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Nummer 141*

Sonnabend/ Sonntag, 18./19. Juni 1932

22. Jahrgang

Hessische Abendzeitung

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Kasseler Neueste Nachrichten

Kaffeler Abendzeitung

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Wettrüsten" der politischen Verbände

Vie Organisationen »er Linksparteien »erstarkt / Annäherung zwischen Sozialdemokraten an» Kommnntsten / Weltecho der Lausanner Konseren,

Gemeinsame Links Opposition?

Gute englische presse für Papen

Einigung des Proletariats

menarbeit in demselben Maße wie Brüning bereit, wenn es sich darum handele, Heilmittel für die inter­nationalen Krankheiten zu finden.

Es sei bedauerlich für die politische Stellung der neuen Reichsminister, daß sie nicht die Männer seien, für die die Mehrheit des deutschen Volkes gestimmt habe. Offensichtlich wollten die neuen Männer die Maßnahmen durchführen, die sie sür die Rettung Deutschlands für nötig erachteten, so unpopulär sie vielleicht auch seien. Von einer Regierung, die dies tun wolle, könne man annehmen, daß sie auch die Verpflichtungen erfülle, die sie der Außenwelt gegen­über übernehmen.

Oie Anleihe für Oesterreich

Englisch s anzösischer Gegensatz verschärft.

mehr denn je als notwendig erachte. Als Voraus­setzung dafür aber müßten Sicherheiten gegeben sein, daß die Angriffe der kommunistischen Partei gegen die sozialdemokratischen Organisationen und ihre Führer eingestellt würden. Die seit Jahren betriebe­nen Versuche der Kommunisten zur Zersetzung und Zerreißung der sozialdemokratischen Arbeiter-Organi­sationen hätten bisher den notwendigen einheitlichen Kampf gegen den Faschismus unmöglich gemacht. Die Eiserne Front sehe keine Hinderungsgründe für eine Vereinheitlichung des Vorgehens, wenn die

gekommen. In Berlin entwickelte sich in der Frank­furter Allee eine ziemlich schwere Schlägerei zwischen Nationalsozialisten und Reichsbannerleuten, wobei die Polizei einschreiten und mehrere Verhaftungen vor­nehmen mußte. Ebenso werden aus Breslau, Duis-

Lausanne, 18. Juni.

Im gemischten Finanzausschuß für die österre.chi- sche Anleihefrage sind die Verhandlungen bis in die gestrigen Abendstunden fortgeführl worden, ohne daß ein Ergebnis erzielt wurde. Die Beratungen wurden auf Montag vertagt. Die Gegensätze zwischen der französischen und englischen Auffassung, die bisher bereits bestanden, haben sich weiter verschärft. Die französische Regierung verlangt, daß in der Präambel des Protokolls über die Gewährung der Anleihe ausdrücklich die Verpflichtung Oesterreichs ausgenommen wird, bis zur endgültigen Regelung der Anleihe keine Aenderung des gegenwärtigen Zu­standes vorzunehmen. Somit eine Verpflichtung gegen den Anschluß mit Deutschland. Die französische Regierung macht jetzt ihre Teilnahme an der Anleihe von dieser neuen Verpflichtung abhängig. Die end­gültige Zustimmung zu der Völkerbundanleihe an Oesterreich müsse im Völkerbundsrat auf Grund ein­stimmigen Beschlusses erfolgen. Es ist anzunchmen, daß die deutsche Regierung, die als ständiges Rats­mitglied bei der Entscheidung über die neue Anleihe für Oesterreich mitzubestimmen hätte, der Anleihe nicht zustimmt, wenn Frankreich auf seinen Forde­rungen beharxt.

die anderen sogenannten Wehr-Organisationen nun ebenfalls wieder ins Leben treten. '

Die Bundesleitung des Reichsbanners Schwarz-Rot- Gold veröffentlicht heute imVorwärts" einen Auf­ruf, worin alle Ortsvereine aufgefokderl werden, die sogenannten Schutzformationen (Schufo) sofort neu aufzustellen. Ter Auflösungsbefehl vom 14. April wird widerrufen und die Organisationsbestimmungen treten wieder in Kraft. Bis zum Sonntag, den 26. Juni, müsse überall im Reich der Stand vom 13. März wie­der hergestellt und jede Formation zur Uebernahme neuer Aufgaben bereit sein. Auch die am 8. Mai an- geokdnete Mitgliedersperre wird aufgehoben.

Hernot nach Paris gereist

Die Fünfmächte-Erklärung eineglückliche Lösung".

Ob es angesichts des Wiederauflebens der natio­nalsozialistischen Organisationen und angesichts der Tatsache, daß die Sozialdemokraten seit dem Kabi­nettswechsel in eine scharfe Oppositionsstellung getre­ten sind, nunmehr zu einem

neuen Zusammengehen zwischen bat beiden links-opposttionellen Parteien, den Sozialdemo­kraten und den Kommunisten

kommen wird, ist eine Frage, die schon seit längerer Zeit erörtert wird, aus die aber angesichts der sehr tief wurzelnden Feindschaft zwischen diesen Parteien nur schwer eine Antwort zu geben ist. Heute liegt ein Briefwechsel vor, der gewisse Aussichten in dieser Hinsicht eröffnen könnte, die man jedoch nur sehr skeptisch bewerten muß. Die Berliner Ortsvorstände der sozialdemokratischen Partei, der Gewerkschaften und des Reichsbanners haben, wie derVorwärts" mitteilt, gestern ein Schreiben der Berliner kommu­nistischen Bezirksleitung erhallen, in welchem gemein­same Demonstrationen der beiden Parteien vorge­schlagen werden. In dem Schreiben ist die Auffor­derung an die SPD. enthalten, im Interesse der Ver­stärkung des Maffenkampfes gegen den Faschismus die Freigabe der Massendemonstrationen zu unter­stützen. Die Antwort, die die Kampfleitung der Eiser­nen Front auf dieses Schreiben erteilt hat, besagt im wesentlichen, daß die Eiserne Front eine

Oer Aufschub der Reparationszahlungen

Lausanne, 18. Juni.

Die Reparationserklärung der fünf Mächte ist nach Mitteilung von französischer Seite dahin zu verstehen, daß die ab 1. Juli nach Ablauf des Hoo- vermorawriums wieder fälligen gesamten deutschen Reparationszahlungen sowohl der geschützte als auch der ungeschützte Teil bis auf unbestimmte Zeit bedingungslos hinausgeschoben werden. Die Erklä­rung bedeutet eine Neuregelung insofern, als der bisherige Vorbehalt Frankreichs wegen des unge­schützten Teiles der deutschen Reparationszahlungen damit in Wegfall kommt und sämtliche deutschen Re­parationslasten nunmehr unter die neue Erklärung der fünf Gläubigermächte fallen. Jedoch bezieht sich die Erklärung nur auf die deutschen Reparations­zahlungen und nicht auf die interalliierte Schulden­frage, die endgültig nur mit den Vereinigten Staa­ten geregelt werden kann.

Berliner preffestimmen

Berlin, 18. Juni.

Die Berliner Blätter nehmen intensiv Stellung zu der auf der Lausanner Konferenz abgegebenen Fünfmächteerklärung, sowie zu der Rede des Reichs­kanzlers von Papen. DieBörsenzeitung" meint: Wir haben die Fünfmächte-Erklärung zunächst als eine stimmungsmäßige Geste zu bewerten, deren prak­tischer Wert vorläufig nur in der Erkenntnis der Gründe der Weltkrise und in dem Bekenntnis zur Notwendigkeit einer Dauerlösung zu suchen ist. Die Regierung Papen muß es jetzt auf den deutsch-fran­zösischen Zweikampf ankommen lassen.

Die Ansicht derD. A. Z. ist folgende: Deutsch­land verlangt die sofortige und endgültige Streichung der Tribute. In der Fünfmächte-Erklärung wird ihm ein augenblickliches kurzes Totalmoratorium zuge­standen, nichts weiter. Und es ist kaum mehr die Frage, daß die Lausanner Konferenz, in dem sie for­mell bestehen bleibt, in dieser Hinsicht unverrichteter Dinge auseinander gehen dürste.

DerBörsenkurier" überschreibt seinen Leitartikel mitHerriot gießt Wasser in den Wein". Di«

Bochum, 18. Juni. In Wanne kam es gestern abend zwischen Angehörigen der NSDAP, und der KPD zu wiederholten Zusammenstößen. Ein Na- twnalsozialist wurde durch einen Messerstich erheblich verletzt. 12 Personen wurden vorläufig festgenommen. In Bochum gab es eine Schlägerei zwischen Kommu­nisten und Nationalsozialisten. In Wattenscheid wurve ein Polizeibeamter von Kommunisten durch Messerstiche schwer verletzt.

In Herne wurde bei einem blutigen Zusammen­stoß zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten ein kommunistischer Stadtverordneter schwer verletzt.

Großer Waffenfund

Hamburg, 18. Juni. In der Nähe des Ortes Heist wurde in einem abseits vom Verkehr liegen­den Gewässer, einem sogenannten Brack, ein großes Waffenlager entdeckt. Es wurden 65 Gewehre, Mo­dell 98 sowie 1600 Schutz Munition herausgefischt. Die Waffen waren sämtlich eingefettet; sie sind noch völlig gebrauchsfähig.

Verschärfte Gegensätze

Das Llniformverbot in Baden und Bayern

Lausanne, 18. Juni.

Der französische Ministerpräsident Herriot reiste Freitag abend nach Paris, um am Sonntag am Kabi­nettsrat teilzunehmen. Am Montag kehrt er nach Lausanne zurück.

Vor seiner Abreise erklärte Herriot der internatw- nalen Presse, der bisherige Gang der Verhandlungen sei als befriedigend anzusehen. Die Erklärung der fünf Mächte sei eine vorsichiiHe aber glückliche Lösung, um die Frage der Reparatkonszahlrng während'der Konferenz auszuschalten und eine ungeeiqnete Polemik zu vermeiden. Herriot betonte, daß er seine Aufgabe darin sehe, rn erster Linie die Interessen Frankreichs zu vertreten, jedoch eine Gesamtlösung im Rahmen der europäischen Belange herbeiführen wolle, die zu einer allgemeinen Befriedigung führe. '

von Bayern und Baden sich mit ihrem Beschluß einer Provokation gegen die Reichsregierung schuldig machen. Das Blatt wundert sich darüber, daß das Reichsinnenministerium den Vorgängen in Bayern und Baden mit einerunbegreiflichen Passivität" ge­genübersteht und es meint, es müßten sich Wege fin­den, um densüddeutschenZentrumsrebel- l e n" zu beweisen, daß sie mit ihren Beschlüssen sich einer politischen Auflehnung gegen die Verfügungen des Reichsoberhauptes schuldig gemacht hätten. So­lange das Reichsinnenministerium bei seiner oben üargelegten Auffassung bleibt, wird man einer derar­tigen Aeußerung derBerliner Börsenzeitung" kein besonders großes Gewicht beizumesfen haben.

Nach der Aufhebung des Uniformverbotes ist es gestern begreiflicherweise in vielen Städten des Rei­ches zu

Reibereien und Zusammenstößen

Amerika schweigt

Neuyork, 18. Juni.

Herald Tribüne" meldet aus Washingwn, das Staatsdepartement stelle die Berliner Meldung eines Na^richtenbüros, daß Hoover der Konferenz in Lausanne gekabelt habe, die Regierung der Ver­einigten Staaten sei gewillt, auch ihrerseits unter gewissen Bedingungen mit den europäischen Schuld­nermächten über Zahlungserleichterungen zu verhan­deln, nachdrücklichst in Abrede.

Kritik an der Fünfmächte-Erklärung

Eigener Drahtbericht'

Berlin, 18. Juni.

Nachdem die badische Regierung sich entschlossen hat, ein Uniformverbot zu erlassen, hat auch die bay­rische Regierung auf Grund der tumultuosen gestrigen Vorgänge im bayrischen Landtag den gleichen Beschluß gefaßt und somit ist für das Gebiet von Baden und Bayern eine Ausnahme ge -nüber der im übrigen Reich nunmehr vorhandenen Uniform-Freiheit ae- schaffen. Das Reichsinnenministerium beschränkt sich darauf, die juristische Frage eingehend zu prüfen, auf denen die beiden in München und Bayern nunmehr erlassenen Verbote beruhen. Es hat dagegen nicht die Absicht, gegen diese Verbote irgendwie einzuschreiten. Der Reichsinnenminstter, Freiherr von Gayl, hat be­reits bei der Veröffentlichung der Nowerordnung mit« geteilt, daß die Länderregierungen nur in denjenigen Punkten, in denen die neue Nowerordnung positive Bestimmungen getroffm hat, keine abweichenden Be­schlüsse fassen dürsten, aber in der Frage der Zulässig­keit von Organisationen und von U «formen hat die Notverordnung die bisher bestehenden Bestimmungen beachtet, hat aber keine neuen Bestimmungen getroffen. Infolgedessen haben die Länderregierungen auf Grund ver Reichsverfassung, Artikel 123 das Recht, nach den in ihren Landesgebiete» austretenden Bedürfnissen e..lsprechende Maßnahmen zu treffen. Auch gestern ist vom Reichsinnenministerium (Siehe auch die Rund­funkrede von Gayls auf der 2. Seite!) erneut und mit noch größerer Deutlichkeit restgestellt worden, daß die Länderregierungen in ihrer Entschkußfreiheit in dieser Hinsicht keineswegs beengt sind- und daß das Reichs­innenministerium keinerlei Schritte dagegen zu unter­nehmen gedenkt.

Es bleibt lediglich den betreffenden Organisatio- nen überlassen, von sich us Klage beim Staats­gerichtshof gegen derartige Verbote zu erheben >>nd dann mutz es sich zeigen, ob der Staats- lerichtshof diese Verbote für rechtsgültig erachtet oder nicht.

Dieser Sachlage wird in Berliner politischen Kreisen im allgemeinen in dem Sinne Rechnung getragen, wie es auch das Reichsinnenministerium tut. Lediglich di« dem ^eichswehrministerium nahestehende Berliner Börsenzeitung nimmt eine andere Haltung ein und stellt sich aus den Standpunkt, daß die Regierungen '

Die pariser Blätter zu Lausanne

Paris, 18. Juni.

Die erste Phase der Lausanner Konferenz, die am Freitag mit der Fünfmächtekonferenz endete, wird in der Pariser Presse, abgesehen von den ganz rechts­stehenden Blättern, mit Befriedigung ausgenommen. Man unterstreicht besonders, daß Frankreich nicht auf das Recht der Reparationen verzichtet habe, sondern daß es sich

lediglich um einen Aufschub handele, der an der augenblickliche«, juristischen Lage nichts ändere. Die Blätter heben ohne Unterschied der politischen Richtung hervor, daß Reichskanzler von Pape« in sehr geschickter, aber gemäßigter Form die deutsche Auffassung verteidigt habe. Seine Ausführungen seien unbedingt von dem guten Willen zu einer Ver­ständigung diktiert gewesen. Ma« erkenne in ihm den Diplomaten der alten Schule und des guten Tones. Perlinax betont imEcho de Paris", wenn man in Kreisen der französischen Abordnung darauf Hinweise, daß das Recht Frankreichs auf Reparatio­nen unberührt geblieben sei, so müsse man sich fragen, welche Bedeutung ein Recht habe zu dessen Nichtaus- übung man sich moralisch verpflichtet habe.

DerPetit Parisien" Betont, daß man das erste Ergebnis der Konferenz nur begrüßen könne, da es Frankreich voll befriedige. Deutschland hätte ange- I sichts der amerikanischen Haltung nicht mehr erwar­ten können.

Man habe Deutschland ein Geschenk gemacht, das sogar die Hoffnungen eines Brüning, der gewiß habgierig gewesen sei, übertreffe.

Wenn Macdonald und Herriot, von dem Wunsche einer sofortigen Entspannung ausgehend, keinerlei politische Bedingungen an ihre Geste geknüpft hätten, so verlange die Haltung der beioen Mächte doch eine Gegenleistung. Deutschland müsse endlich daran den­ken, auf dem Gebiete der S i ch e r h e i t ernste Garan­tien zu geben.

bürg, Essen, Leipzig und Stuttgart Zwischenfälle ge- JVofsische Zeitung" meint: Wir wollen hoffen, daß meldet, bet denen es sich zumeist um Zusammenstöße I der Kanzler des Kabinetts dernationalen Konzen zwischen Nationalsozialisten, Reichsbannerleulen und I tration" nicht an jenem Punkte Halt machen und sich Kommunisten handelte. abwartend verhalten will, an dem sein Vorgänger

Die Wiederherstellung der SA.-Formationen und ^as ,,Berliner

ihr öffentliches Auftreten in Uniform hat selbstver- Tageblatt ist der Auffassung, wenn es auch in ~au= stündlich zur Folge gehabt, das, ^nne Augenblicke gegeben habe, in denen man ge-

1 glaubt habe, mit der Fünfmächte-Erklärung einen sehr großen Schritt nach vorwärts getan-zu haben, so sei diese Illusion durch die Rede Herriots gründ­lich zerstört worden. -

London, 18. Juni.

In der Londoner Presse ist jetzt ein ganz deutlicher Umschwung zugunsten der Regierung von Papen fest- zustellen. DieTimes" schreibt in einem Leitartikel, der völlig diesem Thema gewidmet ist, der neue deut­sche Kanzler habe die Befürchtungen entkräftet, die im Auslande hinsichtlich der Rückwirkung des Regie­rungswechsels auf die internationalen Beziehungen gehegt worden seien. SHnc Rede in Lausanne habe den deutschen Standpunkt mit Nachdruck und lieber zeugungskraft, aber auch mit einer Mäßigung darge­legt, die den allergünstigften Eindruck nicht zum min­desten auf die französische Abordnung gemacht habe. Die neue Regierung sei zur internationalen Zusant-

Kommunisten die vorher erwähnten Voraussetzungen ehrlich erfüllen würden.

Schwere pottttsche Zusammenstöße in Rheinhessen

Groß Gerau, 18. Juni.

Im benachbarten Geinsheim sollte gestern abend eine sozialdemokratische Wahlversammlung stattfin- den, zu der Mitglieder des Reichsbanners aus Groß- Gerau und Trebur erschienen waren. Bei der An­kunft der 70 Reichsbannermitglieder in Geinsheim wurden sie von etwa 200 Geinsheimer Einwohnern die natwnalsozialistisch eingestellt sind, mit Hacken, Sensen und Knüppeln angegriffen. Ein Reichs­bannermann aus Trebur erlitt einen fchweren Schä­delbruch. Zwei weitere Reichsbannerleute wurden ebenso tote ein Geinsheimer Einwohner schwer verletzt Zahlreiche weitere Personen erlitten leichtere Ver­letzungen. Gendarmerie und das aus Darmstadt her­beigerufene Ueberfallkommando stellten die Ruhe wie­der her.