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Handel Wirtschaft Börse

Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische. Handelszeitung

Donnerstag, den 27. Oktober 1932

in be-

Mensch auf der Flucht

H

Roman von Ludwig Wolff

Allerdings darf mau bei den Erwartungen für -ie kom­mende» Monate nicht außer acht lalle», Latz schon im

Oktober, vor allem aber «ege» Ende des Sabres,

Behi ans Gründe» der Jahreszeit (Baugewerbe

*fw.) die Beschäftigung ju sinke« pflegt.

Die Preiswaage

Pfundbaisse und Warenmärkte

Sie 7. Ersatz- und Ergänzungslieferung erschienen. Auf farbigem Papier bringt sie weitere Erläuterungen auf Grund der neusten Rechtsprechung des Reichsfinanzhofes, vor allem zur Reichsabgabenordnung, zum Reichsbewer­tungsgesetz, zum Einkommensteuergesetz und zum Umsatz- fteuergesetz. Die neue Notverordnung zur Bele­bung der Wirtschaft, nebst Durchsührungsbeftimmunge« bildet den Kern der Ergänzungslieferung neben sonstige» Ergänzungen zur RAO., Umsatzsteuer usw. Es bewährt sich hier wiederum das System Les Werkes in feiner übersicht­lichen Gestaltung. Mit Len geringen Kosten der Ersatz- und Ergänzungsblätter wird das Gefamtwerk stets aus der Höhe der Zeit gehalten.

erfte Zeichen einer konjunkturellen Besserung der Beschäf­tigung. Denn Sie Betriebe gehen unter normale» Be­dingungen zunächst dazu über, die vorhandenen Ar­beitskräfte länger zu beschäftigen, bevor sie neue Arbeits­kräfte einstellen, weil in vielen Fällen die Kosten mit zu­nehmender Arbeitszeit relativ sinke». Erft die nächste» Monate werden »eise«, wie stark hier die Wirkungen der obengenannten Verordnung zusammen mit den Steuergut- Icheinen für Mehrbeschäftigirng (dies erst ab L Oktobers dem entgegenwirke».

Das Konjunkturinstitut urteilt:

Die Beschäftigung

Erste Anzeichen einer konjunkturellen Besserung

Nachrichten über mich? Ich begreife kein Wort. Was will denn der Mann von mir,"

Ich hätte bis morgen schweigen sollen, dachte Fräu­lein Petersen voll Reue.

Dr. Turner behauptet, daß Sie verrückt seien."

Kapitän Barker begann herzlich zu lachen.

Da erfährt man hübsche Dinge. Halten Sie mich für verrückt, Fräulein Petersen?'

»Nein, sonst hätte ich Ihnen diese Geschichte nicht erzählt."

Er nahm ihre Hand und drückte sie fest.

Vielen Dank."

Dann trat er in das Zimmer zurück und begann spazierenzugehen. Die Nachricht, die er erhalten hatte, schien ihn sehr zu beschäftigen. Fräulein Petersen hatte sich auf einen Sessel gesetzt und starrte schuld­bewußt eine Seifenschachtel an, auf der Lavender Soap stand.

Warum soll ich eigentlich verrückt sein? Wie äußert sich mein Irrsinn?" Sie zögerte mit der Ant­wort-Hat Ihnen Dr. Turner darüber nichts mit­geteilt?"

Fräulein Petersen spürte einen zerrenden Schmerz in ihrer Brust.

Er behauptet, daß Sie Gespenster sehen."

Gespenster? Ach so!" Sein Mund krümmte sich in Bitterkeit.Ein schlauer Hund, dieser Dr. Turner!'

Er setzte sich nieder und zog automatisch die Wecker­uhr auf, die vor ihm stand.Aber vielleicht sind die Gespenster stärker als die schlauen Hunde."

Was soll man mit dieser Bemerkung anfan-en, dachte Fräulein Petersen beunruhigt.

Willen Sie, warum Dr. Turner in Berlin ist?"

Er ist von Ihrer Familie beauftragt worden. Sie zu überwachen, Mr. Barker."

Ein bösartiger Glanz funkelte in seinen Augen.

Verdammt noch mal! Entschuldigen Sie mich bitte."

Ist es sehr schlimm?" fragte fie angstvoll und beugte sich über den Tisch.

Sehr schlimm."

Fürchten Sie, daß Dr. Turner etwas gegen Sie unternehmen könnte?"

Nein, denn jeder korrekte Arzt wird meine geistige Zurechnungsfähigkeit bestätigen-' Fräulein Petersen erzitterte.Aber dennoch ist es schlimm. In anderer Hinsicht."

Sie sind mir hoffentlich nicht böse, Kapitän Barker, daß ich Ihnen dies alles erzählt habe "

Er blickte sie dankbar an. '

Sie haben wie ein wirklicher Freund an mir ge­bandelt, Fräulein Petersen. Ich werde Ihnen diese Nacht niemals vergessen." Ihr Eellcht zuckte.Und jetzt wollen wir schlafen gehen." Sie erhob sich ge­horsam.Ich werde Sie um fünf Uhr wecken."

Danke schön. Gute Nacht, Mr. Varker." Schlafen Sie gut, Fräulein Petersen." Sie ging nach ihrem Zimmer, warf den ganzen

Di« konjunkturelle Beller»»« kann Lau» nur noch insofern wirksam werde«. als lle Len saisan mäßige» Abstieg mehr °d«r weniger stark bremst. Dies gilt vor allem, wenn man uidjt uur Sie Beschäftigung Ler Industrie, sondern die Ge- »antzbeschäftigrrng der Wirtschaft, also auch der Landwirt- f(6tift, des Verkehrsgewerbes usw., mit ins Auge saht, d. h. die Beschäftigung, die das Auf und AL Ler gesamte» Ar­beitslosigkeit bestimmt.

,Danke schön."

Eine überaus lächerliche Lustspielsituation, dachte sie und zerknüllte das schöne Tuch.

In einer Schachtel waren drei Stück Lavendelseife, in einer andern lagen sechs Zahnbürsten in Zelluloid­hülsen. Ferner gab es neue Kämme, drei Tuben Zahnpasta und kleine Flaschen mit Kölnisch Wasser-

Alles da", sagte er vergnügt und verteilte wie der Weihnachtsmann seine Gaben-

Sie scheinen sehr viel mit Damen zu reisen, Ka­pitän Barker", erklärte sie ironisch.

Er blickte sie verwundert an.

Ich bin. soweit ich mich erinnere, noch niemals mit einer Dame gereist." Sie verzog zweifelnd den Mund.Da ich ein planloser Mann bin, schleppe ich dieses Zeug mit mir umher. Es kann mir nichts pas­sieren, wenn ich unvorhergesehen irgendwo übernachten will. Ist es nicht praktisch?"

Außerordentlich praktisch."

Seine unbefangene Kameradschaftlichkeit erschüt­terte ihr weibliches Selbstbewußtsein. Dieser englische Idiot schien nicht einen Augenblick daran zu denken, daß er in einem menschenleeren Ostseehotel mitten im Mai allein mit einer jungen Frau zusammen war.

Wie alt sind Cie eigentlich, Kapitän Barker?' Neununddreißig."

So jung? Ich habe Sie für viel älter gehalten."

Er lachte hell auf.

Das macht das ungesicherte Leben, Fräulein Petersen." Er trat auf den Balkon und wies auf das leise rauschende Meer.Sehen Sie, wie schön."

Sie ging ihm nach und antwortete widerstrebend:

Sehr schön."

Die ganze Ostsee konnte ihr gestohlen werden. Als Kapitän Barker fortfuhr, aps verliebten Augen auf das Meer zu stieren und nicht den kleinsten Versuch machte, seinen Arm um die Schultern des jungen Mädchens zu legen, das neben ihm stand, fragte Frau­lein Petersen in einer Art von verzweifelter Zer­störungssucht:

Kennen Sie einen Dr. Turner. Mr- Barker?"

Dr- Turner? Nein. Wer soll das sein?"

Ein englischer Irrenarzt.'

Ich habe noch niemals mit Irrenärzten zu tun gehabt. Aber warum fragen Sie. ob ich diesen Mann kenne? Und woher kennen Sie ihn?"

Er wohnt neben Ihnen im Hotel und hat mich in sein Vertrauen gezogen."

Das ist eine ganz abenteuerliche Geschichte. Warum hat er sich Ihnen anvertraut, wenn ich fragen darf?"

Er wollte von mir Nachrichten über Sie erhalten." Er betrachtete sie verständnislos.

geennnt man aOmaSItifi be» Eindruck, Latz die immer wie- oer venmentlichten Cornrnuuiauös Les internationalen Zuckerrats über bas Zustandekommen einer Einigung mit ilu&a und -Java hinsichtlich einer Verschärfung der Restrik- w» aut Grund des Chaübvurue-Planes einen propagandi- tiKfren Zweck verfolgen. Jedenfalls trägt es nicht zur Er­mutigung des Marktes Lei, wenn immer und immer wie- angeblichen kubanischen Restrjktionsbereit- fmoft gedrahtet wird und man einige Tage später erfährt, datz es nun doch noch nicht gang so weit sei. Es wäre - sE Klärung der Verhältnissebester gebient, wenn man ftaUstnche Taten über Leu bisherigen llm- f-ang der Restriktion und die vereinbarten Neueinschränkun- sen erhalten wurde. Die Preise neigen unter Lern verwirrenden Einsluß der einander widersprechenden Mel­dungen eher zur Abschwächung.

Les Steuerrechts. Die gesamte Reichssteuer, aen^n enient^e^T^ih1 Verbrauchssteuer»» mit Erläuterun- gen in einem KarletbanLe, herausgegeben von den Reichs- ttnanaraten Dr. Boethke und Arft, Köln 193t, nicht veral- tenö, Verlag Dr. Otto Schmidt, Preis Gzl. RM 31,50 3« ötefem Handkommentar der Reichsstenergesebeist nunmehr

auf de» Stand zurückgesunken, den fie vor Ver- Ä-i-Ä^ung des August-Berichtes Les Ackerbauamtes eingenommen hatten. Die neue Baisse ist nttbegrünöet, als aus der internationale» ver- Industrie übereinstimmend über bessere Ab- le^Ä»^"ng«st berichtet wird. Die Abschwächung ist also icoTQltdQ als ein ,,S timmungsbaronreter" ait be- l»sbeiondere als eine Widerspiegelung der Pfund- baiste. Arn Seid enrn arkt ist die Geschäftstätigkeit A!. «AÄAommen erlahmt.^ Die Umsätze an der Newyor- ttt lstohfeidenbörfe, die im «September im Tagesdurchschnitt betrugen, find aut 50 bis 100 Balle »täglich zurnckgegangen. Am Bradforder Wol lmarkt für Kamm- werden vor allem wieder Kreuzzuchtwollen verlangt, wahrend Morinos im ganzen vernachlässigt sind

Tendenz abbröckelnd. / Neberfüllte Getreidespeicher. Verwirrung am Zuckermarkt. / Stimmungsbarometer

Baumwolle.

Die Lebensmittel- und Roh stoss Märkte ste- 6en vor allem unter dem nachteiligen Einfluß der Baisse oeS Pfundes und Ler übrigen vorn Goldstandard losge­lösten Valuten. Wen« man auch der Ansicht zuneigt, Latz _ Pfundbaisse vorwiegend auf satsonmätzige Faktoren z«- rückznführen ist, so hat doch die Tatsache, Latz damit eine Pfund-Stabilisierung vorerst wieder ad acta gelegt worden ist, gerade au den Warenmärkten stark verstimmt, die der­artigen stimmungsmätzigen Faktoren momentan besonders zugänglich sind. Die Preise find zwar nirgends wesentlich gesunken, aber überall zeigte sich zuletzt die Tendenz äunt Abbröckeln, La der Konsum sehr zurückhaltend tft u. Sie Produzenten bei den an Len meisten Märkten immer noc6 sehr hohen Lagerbeständen wohl oder übel verkaufen müssen. Man erhofft allgemein »ach Beendigung der amerikanischen Präsidentschaftswahlen ei- nen gewissen Auftrieb der Märkte und ein Wiedererwachen der Geschäftslust. Rach wie vor ist unbedingt festzustellen, dab die Grunüstimmung trotz der Pfundbaisfe weitaus op­timistischer ist als im Juli dieses Jahres, vor Einsetzen der großen Kaufbewegung.

Am WeltgetreiLemarft

fteltt sich die Lage nicht sehr erfreulich dar nachdem man zu ^erunvermeidlichen Erkenntnis gekommen ist dass die Wcltvorrate im Vergleich zur Vorsaison fast gar keinc^Ver- mttoöerung erfahren werden. Das große Ausmaß der lom- drückt psychologisch auf den deutschen ".".d. »war tn einem derart starken Matze, daß wieder Proiekte rote da szenige eines staatlichen Ge- treidemonovols oder die Schließung der Produkkeubörse der Medikamente für den Getreidemarkt Herausgeholt morden find. Da iedvch eia ef­fektives Ileberangebot herrscht, wären a& iol-be schritte ,» Erfolglosigkeit verurteilt, sofern nicht neue um- ftSSKLnSru1 11 elxiör die weitere Einlagerung der Bestände Außerdem erwägt man eine Förde- derdeut, chen Getreidaustuhr durch staatlichen Aufkauf Mine E'ckllch !o gut wie unverwertbaren Ausstchr-

Am Zuckermarkt

gleichsperfahrens verlorenen Absatzgebiete zurSckzngewin- nen. Zurzeit werden über 1000 Personen beschäftigt Der bisSbet erzielte Umsatz entspricht de« bei Gründung z« A.-G. gehegten Erwartungen.

SSie WTB.-Handelsdienst zu den von anderer Seite über ejne ÄapitalerböhnM beider

® 6 «ö etc t c u ö = A. = i. M hört

Tatsachen voraus. Diese' wird vmg^ «ommen werde«, sobald d« beabsichtigte Option aus den Ai"erb derabrikgebani^ und Anlagen der im Konknrs befindliche« alten Bogt ländischen Maschinensabrik A ift Das Werk ist seit dem Bestehe» gut

1OO Rangierlokomotiven

Zusätzliche Reichsbahnaufträge für die Lokomotio- iudustrie.

Wie wir erfahren, schn eben zwischen der Reichsdahnge- sellfchaft und der Lokornotivindustrie ausfichts- reiche Verhandlungen um zmätzliche Aufträge. Sie haben zum Ziele, Laß ein Teil Ler älteren Rangierlokomo­tive» mit Dampfbetrieb ausgemustert und durch neue Motorlokomotive» ersetzt werde« soll. Für diese zn- fätzlichen Aufträge sollen die Mittel aus Lern Steuerscheiw- aufkommen Ler Reichsbabu bereitgestellt werden. Es han­delt sich vornehmlich um Dieselmotoren-Lokomotive» und um Benzol-Vergasermotoren-Lokomotive», die schnell für die Rangierarbciten betriebsfertig gemacht werden könne». Der vorausfichtliche Auftrag wird mehr als hundert dieser Kleinlokomotive» umfassen. Welchen Lokornotivfabrikeu diese Aufträge »«geteilt werden, steht jedoch noch nicht end­gültig fest.

Kraftfernverkehr-flusb au

Einrichtung einesTerminverkehrs".

-..dm Zusammenhang mit der bevorstehenden Kundgebung der Kraftverkehrs.

" 'r t s ch a f i, lKraitoerkehrskammer). Berlin, die am 28. a^dber in Duimldort veranstaltet wird, gab der erste Vor­sitzende des Reichsverbandes Deutscher Auto-Ferntransvort- Unternebmer e. B,. Al,red Otto, Düsseldorf, in einer Pressebesprechung einen Ueberblick über die bisherige Ent­wicklung und die weiteren Absichten des Krastverkehrsge- Gemeinschaft Deutscher SraftroagenfwMieure e- V. (Gedekra-Reich»verband,, Berlin, und der Reichs- Auto-Femtransport-Unternebmer e. V.

baben auf wichtigen Strecken in der ^nen ^genanntenTerminverkehr" ein- aerurnt, durch den alle Waren, die bis 7 Ubr abends von den Absendern durch den' Kraftwagen abgeholt oder bei den n^«ebtteuren aufgeliefert sind in einem Um-

.mm nächsten Tag mittags 12 Uhr dem Empfänger ausgeliefert werden. Zur schnellen Abfer­tigung dieses Verkehrs hat der RDF. bereits eine große e-rJ? : Berteilungsftcllen sM terbahnhofe) eingerichtet, so m Berlin, Hamburg Breme« Leivzm, Hannover, Magdeburg. Düsseldorf. Köln Frauk- rurt/:irtmn, Stuttgart, Mannheim und München. Du °^r. ganisatio« von weiteren rd. 4 0 derartigen «adevauml ÄAe-lungs stellen in andern größeren Städten ist in Am öriff denmnnreiT, um öomit den 2erntint>eyfpRT* i« aaw* DeutiÄland einzuführen. Die Haiiptverbindungsplätze in£

Bo« de» Metalle«

tR nur Sinn gut gehalten, und auch dies nicht infolge rSHiliKonsumnachfrage, sondern vermöge größerer mutte Teuüeu-r

am, 23 e_I t f u e f e r nt a r 11 vorherrscht, hat jetzt erstmalig auch auf den Altkupfermarkt übergegriffen, der intematio- agliiert. Ob eine geplante Weltkupfer- Kfe11* d-ie rm weientlichen zusammengebrochene Preis- tatnr der Produzenten wird wiederherstellen künnen muß uoch Lahiugestellt bleiben. Blei ist ruhig ilnd schwach MhIaL6 QSC8cn fattn- in Anbetracht der gebesserten sta- mindesten besser als Kupfer und Zinn halten. Bei Besserung Ler Allgemeintendenz ist man gerade für Zink in Marktkreisen sehr zuversichtlich da die anßer- «ÄÄäUie * ^^ei2-rf°Äei6MS

Die Baumwollpreise

Die Deutsche Erdöl A. - G., BerIi « »in ht 6em Gebiet Dardesheim-Baderslebe« bei HalberstM aus i^^E'adreu Sie hofft, l« diese« Randgebieten von Kali- t&?»J;nh^0*aiAr »Nb hat mit einer Reihe von

Gemeinden Bohr- und A «obeutnngsverträge abgeschlossen.

Die infolge Beschlntznnsähigkeit vertagte 1. Obligationär- Versammlung der mechanischen Weberei in 8in- b e « wird nunmehr z«m 17. November nach Hannover ein« berufe«. Die «»trage der Verwaltung undder Rn' gleichstversouen laufen auf eine vorübergehende Ziusherab- leünng verbunden mit einer Stundung der Zmsmblmtge» «nb einer befristete« Aussetzung der RSckzahlnuge« «naus.

Der Wirt trat in die Stube und machte Licht.

Daniel Barker verlangte die Rechnung.

Sie verließen die kleine Wirtschaft und gingen nach der Garage, in der der Wagen stand. Kapitän Barker holte aus einem unter den Sitzen eingebauten Fach einen schmalen Handkoffer hervor. Dann begaben sie sich M dem Hotel, in dem fie zu Mittag gegessen hat­ten» Barker bestellte zwei Zimmer und reichte dem Hausdiener den Koffer.

Wollen wir noch einmal zum Strand gehen, Fräu­lein Petersen?"

Selbstverständlich."

Der Wind hatte abgeebbt. Die See lag fast glatt da und warf kleine, sanft plätschernde Wellen gegen den Strand. Viele Sterne standen am Himmel. Von irgendwoher kamen die schwermütigen und weiner­lichen Töne einer Ziehharmonika.

Fräulein Petersen schritt gleichmäßig neben Kapi­tän Barker einher, als wäre sie sein Schatten, und überließ sich mit ungehemmter Sentimentalität dem betörenden Glück dieser nächtlichen Stunde.

14.

Der Hotelkorridor wurde von einer einzigen schwa­chen Lampe nur mühsam erhellt, sodaß es nicht ganz einfach war. die Zimmer acht und neun zu finden.

,Zch glaube, daß wir heute die einzigen Gäste des Hotels find', meinte Daniel Barker.

Es scheint so", antwortete sie. Ihre Stimme klang ganz ausgetrocknet.Hier ist Nummer acht."

Sie traten ein und machten Licht. Es war ein nettes Zimmer mit einem kleinen Balkon. Die Ver- bindungstiir zum Nebenzimmer stand schamlos offen.

Hier dürste Nummer neun sein", sagte Barker, ging nach dem Nebenzimmer und suchte den Licht­schalter. Auf dem Tisch dieses Zimmers lag der Hand­koffer.Welches Zimmer nehmen Sie, Fräulein Petersen,"

Sie trat ein und antwortete nervös:

Das ist ganz egal. Ich behalte Nummer acht.

Schenken Sie mir. bitte, eine Zigarette."

Er gab ihr eine Zigarette und Feuer, dann öffnete er den Koffer.

.Letzt wollen wir uns equipieren, Fräulein Petersen."

Sie stand ihm gegenüber und sah ihm beim Aus- Mcken zu. Zu oberst lagen zwei neue seidene Pyjamas.

Welchen Schlafanzug darf ich Ihnen anbieten, Fräulein Petersen?'

Sie nahm wortlos den nächstliegenden.

In einer Lederichachtel befanden sich grtchartige Taschentücher aus feinstem Leinenbatist.

jgin Taschentuch gefällig?"

In Kurze:

3m ffpnfnr8»erfa5reit bet Go«ricke-W«rke A.-G Siele fei b faub eilte G läubigerverfamm lu »g statt tu

ungefähr 40 000 RM tu btt Masse s? «Habe Deckung btt «ofte« Les Verfahrens «usreicheu. Wenn die Prozesse i« Ler Berufunasverdaud- Inng gewönne« werbe« (Zahlung Les jungen Aküenkavi- tola im Betrage von 1.5 Mill. RM sowie RückaÄe von «tchernugen im Werte von ca. 800 000 RM». bann könne mit einer Ouote von 2025 Prozent gerechnet werben Darüber hinaus bestehen noch Möglichkeiten, durch Schaden- eriatiffagen gegen die Banken die Quote ,n erhöhen weil W WMC Vermöge« au die Bank«!

nDer tragen Datteu.

WTB.-Hanbelsdienst erfährt, wird die G«. btt Voigt « 6 a e 11 n e r A.-G.. Srankf«rt a. M., auf be« werben Die wird be« A^ fd)l«6 f«r 1981 $n genehmige« haben, Ler bekanntlich eine« "ui neue Rechnnug ooezutragenden Verlust von 2 013 908 ZHiuc ausweist.

^r Auffichtsratssstznng der nennegrünbeten B ren- nah o r - W e rk e A. - G.. Brandenburg a. H., bie mit °m 1- 3uli 1932 die Gefchäfte der Sirma Gehr.

Reichstem Brennabor-Werke übernommen hat, wurde aber die Entwicklung der erste» drei Monate berichtet. Es tft gelungen eine« wesentlichen Teil der wahrend des 8er-

Plunder. den fie aus dem Zauberkoffer bekommen hatte, auf den Tisch, machte das Licht aus und öffnete tue Balkontür.

Sann enttleibete fie fich hastig, kroch ins Bett und zog die Decke bis über den Kopf.

15.

.Der Morgen war von Nebelluft erfüllt, die wie ein Lahes Gewebe vor dem Wagen hing. Barker konnte nur langsam und vorsichtig fahren-

Fräulein Petersen saß verdrossen neben ihmLas Leben teilt fortwährend Fußtritte aus. dachte fie. Außerdem war es em Unglück, daß fie die englische Seele nicht verstand. Diese Mischung von lächerlicher Selbstbeherr­schung, von Humor, Spleen und Sportbegeisterung Ar schwer zu enträtseln- Wahrscheinlich bestand diese Mischung nur in der Phantasie der Reiseschriftsteller. Man mußte selbst einmal nach England fahren.

Es wird regnen.'

»Ich glaube nicht, Fräulein Petersen."

Hinter Pasewalk zerfloß der Nebel, aber der Him­mel blieb bedeckt. Kapitän Barker begann zu rasen, um die verlorene Zeit wieder einzubringen. Fräulein Petersen blickte gleichmütig auf das Tachometer das zeitweise 180 Kilometer anzeigte. Man gewöhnte sich sehr leicht an Eeschwindigkeitsexzesse. Der Tod verlor feinen Schrecken. Klugheit war nur Furcht.

Einige Minuten nach acht hielt der Wagen in der Düsseldorfer Straße.

Fräulein Petersen stieg ans und reichte dem Ka­pitän die Hand.

Schönen Dank. Mr. Barker."

. »Ich habe Ihnen zu danken. Wann wollen wir uns Wiedersehen?"

Sie lächelte spöttisch-

Sie brauchen nur zweimal zu läuten, bann er­scheine ich sofort."

Kapitän Barker fand keine Antwort und sah ratlos feiner Begleiterin nach, die im Haus verschwand.

John Hogan stand vor dem Hotel und spähte be­unruhigt nach allen Seiten aus. Als er den Wagen erblickte, entspannte fich feilt Gesicht-

Enten Morgen, Kapitän. Es ist doch nichts ge­schehen?"

Er betrachtete argwöhnisch das Auto.

Nichts, Pohn. Alles in Ordnung. Ich habe ver­gessen, Ihnen zu telegraphieren, daß ich erst heute zu- ruckkommen würde. Entschuldigen Sie."

®as macht nichts, Kapitän."

Eine schlaflose Nacht bedeutete nicht viel für John Hogan. 1 . ;

Bringen Sie den Wagen nach der Garage und kommen Sie dann zu mir, John!"

«Zawohl, Kapitän."

(Fortsetzung folati

einige« Monaten schon traten wie Las Konjunktnr- Icbten Wochenbericht schreibt, immer mehr anjet*en bafar auf. Laß bie deutsche Wirtschaft Lern kon- c f ft a n ö der Beschäftigung sehr »atze 3t8UIt ^nnte man zwar nicht einbeutig fest- neuen, ba« bie Beschäftigung konjunkturell überhaupt nicht mehr zurück gehe,- Loch hatte sich bis zu Lieser Zeit bas $ e m»o bes Rückgangs ganz erheblich ve rla » gsamt 3m September «mt scheint nach allem, was bisher barüber bekannt ist, ein

ebfotider Stillstand im Beschäftigungsrückgang ei «getreten z» fei».

Sie Ergebnisse her Krankenkassenstatistik, bie allein hierüber umfassende Auskunft für bie Gesamtwirlfchaft geben könnte, As«" E«be September noch nicht vor. Nur bie Sia- die Beschäftigung in der Industrie besagen, 2 f6 ?,c -ndnstrielle Beschäftigung im September sogar etwas gebessert hat.

. .®ic Besserung der Beschäftigung hat $roar. roie »erter nuten speist werbe» wirb, nicht alle Inbustrie- »met« gleichmäßig erfaßt! fie ist aber vor allem deshalb be- oeutfam, weil tn be» letzten Jahre» Lauernd bie Beschäfti-

September gesunken ift. Denn bie lahrcsseitlichen Kräfte, bie be» Gang der Beschäftigung be-

Öt»n2ttt von. September an zum Rückgang. Eine Besserung in dieser Jahreszeit mutz also kon­junkturell nm so höher gewertet werben.

aUtS den Berechnungen des Instituts für Konjunktur- farfäung aus Grund der Angaben der Gewerkfchas- t c n waren von je 100 Mitgliedern Ende August 46,3, Ende September 47,5 vollbeschäftigt. Die Zahl der Vollbeschäftig-

rC« ri$t Etwa der Zahl Ler geleisteten Arbeitsstunden der Errechnung Lieser Zahl die Arbeitszeit aller beschäftigten Arbeiter nach Möglichkeit berücksichtigt wirb

3aM L-r geleisteten Arbeitsstunben hat also nach btt Gewerk,chastsstatistik von Enbe August bis Ende September ^nt 2-6». H. zugenommen. Nach der gleichen Quelle ist

der in der Industrie beschäftigten Arbeiter in berfeiben Zeit «m 1,1 v. H. gestiegen. Die Ergebnisse der

^"^lEberlchterstattung lauten im gleichen totmt. Auch nach diesen Zahlen war im Monat September die 3a6l der in der Industrie geleisteten Arbeitsstunden 6rti6er als im August. Sie ist von 34,8 v. H. der Kava- Et auf 38L v. H. gestiegen. Das bedeutet von August ans gerechnet eine Steigerung um 3,2 v. H. Ebenso wie bte Gewerkschaftsstatistik dies andeutet, hat sich auch nach be« Angaben der Jndustrieberichterstattung die Zahl der Beschäftigten weniger stark als die Zahl der geleisteten Arbeiterstunden erhöht: fie hat nämlich nur von 41,3 » H öer Kapazität auf 41,8 v. H also nur um 1,2 ». H $«= genommen.

S» wird ma« Leu« i« der Tat i« der Entwicklung d« Beschäftigung vo« August auf September die ersten Anzeichen einer konjunkturellen Besserung er­blicken dürfen,

die auf zwei Ursachenkomplexe znriickgeht: einmal ans bie Anregungen, die Ler Probuktionswirischast von ber größe­ren Widerstandskraft ber Rohstossmärkte intell geworden find, und zweitens auf die Wirkungen der Verordnung zur Vermehrung und Erhaltung der Ar­beitsgelegenheit vom 5. September 1933, bie am 15. September in Kraft getreten ift. Selbstverständlich ist es unmöglich, bie tatsächlich eingetretene Besserung der Be­schäftigung jeder einzelnen dieser Ursachen zahlenmäßig zu­zurechnen. Eines nur spricht dafür, Latz die rein konjunk­turelle» Kräfte außerordentlich stark am Werke waren: so­wohl die Statistik ber Gewerkschaften wie bie Angaben ber JnLustrieberichterstattung sagen übereinstimmend aus, Latz bie Arbeitszeit zugenommen hat. Zunehmende Arbeitszeit oder, was das Gleiche bedeutet: abnehmende Sa61 der Kurzarbeiter ist aber erfahrungsgemäß bas