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Donnerstag, 13. Oktober 1932

Kasseler Neueste Nachrichten

Seite 3 1. Seffage '

Aus -em Kreise Serssel-

Hersfeld. Die Stadtverordneten-Bersammlung stimmte einer Prozentualen Ermäßigung der Anlie- gerbeitrage für die in der Nachkriegszeit errichteten Anwesen zu. wenn diese in kurzen Zwischenräumen gezahlt werden. Andernfalls müssen die Anliegerbei- rrage ab L April 1933 mit 6L Prozent verzinst wer­den. Die Stadt hat nämlich zu dem Ausbau der be­treffenden Straßen Anleihen ausgenommen und mutz den gleichen Zinssatz zahlen. Von der Verzinsung soll abgesehen werden, wenn die Anliegerbeiträge inner­halb drei Jahren abgetragen werden. An den Jahres- schlutzrechnungen der Städtischen Sparkasse von 1926-1931 wurden Erinnerungen nicht erhoben. Letzte jährig wurde ein Reingewinn von 39 236 Mark er­zielt. Erfolg der Diätschule. Die Abschlußprüfung von 27 Schülerinnen der Hersfelder Diätschule brachte gute und zum Teil sehr gute Leistungen. Das Christliche Hilsswerk hat bisher die gleichen

Spenden erbracht wie im Vorjahr. Zn der Lullus- wock« sollen zwei Straßensammlungen durchgeführt werden. Zm Anschluß daran soll die Eröffnung der Volksküche erfolgen.

Aus Waldeck

Mengeringhauseil. Pfarrvikar Sottheis nimmt Abschied. In der kurzen Zeit, in der Pfarrvikar E o t t h e i s aus Torbach vertretungsweise die Kir- chengemeinde geleitet hat, hatte er sich das Vertrauen des größten Teiles der Eemeindemitglieder bereits erworben, so daß sein Fortgang aus das lebhafteste bedauert wird. Am Sonntag' hielt Herr Eottheis seine Abschiedspredigt.

Corbach. Aus dem Corbacher Gerichtssaal. Ein jetzt erst 18-jähriger Kellner von auswärts hatte stch wegen Betruges, verbotener Waffenführung und schweren Diebstahls zu verantworten. In Anbetrachr der Jugend des Angeklagten, der die Delikte zum Teil begangen hat, ehe er die Strafmündigkeit erreichte, er.

la Corbadi heute abend 8.15 Uhr im Gasthof zumGoldenen Engel

In Arolsen am Freitag abend 8 30 Uhr in der Turnhalle

In Wildungen am Sonnabend abend 8.15 Uhr im Gasthof zum Lämmchen

spricht Olympia-Kämpfer Max Danz

in einem LICHTBILDER=VORTRAG über seine Erlebnisse und Ein­drücke während der Amerika-Reise und während der Olympischen Spiele als aktives Mitglied der deutschen Mannschaft. Aus über 700 eigenen Lichtbildern wurden mehr als 130 der schönsten Aufnahmen ausgewählt. Sie zeigen die Ueberfahrt mit der Europa und derDeutschland über den Ozean, die Reisen mit Eisenbahn und Flugzeug quer durch Amerika und die Olympischen Spiele selbst in ihrer ganzen Folge. Der Vortrag wurde schon mehrfach wiederholt und fand nicht nur bei Sportlern überall stärkstes Interesse und Erfolg. Eintritt 30 Pfg.

Sportverein Corbadi 09, die Tum- und Sportvereine Arolsens und Sportverein Viktoria Wildungen in Verbindung mit der K. N. N.-Sportzeitung

Straßensammlungen durchgeführt werden. Im An­schluß daran soll die Eröffnung der Volksküche er­folgen.

Niederaula. Auf dem Sängerbezirkstag des Be­zirks Niederaula vom Sängerbund Heimatlied wid­mete der Vorsitzende, Lehrer Hrddrich-Breitenbach (Herzberg) dem verstorbenen zweiten Vorsitzenden, Lehrer Schneider, herzliche Worte des Gedenkens. Als Nachfolger wurde Lehrer Mockewitz-Hattenbach ge­wählt. Für das Frühjahr wurde ein Bezirkswer- tungssingen in Aussicht genommen. Der Mitteldeut­sche Sängertag in 1933 wird voraussichtlich in Hers­feld stattfinden.

Heringen (Kreis Hersfeldj. Glück und Segen! Jetzt werden die ersten Siedler, die Heringer Asche, Jordan und Fröhlich, die sich nach Treskow bei Neuruppin begeben, ihre Heimat verlassen, um dort die neuen Siedlungen zu übernehmen. Hoffentlich

kannte das Gericht auf eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten. Der Angeklagte hatte in Bad Wildungen eine Zechschuld von 34 Mark gemacht und war dann verschwunden. Anschließend machte er die ganze Um­gebung von Wildungen unsicher. Er hatte ein Garten­haus aufgebrochen und darin gehaust. Durch mehrere Einbrüche verschaffte er sich Lebensmittel. Sogar die Kirche war nicht vor ihm sicher. Bei seiner Festnahme wurde bei dem jungen Verbrecher ein geladener Re­volver beschlagnahmt. Das Gericht verurteilte weiter einen 19-jährrgen Arbeiter aus Krumbach (Hessen) wegen schweren Einbruchdiebstahls zu vier Monaten Gefängnis. Der Angeklagte hatte mehrere Jagdhaus­einbrüche verübt.

Meschede. Zwei Fälle von Kinderlähmung find in letzter Zeit aufgetreten. Auf Veranlafiung des Kreisarztes find die Kartoffelferien um acht Tage für die Volksschulen verlängert worden.

Ein Maler sieht die Heimat

Die Kreisbauernschast Biedenkopf tagt

Protest gegen die Umsatz- und preuß. Grundsteuer, gegen die Erhöhung der Kreis» Umlage auf 75 Prozent / Oie Kreisbauernschast bleibt erhalten

Die Kreisbauernschaft des früheren Kreises Brc- oentopf versammelte sich am Mittwoch zu einer bedeu­tungsvollen Tagung. Die Tagung wurde mit herz­lichen Begrüßungsworten des Vorsitzenden der Bauernschaft Biedenkopf, Landwirt Schmidt-Breiden­bach eingeleitet. Dann referierte der Geschäftsführer Wagner von Wolzhausen über steuerliche Fragen. Insbesondere befaßte man stch zuerst mit der

Umsatzsteuer, die man in dieser Form als untragbar bezeichnete.

Besonders eingehend befaßte stch der Gefchäftsführer mit den angeforderten Restbeträgen der Jahre 1930 und 1931 und den Vorauszahlungsbescheiden resp. den Abschlagsbescheiden aus die Umsatzsteuer. Einmütig wurde die Auffassung vertreten, daß die Niederschla­gung der angeforderten Restbeträge für 1930 und 1931 in die Wege zu leiten sei, da die Bauernschaft bei der derzeitigen wirtschaftlichen Lage und den gesenkten Preisen der landwirtschaftlichen Produkte diese Rest­beträge nicht aufbringen könne. Auch bei den Vor- auszahlungs- und Abschlagsbescheiden müsse eine Aen- derung einrreren. Die Kreisbauernschaft faßte einen Beschluß, in einer Eingabe an das Finanzamt auf diese Beschwerden hinzuweisen und um Abänderung resp. Niederschlagung der Restbeträge zu ersuchen. Längere Debatte löste dann die Frage der Preußischen

Grundsteuer

aus. Es wurde betont, daß eine Angleichung an an­dere Bezirke eine drängende Notwendigkeit sei, da die Steuer in keiner Weise den Einkommensverhältnissen der Bauern entsprechen werde. Der Wert gegenüber den Einheitswerten müsse eine Aenderung erfahren, insbesondere sei eine Senkung der Werte am Platze. In einer Entschließung, die an die Regierung ge­sandt werden soll, protestiert die Kreisbauernschast lebhaft gegen die Erhebung der Steuer in der Form und fordert eine Abänderung in der oben angeführ­ten Weise. Schließlich behandelte der Geschäfts­führer noch die Erhebung der Bürgersteuer und er­läuterte die dazu ergangenen neuesten Bestimmungen.

Die Auflösung der Kreisbauernschaft Biedenkopf behandelten der Vorsitzende Schmidt-Breidenbach und Geschäftsführer Wagner von Wolzhausen. In der anschließenden lebhaften Aussprache wurde allgemein der Standpunkt vertreten, daß dem ehemaligen Kreise Biedenkopf großes Unrecht widerfahren sei. Einstim­mig faßte dann die Versammlung den Beschluß, die Kreisbauernschast Biedenkopf in der seitherigen

Form aufrecht zu erhalten.

In diesem Zusammenhänge wurde dann die neuer­dings verfügte Erhöhung der Kreisumlage, auch des neuen Gebietsteiles des Kreises Dillenburg, auf 75 Prozent besprochen. Insbesondere wurde betont, daß die Gemeinden nicht mehr in der Lage seien, weitere Steuererhöhungen auf ihre Schultern zu nehmen, da sie mit den heutigen Belastungen ja nicht fertig wur­den. Diesen Darlegungen wurde aus der Versamm­lung heraus lebhaft beigepflichtet. Die Versammlung faßte schließlich eine einstimmig angenommene Re­solution. in der vorweg entschieden

Einspruch gegen die Erhöhung der Umlage auf 75%

tion soll an das Landratsamt in Dillenburg und dem Minister unterbreitet werden.

Dillenburg. Das Gewerbeaufsichtsamt Dillenburg wird am 1. November aufgehoben und dem Wetzlarer Gewerbeaufsichtsamt unterstellt.

Aus Dem Kreise Frankenberg

Fraukeuberg. Der Kreisausschuß für Winterhilfe wandte sich in einem Aufruf an die Oeffentlichkeit. Am Montag, den 17. Oktober, werden Naturalien und Geld für die Bedürftigen von den Ortsausschüssen für Winterhilfe in allen Ortschaften gesammelt. Weitere Sammlungen find für die Wintermonats vorgesehen.

Frankenberg. Losholz. Die losholzberechtigten Einwohner, die für das Jahr 1933 Losholz beziehen wollen, müssen sich bis zum 15. Oktober in die Listen einzeichnen. Bezugsberechtigt sind nur preußische Staatsangehörige, die einen eigenen Hausstand führen.

RUNDFUNK

Das heutige Programm:

18.15: Wirtschaftsmeldunsen

18.25: Zeitsragen

18.50: Wirtschasiserneuernng von der Äährungsseite.

Borträg

19.15: Wirtschaftsmeldnnge»

19.20: Neues aus aller Welt

19.80: Bon Mannheim: Unterhaltungskonzert

20.30: Liedstunde

21.00: Di« grobe» Redner I. Cicero

21.30: (vhore mit Orchester

22.00: Tagesnachrichte»

22.45: Funkstille

Programm für Freitag, 14. Oktober

Franksurt

6.00: Wettermeldung

Änschl. Morgengymnastik

7.05: Krühkonzert aus Schallplatte»

12.00: Mittagskonzert

13.15: Nachrichten

13.30: Von Langenberg: Mittagskonzert

14.00: Nachrichtendienst

17.00: Nachmittagskonzert

18.15: Wirtschastsmeldungen

18.25: Vortrag

18.50: Von Karlsruhe: Aerztevortrag m

19.20: SvortdienstWer leistet das Höchste im Sport: «as sagt die Sportwissenschaft?" Von Dr. Busolü

19.30: Balalaika-Konzert

20.00: Wie Berlin

21.05:Der Toreador", Buffo-Over in zn>ei Ak­ten von Adolf Adam

22.20: Tagesnachrichten

22.4524.00: Nachtmusik

Köniaswusterhansen

14.00: Bon Berlin: Konzert

16.30: Nachmittagskon^rt von Leipzig

17.30: Der Mensch in sei­ner Dovvelnatur: Leib und Seele

18.00: Die Familie als

Rückgrat i» der Gegeu- wartskrise

18.30: Weltvolit, Stunde

19.00: Neue religiöse Lyrik

19.20: Hygienisches Kon­struieren in der Technik

19.40: Zeitdienst

20,00: Aus dem Plenar­sitzungssaal des Reichs­tages: 50 Jahr-Feier der Deutsch. Kolonialaesellsch.

21.05: Bon Königsberg: Aus der Stadthalle: Konzert

22.30: Aus Washington: Worüber man in Ameri­ka spricht sWachöplattens

Danach bis 24.00 aus Mag­deburg: Abe »-Unterhal­

tung

Langenberg

12.00; Unterhaltungskonzert

13.00: Mittagskonzert

17.00 :Besperkonzert

20.00: Wie Berlin

21.10: Aus Operetten Kal­mans

22.30: Wie Berlin

22.45: Nachtmusik

Wie»

17.00: Kon^riftunde

19.15: Hugo Mols

20.15: Szenen ausRe­naissance" von A. Graf Gobineau

21.45; Abendkonzert

Oie Bantzer-Ausstellung in Marburg

rgr. In Ziegenhain war einmal Viehmarkt im dicksten Sommer, die ganze Welt schien vor Hitze ex­plodieren zu wollen, und die Sonne brannte trocken auf die Wiese herunter, daß jeder Grashalm in der Helligkeit wie ein spitzes grünes Flämmchen leuch­tete. Das schöne Vieh stand prall itn Fell, Pferde, Kühe, daneben die Ziegen und Schweine. Es roch so gesund nach den Tieren, die sauber und geschmückt flott durch den Handel und die Prämiierung gingen. Die Bauern waren feierlich und stolz und hatten sicht­bar das Recht dazu.

Sie schritten in dem schwarzen Ehrengewand ihres Standes, wie es die Generationen in der Schwalm weitergeerbt haben, zwischen den Fronten der Tiere, mit Gesichern, die Sonne und Lust gegerbt hatten. Diese Gesichter hat Carl Bantzer immer wieder ge­malt. Wenn man die Bilder steht, sieht man die ganze Schwalm darum herum, ihre Erde, die Sonne, den Wind, die Härte der Bauernarbeit.

Man bestaunt, wenn man das Marburger Kunst­institut durchschreitet, nicht eine schlaue Wahltechnik, die im Atelier ausgedacht wurde. Das Können der Malerhand drängt sich nicht auf in Kunststücken, es ist in aller ruhigen Selbstverständlichkeit vorhanden. Tie gemalten Schwälmer sind keine Gestalten aus der bes­seren Welt einer Phantasie, sie sind aus einem Vieh­markt herausgemalt, vom Acker weg konterfeit oder in der Abendruhe festgehalten. Daher ist alles Pathos gewaltiger Arbeit des Ackers mitgemalt, die Ruhe der Erschöpfung wie die Runen gewöhnlicher Sorge ums Broi in den Gesichtern. Das Poetische ist da und das Mtäglich des Menschenlebens.

Dabei ist das Festliche im Schwälmer Leben breit und gern mit genießerischem Pinsel gemalt. Das Bild des Tanzes steckt voll Musik und Aufruhr, jede Falt? der Röcke macht den Rhythmus mit und die Farben sind mit Temperament geladen. Die Mädchen und Burschen im Wald bilden einen fröhlichen Zug in fröhlicher Natur, Blumen und flatternde Bänder leuchten vor der grünen Dämmerung zwischen den Bäumen, die die braunen Gesichter umgibt. Aber gegenüber das Bild von der Abendruhe der Land- leute kennt dieses sprühende Leben nicht mehr und löst alle Regung in Schlummer und Schatten. Ein Hochzeitsschmaus wieder ist ganz Gehobenheit und Behagen, breit und niederländisch materiell.

Aber Andacht und Abkehr vom Weltlichen find die Gedanken hinter den eibenen Gesichtern der Bauern, die vor der Kirche im schwarzen Sonntags­rock stehen oder im dunklen Gotteshaus auf den Kelch des Abendmahls warten, ganz gesammelt sind ihre Züge und erfüllt von der Würde des Augenblicks.

Wanderer im Walde, alte, von Last gebeugte Menschen einsam unter dunklen Bäumen, schreiten wie in einem Gleichnis dahin. Hessische Bauern und Bäuerinnen in einzelnen Portraits blicken aus einem Leben, in dem die Mühsal dem Gesicht die Schönheit prägt.

Die Landschaften erfassen die Seligkeit der weiten Blicke und das Entzücken der kleinen Winkel. Vom Frauenberg gehen Blicke in einen festlichen Tag über endlosem Land, und dann wieder verweilt das Auge am Wegrand vor einem Wald, wo nichts als das Grün in seinen vielen Stufungen das lieblichste Bild bestimmt. Wald im Herbst und im Frühling, Mittag und Abenddämmern ein Land zu sehen ist eine Kunst, die ihre Liebe braucht. Darum, wer wandert und wer schauen lernen will, sehe erst, wie Bantzer schaut.

Bantzers ganze Familie scheint von der Lust am Malen beherrscht: Da ist Carl Francis, der Skizzen und Gemälde von peinlichster Akkuratesse schafft und nur in zwei Zeichnungen freier wird, Frau Helene versucht sich in Zeichnungen und Elisabeth in gfqiinrptren Hildegard Bantzer und Margard Ohjer-

Bantzer schaffen eine Welt voll Glück für Kinder in ihren Bilderbüchern, wo Kinder und Tiere lustige und romantische Dinge erleben. Wer darum tue Ausstellung im Marburger Kunstinstitut sieht, dem schwinden die Wände des Hauses vor den Augen und lassen ihm beglückende Ausblicke frei.

Aus dem Kreise Kirchhain-Marburg

Kirchhain. Rotlaufseuche. Unter dem Schweine­bestand des Gärtners Hans John ist die Rotlaus­seuche ausgebrochen. Schutzmaßregeln sind ange­ordnet.

Kirchhain. 300 Prozent Bürgersteuer. Infolge Aus­falls an der Gewerbesteuer ist ein ungedeckter Fehlbetrag im städtischen Haushalt entstanden. Der Magistrat hat sich deshalb entschlossen, für das Jahr 1932 den dreifachen Landessatz der Bürgersteuer 300 Prozent zu erheben.

Marburg. Professor Dr. Fabricius 75 Jahre alt. Professor Dr. Wilhelm Fabricius, der frühere langjährige Oberbibliothekar an der Universitäts­bibliothek in Marburg, vollendet sein 75. Lebensjahr. Professor Fabricius ist als Verfasser einer langen Reihe von Abhandlungen aus dem Gebiete der Uni- versitäts- und Studentengeschichte, besonders des Deutschen Korps bekannt geworden. Der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck gehört der Pro­fessor als Mitglied an.

Marburg. Ausgrabungen bei Schröck. Bei Schröck wird gegenwärtig durch freiwilligen Arbeitsdienst Gelände zum Bau eines Sportplatzes planiert. Bei dieser Arbeit stieß man auf Pfostenlöcher, die, wie man annimmt, Ueberreste eines Dorfes aus der spä­ten Latenezeit sind. In der Nähe des Sportplatzes befindet sich auch ein Urnenfeld aus der Bronzezeit. Man hofft, daß mit Hilfe der Römisch-Germanischen Kommission in Frankfurt durch freiwilligen Arbeits­dienst eine systematische Ausgrabung vorgenommen wird.

Marburg. Vereidigung der Rekruten. Auf dem Kämpfrasen fand die feierliche Vereidigung der neuen Rekruten statt. Oberleutnant Konrad wies auf den Treuschwur hin und betonte die Treue und Pflicht im Beruf und rotes auf die Verbundenheit zum Reichs­präsidenten von Hindenburg hin. Pfarrer Ritter hielt die Ansprache. Mit dem Deutschlandlied klang die Feier aus.

Not in Marburg

Oberbürgermeister an die Bürgerschaft.

Im Rathaus hatte Oberbürgermeister Müller Ver­treter der Vereine, Behörden und Organisationen versammelt, um über die Maßnahmen für die Win­terhilfe zu berichten. Sei doch die Zahl der Unter­stützungsempfänger vom 1. Oktober 1931 bis jetzt um 1300 gestiegen, was also 16 Prozent der Bevölkerung, also jeden sechsten Bewohner, ausmache.Die Unterstützungssätze seien so niedrig, daß die Menschen schwer damit auskommen könnten. 70 jugendliche Er­werbslose habe die Stadt in freiwilligen Arbeits­dienst untergebracht. Man wüste nicht, ob alle Bau­pläne durchgrführt werden könnten. Die Finanz­lage der Stadt sei durchaus ernst. Das Defizit von 300000 Mark werde sich sicher noch erhöhen. 30 Prozent des gesamten Ausgabeetats fallen allein auf die Wohlfahrtspflege. Auch würden die eingesetzten Steuerbeträge nicht mehr erreicht, da 50 Prozent aller Gewerbetreibenden ein Jahreseinkommen unter 150) Mark hätten. Man müsse damit rechnen, daß die Not in diesem Jahre noch viel größer würde als in allen Jahren zuvor. Die Vertreter der Verbände und Vereine erklärten, wieder alles für das Wohl der Winterhilfe zu tuen.

eingelegt wird. U. a. wird in der Resolution ange­führt, daß man absolut keine Lust habe, im früheren Kreise Biedenkopf zur Sanierung zu dienen und man erst einmal dafür Sorge tragen solle, daß die alten Schulden abgedeckt wurden. Man weist ferner auf die Notlage des Bauernstandes hin und fordert die Rück­gängigmachung der erhöhten Umlage. Die Resolu-

Abendproaram« bet europäischen Staber

Beromünster: 20.00: KlaMsche ME <$> Bu» a° v e ft: 19.00: Hörspiel. 22.50: Zigeunermusik. <K> Da­ve n t r y: 21.00: Bunte Stunde. 22.35: Orchesterkonzert. 23.50: Tanz. <$> Kopenhagen: 20.10: Lustspiel. 22.00: Sinfoniekonzert.23.05: Tanz. <$> Mailand: 20.45: Kammermusik. <K Prag: 19.45: Hörspiel 21.00: Orchefterkonzert. 22.20: Tanz. <8> R o m: 20.45: Orchester­konzert. <$> Warschau: 20.15: Sinfoniekonzert.

CD

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