Weite 1 — 1. Beilage
Kasseler Neueste Nachrichten
Donnerstag, 16. Juni 1932
llnfere Heimat
Aus dem Landkreis Kassel
Harleshausen. Radlerunfall. Ein Einwohner, der mit dem Fahrrad zur Stadt fuhr, stürzte in der Lindenstraße. Ter Mann erlitt Unterleibsverletzungen und eine Handverletzung.
Aus dem Kreise Witzenbausen
Heff.-Lichtkuau. Au« dem Kunstleben. Seit geraumer Zeit gastiert im Hoiel „Grüner Baum" eine Berliner Operettenbühne, die mit Operetten wie „Schwarzwaldmädel", „Drei alle Schachteln" usw große Erfolge hat. Demnächst werden auch Schauspiele, wie „Alt-Heidelberg" und andere gegeben Hoffentlich bleiben die Künstler, unter denen sich bekannte Kräfte befinden, noch recht lange hier.
Opfer des Verkehrs
Schwerer Unfall in Wolfhagen.
Ein furchtbarer Zusammenstoß zwischen einem Radler und einem Auto ereignete sich hier gestern nachmittag. Ms der jugendliche Landwirt Flörke aus einem Feldweg in schneller Fahrt in die große Straße Ippinghausen—Wolfhagen einbog, kam ein Bananenauto gefahren. Mit stark blutenden Verletzungen, besonders am Kopf und einem Schädelbruch wurde der lebensgefährlich Verletzte ins Krankenhaus transportiert.
Aus dem Kreis Melsungen
Guxhagen. Gemeindevertretersitzung. In der Sitzung stand abermals die Kanalisation in der Siedlung zur Beratung. Es handelt sich um die Heber« mahnte von 2800 Mark. Nach längerer Debatte wurde geschloffen, daß sämtliche Jnteresienten zu einer Sitzung geladen werden sollen, zu der die Gemeindevertretung, Landrat Noelle, die Hessische Heimstätte, Architekt Stöhr und Maurermeister Fromm eingeladen werden. Betreffs Anlegung eines Sportplatzes wurde eine Kommission gewählt, die mit den Anliegern der Grundstücke verhandeln soll und die aus Bürgermeister Döring, Vizebürgermeister Brandenstein, Wolfram, Köbberling, Krieger und Dittmar besteht.
Oer eingefangene Fasan
Eschwege. Die Reichsbahn warnt. Zur Verhütung von Unfällen aus unbewachten Uebergängen der Nebenbahnen Schwebda-Treffurt und Leinefelde-Mals- feld gibt die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft bekannt, daß beim Ueberqueren der Uebergänge während der Erntezeit seitens der Wagenführer größte Vorsicht geboten ist.
Altenburschla. Der Kreiskriegertag des Kreiskriegerverbandes war von 38 Vereinen besucht. Rach einer Besprechung der Vorstände über Verbandsange- legenbelten, bewegte sich ein stattlicher Festzug zum Festplatz, Der Vorsitzende des Kriegervereins Altenburschla. Herr Montag, begrüßte die Teilnehmer. Sodann beglückwünschte der 1. Vorsitzende des Kreiskriegerverbandes, Hauptmann d. R. Bartholomäus- Eschwege, den Jubelverein Altenburschla, der 45 Jahre besteht, und würdigte die Verdienste des 1. Vorsitzenden Montag, der feit Bestehen des Vereins den Vorsitz führt In feiner Festrede sprach er über die Ziele des Kvffbäuserbundes. Verschiedene Mitglieder wurden Auszeichnungen überreicht. Kamerad Bartholomäus nahm die Weibe der vom Ostpreutzischen Lan- deskriegerverband gestifteten Fabne vor und übergab sie dem Jugendkorpsführer. Mit einem Hoch auf das Vaterland und mit dem Deutfchlandlied schloß die Feier.
Aus dem Kreise Warburg
Warburg. Verkehrsunfälle. Auf der Langenstraße in Warburg stieß eine Radfahrerin nzit einem Kraftwagen zusammen und wurde leicht verletzt. — In Muddenhagen fuhr eine Radfahrerin eine steile Böschung hinunter gegen einen Straßenbaum. Mit einer schweren Gehirnerschütterung mutzte die Verunglückte einem Krankenhaufe zugeführt werden. — In der Nähe der Ortfchaft Borghölz stieß ein Mdtor- radfahrer, der trotz eingetretener Dunkelheit unbeleuchtet fuhr, mit einem Pferdewagen zusammen und wurde erheblich verletzt.
Warburg. Freiwilliger Arbeitsdienst. Zur Behebung der Erwerbslosigkeit im Streife Warburg sind mehrere Einrichtungen des freiwilligen Arbeits
dienstes getroffen, die von den Behörden finanziell unterstützt werden. Die Badegefellschast in Warburg beschäftigt beim Neubau der Badeanstalt 20 Erwerbslose im freiwilligen Arbeitsdienst. In Hardehausen und Neuenheerse hat die Staatliche Oberförsterei je eine Arbeit begonnen, bei denen insgesamt 60 Unter« stützungsempsänger Beschäftigung gefunden haben. Auch die 250 Einwohner zählende Gemeinde Fölsen hat beschlossen, einen freiwilligen Arbeitsdienst einzuführen und 25 Personen zu beschäftigen. In allen Fällen wird als Entgelt an die Teilnehmer des freiwilligen Arbeitsdienstes Pro Arbeitstag ein Betrag von 2 RM gezahlt.
Warburg. Besserung der Arbeitsmarktlage. Aus dem Arbeitsmarkte ist in den letzten Tagen eine geringe Besserung eingetreten. Die Landwirtschaft hat zahlreiche Arbeitskräfte eingestellt, aber auch die Sai- sonberuse wie Maurer, Steinsetzer usw. erwiesen sich als aufnahmefähig. Die Industrieunternehmen des Kreises haben durchweg Kurzarbeit beibehalten; nur das Tonwerk Bonenburg arbeitet voll. Die Ziffern der Arbeitslosen und Wohlfahrtserwerbslosen sind gesunken.
Eissen. Kreistreffen der Tanitätskolonnen. Die vor Monaten neu gegründeten Sanitätskolonnen hielten ihre erste öffentliche Hebung ab. Gleichzeitig sand eine Prüfung der Helfer durch den Bezirksinspektor des Roten Kreuzes, Herrn Dr. Pentrup statt. Landrat Dr. Böckenhoff, Warburg dankte den Kolon- neu, die bereits heute die stattliche Zahl von 200 Teilnehmern aufwiesen, für die geleistete Arbeit im Dienste des Nächsten. Nach Schluß der Hebung tour« den die Mannschaften aus einer Feldküche verpflegt.
Küstelberg. Einbruch. In einer der letzten Nächte wurde bei I. Atzmuth eingebrochen. Den Dieben, die unerkannt entkamen, fielen größere Mengen an Rauchwaren, Kolonialwaren und Strümpfen in die Hände. Bisherige Nachforfchungen waren erfolglos.
Aus Waldeck
Höringhausen. Die Maul- und Klauenseuche ist unter dem Viehbestand einiger Landwirte aufgetreten. — Turnerveteran. Der Gründer des Turnvereins, Förster Schlag, feierte seinen 83. Geburtstag.
Aus dem Kreise Homberg
Aus den Gtadiparlamenten
Homberg. Die Maul- und Klauenseuche in der Gemeinde Singlis ist erloschen, damit ist der Kreis seuchenfrei.
Heiteres aus Obermelsungen.
Folgende amüsante Geschichte hat sich dieser Tage in Obermelsungen zugetragen: Bemerken da abends nach einem Regentag die Bewohner eines Hauses in ihrem Garten einen großen, fremden, völlig durchnäßten Vogel. Man überprüfte feine Kenntnisse in der Zoologie und stellte fest, daß dies nur ein Fasan sein könne, der aller Wahrscheinlichkeit nach aus einem benachbarten Gehege stammte und ausgebrochen war. Man jagte den Fasan umher. Den vereinten Kräften gelang es schließlich, das heftig krähende und verängstigte Tier einzufangen. Sorgsam sperrte man es in eine Kiste. Arn andern Morgen wurde ein Jagd- sachverständiger gerufen. Diefer stellte, unter atemloser Spannung der Menge fest, daß es sich um einen ganz gewöhnlichen, etwas zu klein geratenen Gickel- hahn handelte, als dessen Eigentümer sich schließlich auch ein Einwohner des Ortes meldete. Lachen ist sehr gesund.
Aus dem Kreis Hosgeismar
Hofgeismar. Jahresfest des Siechenhauses. Am Sonntag findet das Jahresfest des Hessischen Siechenhauses am Gesundbrunnen statt.
Hofgeismar. Durch Hausierer bestohlen. Zwei Hausiererinnen, die im Schloß am Gesundbrunnen an einem der vergangenen Tage vorgesprochen und Maschinenklöppel anboten, entwendeten, nachdem ihnen eine Tasse Kaffee angeboten wurde, in einem unbeobachteten Augenblick zwei Zwanzigmarkscheine. Nachdem der Diebstahl bemerkt wurde, nahm der hiesige Polizeiwachtmeister Schmidt die Verfolgung auf und konnte die beiden aus Kassel stammenden Händlerinnen in Carlsdorf verhaften. Das Geld wurde vorgefunden und konnte der Geschädigten wieder ans- gehändigt werden.
Meimbressen. Ein Naturdenkmal stirbt. Die große, mächtige Linde hinter dem Ehrendenkmal, die unter staatlichen Schutz gestellt wurde, ist feit diesem Frühjahr trocken geworden. Bereits im vorigen Jahre hatte sie nur wenig ausgeschlagen. Der Fortfall des natürlichen Schmucks, den das Denkmal bisher hatte, wird allgemein bedauert.
Aus -em Kreise Fritzlar
Fritzlar. Hausbesitzertagung. In einer Versamm« lung der Haus- und Grundbesitzer sprach Syndikus Schneider-Kassel über die katastrophale Lage des Haus- und Grundbesitzes. Die neue Einhettsbewer- tüng und die Möglichkeit zur Ermäßigung der Haus- zins- und Grundvermögenssteuer fanden bei den Ausführungen besondere Berücksichtigung. Ter Ver- fammlungleiterS, Stadtverordneter Busch, forderte Zusammenschluß aller Hausbesitzer, um der einseitigen, ungerechten Belastung des Haus- und Grundbesitzes cntgegentrelen zu können. Die Notwendigkeit der Aufklärung in Steuersachen, besonders der Realsteuern, wurde von den Anwesenden anerkannt.
Münzeufund in Geismar
Bei Ausgrabungen.
Arbeiter fanden bei Ausschachtungsarbeiten für eine Scheune angeblich in einem Kästchen, das sie zerstörten und fortwarfen, einige Münzen aus der Zeit des 30-jährigen Krieges. Darunter ist eine in der Größe eines Dreimarkstückes mit der Jahreszahl 1547 und der Inschrift: Dominus mitt adintor. Aus der anderen Seite sind die Worte rex u. dux zu erkennen, sie trägt außerdem das Bild einer Persönlichkeit mit dem typischen Kragen aus seiner Zeit. Die anderen Stücke sind kleiner und sehr zerfressen. Die Münzen find dem Landesmuseum in Kassel übergeben worden
Aus dem Kreise Rotenburg
Obersuhl. Billiges Badesalz. Die Gewerkschaft Wintershall in Heringen a. Werra hat den Gemein, den Obersuhl, Hönebach, Bosserode Richelsdorf und Süß für die Durchführung von Solbadkuren das hierzu benötigte Badesalz kostenlos zur Verfügung gestellt
Aus dem Kreise Eschwege
Waldkappel. Dieb im Gasthaus. Hier entwendete t» einer Gastwirtschaft ein Dieb aus der Kasse die Tageseinnahme in dem Augenblick, als sich niemand in der Gaststube befand. Von dem Täter fehlt bisher jede Spur.
Heff.-Lichtenau. Aus dem Stadtparlament. Da fettens der Stadtverordneten bctr. Pachtung des Feuerteiches dagegen protestiert wird, daß die Verpachtung nicht össentltch ausgefchrieben wurde, zog der Magistrat die Vorlage zurück. Nach mehreren Vorschlägen der jeweiligen Fraktionen werden die Herren Georg Nolde und Edmund Huck in den Fried- hossans schuß gewählt. Als Zuschuß zu den nicht gedeckten Kosten der Berufsschule werden 20 Prozent des Gewerbesteuergrundbetrages nach dem Ertrage erhoben. Die Anträge der kommunistischen Stadtver« ordneten-Fraktion, und zwar: Einstellung der Pflicht- «erbeit; Ausführung derselben gegen tarifliche Bezahlung; Behandlung der Wohlfahrtserwerbslosen; Heberlassung des Vereinhauses an die Gesangssparte der Sportvereinigung „Lenin", wurden abgelehnt. Schluß der öffentlichen Sitzung 9,30 Uhr. Anschließend sand noch eine geheime Sitzung statt.
Fehlbetrag in Großalmerode
Steigerung der Wohlfahrtslasten.
In der am Montag abgehaltenen Sitzung der Stadtverordneten wurde, nachdem die Aufsichtsbehörde die erforderliche Bestätigung gegeben hat, der bisherige Siadwerordnete Heinrich Urff durch Bürgermeister Wiederstein in das Amt als 2. Beigeordneter eingeführt. An die Stelle von Urff als Stadtverordneter wurde Tonhauer Peter Bickert verpflichtet. Der Ausschluß Thiels aus der Schuldeputatton hat Rechtskraft erlangt. Kaufmann Hermann Tatusch von hier wurde in die Schuldeputation gewählt. Im Anschluß an den Bericht über den Stand und die Verwaltung der Gemeindeangelegenheiten im letzten Jahre, über den wir in den nächsten Tagen noch eingehend berichten werden, wurde der Haushaltsvoranschlag für das Jahr 1932/33 mit einem Fehlbeträge von rund 95 000 RM. mit 9 gegen 6 Stimmen angenommen. Der Voranfchlag sieht für das lausende Jahr an Einnahmen 366 000 RM. und Ausgaben 461000 RM. vor. Die Realsteuerzuschläge sollen wie im Vorjahre erhoben werden und zwar: Grundvermögenssteuer unbebauter Besitz 400 Prozent, bebauter Besitz 350 Prozent, Gewerbesteuer nach dem Ertrag 525 Prozent, nach der Lohnsumme 1000 Prozent, Bürgersteuer 300 Prozent. Bürgermeister Wiederstein hob hervor, daß die finanzielle Lage der Stadt Großalmerode als äußerst schlecht zu bezeichnen sei. Der hohe Fehlbetrag ist in erster Linie auf die stetig im Steigen begriffenen Wohlfahrtslasteu zurückzuführen. Sofern die Steuereingänge weiter in noch stärkerem Maße zurückgehen sollten, würde die Stadt am 1. Juli d. I. in eine üble Lage versetzt, zumal zu diesem Zeitpunkt Zinszahlungen usw. aus in Anspruch genommenen Darlehen fällig werden. Auf jeden Fall muß der Staat mit Zuschüssen helfend eingreifen, damit die ordnungsgemäße Verwaltungsdurchführung in Zukunft gewährleistet wird Auf Antrag der Wohl- sahrtserwerbslofen soll diesen für die vor einiger Zeit von der Stadtverwaltung eingeführte Pflichtarbeit pro Stunde 20 Pfennig neben der regulären wöchentlichen Unterstützung gezahlt werden. Von der Prüfung der Stadtkasse am 4. April, 9. und 30. Mai dieses Jahres rourSe Kenntnis genommen. An die öffentliche Sitzung schloß sich noch eine geheime Sitzung an.
Etatberatung in Wildungen
Immer neue Sorgen.
Die Stadtverordneten beschäftigten sich mit der Fortsetzung der Etatsberatung. Zum Titel Forsten waren erhebliche Abstriche in den einzelnen Positionen zu verzeichnen — so auch in den Einnahmen. Dagegen haben sich die Ausgaben für Fuhrlöhne vermehrt. Bürgermeister Röldner erläuterte dazu, daß es nicht ausgefchlossen fei, daß schon im nächsten Jahr die Forsten ein Zuschußbetrieb würden. Der Magistrat bedauerte, daß der frühere Waldecksche Landtag in einer feiner letzten Handlungen ein Gesetz geschaffen habe, nach dem die eigene Beförsteruna unmöglich gemacht sei. Der Vertreter der Kurinteressenten richtete eine Anfrage an den Magistrat, zu prüfen, ob die Fürstl. Wildunger Mineralquellen A-G. berechtigt sei, den Kurgästen der Königsquellen A.-G. das Betreten des Kurparks an der Georg-Viktorquelle zu verbieten. Die Frage soll geklärt werden. Eine Beschwerde des Handtoerksvertreters richtete sich gegen das Befahren der Hombergswege mittels Kraftwagen Bei den Jagdpachten ist gleichfalls ein Rückgang der Einnahmen um ca. 1000 Mk. zu verbuchen. Der Titel wird mit einer Einnahme von 32 500 Mk und einer Ausgabe von 30 400 Mk angenommen. Beim Titel Gaswerk war die Aussprache äußerst lebhaft. Der
Ansicht, daß man durch verbilligten Preis für Großabnehmer einen größeren Gasverbrauch erreichen könnte, trat der Magistrat entgegen. Der Vertreter des Einzelhandels verlangte, daß die Stadt (Gaswerk) den Handel mit Gasöfen etc. einstellen und dieses dem freien Handel überlassen falle, lieber den Wasserverbrauch wurden die verschiedenen Ansichten zum Ausdruck gebracht, die einer Nachprüfung unterzogen werden sollen. Mit verschiedenen Einschränkungen wurde dieser Titel angenommen mit einer Einnahme von 93.100 Mk. und einer Ausgabe von 79 570 Mark. Es wurde beschlossen, den Magistrat in Zukunft besonders zu den Sitzungen zu laden. Die Etatsberatungen werden in der nächsten Sitzung fortgesetzt.
Ausgeglichener Etat in Rotenburg
Senkung des Waffergeldes.
In einer Stadtverordnetensitzung konnte der Haushaltsvoranschlag für das Rechnungsjahr 1932 verabschiedet werden. Wider Erwarten ist es gelungen, durch eine weitere starke Drosselung der Ausgaben, durch Gehalts- und Lohnsenkungen, durch bie Aufhebung von zwei Lehrstellen an der Volksschule usw. einen ausgeglichenen Etat vorzulegen. Der Etat beträgt in Einnahme und Ausgabe 384 759 RM. gegen 450 576 im Jahre 1930. Das Rechnungsjahr 1931 wird wahrscheinlich mit einem Fehlbeträge von tausend Mark abschließen, doch dürfte diese Summe sich noch durch Rückforderungen zuviel bezahlter Kreissteuern vermindern. Das Vermögen der Stadt konnte sich in den letzten Jahren durch außerordentliche Tilgung der Schulden noch vermehren. Einem Vermögensstande von 1679 846 RM. stehen am Schluß des Berichtsjahres Schulden in Höhe von 440 000 Mark gegenüber. In der gleichen Sitzung konnte das Wassergeld um 5 Pfg. für den Kubikmeter gesenkt werden. Heber die Senkung des Strompreises schweben noch Verhandlungen.
Oie Stadtverordneten beraten
in Sontra.
Als Mitglieder zur Finanzkommission wurden neu gewählt, Stadtv. Kurz u. Gernhardt. Die Verpflichtung zur Zahlung des Wassergeldes lag bisher dem Haushaltungsvorstand ob. Neben dem Haushaltungsvorstand hasten für die Wassergebühr die Familien- mitglieber, welche im Haushalt des Haushaltungs- Vorstandes leben, sowie die Hauseigentümer. Ta man sich mit Einfügung dieser Aenderung einen besseren Eingang des Äassergeldes verspricht, da nunmehr der Hauseigentümer für feine säumigen Mieter haftet, wurde der Antrag angenommen. Die Versammlung beschäftigte sich dann mit der Etatsvorlage. Heber verschiedene Positionen wurden Aenderungen vorgebracht, so soll z. B. die Reinigung der Geschäftsräume die bisher von dem im Rathaus wohnenden Polizeihauptwachtmeister veranlaßt wurde, anderweitig vergeben werden.
Derkehrssorgen der Gtadtväter
in Marburg.
Eine Sitzung der Stadtverordneten war nur von kurzer Dauer. In der Hauptsache wurden kleine Grundstückskäufe und -Verkäufe genehmigt. Stadtverordnetenvorsteher Rohde gedachte in der Sitzung mit dankbaren Worten der Tätigkeit der Winterhilfe, durch die 20 000 Mark bares Geld, 7000 Mark Kleidungsstücke, 1200 Zentner Nahrungsmittel, mehrere tausend Zentner Kohlen zusammengebracht worden sind, abgesehen von den vielen Speisungen für die Bedürftigen. Eine längere Debatte entspann sich über eine Eingabe des Verkehrsvereins, in der auf die Schäden des Lastwagendurchgangsverkehrs hingewiesen wurde. Die Klagen über Häuserbeschädigung usw. mehren sich immer mehr, ebenso wird Klage geführt von den Hotels, daß Zimmer, die nach der Straße zu liegen, von den Fremden nicht mehr genommen werden. Oberbürgermeister Müller führte dazu aus, daß eine Sperrung der Straßen nicht möglich ist, daß aber mit allen Mitteln versucht werden soll, den Ausbau der Hmleitungsstraße (Cappelerstraße—Hindenburgstraße) vorzunehmen. Man hofft hier auf Mittel aus der produttiven Erwerbslofen- fürforge. Zum Schluß wurde noch über einen Antrag aus Handwerkerkreisen verhandelt, nach dem städtisches Baugelände nur bann zum Selbstkostenpreis ab« gelassen werden soll, wenn die Bauarbeiten von Marburger Handwerkern und Unternehmern ausgeführt werden. Der Antrag wurde dem Bauausschutz überwiesen. - ...
Aus dem Kreise Ziegenhain
Ziegenhain. Keine höheren Abgaben. Für das Rechnungsjahr 1932 werden sämtliche Gemeindesteuern und Abgaben vorläufig nach dem Veranlagungssoll für das Rechnungsjahr 1931 erhoben.
3n der Zauchegrube erstickt
In Heinsen wurde das zweijährige Töchterchen der Familie Kitzing plötzlich vermißt. Alles Suchen war vergeblich. Erst nach längerer Zeit entdeckte man das Kind in der Jauchegrube, in die es beim Spielen hineingefallen sein mutz. Den hartbetroffenen Eltern wird allgemeine Teilnahme entgegengebracht.
Oie Goldvorkommen in Allendorf
Weitere Untersuchungen im Gange.
Die bisherigen phantastischen Angaben über den Goldgehalt des Vorkommens in Mendorf a. d. Eder verdienen eine Richtigstellung, da von einem 38-Proz. Goldgehalt die Rede war. Tatsache ist, daß der Schacht 14 Meter Tiefe erreicht hat und bei den Nie- derbringungsarbeiten folgende Schichten durchfahren wurden: Letten, schwarze, tonige Schichten und Kieselkalke. Die auf dem Wege des normalen Verfahrens der Probierkunde erfolgten Unterfuchungen auf Gold ergeben in den Auswaagen die Menge von 0,00001 g Gold in dem bett. Gestein. Diefe geringe Menge ist nicht auf evtl, vorhandenes Gold zurückzuführen, sondern auf den Zusatz des Flusses beim Schmelzen, in dem immer Spuren von Gold vorhanden sind. Anderen Darstellungen fehlt bis jetzt noch jegliche Grundlage.
Oie Kirche arbeitet
Kreiskirchentag des Kreises Biedenkopf.
Der Kreiskirchentag des Kreises Biedenkopf versammelte sich am Dienstag zu einer stark besuchten wichtigen Tagung. Pfarrer Noll aus Battenfeld, der bisherige Stellvertreter des Dekanats Biedenkopf, er- ösfnete die Tagung. Aus der Wahl des Dekans für den Bezirk Biedenkopf (Lahn, Eder pp.) ging Pfarrer Noll aus Battenfeld einstimmig hervor. Dem Dekanat Gladenbach steht Dekan Lehr vor. Werkmeister Henkel-Wallau erstattete Bericht über den Landeskirchentag — Den Bericht über die kirchliche Presse- fltbeit erstattete Pfarrer Geldbach aus Battenberg. Heber den Hinterländer Rettungsverein erstattete Pfarrer Jüngst eingehenden Bericht. Pfarrer Noll legte dann die Jahresrechnung der Kreiskirchenkasse 1931/32 vor. Die Rechnung wurde geprüft und angenommen. Ebenso fand der neue Haushaltsvoranschlag für das neue Rechnungsjahr 1932/33 Billigung der Versammlung. — Bet den Anträgen ist bemerkenswert, daß die üblichen Kreiskirchentage gemäß höherer Anordnung aus Sparsamkeitsgründen abge» baut werden sollen. Bis zur endgültigen Regelung der Sache wurde vorerst noch einmal Battenberg als nächster Tagungsort bestimmt. Pfarrer Geldbach aus Battenberg nahm bann Stellung zu dem vor der Eröffnung des Preuß. Landtages stattgefundenen Gottesdienst. *
Hartenrod. Die Berufsschule hat nach neun Monaten Ruhe ihre Arbeit wieder ausgenommen. Es werden 90 Schüler aus Hartenrod, Schlierbach, Günterod, Endbach und Wommelshausen unterrichtet und zwar an zwei Wochentagen mit je sechs Stunden. Gewerbelehrer Humbert betreut die Schüler.
RUNDFUNK
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Programm für Freitag, 17. Juni
Frakfurt
6.00: Wettermeldung Alischt Morgengymnastik , 7.05: Frühkonzert aus Bad Homburg
12/00: MittagSkonzert
13.00: Ronzert aus Schallvlatten
15.30: Die Krankenverior- gung der Erwerbslosen
16.55: Wirtschastsmeldungen
17,00: Von Langenberg: Nachmittaaskonzert
18.15: Wtttschaftsmcldungen
18.25: „Mosaik" von ... . d
18.50: Aerrtevortrag: Der Heuschnupfen und feine Bekämpfung _■
10.15: Wetterdienst, Witt, schastsmeldungen
19.30: Bon Mannheim: Wir spazieren durch eine Grohrnühle
20.00: Bon Berlin: „Semi- ramis4. Over v. Rossini
22.00: Dichter, die wir kennen sollten ... C?ine Folge von Gesprächen
22.30: Tagesnachrtchten — Sportbericht
22.45—24.00: Aus dem Fest- saal der Saarbrück. Landeszeitung: Nachtkonzert
Abendprogramm der europäische« Sender
Beromünster: 20.00: Dialekt-Hörspiel. — 21.45: Orchesterkonzert. <8> Budapest: 20.00: Blasmusik. — 22.00: Zigeunermusik. — 23.00: Deutscher Vortrag. Dave n t r 0: 20.00: Alte Volkslieder. — 20.15: Hörszenkn. — 21.35: Orchesterkonzert. <s> Kopenhagen: 20.15: „Frühling in Wien". Operette von Job. Straub. <K Mailand: 20.45: Bunter Abend. <♦> R 0 m: 20.46: Solistenkonzert. — 21.30: Hörspiel. — 22.00: Solistenkonzett. — 22.45: Unter» haltungsmustk. <$> Warschau: 20.00: Dinfoniekonzett.
K ö nigsw usterbanie«
14.00: Von Berlin: Konzert
17.30: Slatin Pascha zu seinem 76. Geburtstag
18.00: Verschollene deutsche Musik aus d. Zett Bachs: Triosonaten
18.30: Das Reparattons- vroblem vom Standpunkt der internationalen Arbeiterbe ivegung
19.00: Aktuelle Stunde
19.15: Wissenschastlich. Vortrag für Aerzte
19.35: Ans der Praxis d. Arbeitsrechts
20.00: Von Berlin: ..Te- miramis". heitere Over in drei Akten von H. Bo- denstedt
Langenberg
13.00: Mittagskonzert
17.00: Vesperkonzert
20.00: Von Berlin: ,,<Se« miramis"
Wie»
17.00: Nachmittagskonzert
20.15: „Se. Majestät — der Dickschädel ". Von Fr. Streicher
bereiten
Ma au» Frücht» gawonnea
* Rezept
ade 3l 2 */a ffuna Erdbeeren und 3Ns Pfund Zucker (doch keinesfalls weniger) ohne Wasser zum Kochen bringen and 10 Minuten brausend durchkochen.Bierau eine Normal flasche Opekta „flüssig" zu 86 Pfg. sowie den Saft einer Zitrone hineinrühren u. sofort in Gläser füllen. Genaueste Kochanweisung mit Rezepten liegt jeder Flasche bei. Vorsicht beim Opekta-Ein- kaufl Nicht zu verwechseln mit ähnlich lauten-
Erd Ma
U । den Geliermitteln. Opekta
Vr D @ K * CI ist nurechtmit dem dampfenden 10-Minaten-Topf.
Achtung! Rundfunk! Sie hören über die Sender de« Südwesttunks jeden Mittwochvormittag von 11.00 bl« 11.1$ Uhr den «ehr Interessanten Lehrvortrag „10 Minuten für die fortschrittliche Hautfrau" aus der Opekta- Küche. — Rezeptdurchgabel
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