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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeilung Kasseler Tageblatt Hessische Abendzeitung

Nummer 247

Donnerstag, den 20. Oktober 1932

22. Jahrgang

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Das G orreshaus - Geschäft unzulässig?

Die Vernehmung des jetzigen Preußenkaffe-Präsi-enten / Papen antwortet Kaas / Serriot und Deutschland

ThemaZeitungsfinanzierung"

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Berlin, 20. Oktober.

Der Klepper-Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtags vernahm heute zunächst den gegenwärtigen Präsidenten der Preutzenkaffe Dr. H V,11i »Uder Mittelhergabe für dieKölnische Volkszeitung". Auf die Frage des Vorsitzenden, ob Präsident Helfferich der Auffassung sei, daß das von seinem Amtsvorgänger, dem Präsidenten Klepper, ge­tätigte Geschäft mit derKölnischen Volkszeitung" in den Rahmen der Befugnisse der Preußenkaffe falle, er­widert Helfferich: Nein, es fällt nicht darunter (Be­wegung.)

Der Vorsitzende bringt dann zur Sprache, daß Herr Klepper als Präsident der Preußenkaffe im Jahre 1928 ein Gehalt von rund 75 347 RM und in den Jahren 1929 bis 1931 ein Gehalt von je 7 5 000 RM. erhalten habe, wobei feit Beginn von (929 noch eine jährliche Vergütung von je 25 000 RM. hinzugetreten sei für Kleppers Tätigkeit als Vorsitzender des Aufstchtsrats der Deutschen Ge- noffenschafts-, Revisions- und Treuhand E. m. b. H Das Gehalt sei dann seit 1931 um 20 Prozent ge­kürzt worden.

Präsident Helfferich sagt, daß die Deutsche Genos­senschafts-Revisions- und Treuh-rno G. m. b H be­reits seit mehreren Jahren in eine Aktiengesellschaft umgewandelt sei, die sehr große Revisionsaufgaben zu erfüllen habe. Eine Deutsche G.mossenfchaf s Revi- Iwns- und Treuhand 3. m. b. H., die als Vernnrt- lungsstelle für die liebem.tun-} der Gelder an die Kölner Görres-Haus-A.-G. grgr inoet wurde, habe augenblicklich keinerlei Funktionen. Er habe keinen Zweifel, daß Klepper die Zusatzoerzutung onn der Revtsionsstelle erhalten habe, die wirklich die Revisio­nen leisten mußte. '

Die Frage des Vorsitzenden, ob während seiner Amtszeit als Präsident der Preußenkaffe von staatlich--! -eite an ihn herangetreten worden sei, um Preußen­kaffenmittel zur Finanzierung von Zeitun­gen zu verwenden, verneint der Zeuge.

Es folgte eine Erörterung über den jetzigen Wert des von der Preußenkasse finanzierten Mtienpaketes derKölnischen Volkszeitung". Präsident Helfferich sagt dazu, dieser Wert hänge wesentlich davon ab, daß die Preußenkasse sich weiterhin auf den Poolvertrag stütze, weil sie ja nur ein Minderheitspaket besitze. Auf jeden Fall müsse die Preußenkasse nach dem Vertrag ihr Aktienpaket an Zentrumsmänner verkaufen. Auch bei derGermania" handele es um Namensaktien, die nur mit Zustimmung derGermania" veräußert wer­den könnten.

Bei einer Erörterung bet Möglichkeiten des Preu- ßenkassen-Präsidenten aus dem Organisationsstatut bleibt Präsident Helfferich dabei, daß der Geschäfts- krcis klar Umrissen sei und lediglich in der Gewährung von Personalkredit, namentlich an Genossenschaften bestehe. Die weiteren Befugnisse beschränkten sich auf den Abschluß von Htlfsgeschästen zur Durchführung der Hauptaufgabe.

Als ein Zentrumsmitglied zur Sprache brachte, daß die Preutzenkaffe jetzt aus das Reich übergehen und Preußen dann sein Kapital verlieren würde, sagte Präsident Helfferich, er sei nicht befugt, über die schwebenden Verhandlungen Auskunft zu geben, könne aber sagen, daß der preußische Staat sehr stark betei­ligt bleiben werde. Nach seiner Kenntnis werde die Transaktion durch Reichsgesetz erfolgen.

Wenn Herr Klepper gesagt habe, der Geschäftsum- fang der Preußenkaffe werde durch freies Ermessen des Präsidenten bestimmt, so könne er, Helfferich, dieser Auffassung nicht folgen.

Das Reichswetzrminifterium dementiert

Berlin, 20. Oktober.

Zu den gestrigen Aeußerungen des kommunisti­schen Abg. Rau im Untersuchungsausschuß des preu­ßischen Landtages über angebliche Subventionszah­lungen des Reichswehrmiyisteriums an Zeitungen, er­klärt das Reichswehrministerium, daß aus Mitteln dieses Miisteriums keinerlei Unterstützungen an Zei­tungen gezahlt worden sind bezw. gezahlt werden, auch nicht an die .tägliche Rundschau" und dieBerliner Börsenzeitung". Ebenso unzutreffend sind die Behauptungen über irgend­welche Beteiligungen des Reichswehrministeriums an Zeitungen.

Wenn Deutschland aufrüften würde

Paris, 20. Oktober.

WiePopulaire" berichtet, soll der radikale Abge­ordnete und Bürgermeister von Rouen, Metayer, im Verlaufe der gestrigen Sitzung des Kammeraus- schuffes für auswärtige Angelegenheiten dem Mini­sterpräsidenten Herriot die Frage vorgelegt haben: Was wurden Sie tun, wenn Deutschland wieder auf­rüstet?" Herriot soll darauf geantwortet haben:Die Regierung würde den Internationalen Gerichts­hof im Haag mit der Verletzung des Versailler Vertrags durch Deutschland befassen."

Darauf soll Metayer die weitere Frage gestellt haben:Wenn nun der Internationale Gerichtshof Frankreich Unrecht gäbe, was dann?" Herriot soll geantwortet haben:Dann wären zwei Lösungen möglich: Gewaltmittel und juristische Mittel. Nie­mals würde die jetzige Regierung die ersteren Maß­nahmen anwenden."

Weiter befragt, ob die Verordnung der Reichsre- grerung vom 14. 9. über die Ertüchtigung der fugend nicht dem Artikel 177 des Versailler Ver- trages zuwiderlaufe, soll Herriot geantwortet haben die juristischen Sachverständigen des Quai d'Orsay seien der Ansicht, daß diese Verordnung dem Ar­tikel 17 7 nicht widerspreche.

Der Arbeitsplan des Kabinetts

Bon unserer Berliner Schriftleitung.

th. Berlin, 20. Oktober.

Das Reichskabinett wird Ende dieser Woche seine Beratungen wieder aufnehmen, obwohl der Reichs- Wirtschafts-, der Finanz- und auch der Außenmini­ster sich gegenwärtig noch nicht in Berlin befinden. Es wird sich dabei vor allem um die Fertigstellung der Verordnungen über die Durchführung eines Tei­les der Osthilfe sowie um die Ueberleitung der Preußenkasse in eine deutsche Zentralae- noffenschaftsbank handeln.

Außerdem wird voraussichtlich die Kontin­ge n i i e r u u g s k o m m i s s i o n dem Reichskabinett Bericht erstatten. Man rechnet damit, daß diese Kommt» ion, die sich gegenwärtig in Paris aufhält, morgen, «pätestens übermorgen direkt nach Berlin zurückkehrt. Ob sie dann von Berlin noch, wie es ursprünglich vorgesehen war, nach Kopenhagen fah­ren wird, tst noch unbestimmt. Mit Beschlüffen des Reichskabinetts in der Richtung irgendwelcher Aende- rungen der bisherigen Kontingentierungspolitik ist bei der jetzigen Sachlage bis auf weiteres allerdings nicht zu rechnen.

In der nächsten Woche wird sich das Reichskabi­nett dann mit der Feststellung der Befugnisse des Bankenkommissars, sowie mit der Neu­regelung der subventionierten Betriebe beschäftigen.

Am nächsten Montag wird der Reichskanzler die angekündigte Rede vor der Handwerkskammer hal­ten. Diese Rede wird im wesentlichen wieder wirt-

Maftlichen und sozialpolitischen Charakter tragen. Ter Kanzler totrb dabei aber auch auf die allge­meine innerpolitische Lage eingehen und unter andr­em aut die letzte Rede des Zentrumsführers Dr. Kaas antworten.

In außenpolitischer Hinsicht liegen zurzeit noch keine neuen Momente vor. Aus der englischen Presse ist zu entnehmen, daß angesichts der überaus gro­ßen Schwierigkeiten, die mit der geplanten Vier­mächtekonferenz verbunden sind, evtl, der Gedanke 5'nes Cheguers" zwischen Macdonald und dem Reichskanzler hervortreten könnte. Sollte Mac­donald eine solche Einladung beabsichtigen, so würde wahrscheinlich mit der Zusage des Reichskanzlers zu rechnen sein. Vorläufig liegen darüber aber nur Andeutungen in der englischen Presse vor.

Hitlers Antwort

an den Reichskanzler

München, 20.-Oktober.

ImVölkischen Beobachter" antwortet Hitler auf die Rede, die Reichskanzler von Papen in der vorigen Woche in München gehalten hat.

Das wirtschaftliche Denken, so führt Hitler aus, erziehe zum Egoismus und nur das völkisch-politische zum Idealismus. Patzens Arbeitsprogramm züchte

neuen Klassenhaß. Die nationalsozialistische Arbeiis- dienstpflicht überwinde die Klaffengegensätze. Die deutsche Not werde durch keine Verfassungsreform überwunden.

Zu den Vorgängen des 13. August erklärt Hitler, er könne Herrn von Papen deutlich sagen:Entweder wir sollen in die Regierung, dann fordern wir die Führung, oder wir erhalten die Führung nicht, dann muß man auch in einer Regierung auf uns verzichten". Hitler weist die Behauptung zurück, daß er die ganze Macht allein gefordert hätte. Aber gerade, weil der verhandelnde Minister Hitler erklärt hätte, daß eine Reihe der wichtigsten Ministerien zu­mindest im Augenblick vom Reichspräsidenten den Nationalsozialisten verweigert werden würden, hätte Hitler umsomehr die Forderung stellen müssen, daß dann aber die Stelle des Reichskanzlers der NSDAP, zufalle.

Zu Papens Außenpolitik erklärte er, es hätte genügt, den Willen Frankreichs, nicht abzurüsten, vor der ganzen Welt eindeutig klarzustellen, um dann die Konferenz mit dem Bemerken zu verlassen, daß der Friedensvertrag von Versailles von den Signatar­mächten selbst verlassen sei und Deutschland sich die entsprechenden Konsequenzen Vorbehalten müsse. Für die Zukunft Deutschlands sei ein vertrauensvolles Verhältnis zu England wichtig. Bündnismöglichkeiten, vor allem mit Italien, feien verpaßt worden.

In Hitlers Antwort heißt es ferner, Herr von

Papen spreche von einer grundsätzlichen neuen Staats­führung, der Nationalsozialismus von einer grund­sätzlich neuen Erziehung des Volkes in allen Schichten

WienerSparsamkeit"

Wien, 20. Oktober.

Wie die Blätter melden, sieht der Haushaltsplan für 1933 trotz den nachdrücklichsten Einwänden des Unterrichtsministers außerordentlich einschnei­dende Sparmaßnahmen im Bildungs­wesen vor. Außer dem Abbau von etwa 150 Mittel­schulen und Entlassungen zahlreicher Lchrkräfte soll vom Finanzminister die Aufhebung der medizinischen Fakultät in Innsbruck, der philosophischen in Graz und der evangelisch-theologischen Fakultät in Wien vor geschlagen worden sein.

Die gesamte Presse nimmt gegen diese Pläne in schärfster Weise Stellung und bezeichnet sie als eine Versündigung an der kulturellen Vergangenheit Oesterreichs und als schwere Gefahr für seine kul­turelle Zukunft. Die höchste Erregung herrscht aber in evangelischen Kreisen darüber, daß, wie zuver­lässig verlautet, über dieAufhebungderevan- gelisch-theologifchen Fakultät an dcr Universität Wien bereits Beschluß gefaßt wor­den sei.

Redeschlacht in

Von unserer Verli

th. Berlin, 20. Oktober.

Das große Redegefecht z w i schendenDeutsch- nationalen und den Nationalsozialisten, welches von Dr. Goebbels angeregt worden war, hat gestern abend in einer großen deutschnationalen Wahl­versammlung in der Hasenheide in Berlin stattge- funben. Es war ein Experiment und zwar nicht ganz ohne Risiko, denn ein riesiger Saal, gefüllt zur Hälfte mit Deutschnationalen, zur anderen mit Natio­nalsozialisten, ein Saal, in welchem temperamentvolle Redner zweier gegnerischer Parteien scharf zugespitzte Ausführungen gegeneinander halten, birgt selbstver­ständlich immer viel Sprengstoff in sich, der jederzeit hochgehen kann.

Das Experiment ist jedoch, äußerlich betrachtet, gelungen; d. h. man hat, abgesehen von einer Reihe kleinerer Störungen, die Versammlung ohne ernst­hafte Zwischenfälle durchführen können. Das Erpe- riment ist aber, innerlich betrachtet, doch ohne Po si- tivesErgebnis geblieben. Denn was kann man mit einer solchen Veranstaltung erzielen wollen? Entweder man will Aufklärung über die gegenseitigen Vorwürfe und Angriffspunkte in einem offenen Zwie­gespräch schaffen und sich dabei vielleicht sogar wieder etwas näherkommen, nachdem man früher schon ein­mal eng benachbart war. Nun davon war gestern abend wahrhaftig nicht die Rede. Oder man will sich nur gegenseitig die Meinung sagen, jeder für sich und feine eigene Partei Propaganda treiben. Dazu braucht man aber keine gemeinsame Versammlung. Insofern ist btefer mit Spannung erwartete Abend zwar ohne Explosionen, aber auch ohne jedes greifbare politifche Ergebnis geblieben.

Immerhin hat die beinahe fünfstündige Versamm­lung einige interessante Beobachtungen gebracht, vor allem über die grundsätzlich verschiedene Einstellung der beiden Parteien zum Harzburger Gedanken. Der Hauptredner der Deutschnationalen, der Abgeordnete Schmidt-Hannover, bekannte sich im Laufe seiner Rede alsfanatischer" Anhänger des Gedankens von Harz­burg. Diejenigen Stellen seiner langen Rede waren zweifellos die besten, in denen er die Möglichkeiten kennzeichnete, die bei einer Durchführung des Harz­burger Programms sich für die Rechte in Deutschland ergeben hätten. Schmidt hütete sich jedoch sehr, etwa das vorjährige Angebot zu erneuern.

Ganz anders faßte Dr. Goebbels seine Auf­gabe an. Bei ihm hörte man kein Wort des Bedau­erns Über den Fehlschlag von Harzburg, sondern vielmehr die offene Erklärung, daß Harzburg ein Fehler und Mißerfolg gewesen sei. Die National- özialisten bekennen sich jetzt nicht mehr zu der vor­jährigen Parole, sondern sie vertreten die These, daß es innerhalb der deutschen Parteien eine besonders tarke Bewegung geben muß, die dann über die an­deren herrschen muß. Goebbels befaßte sich dann da­mit, die Rede des Abgeordneten Schmidt im einzel­nen zu widerlegen, und er geriet dabei selbstverständ­lich sehr bald ebenfalls auf den Boden scharfer poli­tischer Angriffe gegen die Deutschnationalen.

Während es bei den beiden Hauptreferaten des Abends im allgemeinen im Saal ruhig geblieben war, kam es zu einem Zwischenfall, als der dritte

der Reuen Wett

ner Schriftleitung.

Redner, der deutschnationale Abgeordnete Steuer, nach derStammrolle" des Herrn Goebbels fragte. Hier entwickelten sich L ä r m s z e n e n, die nur durch Militärmusik zu übertönen waren. Während die Na­tionalsozialisten das Horst-Wessel-Lied sangen, spielte die Kapelle einen Marsch, aber schließlich kam jemand auf die gute Idee, die Musik in das Deutschland-Lied überzuleiten, welches dann von allen Anwesenden mitgesungen wurde, so daß auf diese Weise der Friede wieder hergestellt werden konnte.

Nach oteuer hielt Goebbels seine zweite Rede, die noch schärfer pointiert war als die vor­herige Kritik an den Deutschnationalen und als nach ihm der Abgeordnete Schmidt das Schlußwort neh­men wollte, war die Begeisterung der Nationalsozia­listen im Saale so groß, daß sie Schmidt nicht mehr zu Worte kommen ließen. Jetzt entstand tatsächlich noch bte Gefahr ernsthafter Störungen und der Vor­sitzende drohte auch bereits mit der Polizei. Aber schließlich konnte Schmidt allerdings nur unter 3ul)ilfenal)me von Dr. Goebbels, den er nochmals auf bte Tribüne tief, damit dieser die Nationalsozialisten im Saale beschwichtigen sollte fein Schlußwort zu Ende führen, und so löste sich die Versammlung schließ­lich nicht gerade in Ruhe, aber doch ohne wesent­liche Ordnungsstörungen auf.

*

3lus der Rede, die auf diesem Diskussionsabend gehalten wurden, seien im folgenden noch einige inter­essante Einzelheiten mitgeteilt:

Abg. Schmidt (Hannover)

führte u. a. aus: Der Stoß im neuen Reich gehe nad) wie vor gegen links, gegen Weimar, gegen Ver­sailles und gegen die Bolschewisierung unseres deut­schen Vaterlandes. Die Frage sei nur, wer sich an die- jem Kampf beteilige. Weite Kreise des Volkes seien in r:orge darüber, daß auf bet einen Seite die prächtigen Jungmannschaften der Nationalsozialisten auf der Straße gegen den roten Mordterror austreten, wäh- rend im Landtag die NSDAP, mit den Kommunisten timme. Man habe bas Gefühl, daß das Rot des Haken­kreuzbanners nicht mehr gebändigt wird von dem Schwatz-Weitz des Preußentums.

Dr. Goebbels

agte u. a., die NSDAP, habe eine Strufturroanblung wie die Deutschnationale Partei durchgemacht, aber sie habe sich ost von Menschen, nie aber von der Sache getrennt. Die Behauptung, daß die Nationalsozialisten len Reichspräsidenten abzusetzen geneigt gewesen eien, müsse er aufs schärfste dementieren. Die Na- tumalsozialisten unterstützten auch solche kommunisti- chen Anträge, von denen sie die Ileberzeugung haben, daß sie gut find. Der Kommunismus könne nur durch eine Weltanschauung, nicht durch ein Verbot über­wunden werden. Gegen die Papen-Notverordnungen aber hätten sie sich ausgesprochen, weil sie den Aerm- ten die größten Opfer auferlegten. Zu der Frage, warum der Nationalsozialismus am 13. August nicht die Macht ergriffen habe, erklärte Dr. Goebbels, daß der Einsatz ein Aequivalent in der Macht finden müsse. Wenn Papens Politik scheitere, gehe et in den Ruhestand. Hitlers Fiasko würde die 14 Millio- ne« Deutsche ihrer letzten Hoffnung berauben. Ein