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L Mittwoch, 12. Oktober 1933

Kasseler neueste Nachrichfen

Seite 3-1. Beilage

Arbeitslager und Volksbildung

Das zweite hessische Arbeitslager für Arbeiter, Bauern und Studenten

Unter der Leitung von Dr. Herbert Grabert sand aus der Jugendburg Ludwigstein das zweite Hess. Arbeitslager für Arbeiter, Bauern und Stu­denten statt. Die 60 Teilnehmer, darunter etwa ein Drittel Studenten und Studentinnen. Die Bauern fehlten auf diesem Lager leider ganz. Alle diese jun­gen Menschen stammten aus verschiedenen Schichten, aus verschiedenen Landschaften. Trotz aller Unter­schiede in den Meinungen und Zielen lebten und arbeiteten sie 3 Wochen miteinander, um sich wirk­lich kennen und verstehen zu lernen, warum der eine Mensch so denken mutzte und andere anders.

Jeden Morgen 6,25 Uhr wurden die Lagertetl- nehmer durch ein Hornsignal aus dem Schlaf ge- toedt Um '/. 7 Uhr traten alle auf dem Burghof zur Gymnastik an. Um 1% Uhr gabs Hafersuppe, um begann die körperliche Arbeit. Zwei wesentliche Arbeiten wurden begonnen: Der Ausbau des Haupt­weges zur Burg und die mit schwierigen Erd- und Sprengungsarbeiten verbundene Anlage eines Sport­platzes, der der wandernden Jugend Deutschlands zugute kommen wird. Die körperliche Arbeit an der frischen Luft tat allen gut, besonders den Studenten. Nach ihr ging es dann mit grohem Hunger zur Burg äurucf. Tort gründliches Waschen und Duschen. Das reichliche und kräftige Essen mundete allen gut. Die sich anschließende Freizeit wurde von den meisten zur Ruhe benutzt. Andere musizierten, wieder an­dere badeten in der Werra oder gingen auf Jagd nach photographischen Motiven.

Die Arbeitsgemeinschaften, durch Lebensberichte eingeleitet, lietzen erkennen, wie sehr der einzelne von der Rot gepackt war. Mit rückhaltloser Offen­heit nahmen Studenten und Arbeiter Stellung zu dieser Frage und suchten gemeinsam nach einer Losung. Oder anstelle der Arbeitsgemeinschaften fanden Vorträge von Männern statt, die aus der Praxis ihres Berufes zu uns sprachen. So sprachen Dr. Karl Wilke- über das Thema:Was hettzt neuer Lebensraum und wie kann er erschlossen wer­den?. Reg.-Baumeister Beckmann überSied­lungsfragen". Schneider-Kleebera über Agrarfragen". Reg.-Rat Normann Körber hielt ein Referat über das Thema:Wege der jungen Generation z politischen Neugestaltung". Meist schlosien sich den Vorträgen lebhafte Diskussionen an. Sonst wurde abends gesungen, gespielt oder vorgelesen. An manchen Abenden wurden Rund­fragen gestellt, die immer einen besonderen Reiz hat­ten, z. B. wurden die Rundfragen gestellt:Welcher Mensch hat auf dich einen großen Einfluß ausge- Ubt ,Welcher Film oder welches Theaterstück bar einen nachhaltigen Eindruck auf dich gemacht". Des Sonntags wurde gewandert.

Im Arbeitslager wird in hohem Maße pädago­gische Arbeit geleistet. Der Einzelne, der bis jetzt gewohnt war, nur immer an sich zu denken, lernt sich rn die Gemeinschaft einordnen. Gelingt es ihm nicht durch Selbsterziehung, so wird er vom Ganzen er- zoaen. So wird das Arbeitslager, wenn auch in kleinem Maße zu einer Stätte neuer Volksbildung.

stud. päd. Kurt Grotepatz.

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Freiwilliger Arbeitsdienst

für junge weiblich« Angestellte.

Mit dem Ausbau und der Ausdehnung des frei­willigen Arbeitsdienstes fordert auch die FrageWie kann der Arbeitsdienst dem erwerbslosen Mädchen eine Hilfe sein?" immer stärker eine Lösung. Für die weibliche Jugend sind die Möglichkeiten zum Ein- satz in besonderen Arbeitsdienstoorhaben begrenzter. Der Verband der weiblichen Handels- und Bllro- angestellten hat an verschiedenen Orten seine Mit­glieder zum freiwilligen Arbeitsdienst zusammenge­rufen. Die jungen Mädchen setzen darin größtenteils ihre Kraft ein für die Wohlfahrtsarbeit. Von den schnellen geschickten Händen werden in einer sechsstün­digen Pflichtarbeit aus den ältesten Sachen wieder tadellose, gebrauchsfähige Klsidungs- und Wäsche- stücke hergestellt, die für Verbands- und die öffent­liche Winterhilfe verwandt werden. Fleißige Köchin- nen bereiten rm Arbeitsdienst den übrigen Dienst­willigen und auch den stellenlosen Mitgliedern, an anderen Orten Wohlfahrtsempfängern der Stadt, ein warmes Mahl.

In dem Erholungshsim in Zernsdorf/Mark finden w» einen geschlossenen Arbeitsdienst, verbunden mit

einer Erholungsfürsorae. Zehn altere, stellenlos«, er­holungsbedürftige Kolleginnen werden immer vier­zehn Tage lang von einer Arbeitsdienstschar betreut, die für ihr leibliches Wohl und einen behaglichen Aufenthalt im Heim aufs Beste sorgt Wer damit nicht beschäftigt ist, trägt durch Garten- oder Näh­arbeit sein Te,l zur Arbeit für die Gemeinschaft bei. Neben der Arbeit finden die Mädels auch Gelegen­heit, sich hauswirtschaftliche Kenntnisse anzueignen, di« Führung eines kleinen Haushalte» und das Nähen zu erlernen.

Einen noch einzig dastehenden Versuch stellt der Arbeitsdienst im VWA.-Heim Stemmen tn der Lüne­burger Heide dar. 20 Morgen Heide sollen dorr im Arbeitsdienst zum Anbau von Gemüse und Kartoffeln urbar gemacht werden. 25 junge Hamburgerinnen sind Tag für Tag beim Umgraben und Planieren tätig. Obwohl dies« Arb«it den kaufmännischen An­gestellten gewiß ungewohnt Und nicht leicht ist, steht man alle mit freudigem Arbeitseifer bei der Sache. Es ist selbstverständlich, daß ein Arbeitsdienst des Berufsverbandes die berufliche Betreuung und Wei­terbildung der Teilnehmerinnen in weitem Maße be­rücksichtigt. Daneben dienen Gymnastik, Sport, Schwimmen, Wandern usw. der Körperschulung und Erholung, und die große Bedeutung des Arbeits­dienstes als sozialpädagogische Maßnahme findet in den übrigen Veranstaltungen, Borträgen und Aus­sprachen ihre Berücksichtigung.

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Ilrngdeutscker Orden und freiwilliger Arbeitsdienst

Der Jungdeutsche Orden hatte zu einem Vortrags­abend eingeladen, an dem Doktor Michael über das Problem des Freiwilligen Arbeitsdienstes sprach.

Der Redner gab zuerst einen kurzen Rückblick auf die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands. Die Rationalisierung sei ein großer Fehler gewesen. Wollte man nun die Arbeitslosigkeit dadurch beheben, daß man die Ausfuhr steigerte, so müßte man bei einer Million neu eingestellter Arbeiter etwa für 5 Milliarden mehr ausfuhren. DaS hieße bereits die Ausfuhr verdoppeln.

Es gibt nur einen Weg, so führte der Redner weiter auS, die große Arbeitslosigkeit auf ein gewisses Maß zu reduzieren: Der Freiwillige Arbeitsdienst. 10 Millionen Morgen Oedland, Moor und Heideland warten tn Deutschland auf ihre Kultivierung und große Strecken Ackerland könnten durch Drainage tn einen bedeutenden höheren Kuliurzustand versetzt werden. Würde dies Projekt auch große Summen, wahrscheinlich Milliarden, verschlingen, so würde es letzten Endes doch Millionen deutscher Volksgenossen Arbeit und Brot geben.

Diese ungeheuren Strecken, die vor allem an den Grenzen von Holland und Polen liegen, würden, neu besiedelt, den Ausgleich zu dem Uebergewicht der Ju- dustrie wieder herstellen. Und nur auf dem Wege des Freiwilligen Arbeitsdienstes ist es möglich, dieses Projekt zu verwirklichen. Der Jungdeutsche Orden hat im kleinen angefangen, was sich auch im großen bewähren würde. 250 freiwillige ArbeitSkurse gibt es bereits, die hier und da tn Deutschland kultivieren und aufbauen. Sie sollen beweisen, daß der Weg des Iuwgdeutfchen Ordens der richtige ist.

Gastgewerbe und Wlrtschastspolitlk

In der Monatsoersammlung des Wirtevereins Kassel und Umgegend erklärte Herr Döhne, wenn auch in einer Organisation einmal nicht alle, in Ordnung sei und berechtigte Forderungen der Ser« bandsmitglieder nicht immer erfüllt werden, so sei heute auf dem Wege parteipolitischen Kuhhandels wenig zu erreichen. Der Deutsche Eastwtrteverdand sei infolge seiner Einrichtungen und Macht allein in der Lage, die Interessen des Eaststättengewerbes er­folgreich zu vertreten. Die Einheitsfront des Ge­werbes werde auch unter den größten Opfern gehal- ten werden müssen, denn der Gesetzgeber kenne keinen Unterschied zwischen Groß« und Kleinbetrieb. An einer sachlichen Kritik werde man stets Freude haben.

Verbandssyndikus Dr. Hoffmann erläuterte das Wirtschaftsprogramm Papens und die Auswirkungen

Für zehn Pfennige Glück

(Es ist der letzte Messetag, der Tag, an dem alles um 20 und mehr Prozent billiger ist, an dem zwischen Packen und Abbauen noch schnell eine Schürze, ein Viertel Lebkuchen, ein, zwei Horoskope verkauft wer­den der Tag, an de>m es traditionell regnet.

Die Menschen haben sich in Pelze, Mäntel und Shawls gehüllt, die Hände in die Taschen vergraben, und hasten durch die Straßen. Es ist Abend. Schau- fenfterauslagen locken im Licht von tausend Kerzen. Grün, rot, braun in hundert Schattierungen, wie die Farben der Blätter, die der erste Herbststurm von den Bäumen reifst, und schillernd und gleißend wie die Wellen der Fulda, die an den schweigenden dunklen Häusern der Altstadt vorbeieilen.

Menschen, die vorbeieilen, wirken schemenhaft. Sie tauchen im Nebel auf, schlohweiß steigt die warme Lust aus ihrem Mund in den Regen, und hinter ihnen schließt sich der Nebel wieder zur Wand. Es ist ein Prachtwetter.

Noch eine Tüte Pfefferkuchen mitnehmen, mein tetr? Ausgezeichnet frische Ware! Versuchen der err einmal! Zehn Pfennige nur die Riesentüte." Der kleine Kerl mit dem Piepstimmchen pustet in die Hände und packt weiter seine Ware in einen Karton. Die eins-a Pfefferkuchen noch mal hier!"

Am Bratwurstglöckl' dampft und zischt es. Die prima Bratwürste zu dreißig" gehen bei dem Wetter ausgezeichnet. Die Verkäufer stehen in einer weißen, beißenden Wolke und haben Hände voll zu tun. Ein Würstchen ein Brötchen einmal Senf .... Viele Menschen stehen und sitzen herum, mit Paketen beladen, triefend vor Nässe, um ein Würstchen lang zu verschnaufen.

Es ist das Wetter, bei dem man gern allein ist, allein mit dem Wind, dem Regen und sich selbst. In den Pfützen spiegelt sich die klägliche Beleuchtung der Buden, und der Boden scheint mit einer dünnen Schokoladenschicht bedeckt. Es knirscht unter den Füßen, und die Schuhe bedecken sich mit Spritzern. Ein leerer, kahler Bretterverschlag noch einer und noch einer. Holzwolle, ein paar Fetzen Papier, eine schmutzige Preistafel treiben sich zwischen weißen, frisch ge­hobelten Brettern umher. Es riecht nach Tannenharz und schwarzen Lebkuchenherzen mit einer dicken Mandel in der Mitte, und plötzlich ist Weihnachten ganz nahe.

Von der Königstraße herüber fällt der Schein der tausend Lichter gedämpft in die engen Budengassen. Warenhäuser verschlingen Menschen und speien sie wieder aus.

Zwischen Stößen von Büchern, Herten und Bro­schüren liegt eine alte Bibel, Sie ist in Schweinsleder

gebunden, und manches der vergilbten Blätter ist schon locker und beschädigt. Sie ist schon sehr alt. Mit verschlungenen goldenen Buchstaben steht auf der ersten Seite die Jahreszahl. Irgendein Name, der darunter gestanden hat, ist gewaltsam mit einem Messer ent­fernt. Ein alter Mann streicht über die vergilbten Seiten, blättert hier und da nach und betrachtet die bunten Bilder.Vier Mark fünfzig, weil heute letzter Tag ist! Dieselbe habe ich in Frankfurt mit sieben Mark verkauft." Der alte Mann legt das Buch zurück. Er zieht den alten, abgeschabten Lodenmantel zusammen und tappt weiter, in den rieselnden Nebel hinein.

Vielleicht hat er nur vier Mark fünfzig in der Woche zum Leben.

Das Kind hält seinen Groschen krampfhaft in dem kleinen roten Händchen fest. Zehn Pfennige! Ein kleines Vermögen, mit dem man Schätze erstehen kann. Zwei blaue Augen betrachten begehrlich all die schönen Sachen. Bunte Brezeln, Lebkuchen, Zuckerplätzchen. Eng gedrückt steht es, zwischen großen Menschen, das Näschen reicht gerade an die süßen Sachen. Wie eilig es die Leckte alle haben. Sie achten gar nicht auf den kleinen Käufer, der sich eifrig auf die Zehenspitzen stellt und bas blanke Geldstück schwenkt. Das rletne Aermchen wird müde und die Tränen wollen schon kommen. Da endlich:Was möchtest du denn. Kleine? Eine Zuckerstange? Sooo, zehn Pfennige."

Die Zuckerstange ist lang und rot, und es dauert sehr lange, bis man sie spitz gelutscht hat. Di« Hälft« wird das Brüderchen bekommen, und abends im Bett kann man um die Wette lutschen. Das ist fein! Irgend jemand stößt achtlos das kleine Menschenkind bei Seite, die rote Zuckerstange entfällt dem steifen Händchen. Jemand tritt drauf, es knirscht hart unter den Sohlen, und für zehn Pfennige Gluck liegt zer­treten im naßen Schmutz.

Menschenschritte Autohupen, Stimmengewirr, längst hat sie die Nacht verschluckt. Der Wind treibt feinen Rieselregen vor sich her und jagt ihn durch die Ritzen der verlassenen Bretterbuden. Von den Zelt­planen tropft es langsam klick klick herab, und m den kleinen Pfützen, die sich am Boden bilden, spiegelt sich hundertfältig der Mond, der zwischen zwei Wolken- am auftaucht. Der Wind jagt weiter die Buden-

e hinunter. Er zerrt an einem nassen Papierfetzen, wirft polternd eine Holzplanke um und baumelt einen Strick hin und her. Dann wendet er ärgerlich der stummen Budenstadt den Rücken und jagt weiter. Und die alten Bäume der Aue knarren und stöhnen, und langsam fallen Blätter und Tropfen zur Erd«,., tiL

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Film der Unfälle

Blinder Eifer schadet nur. Bei einem Familierr- streit in der Kastenalsgasse geriet ein 26jähriger Ar­beiter derartig in Wut, daß er in seiner Tobsucht das Wohnungsmobilar zertrümmerte und sich dabei durch die Glasscherben an beiden Händen und Unterarmen So schwer verletzte, daß er von der Sanitätswache suldabrücke zwecks Vernähung der klaffenden Wun­den zu einem Arzt gebracht wurde.

desselben, insbesondere die für die Wirtschaft beson­ders interessanten Steuergutscheine. Der Redner er­wartet von dem Programm eine starke Belebung der Wirtschaft, denn nur von der Produktionsseite her sei eine Behebung bet Krise möglich. Das Wirt­schaftsprogramm sei der letzte Versuch, die private Wirtschaft zu retten. Heber die Auswirkungen des­selben auf das Eaftstättengewerbe fet gegenwärtig i<6 keine Voraussage zu machen. Insbesondere er- ffe man eine Senkung der Hauszinssteuer. Hin- htlich der bevorstehenden Wahlen betonte et, daß bas Land und die Wirtschaft Frieden nötig habe zum Wiederaufstieg.

Dipl.-Kausmann Heydt sprach übet die gegen­wärtige Wirtschaftskrise.

In längeren Ausführungen behandelte er das System der Steuergutscheine und die Kopfprämie für Neueinstellungen? Mit einer Sabotierung des neuen Wirtschaftsplanes taube man dem deutschen Volke seine Wittjchaftrgtundlage und Hoffnung auf einen Wiederaufstieg seiner Wirtschaft. Dr. Niemann machte interessante Ausführungen übet den sozial­politischen Teil des Wirtschaftsprogramms, auf die wir noch zurückkommen. Von einem Mitglied wurde der Vorfchlag gemacht, der Vorstand falle mit der Verdandsleitung der Lebensmittelhändler erwirken, daß von Gesetzes wegen vor jeder Anstellung einer Arbeitskraft ein Gesundheitsattest seitens der Kran­kenkasse ausgestellt wird. Das liege auch im Inter­esse bet Gäste, die von ihnen bedient werden.

Das Karlshospital hat in einem besonderen Dankschreiben die Unterstützung seitens der Gastwirte lobend in Erwähnung gebracht.

Die Berufsgenossenschaften verlangen auf Grund gesetzlicher Vorschriften die Versicherung des Musik- personal» auch bei nut vorübergehender Beschäfti­gung.

Im Zusammenhänge mit den Angriffen auf die Verbandsleitung wurde einstimmig folgende Ent­schließung gefaßt: Die Versammlung weist die An­griffe auf den Verbandsvorsitzenden Döhne und Präsidenten Köster entschieden zurück und spricht der Führung deS Deutschen Gastwirlsverbandes rückhalt­los ihr Vertrauen aus.

Achtung? Kleinrentner!

Die Auszahlung der zweiten Hälfte der Unter­stützung für Oktober findet unter Vorlage der grünen Ausweiskarte, wie folgt, statt: Im Bose- beim, Luisenstraße 5 Donnerstag, den 13. Oktober Buchstabe AH; Freitag, den 14. Oktober Buchstabe J-^R; Sonnabend, den 15. Oktober Buchstabe SZ. In den Büroräumen der Rentnerfürsorge Hol­ländische Straße 19 Donnerstag, den 13. Oktober Buchstabe AH; Freitag, den 14. Oktober Buchstabe IR; Sonnabend, den 15. Oktober Buchstabe SZ. Um Nachzahlungen zu vermeiden, wird ersucht, die festgesetzten Zahltage unbedingt einzuhalten. Die Kassen find geöffnet von 812% Uhr.

Tod auf der Straße. Tot ausgefunden wurde heute nacht in der Leipziger Straße eine KLzährtge Witwe, die, wie die Untersuchung ergab, infolge eines starken Asthmaansalles aus Angst vor Erstickung aus ihrer dorr befindlichen Wohnung auf die Srrage ge= flüchtet und dann zusammengrbrochen war. Die Leiche wurde in das Karlshospital gebracht.

Kavaliere" aus dem Dunkel. Einem rohen Heber« fall fiel heute nacht ein 38jähriger Kaufmann aus der Orleansstratze in der Müllergasse zum Opfer. Er hatte sich das Ansprechen seitens einerDame" auf dem Heimweg verbeten, worauf diese ein paarFreunde alarmierte, die über den Kaufmann herfielen und ihm mit Messer oder Schlagringen schwere Verletzungen am Kops und Gesicht beibrad>ten. Die Sanitäts­kolonne Fuldabrücke sorgte für Vernähung der Wunden.

Seltene Naturerscheinung. Sonntag vorm. be­merkte ich, links der Anhöhe des Niedervellmarer Friedhofes, in einer in die Hunderte zählenden schar Stare, welche sich zum Fluge nach dem Süden, rüste­ten, einen schneeweißen Star, welcher unangefochten inmitten seiner schwarzen Genossen mitschwirrte.

Ausnahmetarif für frische« Obst.

Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft hat den ver­schiedenen Forderungen landwirtschaftlicher Spitzen- organisationen entsprechend die Einführung eines Ausnahmetarifes 16 p für frische Aepfel, Birnen und Pflaumen (Zwetschgen) beim Stückgutversand, gültig vom 15. September bis 31. Dezember 1932 genehmigt. Der Frachtnachlaß beträgt In den hauptsächlich für diesen Versand tn Frage kommen­den Entfernungen und Gcwichtsmengen ungefähr

30 Prozent.

25fr gratulieren

Am 12. Oktober begeht Der Gestütswärter a. D. Karl Knauf In aller Frische seinen 70. Ge­burtstag. 35 Jahre war er am Hauptgestüt Bever­beck tätig, bis er int Jah­re 1924 ein Opfer des Abbaues wurde. Er ist eifriger Leser der Kasse­ler Neuesten Nachrichten.

Aussicht

Durch den Luftdruckanstieg, der im Westen ein­setzt, wird bei uns zunächst beständigeres Wetter aufkommen, und die Niederschlagstätigkeit nachlassen. Bei nächtlichem Aufklaren erfolgt stärkere Abküh­lung, so daß sich zwischen Tag und Nacht die Tempe­raturgegensätze verschärfen.

Aussichten für Donnerstag: Stellen­weise dunstig, nachts stärker« Abkühlung, tagsüber leicht wolkig mit Aufheiterung, trocken.

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