Die heutige Nummer umkutzt 14 Seiten
Verantwortlich kür den politischen Teil: Dr. Waller P e h n t: für das Feuilleton: German SR. Sonett: für den lokalen Teil: Dr. Hans Joachim Glatzer: kür den Heimaneil: Rudolf G l ä k e r: für Handel: Dr. HanS Langend erg: für den Sportteil: Herbert Speich: Photo-Redakteur Eduard Schulz- Keffel: für Anzeigenteil: Konrad Wachsman n. — Berliner Schriftleikung' Dr Walter £ h u m ■ Berlin SW. 68. — Druck und Verlag: Safte [er Neueft« Nachrichten ®. m. b H. Kalkei. Kölnische Strafte 10
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Doaaerstag, 27. Oktober 1932
Kasseler Neueste Nachrichten
Seite 3
dieses Verdienst werde noch verloren gehen, wenn sie ihre nationale Betätigung hinter ihre sozialistische Agitation zurückstellen würden.
. Durch ihren Kamps gegen den Youngplan hätten die Deutschnationalen das Volk zu nationalem Wollen ausgerüttelt. Dadurch daß die Deutschnationalen früher im Reichstag den Nationalsozialisten die Hand gereicht hätten, hätten sie erreicht, daß sich der Nationalsozialismus im nationalen Fahrwasser halten mußte. Es sei ein Irrtum, wenn gesagt werde, Nationalsozialismus und Marxismus seien wie Feuer und Wasser. Wenn unter Sozialismus nur soziale Gesinnung verstanden würde, so müßte gesagt werden, daß die Deutschnationalen auf den Ehrentitel „sozial" wie keine andere Partei Anspruch machten. Als Erfolge deutschnationaler Arbeit bezeichnete Dr. Hugenberg weiter die Rettung des Bürgertums, den Sturz der schwarz-roten Herrschaft und die Lösung des Dualismus zwischen Reich und Preußen. Sie hätten die politische Grund- lage für eine Regierung geschaffen, die wie sie hofften, eine rettende Regierung sein werde. Sie hätten die Regierung Papen nicht gebildet, aber sie erkennten an, was diese Regierung schon geleistet habe. Sollte das Ziel, den nationalen Staat aus sozialer Gesinnung zu schaffen, aber nicht gelingen, dann würden sich allerdings böse Perspektiven auftun.
Mit einem Appell an die Wähler schloß Dr. Hugenberg seine sehr beifällig aufgenommenen Ausführungen. Der zweite Redner,
Abg. Steuer
untersuchte die Frage: Warum Wahlen? Dabei setzte auch er sich vor allem mit den Nationalsozialisten auseinander. Die Deutschnationalen, so betonte et, hätten diese als kleine Gruppe im Reichstag stets unterstützt, wenn auch ihre Meinungen in wirt- schastspolitischer Beziehung weit auseinander gingen. Die soziale Idee werde auch von den Deutschnatio- nalen vertreten. Man müsse jedoch einen Unterschied zwischen Sozial und Sozialistisch machen. Die soziale Auffassung seiner Partei sei die Uebertragung der christlichen Auffaffung in die Gegenwart. _®ie deutsche Wirtschaft kranke nach seiner Auffaffung daran, daß schon zu viele sozialistische Tendenzen in sie hineingepreßt worden seien.
Die Regierung von Papen mache zum ersten Male den Versuch, ohne parlamentarische Bevormundung die Intereffen der Nation zu vertreten. In der Politik entscheide nicht die nominelle Amtsbezeichnung, sondern die Persönlichkeit. Er gebe der Regierung recht, wenn sie gesagt habe, daß sie verlangen könne, daß das Volk in dem Kampfe um die Wehrhoheit hinter ihr stehe. Seine Partei marschiere in der alten Richtung und kämpfe noch wie früher mit den gleichen Waffen gkgen Parlamentarismus und Ver- faffung. Die Deutschnationalen wollten einen neuen Staat schaffen und würden am 6. November ein Bekenntnis zu einem großen, unsterblichen Deutschland ablegen.
Soldaienschrrurren
Von Peter Purzelbaum
ttebercrH schwirren Schnurren und Witz« nom Ka- fernenhof, ans dem Manöver, aus de« Sette und ans der Marine herum. Peter Purzelbaum hat fte in feinen „Kaczmarev-Bänden" fleißig zufammengetra- gen. Soeben bringt der Brunnen-Verlag Berlin einen neuen (den fünften) Band heraus (Ka'toffel- supp — Ka'toffelfuvv). aus dem wir nachstehend mit Genehmigung des Berlages einige Kostproben wiedergeben.
Jrn Eifer des Gefechts.
Jeder Rekrut hatte fünfundzwanzig Pfennige beigesteuert und nun konnte Sergeant Schwob seine Kohorte an einem „billigen Sonntage" in den Berliner Zoo führen und alle die Tiere, „die wo es ja jarnicht jiebt", zeigen und erklären.
Alle naselang zählt er nach, ob seine Gesellschaft auch ja noch vollzählig beisammen:
„Eins — drei — sieben — zehn — fünfzehn!"
.fünfzehn?" Sergeant Schwob wundert sich: „Nanu — da ist sogar einer zuviel!"
Stimme aus der Korona:
„Herr Schant haben det Kamel -mitjezählt!"
.Neutralität"
Ich möchte wetten, kein Leitartikler, Parlamentarier, Staatsrechtler, Diplomat oder ein sonstiger Dr. rer. pol. wird den Begriff „Neutralität", und zwar in seinem akuten Falle — also .Neutralität im Kriege" — so klar, so schlicht, so für jedermann verständlich und mit so wenigen Worten definieren können, wie der tüchtige Sergeant PostuWa, weiland Zugführer bei den „Gurkenzwickern", den prächtigen Liegnitzer ErenMeren.
„Also, Kerls", — so sagte Sergeant Postullta, „denkt euch mal drei Männer, die wo zusammen in einem Bette liegen. Einer rechts, einer links und einer in der Mitte. Zieht nun der Rechtsliegende die Decke an sich, dann ist dem Linken kalt, zieht der Linke die Decke, dann wird dem Rechten kalt. Dem, der in der Mitte liegt, ist aber immer warm. Seht ihr — und das ist Neutralität."
Eebuhrnifse
Der Soldat sollte und müßte wissen, nicht nur, daß ihm jede Tekate an Löhnung 2,20 M. zustand, sondern auch, was er bei der Menage an Brot, Fleisch, Kartoffeln, Hülsenfrüchten und was sonst immer zu beanspruchen hatte.
Pflichtgemäß instruierte Unteroffizier Schreyvogel also über das Thema „Eebührniffe".
.Mibner! Wenn Sie nun mittags zum Essen- empfang gehen, dann können Sie sehen, wie der Küchen-
untervffizier die Fleischportionen ausgeschnitten hat und nun jedem ein Stück Fleisch zuteilt. Nicht wahr?"
„Jawohl, Herr Unteroffizier!"
.Menn Sie nun einmal glauben, daß Ihnen der Küchenunteroffizier ein zu kleines Stück verabreicht hat, so gehen Sie, nachdem die Essenausgabe beendet ist, zu ihm hin und sagen zu ihm in höflicher Weise, daß an Ihrem Fleischstück wohl einige Gramm fehlen möchten. Dann wird der Küchenunteroffizier das Stück Fleisch auf die Waagschale legen und nachwiegen und
feststellen, ob etwas fehlt und Ihnen dann geben, was Sie zu bekommen haben — vielleicht haut er dir ooch nur 'n paar in die Freffe."
Für alle Fälle
Flandern 1918 — vor der großen Offensive.
Zur Heldenzeit klappert der sehr beliebte Divisionskommandeur die Graden ab. Hinter ihm folgen: der Jnfanterie-Brigadekommandeur, der Regimentskommandeur, der Bataillonsführer, der Kompagniejührer,
der Zugführer und — um das halbe Dutzend voll zu machen — der Unteroffizier vom Erabendtenst.
Exzellenz kam zu einem Tagesposten, der aus der Schützenbank stand und .unausgesetzt" nach dem Feinde spähte.
Die Aussicht auf den im Morgenschein liegenden Kemmel war ja auch ganz hübsch.
„Na, Kam'rad" redete Exzellenz den Posten an, „wie ist denn das so hier?"
Ohne sich umzudrehen, meldete der Mann:
„Der Engländer hat heut nacht im Wäldchen geschanzt — am Ueberschlag hat sich eine Patrouille gezeigt — vor dem Drahthindernis links liegt ein Maschinengewehr — seit gestern abend steigt hinter der Laßhöhe Rauch auf..."
„Schön, schön", unterbrach Exzellenz, „ich meine aber: so im allgemeinen."
Kritisches zum Kapitel „Erdstrahlen und Krankheiten"
Von Dr. med. et Phil. Gerhard Venzmer.
Wir geben, nachdem in den K. N. N. zum Kapitel Srdstroblen zwei Kasseler Forscher sich für und gegen aeäutzert, auf vielfache Anfragen aus Seterfreuen einem objektiven Dritten das Wort, dem. bekannten Lchriftiteller Dr. Benzmei, der hier ganz sachlich das Kür und Wider prüft.
Es kann einem wirklich Angst werden heutzutage: nicht genug, daß unser bißchen Leben durch Seuchen und Kriege, durch künftige Luftangriffe und Gasbomben, durch Wirbelstürme und Ueberschwemmun- gen, durch Erdbeben und Vulkanausbrüche, durch Eisenbahnunglücke und Auwunfälle gefährdet wird: nun droht auch noch ein anderer böser Feind: die „Erdstrahlen". Wenn man unvoreingenommen liest, was heute mit gruseligen Ueberschriften, z. B. „Fliehet die tötenden Naturkräfte" usw., darüber veröffentlicht wird, so kann eigentlich nicht der geringste Zweifel mehr daran bestehen, daß ungefähr alle Plagen der Menschheit den „Erdstrahlen" zur Last zu legen sind. Schlaflosigkeit und Nervosität, Arbeitsunlust und neurasthenische Beschwerden, Lähmungserscheinungen, Kropf, Asthma und Gallenleidin, Gicht und Zuckerkrankheit, Nieren- und Blasensteine, Magen- und Herzkrankheiten, Venenentzündung, Epilepsie, Basedow und Bettnäffen, Schwachsinn und Geisteskrankheiten, Tuberkulose und vor allem Krebs: sie alle werden „ohne eine einzige Ausnahme" von Erdstrahlen verursacht; und als Stromträger für diese gefährlichen Strahlen wirken unterirdische Wasserläufe, Quarzadern usw., deren Vorhandensein und Verlauf man mit der Wünschelrute feststellen kann. Ja, selbst für Autounfälle, die sich öfter an bestimmten ' enstellen ereignen, werden neuerdings Erdstrahlen verantwortlich gemacht.
Solche alarmierenden Nachrichten haben, wie nicht anders zu erwarten, in weitesten Kreisen der Bevölkerung Beunruhigung und Verwirrung angerichtet; und umsomehr dürfte es an der Zeit sein, sich einmal zu überlegen, was denn eigentlich die ganze Forschung von den -Erdstrahlen als Krankheitserregern bisher an wirklich positiven Ergebnissen gezeitigt hat.
Was sagt vor allem die wiffenschaftliche Geologie zu den „Erdstrahlen"? Das bisherige Ergebnis ist recht negativ; in rein objektiven und unvoreingenommenen Untersuchungen haben nämlich vor kurzem Dr. A. Elbert und Dr. F. Michels von der Preutz. Geol. Landesanstalt in Berlin nachgewiesen, daß derartig umschriebene unterirdische Wasseradern und Stromkreuzungen, wie sie die Karten der Erd- strahlen-^orscher aufzeichnen, bei der geologischen Struktur jener Gebiete eine Unmöglichkeit sind. In den dort anzutreffenden, mehr oder weniger lockeren Ablagerungen hat man vielmehr mit weiten, zusammenhängenden Grundwasserhorizonten zu redr neu, die nahezu überall mit Erfolg angeschlagen werden können. Die Rutengänger, die in solchen Gebieten nach „Wasseradern" suchen, werden also so gut wie ausschließlich „Treffer" aufzuweisen haben. Damit soll gegen die Berechtigung der Wünschelrute in der Hand des Berufenen nicht das Geringste gesagt sein; aber noch kürzlich hat ein Rutengänger selbst es ausgesprochen, daß es noch mehr Rutenpfuscher gibt als Kurpfuscher! Nun spielen gerade die scharf begrenzten „Wasseradern" für die Beweisführung der Erdstrahlen-Forscher eine wesentliche Rolle; sie behaupten, daß die aus unbekannten Tiefen entsandten und von den „Wasseradern" gleichsam kondensierten Erdstrahlen genau senkrecht aufsteigen, so daß sich ihr Wirkungsbereich „bis auf den Zentimeter" genau abgrenzen läßt. So soll es in vielen Fällen schon genügen, das Bett des Kranken auf die andere Seite des Zimmers
z u st e l l e n, um dem Bereich der gefährlichen Strahlen zu entgehen! ,
Bei den Erdstrahlen-Forschern stimmen nun, wie man immer wieder in sensationellen Artikeln Icfen lanh, Theorie und Praxis immer überein; aber es verlohnt sich, deinaeoenüber auch einmal zu höre was wissenschaftlich vorgebildete Untersucher an praktischen Ergebnissen über das Problem „Erdstrahlen und Krankheiten" fanden. So hat z. B. der bekannte Geologe und Rutengänger Freiherr R. v. Maltzahn die Befunde des rührigsten und am meisten von sich reden machenden Erdstrahlen-Forschers an Ort und Stelle nachgeprüft und bemerkt dazu, daß — wenn in dem betreffenden Flecken bewegtes Wasser im Untergründe den Krebs entstehen ließe — drei Viertel der Bevölkerung an dieser Krankheit zu Grunde gehen müßte. In Wirklichkeit aber beziffert sich die Zahl der dortigen Krebssälle auf 6 bis 7 v. H.! Und etn ähnliches verblüffendes Ergebnis hatte eine Stichprobe, die ein bekannter Arzt, Dr. med. August Heisler in Königsfeld in Baden mit dem gleichen Erdstrahlen-Forscher selbst anstellte. Fünf weit auseinanderliegende Häuser wurden untersucht und sämtlich so fürchterlich „bestrahlt" gefunden, datz es tm Königsfeld eigentlich von Krebs und Tuberkulose wimmefn müßte. Dabei gehören dort gerade diese beiden Krankheiten zu den Seltenheiten!
Wie man weiß, gibt es gegen die „Erdstrahlen" bereits Abwebrmittel. Es existieren schon eine ganze Reihe von Apparaten zur Abschirmung und Unschädlichmachung der Strahlen, zur „Entstrahlung" der „Krebsadern" usw. Richt weniger als neun ver- fchiedene „Entstrahlungsapparate" sind auf dem Markt. Wenn man den Erfindern glauben darf, so wirken diese Apparate natürlich „unfehlbar"; aber auch hier ist es interessant, einmal die andere Seite zu hören. So hatte der oben erwähnte Arzt Dr. Heisler sich von dem Erfinder selbst in sein Haus einen solchen Entstrahlungsapparat einbauen lassen, der — wenn er eingeschaltet ist — die Strahlen angeblich abfchirmt, also einen Ausschlag der Rute verhindern mutz. Als nun der Erfinder das Haus Dr. Heislers auf Sttahlen untersuchte und zu diesem Zweck seinen Entstrahlungsapparat völlig aus- aeschaltet hatte, stellte Dr. Heisler ihn heimlich ohne Wissen des Erfinders wieder an. Trotzdem gab die Rute die schönsten Ausschläge; und als Dr. Heisler die Täuschung fpäter noch einmal wiederholte, wurde die autosuggestive Beeinflussung des Rutengängers noch deutlicher!
Mag sein, daß wir in allen diesen Dingen klarer sehen werden, wenn einmal ein Gerät geschaffen ist, das unabhängig von den seelischen und körperlichen Zuständen des Untersuchenden ein wirklich objektives Ergebnis verspricht. Ein Anfang in dieser Richtung scheint gemacht zu sein durch die Erfindung des deutschen Physikers Dr. Machts, dessen Gerät imstande sein soll, die „Erdstrablen" objekriv- phvsikalifch nachzuweisen. Solange aber die ge- famtc „Erdsirahlen-Forschung" in solchem Grade von dem körperlichen und seelischen Zustand der Untersucher abhängig und damit in ihren Ergebnissen durch ungewollte Selbsttäuschung gefährdet ist, scheint es mir unverantwortlich, unser ohnehin schon fo schwer heiingesuchtes Volk mit Dingen zu beunruhigen und zu ängstigen, über die bis heute noch kein Mensch wirklich Positives auszusagen vermaß. Und dies umsomehr, als es gerade in unserer Zeit eine Unmenge überaus leicht beeinflußbarer Men- fchen gibt, die, wenn sie von solchen vermuteten Zusammenhängen hören, plötzlich alle möglichen Be- f tzwerden an sich entdecken und nun ihres Lebens nicht mehr froh werden.
II. Streich:
Durch den Schornstein mit Vergnügen Sehen sie die Hühner liegen, Die schon ohne Kopf und Gurgeln Lieblich in der Pfanne schmurgeln. Schwupdiwup I Da wird nach oben Schon ein Huhn heraufgehoben; Schwupdiwup l Jetzl Numro zwei; Schwupdiwup I Jetzt Numro drei; Und jetzt kommt noch Numro vier; Schwupdiwup I Dich haben wir I
Sechs lustige Streiche werden Max und Moritz persönlich in dem großen Stadtparksaal vorführen und zwar in den Sonder-Vor- sfeliungen der Kasseler Neuesten Nachrichten am Freitag, den 4. u. Sonnabend, den 5. November, nachmittags 3.30 Uhr
Zum Besten der Winterhilfe
Besorgt Euch rechtzeitig Eintrittskarten. Bittet Eure Eltern mitzukommen. Der Vorverkauf hat bereits in unserer Hauptgeschäftsstelle, Kölnische Strafte 10, be- fonnen. Jedes Kind erhält ein Täfelchen prengel-Schokolade mit Max u. Morifz- B Idem gratis.
Da sprach der Posten das gute, alte, kerndeutsch« Soldatenwort: ,Mesch—eiden!"
Totenstille.
Man hätte eine Laus husten hören können.
Exzellenz zog, einen Zehnmarkschein aus der Tasche und überreichte ihn dein Posten unter freudigem Gc- lächter des ganzen Gefolges: . M
„Hier, mein Sohn, hast du für alle Fälle Papier.
Dicke Luft
Gefangenenlager auf der Senne.
Hinter Drahtzäunen hausten Franzosen in Baracken.
Landstürmer bewachten sie.
Ain Tor stand der Lagerposten.
Selbstverständlich hatten die Parlewuhs allerhand deutsche Brocken, die sie gelegentlich gehört, aufge- schnaxpt. So auch, daß sich die Landser „Dicke Luft!" zuriefen, wenn ein revidierender Offizier erschien.
Don der Feldarbeit kehrten Gefangene zurück und passierten am Lagerposten vorbei. Die Gefangenen winkten dem Posten warnend zu, wobei sie auf den am Horizont auftauchenden Lagerkommandanten nebst dessen Adjutanten zeigten:
„Swei dicke Luft!"
Sd*at^att€*v$cUaü.
Lindström-Neuerscheinungen
Da die billige Platte zweifellos ihr größtes Publikum hat, ist der Programmausbau gerade der billigen Oualitätsplatte besonders zu begrüßen. Die Lindström - Gesellschaft hat deshalb in ihre Marke „Gloria" Sänger, Orchester und Musikstücke ausgenommen, die früher nur auf Parlophon oder Odeon zu hören waren: Das Oktoberprogramm nennt beispielsweise den Kammersänger Hans Heinz Bollmann, Harry Steter, Irene Ambrus, im November spielen die Orchester Fred Bild, Ernst Busch, Dobrindt usw., Claire Waldoff und Weiß Ferdl sorgen für Humor. Die großen Namen können natürlich nach wie vor nur auf Odeon oder Parlophon erscheinen. So präsen- tiett Odeon im Oktober wieder eine Parade der schönsten Stimmen: Kiepura singt strahlend sein „Lied einer Nacht" und zeigt sich in Rossinis „ßa danza" als ein Meister des Parlando. Lotte Lehmanns Bravourarie „Eines Tages sehen wir" aus Madame But
terfly ist mit dem unvergleichlich schön und edel gesungenen Heidenlied aus Verdis Othello verbunden. Von Tauber gibt es neue Kombinationen der Drei- mäderlhaus-Lieder und Rubinsteins populäre „Melodie". Immer wieder freut man sich der frischen Stimme Gitta Alpars, die diesmal mit dem sich immer besser entwickelnden Herbert Ernst Groh Duette aus Paganini singt. Eine neue Weißmann-Platte mit dem Hexenritt und dem Knusperwalzer aus Hänsel und Gretel zeichnet sich durch überraschende Klangfülle aus. Aus neuen Tonfilmen hört man Originalaufnahmen: Albers mit seinem Qicklied", das lustige Dreigespann aus dem „blonden Traum", die Harvey, Fritsch und Forst mit dem Elückslied und dem Marsch „Einmal schofsts jeder". Auf Parlophon findet man die beiden schönsten Tanzorchester, Edith Lorand und Barnabas von Eeczy, wohl die kultiviertesten Dirigenten guter Tanz- und Unterhaltungsmusik. Zwei Sän- S von Format mögen unsere lleberstcht beschließen:
epf Schmidt, der aus Manon und Cid singt und es wie Herbert Ernst Groh (selten Gehörtes von Cornelius und Leo Fall) den namhaften Tenören Italiens gleichtut. V.
BRAVO*.
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