Slnzewrels 10 Pfennig
Meier Neueste Nachrichten
Kaffeier Abendzeitung
Hummer 143*
Dienstag, 21. 3uni 1932
22. Jahrgang
E
Um die Handlungsfreiheit der Länder
„Oer scharfe Kurs,, -er Reichsregierung / Zusammenfassung der polizeilichen Gewalt in -er Han- -es Reiches?
Oie Konferenz -er Innenminister
Eigener Drahtbertcht.
(Von unserer Berliner Schriftleitung).
Gtimmungsumfchwung in Paris?
Nach der Unterredung Macdonald-Herriot
Um die Rückgabe des Eaargebietes
Zunahme der Wohlfahrtserwerbslosen
mit Steinen und Briketts beworfen. Bei der Durch-
spielten, denkender Kampfes störung.
Zwei SA.-Leute und ein politisch Anders- wurden verletzt. Nach Beendigung des bot das Haus ein wüstes Bild der Zer-
Dem zweiten Argument Herriots, daß Frankreich im Falle der Tributstreichung wichtige Gelder für seinen Haushalt verlieren würde, setzte Leyton einen Vergleich mit den viel größeren Opfern Englands entgegen. Frankreich habe bereits sehr weitgehende Zahlungen für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete erhalten, während die Zahlungen Englands an Pie Vereinigten Staaten über seine Einnahmen aus den Reparationen und den allierten Kriegsschulden um eine Summe von annähernd 200 Millionen Psd. hinausgingen. Das bedeute eine schwere Belastung der inneren Schuld Englands. Außerdem dürfe man nicht vergessen, daß England seinerseits dey größten Teil der Kriegsschulden der Alliierten gestrichen habe, was sich ebenfalls auf die innere Schuld Englands auswirke.
„Energische Fortführung"
Die Polizei ist bekanntlich eine Sache der Länder und die Unruhen, die sich gerade in den letzten Tagen nach der Aufhebung des SA -Verbotes und des Uni» formverbotcs bemerktbar gemacht haben, sind von rechtsstehender Seite vielfach zum Anlaß genommen worden, zu behaupten, daß bei einer einheitlichen Handhabung der Polizeigewalt im ganzen Reiche derartige Schwierigkeiten sich nur in geringerem Umfange bemerkbar machen würden. Mau leitet daraus die Forderung nach einer Zusammenfassung der Länder- Polizeiverwaltungen in der Hand des Reiches her.
Wenn man eine derartige Tendenz in die Praxis umsetzen würde, so wäre
eine der lebenswichtigsten Grundlagen der Länder beseitigt
Wie aus Brunsbüttel gemeldet wird, kam es anläßlich einer nationalsozialistischen Kundgebung in Averlak zu einem schweren Zusammenstoß vor dem Hause eines Arbeiters, wobei Steine, Schlagringe, Revolver und Tränengas als Kampfmittel eine Rolle
>'
6 der Zeitung oder auk ie 191. "Z Telephon: ölmlche Strafet 10. L
Der Lausanner Korrespondent der „Daily Mail" teilt auf Grund einer Information von höchster zuständiger Stelle mit, daß die französische Regierung nicht die Absicht habe, eine Aufschiebung der Volksabstimmung im Saargebiet über das Jahr 1935 zu verlangen. Die Frage des Rückkaufs der Kohlenbergwerke im Saargebiet, die technisch gesprochen, jetzt Eigentum der französischen Regierung seiet^ sei eine Frage, die in Lausanne erörtert werden würde. Frankreich wünsche Bezahlung für die Bergwerke, während die Deutschen den Standpunkt vertreten, daß eine allgemeine Bereinigung der Schulden auch die Streichung der Bezahlung für die Kohlenbergwerke in sich cinschließe.
Berlin, 21. Juni.
Die für Mittwoch anbcraumte Konferenz der Innenminister der Länder wird voraussichtlich über den üblichen Rahmen einer derartigen Besprechung hinaus ihre besondere politische Bedeutung dadurch gewinnen daß bei dieser Gelegenheit die Absichten der Reichsregierung über ihre grundsätzliche Einstellung zu den Länderregierungen noch klarer als bisher hervortreten werden. An Klarheit der Willensäußerungen hat es die neue Reichsregierung ohnehin bisher nicht fehlen lassen. Die Sprache ihrer amtlichen Verlautbarungen war ungewöhnlich scharf und hat dazu geführt, daß der frühere Reichskanzler Dr. Brüning, der sonst gerade in seinen Aeußerungen vor der Oeffentlichkeit eine viel zu weitgehende und während seiner Regierungszeit oftmals unangebrachte Zurückhaltung bewies, sich schon zweimal zu Gegenerklärungen veranlaßt gesehen har. Die letzte amtliche Mitteilung der Reichsregierung enthielt die ausfallende Wendung von der „energischen Fortführung" des mit der politischen Notverordnung der vorigen Woche eingeschlagenen Kurses, und es kann keinem Zweifel unterliegen, daß
Landvolkpartei gegen Neugründung einer Mittelpartei.
Berlin, 21. Juni.
Der Parteiführer der Landvolkpartei hat an Geheimrat Wildhagen -Leipzig folgendes Antworttelegramm gesandt:
„Das deutsche Landvolk ist in klarer Erkenntnis der Notwendigkeit nationaler Sammlung seinerseits entschlossen, einen Verlust nationaler Wählerstimmen bei den bevorstehenden Wahlen unter allen Umständen zu verhüten, sieht aber in einer Neugründung nach den bisherigen Erfahrungen nicht das geeignete Mittel zur Erreichung dieses Zieles. gez. von Hauenschild."
schwer verletzt. Aus dem ersten Swckwerk eines Hauses in der Kölner Straße wurde auf eine Zivilstreife der Schutzpolizei geschossen und die Polizeibeamten
und es ist daher zu erwarten, daß die Länderrcgic- rujtgen gegen solche Bestrebungen stärksten Widerstand leisten werden. Tie Reichsregierung wird jedoch in ihren Bestrebungen (die /ich natürlich nicht nur auf die Polizei erstrecken) von allen rechtsstehenden Kreisen nachdrücklich nnierstützt. Besonders die rechtsstehende Preffe stellt Forderungen auf, die weit über das oben angedeutete Ziel hinausgehen. So schreibt „Ter Tag" unter anderem, das Reichsinnenministerium habe die Pflicht, der Reichsautoritai Gültigkeit in allen Ländern zu verschaffen. Die Nation erwarte, daß nicht ein Millimeter von dem klar vorgezeichneten Wege abgewichen werde. Wenn das mit gütlichem Nachdruck auf der Konferenz am Mittwoch nicht gelinge, dann müßte mit Nachdruck allein durchgegrif- fen werden. Wirksame Mittel stünden dem Reiche zur Verfügung; finanzielle und — „letzte" Mittel, denn mit Gewalt lasse sich jeder Befehl vollziehen. „Der Tag" deutet mit dieser etwas umschriebenen Ausdrucksweise klar darauf hin,
Berlin, 21. Juni.
Von der Konferenz der Innenminister der Länder, die morgen vormittag 11 Uhr im Reichsinnenministerium, unter dem Vorsitz des Freiherrn von'Gayl Zusammentritt, erwartet man in politischen Kreisen sehr interessante und weittragende Auseinandersetzungen. (Siehe auch unseren Leitartikel „Energische Fortführung". Man hebt in den der Regierung nahestehenden Kreisen hervor, in der Tatsache der Uniform- Sonderverbote, die in Bayern und Baden erlassen worden sind, liege eine Brüskierung des Reichspräsidenten, weil der Reichspräsident unmittelbar vorher durch die neue Notverordnung das SA.-Verbot und das Uniform Verbot aufgehoben hatte. Nachdem es ursprünglich bett Anschein hatte, als ob der Reichsinnenminister den Ländern ihre formal juristische Bewegungsfreiheit nicht einschränken wollte, hat sich jetzt in der Reichsregierung offenbar der scharfe Kurs durchgesetzt, der die politischen Motive in den Vordergrund stellt und der zweifellos dahin streben wird, die selbständige Handlungsfreiheit der Länder einzuschränken, um eine völlig einheitliche Handhabung der Nowerordnung im ganzen Reich zu gewährleisten.
Wie weit die Reichsregierung in diesen Bestrebungen gehen wird, ist zunächst natürlich noch nicht genau zu übersehen.
Man vermutet, daß zuy^chst eitt£ straffere Zusammenfassung der polizrilichö.« Gewalt in der Hand des Reiches angestrebt werden soll.
das Kabinett von Pape» sehr genau gewußt hat, was es mit dieser Formulierung meint. Die Folgerungen, die sich daraus für das künftige Verhältnis zwischen Reich und Ländern ergeben, können unter Umständen von großer Tragweite sein.
Um darüber ein Urteil zu gewinnen, muß man sich an
das Hauptsächlichste innerpolitische Ziel erinnern, welches mit dem Kabinettswechsel angestrebt wurde. Die Gegnerschaft des Kabinetts Brüning gegen die nationalsozialistische Bewegung ist ab- gelöst worden durch den Versuch einer Annäherung an den Nationalsozialismus und der Heranziehung dieser nunmehr größten deutschen Partei zur verantwortlichen Mitarbeit am Staate. Es ist ein offenes Geheimnis, dessen Einzelheiten natürlich niemand genau kennt, daß schon seit längerer Zeit gewisse Vereinbarungen zwischen einzelnen führenden Persönlichkeiten der jetzigen Reichsregierung, vor allem dem General von Schleicher und der Parteileitung der NSDAP, getroffen worden sind. Die Grundlage dieses vielleicht noch sehr lockeren Bündnisses dürste darin bestehen, daß das Kabinett von Papen auf eine (eventuell nur passive) Unterstützung der National- fozialisten rechnen kann, wenn es die Bewegung als solche von den Beschränkungen befreit, die ihr bfi? Kabinett Brüning rlegt hatte. Es wird auch davon gesprochen, daß oie Machtstellung der jetzigen Reichsregierung auch bei einer Aenderung der Parlamentarischen Konjunktur nicht angetastet werden soll, falls das Reichskabinett seinerseits bereit ist, den Nationalsozialisten freie Bahn für eine verstärkte Tätigkeit in einigen besonders wichtigen Länderregierungen zu geben. Diese Gedankengänge gewinnen ihre besondere Bedeutung erst int Zusammenhang mit der kommenden Reichstagswahl, die ja voraussichtlich keine klare Mehrheitsbildung ohne das Zentrum zulassen wird.
Hessische Abendzeitung
78 mm breite Zeile 48 J. Ottettgebühr 25 j «bei Zustellung 85 4). — Kür ba8 Erscheinen von An,eigen t» bestimmten Ausgaben, an besonderen Platzen und für telephonisch «teilte Austriac keine Gewähr. Rech» nungsbeträgr innerhalb von 5 Tagen zahlbar. Gerichtsstand Kastel. — Postscheckkonto Kranksurt a. M. 6S8&
daß am Ende einer derartigen Entwicklung schließlich der Belagerungszustand und die Durchsetzung des Reichswillens in den Länder» mit Hilfe der militärische» Macht stehe» würde.
Es ist nicht zu verkennen, daß die rechtsstehenden Blätter eine derartige Entwicklung befürworten und es bleibt abzuwarten, inwieweit es bem Reichsinnenminister am morgigen Mittwoch gelingt, mit den Innenministern ber Länber auf gütlichem Wege zu einer Verstänbigung über bie „einheitliche Hanbhabuitg" ber Notverordnung im ganzen Reiche zu gelangen
Blutige Zusammenstöße in Düsseldorf
Düsseldorf, 21. Juni.
in Preußen
Berlin, 21. Juni.
, Während im Mai die Zahl der Hauptunterstützungs- empsänger in der Arbeitslosenversicherung und Kri- ftnfürforge weiter zyriickgegangen ist, hat die Zahl bei von den Gemeinden betreuten Wohlfahrtserwerbslosen in Preußen erneut zugenommen. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst der Erhebung des Preußischen Statistischen Landesamts vom 31. Mai 1932 entnimmt, sind in Preußen 1508 988 vom Arbeitsamt anerkannte Wohlfahrtserwerbslose bei den Bezirks- fürsoraeverbänden gezählt worden gegenüber 1464 358 Ende April
Im Verlaufe blutiger Auseinandersetzungen zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten im Stadtteil Erkrath wurde gestern abend ein Nationalsozialist von Kommunisten erschossen und ein zweiter
Argumente für bie Aufrechterhaltung ber französischen Tributansprüche ein. Bezugnehmend ans bie Aeutze- rungen Herriots über bie Gefahr bei gefteigeiten Wirtschaftskonkurrenz Deutschlands im Falle bei Tributstreichung erklärt Layton, baß gerade weitere Tri- butteiftungen den deutschen Ausfuhrüberschuß steigern würden, da auf die Dauer Tribute nur in Waren geleistet werden könnten. Deutschlands Wirtschafts- konknrrenz werde also, wenn es in Zukunft noch Tribute leisten solle, nicht geschwächt, sondern noch gestärkt. Außerdem sei das Ausmaß bis zu welchem andere Staaten Bezahlung in Waren ohne Gegenwert annehmen würden, sehr begrenzt, sodaß eine
Tributzahlung i» Güter» ebenfalls katastrophale Folge» habe» würde.
fuchnng des Hauses wurde in einem Koffergrammophon eine geladene Pistole und zehn Schuß Munition gefunden. Sämtliche verdächtige Personen sind festgenommen worden. In den späten Abendstunden kam es zu einer blutigen Auseinandersetzung zwischen Kommunisten und der Polizei auf ber Straße. Die Polizei wurde erneut beschossen.
Jedenfalls kann das Kabinett vo» Papen nicht dar- auf rechnen, im neuen Reichstag eine Mehrheit hinter sich zu haben.
Es wird dann sehr viel darauf ankommen, wie sich bis dahin bie außerparlamentarischen Beziehungen zwischen ber Reichsregierung unb ben Nationalsozialisten gestalten, benn boran kann wohl schon heute kein Zweifel bestehen, baß bas jetzige Reichskabinett nicht bie Absicht gehabt hat, lebiglich bie Wahlzeit zu überbrücken, um bann bem neuen Reichstag bie Berufung eines neuen Kabinetts zu überlassen. So wie bie Machtverhältnisse heute in Deutschland liegen, ist eine außerparlamentarische Regierungsform für das Kabinett von Papen nur denkbar, wenn dieser Weg im Einverständnis mit ben Nationalsozialisten beschritten wirb. Wenn man aber ein solches Ziel überhaupt ins Auge saßt, muß man auch entschlossen fein, bie zweckbienlichen Mittel dazu zu wählen, und von Tag zu Tag gewinnt man immer mehr ben Eindruck, daß das Kabinett tatsächlich entschlossen ist, bie von ihm nun einmal eingeschlagene Politik „energisch fortzuführen".
Der Reichsinnenminister hat im Anschluß an die politische Nowerordnung erklärt, daß die Rechte der Länderregierungen, soweit sie nicht in einem direkten Gegensatz zu den Bestimmungen der neuen Notverordnung stehen, unangetastet bleiben sollen. Dieser Satz mag außerordentlich klar unb einfach klingen. Trotzbem ist er recht auslegungsfähig. Der Artikel 48 bei Reichsverfaffung, ber feit langem bie wichtigste Grunblage für bie gesamte Innenpolitik a b g i b t, besagt in seinem vierten Absatz „Bei Gefahr im Verzug kann bie Lanbesregierung für ihr Gebiet einstweilige Maßnahmen ber int Absatz 2 bezeichneten Art treffen.“ Diese Maßnahmen des zweiten Absatzes bestehen vor allem in ber Außerkraftsetzung einer Reihe sogenannter Grundrechte. Damit ist einwandfrei festgestellt, daß die Länderregierungen in ganz ähnlicher Weise, wie es die Reichsregierung tut, für ihr engeres Gebiet Bestimmungen ber verschiebensten Art, also auch Verbote von Organisationen, von Kundgebungen, von Uniformen usw. aussprechen können. Der Reichsminister hat diese Berechtigung ausdrücklich anerkannt. Trotzdem ist man damit noch nicht aus allem Zweifeln heraus. Der- felbe Absatz des Artikels 48 lautet weiterhin „Die Maßnahmen sind auf Verlangen des Reichspräsidenten ober bes Reichstages außerkraft zu fetzen". Damit wirb bie Machtvollkommenheit bes Reiches sofort wie- ber ben Befugnissen der Länder übergeordnet. Ein derartiges Verlangen des Reichspräsidenten bedeutet in ber politifchen Praxis selbstverständlich nichts anderes als den entsprechenden Wunsch ber Reichsre- gierung, benn bei Reichspräsident wird eine derartige Forderung natürlich nur aus Grund der Vorschläge des politisch verantwortlichen Reichskanzlers stellen.
Paris, 21. Juni.
In der Pariser Presse ist seit Montag abend in Zusammenhang mit den Lausanner Besprechungen ein Stimmungsumschwung festzustellen, der umso schärfer hervortritt, als sich die Blätter mit dem bisherigen Verlauf der Auseinandersetzungen ganz besonders zufrieden zeigten.
Der Optimismus hat nun plötzlich einem großen Pessimismus Platz gemacht, nachdem ber französische Ministerpräsident im Laufe des Montags vergeblich versucht hatte, Maedonald für feine Repaiationsthese zu gewinnen.
Die über breistündige Unterredung Herriots mit Maedonald soll nach Jnsormatwnen des außenpolitischen Berichterstatters des „Echo de Paris", Pertinax, äußerst bewegt gewesen sein. Herriot habe bie beut» scheu Tributverpflichtung als unantastbar hingestellt und dabei unterstrichen, daß er vor der französischen Oeffentlichkeit zumindesten die Form' wahren müsse».
Die unnachgiebige Haltung Macdonalds habe nunmehr bei der französischen Abordnung die Frage auftauchen lassen, ob es zweckmäßig sei, sich mit ben Engländern zu verärgern und Frankreich zu isolieren oder aber sich den englischen Wünschen zu fügen unb gemeinsam in Washington vorstellig zu werden.
Das „Journal" glaubt zu wissen, daß man sich englischerseits jetzt bemühe, die französische Regierung von ihrer bisherigen Haltung in der Reparationsfrage abzubringen.
Es stehe außer Zweifel, daß man englischerseits darüber verärgert sei, daß Frankreich die Reparationsfrage überhaupt noch einmal aufgeworfen habe, nachdem man die Erklärungen der interessierten Mächte allgemein als die Beerdigung der Frage betrachtet hätte.
Der außenpolitische Berichterstatter des Blattes will sogar aus gutunterrichteter Quelle erfahren haben, daß die englische Abordnung mit sofortiger Abreise gedroht habe, falls Herriot auf feinem bisherigen Standpunkt beharre.
Der „Petit Parisien" erklärt, baß Frankreich trotz seines Wunsches feine? Nachbarn auf der anderen Seite des Rheins zu helfen, keine Lösung annehmen könne, die ganz einseitig zugunsten Deutschlands ausfallen und bie anberen interessierten Mächte direkt schädigen würde. In Lausanne handele es sich nicht nur um die Reparationen, sondern um bie europäische Wirtschaft. Diese Frage könne man jeboch nicht lösen, inbem man bie Lasten von ber einen Schulter auf bie anbere wälze, fonbern indem man die Achtung vor den Verträgen wahre, selbst wenn man ihre praktische Durchführung auf drei bis fünf Jahre aufschiebe. Die Form, in der der Laufanner Berichterstatter des Blattes diese These vorbringt, legt den Gedanken nahe, daß es sich hierbei um die Wiedergabe des amtlichen französischen Standpunktes handelt.
Tribute in Waren nur schädlich...
Layton erneut für völlige Tributstreichung.
London, 21. Juni.
In der „News Chronicle" gebt Sir Walter Lay- tou auf die von Herriot in Lausanne vorgebrachten