Kasseler Tageblatt Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
Nr. 236»
Freitag, 7. Oktober 1932
22 Jahrgang
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Kasseler Neueste Nachrichten
Die Wege der Siedlungspolitik
Eine Rede des NeichsernährungsminisLers in Breslau / Der englische Konferenzplan noch nicht aufgegeben?
Französische Quertreibereien?
(Eigener Drahtbericht).
Siedlung ist Bauernbewegung
Do» unserer Berliner Schriftleitung.
Breslau, 7. Oktober.
Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Freiherr von Braun, spricht heute auf dem Berbandstag des Provinzialverbandes niederschlefi scher ländlicher Genossenschaften (Raiffeisen). In seiner Rede geht der Minister vor allem auf die Sieo- lungsfragen, die Osthilfe und die Genoffenschaftshilfe ein. Zur
Siedlungsfrage
führte Freiherr von Braun u. a. folgendes aus: Unbedingte Voraussetzung für jede vernünftige Siedlung sei die Rentabilität der Landwirtschaft. Fehlt diese Voraussetzung, so gibt man den Siedlern Steine statt Brot. Wie brauchen den Bauern aus wirtschaftlichen und sozialen Gründen. Wir braucheU den zähen, an seiner Scholle hängenden Bauern, aber vor allem als Bollwerkgegenden östlichenAnsturm.
Die Reichsregierung ist sich dieser Verantwortung voll bewußt und hat — wie bekannt — über die im Rahmen des Reichsetats ausgeworfenen 50 Millionen hinaus weitere 50 Millionen RM. für Siedlungszwecke bereitgestellt. Die ersteren 50 Millionen sind zur Fortführung und Beendigung lausender Siedlungsverfahren vorgesehen, die weiteren 50 Millionen gelten der Ausdehnung des ländlichen Siedlungs- Wesens in verstärkiem Tempo. Siedlung ist eine Arbeit auf lange Sicht; sie bedarf der Geduld. Was ist in der letzten Zeit auf diesem Gebiet geschehen? Vom Januar ds. Js. bis zum 30. September sind von der Deutschen Siedlungsbank Siedlungskredite in Höhe von rund 65 Mill. RM. ausgezahlt worden. Auf die gleiche Zeit des Vohrjahres entfallen rund 61^ Millionen. Im ganzen Jahr 19.31 sind 81,9 Millionen ausgezahlt. Insbesondere wird auch am zahlenmäßigen Siedlungserfolg klar, daß
von einem Stillstand in der Siedlung nicht gesprochen werden kann.
In der Zeit vom 1. Januar bis 31. Mai 1932 wurden 35 000 Hektar für die Siedlung bestimmten Landes angekauft und auf ihnen 3 575 Siedlerstellen geschaffen, vom 1. 6. bis 30. 9. sind 29 400 ha. angekauft, mit 2665 Stellen. Nur ein Fünftel dieser Fläche, etwa 2700 Hektar entfällt auf Anliegersiedlungen. Das Ergebnis bis zum 30. September zeigt bei Vergleich der Zahlen mit denen des vergangenen Jahres keinen Rückschritt, sondern eine Beschleunigung der Siedlung. Dieser Erfolg ist erzielt worden, obwohl mit Schwierigkeiten gekämpft werden mußte, die in der Vergangenheit nicht bestanden. Die Reichsre gierung sah sich vor die Aufgabe gestellt, zahllose alte Siedlungsobjekte, die in Preußen in Angriff genommen waren, ohne daß ihre Finanzierung sichergestellt war. zu übernehmen. Für üher tausend Stellen mußte vom Reich der ganze Siedlungskredit beschafft werden. Das allein bedeutete einen Bedarf an Mitteln von ca. 20 Millionen RM.
Bei der Weiterführung der landwirtschaftlichen Siedlung werden eine gewisse Rolle die Güter spielen, die aus dem Sicherungsverfahren entlassen werden müssen. Zur Zeit werden die Vorbereitungen getroffen, die hiervon zur Siedlung geeigneten. Güter aufzusiedeln. Als Leitsatz wird hierbei gelten, daß wirklich
lebensfähige und krisenfeste Bauernstellen geschaffen
werden. Die Größe der auszulegenden Stellen wird keinesfalls schematisch festgelegt werden dürfen. Eine besondere Förderung der Anliegersiedlung ist vorgesehen, sodaß zu kleine Bauernstellen auf die Größe selbständiger Bauernstellen gebracht werden. In diesem Zusammenhang scheint es mir wichtig, auf die außerordentliche Bedeutung der Siedlerauswahl und der Wirtschaftsberatung der Siedler hinzuweisen. Als Siedler kommen in erster Linie solche Menschen in Frage, die innerlich noch engste Beziehungen zum Lande haben und neben gründlichen landwirtschaftlichen Kenntnissen die Eigenschaften eines echten Kolonisawrs, Zähigkeit und Ausdauer, Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit, Liebe zum Vaterland und zur Scholle besitzen. Die Siedlungsbewegung ist in erster Linie eine Bauernbewegung und wird Impulse daher auch vom Bauern.um erhalten müssen. Für die bereits angesetzten Siedler wird eine planmäßige Wirtschaftsberatung in den ersten Wirtschaftsperioden bei den Schwierigkeiten eine wertvolle Hilfe sein.
Um die Möglichkeit der Siedlung ganz auszuschöpfen, sind mit dem Preußischen Domänen fi.skus Verhandlungen eingeleitet über ein: Vereinbarung, nach der der Domänenfiskus besiedlungsfähige Domänen zur Siedlung hergibt.
Nicht nur die Wetterführung des Siedlungswerks liegt der Reichsregierung am Herzen, sondern auch die Sorge, für die in der Vergangenheit seit der Inflation angesetzten Siedler. Unter Berücksichtigung der Wirtschaftslage der Landwirtschaft und der allgemeinen Konjunkturverschlechterung hat die Reichsregierung in Aussicht genommen, die
Jahresleistungen der Siedler ab L Juli für die nächsten zwei Jahre von 5 aus 3^ v. H. zu ermäßigen
ungeachtet dessen, daß auch hieraus wieder der Reichs- kasse Ausfälle von mehreren Millionen Reichsmark entstehen.
Eine wichtige Aufgabe, welche die Reichsregierung in diesem Winter zu erfüllen hat, wird die Neuorganisierung des Siedlungswesens sein. Dadurch, daß die Finanzlage des Landes Preußen diesem in Zukunft nicht mehr gestattet, Mittel für die landwirtschaftliche Siedlung bereitzustellen, und die gesamte Finanzierung auf das Reich übergegangen ist, ist eine entsprechende Umgestaltung der Siedlungsorganisation notwendig.
Zur Frage der Reorganisation der
Kredite im Genoffenschaftswege
habe ich bereits in München erklärt, daß die Reichsregierung beschlossen habe, sich an der Vereinigung des Abschreibungsbedarfs bei den landwirtschaftlichen Genossenschaften, der infolge des wirtschaftlichen Rückgangs entstanden ist, ausschlaggebend zu beteiligen. Die Verhandlungen über die Durchführung der Aktion sind inzwischen kräfti vorwärtsgetrieben worden und werden in den nächsten Tagen, wie ich hoffe, zum Abschluß gebracht werden können. Damit verbunden ist die Reorganisation der Preußenkasse, unter Sicherung des maßgeblichen Einflusses des Reiches. *■
Osthilfe
Die Entwicklung der Osthilfe hat — das spreche ich ganz offen aus — keinen allgemein befriedigenden Verlauf genommen. Die Reichs- reg-erung hat Mittel und Wege gesucht, um zunächst einen schnelleren Fortgang und eine Erleichterung der Verhandlungen mit den Gläubigern innerhalb cs einzelnen Entschuldungsverfahrens zu erreichen. S'e beabsichtigt, im Zusammenhang mit einer Gesamt- sanierung der ländlichen Genossenschaften die Forderungen der Genossenschaften an zu entschuldende Betriebe des Osthilfegebiets durch une Puschalsumme abzulösen.
Die Reichsregierung beabsichtigt ferner, entsprechend den ständig geäußerten Wünschen der Gläubi- gerschaft. die baren Entschuldungsmittel wesentlich zu erhöben.
Endlich wird sich auch die von der Reichsregierung verordnete Zinssenkung günstig auswirken. Auf Grund der drei vorstehend erörterten wichtigen Maßnahmen kann eine erhebliche Beschleunigung
in der Durchführung der Entschuldungsverfahren sowie eine wesentliche Besserstellung der einzelnen Gläubiger der Landwirte erwartet werden.
Bedenken gegen den Gereke-Plan
th. Berlin, 7. Oktober.
Für die heutige Kabinettssitzung war ursprünglich in Aussicht genommen, den sogenannten Gereke- plan zu beraten und ihn teilweise in das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Regierung aufzunehmen. Allerdings ist es wieder fraglich geworden, ob das Kabinett heute diesen wichtigen Gegenstand bereits abschließend behandel» wird, da von verschiedenen Seiten in wachsendem Maße Kritik und Bedenken gegen den Gerekeplan vorgebracht worden sind. Wenn das Kabinett in nächster Zeit zu einer Beschlußfassung über diesen Plan gelangt, so wird es seine Durchführung wahrscheinlich in einem ziemlich engen finanziellen Rahmen versuchen und statt der 500 Millionen, die Gereke selbst als ersten Abschnitt seines Milliarden-Projektes ansprach, würden vorläufig wohl nur Aufträge im Gesamtbeträge von rund 150 Millionen Mark iu Betracht kommen.
Es steht jedoch noch aus, zu welcher Zeit das Kabinett über diese wichtige Angelegenheit Beschluß fassen wird. Heute wird es sich — von der Außenpolitik abgesehen — im wesentlichen um die Frage der fubtteutioKietten Betriebe handeln.
th. Berlin, 7. Oktober.
Der Meinungsaustausch über die von Macdonald vorgeschlagene Londoner Konferenz, deren Zustandekommen am Mittwoch in der Wilhelmstratze endgültig bezweifelt wurde, hat gestern eine merk- würdige Wendung genommen, aus der man den Schluß ziehen mutz, datz die vorherigen Aeutze- rungen von matzgebender englischer Seite über das voraussichtliche Scheitern der Konferenz zum mindesten verfrüht gewesen sind. Da das Reichskabinett heute eine Sitzung abhalten will, in der neben wirt- schafts- und innerpolitischen Fragen auch die autzen- politische Lage und die englische Einladung besprochen werden sollten, so Hai der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Bülow gestern den englischen Geschäftsträger, der ihm am Dienstag die Einladung überbracht hatte, noch einmal zu sich gebeten und ihn gefragt, ob diese Einladung aufrechterhalten bleibt oder ob angesichts der aus London und Paris vorliegenden Mitteilungen mit einer Zurückziehung zu rechnen sei, sodatz das Kabinett sich heute mit dieser Angelegenheit garnicht zu beschäftigen brauche.
De- englische Geschäftsträger hat erklärt, es sei ihm »an einer Aenderunginder Haltung der englischen Regierung nichts bekannt. Im übrigen werde er sich noch einmal er- kundigen. Diese Aentzerung des englischen Geschäftsträgers hat in Berlin den Eindruck erweckt, daß die englische Regierung den Plan einer Konferenz, entgegen den vorherigen Meldungen, noch aufrecht
erhält. Damit ist freilich nicht gesagt, daß die Konferenz in London auch wirklich zustande kommt, man hält es vielmehr für wahrscheinlich, daß mindestens der ursprüngliche Plan, in der nächsten Woche in London zusammenzutreffeu, nicht durchgesührt werden tonn.
An den Voraussetzungen der deutschen Regierung für die Beteiligung an einer derartigen Konferenz hat sich selbstverständlich nichts geändert. Es muß angesichts dieser sonderbaren Entwicklung des Gedankenaustausches über eine derartige Zusammenkunft noch bemerkt werden, datz hier anscheinend französische Quertreibereien im Spiele sind, die durch eine künstliche Verwirrung der Situation offenbar eine vorzeitige deutsche Absage und damit die Möglichkeit erreichen sollten, die Schuld am Scheitern der Londoner Konferenz einseitig aus Deutschland abzuwälzen. Derartigen Machenschaften mutz, falls die Diskussion über die Londoner Konferenz sich weiter fortsetzen sollte, entschiede» entgegengetreten werde«.
In einer vom Reuterschen Büro um Mitternacht ausgegebenen Meldung heißt es, von zuständiger Seite werde zu dem Plan einer Vierer-Konferenz mitgeteilt, datz die britische Regierung ihre Besprechungen mit den anderen Mächten sortsetze und vorbehaltlos an ihrer Absicht festhalle, eine Zusammenkunft herbeizuführen, sobald eine solche zu- standegebracht werde« könnte.
Der Herrenklub
Das Wort „Herrenklub" ift heute ,« einer viel- gebrauchte« Vokabel le der voiitrsLeu Diskussion geworden, ohne Lab sich aber mit biefent Begrttf fcft= «ntrificne Vorstellungen verbände«. Die folgenden Ausstthruagen versuchen nntt einmal, ein zuverlässiges Bild vom & eien und von der Bedeutung dieser Bereiuignng zu geb««.
Ein ehrwürdiges, geräumig vornehmes Patrizier p a 1 a i s in der zur Friedrich-Ebert-Stratze um- getauften ehemaligen Königgrätzerstratze. Unweit Ecke Voß-Straße, nur wenige Schritte entfernt von dem altmodisch gemütlichen Hause der Frau von Bülow geb. v. Martins, in dem lange Zeit der Klub Kur- mark der Deutschen Adelsgenoffenschaft fein Heim hatte.
In dem Palais der Friedrich-Ebertstraße waren in den Zeiten des Großadmirals von Tirpitz Abteilungen des Reichsmarinesekretariats untergebracht. Heute beherbergt dies Hans fast ausschließlich Vereinigungen wie den Herrenklub und das sogenannie Gardekavalleriekasino. Schon der Umstand, datz diese beiden Gesellschaften engste Beziehungen zueinander unterhalten und daß eine ganze Reihe der etwa 500 Mitglieder des Herrenklubs auch dem Gardekavalleriekasino angehört, sagt einiges über das Wesen jenes Klubs aus, der, seit Herr von Papen zum Reichskanzler berufen worden ist, die deutsche Oessenllichkett ausgiebig beschäftigt.
Was hat der Herrenklub in Wirklichkeit zu bedeuten? Herr Heinrich von Gleichen (der freiherrlichen FamUie von Gleichen-Rnswurm, deren Sproß einst Schillers Tochter sich vermählt, nur entfernt verwandt), wurde während des Krieges als Reserveoffizier des Regiments Jäger zu Pferde im stellvertretenden Großen Generalstab für kriegswirtschaftliche Arbeiten verwandt, nachdem er sich im Felde ein Herzleiden geholt hatte. Gleichen besaß starken politischen Ehrgeiz, der ihn bald mit den einflußreichen Kreisen zusammenführte, die damals um Falkenhayn und Tirpitz herum vergeblich gegen den schwächlichen Bethmann-Holweg polemisierten.
Ich entsinne mich aus jener Zeit noch einer amüsanten Episode. In einer während des Krieges heimlich verbreiteten Korrespondenz griffen äußerst temperamentvoll geschriebene Briefe, die mit Junius gezeichnet waren, den Reichskanzler recht bösartig an. Ein hoher Beamter der Reichskanzlei, der offenbar nicht dahinter kommen konnte, daß sich unter dem Pseudonym der Generallandschaftsdirektor Kapp barg fragte in einer Gesellschaft die alte Exzellenz von Harnack: „Wer ist Junius?" Harnack hatte keine Ahnung, daß man an ihn nicht als den weltberühmten Gelehrten appellierte, sondern mit seiner Hilfe das Pseudonym des unbequemen Angreifers lüften wollte und gab die absolut zutreffende Antwort, daß die sogenannten Juninsbriefe von Arnold Rüge geschrieben worden seien, vergaß aber hinzuzufügen, daß dies im Jahre 1848 der Fall gewesen. Ma« forschte Herrn Rüge in einem ganz harmlosen Heidelberger Privat- dozenten aus, der ein Enkel des berühmten Achtundvierzigers War. Zu seiner großen Bestürzung wurde er eines Tages kurzerhand verhaftet. Die Sünden der
Väter wurden an Sen Enkeln gerächt. Natürlich -mußte er, nachdem sich die wahre Sachlage herausgestellt hatte, binnen weniger Stunden wieder sreige- laffen werden. Daß Herr Kapp der gesuchte Deli- quent war, blieb bis zum heutigen Tage verborgen.
Unmittelbar nach dem Kriege suchte Herr v. Gleichen, unterstützt von dem spätere« Dr. Stabiler, einen Kreis von prominente« Persönlichkeiten um sich zu sammeln, die in den Tagen des wildesten Trubels der gemeinsame Wille einigte, ihr Vaterland vor dem Bolschewismus zu bewahren. Diesem Kreis gehörten einige der ganz rechts orientierten Herren an, die heute noch Mitglieder des Herrenklubs sind, ferner eine Anzahl baltischer Barone, von denen man manche gleichfalls noch heute in den Räumen des Herrenklubs treffen kann, dann aber auch Zentrumsleute, prominente Gewerkschaftler, Demokraten der verschiedensten Färbungen. Für größere Veranstaltungen gab Robert Friedländer, der Verwalter des v. Friedländer-Fuldschen Erbes, seine herrlichen Räume in der Behrenstraße nahe der Wilhelmstratze her. Friedländer, durch ein schweres Leiden gelähmt, aber geistig überaus rege, ein feinsinniger und höchst kultivierter Mann, schrieb unter dem Pseudonym Prechtl viel beachtete Artikel, auch einige Dramen, begründete auch einige Zeitschriften, in welchen mancher ausgezeichnete Artikel die Beachtung der deutschen Intellektuellen erwarb. Es gab nichts Amüsanteres, als die Diskussionen, welche sich in dem Palais der Behrenstraße zwischen den heterogensten Elementen entspannen, aber alle darin einten, daß wie nach der verlorenen Schlacht bei Jena „Ruhe die erste Bürgerpflicht" sei und deshalb Friedrich Ebert und die Seinen unterstützt werden müßten.
Auf wesentlich verengerter Basis sammelte Heinrich v. Gleichen seine Getreuen bann später in seiner Wohnung in ber Potsbamer Priva.straße, wo auch em Mittagstisch und die Möglichkeit geschaffen wurde, sich am Abend bei einem bescheidenen Glase Bier zu treffen. Als die lose Vereinigung festere Formen annahm, konnte Herr v. Gleichen ein Büro in der Motzstraße mieten, wo er auch zunächst gemeinsam mit Dr. Stabiler seine Zeitschrift „Der Ring" herausgab, politische Diskussionsabende abhielt unb eine Art politischer Kurse einrichtete, bie ber Führerauskese bienen sollten unb für bie namhafte Politiker unb Gelehrte als Hauptredner gewonnen werden konnten. An den Vortrag schloß sich dann häufig eine fesselnde Diskussion an.
Die nächste Etappe, während derer der Herrenklub schon unter seinem heutigen Namen auf^rat, spielte sich in dem Palais am Pariser Platz 3a ab. Dieses Palais, unter Friedrich dem Großen erbaut, gehört einer zu Gunsten des L Garderegiments zu Fuß errichteten Stiftung, beten Nutznießer die Unteroffiziere der Traditionskompagnle des 1. Garderegiments zu Fuß waren, wenn das heute fast völlig leere Haus, in dem zeitweilig auch