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Sehe 2 1. Beilage

Kasseler Reueste Rachrichten

Sonnabend, I./Sonniag, 2. Oktober 1932

Neues aus Kassel Budenzauber" auf zwei Plätzen

Die Kasseler Messe beginnt

schk. Die Kasseler Messe hat die Berühmtheit ihrer grossen Schwester in Leipzig leider noch nicht er­langt. Sie will auch nicht mit Conney Island, dem Riesen-Vergnügungspark der Neuyorker, konkurrieren. Aber sie ist in jahrzehntelanger Tradition dem Kasse- laner eine angenehme Unterbrechung des Einerleis seines Eroßstadtdaseins geworden Auf dem Fried- richsplatz sind alle Buden schon rechtzeitig in Reih und Glied aufmarschiert, die bekanntenStrassen" sind wie­der da und zeigen die Auslagen der fahrenden Warenhäuser mit ihren Preiswundern Am.meisten aber drängt es alles zur Leisterschen Wiese hinunter, wo wieder ein kleiner Lunapark aus dem Boden ge­schossen ist. Am heutigen Sonntag wird er erstmalig seine bunten Pforten öffnen und die Wunder der Welt fahrender Leute erschliessen. Es ist für alle An­sprüche gesorgt: an Karussells, Luftschaukeln, Zauber­buden, Attraktionen der Internationalen Welt, Zuckerbuden und Wirtschaftszelten ist genügend vor­handen, um einen ganzen Abend und noch mehr dort unten in lustiger Abwechslung zu verbringen. Wenn der Wettergott, ausnahmsweise, einmal ein Auge zu­drückt und dieLeistersche" mit dem üblichenMetz- wetter verschont, dann wird für eine kurze Zeit der »Kasseler Lunapark' Ziel aller Schaulustigen werden.

Aktuelle Einzelhandelsfragen

Eine wichtige Versammlung in Kassel

Die Ortsgruppe Kassel des Landesverbandes des Lebensmittel-Einzelhandels von Hessen-Nassau und angrenzenden Gebieten e. V. (Rekiosei) hielt unter deni Vorsitz des Herrn Heinrich Böttger in den letzten Tagen eine Versammlung ab. Syndikus Dipl.-Kfm. Leihner referierte über die letzte Notverord­nung der Reichsregierung, mit der er sich kritisch befaßte. Als Ergebnis der Ausführungen kann zusamengefaßt werden, daß leider die mittel- ständische Wirtschaft und damit der Einzelhandel keine allzu grossen Erwartungen an die Auswirkungen der Notverordnung knüpfen könne.

Die Versammlung befaßte sich weiterhin mit der Krise der Konsumvereine. Es kann trotz aller Abschwächungsoersuche der Konsumvereine nicht länger verheimlicht werden, daß sie sich, insbesondere die größeren, in einer außerordentlich kritischen Lage befinden. Es sei aber außerordentlich bedauerlich, daß die Regierung Papen die vecfehlie Erpansions- potitik der Konsumvereine jetzt noch nachtrüallch durch die Gewährung von Bürgschaften billige. Erst seien bunderttausende von selbständigen mittleren und klei­nen Existenzen vernichte worden und hmterher, wo die Konsumvereine das Opfer ihrir eigenen verfehl­ten Pol fit tu werden drohen, greife der Staat ein, und verstärke durch seine Stützungsaktion die Position

der Konsumvereine im Wettbewerb mit dem Einzel­handel.

Die Versammlung wandte sich ferner gegen die von dem Provinztal-Gastwirte-Verband von Hessen- Nassau erhobene Forderung auf Einführung der Fla­schenbier-Konzession und der Konzession-sperre für den Kleinhandel mit Spirituosen. Der Verkauf von Spirituosen und von Flaschenbier in den Lebens­mittelgeschäften sei nun einmal eine Selbstverständ­lichkeit. Es werde nicht verstanden, weshalv die Gastwirte für sich das Monopol für den Verkauf der­artiger Getränke beanspruchen.

Mit besonderem Nachdruck wurde darauf hinge­wiesen, daß auch im Jahre 1932 der Rückgang der Lebensmittel-Preise angehalten habe. Während der Lebenshaltungsindex am 1. 1. 30 auf 153,8 stand, war er bis zum 1. 1. 1931 auf 133,5, bis zum 1. 1. 1932 auf 119,9 zurttckgeaangen. Am 31. 7. 1932 be­trug er 113.8 Prozent. Der Rückgang vom 1. 1. 1932 bis 31. 7. 1932 beträgt mithin 6 Prozent.

In seinen Schlußworten forderte der Vorsitzende dazu auf, trotz aller Nöte den Mut nicht zu ver­lieren, sondern daran tu glauben, da« aus dem Zu­sammenbruch der deutschen Wirtschaft sich auch wieder neues Leben entwickeln wird.

KeinGeldfürdastzandwerk?

Die Stadt soll Rechnungen erst in zweiter Linie zahlen

Aus Anregung der Stadtverordnetengruppe der Deutschen Volkspartei hat die Arbeitsgemeinschaft der Mitte folgenden Antrag zur Tagesordnung der näch­sten Stadlverordnetensitzung gestellt:

Nach der Verfügung des Herrn Oberbü rger­meisters sind Zahlungen der städtischen Verwaltung für die Folge nur für den sogenannten A-Bedars zu leisten, zu welchem vorwiegend die Gehälter und Löhne der städtischen Beamten und Arbeiter und die Wohlfahrtslasten gehören.

Handwerkerrechnungen und Rechnun- nungen für alle anderen Leistungen sol­len nicht zur Auszahlung kommen.

Wir beantragen: Der Magistrat wird ersucht, bei den Kommunal-Aufsichtsbebörden vorstellig zu werden, daß alle Handwerkerrechnungen, die doch vorwiegend auch nur Lohnforderungen sind, für die Folge unbedingt als zu dem A-Bcdarf gehörend, angesehen werden und auf dem schnellsten Wege zur Auszahlung gelangen.

Quer über den Wochenmarkt

Da sprach der Marabu, der weise Marabu oder ist es nur ein ganz simpler, aber nicht minder weiser Storch? gehst Du zum Markt, mein Kind, so hab' es immer mit der Ruh'. Denn bist Du auch schlau, die anderen sind noch schlauer. Der Huhn- oder Eans- kauf erfordert Geduld und Ausdauer, sonst hippt das Tier Dir vor lauter zähem llebermut vom Teller in den Schoß. Die Butter muß mit Kennerzunge ge­schmeckt werden, um den.Stich" rechtzeitig zu parie­ren, ehe er die Zunge rehellisch und die Stirn des Teuren kraus macht.

Und langt es nicht zu einem Flitz Rindfleisch in die Suppe, ein gutes Knöksken tut es auch, so man mit indianischem Späherauge die richtige Sorte dem Herrn Schlachter aus seinen Beständen herauslockt.

Einkäufen ist eine Kunst, die gelernt und verstan­den sein will. Mancher lernt es spielend, mancher nie. Ein Drittel Verstand, ein Drittel Interesse am

häuslichen Kochtopf und ein Drittel guter Willen ge­hören dazu. Und wenn auch die Jungfrau von heute, sportgewandt, mit kluger Klugheit bis zum Rande ge­füllt, bis in die Fingerspitzen modern und über den kleinlichen Dingen des Lebens, so man Küche und Kochherd zu bezeichnen beliebt, stehend, erhaben ist über die Mitschwestern mit dem engen Horizont: ver­achtet mir die Hausfrau nicht und ehret ihre Kunst!

Dieweil die Liebe des Mannes erprobtermaßen über das sparsame Portemonnaie durch den kritischen Magen geht. Dieweil man trotz aller Patentheit man­gels praktischer hausfraulicher Tugenden leicht auf seinem Stühlchen fltzenbleiben kann. Und dieweil das Heimchen am Herd" wieder in Kurs kommt, weil ein richtiger Mann an sich selbst zuerst denkt!

*

Dnrchfchnittsnotieruuaeu im Kleinhandel. Weiftkobl 48, Wirsingkohl 68, Rotkohl 610, Rosenkohl 2630, Schwarz­wurzeln 2530, Rote Rüben 1012, Zwiebeln 810, Möh­ren 1012, Spinat 1015, Nüßchen 6080, Sellerie 2025, Porree 2022, Meerrettich 2540, Unterkohlrabi 810, Oberkohlrabi 1012, Stangenbohnen 3036, Puffbohnen 18

Es kann angeknrderL werden:

Die Möglichkeit einer 4 Mill.-Anleihe für Kassel

E :: Praktische Vorschläge zur Verringerung der Erwerbslo enziffer

gl. Nach den ausführlichen Auslassungen des Ober­bürgermeisters und des Finanzdezernenten und nach der Kritik derÄ. N. N." an dem nur in furcht­barster Notzeit zu verantwortenden Skelett eines Etats sst unseren Lesern der Haushaltsplan des Jah­res des Unheils 1932 keine Illusion mehr. Unter­stützungen, Gehälter, was darüber ist, das ist vom Level.

Daran werden auch die verehrlichen Par­teien des Rathauses wenig ändern, die am Mittwoch die Etatsberatung angesetzt haben. Sie werden be­dauern, daß das so ist wir tun das auch, man wird je nach Windrichtung bald die Regierung, bald die verehrlichen Gegner und bald den bösen Magi­strat als schwarzen Mann malen, ändern wird das alles nichts. Auch die schönsten Beschlüsse sind eitel Dunst und Rauch, wenn dahinter kein zahlungskräf­tige» Portemonnaie steht. Und wie überhaupt mit Willensäußerungen unserer Stadtväter umgesprungen wird, haben diese seit Jahr und Tag mehrfach zu spü­ren die leidige Gelegenheit gehabt.

Trotzdem wird man die Gelegenheit, mitten im Wahlkampf sich seinen Kummer von der Leber und dem andern ins Gesicht zu schreien, nicht entgehen lassen. Infolgedessen messen wir dem Rest der Tages­ordnung für die Mittwochsitzung eine nur theoretische Bedeutung bei und nehmen an, daß am folgenden Tage oder in der darauf folgenden Woche eine neue Sitzung sich damit zu befassen haben wird. Einer der wichtigsten Posten ist

Bewilligung von 82 700 Mark

zur Ausführung von Arbeiten im Wege des freiwil­ligen Arbeitsdienstes. Wir sind bescheiden geworden, die Zeiten sind vorbei, in denen man mit den Hun­derttausenden nur so herumwarf und der Weizen der Aichitekten und tausend fleißiger Handwerker blühte. Heute werden alle Projekte zusammengekratzt, bei denen es weniger aus Materialkosten als auf Arbeits­leistung ankommt. Denn Leute, die Arbeit suchen, haben wir mehr als genug. Aus den Arbeiten er­wähnen wir:

Zur Ausführung von Arbeiten im Wege des Frei­willigen Arbeitsdienstes sind im Haushaltsplan 1932/33 150 000 RM. zur Verfügung gestellt worden. Aus diesem Titel sind bisher nachstehende Arbeiten finanziert worden: Herstellung eines Sandfanges vor der Kläranlage, Wasserleitungsgräben in der Eichwald- siedlung, Zuweg zur Stadtrandsiedlung Süsterfeld unter den drei Eisenbahnbrücken, Iugendsportanlage im Quellhoftal, Jugendspielwiese östlich des Hegels-

, , 1

berges und Erdarbeiten auf dem Sportplatz vor der Fasanenhofschule für insgesamt 12 200 RM. Darüber hinaus wurden noch Kosten ausgewendet, um die Ar­beitsdienstwilligen mit entsprechender Arbeitskleidung zu versehen. Zur weiteren Ausführung stehen zur Zeit noch rd. 135 000 RM. zur Verfügung.

Der Magistrat hält es für seine Pflicht, der Stadt­verordnetenversammlung weitere Arbeiten namhaft zu machen.

Selbstverständlich darf sich das Interesse der Stadt­verwaltung nicht nur den jugendlichen Arbeitslosen zuwenden, sondern die Stadt hat auch fürderhin die Verpflichtung, namentlich den

verheiratete« älteren und kinderreichen Arbeitslosen

gegenüber für Beschaffung von Arbeit zu sorgen.

Sofern die eine oder die andere Arbeit hei der Auf­sichtsbehörde keine Zustimmung finden sollte, ist beab­sichtigt, diese mit Wohlfahrtsunterstützungsempfängern auszuführen. Geeignete Arbeiten sind Ausbau der in der Eichwaldstedlung gelegenen Gecksbergstratze in halber Breite (Zuschuß 4150 RM.), Entwässerung und Regulierung des westlich der Rasenallee gelegenen städtischen Geländes (6000 RM), Beseitigung der Hochwasserschäden am Losse- und Fuldaufer (9300 RM.), Regulierung des Wahlebaches an der Kreuzung Leipziger Straße (3200 RM.), restliche Ausbauarbei­ten auf dem Auedamm (25 200 RM.), Herstellung von Verbindungswegen in verschiedenen Stadtteilen (Otto-, Schanzen-, Simmershäuser- und Fürstenstraße) 8600 RM ), Räumungsarbeiten in Bachläufen (Ahna, Druselbach) (2300 RM.), Herstellung einer Fahrstraße zwischen der Naumburger Bahn und dem Ziegelweg (3200 RM), Fuhrleistungen zur Heranschaffung der Baustoffe Beschaffung von Geräten und Stellung von Aufsicht für die bereits im Gange befindlichen Maß­nahmen und zur Fortführung dieser Arbeiten als weiterer Bauabschnitt (13 000 RM.).

Das Eartenamt schlägt vor: Herrichtung einer Grünfläche auf einem Schuttgelände an der Eeneral- Schefferstraße (Zuschuß 1500 RM.), Instandsetzung einer brachliegenden Fläche zwischen Meysenbugschule und Wilhelmshöher Allee und Anlage von 36 Klein­gärten (3324 RM.), Reinigung und Kultivierung von Flechtweideanlagen, Beseitigung des Unkrautes, Locke­rung des Bodens und Anpflanzungen (1300 RM ), Anlage eines Wanderweges am Druselbach (1593 RM.), insgesamt also 82 700 RM.

Nun wollen wir aber auch hoffen, dass dies ge­messen au der großen Not kleine Objekt nicht an

Widrigkeiten der Kassenlage scheitert.

Ein hübscher Brocken ist die

Nachbewilligung von einer Viertelmillion als Zinsen für kurzfristige Kredite.

Das ist die Folge der Diskontpolitik der Reichsbank. Wegen der Erhöhung des Diskonts mußte die Stadt weit höhere Zinsen als vorgesehen bezahlen; außerdem mußte sie einen erheblichen Betrag für Verzugszinsen für verspätet abgelieferte Staatssteuern, Dezirkssteuern und Darlehen opfern; letzteres machte 100 000 Mark aus.

Da geht also wieder eine Viertelmillion den Weg alles Irdischen und es läßt sich nichts dagegen tun. Wenn wir sie nur wenigstens flüssig hätten, aber da liegt der Hase im Pfeffer. Die Verzinsung unseres Defizits ruft eben nur ein neues Defizit hervor, das seinerseits eines Tages wieder mit Verzugszinsen be­lastet zu werden verspricht. Nette Aussichten . . .

Gegen dies Viertelmilliönchen sieht die Nachbewil- liguna von reichlich 17 000 Mark für Bürokosten des Wohlfahrtsamts minimal aus. Ueber diese Nachfor­derung kann man sich gewiß angesichts des Massenan­sturms auf das Wohlfahrtsamt keineswegs wundern. Daß mit größter Sparsamkeit gewirtschaftet worden ist, wollen wir gerne glauben.

Auf der Tagesordnung stehen ferner eine Reihe von Eingaben, darunter eine des Bundes der tech­nischen Angestellten, der Heranziehung von Technikern zur Leitung des freiwilligen Arbeitsdienstes fordert. Die Zimmererzwangsinnung erkundigt sich nach der Vergebung von Sacharbeiten und bet 32)31. protestiert gegen den Abbau der Unterstützungsrichtsätze.

Nach Kommissionswahlen stehen einge Anträge der SPD., der DNVP. und der NSDAP, zur Debatte. Die SPD. erkundigt sich nach einem Jndustriekredit der Stadtsparkasse an die Firma Manus Katzenstein in Höhe von 230 000 M. und einer Hauszinssteuer­hypothek von 80 000 M. an die gleiche Firma, die an« aeblich vertragswidrig verwandt worden sein soll. Die NSDAP, hat die gleiche Summe aufs Korn genom­men und erkundigt sich nach den Verlusten der Stadt­sparkasse in dieser Angelegenheit. Ein Antrag der gleichen Partei fordert Entgegenkommen bei Berech­nung der Baupolizeigebühren. Die 2)eutschnationalen fordern Einstellung jeglicher FreikartenAewährung am Staatstheater. In einer weiteren Anfrage wird be­hauptet, daß wahrscheinlich Leiter Kasseler staatlicher Behörden auf dem Umweg über das Ministerium einen Druck auf die Stadt ausgeübt hätten, ihnen Freikarten weiterhin zu gewähren.

bl» 20, (Pfd.i Blumenkohl 2035, Salat 1615, Salatsur« ken 1530, Endivien 1520, (Stückt, Kartoffeln, alte 3314, Tomaten 810, Bananen 2025, Aepsel I 2030, Aepsel II 1015, Birnen I 2030. Birnen II 1015. Zwetschcn 912, Pflaumn 1520. Pfirsiche 3040, Weintrauben 2646, Birnenmus 2530, Walnüsse 4050. Steinpilze 2535, Psisserlinge 4550, Champignons 2650, Molkereibuttcr 1:15140, Landbutter 110120, Kochkäse 3550, Käsematte 25 bis 30 (Pfd.i Zitronen 710, Apfelsinen 1015, Hühner­eier 8149, Enteneier 910, Rebhuhn 90120, Taube 4060 (Stücks Rehkeule-Stücken 90110, Rehblatt 7590, Rebkock- wild 4050, Gäme 7080. Enten 8090, kühner 6580, Hahnen 7590, Rindfleisch 6080, Kalbfleisch 6580. Ham» melsleisch 7080, Schweinefleisch 7080, Sveck mager ger. 8595, Sveck fetter ger. 7585, Zervelatwurst 140160, Le­berwurst 7585, Blutwurst 6070, Schmalz 8090, Ziegen­fleisch 3040, Schellfisch 4555, Cabcljau 3540, Seelachs 2530, Goldbarsch 3035, Rotzunge 50, Fluhhecht 90- 100, Barbe 5060, Weißfische 3540. Grüne Heringe 1820.

Kassels Verkehrsbarometer

Auch im Monat Oktober wird Kassel eine Reihe großer Kongresse und sonstiger Veranstaltungen ge­sellschaftlichen und sportlichen Charakters in seinen Mauern beherbergen.

Die Werbungsaktion für den Oktober wird einge­leitet durch einen Vortrag von Herrn Wilhelm Ide im westdeutschen Rundfunksender am 1. Oktober, von 16,20 bis 16,40 Uhr über die landschaftlichen Schön­heiten des hessisch-waldeckischen Verglandes

Am Abend des 1. Oktober ruft der hessisch-wal- deckische Eebirgsverein zu seinem diesjährigen Okto­berfest auf. Gerade der Besuch dieser Veranstaltung ist umso mehr zu empfehlen, als die Ueberschüsse die­ses Festes gemeinnützigen Zwecken zugeführt werden. Da die öffentlichen Körperschaften leider nicht mehr in dem Maße wie bisher Mittel für diesen gemein­nützigen Zweck aufbringen können, hat die Bevölke­rung, die bisher den Nutzen aus dieser gemeinnützigen Tätigkeit des hessisch-waldeckischen Eebirgsvereins ge­zogen hat, Gelegenheit, durch den Besuch dieser Veran­staltung dazu beizutragen, daß der Ausbau des hes­sischen Wanderwegenetzes nicht ins Stocken gerät, son­dern weiter durchgeführt werden kann.

Am 2. Oktober, mittags, veranstaltet die Kasseler Garnison anlässlich des 85. Geburtstages des Reichs­präsidenten zu Ehren ihres obersten Kriegsherrn auf der Karlswiese eine Truppenparade, die ebenfalls eine starke Anziehungskraft auf die Kasseler und benach­barte Bevölkerung ausüben wird. Am 2. Oktober, abends, findet in der Stadthalle ein großer Kunstturu- tampf statt, den der Hellweg.-Mark. Turngau Dort­mund, der Gan Hessen-Gießen Marburg und der Gau Nordhessen Kassel veranstaltet und zu welchem die Spitzenturner des westfälischen Industriegebietes und Hessens erwartet werden.

Vom 7.-9. Oktober findet die Generalversammlung des deutschen evangelischen Bundes in Kassel statt, zu welcher über 2000 Vertreter des Bundesgebietes er­wartet werden. Im Rahmen dieser Tagung wird erst­malig in Kassel das Festspiel Gustav Adolf von De- urient in der Stadthalle aufgeführt.

Ferner findet vom 7.9. Oktober in Kassel die Reichstagung des Verbandes wissenschaftlicher Wirt­schafts- und Steuersachverständiger statt.

Eine neuartige sportliche Veranstaltung für Kassel kommt am Sonntag, den 9. Oktober, zur Durchfüh­rung und zwar in Gestalt des Stadtachters, der auf der Fulda erstmalig in Höhe der Badeplätze und mit dem Ziel am Rondel veranstaltet wird. Es ist also nicht notwendig, bis zur Neuen Mühle zu gehen, um dieses hochinteressante Rennen zu sehen.

Zur Beachtung für Kleinrentner. Vom Stadt Presseamt wird mitgeteilt: Die Auszahlung der ersten Hälfte der Unterstützung für den Monat Oktober 1932 findet unter Vorlage der grünen Ausweiskarte wie folgt statt: Im Boseheim, Luisenstratze 5: Mon­tag, den 3. Oktober, Buchstabe AF; Dienstag, 4., E bis K; Mittwoch, 5., LR; Donnerstag, 6., 2Z; in den Büroräumen der Rentnerfürsorge, Hollän­dische Straße 19: Montag, den 3. Oktober, Buchstabe AH; Dienstag, 4., IR; Mittwoch, 5., SZ. Um Nachzahlungen zu vermeiden, wird ersucht, die festge­setzten Zahltage unbedingt einzuhalten. Die Kassen sind geöffnet von 8%12>4 Uhr.

Wetten

Aussicht

Der Luftdruckanstieg auf dem Äontinent dürfte seinen Einfluss zunächst auf unsere Wetterlage ent­falten. so dass die im Norden vorüberziehenden Druck­störungen nicht auf das Festland vorgreifen werden.

Aussichten für Sonntag, den 2. 10. 32: Bewölkt mit Aufheiterung, meist trocken. Aus­sichten für Montag, den 3. 10. 32: Fortdauer des teils wolkigen, teils aufheiternden Wetters, nachts kühl, tagsüber mild.

W heutige Nummer umkutzt 32 Seiten

Verantwortlich für den politlfthen Teil: Tt. Jfaltet P e h n t: kür das Feuilleton: German M So na u: für den lokalen Teil: Dr. H an S Io a ch ' tn® la tzen für den Seimatteil: Rudolf « I ä ' e r «ür Sandel: Dr. Hans Langender g: kür den Sportteil: Her bet: S v e: ch: Phow-Redakteur: Eduard schul»- Kekkel: für Anzeigenteil: Kontos Wach s m a n n. - Betlinet Swriktlettuna- Dr &« a lter $ bu m 8«. (in SW. 68. - Druck und Verla«: ffaflelet Neueft« Nachrichten GmbH Katkel Kölnikche Strafte lll

Apochekendienst

Folgende Avolbeken haben morgen, Sonntag, geöffnet und in der darauffolgenden Woche Nachtdienst: Beethoven- Apottzeke, Sotzenzollernftrabe 171: Einborn-Aoolhele. Unt. Königsstratze 73; Landgrafen-Avotbeke, Leidiger Str. 113; Sckwanen-Avottzeke. Grotze Roienstratzc 2: Wefertgr-Avo- cheke.Weserltratze 27%. 4

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