Ttr. 22S / Iwelund wanzigster Jahrgang
Mittwoch, 28. September / 1932 2. Beilage
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Der Start der ersten Stratosphären-Rakete
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Der Start der Winkler-Rakete, der am Dienstag erfolgen sollte, mußte in w letzter Minute wegen eines Rohrbruches abgesagt werden. Die Rakete, die von der Frischen Nehrung 7000 Meter hochgeschossen werden soll, wird von einem Gemisch von flüssigem Sauerstoff und flüssigem Methan getrieben. Die Nehrung war in weitem Umkreis von Reichswehr abgesperrt. Alles war zum Abschuß fertig. Als die Rakete mit dem flüssigen Betriebsstoff gefüllt wurde, was naturgemäß erst in letzter Minute erfolgen konnte, ereignete sich ein Rohrbruch, der dazu führte, daß der Start abgeblasen werden mußte. Wann der neue Start erfolgt, steht bisher wch nicht fest. — Bild links: Winkler .'ei der Spiegel-Beobachtung eines Versuchsmodells.
Bild rechts: Die Montierung der Stratosphärenrakete auf das Startgestell.
U-Boot-Explosion
Paris, 28. September.
Eine Motor-Explosion, die sich an Bord des französischen U-Bootes „Perseus" ereignete, zerriß das Kurbelwellenlager und zertrümmerte das ganze Kur- belwellengehäuw- Im Anschluß an die Explosion brach im Maschinenraum ein Feuer aus, durch das etwa Senzig Mann der Besatzung mehr oder weniger were Brandwunden erlitten. Ter „Perseus" war von Cherbourg aus zu einer Uebungssahrt ausgelaufen. Lu Bord befanden sich außer der Besatzung,
I die jedoch nicht vollzählig vertreten war, etwa 20 Ingenieure und Mechaniker der Schiffswerft, um die Maschinen einer letzten Prüfung zu unterziehen. Noch ehe die durch SOS-Rufe angeforderten Hilfsschisfe zur Stelle waren, wurde der „Perseus" von einem anderen französischen Schlepper, der gerade in der Nähe kreuzte, ins Schlepptau genommen. Sie erreichten in den späten Abendstunden den Hafen von Cherbourg. Der „Perseus" gehörte zum Flottenbau- proaramm 1 27 und war 1931 vom Stapel gelaufen.
Die Zahl der Toten bei der Explosion des „Perseus" beträgt sechs. Fünf Schwerverletzte sind in der Nacht nach dem Unglück gestorben.
Ein Kapitel rrNot im Ruhrgebiet11
Arbeiter übernehmen ein Stahlwerk? / Das modernste Stahlwerk wird Ruine
Ein ganzer Ort vor dem Verfall
Bor tttttget Zeit wurde i« Reichstag ein Antrag wonach die Besitzer Itillgelegter Werke wese der «tammarbeiterlchast kostenlos zur Lelbitver- forann« ,» überlassen hatte». Dieser Antrag, dessen durch die veränderten siimmoerhältniNr der wzialtstrsch orientierten Araktiourn auch im neuen Reichstag in »en Bereich der Möglichkeit «erogen wer- « ra- lcn.£l dle «u,merkianike,l besonders aus das Werk Meiderich des Stahlvereins.
Duisburg-Meiderich, im September.
»Waf macht us HüttT
Weiderich — eine ziemlich neue, daher saubere und gepflegte Arbeitersiedlung. Auch unter den müßig herumstebenden Arbeitslosen-Trupps geht es unverhältnismäßig manierlich zu. Ta die Hütte — die dem ganzen Städtchen Arbeit und Brot gegeben hatte — bereits seit anderthalb Jahren außer Betrieb ist, fragt man sich: Woher dieser auffallende Unterschied?
Nach einigem Herumsuchen habe ich endlich den Mann gefunden, der am besten Auskunft geben kann. Es ist ein Arbeiter, der seit seinem 14. Lebensjahr in der Hütte gearbeitet hat und schließlich eines der führenden Betriebsrats-Mitglieder wurde.
„Wenn Sie nachher durch die Stadt gehen und dort eine Gruppe von Menschen sehen, dann wird sich das Gespräch nur um ein Thema drehen. Wenn Sie in einem Geschäft zwei einkaufende Frauen treffen, werden sie sich nicht über den Küchenzettel oder den Großwaschtag unterhalten, sondern über diese eine Frage. Sogar die Heranwachsende Jugend fragt ernsthaft: „Wat macht us Hütt?" Das Werk, in dem die Mehrzahl der Meidericher Arbeiterfamilien bereits seit Jahrzehnten ununterbrochen beschäftigt war, ist langsam ein Stück von uns selber geworden. In unserem Betrieb pflegten die Leute wohl auch hie und da zu fluchen und zu murren. Zu Streiks ist es aber in den letzten 50 Jahren kein einziges Mal gekommen! Jeder ernstere Streitfall konnte durch beiderseitiges Entgegenkommen gütlich beigelegt werden. Man sah eben in der Fabrikleitung nicht Auspresier, die sich irgendwo weit vom Schuß aufhalten, und daher von den Leiden und Sorgen der Belegschaft keine Ahnung haben. Unsere Direktoren lebten unter uns, waren wie wir, nichts anderes als Meidericher Bürger".
Eine Stadt kommt zum Sterben
Im Februar 1930 war die Fabrik stillgelegt worden. Die Bemühungen der Oeffentlichkeit, der Arbeiterorganisationen, der Belegschaft selbst waren erfolglos geblieben. Nun liegen die riesigen Hallen der mit der modernsten und raffiniertesten Technik eingerichteten Martin- und Thomaswerke verlassen da. Die imposanten, von mächtigen frei schwebenden Pfeilern getragenen Werkstätten, die Montageabteilungen stehen unbenutzt. Die wertvollsten Maschinen wurden wohl rechtzeitig in anderen Werken untergebracht. Den Lokomobilen und Elektromotoren kann das Wetter nichts anhaben, Oel- v er und die sorgfältige Pflege einiger weniger Arbeiter erhält sie. Aber die Verladestationen und die Hafenanlagen ähneln eher einer Lungenheilstätte als Abteilungen des größten deutschen Stahlwerks: fußhohes Gras überall!
„Ich gehe schon gar nicht mehr in die Hüte", erzählt der Betriebsrat weiter. „Ich bringe es einfach nicht übers Herz! Wir machten die größten Anstrengungen, wir schickten Delegationen in die Ministerien nach Berlin, wir intervenierten im Reichstag — und alles für nichts. Es war eben eine beschlossene Sache, das Stahlwerk zu schließen. Die Arbeiterschaft machte von sich aus Vorschläge zur Erbaltung des Werks, alle wurden abgelehnt. Freiwillig wollten wir auf die 20 Prozent des Lohnes verzichten, um die el sich anschc' :nb drehte. Aber gerade in diesem Fall zeigte es sich, daß es um nichts weniger ging, als die Fabrik aus
der Produktion herauszunehmen. „Unser Vorschlag sei nicht eingegangen", wurde endlich von einem der Direktoren des Stahlvereins bei den wrhand- lungen im Arbeitsministerium gesagt.
Unser zweiter Vorschlag ging dahin, die Reichsbahn zu veranlaffen, dem Werk einen Teil des riesigen Schrott-Materials, das ohnedies nutzlos verrohet, zu überlassen: wir wollten es rm* ner Besserung der wirtschaftlichen Verbältniffe bezahlen. Zum Dritten: das Reich sollte der Fabrik einen Uebergangskredit gewähren. Entsetzt schlug man hierbei die Hände über dem Kopf zusammen — als ob das Subventionieren von notleidenden Unternehmungen jetzt nicht zum fast täglichen Brauch geworden wäre. Also kurz und gut: Die Meidericher Hätte des Stahlvereins wurde geschloffen!
14 000 Familien wußten plötzlich über Nacht nicht mehr, von was sie am nächsten Tag leben sollten. Ewa 10 000 Arbeiter hatten in der Fabrik ihr Brot gefunden. Rund 800 Beamte und Angestellte sahen sich plötzlich vor dem Nichts. Und die anderen 3 000 ."amilien, kleine Geschäftsleute und Handwerker, Verwaltungsbeamte und Angestellte der Stadt hatten auch keine Arbeit mehr. 180 Mk. konnte man monatlich ungefähr als Durchschnittsverdienst der hiesigen Einwohner rechnen. Das ganze Leben basierte auf dieser Ziffer. Ueber Nacht wurde dieses Niveau auf durchschnittlich 60 Mark heruntergedrückt. Die Folgen sehe ich als Stadtverordneter mit jeder Stunde krasser. In den ersten Monaten trugen die Menschen ihre Arbeitsanzüge auf, dann mußten die Sonntagskleider dran glauben — und jetzt weiß keiner mehr weiter. Die Wohlfahrtslasten sind derart gestiegen, daß die Gemeinde bereits staatliche Hilfe anrufen mußte. Schlimm ist dazu das Sinken der Moral. Ich kenne alte Arbeitskollegen, die aus purer Not nachts Kohlendiebstähle ausführen."
Was ist mit der Arbeiter-Regie?
In der Nähe von Krefeld liegt das Stahlwerk Becker, das Anfang 1932 von einen: ähnlichen Schicksal betroffen wurde. Der Generaldirektor Reinhold Becker war ein schlechter Finanzfachmann, und das Werk wurde nach langen Verhandlungen mit den Arbeitern endgültig geschlossen.
Nun tauchte plötzlich vor einigen Monaten ein geheimnisvoller „Generalsekretär Heuer" auf. Anscheinend von der Familie des ehemaligen Inhabers unterstützt (von der zwei Mitglieder wegen Betrugs und Konkursverbrechen im Gefängnis saßen) suchte er die ruhende Fabrik unter Regie der Belegschaft wieder in Betrieb zu setzen. Da in diesem Fall anscheinend Kapital zur Verfügung steht, außerdem für die Produktion (ein Spezialstahl) auch ein gewisser Absatz nicht unmöglich erscheint, hofft man, das Werk bereits in diesem Winter wieder in Gang setzen zu können.
Dieser Heuer nun rief vor etwa 3 Monaten in Meiderich eine Versammlung der arbeitslosen Belegschaft der Hütte ein. Der Saal war lange vor Beginn der Veranstaltung überfüllt. In den schönsten Tönen wandte der Referent seine Sozialisierungsideen auch auf Meiderich an. Natürlich sollte es keine Direktoren, keine Antreiber und keine Aufpasser mehr geben. Die Riesengehälter sollten verschwinden. Die Arbeiter sollten am Gewinn beteiligt sein. Licht, Wasser und Gas sollten von dem Werk an die Belegschaft kostenlos geliefert werden. Konsumanstalten, die von Invaliden verwaltet werden sollten, würden den Arbeitern zum Einkaufspreis Lebensmittel liefern. Also kurz und gut, es würde ein herrliches Leben sein, das man künftig in Meiderich führen würde. Erst als Heuer so nebenbei die Bemerkung fallen ließ, daß es zur Bildung des Betriebskapitals notwendig sei, daß jedermann in der Woche den Betrag von 10 Pfg.
für das Werk Wien solle, da man fremdes Kapital wegen der hohen Zinsen so wenig wie möglich in Anspruch nehmen wolle, wurden verschiedene Leute mißtrauisch. Eine Opposition, die sich hauptsächlich aus dem christlichen Metallarbeiterverband rekrutierte, meinte mit Recht, daß all das leicht zu Mißbräuchen führen könne. Man rechnete schließlich so: Wenn jeder der 5 000 Arbeiter wöchentlich den Groschen opferte, würde sich jedesmal die respektable Summe von 500 Mark ergeben, womit „für Heuer persönlich die wirtschaftliche Frage gelöst sei". (Ausspruch eines Diskussionsredners bei einer Versammlung lt. „Dortmunder Generalanzeiger".)
Ist die Sache durchführbar oder nicht?
Zuerst: Woher die Aufträge nehmen? Der kaufmännische Stab, die besten Verkäufer und Disponenten wurden bei der Stillegung von anderen Werken übernommen. Da der gesamte Verbrauch — mit ganz wenigen unbedeutenden Ausnahmen — von dem Stahlverein kontrolliert wird, da jeder unliebsame Außenseiter rücksichtslos erledigt wird, da weiterhin die Verbraucher ihrerseits vom Stahlverein durch weitgehende Kredite in ein Abhängigkeitsverhältnis gekommen sind, würde dem neuen Werk nichts anderes übrig bleiben, als sich einen neuen Kundenkreis zu suchen. Man müßte sich mit kleineren Geschäften begnügen. Ein durchgebildeter Stab von Reisenden wäre hierzu unerläßlich. Ein derart kleines Quantum von Stahl würde gebraucht werden, daß die Fabrik höchstwahrscheinlich unter einem erheblichen Auftragsmangel zu leiden hätte.
Daher: Wer gibt das Anfangskapital? In einer der letzten Versammlungen verlas Heuer einen Brief, den er von einer englischen Bankfirma bekommen haben will. Die Firma, die sich unter Anrechnung eines Zinses von 6 Prozent zur Vorstreckung des zur Inbetriebsetzung des Werkes unerläßlichen Anfangskapitals bereit erklärt, will das allerdings nur dann tun, wenn sie an dem späteren Gewinn beteiligt wird. Hieraus tritt klar zutage, daß es Heuer mit der sogenannten „Selbstfinanzierung" nicht ernst war.
Weiter: Wird man da gegen die Konkurrenz durchhalten können? Daß es der Stahlverein so ohne weiteres zulassen würde, wenn sich eine ungeheure Konkurrenz im eigenen Neste breit macht, ist wohl kaum anzunehmen. Auf Grund der Ersparnis an hohen Gehältern und noch höheren Zinsen würde das Arbeiterwerk in den Stand gesetzt werden, Waren zu einem wesentlich billigerem Preis abzugeben, als es den anderen Firmen möglich ist. Wenn von gutgläubigen Leuten aber nun die Behauptung aufgestellt wird, daß deshalb die ganze Verbraucherschaft mit fliegenden Fahnen zu dem neuen Werk überlaufen würde, so scheint man sich von der Machtposition der Syndikate ein völlig falsches Bild zu machen. Gerade Heuer, der in seiner Eigenschaft als Generalsekretär des Stahlwerks Becker hiervon doch ein recht instruktives Lied singen könnte, scheint hier nicht die richtige Sachlage dargetan zu haben. Daß das neue Werk keine acht Tage bestehen könnte, darüber ist man sich besonders in den Kreisen der Gewerkschaften völlig im klaren.
„Aber unsere Leute glauben an ein Wunder," schließt der Betriebsrat, „sie hören unsere Gegenargumente an — und zahlen doch manchmal ihre letzten Groschen an Heuer! Und da wagen Politiker zu behaupten, die Arbeitslosen feien zu faul zum Arbeiten . . ." Wütend schlägt der kräftige Mann auf den Tisch „Es muß, muß etwas geschehen! Deutschland muß sein modernstes Stahlwerk vor dem Zusammenbruch bewahren Denn sonst wird die heute noch so stolze Hütte in zwei Jahren nichts anderes mehr sein als ... eine Ruine."
Parseval macht Schule
Ein neues Kleinluftschiff, das nach dem halbstarren Parseval-System erbaut wurde, ist jetzt nach seiner ersten großen Ueberlandfahrt in Berlin eingetroffen.
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Etwa 150 Todesopfer des Balkan« Erdbebens
Athen, 28. September.
Nach amtlichen Meldungen aus Mazedonien ist das Dorf Stratonikion auf Chalcidice durch das Erdbeben zerstört worden. Es wurden 50 Tote und 100 Verwundete gezählt Auch in dem benachbarten Dorf Jerisson sind zahlreiche Häuser eingestürzt und man rechnet mit etwa 100 Opfern. Auch Sofia wurde durch zwei heftige vertikale Erdstöße erschüttert, die eine allgemeine Panik verursachten. Bisher liegen feine Meldungen über Schäden vor.
Etwa 15 Ortschaften an der Ostküste von Chalcidice find durch das Erdbeben beinahe völlig zerstört. Die Einwohner wurden während des Schlafens von der Katastrophe überrascht, was die hohe Zahl der Opfer erklären dürfte. Die Zahl der Toten dürste sich, wie die neuesten Meldungen besagen, auf annähernd 150 belaufen, die der Verletzten,auf 250.
Orkan fordert 200 Todesopfer
San Juan, 28. September.
Eine Sturmkatastrophe aus Portorico hat über 50 Todesopfer gefordert. Der Sachschaden dürfte sich aus viele Millionen Dollar belaufen. Die größten Befürchtungen hat man wegen der Orangenernte, deren Ertrag vor dem Orkan mit 7 Millionen Früchten eingestellt war. Auch die Kaffee-Ernte ist sehr geschädigt.
Der Gouverneur von Portorico schätzt die Zahl der Todesopfer sogar auf 200 und die Zahl der Verletzten aus mindestens 1000.
10 Mark für ein Auto
Berlin, 28. September.
Geständnis eines vierfachen Giftmörders
Hoyerswerda, 28. September.
Der am 16. September unter dringendem Verdacht des vierfachen Giftmordes verhaftete Schuhmacher Just hat unter dem Druck des Beweismaterials eingestanden seinen 61 Jahre alten Schwiegervater, seinen Schwager, dessen Ehestau und deren 6-jähriges Kind durch Arsenik umgebracht zu haben.
Der Giftmörder hat das Arsenik seinen Opfern zunächst in kleinen Dosen in Kaffee verabreicht. Die Folge war, daß die ganze Familie erkrankte, so daß man glaubte, es herrsche Grippe oder Typhus in der Familie. Er hat auch seine Frau und seine Tochter von dem vergifteten Kaffee trinken lassen, hat auch selbst davon getrunken, um nicht verdächtig zu werden, daß gerade er und seine Familie von den Krankheitssymptomen verschont blieben. Dann hat er seinen Opsern Arsenik in täglich stärkeren Dosen unter dem Vorwand, daß es ein Pulver gegen Kopfschmerzen sei, gegeben. Da Just feine eigene Frau in keiner Weise in das Verbrechen eingeweiht hatte und seine Opfer alle tot waren, gestalteten sich die Ermittlungen außerordentlich schwierig.
Im Verlauf der Ermittlungen haben sich Verdachtsmomente ergeben, daß Just auch beim Tode seiner zweiten Ehefrau — er war dreimal verheiratet — die Hand int Spiele gehabt habe. Das Gift stammt aus einem Einbruch in eine Glashütte
An der Ehauffee von Burg nach Remscheid ereignete sich ein Felssturz. Unter großem Getöse löste sich ein etwa 20 Meter hoher Felsen und stürzte auf einen freien Platz an der Landstraße. Wahrscheinlich war durch das Eindringen starker Regenmaffen in einen bisher nicht bemerkten Felsspalt der Felsen unterhöhlt worden. Etwa 500 Kubikmeter Gestein stürzten ab.
Die Berliner und Breslauer Kriminalpolizei ist gegenwärtig mit der Aufklärung neuer großer Auwmobildiebstähle beschäftigt. In Breslau wurden 25 Auws beschlagnahmt, die in Berlin gestohlen worden waren. Zwei Berliner Hehler sind bereits verhaftet.
Die Breslauer Kriminalpolizei war in den letzten Tagen einem Schieberwnsortium auf die Spur gekommen, das mit Berliner Hehlern in Verbindung stand. Diese beschäftigten jugendliche Autodiebe, deren Aufgabe es war, große Luxusauws oder Kleinwagen zu stehlen. Die Diebe erhielten für jedes gestohlene Auw 10 bis 15 Mark. Die Schieber in Breslau zahlten 1500 Mark für das herangebrachte Auto. In Breslau wurden dann die Wagen entsprechend verändert und für 2500 bis 3000 Mark verkauft
Ein tödlicher Unfall ereignete sich bei den Ring- wettkämpfen in Dinslaken. Ein 26jähriger Maschinist aus Duisburg kam beim Ringen infolge eines unglücklichen Zufalles derart zu Fall, daß er einen Halswirbelbruch davontrug. Wenige Stunden nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus ist er gestorben.
In Ratzdorf (Oberschlesien) neckten ein paar Angetrunkene einen Tanzbären und rissen ihm den Beißkorb von der Schnauze. Das wütende. Tier biß den Invaliden Schulz in die rechte Seite, so daß er mit schweren Verletzungen in das Gubener Krankenhaus übergeführt werden mußte, wo er feinen Wunden erlag. Der Bär wurde vom Oberlandjäger sofort erschossen.
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Demonstrierende Erwerbslose versuchten in das Rathaus von Westham, einem belebten Vorort im Nordosten Londons, einzudringen. Die Polizei mußte mit dem Knüppel gegen die Demonstranten vergehen, von denen dabei einige leicht verletzt wurden. Neun Personen wurden verhaftet.
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Blskirchen / Lahn 206 — staatlich als gemeinnützig anerkannt — hn Gebraudi bei flicht und Rheuma
Zuckerkrankheit
Magen- und Darmleiden
Leber- und flalienleiden
Nieren-, Blasen- und Gallensteinen
Ärztlich empfohlen I Aderverkalkung, Verdauungsstörungen
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Brunnenhaase, Mlneralbrunnenges. m. b k., Fr. Chartier, Untere KönigstraRe 50. Ruf SS
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