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3tr. 139 / Zweiundzwanzigffer Jahrgang

Äeffefer Tkeueffe AachnAken

Donnerstag, 16. Juni 1932 / 2. Beilage

„Zuletzt Eisenbahnattentäter — vorher Kaufmann"

Oer erste Tag im Matufchka-Prozeß

Von unserem Sonderberichterstatter.

Wien, 16. Juni.

Aus allen Hauptstädten Europas sind Kriminalisten nach Wien gekommen, um der Verhandlung gegen Silvester Matuschka beizuwohnen, die Presse aller Länder ist vertreten, der Andrang des Publikums ist ungeheuer. Wollte Matuschka mit seinen Verbrechen nur erreichen, daß die Aufmerksamkeit der Welt auf ihn gelenkt wird, so hat er dieses Ziel erreicht. Er tst der Mittelpunkt des größten Sensationsprozesses unserer Zeit.

Die allgemeine Spannung war vor Beginn der Verhandlung auf die Hauptpersonen gerichtet, den Angeklagten und seine Fran. Zur angesetztrn Zeit erscheint Irene Matuschka im Saal und wird vom Wachtmeister zur Zeugenbank geführt. Auch sie fühlt sich der eigentümlichen Situation, in der sie sich befindet, gegenüber einigermaßen verpflichtet. Die schlanke hochgewachsene Frau hat, wie v altmodischen Detektivfilmen, für die Verhandlung eine schwarze Toilette mit weißen Spitzenkragen gewählt. So posiert sie vor den Photographen und gibt den Pressevertre­tern bereitwillig Antwort auf die zahlreichen Fragen. „Ich bin gar nicht aufgeregt, es koinmr alles, wie es das Schicksal will. — Ich freue mich, daß ich morgen im Prozeß vor so vielen Menschen werde sprechen können, die alle hören werden, was Silvester Ma­tuschka für die Erlösung der Menschheit getan hat."

Dieser Glaube an den Edelsinn ihres Mannes, der die Nacht vor dem Prozeß ruhig geschlafen hat, hindert sie nicht, zu erwähnen, daß sie ihren

Mann für geisteskrank halte.

Dann erklärt sie noch, daß sie ihr liebes Töchterchen zu Hause gelassen habe, um es vor den schweren see­lischen Schäden zu bewahren, denen es hier ausge­setzt wäre. Das liebe Kindchen wollte doch so gern mit zum Prozeß kommen!

Das ist Frau Matuschka.

Um J410 Uhr erscheint der Angeklagte, auf das sorgfältigste gekleidet. Das Gesicht ist glatt rasiert, wohl gepflegt. Die schlanke Gestalt umhüllt ein dun­kelblauer Anzug von elegantem Schnitt, an den Hän­den trägt er dunkelgraue Handschuhe. Er ist zunächst sichtlich befangen und wagt kaum den Blick zu er­heben. Die Befangenheit verliert sich aber bald, er blättert, während die Plätze im Gerichtssaal sich füllen, in seinen Akten, korrigiert hier, macht dort Notizen.

Die Zeugen werden aufgerufen. Der Vorsitzende des Gerichts beurlaubt Frau Matuschka bis zum Zeitpunkt ihrer Vernehmung, am 17. Juni gegen 9 Uhr früh. Frau Matuschka verläßt den Saal, ohne auch nur einen Blick auf ihren Mann zu werfen. Matuschka legt zwei Finger an die Lippen und wirft seiner Frau mit tragischer Geste Handküsse nach. Der Vorsitzende fragt ihn, wann er geboren sei, Matuschka antwortet, im Jahre zwomalzwoundneunzig. Als der Vorsitzende ihm entgegen hält, daß das doch Unsinn sei, verneigt sich der Angeklagte mit einem dankbaren Lächeln auf den Lippen. Dann wird ihm die übliche Frage vorgehalten, welchen Beruf er hat. Matuschka antwortet: Zuletzt leider Eisenbahn-Attentäter, vor­her Kaufmann und Realitätenbesitzer.

Das ist der Angeklagte Matuschka. Ein Poseur, der hier eine einstudierte Rolle spielt und dankbar lächelt, wenn der Vorsitzende ihm in der Taktik des gespielten Irrsinns mit der Feststellung entgegen­kommt, daß er Unsinn redet. Dinge seiner Vergangen­heit sucht er nach Möglichkeit wegwerfend zu behan­deln, nur dort nicht, wo er auf das Gefühl des Ge­richts spekuliert. Er schildert seine Erlebnisse beim Militär und erzählt voll Stolz, daß er sich auf den Krieg gefreut habe. Als der Vorsitzende fragt, bei welcher Gelegenheit er die Auszeichnungen erworben

habe, wird er sogar wortreich und überwindet die Hemmungen in der Darstellung, die sich ihm aus der schlechten Beherrschung der deutschen Sprache sonst entgegenstellen. Er erzählt, der Kommandant seines Regiments sei in seinen Armen gestorben und be­ginnt heftig zu schluchzen.

Nach Verlesung der 30 Seiten langen Anklage­schrift weist der Verteidiger Matuschkas, Dr. Ett­ling e r, daraus hin, daß

Matuschka keine Mithelfer gehabt habe und in keiner Weise materiell interessiert gewesen sei.

Den notwendigen Blick in die seelischen Zusammen­hänge Wörde das Gericht nicht bekommen. Die Frage nach dem Grund der Tat sei nicht gelöst. Es gebe aber eine Wissenschaft, die diese Lücke ausfülle, das sei die Jndividualpshchologie; er beantrage, Pro­fessor Dr. Alder als Sachverständigen hinzuzuziehen. Nach Anhörung eines Sachverständigen lehnte der Gerichtshof diesen Antrag der Verteidigung ab.

Unter lautloser Stille fragt dann der Vorsitzende Matuschka erneut, ob er sich im ganzen Umfang der Anklage schuldig bekenne. Der Angeklagte antwortet mit >r3a“ und wendet sich erregt gegen seinen Vertei­diger, da dieser schlecht ausgefagthabe. Seine weite­ren unmittelbaren Ausführungen sind ein unver­ständliches mit ungarischen Brocken vermischtes Kauderwelsch, das er laut schreiend vor­bringt.

Erst allmählich wird er verständlich. Aus dem Gymnasium sei er herausgeflogen. Er schildert seine Einjährigen-Zeit 1913 beim 6. Honved-Jnfanlerie- Regiment, seine Kriegsauszeichnungen, seine Abkom­mandierung in eine Einjährigenschule und dann sei­nen Frontdienst, wobei er Kommandant einer Ma­schinengewehrabteilung gewesen sei. Unter großer Aufregung, weinend und schreiend, beschreibt er ein großes Kriegsgefecht, in dem allein zwanzig Offiziere gefallen seien. Er habe alle acht Maschinengewehre schießen lassen und die Toten hätten meterhoch ge­legen. Matuschka erzählt dann von seiner Verheira­tung, seinem Handel mit Petroleum und seiner Lehr­tätigkeit in Cantavir. In Budapest habe er ein Ge­mischtwarengeschäft und drei Häuser gehabt. Dann erzählt er von der Gründung einer Aktiengesellschaft, deren erster Direktor und Vorsitzender er gewesen sei. Nach Wien sei er zum zweiten Male 1927 gekommen, um Häuser zu kaufen.

Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er schon in Paris gewesen sei, erklärte Matuschka, er könne sich daran nicht erinnern. Auf die weitere Frage, wie ihm Wien gefalle, erklärte er, Wien fei schön, aber sündig. In die Stefanskirche gingen die Leute nur, um sich in schönen Kleidern zu zeigen. Auf der Fahrt nach Buda­pest sei ihm ein Geist erschienen, der ihm nahegelegt habe, die Eisenbahnanschläge zu verüben. Der Zweck der Anschläge sei gewesen, die Eisenbahndirektionen zu erschrecken. Er habe sie zwingen wollen, eine von ihm gemachte Erfindung über Zugfi che- r u n g, was er „technischen Umbau" nennt, einzufüh­ren. Er schildert dann sehr wortreich, wie er sich diese Erfindung in der Praxis vorstellt.

In Budapest habe er auf Anraten des Geistes, der ihm auch empfahl, eine Sekte zu gründen, das Haus, in dem sich das für die Sekte bestimmte Büro befand, mit allen Farben bemalen lassen. Diese Far­ben sollten das Sinnbild aller Religionen sein, denen zu dienen er beabsichtigt habe. Der Geist sei immer dabei gewesen und habe ihm den Vorschlag gemacht, die Gegend von Anzbach zu einem Eisen­bahnanschlag zu benutzen. Dieses sei dann auch zur Durchführung gelangt. Seine Absicht sei auch ge­wesen, dadurch berühmt zu werden. Er habe gewollt, daß alle Zeitungen über ihn schrieben. Menschenleben habe er nicht aufs Spiel setzen wollen.

Rheinischer Industrieller verunglückt

Berlin, 16. Juni.

_ Der 66-jährige Geh. Kommerzienrat Max von Guilleaume, Mitinhaber der Kabelwerke Felten Guilleaume-Carlswerk A.-G. Köln-Mülheim, wurde, nach einer Meldung Berliner Blätter aus Remagen, am Mittwoch auf seinem Sommersttz Haus Calmuth bei Remagen erschossen aufgefunden. Sein Diener, der sich in den oberen Räumen des Hauses aufhielt, hörte plötzlich einen Schuß; als er nach unten eilte, fand er seinen Herrn, den Kopf zur Seite geneigt, mit einer klaffenden Wunde am Tisch sitzen. Ein Schuß aus einer Jagdbüchse war mit solcher Wucht in die Stirn gedrungen, daß ein Teil der Schädeldecke sich abgelöst und die Fensterscheibe zertrümmert hatte Offenbar hatte sich Herr Guilleaume mit seiner Jagd­flinte beschäftigt. Er hatte kurz vorher mit seinem Förster eine Fahrt zum Anstand verabredet.

Einbruch in die Villa Oorpmüllers

Berlin, 16. Juni. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ist bei dem Generaldirekwi- '

Torpmüller, in seiner Villa in Zehlendorf ein schwe­rer Einbruch verübt worden. Dec . ---

Teppichen und Tafelsilber bestehenden Beute beträgt einige tausend Mark. Die Täter sind mit ihrer Beute unerkannt entkommen.

Schrverer Verkehrsunfall in Hamburg

Hamburg, 16. Juni.

Am Dienstag abend fuhren ein Personenauto und ein Kraftdreirad in voller Fahrt aufeinander. Dadurch geriet das Personenauto auf den Bürgersteig, ritz mehrere vorübergehende Personen um und raste in ein Schaufenster hinein. Dabej wurde eine 38-jährige Ehefrau so schwer verletzt, daß sie auf dem Transport nach einem Krankenhaus verstarb. Ihr zweijähriges Kind trug innere Verletzungen davon ebenso eine zweite Frau.

Vor 200 Jahren fanden die Salzburger Protestanten in Ostpreußen ein neues Asy1

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Joses Scheitberger, Eine zeitgenössische Darstellung von Protestanten

einer der Führer der Emigranten. aus der Wanderschaft.

Ostpreußen gedenkt jetzt der Tage, an denen vor 200 Jahren die Salzburger Protestanten, die von dem Erzbischof von Firmian aus ihrer Heimat vertrieben wurden, nach langer beschwerlicher Wanderung in dem damals dünn besiedelten Samland anlangten und dort eine neue Heimat und Wirkungsstätte fanden.

Aufräumungsarbeiten an der Unglückstätte bei Unna

Einer der abgestürzten Wagen wird wieder in das Geleise gehoben. Die Aufräumungsarbeiten nach dem Eifenbahnunglück bei Unna, wo sämtliche Wagen eines Zuges entgleisten und über die Bö­schung ins Wasser stürzten, verliefen äußerst schwierig. Spezialkräne mutzten die Wagen aus dem Wasser ziehen und über die hohe Böfchung wieder ins Geleise haben.

Oer Goldmacher wandert ins Kittchen

... und ein Variser Sensationsprozeß kann nun beginnen

Paris, 16. Juni.

Paris wird also demnächst einen neuen Sensations- prozetz erleben. Vor den Schranken des Gerichts mutz sich der polnische angebliche Goldmacher Dunikowski verantworten, ein Gauner von Format, der monate­lang den französischen Behörden ein Schnippchen ge­schlagen hat. Ein in den technischen Wissenschaften nicht unbewanderter Herr, der mit der pompösen Be­hauptung hervortrat, aus Gesteinen Gold zu machen.

Der Goldmacher Dunikowski hatte vor gut einem Jahre mit seinen Experimenten an der französischen Riviera großen Beifall gefunden. Es kamen auch bald hochvermögende Leute zu ihm, die sich für seine „Gold- schopfung" interessierten. Großindustrielle, reiche Grundbesitzer abgetakelte Fürsten glaubten, bei dem Goldzauberer Dunikowski eine große Chance zu fin­den. Selbst der Fürst von Monako bekundete offen sein Interesse an den Experimenten Dunikowskis. Selbstverständlich nutzte der geschäftstüchtige Pole die Freundschaft der reichen Industriellen aus. Alle die, die auf feinen Schwindel hereinfielen, schröpfte er rücksichtslos.

Der Krug ging so lange zum Brunnen, bis er brach. Eines Tages schöpften die Geldgeber des Gold­machers Verdacht. Dunikowski hatte bis dahin seine

Geldgeber hinzuhalten gewußt. Jetzt zog sich das Ge­witter über seinem Haupte zusammen. Er mußte da­mit rechnen, wegen Betrugs verurteilt zu werden.

Aber noch im Üntersuchungsgesängnis gaben ihm die Behörden aus Veranlassung seiner einflußreichen Geldgeber eine Chance. Sie eröffneten dem Häftling die Möglichkeit, vor wissenschaftlichen Sachverstän­digen im chemischen Institut der Pariser Universität mit einem Apparat zu experimentieren. Wochenlang zogen sich die Vorbereitungen für das „Goldexperi­ment" Dunikowskis hin. Als das Experiment schließ­lich mit einem Mißerfolg endete, meinte Dunikowski, er denke gar nicht daran, das Geheimnis seines Re­zeptes preiszugeben. Aus seinen Wunsch beschaffte man nun auch einen Strahlungsapparat, der sich im Leihhaus von Nizza befand. Mit Hilfe dieses Appa­rates wollte Dunikowski ganz bestimmt beträchtliche Mengen Goldes aus dem Gestein hervorzaubern. Wieder vergingen Wochen der Vorbereitung. Als er schließlich fein Experiment vormachen sollte, hatte er schon wieder eine andere Ausrede bei der Hand. Jetzt riß den Behörden die Geduld. Direkt aus dem Er- perimentiersaal transportierte man Dunikowski nach dem Gefängnis. Und dort wartet nun der „Gold­macher", der leichtgläubige Leute um Hunderttaufende betrog, auf „feinen" Prozeß.

Beschwerde der Tabakindustrie

Anschlag aus feinen Vater verübte, weil dieser nicht duldete, daß er Mitglied der Heimwehr sei.

Gegen die Verhaftung Hegewalds.

Berlin, 16. Juni. Die Verhaftung des Direktors Hegewald wird wahrscheinlich zu einer Beschwerde der Tabakindustriellen beim sächsischen Justizministerium führen. Hegewald wird heute dem Vernehmungsrich­ter vorgeführt werden. Es hat sich herausgestellt, daß feine Verhaftung tatsächlich wegen einer weit zurück­liegenden Steuerangelegenheit erfolgt ist, über die zwi­schen der Firma und dem Landesfinanzamt bereits früher Verhandlungen geführt worden sind. Auf kei­nen Fall, so wird betont, wäre ein so scharfes Vor­gehen des Amtsgerichts erforderlich gewesen, zumal man ja wußte, daß Hegewald sich bei einer Berliner Behörde aufhielt, und nicht etwa einen Fluchtversuch unternommen hatte.

Tragischer Ausgang einer Autofahrt

Berlin, 16. Juni.

Vor der Verkehrs-Strafkammer des Berliner Amts­gerichts hatte sich am Mittwoch der Garagenwärter Schröder wegen fahrlässiger Tötung und wegen Auto­fahrens ohne Führerschein zu verantworten. Schro­der, der keinen Führerschein besitzt, hatte zum Toten­sonntag des vergangenen Jahres ein Auto gemietet, um gemeinsam mit einem befreundeten Ehepaar eine Fahrt nach Pasewalk zu unternehmen. Er wollte dort mit feiner Frau das Grab feines verstorbenen Soh­nes besuchen und schmücken. In seiner Begleitung befand sich auch feine neunjährige Tochter. In der Nähe von Prenzlau fuhr Schröder aus Ursachen, die in der Verhandlung nicht restlos aufgeklärt werden konnten, mit dem Auto gegen einen Saum.

Alle Insassen wurden mehr oder weniger schwer verletzt, er selbst erlitt eine leichte Gehirnerschütte­rung; aber vor allem hatte der Unfall die tragische Folge, daß die neunjährige Tochter aus dem Wagen geschleudert und tödlich verletzt wurde. In Trauerkleidung standen der Angeklagte und seine Frau als Zeugin vor dem Richter, denn die Staats­anwaltschaft hatte Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben. Von dieser Anklage wurde Schröder frei- g e s.p r o ch e n, weil wegen des Fehlens unbeteilig­ter Zeugen ein klarer Schuldbeweis nicht geführt wer­den konnte. Für die Führung eines Autos ohne Füh­rerschein aber wurde dem Angeklagten die empfind­liche Strafe von einem Monat Gefängnis auferlegt.

Ein Erfolg -er Veteranen

Washington, 16. Juni.

Das Repräsentantenhaus hat am Mittwoch infolge des Drucks der Veteranen mit 209 gegen 176 Stim­men eine Vorlage angenommen, die die sofortige Kriegsrentenauszahlung vorsieht. Ob die Vorlage auch "vom Senat angenommen wird, ist noch fraglich. Aber selbst wenn der Senat zustimmen sollte, ist nach der augenblicklichen Lage mit dem Vew des Präsiden­ten Hoover zu rechnen, sodaß höchstwahrscheinlich die Vorlage doch nicht Gesetz wird

Kleine Chronik

Die Gendarmerie in Andritz bei Graz (Oester­reich) verhaftete den Studierenden der Medizin Hoch- straßer, den Sohn des am 23. April durch ein Bom­benattentat in Andritz getöteten Bürgermeisters Jo­seph Hochstraßer. Die Gendarmerie hat festgestellt, daß der Verhaftete vor dem Attentat von den Arbei­tern eines Steinbruches Sprengstoff und Spreng­kapseln erhalten bat. Wie der „Arbeiterwille" hierzu berichtet, bestehe der Verdacht, daß der Sohn den

Das Herzogliche Hofamt gibt die auf Schloß Cal- lenberg erfolgte Verlobung des schwedischen Thron­folgers, Prinzen Gustav von Schweden, mit der Prinzessin Sybille von Sachseu-Coburg-Gotha offi­ziell bekannt.

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Das Schwurgericht in Washington verurteilte den früheren Geheimagenten Gaston Means, der unter falschen Angaben von Frau Mo Lean, der Verlegerin der „Washington-Post" 100 000 Dollar für die angeb­liche Rückbringung des Lindbergh-Babys erschwin­delte, zu 15 Jahren Zuchthaus.

Ein neues Theater-Schiff. Intendant Kurt Liessem, der bekannte Leiter von Wanderbühnen, will in die- fem Sommer wieder ein schwimmendes Theater er­richten. Ein Hochseekutter mit Moiorbettieb, in dem eine Bühne gebaut ist, wird von Hamburg aus die Bäder besuchen.

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Keine Tantieme-Pflicht für Rundfunkmusik. Wie bekannt, hatte das Reichskartell. der Musikveransial- ter Deutschlands, in welchem die maßgebenden Ver­bände der gewerblichen und künstlerischen Mustk- üeranftalter zusammengeschlossen sind, eine Feststel­lungsklage dahin erhoben, daß Lautsprecherübertra­gungen von Rundfunkmusik in gewerblichen Betrie­ben der Tantiemepslicht nicht unterlägen. Die Ver­anlassung zu dieser Klage gab das Vorgehen der im Musikschutzverdand zusarnrnengeschlossenen Autoren­gesellschaften, welche im ganzen Reiche für solche Veranstaltungen Abgaben forderten. Nach eingehen­der Verhandlung und Beratung hat das Reichsge­richt das Kammergerichtsurteil bestätigt, nach dem die Lautfprecherübertragungen von Rundfunkdarbie­tungen in gewerblichen Betrieben nicht Tantieme­pflichtig sind.

Sportbegeisterung oder Modetorheit?

Olympia-Ohrringe, die letzte Neuheit der ameri- kanifchen Schmuckindustrie. Diese Ohrringe, die das Olympische Emblem zeigen, werden in jeder Art Aus­führung hergestellt, vom einfachsten Gußglas bis zum perlenbesetzten Platinanhänger. Auf jedem Fall haben die Damen jetzt Gelegenheit, ihr Lchmuckbedürfnis als letzte Hoffnung auszugeben.