Einzelpreis 10 Pfennig
Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Kasseler Tageblatt
Hessische Abendzeitung
ErfLeinmiaSwetfe: wücheutt. seLsmal nachmittags. AbonnementSnrekS: für den Monat 2.10 Jl einschl. 30 A Trägerlobn bet freier Zustellung inä Haus, in bei Geschäftsstelle abgeholt 1.80 Jl. Postbezug monatl. 2.10 Jl ausschl. Zustellgebühr. 3« Fällen höherer Gewalt besteht kein Airspruch aus Lieferung der Zeitung ober
auf Rückzahlung des Bezugspreises. Kür daS Erscheinen von Anzeigen in bett-mutten Ausgaben, an besonderen Plätzen und tüt telephonisch erteilte Aufträge kerne Gewähr. Juristische Sprechstunden: Dienstags und Freitags 17—19 Uhr. Verlag, «--chrifilettuug u. Druckerei: SSlu. Straße 10. Tel.-Sammelnummer 6800.
Anzeige»preUe: Geschäfts, und FamMenanzeigen die 30 mm-Zeile 11 A. Kleine Anzeigen aus Kaffe! bas Wort 7 A. Ausw. Kleine Anzeigen bie 30 mtn breite Zeile 11 A, Anzeigen im Reklameteil die 78 mm breite Zeile 46 A. Offertgebühr 25 A (bei Zustellung 86 AL Gerichtsstand Kassel. Postscheck: Frankkurt a. M. 6380.
Nummer 251*
Dienstag, den 25. Oktober 1932
22. Jahrgang
Reichsregierung und Arbeitsrecht
Eine Rede des Neichsarbeitsministers / Auflagenachricht für die „Tägliche Rundschau" / Der Kampf um den Boneour-Plan
Die Lockerung des Tarifwesens
(Eigener Drahtbertcht.)
Das Kabinett in d er Verteidigung
Son unserer Berliner Schriftleitung.
Stuttgart, 25. Oktober.
Reichsarbeitsminister Schäffer sprach am Montag in der Stuttgarter ftaatspolitifchen Arbeitsgemeinschaft über das Arbeitsrecht. Rach einem Rückblick auf di« Entstehungsgeschichte des neuzeitlichen Arbeitsrechtes kennzeichnete der Redner die verschiedenen Perioden in der deutschen Sozialpolitik.
Reichsarbeitsminister Schäffer entwickelte sodann das sozialpolitische Programm der neuen Reichsregierung: Anerkennung der Notwendigkeit derGewerkschaften und ihrer Betätigungsfrei- heit, aber nicht Anerkennung des Monopols bestimmter Verbände, Anerkennung des Tarifgedankens, aber Bestreben, seine Starrheit zu mildern durch
erhebliche Einschränkung der Verbindlichkeits- erklärung von Schiedssprüchen,
durch Hinwirken auf größere Anpassung des Tarifinhaltes auf örtliche und betriebliche Besonderheiten.- Einschränkung auch der allgemeinen Verbindlichkeits- erklärung von Tarifverträgen, soweit sie zur Anwendung -des Tarifvertrages auf Verhältnisse führen würde.r, für die er nicht berechtigt ist, and durch die Möglichkeit der Kürzung des Tariflohnes in wirtschaftlich besonders gefährdeten Betrieben; im Arbeitsschutz Vereinfachung der jetzt sehr mannigfachen Vorschriften, zum Beispiel auf dem Gebiete der Sonntagsruhe, in der Sozialversicherung Verwaltungsvereinfachung; endlich Arbeitsbeschaffung und Ankurbelung der Wirtschaft.
Der Minister bewnte, daß die Hauptaufgabe jetzt die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sei; auf dieses Ziel seien alle Maßnahmen des Regierungsprogramms eingestellt. Der Minister hob ferner die
große wirtschaftliche Bedeutung der Sozialein- richtungen
hervor und wies darauf hin, wie sehr gerade auch die Tüchtigkeit der deutschen Arbeiterschaft aus die deutschen Sozialmaßnahmen zurückzuführen sei. Eine gute Sozialpolitik schaffe eine arbeitsfreudige und zufriedene Arbeiterschaft und erwecke und stärke in ihr das Gefühl der Verbundenheit mit dem Staat und der Mitverantwortung für das öffentliche Leben.
Vor dem Leipziger Spruch
Leipzig, 25. Oktober.
Unter großem Andrang des Publikums findet heute mittag im Hauptsaal des Leipziger Reichsgerichtsgebäudes die Verkündung des Urteils über die Reichs- exekutiou in Preußen durch Reichsgerichtspräsidenten Sumte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Staatsgerichtshofes statt. Der Vorsitzende weicht diesmal von seinem häufig geübten Brauch einer frei vorgetragenen Begründung des Urteils ab; die Urteilsverkündung wird also eine Urteilsverlesung sein. Der Reichsgerichtspräsident erklärte, daß er in einer so bedeutungsvollen Sache sich unmöglich aus die Dispositionen des Augenblicks verlassen könne.
*
Unabhängig von der Entscheidung des Staatsge- richtshofes wird die sogenannte
kleine Berwaltungsreform , der preußischen Zentralinstanzen vom Reichskommis- sariat weiter betrieben. Wie die „B. Z." mitteilt, find die Pläne bereits fix und fertig ausgearbeitet. Die geplante Zusammenfassung einzelner preußischer Ministerien, bzw. ihre engere Verbindung mit dem Reich, wird zu einem großen Abbau von hohen und höchsten Beamten führen. Diese Beamten werden auf Wartegeld gesetzt. Es handelt sich dabei um die Leiter solcher MinisterialabteUungen oder Gruppen, die der Auflösung verfallen. Aber auch eine Anzahl Re- ferenten werden abgebaut. Ein weiterer Beamten- abbau wird vorbereitet, weil am 1. April nächsten Jahres die Stellung der Oberpräfidcnten völlig verändert wird. Die Oberpräsidien der Zukunft werden kaum mehr als 4 höhere Beamte einschlietz lich des Oberpräfidentcn haben, während sie bisher mehr als zehn hatten.
Reue Schutzzölle in ASA.
Washington, 25. Oktober.
Präsident Hoover hat dem Zolltarifausschuß die for melle Weisung erteilt, Untersuchungen über 18 wich tige Industrien einzuleite«, um sestzustellen, ob die,. ,
genügend gegen ausländische Konkurrenz geschützt sind. Zu diesen Industriezweigen gehören Messerschmiedewaren, Eisen- und Stahlprodukte, Metallwaren und chemische Produkte. Hoover erklärte, die Währungen von 30 Ländern seien jetzt um 5—55 Prozent entwertet, wodurch der Lebensstandard dieser Länder herab- gedrückt und der Unterschied der Produktionskosten in den Vereinigten Staaten und den erwähnten Ländern stark vergrößert worden sei.
Näselraten
um die Viermächtekonferenz
London, 25. Okwber.
In Erwiderung aus Fragen betreffend die geplante Viermächtekonferenz erklärte der Staatssekretär des Aeutzeren, Sir John Simon, im Unter- Haus, es sei bisher lediglich hinsichtlich des Konfe- rrnzortes keine Verständigung zustandegekommen, aber die Regierung beabsichtige nicht, die Angelegenheit fallen zu lassen. Auf eine weitere Frage ant wartete er, das Ziel der gfer.ierunrt f«i. vqtz in nem Land: eine. Wiederaüftüsturg stattsind..
London, 25. Oktober. Der politische Korrespondent der „Morningpost" bezeichnet die Aussichten für ein baldiges Zustandekommen der Vierer-Konferenz als gering. Dagegen will der parlamentarische Korrespondent der „Times" wissen, daß gestern abend, obwohl keine amtliche Mitteilung vorliege, in ministeriellen Kreisen die feste Ueberzeugung geherrscht habe, die vorgeschlagene Viermächtekonferenz werde in naher Zukunft zusammentreten.
Paris, 25. Oktober.
Der Studien- und Vorbereitungsausschutz des Obersten Verteidigungsrates beschäftigte sich gestern abend wiederum mit dem französischen Abrüstungs- und Sicherheitsplan. Laut Havas sollen sich die anfänglichen Meinungsverschiedenheiten zwischen den Ausschutzmitgliedern als weniger ernst herausgestellt haben und im wesentlichen hätten sich alle Standpunkte einander genähert.
Der Ausschuß habe daher konkrete Ergebnisse erzielt, die dem Obersten Verteidigungsrat unterbreitet würden. Dieser werde Freitag vormittag unter Borfitz des Präsidenten der Republik zusammentreten. Danach werde ein Ministerrat dem konstruktiven französischen Abrüstungs- und Sicherheitsplan eine endgültige Form geben. Der Plan werde sicher am 3- November dem Büro der Abrüstungskonferenz vorgelegt werden.
*
Zu den oben erwähnten Meinungsverschiedenheiten äußern sich die Pariser Blätter folgendermaßen^ Di« gestern vom „Popnlaire" gebrachte Meldung über schwere Meinungsverschiedenheiten zwischen den Kabinettsmitgliedern und General W e y g a n d werden heute vom „Malin" dementiert, der darauf hinweist, daß auch der Studienausschuß des Obersten Rates der nationalen Verteidigung gegen dergleichen Gerüchte Stellung genommen hat. General Weygand sei, betont das Blatt, zu loyal und denke zu gemäßigt, als daß er gegen die Befehle, für die die Regierung die Verantwortung trage, öffentlich auftreten würde.
Etwas anders liest sich ein Artikel des „Echo de Paris" aus der Feder Pironeaus, von dem bekannt ist, daß er das Vertrauen des Generalstabes genießt. Hier ist von einem Dementi keine Rede, im Gegenteil, Pironeaus schreibt, General Weygand habe nur seine Pflicht als verantwortlicher Führer und Schützer der militärischen Sicherheit des Landes getan. Weygand sei der Ansicht, daß Paul Boncours- Plan, der ohne seine Mitarbeit zustande gekommen sei, die Sicherheit des Landes gefährlich schwäche. Sehe er doch auch Mindestherabsetzungen ohne jedwede Gegenleistung vor.
Drei Strömungen
in der französischen Außenpolitik.
Paris, 25. Oktober.
3m Mittelpunkt der bevorstehenden außenpolitische,: tmerdebatte werden nach Ansicht der radikalen .Republique" bie „Wiederaufrüstungspläne" stehen.
, th. Berlin, 25. Oktober.
Obwohl bie Reichsregierung sich nach wie vor vom Wahlkampf fernhält, spielen doch die Behauptungen über angebliche Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Kabinetts, fei es nur in sachlichen Fragen, fei es im Hinblick auf irgendeinen Personalwechsel, in der öftentlichen Diskussion eine große Rolle. Die Regierung sieht sich dadurch in eine Abwehrstellung gedrängt, die wiederum nicht ohne Einfluß auf die Stellungnahme der Parteien im Wahlkampfe bleiben kann.
Am Sonnabend hatte der Reichswehrmini- st e r, wie berichtet wurde, ein besonders scharfes Dementi gegen die Behauptungen erlassen, daß er über einen Umbau der Regierung verhandele, und gestern hat der Reichskanzler in seiner Rede vor den Berliner Handwerkskammern (siehe Seite 2!) sich ebenfalls in dem Sinne ausgesprochen, daß die Behauptungen über Veränderungen innerhalb der Reichsregierung unzutreffend seien. Heute ist die Regierung darüber hinaus in besonders scharfer Form gegen ein Blatt vorgegangen, welches bis vor kurzem in dem Rufe r ioi.bn? enge Beziehungen m-tchsweyr- ........rium zu oesitzen.
Auflagerrachrlcht für die „Tägliche Rundschau"
Bei Gelegenheit der Verhandlungen des Untersuchungsausschusses des Preußischen Landtages ist zwar festgestellt worden, daß die „Tägliche Rundschau" keinerlei Unterstützungen vom Reichswehrministerium bezieht und daraus ist gefolgert worden,
die von der französischen Oeffentlichkeit und auch von der „Republique" nach Wie vor mit großer Hartnäk- kigkeit der Reichsregierung in die Schuhe geschoben werden. Die Strömungen, die sich gegenüber diesen angeblichen Plänen geltend machen, werden von der „Republique- wie folgt geschildert:
Die radikalste soll die des Abgeordneten Louis Marin sein. Sie trete dafür ein, daß man gegebenenfalls sogar das linke Rheinufer besetzen müsse. Sollte das zum Kriege führen, so müsse die Losung eben heißen: „Vorwärts".
Die zweite Gruppe verkörpere die Rüstungsindustrie, die dafür eintrete, daß Frankreich zwei Geschütze bestelle, wenn in Deutschland ein Geschütz in Auftrag gegeben werde, kurz daß Frankreich immer Weiter rüste.
Die dritte Richtung sei die der P a z i f i st e n. In ihrem Lager vertrete man den Standpunkt, daß Frankreich die Initiative zu einer weitgehenden Abrüstung ergreifen müsse, da Deutschland sich darauf berufe, daß die anderen Länder nicht abgerüstet hätten.
Dazu erklärt nun „Republique", es sei sehr zu wünschen, daß gerade diese Auffassung, die seit einiger Zeit in der Presse mehrfach zum Ausdruck gekommen sei, auch auf der Kammertribüne vertreten werde. Je schärfer sich die Regierung dem Gedanken einer Wiederaufrüstung Deutschlands widersetze und je entschiedener sie diesen Gedanken eine eigene Abrüstungspolitik entgegenstelle, umso größer werde die Mehrheit der Republikaner sein, die sich um die Regierung scharen, um den Friedensgedanken gegen jede Art von Nationalismus zu verteidigen.
Ottawa vor dem Anterhans
London, 25. Oktober.
Das Unterhaus nahm heute nacht in Kommissions beratung die zweite Entschließung der Konferenz von Ottawa ohne Veränderungen mit 204 gegen 52 Stimmen an. In dieser Entschließung wird die Auferlegung von Zöllen in Erfüllung der Abkommen von Ottawa vorgenommen.
*
Nachdem das Unterhaus die zahlreichen Ottawa- Resolutionen erledigt hatte, brachte der Schatzkanzler Neville Chamberlain heute früh um 1.15 Uhr die Gesetzesvorlage bett, die Ottawa-Vereinbarungen ein. Das Unterhaus nahm die Vorlage in der (formellen) ersten Lesung an. Morgen, Mittwoch, wird die zweite Lesung beginnen. Der heutige Tag ist der Erörterung des Mißtrauensantrages der Arbeiterpartei gewidmet.
[daß auch ein Zusammenhang dieses Blattes mit der Bendlerstraße in rein publizistischer Hinsicht längst aufgehört hat, aber für einen etwas früheren Zeitpunkt lassen sich diese Dinge schwerlich in Abrede stellen.
Neuerdings konnte man freilich beobachten, daß zwischen dem genannten Blatte und der Reichsregierung in wachsendem Maße ein Spannungsverhältnis besteht, und das hat nun heute dazu geführt, daß die „Tägliche Rundschau" von der Reichsregierung eine sogenannte „Anflagenachricht" erhielt, die sich gegen einige in letzter Zeit aufgetretenen Behauptungen richtet.
In erster Linie handelt es sich dabei um die Behauptung, daß man mit der Preisgabe der Einfuhr-Kontingentierung ziemlich bestimmt rechnen könne. Ferner um die Behauptung, daß ein Rücktritt des Reichsernäherungsmi- nisters nach den Wahlen ziemlich bestimmt zu erwarten sei und drittens, daß ein Gegensatz zwischen dem Finanzminister und dem Ernährungsminister bestehe, der sich soeben wieder bei dem neuen Sanie- —"laswf " iUt hnho—JSi#
beiden RotvendordAungen, die der Reichspräsident vor einigen Tagen unterzeichnet habe, seien — so heißt es weiter in der „Täglichen Rundschau" — schon vor einer Woche fertiggestellt gewesen, hätten aber nicht veröffentlicht werden können, weil der Finanzminister sich geweigert habe, sie zu unterschreiben. Erst nachdem Graf Schwerin in Urlaub gegangen sei, habe an seiner Stelle der Innenminister die Verordnungen gegenzeichnen können.
In der Auflagennachricht der Regierung wird zn diesen in der „Täglichen Rundschau" (aber auch in einigen anderen Blättern) wiedergegebenen Behauptungen erklärt, daß alles dieses unrichtig sei. Im einzelnen wird gesagt, aus dem Abschluß der Verhandlungen über die Festsetzung eines Butterkontin- gents gehe hervor, daß die Regierung den Kontingentierungsgedanken nicht preisgegeben habe. Damit werde auch die Behauptung von einem bevorstehenden Rücktritt des Ernährungsministers hinfällig.
Weiterhin wird festgestellt, daß Ernährungsminister und Finanzminister die Sanierungsverordnungen für die Landwirtschaft im engsten Einvernehmen ausgearbeitet hätten und diese Verordnungen die Zustimmung sämtlicher Kabinettsmitglieder gefunden haben. Die Behauptung, der Finanzminister habe sich geweigert, die Verordnungen zu unterschreiben, wird als eine Verdächtigung aus das schärfste zurückgewiesen, und schließlich wird festgestellt, daß der Präsident der Rheinischen Landwirtschaftskammer Freiherr von L ü - n i n ck, von dem behauptet wurde, er habe dem Reichspräsidenten Vortrag über die landwirtschaftliche Lage gehalten, überhaupt nicht beim Reichspräsidenten war.
Die „Tägliche Rundschau" wird, auf Grund der bestehenden Bestimmungen, zu dieser Auflagenachricht erst morgen Stellung nehmen, aber der Text dieser Auflagenachricht scheint schon jetzt in einigen Punkten ergänzungsbedürfttg zu sein. Zunächst ist über die Unterzeichnung der oben erwähnten Verordnungen von zuständiger Seite in Berlin gestern mitgeteilt worden, daß diese Verordnungen tatsächlich vom Reichsinnenminister und nicht vom Reichsfinanzminister unterzeichnet worden sind. Aber dies beruhe nicht etwa darauf, daß Meinungsverschiedenheiten bestanden hätten, sondern vielmehr habe der Reichssinanzminister seine Zustimmung zu diesen Verordnungen gegeben, ist aber dann in Urlaub gegangen, so daß er im Zeitpunkt der formellen Unterzeichnung nicht in Berlin war und die Unterschrift demgemäß vom Reichs Innenminister gegeben wurde.
Während sich hier der Widerspruch zwischen Behauptung und Widerlegung rein formal aufklärt, scheint die Auslagenachricht in Bezug auf die Berichte über einen Rücktritt des Reichsernährungs- mintsters etwas weiter zu gehen, denn die „Tägliche Rundschau" hatte von der Möglichkeit eines Rücktritts nach dem 6. November gesprochen. Ein unmittelbar bevorstehender Rücktritt ist von dem Blatte nicht behauptet worden und was nach dem 6. November geschieht, darüber läßt sich auch in einer amtlichen Auflagenachricht heute noch nichts Bindendes feststellen.
Die Rede des Reichskanzlers, über die wir an anderer Stelle ausführlich berichten, wird von der Berliner Presse je nach der Parteistellung mehr oder minder ausführlich wiedergegeben. Die gesamte rechtsstehenden Presse gibt sehr umfangreiche Ber'chle über diese Rede, enthält sich aber jeglichen Kommentars und jeglicher Stellungnahme. Demgegenüber wird die Rede iK den linksstehenden Blättern nur in kurzen Auszügen wiedergegeben und verschiedenttich mit kritischen Randbemalungen versehen.
//
Frankreichs Abrüstungsplan
(Eigener Drahtbericht.)