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Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Tiummer 138*
Mittwoch, 15. Juni 1932
22. Zahrgong
Das Echo der neuen Notverordnung
Rechts: Oer verhinderte Zusammenbruch / Mitte: Auf der ganzen Linie nichts Neues / Links: Steuern von unerhörter Brutalität
Frontwechsel in der presse
Von unserer Berliner Schriftleitung.
th. Berlin, 15. Juni.
Mit dem Kabinettswechsel hat sich auch d i e Front in der politischen Presse in Vertin vollständig verändert. Obwohl die neue
Reichsregierung noch weniger als die vorherige auf einer parlamentarischen Parteibasts beruht, bemühen sich doch die rechtsstehenden Blätter, die das Kabinett Brüning stets scharf bekämpft haben, jetzt nach der gestern erfolgten Verkündung der Notverordnung die Politik des Kabinetts von Papen zu verteidigen, und die Linke nebst einem großen Teil der Mitte hat statt dessen eine entschiedene Oppositions- pellung eingenommen. Die gestern abend veröffentlichte Notverordnung gibt die erste größere Gelegenheit zur fachlichen Stellungnahme zum Kabinett, weil man es hier nicht mehr mit Ankündigungen, sondern mit der ersten Tat dieser Regierung zu tun hat. Das Urteil der Presse lautet auf der R e ch - t«n int allgemeinen znstimmend und diese Blätter sind bemüht, den Inhalt und die Notwendigkeit dieser neuen Notverordnung zu erläutern, während die Blätter der Linken daraus Hinweisen, daß das Kabinett von Papen nicht nur die Notverordnungspolitik des Kabinetts Brüning fortsetze, sondern in mancher Hinsicht noch über die Pläne des früheren Kabinetts hinausgegangen sei. Von den
kritischen Stimme« der Mitte und der Linken seien vor allen Dingen die Aeußerungen der „Germania" hervorgehoben, die natürlich den Kurs des Kabinetts Brüning gegenüber der jetzigen Reichsregierung in Schutz nimmt, sich dabei aber eines sachlichen Tones befleißigt. Das Blatt erklärt ausdrücklich, daß die von der jetzigen Regierungspresse in falscher Hinsicht vorausgeeilten Meldungen, zunächst das Glück in Aussicht stellten, man werde einen Etatausgleich ohne neue Steuern erleben. Wer diesen verfrühten Ankündigungen Glauben schenkte, der sehe sich heute bitter enttäuscht. Nicht nur die unvermeidlichen Abstriche am Etat und an den Sozialausgaben seien erhöht worden, sondern auch die neue Steuerbelastung sei über die ursprünglich angesetzte des früheren Kabinetts hinausgegangen. Auf der ganzen Linie erblicke man nichts Neues, sondern nur eine gefährliche und unsoziale Verzögerung der vom früheren Kabinett geplanten Maßnahmen.
Wesentlich schärfer lautet natürlich die Kritik des „Vorwärts", der heute mit der großen Ueber- schrift erscheint: „Hitlerstaat als Elendsanstalt" und der unter anderem schreibt, die neue Notverordnung werde mit einem Schrei des Entsetzens und der Empörung von den Massen des deutschen Volkes ausgenommen werden. Sie lege nicht nur Steuern von unerhörter Brutalität auf und sie führe nicht nur den sozialen Abbau auf der ganzen Linie durch, sondern sie mache auch alle Hoffnung auf Arbeitsbeschaffung zunichte. Die erste Notverordnung des „Kabinetts der Barone" sei noch viel schlimmer als das, was Brüning geplant habe.
Die Blätter der Rechten
bemühen sich, das Kabinett Papen gegen derartige Angriffe und kritische Aeußerungen in Schutz zu nehmen. So schreibt die dem Kabineti besonders nahestehende „Berliner Börsenzeitung" unter der Ueber- schrift „Der verhinderte Zusammenbruch" unter anderem, die Notverordnung bezwecke, das drohende Kas- scn-Chaos zu beseitigen, das das Kabinett v. Papen als Erbe der Regierung Brüning übernommen habe. Das neue Kabinett lehne es ab, durch neue, die Wirtschaft belastende Gesetze und Einkommensteuern die Finanzschwierigkeiten zu beseitigen und zwar in der richtigen Erkenntnis, daß die Steuerschraube bereits überdreht sei. Die Arbeitslosenhilfe sei die abgeänderte Beschästigungssteuer Brünings. Sie mußte notgedrungen übernommen werden, weil die schwierige Kassenlage augenblicklich finanzielle Maßnahmen erforderte. Das Blatt wünscht zum Schluß, daß dieser Aktion gegen das Kasscn-Chaos eine positive Wirtschaftspolitik folgen möge, die dem Millionenheer der Arbeitslosen Beschäftigung gebe.
Im ähnlichen Sinne äußern sich auch andere rechtsstehende Blätter, wobei zu betonen wäre, daß die „Deutsche Allgemeine Zeitung" unter anderem erklärt, vieles von dem, was in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise sich auswirke, sei zwangsläufig durch die immer noch fortdauernbe Abwicklung der Auswirkungen der letzten Konjunkturperiode mit ihrer unsoliden Borgbasts bedingt, ferner auch durch die für die nächsten Monate noch nicht übersehbare Entwicklung in der übrigen Welt. Jetzt werde man
int Zusammenhänge mit Lausanne bald klarer sehen können, wohin die Dinge treiben.
Oie deutsche Delegation abgereist
Warnungen der englischen Presse.
th Berlin, 15. Juni.
Die deutsche Delegation ist unter der Führung des Reichskanzlers von Papen gestern abend von Berlin abgereist. Die Stellvertretung des Kanzlers hat der Reichsinnenminister Frhr. von G a y l übernommen. Heute werden int Reichsinnenministerium die letzten
Arbeiten an der politischen Notverordnung über die Aufhebung des SA.-Verbotes, Neuregelung der Organisationsfragen und Abänderung der Preffenotverord- nung geführt. Mit der Verkündung dieser Notverordnung ist für den morgigen Donnerstag zu rechnen.
¥
London, 15. Juni.
Der englische Wirtschaftler Sir Walter L a y t o n betont in der „News Chronicle" aufs schärfste, daß jede weitere Verschiebung einer endgültigen Regelung der Tribut- und Kriegsschuldensrage den finanziellen Zusammenbruch beschleunigen werde. Falls in Lausanne nur eine zeitweilige Lösung gefunden werde, sehe sich Deutschland in der nahen Zukunft der Möglichkeit einer Einstellung aller Auslandszahlungen begeben, was zu neuen finanziellen Schwierigkeiten in anderen Ländern und zu einer weiteren Einschränkung des internationalen Handels führen werde. Eine solche Zahlungsein-
sich auf die Dauer in grundsätzlicher Hinsicht von der Brüningschen Politik unterscheiden wird.
Das Schicksal Deutschlands rollt anscheinend in lauter Zwangsläufigkeiten ab. An Stelle Dietrichs malte diesmal Freiherr Schwerin von Krosigk das düstere Bild der Finanzlage. Müde und sichtlich abgearbeitet saß er in seinem Sessel. Auch der neue Reichsarbeitsminister Schäffer nahm nachher die Gelegenheit wahr, um sich vor den Presseleuten ausdrücklich zur Notverordnung zu äußern. Er bekannte sich zwar zum gesunden Gedanken der deutschen Sozialversicherung, aber er machte doch das den Ernst der Lage grell beleuchtende Bekenntnis, streng genommen hätte man die sozialen Leistungen eigentlich noch viel mehr — nämlich glatt um die Hälfte — kürzen müssen. Es bedeutet für weiteste Kreise des deutschen Volkes zweifellos eine harte Belastung, den neuen Sozialabbau klaglos hinzunehmen. Reichsregierung und Arbeitnehmer bewegen sich auf dem Boden des Experimentes. Mißglückt das Experiment, dann mutz man allerdings die ernstesten Sorgen umdenFort- bestand der Sozialversicherung hegen. Ein halbes Jahrhundert seit Bismarck . . . Wir stehen nicht nur am Meilenstein der Zeit, sondern auch am kritischen Punkt einer großen Idee.
Ordnung schaffen in den Reichsfinanzen!
Wohlfahrtshilfe des Reiches für die Gemeinden neu geregelt, u. a. durch Neuregelung des Begriffs der Wohlfahrtserwerbslosen und durch Einführung einer Art Haushaltszwanges für die Gemeinden. Die Gemeinden sollen die Wohlfahrtshilfe von einem bestimmten Stichtag ab nur erhalten, wenn sie bestimmten in der Notverordnung ausgeführten haushaltsrechtlichen Bestimmungen entsprochen haben. Um das zu ermöglichen, wird eine Aenderung des Finanzausgleichs zu ungunsten der Gemeinden durch die Länder verboten. Endlich wird hier die Schlüsselung der Wohlfahrtshilfe für die Gemeinden neu geregelt.
6. Es wird eine AbgabeznrArbeitslosen- hilfe ab 1. Juli eingesührt, die 1% v. H. für alle Lohn- und Gehaltsempfänger beträgt. Die Abgabe steigert sich bei de« höheren Einkommen bis auf 6,5 v. H. Dafür fällt die Krisenlohnsteuer fort.
7. Bei der Umsatzsteuer fällt die Freigrenze, die bis jetzt 5000 RM. beträgt, fort.
8. Es wird eine Salzfi euer von 12 Pfg. pro Kilo eingeführt. Tie Kriseusteuer von den Veranlagten wird jedoch noch einmal im Januar 1933 erhoben
9. Die Höhe"der Aufbringungsumlage der Jndustriefirmen wird für 1932 auf die Hälfte herabgesetzt.
10. Die Kirchensteuer wird unbeschränkt pfändbar gemacht.
11. In der Frage der Arbeitsbeschaffung werden Ermächtigungen für Förderung des Straßenbaues, des Wasserbaues und landwirtschaftliche Bo- denverbefferungen gegeben. Der Freiwillige Arbeitsdienst soll ausgebaut werden. Für Darlehen, die für Jnstandfetzungsarbeiien an Wohnungen und die Teilung von Wohnungen bestimmt sind, werden Zuschüsse gegeben sowie Zinsbürgschaften.
12. Ferner wird eine ganze Reihe von Maßnahmen auf dem Gebiete der Justiz und der Verwaltung vorgesehen, die eine Verbilligung des Verfahrens darstellen. Außerdem wird eine Reihe von Maßnahmen über die Verlängerung der Schutzmaßnahmen bezüglich der Zwangsvollstreckung getroffen.
stellung lasse sich aber doch wohl vermeiden. Ein kurzfristige» Moratorium würde auch die Lösung der Donaufrage und die Beseitigung der Devisenbeschränkungen und anderer Zahlungsaufnahmen vereiteln. Eine Verschiebung der Reparationsfrage bis nach den ame« rikanischett Präsidentenwahlen bedeute im Grunde sogar eine Verschiebung um beinahe ein Jahr, da Hoovers Nachfolger sein Amt nicht vor März 1933 stifteten werde.
Das Mcmeldirektorinm erhält das Vertrauen des Landtags. In der Dienstagssitzung des Memelländischen Landtags, die um 14,15 Uhr begann, stellte sich das neue Landesdirektorium Dr. Schreiber-Sziegaud und Walgahn mit einer längeren Regierungserklärung dem Landtag vor. Das Direktorium erhielt das Vertrauen des Landtags mit den 19 Stimmen der Landwirtschaftspartei und der Volkspartei. Die Sozialdemokraten und die Litauer, die insgesamt sieben Sitze haben, enthielten sich der Stimme. Die drei Kommunisten stimmten dagegen.
Erste und dringlichste Ausgabe der neuen Reichsregierung. Der Reichshaushalt für 1932 balanziert bekanntlich mit 8,2 Milliarden RM. Angesichts der Steuerausfälle mutzten neue Einnahmequellen erschlossen werden. (Salzsteuer usw.). Den Bedarf für die Arbeitslosenfürsorge hat die Reichsregierung mit 3.03 Milliarden RM berechnet, gegenüber 3,5 Milliarden RM im verflossenen Jahr. Aber selbst die Aufbringung dieser 3,03 Milliarden RM stößt noch aus erhebliche Schwierigkeiten. Auch nach der jetzt durchgeführten Reform der Ueberweisungen an die Gemeinden bleibt noch im Bereich der Arbeitslosenfürsorge ein Fehlbetrag von 400 Millionen RM, der irgendwie aufgebracht werden mußte. Dazu dient die neuen Arbeitslosenabgabe. Ein Hilfsgroschen des beschäftigten Volksgenossen für den Arbeitslosen! Im allgemeinen zahlt jetzt der beschäftigte Arbeitnehmer anderthalb Prozent mehr als bisher, gleichgültig, ob er unter die Krisenlohnsteuer fällt oder nicht. Eine harte Zumutung, die auch dadurch nicht versüßt wird, daß jetzt eine kleine Vereinheitlichung des ganz unübersichtlichen Sondersteuerwesens verordnet worden ist.
Die Arbeitslosenabgabe und die 6c» trächtliche Verkürzung der sozialen Lei» ft u n g e n — diese beiden Bestimmungen der neuen Notverordnung werden viel Widerspruch finden. Die Not war schon jetzt in das Haus jedes einzelnen Volksgenossen eingekehrt. Um wieviel mehr wird man sich jetzt neue Entbehrungen auferlegen müssen.
Was wiegen gegenüber dieser schweren Bürde die wenigen erfreulichen Dinge, die uns die neue Reichsregierung vornieisen kann? Fortsetzung des Siedlungswerks, Ankurbelung des freiwilligen Arbeitsdienstes, gewisse Verwaltungsreformen wie die Verminderung des Instanzenweges in Strafsachen, eine Neufestsetzung der pfändungsfreien Lohngrenze und andere Verwaltungsresormen auf dem Gebiet der Justiz — was bedeutet das schon gegenüber der neuen Lohnbesteuerung . Die neue Reichsregierung geht in ihrer Notverordnung einen schweren Gang. Versteht sie sich in der Kunst, die Notwendigkeit jener neuen Lasten dem Volke draußen verständlich zu machen? An dieser Frage hängt vielleicht unser aller Schicksal.
Eine Kundgebung
der Reichsregierung
Die Reichsregierung hat die Verössentlichung der neuen Notverordnung mit einer Kundgebung begleitet, in der es u. a. heißt: Die Reichsregierung hat bei ihrem Amtsantritt den Willen bekundet, die soziale, finanzielle und wirtschaftliche Not Deutschlands durch organische neu aufbauende Maßnahmen zu bekämpfen.
Die Bilanz, die die Regierung vorgefunden hat, zwingt sie, als ersten Schritt vor der Inangriffnahme ihres eigentlichen Programms, die Kassenlage von Reich, Ländern und Gemeinden vorläufig zu sichern und die Sozialversicherung vor dem tatsächlich drohenden Zusammenbruch zu retten. Werde diese notwendigen und unaufschiebbaren Voraussed gungen nicht erfüllt, so sind alle weiteren Maßregeln von Anfang an in Frage gestellt.
Für die ersten Notmaßnahmen hat die Regierung an Vorbereitungen anknüpsen müssen, die schon das vorige Kabinett getroffen hatte. Da diese Maßnahmen jedoch nicht ausreichten, um Kassen und Finanzen zu sichern, ist die Reichsregierung genötigt, über sie hinauszugehen.
Es find infolgedessen weitere Abstriche am Reichs» haushalt sowie an allen Ausgaben der öffentlichen Hand beschlossen worden.
Es muß von der Ausgabenseite her versucht werden,
Oie Notverordnung des Kabinetts Papen
Eigener Drahtbericht'
Daß der Kabinettswechsel und die Aenderung des politischen Kurses im Reiche nicht ohne weiteres eine Aenderung unserer politischen und wirtschaftlichen Lage oder einen sofortigen Wechsel in den Methoden bringen würde, die bie Reichsregierung zur Bekämpfung der dringendsten Schwierigkeiten anwenden kann, war zu erwarten. In völlig ruhigen Zeiten hätte eine neue Regierung vielleicht die von ihrer Vorgängerin in Angriff genommenen Arbeiten einfach beiseite gelegt und alles von vorn angesangen. Das ist unter den heutigen Umständen nicht möglich. Wir können uns angesichts der zwingenden Notwendigkeit, den vorhandenen Finanzbedarf so schnell als möglich zu decken, keinen Zeitverlust leisten. Die grundlegenden Reformen, die die neue Reichsregierung auf verschiedenen Gebieten plant, erfordern jedoch Zeit, und deshalb mutzte die neue Notverordnung sich zunächst zwangsläufig noch in den Bahnen der vom Reichskanzler Dr. Brüning betriebenen Politik bewegen. Ebensowenig soll man aber, wie es einige, dem neuen Kabinett besonders nahestehende Blätter tun, jetzt die kühne Behauptung aufstellen, datz diese Notverordnung den „Schlußstrich unter die Brüningsche Notpolitik" darstelle. Man wird besser daran tun, abzuwarten, in welchem Maße die Politik des Kabinetts von Papen
as die neue Notverordnung bringt
Den Ankündigungen entsprechend, ist die neue Notverordnung, die der Sicherung der Finanzen dient, gestern vom Reichspräsidenten unterzeichnet worden. Die Notverordnung über die politischen Maßnahmen wird voraussichtlich am Donnerstag folgen. Der Grund der Verzögerung liegt darin, datz Schwierigkeiten in der Uniformfrage eingetreten sind, und zwar insofern, als eine Form der Notverordnung gesunde» werde» mutz, die verhindert, daß die Länder von sich aus Verbote erlassen und damit die Absichten der Reichsregierung durchkreuzen.
Um unseren Lesern den Ueberblick über die Bestimmungen der Notverordnung zu erleichtern, geben wir im folgenden eine kurze Jnhaltsüber- sicht. Die Einzelhetten finde« unsere Leser auf Seite 2 und 3 der heutige» Ausgabe.
Die wesentlichste» Bestimmungen der neuen Notverordnung sind: •
1. Eine Kürzung der Renten aus der Invaliden-, Angestellten- und Knappschafts-Pensionsversicherung, der Witwen- und Waisenrenten und der Unfallrenten.
2. Die Einführung einer Gesamthaftung der Jnva- lidenversicherungslräger gegenüber der Reichspost sowie der Länder gegenüber der landwirtschaftlichen Unfallversicherung.
3. Eine Ermächtigung an die Reichsregierung, durch besondere Maßnahme» Sparsamkeit und Wirtschaftlichkett, Vereinfachung und Verbilligung in der Sozialversicherung zu erzielen.
Auf Grund dieser Ermächtigung wird voraussichtlich im Laufe der nächsten Tage eine Ausführungsverordnung ergehen, die die angekündigten Kürzungen der Bezüge aus der Arbeitslosenversicherung und der Krisenfürsorge und der Erwerbslosenfürsorge enthält
4. Eine Kürzung der kinderlosen Leichtbefchä- 6 igten sowie Einstellung der Kinderzulagen und Waisenrenten nach Vollendung des 15. Lebensjahres.
5. Eine» neue» Plan für die Arbeitslosenhilfe. — Der Gesamtzuschuß für die Gemeinde» wird auf 672 Millionen beschränkt. Ferner wird die