Meter Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeilung Kasseler Tageblatt Hessische Abendzeitung
Nr. 237»
Sonnabend / Sonntag, 8./9. Oktober 1932
22 Jahrgang
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Konflikte um die Wirtschaftspolitik?
Braun-Krise zunächst dementiert / Die subventionierten Betriebe / Deutschlands Antwort auf die englische Einladung
Paris muß Farbe bekennen >
Versaffungsreform?
(Eigener Drahtberich 1).
Wird Schacht Reichskommiffar?
Bon unserer Berliner Schriftleitung.
Der Prozeß vor dem Staatsgerichtshof
Der „konstruktive" Plan
die in des
Berlin, 8. Oktober.
Am Montag vormittag wird vor dem Staats
und Absetzung von Beamten und Eingriffe in Zusammensetzung des Reichsrats wie überhaupt die von bundesstaatlichen Organen auf Grund
W. p. Der fünfte Wahlkampf, den dieses Jahr bringt, setzt nur langsam und zögernd ein. Er steht im Schatten seiner Vorgänger, die viel Spannkraft und viel materielle Mittel verbraucht haben, er ist aber auch beeinflußt von der Unsicherheit und der Ungewißheit, die über der nächsten Zukunft liegen. Was wird nach dem 6. November? Ist dieser November- Reichstag nur die Ueberleitung zu einer weiteren Reichstagswahl, die dann in den Februar des kommenden Jahres fallen würde, oder ist er gar der Schrittmacher für eine Nationalversammlung, die über die Neu- und Umorganisation unseres staatlichen Lebens zu verhandeln hätte? Diese Fragen sind im Bewußtsein der Wählerschaft lebendig; sie verstärken die Wahlmüdigkeit, und sie werden erörtert werden müssen, wenn die bevorstehende Wahl in ihrer Bedeutung nicht verkannt und als nebensächliches Ereignis abgestempelt werden soll. Es muß klar herausge-
möchte. Er sehe für die Rüstungen Maximalherabsetzungen vor. Der Minimalplan stütze sich auf das Mindestmaß der für alle unerläßlichen Sicherheiten.
Während der Maximalplan die oberste Grenze angebe, bis zu der Frankreich die verschiedenen Rüstungsarten zu vermindern bereit wäre, wenn die Signatare der künftigen Abrüstungskonvention sich nicht nur verpflichten, deren Anwendung der strengsten Kontrolle zu unterwerfen, sondern auch im Falle einer Verletzung gewisse heilsame Maßnahmen zu ergreifen, setze der Minimalplan die unterste Grenze fest, unter die Frankreich nicht glaube herizplergehen zu können, solange die für einen jeden Staat gewährleisteten Sicherheitsbedingungen nicht ein gewisses unerläßliches Mindestmaß überstiegen.
Oder ist damit etwa zuviel gesagt? Es gibt eigentlich nur einen Einwand, durch den die Daseinsberechtigung dieser Erörterung angezweiselt werden könnte: Den Einwand nämlich, daß die gewohn- üeitsrechtliche Umdeutung der Verfaffungs- bestimmungen eine ausreichende Grundlage für die Weiterentwicklung darstelle. Mit Recht hält dem aber der frühere Reichsminister Eugen Schiffer, ein Mann also, der gewiß nicht als Anti-Weimarianer angesprochen werden kann, in seiner soeben (bei Reimar Hobbing) veröffentlichten Schrift „Die neue Verfassung des deutschen Reiches" entgegen, daß diese „Verfassungswandlung ohne Verfas- sungsänderung" schließlich doch zu schweren Erschütterungen führen muffe. .Man ist sich darüber klar und einig, daß es mit der Verfassung so. wie sie ist, auf die Dauer nicht weitergeht: daß sie zurechtgerückt und zurechtgebogen werden muß, um den Bedürfnissen zu genügen. Aber wenn es nun mit ihrer Biegsamkeit zu Ende ist, und sie sich nicht weiter biegen läßt? Ist dann nicht zu besorgen, daß sie gebrochen wird — und was kommt daraus? Das weiß kein Mensch. Dieser dunklen Evetltualitäi gilt es vorzubeugen.. .*
Die Vorschläge, die Schiffer im einzelnen macht, zielen auf eine völlige Umformung und auf eine tiefgreifende Umgestaltung der Weimarer Verfassung
Paris, 8. Okwber.
Der Genfer Berichterstatter des „Petit Parisien" macht eingehende Angaben über den sogenannten „konstruktiven" französischen Abrüst u n g s p l a n, der jetzt Herriot unterbreitet fei. Dieser Plan sehe zwei verschiedene Pläne vor, nämlich einen Maximal- und einen Minimalplan. Der M a- ximalplan beruhe auf dem Sicherheitshöchstmaß, vas Frankreich nicht nur sich selber, sondern allen europäische« Staaten ohne Ausnahme verschaffen
stellt werden, daß dieser 6. November ein Tag von ebenso großer entwicklungsgeschichtlicher Bedeutung sein wird wie der 31. Juli oder wie der 10. April. Mag er auch dem Kampf um die Macht keine neue entscheidende Wendung geben, mag er auch an der von weitesten Kreisen anerkannten und gebilligten Wendung zum autoritären Staat nichts mehr ändern können, es fehlt der Diskussion doch keineswegs an wichtigem Stoff: Zunächst einmal ist die Frage, ob und in welcher Weise die neue Form des autoritären Regierens verfassungsrechtlich festzulegen ist, bisher unbeantwortet geblieben, und zum anderen steckt auch die Auseinandersetzung über die Maßnahmen, die dieser neuen Form Inhalt geben sollen, noch in ihren ersten Anfängen. Würden diese beiden Themen zum Mittelpunkt des Wahlkampfes gemacht, so würden dadurch nicht allein die Parteien zu einer erfreulichen Versachlichung ihrer Agitation gezwungen werden, sondern auch für die Regierung würde dieses Votum des Volkes trotz ihrer deutlich bekundeten Zurückhaltung an Gewicht gewinnen, und es sollte ihr sehr schwer fallen, sich der Wirkung des Wahlergebnisses zu entziehen.
Was bis jetzt an Wahlkampfszenen vorgeführt wurde, läßt allerdings von einer Versachlichung der Methoden noch nicht viel verspüren. Das Wirtschaftsprogramm der Papen-Regierung wird zwar, wie biS bei der Dringlichkeit,ynb Wichtigkeit des -^.lrfes u.,ch „Arbeit und Brot" selbswerständltch ist, in den Wahlversammlungen eifrig erörtert, aber es ist doch so, daß die Erörterung zumeist in der Kritik stecken bleibt und nur selten zu positiven Vorschlägen gelangt. Erst dann, wenn diese Aufgabe erkannt und erfüllt wäre, würde aber der entscheidende Schritt zur Sachlichkeit vollzogen sein. Stehen schon hier Wunsch und Wirklichkeit in starkem Gegensatz, so ist es um die pflegliche Behandlung des oben angedeuteten zweiten Themas zweifellos noch schlechter bestellt. Sofern es der Regierung — eine Absicht, die ihr bekanntlich in manchen Kreisen unterstellt wird — nicht nur daraus ankäme, durch die wiederholte Ausschreibung von Neuwahlen den parlamentarischen Gedanken ad absurdum zu führen, müßte sie gerade auf eine klare Herausstellung ihrer verfassungspolitischen Ziele besonders bedacht sein. Mit Recht hat man in den Kreisen um Papen betont, daß diese auf weite Sicht berechneten Maßnahmen organisch entwickelt werden müßten. Zu dieser organischen Entwicklung gehört aber auch die rechtzeitige und sorgfältige Vorbereitung der öffentlichen Meinung, und es müßte schon jetzt fraglich sein, ob diese vorbereitende Arbeit noch zu leisten wäre, wenn der neue Reichstag, wie vielfach vermutet wird, tatsächlich an der Verfassungsreform seine Arbeitsfähigkeit und seine Daseinsberechtigung beweisen sollte.
liebet den Papenschen Plänen zur Verfassungsreform liegt vorläufig noch ein ziemlich dichtes Dunkel, das nur durch einige allgemein gehaltene Sätze des Reichskanzlers, durch die Andeutungen, die der Innenminister in feiner Verfassungsrede machte, und durch verschiedene mehr auf Kom- binatwnen als auf wirklichem Wissen beruhende Meldungen ein wenig aufgehellt wurde. Die Diskussion mutz also leider mit manchem Wenn und Aber, die nach einem Worte Grillparzers nun einmal des Pferdes schlechtester Hafer sind, genährt werden. Sie ist aber trotzdem nicht allein aus den aargelegten Gründen unaufschiebbar, sondern sie ist auch deshalb notwendig. weil die wirtschaftlichen Sorgen immer mehr alle anderen Fragen zu überwuchern drohen.
tfi. Berlin, 8. OktobA,
Neben der außenpolitischen Beratung, über die wir an anderer Stelle berichten, ist im Kabinett gestern auch über einige wichtige innerpolitische Fragen gesprochen worden, in denen jedoch noch keine Entscheidung gefällt wurde. Diese beziehe« sich sowohl auf den sogenannten Gerekeplan, gegen den sich in wachsendem Maße Bedenken und Widerstände geltend machen, wie auch auf die Ernennung eines Kommissars für die subventionierten Betriebe. Die Frage, ob der frühere Reichsbank- prästdent Dr Schacht für den Posten eines solchen Reichskommiffars in Betracht kommt, läßt sich aber im Augenblick noch nicht eindeutig beantworten.
Der Reichskanzler wird sich bekanntlich am nächsten Montag abend nach München begeben, wo er am Dienstag der bayerischen Regierung einen Staatsbesuch abstattet und am Mittwoch vor dem Verband der bayerischen Industriellen eine wirtschaftspolitische Rede halten wird. Ueber den Inhalt dieser Rede werden heute und am Montag noch Besprechungen zwischen den in Betracht kommenden Mitgliedern des Reichskabinetts stattfiniden, denn gerade diesem Kapitel der Gesamtpolitik muß im Augenblick erhöhte Ausmerksamkeit gewidmet werden. Das beruht vor allem auf der Tatsache, daß in wirtschaftspolitischer Hinsicht gegenwärtig Spannungen entstan-
gerichlshof für das Deutsche Reich in Leipzig ein , „
Prozeß beginnen, der von eminenter staats- und der- Artikels 48 RV. niemals zulässig sind.
assungsrechtlicher Bedeutung für das innenpolitische Leben im Reichsgebiet ist. Es handelt sich um die Klage des Landes Preußen gegen das Reich wegen Einsetzung des Reichskommissars. Den Verhandlungsvorsitz führt Reichsgerichtspräsident Dr. Sumte. Hauptberichterstatter des Reichsgerichts ist der Reichsgerichtsrat Schmitz. Im übrigen besteht der Gerichtshof noch aus weiteren zwei Reichsgerichtsräten und aus je einem Oberlandesgerichtsrat aus Berlin, aus Dresden und aus München.
Die preußischen Staatsminister des Kabinetts Braun entsenden vier Vertreter, nämlich die Ministe- rialdirekwren Dr. Brecht und Dr. Badt sowie die Staatsrechtler Professor Anschütz-Heidelberg und Pro- essor Giese-Frankfurt/M. Das Reich wird durch fünf Sachwalter vertreten fein, nämlich durch den Ministerialdirektor Gottheiner und Ministerialrat Hoche vom Reichsinnenmiuisterium sowie durch die Professoren C. Schmitt (Berliner Handelshochschule), Bilfinger- Halle und Jacobi-Leipzig. Die Zentrumsfraktion des Preußischen Landtages, die sich der Klage gegen das Reich als Regierungspartei des Kabinetts Braun angeschloffen hat, läßt sich durch Professor Peters- Berlin, die Sozialdemokratische Landtagsfraktion durch Professor Heller-Frankfurt/M. bertreten.
Verbunden mit der Klage Preußens und der Parteien find die Klagen von Baden und Bayern, in denen beantragt wird, zu entscheiden, daß unabhängig von den einzelnen strittigen tatsächlichen Umstände« allgemein die Absetzung von Ministern, die Ein-
J,-ben itnb.vk#» " ze bot allem durch die Reise der, §ffvn- tingentiecungstommission nach dem Haag, nach Rom usw. aus gelöst wurden.
Die Gegensätze, die fich in diesen wichtigen Fragen zwischen dem Ernährungsminister v. B r a u n einerseits und dem Finanzministerium, dem Wirtschaftsministerium und dem Aus - wärtigen Amt andererseits herausgebildet haben, weil von diesen Refforts ganz verschiedene Interessen- standpunkte eingenommen werden, haben an der Berliner Börse gestern zu Gerüchte« über den angeblichen Rücktritt des Ernährungsministers v. Braun geführt. Diese Gerüchte sind selbstverständlich sofort dementiert worden, aber die Tatsache der Meinungsverschiedenheiten läßt fich damit noch nicht aus der Welt schaffen.
In diesem Zusammenhänge verzeichnet der „Vorwärts" heute bereits die Behauptung, daß der pom- mersche Rittergutsbesitzer v. Knebel als Nachfolger des jetzigen Ernährungsministers v. Braun in Frage komme, wobei er betont, daß Knebel diplomatischere Formen als der gegenwärtige Ernährungsminister Braun besitze. Es scheint sich bei diesen Behauptungen des sozialdemokratischen Blattes zunächst um einen Versuchsballon zu handeln, der vielleicht dementiert werden wird, der aber für die verschiedenen | vorhandenen Verstimmungen auf wirtschaftspolitischem Gebiete immerhin charakteristisch ist.
Norman Davis bei Herriot
Paris, 8. Oktober.
Zu der gestrigen Unterredung des amerikanischen Vertreters auf der Abrüstungskonferenz, Norman Davis, mit dem Ministerpräsidenten Herriot, schreibt die Pariser Ausgabe des Neuyorker .Lerald", Davis habe den Wunsch Washingtons, die Abrüstungskonferenz möge nun endlich greifbare Fortschritte zeitigen, zum Ausdruck gebracht. Weiter habe er erklärt, Washington stehe jeder Bemühung in dieser Richtung wohlwollend gegenüber. Herriot habe in der Besprechung seinen ernsten Willen bekundet, das Abrüstungswerk ju fördern. Er sei bereit, jeden positiven Vorschlag in Erwägung zu Ziehen.
Die Pariser Presse ist nicht in der Lage, Einzelheiten über die gestrigen Unterredungen zu bringen. Sie sucht aber den allgemeinen Eindruck dahin zu charakterisieren, daß die in letzter Zeit zutage getretene Tendenz einer französisch-amerikanischen Annäherung bei der jetzigen Unterredung sich erneut gezeigt und sogar verstärkt habe. Da alle Blätter diese Feststellung machen, darf man annehmen, daß die Presse am Quai d'Orsay in dieser Richtung informiert worden ist.
Schon die
Gegenüberstellung führender Staatsrechtler, von denen die Anfchütz-Gruppe die bisher herrschend« Mehrheitsmeinung in den wissenschaftlichen Untersuchungen über die Auslegung der Weimarer Verfassung verkörpert, zeigt, daß es sich bei dem Leipziger Prozeß um GrundfragendesSta atsrechts handelt, deren Beantwortung für die politische Weiterentwicklung in Deutschland von wesentlicher Bedeutung ist.
Die Verhandlung dürste fich mindestens bis Mittwoch hinziehen, während die Entscheidung des Staatsgerichtshofes einige Tage später bekanntgegeben werden wird. Preußen beantragt außer den bei den badischen und bayerischen Anträgen erwähnten grundsätzlichen Feststellungen auch die Feststellung, daß das tatsächliche Vorgehen gegen das Kabinett Braun, die Einsetzung des Reichskommiffars usw mit der Verfassung nicht in Einklang stehe. Das Reich verlangt die Zurückweisung dieser Anträge.
Kürzlich haben sich auch die acht preußischen S t a a t s m i n i st e r des Kabinetts Braun persönlich der Klage gegen das Reich angeschlossen, ohne daß bisher gewiß ist, ob sie in Leipzig erscheinen werden. Tie persönliche Klage hielt man wohl für erforderlich, weil im Falle einer inzwischen etwa erfolgenden Neubildung der preußischen Staatsregierung diese neue Regierung diese ganze Klage zurückziehen könnte In einem solchen Fall würde das Verfahren durch die Minister persönlich fortgesetzt werden
th. Berlin, 8. Oktober.
Di« deutsche Autwort auf die englische Einladung z« der Londoner Konferenz wird voraussichtlich heute veröffentlicht werden, da man annimmt, daß die Einladung heute in die Hände der englischen Regierung gelangt sein wird. Sie ist gestern dem englischen Geschäftsträger in Berlin Wergebe« worden, der das Schriftstück durch Flugpost nach London weiter gesandt hat. Ucbcr den Inhalt dieser deutschen Antwort wurde bereits berichtet, daß die Reichsregierung ihre grundsätzliche Bereitwilligkeit zur Beteiligung an einer derartige» Konferenz ausgesprochen, aber sie mit gewisse« Erwartungen verknüpft hat, die sich auf die bekannten deutschen Forderungen nach Gleichberechtigung beziehen.
Diese Mitteilung des Reichskabinetts dürfte vor allem auf die Ueberlegung zurückzuführen sein, daß andernfalls, besonders in Paris, sofort wieder der Versuch gemacht worden wäre, die deutsche Regierung als den allein schuldigen Teil am eventuellen Scheitern der Konferenz hinzustellen. Auch nach der bedingten deutschen Zusage ist es natürlich noch keineswegs sicher, daß die Londoner Konferenz überhaupt zustandekommt. Auch in den anderen Hauptstädten liegen gewisse Bedenke« vor, und es mich nunmehr natürlich auf diplomatischem Wege erst eine Klärung der verschiedenen Voraussetzungen erzielt werden, unter denen man sich in London an den Beratungstisch setzen könnte. In maßgebenden Berliner Kreisen ist man sogar der Ansicht, daß die Wahrscheinlichkeit für das Zustandekommen der Konferenz heute beinahe noch als geringer beurteilt werden müsse, als die Möglichkeit einer reibungslosen Durchführung des vom englischen Ministerpräsidenten vor geschlagenen Planes.
Immerhin ist jedenfalls durch die Stellungnahme der deutschen Regierung erreicht, daß nunmehr vor allem die Franzosen sich in die unbequeme Lage versetzt sehen, ihrerseits zu dem Konferenzplan und zu den deutschen Gleichberechtigungsforderungen offen Farbe bekennen zu müssen. Daß durch die notwendigen diplomatischen Vorbereitungen noch ziemlich viel Zeit in Anspruch genommen wird, darüber kann kein Zweifel bestehen, und der Termin der Konferenz ist daher vollkommen ungewiß. Es ist auch mit der Möglichkeit zu rechnen, daß die Konferenz von London überhaupt ausfällt und daß die Bemühungen, die weiteren Verhandlungen der Genfer Abrüstungskonferenz wieder in Gang zu bringen, auf dem üblichen diplomatischen Wege vorgenommen werden müssen.
Jedenfalls ist man auch an Berliner maßgebender Stelle trotz der in Genf bisher zu verzeichnenden Mißerfolge der Meinung, daß die Bedeutung der Fortführung der Abrüstungskonferenz — immer unter der Voraussetzung einer Anerkennung unserer Forderungen — nicht verkannt werden darf.