Erst griff uns ein Stamm an und dann ein anderer. Daraufhin mutz­ten britische Verstärkungen nach Persien gesandt wer­den zu einer Zeit, wo jeder Mann dringend anderswo gebraucht wurde."

Dr. B. S. 28. Oktober.

Der Tag nähert sich, an dem die schwedische Aka­demie sich zu einer feierlichen Sitzung versammeln wird, um zu verkünden, welchem Glücklichen der Nobel­preis für das Jahr 1932 zugesprochen worden ist.

In Stockholm in literarischen Cafes und in der Gesellschaft ist die Verteilung des Nobelpreises be­sonders des Preises für Literatur wie gewöhnlich um diese Zeit allgemeines Tagesgespräch. Es ist ia bekannt, datz die Wahl seit langem schon im stillen ge­troffen ift. Das Geheimnis wird aber heute noch streng gehütet! Dennoch wird auf verschiedene Kandi­daten getippt und sogar Wetten werden geschlossen. Ehrwürdige Nobelpreisträger verwandeln sich, für diese Zeit in Rennpferde. Die meisten Leute, die einen Blick hinter di« Kulissen werfen dürfen, behaupten, datz das Nobelgold in diesem Jahre nicht einem Ein­zelnen zu fallen, sondern unter zwei Tragern geteilt wird Man tippt auf die Namen Paul Valery und Stefan George. Ein Deutscher und ein Franzose also sollen sowohl Geld als auch Ehre teilen.

Selbstverständlich darf nimnand die Hand ies Feuer legen, dah nun auch wirklich gerade diese beiden Dichter der Ehre teilhaftig werden. Es gab Falle, dah ein scheinbar fest gefahter Entschluss im letzten Aiwenblick noch von der schwedischen Akademie gean- bett wurde. Hinter den Kulissen der Wahl findet nämlich ein erbitterter Kampf statt von dem die Oefsentlichkeit nichts weih. Dieser Kampf wird von den Diplomaten aller interessierten^Lander geführt. Sie führen eine durchaus aktive Politik in der Frage bet Verteilung des Nobelpreises.

Zm vergangenen Fahre fiel der Preis dem schwe- dischen Dichter AxelCarfeld zu. Der Name war in Europa so gut rote unbekannt. Noch mehr, der glückliche" Träger war tot. (Es fiel dabei wieder ein- m! auf, dah skandinavische Dichter von der Akademie bevorzugt werden. Kein Land wagte es aber, öffent­lich zu protestieren. Nur die Engländer sanden, rote

oft den Mut, ihren Gefühlen Lust zu geben. 6te batten scheinbar vergessen dah im Zähre 1905 Rudyard Kipling den Nobelpreis bekommen hat. Auch Vernarb Shaw, sowohl wie Robind-ranath Tagore gelten als Engländer, obwohl der eine Ire und der ander «Znder ist. Zm englischen Protest hiess es dennoch: ,,Ein Jr- länder und ein Inder konnten den Nobelpreis mn- stecken, während die schwedische Akademie emen Dich­ter von dem Range Sir Thomas Hardys nicht bemerkt

Wenn ich, ohne unbescheiden zu erscheinen, den Ausdruck gebrauchen darf, so haben wir in diesem Film versucht, eine ganz neue Form zu finden: Erstens einmal das Einzelschicksal als Basis für das ver­schiedene Schicksal von tausend verschiedenen Frauen und zweitens, datz in diesem Film der Schauspieler direkt zum Publikum spricht, an sein Herz und sein Mitgefühl, ich möchte sagen an seine Fähigkeit, sich in ein fremdes Schicksal etnzufühlen, appelliert. Was das kleine Schreibmaschinenmädchen in diesem Film durchmacht und erlebt, ist im Grunde genommen, wie es mehrfach im Film heitzt,eine ganz alltägliche Ge­schichte". Aber aus dieser alltäglichen Geschichte ent­wickelt sich die Betrachtung von vielen Schicksalen, von denen jedes einzelne an sich auch nureine ganz all­tägliche Geschichte" ist, aber fair den, der es erlebt und auskämpfen mutz, ist es einmalig und kaum trag­bar.

Es geht hier nicht um Fragen ober Klagen einer bestimmten sozialen Schicht. Cs geht hier nm das Schicksal der Frau mehr oder weniger aller Frauen. Der Film ist keine Anklage, sofern nicht jede Klage, jede Träne, jeder Schmerzensruf eine Anklage gegen irgend etwas oder irgend lemand ist. Er ist eigentlich nichts anderes, als eine Bitte um Hilfe.

Man betrachtet den Osten als eigene Domäne, be- fchlagnahmt den ganzen Vorrat an Waffen, unb hält die Deutschen unter allen möglichen Sotroanbeit zu­rück. man von Berlin aus etngretft, werd ein Teil der Sachen freigegeben, di« Maschinengewehr« freilich bleiben verloren. .

3n kleinen Gruppen stohen sich Niebennayer und die Seinen, zu denen ein ^tr chterreichlsche llntnoffr- ziere gestohen sind, über die Grenze. Ihr Ziel ist Af­ganistan und die Ausrufung des Kriege- an der in­dischen Grenze.

Berautwortlich kür den volitilöben Teil: Ti. ® o 1' L? iefint: für das kteinlleton: ® er man W B ° na«, für be» lokalen teil: $i. Haut Jo a ch > m G la tz er, für den Oetmarttti: fflubolf ® fett für Handel. Dr. Sans Sanaenberg: für den e-vortteil: Her. Bert ® b e i <6: Hhoto-Redakieur Eduard Schulz» Seilt l: für Anzeiaenteil:« ourad Wach 6 m an». Berliner Sdiriftiettuna- Dr Waller $ b u m Ber­lin SW 88. Truck und Beklag: Kasseler Neueste NechriÄev G. tu. v H. Kassel. Köluifche Strasse 11

Beim Arzt.

Wie oft haben Sie denn diese Schmerzanfälle, Herr Hollbach?"

Alle zehn Minuten!"

Und wie lange dauern sie?"

Etwa eine halbe Stunde!"

(Everybodys Weekly.)

Die Sportfamilie.

Wir lieben olle sehr den Sport! Ich habe ein Fahrrad, mein Nettester boxt, meine Tochter ist im Schwimmverein, meine Frau nimmt Gymnastikstun­den, und die Drohmuiter, die ringt!-

Die Grohmutter?

,Ha, die ringt die Hände! sBuen Humor.)

Radio.

Wie fanden Sie gestern den Vortrag von Pro­fessor Hirsemann?"

Gar nicht besonders, er sprach sehr unsachlich und machte viel zu viel Worte kurz und gut . . . ich fand ihn lang und schlecht!" (Judge.)

Doppelte Sehre

, habe meinem Jungenne solide Sparbüchse

1 den englischen Protest reagieren wird. Gewiss fielen I Oft rein politische Erwägungen eine bescheidene Rolle bei der Verteilung des Nobelpreises. Dennoch sind die Chancen der Engländer wie an zuverlässiger Stell« versichert wird, in diesem Jahre so gut wie aussichts. los!

Aber auch Amerika erhebt ferne Stimm«. ^Hier kämen drei Kandidaten in Frage: Upton Sin­clair, Theodor Dreyser und Ernst Hem- mingway. Gegen jeden dieser Kandidaten weih die Akademie von ihrem Standpunkt aus Schwerwie­gendes oorzubringen. . , . . . ,

Es mutet sonderbar an, dah noch kein einziger R u s s e mit dem Nobelpreis gekrönt worden ist. Dabe, hat di« russische Literatur einen nicht zu unterschätzen­den Einfluh auf die gesamte Weltliteratur. Heute käme wohl obwohl es in Ruhland zahlreiche be­gabte Dichter gibt nur der Patriarch bet neu- russischen Dichtung Maxim Gorki in Frage. D« Eowjetgesandtschaft in Stockholm hat sich, ww es heitzt, eifrig ins Mittel gelegt, um die Wahl Gorkis buwfqu. setzen Dennoch ist diese Wahl so gut wie ausgeschlossen offensichtlich aus politischen Gründen. Russische Emigrantenkreis« empfehlen dagegen einen Dichter, der sich in bet letzten Zeit in der Welt einen Namen gemacht hat Iwan Bunin. Dieser Dichter, ein SchriMeller im Stile Tschechows, war sogar wn zaristischen Russland Mitglied der Akademie. Dennoch denkt die schwedische Akademie gar nicht daran, sich mit Sowjetrussland zu verfeinden, indem sie etnen Emigrantendichter Maxim Gorki vorziehen mürbe. So fallen beide russische Kandidaten von vorn herein weg.

Die Franzosen hätten gern Paul So#tg et als Nobelpreisträger gesehen. Der Ruhm dieses Roman­dichters liegt aber in der Vergangenheit, obwohl er, wie die französische Presse behauptet,nur 76 Jahre alt ist. So erklärt es sich dass die schwedische Akademie dem um 20 Jahre jüngeren P au l Va l e r y den Vorzug zu geben scheint. Der Deutsche Stefam George ist nach der Meinung bet schwedischen Rich­ter eine Parallelerscheinung zu Valery, weshalb bet Preis wahrscheinlich geteilt wird. Es bleibt aber ab° guroarten, ob diese Vermutungen sich erfüllen werden.

Nobelpreis für Medizin nach England gefallen

Stockholm, 28. Oktober.

Man soll diesen Willen zur Qualität belohnen und dieBilligkeit" gerade in dem Dauerwert einer Platte suchen. Aufnahmen von Stimmen wie der Onegin, Lauritz Melchior, Scharr, Martinelli, Gigli usw., Jn- Srumentalaufnahmen mit Edwin Fischer, Kreisler, lachmaninofi, Eiman u. a. werden nach 50 Jahren noch denselben Wert haben wie heut« und sie werden darüber hinaus noch wertvolle künstlerische Dokumente sein. Opernszenen wie die in der Skala, in Bayreuth ober in der Metropolitan-Oper aufgenommenen, find heute und immer Proben nicht zu überbietenber Opernkunst. Lieber- unb Schlagerpotpourris sind heute und später vielsagender Querschnitt durch den Zeit­geschmack. So betrachtet, erhält die Vlattenbibliothek den gleichen Wert wie eine Büchersammlung. Und mit der Sorgfalt, mit der man Bücher auswählt, sollte man auch Platten wählen: Das Beste sei immer ge­rade das Rechte.

Aus dem Oktoberprogramm von Elektrola »erbte« neu besondere Erwähnung: eine weitere Beethoven­sonate, die Sonate in Xe-Dur op. 26, von Mark Ham­born g gespielt; eine der schönsten Violinaufnahmen Mischa Elmans bringt das Konzert in 6-Moll des Rokoko-Musikers Divaldi; dem imponierenden Duett Martinelli be Luca aus ,Macht des Schicksals" schliesst sich das ebenso hinreihend gesungene und dramatisch

Die beschlagnahmte Zirkuseinrichtung.

Gegen Ende des ersten Kriegsjahres läuft bei bem bayerHch-n Artillerieoffizier Niedermayer der an der Front vor Nancy steht, au« dem Hauptquartier die Anfrage ein, ob er an einer Expedition nach Persien und'^ghanistan teilnehmen will. Er sagt zu und be­gibt sichznr Organisation der Trupp« nach Kmistan- ttnopel. Die Ausrüstung der Expedition 3JZafd)tnen» gewehre, Einrichtung für drahtlose Telegraphie, eine Million Jnfanteriegeschosse,soll durch das Damals noch neutrale Rumänien nachgeschickt werd«". Alles: als

Zirkuseinrichtung" deklariert, aber so schlecht verpackt, dätz die Rumänen es lachend beschlagnahmen.

Das ist typisch für das Missgeschick, mit dem die Ex­pedition während ihrer ganzen Dauer zu kampsml bad Ein« andere Ausrüstung wird

SckalfyitatteMckcul

Elektrola-Neuerscheinungen

unübertroffen bei Rheuma x Gicht Kopfschmerzen Ischias, HexenschuS u. Erkältungs­krankheiten. Stark harn säurelösend, bakterientötend! Absolut unschäd- lichl Ein Versuch überzeugt!

12 Milliarden Franken Defizit in Frankreich.

Abbau bet Beamtengehälter um 10 Prozent.

Herriot zum französtschen Heer und Beamtentum: Es ist zum wahnsinnig werden, was Ihr beide mich kostet! Ich bin eben gezwungen (zum Häschen Beam­ten), deine Ration zu kürzen."

(Eanard enchaine, Paris.)

Gruppen von Zugmayer, Seiler und Voigt ihre Haken, , Gejagt, gehetzt, oft genug von allen Helfern verlassen, , entkommen sie immer wieder, durchqueren dle grauen, vollsten Wüsten der Welt, die Salzwüste, die Lutwuste. Hundertmal, immer wieder, droht der Tod durch den , Feind, durch Verschmachten im Sand, in der gnaden­losen Mut des Sandes. Aber immer wieder reihen sich , diese paar Menschen zusammen, durckbrechen den Kor- don des Feindes, überschreiten die afghanische Grenze. I Aus bet Wüste kommen sie ins, weglose Hochgebirge. I Neue, furchtbare Strapazen. Niedermayer, tapferer Diener Jakob, fein Butsch« noch von Nancy her, stirbt an Typhus. Weiter, weiter!

Endlich, in Kabul! Der Emir läßt sie warten, fast sind si« am Ziel, Gefangene. Ter Herrscher weih nicht, was er machen soll. Er hat nicht den Mut zum Kampf auf Leben und Tod, gegen die Engländer, gegen In­dien. Endlich fielt Niedermayer, dass h'.er alles vet- loren ist. Seine Pflicht rüst ihn zurück, nach der Front an der westpersischen Grenze. Unb nun erfolgt bas, was kaum je dagewesen ift Durch Afghanistan, durch das I russische Zentralasien, durch ganz Persien, von Osten nach Westen, schlägt er sich durch .schlietzlich allein mut- terfeelen allein, verlaust, verdreckt, verkleidet, als der Hadschi Mitsa Hussein...

Russische Truppen fassen ihn, mit einer Handels­karawane wird er von Räubern Überfällen, Wunden über Wunden bedecken ihn, sein einer Arm ist zet- I brachen, seine Füsse nur noch eine brennende Flamme. Nichts ist ihm geblieben als fein unbeugsamer Mut. I Unb mit zusammengebissenen Händen erreicht er I schliesslich wankend das türkische Hauptquartier.

in.

« Eine menschlicheGäben"

Fast ebenso phantastisch find die Menteuer der Gruppe Seiler. Lange ist Seiler trotz aller englischen Truppen der Herr bet Stabt Kerman rn Südpvr- Ren Nur der Zusammenbruch der deutsch-türkischen I Stellung in Westpersien verhindert einen neuen Dor- I stoss nach Osten. Seiler räumt Kerman, geht auf Schi­ras zurück. Schon dieser Rückzug ist eine Kette von Abenteuern, hinterlistigen lleberfällen und blutiflen Kämpfen. Seine Flucht in Verkleidung aus dieser I Stabt übertrifft di« Phantasie eines Kapitels aus Karl May. Und nun beginnt auch für ihn bet Schlck- ssrlsweg zurück. Mit nur zwei Begleitern flüchtet er in bie Berge, wo sie am wildesten unb unwegsamsten sind, bricht immer wieder zusammen. Waffenlos müssen die Deutschen vor räuberischen Stämmen fliehen, wer­den gefangen, befreien sich wieder, ein Stamniesfurst nimmt sich endlich ihrer an. Aber noch find sie nicht in Sicherheit. Vor ihnen steht die russische Front. Mit Mühe umgehen fie sie, sind endlich gerettet

Die Jahreswende 1916=17 ist gekommen. Noch immer halten zwei einsame deutsche Posten im Hochland von Iran ine Wacht. Zwischen Kerman und Schiras steh' Wagner, in dem schwer zugänglichen Gebirgsland zwi­schen Schiras und Buschir am Persisch«: Golf steht Wahmuh, der erst vor kurzem als deutscher Konsul in Teheran gestorben ist. Wagner verliert in schwerem Kampf faft alle Begleiter und schlägt fick abenteuer­lich b's in bie Türkei durch, wo er Anfang 1818 eintrifft. Auch Wahmutz hält sich mit ben ihm treu gebliebenen persischen Stammesreitern. Was et geleistet hat, dafür nur ein Urteil aus bet ,Daily Mail", bem besten Hasser der Deutschen: ,Matz- muh", schreibt fie,ift ein Symbol für alle Mnwr, ge=

Nach Kabul und zurück

22 000 Kilometer, eine unausdenkbare Wegstrecke, legen diese Gruppen zusammen zumck l8000JDtoin anglo-indischet Truppen und eine russische gemischte Brigade werden gegen die paar Abenteurer aus Pflicht­bewusstsein aufgeboten. Es ist ein Alexanderzug ohne fteere, nur mit ein paar Dutzend wilder Stammesrei- ter, die oft genug bei bet ersten Gelegenheit Reitzaus neunen immer überwacht werden müsse. Dm-tlos« Spionen werden in den grossen Städten Mittelper- fiens errichtet, unter den Augen bet Feinde, bie S«*6 ben Stämme unb Räuberfürsten Süd- unb Westpersiens mobilisiert. Kein einziges Geschütz. kein Maschinenge- wehr steht zur Verfügung gegen die ungeheure, auf das Me ausgerüstete llebermacht bet Feinde.

Fuss M Pferd unb Kamel geht es zunächst mich Osten, immeT nach Osten. D« Engländer ui» Russen ziehen eine lebendige chinesische Mauer vom Per fischen Meerbusen bis hinauf zum Kasprsee. Um jeden Preis müssen die Deutschen aufgehalten werden, bevor hc bte afghanische Grenze überschreiten. Mit wahrer FuchS- » bie urtr»1* voneinander operierenden

Von

Thea von Harbou

Heute. Freiias, ael-nai »et FilmDas erste Recht des KindeS^ im Palaft-Tbeaiet »ar Trstauffüb- rnng.

Das erste Recht des Kindes ist, willkommen zu sein!" Dieses Wort bet Margret Sanger, der grossen Vorkämpferin auf dem Wege zu einer vernunftgemässen Geburtenregelung in Amerika, spricht etwas so Selbst­verständliches aus, dass man sich eigentlich wundern mützte, dass über dieses Thema Meinungsverschieden­heiten bestehen können. Aber sie bestehen, unb noch dazu recht heftig.

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