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Handel Wirtschaft Börse

Sonnabend, den 15. Oktober 1932

Hessische Handelszeitung

Kasseler Neueste Nachrichten

Die Wirtschaft der Woche

er-

Im Geheimkabinett der Reklame

g und Haus- Seit« kostet sie, swirtschaft aus

worden.

Der Mann mit der Lupe.

gebnis geführt. Für die weitere Kredithilfe für Ge­werbebetriebe find der Bank für Zndustrieobligatio- nen 40 Millionen RM. Schatzanweisungen zur Ver- Laung gestellt worden, wovon je 10 Mill, für den Westen, für Süddeutschland und für Sachsen bestimmt ind, während der Rest zur besonderen Verfügung MeibL

<54 Mill. Ausfuhrüberschuß

1932 bisher halbierter Ausfuhrüberschuß gegenüber 1931.

Die Einfuhr int September ift gegenüber dem Vor­monat tot 29 Mill. RM auf 360 Mill. RM gestiegen. Diese Zunahme bedeutet sowohl dem Wert als auch dem Volumen nach eine Mehreinfuhr um etwa 8% u. H. Wenn sonach das durchschnittliche Preisniveau für die Gesamteinfuhr kei- ne bemerkenswerte Veränderung erfahren hat, so weisen doch die «ingesührten Rohstoffe, auf die 20 Mill. RM der Mehreinfuhr entfallen, zum Teil eine bedeutende Steige­rung ihrer Durchschnittswerte auf, während das durchschnitt, liche Preisniveau der eiugeführteu Lebensmittel und Fertig­waren weiter abgesunke» ist,

Di« Ausfuhr hat gegenüber dem Vormonat etne Zn. »ahme um 16 Mill. RM auf 444 Mill. RM erfahren. Dem Volume» nach ist ste um 7% v. H., dem Wert nach jedoch nur um 3*4 v. H. gestiegen, da ihr durchschnittNches Preis­niveau gegenüber dem Vormonat um weitere 3bis4v.H. gesunken ift. De» stärksten Anteil a» der Ausfuhrzunah­me haben die Lebensmittel infolge einer um 7 Mill. RM gestiegenen Weizenausfuhr. Di« Fertigwarenausfuhr hat bei um 2 o. H. gesunkenen Durchschnittswerten mn 6 Mill. RM zrt genommen; einer mengenmähigeu Zunahme um 4 v. H. entspricht daher nur eine wertmäßige Zunahme unk

außerdem noch vom der Staatskasse einen Zuschuß erfor­dert, indem das Reich den Landschaften «nd ähnlichen Kaste« eine Unterstützung für die Aufrechterhaltung des normalen Zinsfußes von 6 Prozent in den »Wei Jahren gewährt. Die Zache ift kompliziert und entlastet die Landwirtschaft mcht auf die Dauer. Die Landwirtschaft hat nie mehr alS 3*4 bis 4 Prozent Schuld«»zinsen bezahle« können.

Wir der Sandwirtschaft Seht eS auch der gesamte» übrige» Wirtfchast einschließlich den Kommunen, den Länder» und dem Reich.

Die Gesamtschulden dieser Körperschaften und Einzekperfonen betragen etwa 90 Milliarde» RM., deren Verzinsung heute nicht unerheblich über 6 Prozent liegen wird. Rechnen tott aber nur mit diesem Satz, Io ift der Zinsbetrag, der direkt oder indirekt von der Wirtschaft zu tragen ift, 5,4 Milliarden RM. tm Jahr. Die Nettofakturenwerte der ge­samten Wirtschaft werden setzt auf nicht viel mehr als 30 Milliarden RM. tm Jahr geschätzt, und es bleibt absolut unerträglich, daß wir mit 5,4 Milliarden RM. Zinsen gleich 18 Prozent Ses heurige« Nettofak- t« r e n w e r t e s von 30 Milliarden RM. belastet find. Es muß daher für jedermann überzeugend fein, daß keine Wirt­schaft der Erde, mag st« »och so hervorragend geführt sein, derartige Summen nur für Schnldenzinfe» herauswtrtschaf- ten kann, schon garmcht bei dem jetzigen Preisniveau. Es

scheint daher absofttt nötig, baß die gesamte» ht» und <*t5- läirdischen Schulden nicht mehr als 4 Prozent Zinfen tragen.

Diesen Satz wird die Wirtschaft vielleicht auf lang« Frist an Schuwenzinseu erarbeite« können. Wird di« Zins« senkung nicht gesetzlich vorgenommen. so kann es nicht «ts- bleiben, daß durch die übergroße« Lasten immer mehr Be­triebe in Jtchustrie, Handwerk, Landwirtschaft und Handel znm Erliege» kommen. Mag der Optimismus Wb das Vertrauen in ixe Richtigkeit getroffener Maßnahmen noch so groß fein, die Wirtschaft wird chreo Adlevstug auswärts nicht beginne» können, wenn das Gewicht ihrer Belastung ste z» Bode» brückt. Natürlich mutz vermiede« werbe», baß durch eine derartige Zinsfenkung der Verbrauch »och weiter zusammenschmilzt. Deshalb ftftlte der Betrag, um den die Zinsen vermindert werden, als Schuldenamoitisation gezahlt werden; di« bilanz­mäßige Rentabilität würde dann nicht ibeeinträchtigt werden, und die Gläubiger würden keime geringeren Euuiahmen M5 jetzt haben.

Jedenfalls sollte sich die Reichsregiernng baldigst zu einem solchen unerläßlichen Schritt entschließen, damit di« notwendigerweif« entstehenden Schwierigkeiten baldigst hinter uns liegen.

I« Frühjahr wüsten wir freie Balm habe«, den« dann kommt der Ausstiegs

2 v. H.

Die Handelsbilanz schließt im September mit

Landwirtschaft.

Wenn er unmöglich oft, der Landwirtschaft durch Erhöhung der Preis« für landwirtschaftliche Produkt« zu helfen. sv müffen zur Erhaltung der Rentabilität ihre Lasten er­leichtert werden. Zu diesem Zweck hat di« Notverord­nung eine Zinserleichterung gebracht, die allerdings keine wirkliche Entlastung, sonder» nur eine solche auf Zeit darstellt. Die 2 Prozent, um di« die Zinsen Mr je zwei Aachre gesenkt werde», sollen dem Kcchital zugefchlagen und später nachgezahlt werden. Das ift ei« Kompromiß, das

Der Reich-ckanzler hat in seiner Münchener Rede erklärt, daß Einfuhrkontingentierung überflüssig werde, wenn in der ganzen Welt der Protektionismus abge­baut werde. Daß wir hiervon noch weit entfernt find, zeigt die Inkraftsetzung der von England mit den Dominions auf der Reichskonferenz von Ottawa ab­geschlossenen Zoll- und Handelsverträge. Diese Ver­träge find für die Handelsbeziehungen der ganzen Welt von grundlegender Bedeutung. England vollzieht da­mit seinen endgültigen Uebergang vom Freihandel zum Schutzzoll und schafft fich für seine über die ganze Erde verbreiteten Wirtschaftsgebiete ein geschlossenes Wirtfchaftsreich. Die Festlegung der Verträge auf die Dauer von fünf Jahren schafft eine starre Mauer, die das britische Empire zunächst außerhalb der inter­nationalen Handelspolitik stellt. Für ein großes Ge­biet wird zwar eine Art Freihandel wiederhergestellt, ~~ Wlrr w (aua_

die übrigen Länder werden aber durch ihre Verdrän- entern Ausfuhrüberschuß w Höhe von N Mtll. RM taua.

Dabei muß betont werden, daß Zeitungsreklam« im allgemeinen unumgänglich notwendig ist.

Im großen und ganzen ist das Jn^rat die Ein­gangstür zum Werbeerfolg, denn auch Anschlagsaulen und sonstige Straßenreklame vermag nur ent Publikum anzusprechen das schon vorher durch die Zeitungen darüber informiert worden ist, worum es fich handelt.

Rach Aufftellung des Etatzieles ist es zunächst not­wendig die Höhe des Reklame etats f«ft$u= legen? Es hat keinen Siu«, eine beliebige, zur Der- füauno stehende Summe zu verwenden. Kann eben der Unternehmer nur eine beschränkte Aufwendung

für Reklame machen, so soll er lieber jebe Reklame unterlassen, als mit untauglichen Mitteln zu Felde ziehen. Im allgemeinen kann die notwendige Höhe der Werbekosten bestimmt werden durch Vergleiche mit den Ausgaben der Konkurrenz, den Ee^äftsunkosten, dem Gewinn, dem Umsatz, den Warenkosten und den Kundenkosten. Was z. B. den Vergleich mit den Warenkosten betrifft, so kann ein bestimmter Teil des Verkaufspreises für Werbezwecke bestimmt werden. So setzte Ford 4 Dollar Reklamekostenanteil pro Wagen fest. Am meisten verbreitet aber fft die Berechnung auf Grund des Umsatzes. In statisti­scher Hinsicht wird man hier einigermaßen vernünf­tige Durchschnittssätze nur durch Erhebungen inner­halb der einzelnen Branchen erhalten können. Nach einer amerikanischen Statistik zeigten folgenden Reklameprozentsatz vom Umsatz: 20 Warenhäuser: 2,5 Prozent, 190 Juweliergeschäfte: ebeichoviel, 1S7 Drogenge'Oäfte dagegen nur 0,7 Prozent.

Außer einer sachlichen Gliederung nach Mitteln, Waren, geographischen und Ziel-Gestchts- punkten ist auch eine zeitliche Gliederung innerhalb eines Merbeetats notwendig. So mutz z. B. bei einem Waschmittel jeder einzelne Etatposten so über das ganze Jahr verteilt werden, daß er den Saison- Einflüssen, dem erhöhten Weihnachtsbedarf usto. gerecht wird. In Anbetracht der Hauptwaschzeiten im Mai und im Herbst mutz dann eben Plakat-Reklame fast ausfihlietzlich zu diesen Zeiten gemacht werden, Zei­tungsreklam« nur im November und Dezember.

Ist das Werbematerial bereitgestellt, so kann zur sogenanntenStreuung" geschritten werden. Man unterscheidet hier .Inswahlsrreuung" undZufall- streuung-,Einzelstreuung" undSruppenstreuung"

guna von den britischen Märkten in ihrer Ausfuhr

Ich-«-' «Uf He

mäßige Beanspruchung der Reichsbank kernen wesent­lichen Einfluß ausgeübt zu haben. Dre erste Oktober­woche hat ihr eine schnelle Entlastung gebracht, wobei besonders die Devisenbilanz fich etwas verbessert hat. Die Ncueinstellung von Arbeitskräften scheint nicht durch neue Kreditaufnahme, sondern in der Haupt­sache aus Barmittel» erfolgt zu fern. Dn H. L.

Gegen die Kontingentierung scheint man ] im Reichskabinett etwas mißtrauisch geworden zu sein. Der Reichskanzler hat in seiner letzten Rede von dem Zusammenhang zwischen Kaufkraft der Arbeiterschaft und Aufnahmefcchigkeit von landwirtschaftlrchen Er­zeugnissen gesprochen. Der Reichsernährungsmrnrster hat allerdings bei einer anderen Gelegenheit betont, daß er unter allen Umständen entschloßen sei, an dem einmal beschrittenen Wege der Kontingentierung s«st- zuhalten. Während Handel und Industrie unaufhör­lich warnen, erhebt der Reichslandbund schärfsten Pro­test gegen diebisherigen Verschleppungsmethoden auf dem Gebiete des Schutzes der deutschen ^Agrarproduk­tion gegen die ausländische Konkurrenz. Ar der Tat kommt die augenblicklich in Rom weilende Kontingen- fterungskommifsion nicht recht vom Fleck, und die ~ei= Mine für die Weiterreise nach Paris und Kopenhagen stehen noch nicht fest. Es ist aber keine leichte Auf­gabe, mit der diese Kommission betraut ist. Die Wünsche der Landwirtschaft find zwar berechtigt, aber auch die Interessen der Exportwirtschaft dürfen nicht geschädigt werden. Alle Wirtschastskreise find aufein­ander angewiesen, keiner kann auf Kosten des anderen gedeihen, und die Besserung unserer Wirtschaftslage würde wesentlich beschleunigt werden, wenn diese Tat­sache mehr Berücksichtigung finden würde.

Kassel, den 15. Oktober.

Wenn auch täglich Neueinstellunge« in den verschiedensten Industriezweigen erfolgen, so find diese Ziffern zunächst nur ein Tropfen auf den heißen Stein der Millionenzahlen des Arbeitslosenheeres, als Zeichen wiederkehrenden Vertrauens find fie aber jedenfalls zu begrüßen. Deuffchland steht nach der Statistik des Internationalen Arbeitsamts mit einer Arbeitslosigkeit von 28 Prozent aller Beschäftigten an zweiter Stelle hinter Amerika mit 34 Prtysnt. Er­freulicherweise mehren sich die zuversichtlicheren Be­richte aus der Industrie. So meldet die Maschinen­industrie eine lebhaftere Nachfrage, wodurch eine er­höhte Ausnützung der Kapazität ermöglicht werde. Der Vierteljahrsbericht des Stahlverbandes läßt eine beginnende Aufwärtsentwicklung im -Jnlandsgeschaft erkennen. Durch jede Erhöhung der Produktion bes­sert fich die Rentabilität der Unternehmungen, da die fixen Kosten sich auf eine größere Menge von Waren verteilen, so daß sie verhältnismäßig gesenkt weroen. Ein Aufschwung der Gesamtwirffchast kann aber nur erfolgen, wenn alle Erwerbszweige von ihr ersaßt werden. Die Massenkaufkraft muß gehoben werden, und darum müssen auch der gewerbliche Mittelstand und das Handwerk, die unter dem Druck hoher Steuern und unter Kreditmangel leiden, von dem Wirtschafts­programm erfaßt werden. Man scheint sich bei den leitenden Stellen darüber einig zu sein, daß hier etwas geschehen muß, aber man zögere nicht so lange, damit die bisherigen Maßnahmen nicht als Teilaktwuen wirkungslos verpuffen. e

Der Reichskanzler hat am Mittwoch vor den baye­rischen Jndchtriellen noch einmal über sein Wirt­schaftsprogramm gesprochen und dessen An­fangserfolge gerühmt. Für den Winter kündigt er die Erhöhung der Unterstützungssätze in der Arbeitslo,en- fürsorge an. Auf vielseitiges Drängen hat sich das Kabinett nochmals mit dem Arbeitsbeschaffungspro- qrarnin der Landgemeinden, dem sog. Gereke-Plan, be­faßt. Die Aussichten für eine Einbeziehung dieses Plans in das Regierungsprogramm, sei es auch nur teilweise, sind aber denkbar gering. Der Plan beruht bekanntlich auf einer Finanzierung großzügiger Ge­meindeaufträge durch die Sparkassen, die eben erst von den Gemeinden losgelöst worden sind. Vor allem find der Reichsfinanzminister und der Reichswirt­schaftsminister gegen den Eerekeplan, während der Reichsbankpräsident währungspolitische Bedenken hat. Die Beratungen über die Erweiterung der Rechte des Bankenkommistars, für welchen Poften Dr. Schacht in Aussicht genommen war, haben bisher zu keinem Er-

Da müssen wir zunächst festftellen, daß sie eine der wichtigsten Begabungen einer idealen Geliebten be­sitzt: nämlich gleichzeitig kostspielig und haus­hälterisch zu sein. Auf der einen Sette kostet fie, vom Standpunkt der gesamten Volkswirtschaft aus gesehen, zweifellos erhebliche Summen. So schätzte man die deutschen Reklamekosten für das Jahr 1924 auf rund eine Milliarde. Für die Vereinigten Staaten wurden die Reklameausgaben im gleichen 3abt auf 1,3 Milliarden Dollar berechnet. Auf der anderen Seite aber, unter dem Gesichtswinkel des Ein­zelunternehmens, versteht unsere Dame recht sparsam zu fein. So entfällt z. B. auf eine 25-Stuck-Packung einer der größten deutschen Zigarettenfabriken tm Preise von 1.25 Mk. nur 1 Pfennig, also noch nicht einmal 1 Prlyent auf Reklamekosten. Schon die­ses Beispiel zeigt, wie sehr es auf den rationellen Mick des einzelnen Werbeleiters ankommt.

Die ersten Kosten der Reklame haben eigentlich mit Reklame selbst nichts zu tun. Das find Kosten der Marktanalyse. Im allgemeine«

Die Reklame ist wie eine schöne, geheimnisvolle «rau, die sich in immer neue schillernde Gewänder hüllt, aber, wie es eben einer schönen Frau ansteht, sich mit einem gewissen Nimbus umgibt. Sie läßt sich nicht gern auf die Finger sehen. Wir sollen fie bewundern, aber nicht hinter die Geheimnisse ihrer Toilette zu kommen versuchen. Doch wir wollen nun trotzdem einmal den Mut aufbringen, in ihr Boudoir

wird man innerhalb eines Reklameetats 2 bis 3 Prozent für Marktanalyse ansetzen. Das ist aber durch­aus nur eine Schätzung. Im übrigen gibt es wohl kaum ein anderes Wirtschaftsgebiet, das in ferner Kostenausteilung so wenig Möglichkeiten bretet, Ge­setze zu formulieren. Richt nur die Verschiedenartig­keit der Produkte, sondern auch individuelle Auffassung des Reklameleiters und das Matz der Großzügigkeit des Unternehmers verursachen verschiedenartigste Kostenlagen.

So gestaltete fich z. B. der Reklameetat einer Zigarettenfabrik wie folgt:

50 Prozent wr Inserate

20 - Sufeenrcflame (Plakate. Siebei- »nd

Flächenbemalttng)

10 gnttcnteflome ,

10 Reklame durch Verkehrsmittel

10 Zugabeartikel

und noch einige andere Kombinationen. Ein sehr ver­teuerndes Moment ist hierbei die Adressen­beschaffung. Da es in Deutschland so ungefähr 800 Adreßbücher gibt, fft die geeignete Auswahl natür­lich sehr schwierig. Daher die häufigen Ankundtgu^en, es solle gratis Werbematerial versandt werden. Dies geschieht nur, um Jnteressentenadressen M erhalten. In Amerika hat man längst zu dem Mittel des Adressenaustausches zwischen verschiedenen Unternehmungen gegriffen. In Deutschland ist man vorläufig noch zu prüde dazu.

Nun will der Unternehmer natürlich nach erfolgtem Werbefeldzug auch den W e r b e e r f o l g prüfen. Nur eine Angabe der llmsatzsteigerung wird hier nicht ge­nügen, da ja diese Steigerung auch durch andere Fak­toren erzielt sein kann. Die Werbekontrolle muß daher versuchen, die Zahl der sogenannten Fresser" zu ermitteln. Am besten ist diese Kontrolle beim Inserat durchzuführen. Hier wählt man meist den Weg, der Fivmenadresse entweder bestimmte Zeichen zuzufügen oder verschiedene Katalognunrmern oder kleine Adressenoerschiedenheiten in den einzelnen Zei­tungen und Zeitschriften vorzunehmen. Eine andere Erfolgskontrolle ist bei Schaufensterreklame die Be­trachtungszeit der Auslage. Hier ergab fich bei Hun­derten von Ermittlungen, daß Frauen weit länger vor Schaufenstern stehen als Männer. Auch phyfiognomische Studien der Schaufensterbetrachter find vorgenommen worden, die sehnsüchtigen Blicke, die den verlockeiüien Parfum - Flacons galten, find auf das sorgfältigste photographiert und aus ihnen die Prognose einer baldigen llmsatzsteigerung gestellt

I« folgende« geben Mir die Ansicht eines Msiren- den Industriellen wieder. Die Ausführungen wer­den in manchen Kreisen aus Widerspruch stoßen, und auch wir «Schien uns nichi nt E" .Punkten mit der Auftastung des Bersaffers ldeniftizieren. Dennoch «Schien wir unseren Lesern den Artikel nicht Borentfialten, in dem Bestreben, alle Wirt­schaftskreise ie unserem Blatte zu Worte komme» z» laste». (Die Sftrtftfetttmg.)

Es wird vielfach bemängelt, daß die in dar AnkurHe- Mtngsptogramm der Rrichsregiermtg gesetzte» Hoffnungen sich bisher nicht oerwirklichten, daß insbesondere die Neueinstellung von Arbeitskräften bis jetzt zahlenmäßig bedeutungslos sei. Ich hatte ein« solche Kritik für voreilig etti) möchte im Nachstehenden untersuchen, 6K8 wann tote voll« Auswirkung der Regierungsittaßnahmen erwartet wer­de« bars.

Um mit den R eu« i»stekl«ng e n anzufangen. ft> darf nicht vergesten toe>rbe», daß in einer ganzen Reihe von Köllen bi« vorhandene Arbeit aus Grund niedrigerer Löhne ht gewissem Umfange vermehrt und gemäß der Notverord­nung aus eine wesentlich größere Zahl von Arbeitenden ver­teilt werden tarnt. Andererseits bestanden bis vor kurzem «och gewist« Unklarheiten ttoer tote Tragweite einzelner Be­stimmungen der Verordnung, sodaß sich die Ueherftlhrung her Verordnung in die Praxis nicht so glatt vollzog, tote MX es gewünscht hätte. Auch sind hie und da größere etter kleinere Streits ansgeflackert in der Annahme, daß Me Streikenden Unterstützung von den Gewerkschaften «r- halten würde«. Diese Hoffnung ift ja nun Wohl geschwunden dadurch, daß die Regierung derartige Streiks als unverein- Bet mit der allgemeinen Friedenspflicht erklärt hat. Es Wird daher erst im Saufe der nächsten Wochen also etwa bis Ende November übersehbar sein, wieviel Ar­beiter und Angestellte aus Grund der Notverordnung durch Verteilung der vorhandene« Arbeit aus eine größere ZaW Arbeitnehmer neueingestellt wurden. Wenn trotzdem die Zahl der Arbeitslosen in der zweiten HAste des September nm über 180000 gesunken ist, so ist schon dies ein erfreu­licher Erfolg der Regierungsntaßnahmen, der deshalb dop­pelt wiegt, weil sonst in dieser Jahreszeit die Arbeitslosen- tziifser anschwillt.

Wenn man ferner berücksichtigt, daß die Steuersen- Ittitg von 1% Milliarden RM., die atrf dem Wege der Steueranrechnungsscheine vorgenomme» wird, im Jahre 1932/33 mobilisiert wird, so kann man damit rechnen, daß bis zum 1. Februar 1933 ein Betrag von rund 500 Mill. RM. «n Steuerscheine» ausgegeben sei» wird.

Erst wenn diese Mobilisierung erfolgt ist, kann eine Befruchtung der Wirtschaft stattfinden.

Benn fern Unternehmer wird bei der heutigen Finauqlage Investierungen machen, ehe er das nötige Geld dazu hat. Die Aussastung, als oh jetzt schon plötzlich Wirkungen von größerer Tragweite durch die Maßnahmen der Nowerord- mtttg eintreten könnten, ist also durchaus irrig. Auch in den Vereinigten Staaten haben die großen Summen, die die Regierung in diesem Frühjahr zur Ankurbelung der Wirtschaft zur Verfügung gestellt hat, erst im Sommer di« Umkehr der Preisbewegung angebahnt und damit die Wirt- fchastswende eingeleitet. Auch dort wird der Aufstieg genau wie bei «ns erst im nächsten Frühjahr in stärkerem Maße einsetzen können. Es bedeutet schon viel, daß in Amerika sowohl wie bei uns der Tiefpunkt er­reicht ift.

Richt befreunden tarnt ich mich mit den Versuchen, durch weitere schärfere Kontingentierung der Einfuhr lanchwirtschasNicher Erzeugnisse unserer Landwirtschaft bessere Sebensbedingungen zu gewähren. Es wird sich sehr bald »eigen, daß dieser Weg nicht gangbar ift, weil er unsere Ausfuhr an industriellen Erzeugnissen stark behindern und «ns dadurch die größte» Schwierigkeiten Streiten würde. Es steht z« hoffen, daß die Reichsregierung, sobald sie die Folge» ihrer Einfuhrvolitik für unsere Ausfuhr übersteht, di« jetzt unternommene» Versuche ausgibt.

@hte andere Frage ist die der Saftenfewhing für bte

Keine voreilige Kritik!

Von Kommerzienrat Dr. h. c. Hermann Röchling, Völklingen (Saar)

In Kürze

Eine Frag«, die die Börse zur Seit KWWt, t» Zeitpunkt der Einführung der Steuergutscheine « öer Börse. Allem Anschein na» ist nicht damiizu rechnen, daß die Einführung var Anfang SSL

ausgabe an Steuergutschetne» dürfte im übrige« nur etwa Vie Höhe do« 60 Millionen Mark erreichen.

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31. Oktober 1932 und die letzte Hülste am 30. S»»em8er 1932 freizugeben. Danach bleibt ee bet Vereinbarung zwischen Gläubiger und Schuldner überlassen, ob and Nr weifte« umfange die Darlehen nach diesen beide« Stich tagen weiter laufe« sollen.

Die Wirtschaftlich« bi*£ta«tedeutsche

Emaillew"enindufttie"umfa.ßt! be&. ^tawandelnl Tiefer iertamb süwi sotor^ bfe

»reife erstellt mrrdev. WA Mr NerrüilAUVg bukt A werbe« die bisherige« Preise s^Handelsware mit sftorttger Wirk«»« «et 10 Prozent. Mr Primaware nm 5 Prozent er­höbt.

Die Marti« Ma» 8ed«rwerk«.S.-G.. AraA- surt/M.. besindei st» in Aablnngsschwiertgkesten. Es wird ei# autzergertätlicher DergleÄ augeltrebt. Die wird in einer aus den 21. November Einbernfeae« ns. Anzeige gemäh § 240 ermatten. Am 30. 3nnr 1931 wnrde ei» Be?lult von 69 228 RM ausgeunese» bei damals 550 000 RM A.-K.

Wie verkantet, «eben die De «i se«»er b« »bl» « aen i n No« furz vor de« Abschluß. Das Ergebne ist znnäfttt eine vromsorische Regelung für ritte« ^siouai. Diese voraussichtliche Einigung tmrd dw Ausbebnn« des tlaltem- scheu Devifetrdekreis gegenüber Deutschland. Mi <Wfee JW' Be» Die Kontittgettisv«Hattdln«sett sind tedoch «och toei» I ter ht der Schwebe.

Die Gebr. Stolkwerck fett SA

Anattst d 3. attf Grund der Notverordtmus der Reichs- reefettttte bisher insgesamt rd. 300 Arbeiter nett etngestelll.

Im August 1932 ist die Aumbl der ie Protest «e - gaugeue« Wechsel mit 95 2M 8e«ett^t iem Sorj monat ttttt 6,3 o.H.. der ^a*tetrOTtttttl3.R»< HL RM um 9.3 v. H. zurückgegattgen. Mit »rie« Zahle« habe» lue I Wechselproteste einen bisher noch nicht beobatifteteu Ties- stand erreicht. Aus dieser Tatsm^ istMa» tvenigfetns aus eine Resser«ttg der allgemeinen ä^^ncherheN als viel- I mehr ans die zunehmende Vorsicht bet. bet Gewährung nt» I Ausnahme von Wechfelkrrititen m schließen.

Die auhaltisfte Regierung hatte tm einigen Tagen dem Landtage eine Vorftwe zugeleitet, in der Re tat Sörderuu« des Zustandekommens des Bergle tchs übet »te Junkers-Werke u« die Ermackttgtrng tut Neber, »ahme einet Bürgschaft gemeinsam «tt^t Stadt Dessau i für ei« Darlehen von 150 00(£200 0J0 RM sedeten Saite* I das tat Abdeckung der nicht am Vergleich teiluebmendeu I Jorderungen der Arbeitet und Angestellten verwendet wer- I den soll. Der Landtag stimmte tu »wettet und dritter Le« I [ttnxt der Regierungsvorlage in.

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