Freitag, 17. Juni 1932
Kasseler Neueste Nachrichten
Leite 3-1. Veilap
Ltnfere Heimat
O, schöne Erntezeit!
Begrüßenswerte Neuerung. Ab Sonntag werden Sonntagsgabelkarten zwischen der Kraftpost Kassel— Niedenstein und der Kleinbahn Kassel—Naumburg zur Ausgabe gelangen. Diese Karten berechtigen zur Fahrt von Wilhelmshöhe «Kleinbahn) nach Hoof oder Breitenbach Steinbrüche und zur Rückfahrt mit der Kraftpost von Niedenstein nach Kassel. Gleiche Karten für die umgekehrte Richtung gibt die Kraftpost aus.
Oer Landkreis in der Enge
Der Landkreis Kassel, der als Bezirksfürsorgever. band bereits über 4000 wohlfahrtserwerbslofr Parteien zu betreuen hat, war heute nicht in der Lage, den 70-prozentigen Anteil auszuzahlen. Auf den seit längerer Zeit dem Ministerium des Innern vorgelegten Beihilfeantrag wird aller Borausficht nach eine günstige Entscheidung ergehen, die es dem Kreise möglich macht, seinen Verpflichtungen gegenüber dem not. leidendsten Teil seiner Bevölkerung nachzukommen. Wenn auch kein Anlaß zu Beunruhigungen vorlicgt, so ist doch diese schmerzliche Tatsache ein Beweis für die außerordentlich gefährliche Lage, in die oUe Kreise und Gemeinden schuldlos geraten find, deren Er- werbslosigkeit über das normale Maß hinausgeht. Glücklicherweise ist die besondere Lage des Kreises Kassel dex prozentual und absolut die höchste Er- werbslosenzisfer im Regierungsbezirk aufweist, dank der vielfachen Vorstellungen des Landratsamts bei den Zentralstellen genau bekannt, sodaß mit einer baldigen Hilfe zu rechnen ist. Trotzdem beweist dieser Zahlungsverzug, wie dringend notwendig eine organische und finnvollc Neuregelung des Lastenausgleichs ist, um kommenden Erschütterungen vorzubeugen.
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Weimar. Die Niederlegung der Mandate der Gemeindevertretung, über die wir bereits berichteten, hatte eine außerordentliche Versammlung der SPD. zur Folge. Bürgermeister und Gemeindeverordnete legten die Gründe der Mandatsniederlegung noch einmal dar, doch wurde der Schritt von verschiedenen Diskussionsrednern scharf kritistert. Erwähnt wurde, daß in einer Sitzung des G e m rinde v o r st a n d e s auf Antrag der Rechten die Richtsätze für die Womfabris-rwerlislosen erhöht wurden. Am 25. Juni findet nunmehr in der Angelegenheit eine öffentliche Bürgerversammlung statt, in der die Vorkommnisse in der vorwöchigen Gemcindevertretersitzung, die zum Beschluß der Mandatsniederlegung führten, zur Sprache kommen sollen.
Aus dem Kreis Hann. Münden
Hann. Münden. Gefahren für die Fischzucht. Von dem Schleusenwärter Gobrecht wurde an der Werraschleuse eine Wollhandkrabbe gefangen. Der Schleusenwärter erklärte, daß es bereits das dritte Tier sei, das er in der Werra gefunden hat. Unsere heimischen Fischer werden jedenfalls nicht besonders von diesem Funde erfreut sein, denn es ist anzunehmen, daß die Wollhandkrabbe auch die Fulda aufwärts kommen wird. Bekanntlich schädigt die Wollhandkrabbe den Fischbestand der Flüsse ganz erheblich.
Hann. Münden. Neue Eispreise. Die Preise für Eis aus dem städtischen Kühlhause betragen vom 15. d. Mts. ab je Zentner für Schlachter 1,10 Mark, für hiesige Privatleute 1,40 Mark, für Auswärtige 1,80 Mark.
Aus dem Kreis Melsungen
Gensungen. Schützen voran! Einer starken Beteiligung erfreute sich das Preisschießen des Kleinka- liberschützenvereins. Den ersten Preis mit 36 Ringen errang Heinrich Vaupel.
Beiseförth. Der Krieger-Schützenverein hielt ein Uebungsschießen ab. Zum zweitenmal errang Schütze Rothämel die Anwartschaft auf den vom Verein gestifteten Wanderpokal. Eine gute Leistung vollbrachte auch der Schütze Fischer. Er holte sich mit 143 Ringen die „Kleine Jahresspange" in Bronze.
Heimatfest am „Heffentmm"
in Niedenstein.
Am 19. Juni begeht die Hessenturmstadt Niedenstein ihr erstes Jahresfest am Hessenturm. Diese Veranstaltung soll für die Zukunft das traditionelle Heimatfest werden. In diesem Jahre der Not wird das erste Heimatfest am Hessenturm ohne großen Aufwand gefeiert werden. Es werden am Sonntag die beiden Jnschriftsteine links und rechts der Eingangstür des Hessenturmes enthüllt, die nach den Entwürfen des Äezirkskonservators von dem Bildhauer Ludwig Knatz hergestellt sind und von ihm dem Gebirgsverein und seiner Vaterstadt zum Geschenk gemacht wurden. Die kleine Enthüllungsfeier wird umrahmt von musikalischen Vorträgen der beiden Gesangvereine, des Mandolinenklubs sowie der Stadtkapelle. Am Abend findet unter der Hessenturmhalle ein Lampionfest statt und um 10 Uhr Turmbeleuchtung.
Aus -em Kreise Witzenhausen
Hess. Lichtenau. Vom Kegelsport. Einen außer- ordenrlich interessanten Kegelkampf lieferten sich die Kegelklubs „Triumph"-Kassel und „Sportgeist"-Hess. Lichtenau. Der um den Kielhornpokal ausgetragene Kampf wurde von „Triumph"-Kassel mit plus 40 Holz ent^ den. Vorjähriger Pokalsieger war „Sportgeist"-Hess. Lichtenau. Zu dem Kampf (50 Wurf in die Vollen) stellten sich von jedem Klub 14 Kegler. Die Siegermannschaft errang: Bornmann 325, Hewig 308, Krech 295, Zinke 289, Mors 287, Imke 286, zusammen 1790 Holz. „Sportgeist"-Hefl. Lichtenau erreichte mit Guttmann 318, Gebhardt 309, Steiner 302, Eales 277, Zahnmetzer 272, Nolde 272, zusamnr. 1750 Hol'. Bei deckt Kampf Klub gegen Klub erreichte Hess. Lichtenau 3819 und Kassel 3657 Holz. Den Guttmann-Wanderpreis für den besten Kegler des Tages errang Bornmaitn-Ka^el. Der Rückkampf findet im September in Kassel statt.
Rommerode. Meißner - Wehretal - Sängerbund. Jahr um Jahr bedeutet das Gau-Treffen des Meißner-Wehretal-Sängerbundes ein gesangliches Ereigni. Das Gau-Treffen ist am kommenden Sonntag. Von den angeschlossenen Bundes-Vereinen Waldkappel, Walburg. Velmeden, Harmuchsachsen, Hasselbach, Küchen, Holstein, Burghofen, Hetzerode, Hopselbe, Fürstenhagen, Eschenstruth und Romme
rode wird mit einer Beteiligung von rund 400 Sängern gerechnet, die vom Samnlelpunkt Walburg in inem Sonderzug geschlossen nach Rommerode fahren. Im Mittelpunkt steht das Wertungssingen mit Preisverteilung. Neben dem Pflichtlied in zeitgemäßer Abstimmung „Nur die Hoffnung festgehalten . . .* muß von jedem Verein noch ein zweiter Get- tgsvortrag nach beliebiger Wahl erfolgen. Von besonderem Interesse sind auch die Massen-Chöre.
Aus Wttzenhausens Eiat
Annahme des Etats zurückgestellt.
Der Etat schließt mit einem Fehlbetrag von ca. 23 000 RM ab, für den bis jetzt keine Deckung vorhanden ist. Der Antrag, die Sitzung auszusetzen und die Beratung des Etats aus 6 Wochen zurückzustellen, ergab Annahme. Bürgermeister Domke erstattete den Verwaltungsbericht für 1931 und betonte: Wenn die städtischen Finanzen dem immer stärker werdenden Druck der öffentlichen Fürsorge haben standhallen können, so wird dies in erster Linie dem Umstand zu verdanken sein, daß von der Verwaltung eine vorsichtige Finanzpolitik und äußerste Sparsamkeit geübt worden ist. Der Fremdenverkehr ließ gegen das Vorjahr nach. Mehrere größere Tagungen fanden statt. Die Stadt Witzenhausen besitzt ein Mtivvermögen im Wert von 1862 974 RM, d m ein Passivvermögen von 596 955 RM gegenüber« 5t. Der Titel Wohlfahrt bildet das Hauptsorgen nd der Stadtverwaltung. Die Wochenunterstützung stieg von 672,70 auf 1263 RM. In den Verhältnissen der deutschen Kolonialschule hat sich nichts wesentliches geändert. Eine geheime Sitzung schloß sich an.
Aus dem Kreise Eschwege
Wichmannshausen. Steuerermäßigung und doch Etatsausgleich. Die Gemeindevertretung faßte den Beschluß, die Zuschläge zur Gemeindevermögenssteuer vom unbekannten Grundbesitz um 40 auf 220 Prozent zu ermäßigen, da eine Erhöhung der Zuschläge auf 260 Prozent für den bebauten Grundbesitz untragbar seien. Hiermit ist der Einheitssatz von 220 Prozent für den bebauten und unbebauten Grundbesitz erreicht. Ein vorhandener Fehlbetrag kann durch einen Kassenbestand aus dem Vorjahre abgegolten werden. Die Gemeindejagd wurde in zwei Parzellen zu 250 resp. 225 RM. neu verpachtet. Beschlossen wurde ferner die Instandsetzung der Lehrerwohnung.
Germerode. Einbruch. Einbrecher drangen in die Gastwirtschaft Stephan. Sie entwendeten Zigarren, Zigaretten, Tabak und Alkohol.
Aus Waldeck
Bad Wildungen. Der Rote Kreuz-Tag ist auch hier erfolgreich verlaufen. Die Sammlerinnen brachten den Betrag von 289 RM. zusammen. — Bolkskirchentag. Der diesjährige Volkskirchentag der Waldeckischen Landeskirche wird am 6. Juli in Waldeck abgehalten.
Bad Wildungen. Die Metzger protestieren und haben eine Eingabe an den Magistrat gerichtet we- gen der zu hohen Schlachthausgebübren, die es ihnen nicht ermöglichen, gegen die in letzter Zeit von auswärts kommende Konkurrenz sich behaupten zu können.
Mengeringhausen. Stavtverordnetenfitzung. Der neue Stadw rordnete Friedrich Meuser wurde als Nachfolger des verstorbenen Stadwerordneten W. Marioth verpflichtet. Betreffs Abgabe von Bauplätzen durch die Stadt wurde beschlossen, für den Quadratmeter Baufläche 2,70 Mark zu fordern. Ferner wurde gefordert, daß sich die Bauinteressenten den von dem Gemeindevorstand aufgestellten Bau- richtlinieu anzupassen haben. — Die Umzugskosten des Schulamtsbewerbers wurden zurückvergütet. — Der Antrag auf Pachtsenkung verfiel der Ablehnung. — Ein Antrag des Verkehrsvereins betr. Ueberlagung der Stadthalle zu einem Sommerfest wurde gebilligt.
Verhaftung von Einbrechern
Die Heuernte hat begonnen. Die Sensen rauschen durch blühende Grasteppiche. Ratternde Maschinen fahren über grüne Halden und scheren den Wiesen den grünen Pelz.
Heuernte in Hessen und Waldeck! Das ist ein Fest! Festtage sind es in Mutter Natur, und doch sind es Tage voller Mühe und Arbeit. Die Erde singt eine jubelnde Symphonie von dem Schöpfergeist, der auch in diesem Jahre die Erde reich gesegnet hat. Da zuckt an manchem Morgen in den Gliedern der Mäher der Krampf, da rinnt am Mittag in der heißen Sonnenglut der Schweiß in Strömen vom Angesicht, da fliegen die Arme, Sensen, Gabeln und Rechen schwingend, schneller als sonst. Die Sonne hängt wie ein glühender Ball am Himmel. Was sich rühren kann eilt hinaus auf die Wiese, ins Heu! Knecht und Magd, Bauer und Bäuerin mit Kind und Kegel.
Ein frischer Mähmorgen dämmert aus den Wolken. Die Weckuhr schrillt in der Kammer des Bauern, lange vor dem ersten Hahnenschrei. Die Nacht hockt noch schwarz im Hause. Aus der Scheunentenne werden die Sensen hervorgeholt. Die Bäuerin füllt die Schlotterfässer mit Wasser; an breite, um die Hüsten geschnallte Riemen werden sie befestigt.
Nun schreiten sie durch das Dorf, in dem es schon lebendig geworden ist, der Wiese zu. Noch etwas schlaftrunken schwanken sie dahin. Selten ein Wort, denn alle Gedanken sind schon bei der Arbeit, die draußen ihrer harrt.
Dort liegt die. Wiese im dämmernden Morgen. Abertausend Frühlingsblumen lächeln schläfrig in das Morgenlicht, das am östlichen Himmel zuckt. Sie ahnen nicht, daß dieser neue Tag sie jäh aus ihrem Blütenträumen reißt, daß sie sterben müssen unter dem harten Streich der Sensen. Tauperlen glitzern an Millionen Grashälmchen.
Da Hingt es hart! Der Wetzstein fährt über die Sensen. Mit einem „Gott walt's!" schneidet der Bauer die Wiese an. Wunderbar ist der Schwung seiner Arme beim Mähen. Die Bäuerin folgt ibm in kurzem Abstand. Gleichmäßig zieht sich Schwaden neben Schwaden über den Wiesenplan. Heuhüpfer springen den Mähern entsetzt über die Senfe.
Die drei gotischen Bogen im Schloßpark, die sich harmonisch in das Stadtblld einfügen und einen idealen Rahmen für die Festspiele bilden, wecken gewiß in manchem den Wunsch, auch den Aufführungen des „Till Eulenspiegel", „Faust" und „Sommernachtstraum" beizuwohnen. Doch wer kann in dieser Notzeit noch Geld für luxuriöse geistige Genüsse ausgeben? Sehr wenige nur, wird vielfach geantwortet.
Trotzdem hofft die Stadt, daß wie in den letzten Jahren, ein großer Prozentsatz der Bevölkerung der Provinz und darüber hinaus aus ganz Deutschland, der alljährlich Marburg einmal aufsucht, auch in diesem Jahre zum Besuche der Festspiele eintiifft.
Erstklassige Schauspieler, deren Namen für höchste Kunstgenüsse bürgen, sind für die Festspiele verpflichtet worden: Der Oberspielleiter Dr. Budde, die Schauspieler Leopold Biberti, Dr. Rudolf Blüm- ner, Robert Bürkner, Güncher Heß, Georg August Koch, Theodor Leitner, Erich Strömer, Dr. Ludwig Wüllner, Marthe Stein, Hanne Mertens, Hansi Raff«, Renöe Stobrawa usw.
Die Festspiele sollen Ärarburg wieder für Monate zum Mittelpunkt des Fremdenverkehrs machen. Die Marburger Geschäftswelt, die unter der gegenwärtigen wirtschafllichen Depression sehr zu leiden hat, erhofft von den Festspielen eine bedeutende Belebung. Marburgs gute und vornehme Hotels mit mäßigen Preisen, die alten historischen Gaststätten und Bierlokale haben sich alle gerüstet, die Fremden zu empfangen und auf das Beste für ihre Bewirtung zu sorgen. Auch das einheimische Gewerbe tote z. B. die Marburger Töpferkunst hat sich sehr gut entwickelt und mancher Fremde wird sich an den neuen Plastiken und kunstgewerblichen Gegenständen begeistern.
Erwerb -es Marburger Schlosses
durch die Universität.
In Corbach.
Von der Polizei wurden zwei junge Burschen verhaftet, die in Frankenberg einen Einbruch verübt hatten, bei dem ihnen wertvolle Gegenstände in die Hände gefallen waren. Die beiden Diebe hatten auf Rädern das Weite gesucht, konnten aher in Corbach festgenommen werden. Der Einbruch ist deshalb besonders zu verurteilen, well der Bestohlene die jungen Burschen aus Milleid eine Nacht beherbergt hatte. Der Diebstahl war Dank für die Wohltat.
Zu die Holzsäge geraten
Beim Holzschneiden kam der Sohn des Landwirts Heinemann in Sachsenberg mit der Hand in die Kreissäge. An Arm und Fingern erlitt er schwere Ver- letzuixgen.
3n -en Teich gesprungen
Eine Lebensmüde in Haina.
Ein Mädchen sprang In den in der Nähe der Anstalt Haina befindlichen obersten Teich, wo sie ein Wärter der hiesigen Anstalt sand und die Bergung veranlaßte. Aus hinterlassenen Briefen geht hervor, daß das Mädchen aus Kummer über eine unheilbare Krankheit den Tod in den Wellen gesucht hat.
Oie Bürgermeister tagten
In Ziegenhain.
Landrat von Steinrück behandelte in seinen Ausführungen die heutige Notzeit und ihre Auswirkung auf die Kommunen. Arbeitsamtsdirektor Ludolph- Treysa behandelte die Frage des freiwilligen Arbeitsdienstes und der Notstandsarbeiten. Kreisaus- schutzsekretär Witge sprach über Arbeitsbeschaffung für Krisen- und Wohlfahrtserwerbslose. Bürgermeister Hoos-Leimbach berichtete über die Frage der Besoldungsholzrente der Bürgermeister in Kurhessen und betonte, daß die Rente zur Auszahlung gelange. Beantragt wurde, daß die Schulserien im Kretse möglichst nach dem Stand der Erntearbeiten gelegt werden.
Festspiettage in Marburg
Alt-Marburg prangt im vollen Sommerblütenschmuck. Aus jedem Fenster der krummen verträumten Gassen bis zum Schloß hinaus grüßen bunte Fahnen und Wimpel. Die Stadt steht im Zeichen der Festspiele, die trotz der gegenwärtigen schweren Zeit der Wirtschaftskrise und der großen Sorgen weiter aufgeführt werden sollen. Obwohl Marburg erst vor fünf Jahren die Festspiele eingesührt hat, sind sie so populär geworden, daß man sich einen Sc mmer in Marburg ohne Festspiele nicht mehr denken kann.
Wie die Universität Marburg mitteilt, soll beim Erwerb des Schlosses durch die Universität nur die religionskundliche Sammlung vom Jubiläumsbau in das Schloß verlegt werden, nicht auch das Preußische Institut für Kunstgeschichte.
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Marburg. Schwerer Unglücksfall. Eine Frau ans Schönstadt, die mit ihrem Fahrrad unterwegs war, kam dadurch schwer zu Fall, daß sich der Mantel von dem Fahrrad loslöste. In bewußtlosem Zustande und mit schweren Verletzungen wurde die Verunglückte in die Chirurgische Klinik gebracht.
Unfall durch scheuende Pferde
in Düdinghausen.
Die Pferde eines Landwirts scheuten vor einem in schneller Fahrt entgegenkommenden Motorrad und fetzten mitsamt dem Wagen, auf dem der Landwirt faß, über den Straßengraben. Dabei fiel der Lenker herunter und das Hinterrad des Wagens ging über seinen Körper. Mit schweren Brustquetschungen und inneren Verletzungen wurde der Verunglückte zum Arzt transportiert.
Aus dem Kreise Schmalkalden
Schmalkalben. Die Bewegung unter de« Wohl- kahrtserwerbslosen hat nachgelassen, seitdem mehrere Vertreter derselben in Kassel mit dem Regierungspräsidenten verhandelt haben, ohne etwas zu erreichen. — Eine Zentralstelle für Autodienst will der Verkehrsverein im Hotel Adler einrichten. — Reue Diebstähle. Nachdem in letzter Zeit zahlreiche Jahrräder gestohlen wurden, stahlen unbekannte Täter letzt einen an der Bahnhofstraße stehenden gefüllten Schokoladenautomaten.
Aus dem Kreise Warburg
Warburg. Durch Zigeuner bestohlen. In der Stadt Borgentreich verstand es eine Zigeunerin auf einem Bettelgange in einer Privatwobnung an die Geldbörse zu kommen, die sie mitnahm. In einem Laden derselben Stadt wurden Waren heimlich mitgenommen. In Bühne ist ein Hühnerstall nachts ausgeräubert worden. Im östlichen Zeile des Kreises sind mehrere kleinere Diebstähle von Zigeunern verübt worden, unter anderem auch ein Wäsche- diebstahl.
©erntete. Vom Auto angefahren. Der Eisenbahnbeamte H. wurde auf der Straße Offendorf—Germete von Passanten aufgefunden. H. war von hinten von einem Kraftwagen angefahren und zur Seite geschleudert worden, wobei der Betroffene schwere innere Verletzungen erlitten hatte. Der Autofahrer war weitergefahren, ohne sich um den Verletzten zu kümmern.
Natzungen. Einbruch im Pfarrhaus. Während der Frühktrche brachen Diebe im Pfarrhaus ein. Da bte Bewohner des Hauses in der Kirche weilten, konnte der Einbruch ungestört vonfiatten gehen.
Es ist 7 Uhr. Großmutter bringt den Mähern den Morgenkaffee. Und während die Morgenglocke vom Dorfe herüber Hingt, sitzen sie draußen auf den Schwaden und schlürfen das heiße Getränk.
Die Arbeit geht weiter. Das Sonnenlicht schiebt irch höher am Himmel hin. Es wird schon heiß. Der Bauer wirft seinen Rock aus, die Bäuerin mäht schon längst hemdärmelig.
Die Wiese liegt im „Dampf". Jetzt zerren sie die Schwaden auseinander, damit die Sonne jedes Hälmchen dürr machen kann. Zusehends welkt Gras und Blüte und schon trägt der Wind den ersten Heugeruch über die Flur.
Spät am Nachmittag nahen sie wieder mft dem Rechen, um das Heu zu wenden . Auch die Großmutter kommt mit und das Annache mit dem Kinderrechen. Das Heu wird gewendet. Hintereinander gehen sie leichten Schrittes über die Wtese und schwingen den .Heurechen. Unerbitttich strahlt die Sonne vom Üef- blauen Himmelsgewölbe herab und vollendet das, was der Schnitter nicht zu schaffen vermag. Der Dauer freut sich über das wurtderbare Heuwetter, das thm die Arbeit erleichtert.
Wieder steht nach einem anstrengenden Mähmorgen ein fonniger Tag über dem Land. Roch zweimal haben sie das Heu gewendet. Nun ist es gut und wird in langen Zeilen zusammengeschlagen. Der Bauer naht mit dem Heuwagen. Während die Bäuerin es ihm mit der Gabel hinaufreicht, schichtet es der Bauer gleichmäßig auf den Wagen. Nachdem der Heubaum hinaufgereicht und befestigt worden ist, schwankt der Wagen heimwärts zur Scheuer hin, durch die nun ein frischer Heuduft zieht.
Draußen aber liegt die Wiese öd und kahl. Ihres Schmuckes beraubt, träumt sie von neuem Werden, das aus dem Lichte des Himmels über sie kommen wird.
Keine Arbeit ist so gesegnet wie die des Landmanns, lieber all threr Schwere steht mit unsichtbaren leuchtenden Buchstaben am Himmel geschrieben: „Völker sollen leben durch ihrer Hände Arbeit! Und so lange die Erde steht, soll nicht aushören Saat und Ernte.
Schorbach.
Entwendet wurden Schmuckfachen, Nahrungsmittel und ein größerer Geldbetrag. Nachforschungen nach den Tätern blieben erfolglos.
Brilon. Einbruch. Einem dem Zahnarzt Lohmann gehörige Wochenendhaus am Poppenberge statteten Diebe einen Besuch ab. Nachdem sie sich an den Lebensmittelvorräten reichlich gestärkt hatten, sind sie offenbar verscheucht worden.
Aus -em Streife Biedenkopf
Biedenkopf. Die Bremse versagt. Dem Viehwagen eims Siebente; jcr Metzgers versagte unterhalb Eschborn an bet abschüssigen Straße bie Bremse. Der Wagen kam ins Rutschen und überschlug sich, ben Wagenführer unb einen Postboten unter sich begrabenb. Währenb ber Metzgergeselle mit leichteren Verletzungen davonkam, erlitt ber Postbote schwere Verletzungen.
Biedenkopf. Rot lehrt beten. Die Stadt hat mit dem Staat einen neuen Vertrag bezüglich des Gymnasiums abgeschlossen, der für die Stadt die Kosten von 45 000 Mark auf 29 000 Mark senkt.
Biedenkopf. Opfer des Verkehrs. Der Postbote Haffer aus dem Kreisorte Gönnern, der bet einem Unfall zwischen der Ludwigshüite und Eifa schwere Verletzungen erlitt, ist im Krankenhause an den Folgen der Verletzungen verstorben. Der Tote steht erst tm 30. Lebensjahre und hinterläßt eine Frau, Kinder sowie einen erblindeten Vater.
Biedenkopf. Einbrecher am Werke. In Abwesenheit der Hausbewohner wurde die Wohnung eines Landwirts erbrochen. Ueber 200 RM fielen dem Dieb in die Hände. Die Ermittelungen lenkten den Verdacht auf einen Gehilfen der Gärtnerei E-, der auch die Tat einaeftanb. Das Gelb wurde bei ihm gefunden. Der Dieb wurde verhaftet.
Gladenbach. Unfall beim Mähen. Beim Mähen stürzte ein Einwohner in einen Graben. Die Sense brachte dem Mann schwere Schnittverletzungen an den Händen bei, so daß er der Klinik eingeliefert werden mußte.
Sirompreisermäßigung angekün-igi
im Streife Biedenkopf.
Die Ueberlandzenttale hat eine Strompreisermäßigung für Drefchzwecke und Brennholzschneiden an- geordnet und zwar in ber Gestalt, daß bie Städte unb Gemeinden den in Frage kommenden Personengruppen den Strom für 12 Psg. abgeben können unb sollen. Die Ueberlandzenttale erwartet, daß Gemeinden und Unternehmer auch die Löhne für diese Zwecke senken, damit die Allgemeinheit von der Vergünstigung einen Vorteil hat.
RUNDFUNK
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Programm für Sonnabend, 18. Juni
mirftf
Äheniptogramm ber enn>päif<6en Cesber
■nb
: Taur-
Lt—t .00: Meiller des Ja» Wie«
17.00: Wnf-Mr-Tee
16.30: UMerialrungskenzert
51.00: Sertnabe
28.00: Abendkonzert
20.00: Bon Langenberg: Luftiger Abend
22.20: TageSnachrichten — »Dortbenät
2245—24.00: Bon Berlin: Tanzmusik
KSuiaswnllerbanien
14.00: Bon Berlin: Konzert
16.30: Rachmittagskonzerk von Hamburg
17.80: Hvgiene auf Reifen — Eine Tzene ün Eisenbahnabteil
17.50: Die mecklenburgische Oftseelandfchaft
18.05: Seeräuber einst und jetzt
18.30: Erlebnis an der Zeichnung — 8. Richter
19.80: Kirche und Kultur
20,00: Bon Köln: Luftiger Abend
Laugeuberg
18.00: Mittagskonzcrr
18.15: SirtfchaftSmeldungen
18.23: Neubildung von WirrfchaftSräumen. Vortrag
18z50: ..Der letzte Goethe". Aus den literar. Versuchen deS Kammerherrn Walter v. Goeche. Mit einer Einführung v Dr. Kranz Wallner
19.15: Wetterdienst. Wirt- ubastSmeldungen
19.2a: Bon Mannheim: 1000 Sorte Pfälzisch
Frankfurt
6.00: Wettermeldung
Anfchl. Morgengymnastik
7.05: Srübkonzert der Kur- kavelle Bad Bertrich
10.10: Bon der Deutschen Welle: Lchulfunk: Am Kampf um die Erforschung der Arktis
12.00: Bon München: Mittagskonzert
12.50: Nachrichten
13.00: Konzert auf Schallvlatten
15,30: WaS ermattet die Jugend vorn Rundfunk? Gcwräche mit jungen Leuten
16.00: L runde der Jugend
17/0: Kurkonzert aus
— 21.00:
Beromü aller: 20.00: Aus Coern und Operetten. — 21.45: Tanzmusik? Budave ft: 20.20; grien und Lieder. — 21.00: Bon Wien. — 22.15: Zigeunerwullk. <K T a y e n- tro: 19.30: Tanzmusik. — 20.00: Waterloo. Sörbilb. — 21.50: Orchesterkonzert. — 22.35: Tanzmusik. <♦> Lover- Sagen: 20.00: Keltere Tanzmusik. — 20.50: Däni'rne Volkslieder — 21.50: Sonaten fftr Violine und »laoier. — 22.25: Orchellerkonzert. K Mailand: 20.15: Lrchifter- tonzerr. — 2l.«: Ooernuberrraaung oder $infonie£cn..ert; anf*r. 23255: Tanzmusik <$> Jt o m: 20.45: ..Diamileb". Ov« von CalallNl. <♦> Sa rsch a u: 20.0Ö: Leichte Munk. — 2lhöo: Hörspiel. — 22.05: Klavierkonzert. — 22450: Tom.