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2ekte 2 - 1. Beilage

Kasseler Treueste Tkachrlchtea

Donnerstag, 13. Oktober 1935

Wert Heimat

Probleme der deuischeu

ien wollte, um

Außenpolitik

Ein Vortragsabend im DHB.

Unreine Haut und Geskhteanssdiiag bei Frauen u. Mädchen werden beseitigt durch den Gebrauch des altbewährten WAANING-TILLY-OEL

TreJt Pr.° Pfen,S- l-> Kapseln RH 2.25

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Borken. Der Obsterlös hat der Stadt nur ein Bruchteil der sonstigen Einnahmen gebracht. Gar­tenland. Die Stadt läßt in der Bobenhäuser Straße einen Schutthaufen planieren und gewinnt dadurch Garten- bzw. Baulandflächen von ansehnlicher Aus­dehnung. Auch der Sportplatz auf dem Triesch ist durch Aufschütten bedeutend erweitert worden. Gleich­zeitig sind dadurch ca. 60 Kubikmeter Baumaterial für Straßenbefestigung gewonnen worden.

Borken. Roch immer kein Pfarrer. Noch immer fehlt es an Bewerbungen für die Pfarrstelle, die durch den Wegzug des Pfarrers Erfurt verwaist ist. Jeden- olls sprechen die Wohnungsverhältniffe mit.

Fritzlar verliert sein Finanzamt?

Es soll «ach Homberg kommen.

Die ehemalige Kreisstadt Homberg wird für den Verlust ihres Landratsamtes entschädigt werden. Und zwar wird höchstwahrscheinlich das Finanzamt Fritz­lar in nächster Zeit seine Pforten schließen, um nach Homberg verlegt zu werden. Wie verlautet, soll diese Neuregelung schon ab 1. Januar 1933 in Kraft treten. Die Beamten dieser Fritzlarer Behörde wur­den bereits von ihrer höheren Dienststelle nach ihren Wünschen, bzw. einer Versetzung nach Kassel, Frank­furt oder Homberg befragt.

Hauptgrund dieser für beide Städte außerordent­lich bedeutungsvollen Maßnahme ist, daß in Homberg ein reichseigenes Finanzamtsgebäude zur Ver­fügung stand, was in Fritzlar allerdings nicht der Fall war. Ein zweiter bedeutungsvoller Umstand ist der, daß nach den Richtlinien der preußischen Regierung bezüglich von Kreiszusammenlegungen möglichst Aus­gleiche geschaffen werden. Naturgemäß wird man im Kreise Fritzlar, insbesondere in der Kreisstadt Fritz­lar, diese Behördenverlegung sehr bedauern. Es be- teht der dringende Wunsch, daß man eine kleine ^inanzamtsnebenstelle in Fritzlar unter­hält, oder zum mindesten Sprech st unden einrich­tet, in denen der Steuerzahler, der einen umständ­lichen und zumeist zeit- und geldraubenden Weg spa­ren will, sein« Steuern zahlen oder Verhandlungen pflegen kann.

Die Revision des Versailler Diktats könnte höch­stens den früheren Zustand wiederherstellen. Davon dürfe aber keine Rede sein, vielmehr sei die deutsche Außenpolitik gestellt in die Polarität von Revolution und Werden einer neuen Ordnung. Als Revolution sieht Mariaux den Zerstörungszug an, der die durch das Versailler Diktat geschaffenen Formen erfaßt hat. Europa könne nicht leben unter der Vorherrschaft eines Landes, dazu noch eines Landes, das, wie Frankreich, der Welt wenig zu bieten habe. Der Fluß der geschichtlichen Entwicklung dränge heftig gegen die durch das Versailler Diktat geschaffenen Formen an. Der große Zerstörungszug, die Revolution, habe Europa ersaßt. So schmerzlich dieser Zerstörungszug sich auch für deutsches Schicksal im einzelnen auswirke, sei so er doch die große Chance. Denn in seiner Konfequenz führe er zur völligen Auflösung der seit 1918 im europäischen Raum wirksamen Formen des Völkernebeneinander. Die deutsche Außenpolitik habe die Aufgabe, diesen Zerstörungszug zu fördern und zu beschleunigen, weil sich schon in der Zerstö­rung die Formen einer neuen Ordnung zeigen: der Ordnung, die den ganzen europäischen Raum erfaßt und deren Kern Deutschland sein wird, Deutschland

sein muß, weil es in der Neuverteilung des euro­päischen Siedlungsraums sowohl nach der Seite der Produktion und des Konsums als auch in geistig­kultureller Hinsicht Europa am meisten zu geben habe

Mariaux sieht die Vision eines europäischen Bun­des, der nicht mehr durch die Staaten, sondern durch die Völker gebildet wird, eines Bundes, dem das zu neuen innerstaatlichen Lebensformen gekommene deutsche Volk das Gepräge geben wird. Sowohl über das Wie der neuen europäischen Ordnung als auch über Wesen der neuen innerstaatlichen Ordnung des deutschen Volkes erging Mariaux sich nicht in Prophe­zeiungen oder bestimmten Formulierungen, er ver­suchte aus dem Geist unserer Zeit den wahrschein­lichen geschichtlichen Entwicklungsgang zu deuten. Und der starke Optimismus seiner Zukunftsperspektive rundete nur das Bild von einem ernsthaften Stre­ben, das die Problematik der Gegenwart durch ein Bekenntnis zu neuem Formwillen zu überwinden trachtet.

OstrnLrkisches Mil'tärkonzert des Oftb«ndes

Erstes Winterkonzert der Jägerkapelle.

Zu den großen Kasseler Herbst- und Winteroeran­staltungen des Jahres auf die man in weiten Kreisen wartet, gehört seit einige" Jahren auch stets das allgemein beliebte ostmärkische Militärkonzert der Jagerkapelle beim Deutschen Ostbund. Es wird auch

durch die Schaffung einer günstigen Weltatmosphäre zur Revision zu kommen, und die andere, die sich nicht abfinden wollte und das immer zu wieder­holende Nein forderte. Mariaux verneint die ausge­sprochene Gegensätzlichkeit dieser beiden Anffaflun- gen. Denn soweit auch die Neinsager das Ziel der deutschen Außenpolitik in den Begriffen Wiederauf­bau, Wiedererlangung oder Wiedererwerb begrenz­ten, hätten auch sie in der Konsequenz zu einem Ja kommen muffen. Von Wiederaufbau, Wiedererlan­gung oder Wiedererwerb dürfe aber keine Rede fein, weil sich das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen lasse. Der Weltkrieg habe die bis 1914 aus der Grund­lage des. europäischen Gleichgewichtes" geschaffenen Kompromisse des interstaatlichen Verkehrs zerstört, das Versailler Diktat habe eine neue Ordnung ge­schaffen, deren Kennzeichen die Vorherrschaft Frank­reichs im europäischen Raum war.

den 19. Oktober, wie in den Vorfahren, im großen Stadtparksaal statt. Das Konzert ist in diesem Jahre als musikalische Gedenkstunde an Deutschlands aroße Zett im Osten gedacht und soll durch Fanfarenmusik, an die Epoche der Kreuzritter und durch die Wieder­gabe von Parademärschen ehern, ostmärkischer Regi­menter, an die großen Taten derselben im letzten Weltkriege erinnern.

Auch sonst wird das äußerst reichhaltige Programm, weil vieles, allen etwas bieten. Zwanglos, an kleinen Tffchen, wird man einige Stunden den Weisen un­serer mit Recht so beliebten Reichswehrkapelle lau- Ichen und sich angeregt unterhalten können. Der Abend steht im Dienste der Wohltätigkeit, da der Reinertrag des Konzerts bedürftigen Vertriebenen zufließen soll. Der Eintrittspreis - früher stets X"7, istim Hinblick auf die ungünstigen

Zeitverhaltnisse diesmal mit nur 0,50 RM. so niedrig bemessen, daß auch in diesem Jahre mit einem aus« verkauften Hause gerechnet werden kann. Vorverkau: Zigarrenhaus Grimm am Königsplatz, Uhrmacher Gehrke, Hohentorstraße, und Papierhandlung Otto Moltkestraße 1.

Eschwege. Karl Bräutigam f. Im Alter von 83 Jahren ist Uhrmacherobermeister Karl Bräutigam gestorben. Er war lange Jahre Stadtrat und nahm erfolgreich an der kommunalpolitischen Arbeit teil. Der Freiwilligen Feuerwehr gehörte er als Haupt­mann an. Ferner war er Mitbegründer der Frei­willigen Sanitätskolonne und viele Jahre deren erster Führer. Im Turnverein 1861 bekleidete er, nachdem er Turnwart gewesen war, das Amt des Vorsitzenden.

Eschwege. Neues Kreistagsmitglied. Als Nach­folger des verstorbenen Kreistagsabgeordneten Otto Ereineisen ist Schloflermeister Bernhard Laun vom Kreisausschuß zum Mitglied des Kreistages bestimmt worden.

Eschwege. Um die Winterhilfe zu unterstützen, wird die Stadtverwaltung in Schlierbach Holz schla­gen lassen, das als Brennmaterial an Bedürftige ab­gegeben werden soll.

Grebendorf. Eine Unfallmeldestelle hat die Esch- toeger Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Grebendorf eingerichtet. Ingenieur Kabaczinskl führt die Kolonne.

Wanfried. In der Klauskirche wird zur Zeit die Ausmalung des Kirchenschiffes ergänzt und er­neuert. Die Arbeiten führt Kirchenmaler Kromer aus Geismar aus.

Ä.n den Beginn ihrer Wmier-Bildungsarbeit stellte die Ortsgruppe Kassel des Teutschnationalen Hano- lungsgehilfen-Verbandes Mittwoch abend einen im vollbesetzten Saal desStändehauses" von Dr. Franz Mariaux, Berlin, gehaltenen Vortrag über das weitgespannte ThemaMöglichkeiten und Unmöglich­leiten der deutschen Außenpolitik". Was an dieser Stelle gestern über Mariaux' BuchDer Schutthau­fen" gejagt worden ist, nämlich daß es sich bei feiner Arbeit mehr um eine Deutung des deutschen Schick­sals als um endgültige Formulierungen handelt, trifft auch auf diesen Vortrag zu. Sein unbestrittenes Ver­dienst ist es, Problemstellungen aufzuwerfen und zu zergliedern, sie dem Hörer nahezubringen und ihn zu eigenem Denken anzuregen sowie zur Stellung­nahme zu zwingen.

In der deutschen Außenpolitik der letzten 13 Jahre, so legte Mariaux seinen Hörern dar, haben zwei gegensätzliche Auffassungen dominiert: eine, die sich mit dem Versailler Diktat wegen der Unmöglichkeit des Aufbegehrens abfinden und in die von ihm geschaffene Ordnung einfüger durch die Schaffung einer günstigen SBi

er dagegen betrugen nur 1640 Mark. Der Ueber- kam restlos der Gemeindekasse zugute, obwohl es ursprünglich einem besonderem Fond für die Jn- standsetzung der Wasserleitung zugeführt werden sollte. Aber die ständig steigenden Ausgaben der Ge­meinde machten diesen Plan zunichte. Die Restin- standsetzung der alten Schule soll nach Rücksprache mit dem zuständigen Lehrer nur teilweise in diesem Jahr durchgeführt werden. Die Abhaltung einer Kirmes am 13./14. November wurde beschlossen.

Aus »em Streife Witzenhausen

Großalmerode. Ansteigen der Wohlfahrtserwerbs­losenziffer. Die Arbeitsmarktlage vepschlechtert sich von Tag zu Tag. Das Baugewerbe liegt vollkommen darnieder. Die Neue Thonwerke Ang. Gundlach u. Eo., die ihren Betrieb erst im Juli wieder eröffnet hat, hat 25 Personen entlassen. Trotz Einführung des freiwilligen Arbeitsdienstes ist die Wohffahrtserwerbs- lafenziffer von 130 Personen im Mai jetzt auf ungefähr 160 Personen angestiegen. Die Arbeiten am neuen Sportplatz, die von dem freiwilligen Arbeitsdienst ausgeführt werden, dürften in Kürze beendigt werden, sodaß die Wohffahrtserwerbslosenziffer demnächst weiter ansteigen wird, wenn nicht die von der Stadt­verwaltung in Aussicht genommenen Arbeiten, so u a. die Geradelegung der Kohlenstraße in Angriff ge­nommen werden.

Witzenhaufen. Uebung der Pflichtfeuerwehr. Alle Mannschaften der Spritze 3 haben am Sonnabend, den 15. Oktober, um 17 Uhr, am städtischen Elektrizi­tätswerk zu einer Uebung anzutreten. Stur Krankheit entschuldigt. Den Mannschaften der Spritze 3 geht noch besonderer Zuteilungsbescheid zu.

Ziegenhagen. Der Kleinkaliber-Schützen-Verein hielt ein Preisschießen ab. Als bester Schütze ging aus diesem Kampfe Friedr. Mühlhausen I, Ziegen­hagen hervor. Er erhielt die goldene Schützennadel. Je eine silberne Nadel erhielten Schießleiter Range und O. Mühlhausen. H. Sußebach erhielt eine Tref­fernadel. Medaillen erwarben Friedr. Mühlhausen I, Albert Köhler und C. Noll.

Erfolge Kasseler Hunde vom Verein der Hundelieberhaber wurden aus der Raffehunde-Aus- stellirng am 8. und 9. Oktober in Berlin, zwei englische Bulldoggen gemeldet: R o l f v. d. H e i d e. «ZHielt die Bewertung:Vorzüglich I" in offener Klasse. Roseville-Benita wurde mitSehr gut, I. und II. Preis ausgezeichnet in offener und

Klasse. Die Besitzerin beider Hunde, Frau Otti Heermann, Kassel, brachte 4 werwolle Ehren- preise heim, darunter den vom Brittish Bulldog- Klub gestifteten und den des Holländischen Bulldog- KlUvs.

Aus dem Landkreis Kaffe»

Wolfsanger. Laienspiel im Turnverein. Der Turn­verein Wolfsanger veranstaltete einen wohlgelunge­nen Theaterabend. Zur Aufführung gelangtenTas Mädel aus dem Schwarzwald" undRosen blühen auf dem Heidegrab". Beide Aufführungen gefielen sehr gut. Die Turner und Turnerinnen Karl Florin, Elli Höhre, Kurt Florin, Otti Lachmund, Christel Kramer, Emma Schulz, Georg Hartung, Helmut War­necke, Kurt Raabe spielten mit großer Lebendigkeit und Innigkeit.

Oberzwehren. Bringt die Jnvalidenkarten in Ord­nung. Am 14. Oktober, von 9.3011 Uhr, findet in Oberzwehren eine Prüfung der Quittungskarten durch den Ueberwachungsbeamten der Landesoersiche­rungsanstalt Hessen-Nassau statt. Die Arbeitgeber und Versicherten haben die Jnvalidenkarten im Bürger­meisteramt vorzulegen, die freiwillig Versicherten ebenfalls.

Oberkaufungen. Um den Bürgermeister. Ein natio­nalsozialistischer Antrag im Landtag wendet sich gegen den kommissarischen Bürgermeister Dr. Klare und verlangt beschleunigte Ausschreibung des Bürger- meffterpostens

Niedervellmar. Der Frauenverein nahm in seiner Herbstfeier auf Wunsch der Gemeindeschwester eine Verlosung zum besten der Kinder vor, die Weihnaeh- ten beschenkt werden sollen. Da sämtliche Gewinne gespendet worden waren und alle Lose verkauft wur­den, so konnte der Gemeindeschwester eine hübsche Summe Geld eingehändigt werden. Außerdem kann sie auch noch mit einem Betrag aus der Kasse des Ver­eins rechnen.

Aus dem Kreis Hann. Münden

Hann. Münden. 25 Jahre Kolonialgesellschaft. Die Abteilung Hann. Müitoen der Deutschen Kolonial­gesellschaft, die über einen Mitgliederbestand von mehr als 100 verfügt, begeht in diesem Jahre ihr 25jähriges Bestehen. Ans diesem Anlaß hat der ehemalige Gou­verneur unserer Kolonie Ostafrika, Exzellenz Dr. Hein­rich Schnee sein Erscheinen für den 18. November zu­gesagt und wird im Rahmen einer Festsitzung übet deutsche Kolonialpolitik sprechen. Die Veranstaltung hat wegen der Abwesenheit Dr. Schnee's in Ostasien wo er bekanntlich als Mitglied der Lvtton-Kommis- sion weilte, mit der er eben erst zurückkehrte bis an das Ende des Jahres verschoben werden müssen.

Haun. Münden. Haudwerkerversammluug. Am Montag, 17. Oktober, nachmittags 2 Uhr, findet im HotelSt. Hubertus" (Tivoli) eine Kreishandwer­ker-Versammlung statt, in welcher u. a. Herr W. Kuchenbuch, Vizepräsident des Nordwestdeutschen Handwerkerbundes über:Gegenwartsfragen des Handwerks" sprechen wird.

Hann.-Mündcn. Der Kriegerverein tagte gemein­sam mit den Brudervereinen Göttingen und Morin­gen auf der in Göttingen abgehaltenen Bezirkstagung des Hannoverschen Landeskriegcrverbandes. Nach län­gerer Aussprache wurde beschlossen, zwecks Pflege der Kameradschaft, Stärkung des Wehrgedankens und ein­heitlicher Vertretung der gemeinsamen Belange inner­halb des Landesverbandes den BezirkSüdhanno- ver" zu gründen. Zum geschäftsführenden Vorstand wurden einstimmig gewählt: Kamerad P. Zornow zum Vorsitzenden, Kamerad A. Mesecke zum Schrift­führer und Kamerad Gustav Bode zum Kassenführer. Der Frühjahrs-Bezirkstag 1933 soll in Hann.-Münden abgehalten werden.

Aus Sem Kreis Melsungen

Melsungen, giften liegen aus. Die Urliste der in »er Stadt Melsungen wohnenden Personen, die zu Schöffen und Geschworenen berufen werden können, liegt von Mittwoch, den 12. Oktober, ab eine Woche zu jedermanns Einsicht während der Dienststunden in der Stadtschreiberei aus.

Guxhagen. In der Eemeindeoertretersitzung wurde die Bürgersteuer gegen die Stimmen der SPD.-Ver- treter auf den doppelten Landessatz erhöht. Auf Ver­langen des Herrn Landrat Noelle wird auch in diesem Jahre eine Winterhilfesammlung in hiesiger Gemeinde durchgeführt. Die Einwohner werden gebeten, sich rege daran zu beteiligen. Der Landaustausch, sowie Ankauf für das Sportplatzgelände ist vollzogen wor­den. Für den Landgemeindetag in Kassel wurden be­stimmt Bürgermeister Döring, Vizebürgermeister Brandenstein, Eemeinderat Günther, sowie die Ver­treter Köbberling und Krieger und Eemeinderechner Ilmbach.

Genfungen. In der Gemcindevertreterfitzung verpflichtete der Bürgermeister den neuen Schöffen Hans Fröhlich. Dann fiand nochmals die Gemeinde­rechnung zur Debatte. Bei der letzten Sitzung fehl­ten die Rechnungen über die Wasser- und Lichtetals. Da im Lichtetat noch größere Summen ausstehen, hofft man den Restbetrag von 1974 Mark baldigst abtragen zu können. In diesem Zusammenhang wurde Beschwerde darüber geführt, daß der von der Gemeinde gemietete Transformator mit 6000 Mark Miete im Jahr viel zu teuer ist. Scharf kritisiert wur­den auch die viel zu hohen Strompreise. An Wasser­geld wurden 3770 Dlark eingenommen. Die Aus- in diesem Jahre nicht fehlen, und findet am Sonntag,

r?r. Daß die Beamtenfortbildung eine Frage ist, ote nicht nur die Beamten, sondern jeden Staais- bnrgcr angeht, wurde mit Recht von Regierungsrat Dietrich bei der Eröffnung des Winter-Semesters der Derwaltungsakademie betont. Denn der Ge­winn an Kenntnissen und Fähigkeiten, den der Be­amte in der Verwaltungsakademle davonttägt, kommt ta dem ganzen Volk zu gute, dem die Dienste des Beamten gewidmet sind. Regierungrat Dietrich er- tn nette daran, daß die Verwaltungsakademie nun in oa£ 15. Semester ihres Bestehens eintritt und daß sie "tz Sommer ihren Acht-Semester-Lehrgang beendet. Die Arbeit der Verwaltungsakademie habe insofern schon Früchte getragen, als schon mancher Beamte eine seiner Fortbildung entbrechende günstigere Verwendung sand.

Professor Dr. Genzmer aus Marburg sprach ®n Stelle von Professor Dr. Peters-Berlin, über die Zukunft der Beamtenfortbildung, wobei er an eine Aufsehen erregende Denkschrift Peters über diese Frage anknüpfte. Die Beamtenfortbildung hat . sich nn wesentlichen erst nach dem Krieg entwickelt unter oem Einfluß der gesteigerten Anforderungen an die Beamten durch die wachsende Komplikation des staat­lichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens.

Wenn man den Bildungsgang des Beamten nach Vorbildung m der Schule, Ausbildung bis zur vollen Berutsguallflkation und Fortbildung während der Berufstätigkeit bewachtet, so ergibt sich nach den An- sichten von Peters eine Ueberlastung der Ausbildung mit Spezialwissensstoff, der besser und gründlicher nach der allgemeinen Berufsausbildung in der Form der Fortbildung vermittelt würde. Peters fordert afto eine Entlastung der Ausbildung, einen Ausbau der Fortbildung, unter Umstanden eine Fortbildungspflicht.

Die Verwaltungsakademien haben sich die mehrsemestrige allgemeine Fort­bildung von Beamten aus dem mittleren schwie- rigeren und aus dem höheren Dienst zum Ziel ge- tttzt. In zweiter Linie stehen kürzere Kurse undSpeziallehrgänge. Peters sieht als jibeal eine Fortbildungspflicht für einen sechs- semestrigen Kurs an oder als Ersatz die Einrichtung kürzerer Kurse, zu denen nötigenfalls Urlaub erteilt werden müßte. Den Universitäten will er die Fort­bildung nicht überlassen, da die Universitäten schon genug belastet sind, auch die Fortbildung durch die Behörden selbst befürwortet er nicht, weil die Be­hörden kaum über genügend begabte Lehrkräfte ver­fugen dürsten und die Fortbildung Hochschulcharak- ter wahren soll. Zweckmäßig als Fortbildungsein- richtung seien die Verwaltungsakademien und die sonstigen Organisationen, wie die Vereinigung für staatswiffenschaftliche Fortbildung, die billig arbeiten und leicht ausgebaut werden können.

Die Aussichten auf Verwirklichung dieser Pläne sind nur sehr unbestimmt. Die meisten Behörden haben sich zwar wohlwollend zur Frage der Be­amtenfortbildung eingestellt, das braunschweigische Ministerium hat sogar verordnet, daß die Fottbil- dungszeugnifle bei Beförderung zu berücksichtigen sind. Die Reichsbank kritisiert eine Fortbildnngs- pfficht wegen der Kosten und wegen der Störungen des Dienstbetriebs. Keine Behörde hat sich bis jetzt zu den Vorschlägen auf Umgestaltung der Ausbil­dung geäußert.

Die gesamten Pläne haben ja heute auch unter der Unsicherheit der wirtschaftlichen und politischen Lage zu leiden, wenn auch durch die Fortbildungs­pflicht kaum eine Mehrbelastung eintreten dürfte, da sich die Ausbildungsarbeit ja nur zwischen Ausbil­dung und Fortbildung verschiebt. Augenblicklich wird sehr schwer etwas durchzusetzen sein, da die Beamten-Fortoildungseinrichtungen in die Defensive gedrängt sind und heute schon in ihrem Bestand zu kämpfen haben. Was die Verwaltungsakademie for­dert, daß ist die richtige Bewertung ihrer Arbeit bei den Behörden.

Die Zukunst der Beamtenfortbildung

SemestererSffnung in der Verwaltungsakademie Kassel.

Aus dem Kreis Hofgeismar

Hofgeismar. Rcichsiagswahl. Die Wählerlisten liegen vom 16. bis einschl. 23. Oktober von 8 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr (außer Mittwoch- und Sonnabendnachmittag) und am Sonntag, dem 16. und 23. Oktober, von 10 bis 12 Uhr, im städtischen Ver­waltungsgebäude, Zimmer 1. zu jedermanns Einsicht aus.

Hofgeismar. Schulbeginn. Der Unterricht an der gewerblichen und kaufmännischen Berufsschule zu Hof­geismar beginnt am Montag, den 17. Oktober. Nach der Ortssatzung für die Berufsschule in Hofgeismar find alle nicht mehr oolksfchulpflichtigen, im Schulbezirk Hofgeismar beschäftigten oder wohnhaften Lehrlinge beiderlei Geschlechts zum Besuche der Berufsschule verpflichtet. Die Pflicht zum Besuch der Berufs­schule endigt mit dem Ablauf des 17. Lebensjahres, für Handwerkslehrlinge mit Ablauf der Lehrzeit.

Knrlshafeu. 3m Dienst der Nächstenliebe. Als vor kurzem Feueralarm ertönte, trafen sich die Freiwil­lige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz mit der Frei­willigen Feuerwehr zu einer Scheinübung. Als Brand- und Explofionsobjekt war das Gaswerk ausersehen. Medizinalrat Dr. Krause-Kassel lobte in der Kritik die Gemeinschaftsarbeit der beiden Kolonnen, welche im Bezirk Kassel als einzig dastehen soll.

Aus dem Kreise Wolfhagen

Wolshagen. Winterhilfe. Bürgermeister Kilian berief den Ortsausschuß für Winterhilfe zusammen. Als dringendste Aufgabe wird eine Kartoffelsamm­lung angesehen. Die gesammelten Kartoffeln sollen dann einer Gemeinde im Ruhrrevier zugute kommen. Auch sonstige Spenden wie Kleidung, Wäsche und allerlei Lebensmittel werden im Rathaus entgegen­genommen.

Niederelsungen. Jubiläum eines tteueu Hüters des Waldes. Waldwärter und Jagdauffeher G. Löwen- stein kann jetzt seine 30jährige Dienstzeit in der Ge­meinde feiern. Der Dank der Gemeinde für Hege und Pflege des Waldes ist ihm gewiß.

Aus dem Kreise Rotenburg

Bebra. Orthopädische Sprechtage. Die nächsten orthopädischen Sprechtage für Kriegsbeschädigte fin­den am Sonnabend, den 22. Oktober, Sonnabend, den 19. November und Sonnabend, den 17. Dezember, vormittags 11 Uhr, imHessischen Hof" statt.

Bebra. Vorbereitungen für die Winterhilfe. In der von Bürgermeister Kraffke einberufenen Ver­sammlung der Vertreter der freien Wohlfahrtspflege und der privaten Fürsorge zwecks Besprechung über die Winterhilfe wurde der neue Ausschuß gebildet. Pfarrer Kappes wurde wieder zum Vorsitzenden ge­wählt. Beabsichtigt ist die Sammlung von Geld und Naturalien, insbesondere von Kartoffeln. Letztere sollen nicht nur in Bebra, sondern auch in den der Gemeinde Bebra für die Winterhilfe zugewiesenen Ortschaften der Umgegend gesammelt werden. Bür­germeister Kraffke betonte, daß die Winterhilfe keine amtliche, sondern eine private Fürsorgemaßnahme darstelle. Die Spenden find als zusätzliche freie Ga­ben für bedürftige Einwohner Bebras gedacht.

Aus dem Kreise Eschwege

Die große Strafkammer in Großalmerode

8 Angeklagte verurteilt.

Vor der großen Strafkammer Kassel als 1. Instanz unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Uhlendors hatten sich die Angeklagten Georg Knbsch, Albert Gundlach. Julius Biekert, Oskar Liphardt, Hans Noll August Kunze, Ed. Blum, Heinrich Weiß, Andreas Knbsch, August Bauer, Hans Hnppach und Conrad Dummer, sämtlich Mitglieder der Eisernen Front, zu verantworten. Der Angeklagte Liphardt war nicht er. schienen, sodaß das Verfahren abgetrennt wurde.

Es handelt sich um die Vorgänge am Tage der Reichspräsidentenwahl am 13. März. Nach der An­klageschrift war eine Klebekolonne der NSDAP, am frühen Morgen des Wahltages damit beschäftigt, am Hause des Fuhrmannes Kanssold mit Hilfe einer drei Meter hohen Leiter Wahlplakate anzukleben. Hierbei wurden sie von Anhängern der Eisernen Front in einer Zahl von etwa 20 bis 25 Mann überfallen. Diese fielen mit Knüppeln und Stöcken über die Na­tionalsozialisten her. Der Angeschuldigte Georg Knbsch, der voranstürmte, packte die Leiter, auf der der Zeuge Albcrding stand und riß sie um, sodaß die­ser etwa zwei Meier herabstürzte. Blum soll dabei eine Person bedroht haben, während der Andreas Kubsch beschuldigt wird, den Zeugen Hildebrandt an- gefaßt zu haben. Vorher wurde Don den Angreifern dem Hildebrandt ein Kleistereimer mit einem Kleister­holz aus der Hand gerissen. Mit diesen Gegenständen soll Noll auf Hertwig eingeschlagen haben. Bei der Vernehmung der Angeklagten bestreiten sie sämtlich, sich an dem Uebersall beteiligt zu haben. Das Er­gebnis der Beweisaufnahme faßte der Vertreter der Staatsanwaltschaft dahingehend zusammen, daß ein Ueberfall auf die Klebekolonne der NSDAP, erfolgt ist. was von den Zeugen übereinstimmend bekundet fei. Die Anfchuldigungen gegen die Angeklagten Weiß und Huppach könnten nicht aufrechterhalten werden, weshalb sie fteizusprechen sind. Die übrigen Ange­klagten feien zu verurteilen und zwar beantragte er: Gegen Kubsch 9 Monate Gefängnis, Gundlach sechs Monate Gefängnis, Biekert 7 Monate Gefängnis A. Kunze 4 Monate Gefängnis, Blum 6 Monate Ge­fängnis. Andreas Kubsch 7 Monate Gefängnis. Bauer 4 Monate Gefängnis. C. Dummer 6 Monate Gefäng­nis. Der Anklagevettreter betonte noch, daß gerade den Zuständen in Großalmerode Einhalt geboten wer­den müsse. Der Verteidiger der Angeklagten kam zu dem Schluß, daß die Angeklagten, wenn überhaupt eine Bestrafung in Frage komme, nur wegen Körper­verletzung aus politischen Beweggründen verurteilt werden könnten.

Es wurden verurteilt die Angeklagten Georg Kubsch zu 8 Monaten, die Angeklagten Albert Gund­lach, Eduard BlPm und Conrad Dummer zu sechs Monaten, die Angeklagten Julius Birkett, Hans Noll und Andreas Knbsch zu 7 Monaten, der Angeklagte August Bauer zu drei Monaten Gefängnis, während die Angeklagten Kunze, Weist und Huppach sreige- svrochen werden. Den Angeklagten Gundlach, Blüm Bauer und Dummer wird Strafaufschub ruerkanut.