Kasseler Abendzeitung
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Kasseler Neueste Nachrichten
Nummer 136*
Montag, 13. Juni 1932
22. Lahrgang
B
Abschluß der pariser Vorbesprechungen
Macdonald und Herriot reisen gemeinsam nach Genf / Einigkeit über Verlängerung des Moratoriums? / Llm die Aufhebung des G A.-Verbots
Das JReid) und die Länder
Von unserer Berliner Schriflleiiung.
London, Berlin und Lausanne
Von unserem Londoner Korrespondenten
th Berlin, 13. Juni.
,. Die zweitägigen Beratungen, die am Sonnabend und Sonntag zwischen den M i n i st e r p r ä s i d e n - ten der deutschen Länder und der Reichsregierung zeitweilig unter Beteiligung des Reichspräsidenten von Hindenburg in Berlin stattgefunden haben, find zwar geeignet gewesen, eine Reihe von Mißverständnissen und Unstimmigkeiten zwischen der Reichsregierung und den Länderregierungen aufzuklären, aber man kann keineswegs sagen, daß nun alk- gemeine Zufriedenheit und vollkommene Uebereinstimmung in allen Fragen herrschten.
Es handelt sich um zwei Hauptthemen, einmal um die finanziellen Beziehungen zwischen Reich und Ländern und zum anderen um die von der Regierung geplanten
politischen Maßnahmen
besonders die Aufhebung des SA.-Verbotes. Die Sonderbesprechung der Ministerpräsidenten mit dem Reichskanzler und dem Innenminister, in der die politischen Fragen zur Debatte standen, wurde, wie in einem Teil der Sonntagsausgabc schon berichtet wurde, unterbrochen, nachdem beim Beginn der großen Konferenz der Reichsratsausschüsse sehr bald vom bayrischen Ministerpräsidenten der Antrag gestellt worden war,, diese Sitzung zu unterbrechen und zunächst eine Konferenz im engsten Kreise der Ministerpräsidenten abzuhalten. Diese Sitzung dauerte bis gegen 2 Uhr und verlief vielfach fehl stürmisch. Es handelte sich dabei vor allem um die starken Bedenken, die die Vertreter verschiedener Länder gegen die Aufhebung des SA.-Verbotes und gegen den Gedanken eines Reichskommissars einzuwenden hatten. Der Reichsinnenminister F r h r. von G a y l gab in dieser Konferenz eingehenden Aufschluß über die Pläne, die von der Reichs regierung auf diesem Gebiet wirklich verfolgt werden, und er konnte dabei vor allem hervorheben, daß
Abzüge durchgeführt haben, die natürlich angerechnet werden müßten. Ferner wurde erreicht, daß der Etat zunächst noch nicht durch Notverordnung verkündet, sondern daß er an den Reichsrat überwiesen wird,
Oie Ländervertreter bei Hindenburg
th. Berlin, 13. Juni.
Am Sonntag vormittag fand auf Grund der Sonnabend-Beratungen ein Empfang der drei süddeutschen Ministerpräsidenten in Gegenwart des Kanzlers und des Staatssekretärs Meißner beim Reichspräfidenten von Hindenburg statt. Dabei wurde eine fünf Viertelstunden in Anspruch nehmende Aussprache über die bereits am Sonnabend behandelten Gegenstände geführt, wobei die süddeutschen Vertreter . wiederum ihre B e - fchwerden in sehr ernstem Tone vorbrachten.
Der Reichspräsident von Hindenburg hat ihnen die Versicherung gegeben, daß alle Maßnahmen der Regierung sich unbedingt im Rahmen der Verfassung halten würden und daß auch in der Frage des Reichskommiffars keinerlei Länderrechte verletzt werden sollten.
Besonders bemerkenswert ist die Feststellung, daß die Reichsregierung sich in keinerlei Abhängigkeit von irgendwelchen Parteien befinden dürfte, und daß auch nach der Reichstagsneuwahl kein derartiges Abhängigkeits- Verhältnis eintreten solle.
G. P. London, 13. Juni.
Seit dem Sturze Brünings ist nun genügend Zeit vergangen, um es den Engländern zu ermöglichen, sich von den Vorgängen in Deutschland ein klareres Bild zu machen und ihre Stellung zur neuen deutschen Regierung näher zu präzisieren. Die englische Haltung wird gekennzeichnet einerseits durch ein ehrliches Bedauern über den unerwarteten Abgang Brünings und andererseits durch ein wohlwollendes Abwarten gegenüber Herrn von Papen, dem, nach englischer Auffassung, zunächst mal „eine Chance gegeben werden muß", zu zeigen, wer er ist und was er leisten kann. Das englische Urteil über den scheidenden Dr. Brüning geht dahin, daß er während der letzten zwei Jahre in Deutschland „der einzige Mann, außer dem Reichspräsidenten von Hindenburg, gewesen ist, der volles Vertrauen in jenen Ländern einflößte, die mit Deutschland zu verhandeln hatten". Doch das Bedauern über den Abgang Dr. Brünings bedeutet keineswegs, daß in England dem Handeln des greisen Reichspräsidenten kein Verständnis entgegengebracht wird. Das Gegenteil ist der Fall. Und ein angesehenes, liberales Blatt gibt gewiß die allgemeine Ansicht Englands richtig wieder, wenn es auseinandersetzt, daß „England verpflichtet ist, volles Verständnis für jene ungewöhnlich fchwie- Irige Lage aufzubringen, in die eine außerordentlich komplizierte innerpolitische Konstellation und eine noch nie dagewesene wirtschaftliche Krise einen alten
Vechandlungstechnifches Moratorium
Eigener Drahtbericht.
Montag vormittag in Begleitung des französischen Ministerpräsidenten nach Genf, wo sie am Dienstag und Mittwoch an den Sitzungen des Allgemeinen Abrüstungsausschusses teilnehme«. Sie werden gleichzeitig die Lausanner Konferenz vorbereiten, die am kommenden Donnerstag beginnt.
an eine einfache Aufhebung des SA.-Verbotes nicht gedacht werde, sondern vielmehr an eine Zusammenfassung, Neuordnung und Abänderung der bestehenden Bestimmungen derartiger Organisationen.
Es soll dadurch erreicht werden, daß den politischen Parteien die Möglichkeit gegeben wird, Organisationen für junge Leute besonders zum Zwecke der körperlichen Ertüchtigung, aber unter Vermeidung militärähnlicher Einrichtungen einzurichten und dann unter der strengen Kontrolle des Reichsinnenministers zu unterhalten. Sollte sich dieses Verfahren in der Praxis, also vor allem in dem bevorstehenden Wahlkampfe nicht bewähren, so würden die Länderregierungen, die ja die Polizeigewalt in der Hand haben, immer noch die Möglichkeit besitzen, neue Einschränkungen zu verfügen. Das möchte man jedoch möglichst vermeiden, und deshalb wird der Reichsm- nenminister die Kontrolle über die wieder ins Leben tretenden Organisationen voraussichtlich sehr streng und genau ausüben. Ein links stehendes Montagsblatt behauptet, der bayerische Ministerpräsident habe erklärt, in Bayern werde die SA. auf jeden Fall verboten werden. Diese Nachricht dürfte schwerlich bestätigt werden. In der zweiten Frage, der evt.
Einsetzung eines Reichskommiffars
sind die süddeutschen Länder vor allem deshalb in so große Erregung geraten, weil sie die Befürchtung haben, daß nach dem preußischen Beispiel eines Tages auch gegen Süddeutschland vorgegangen werden könne. Auch hier wird in dem erwähnten linksstehenden Blatte behauptet, der bayrische Ministerpräsident habe erklärt, rin Reichskommissar würde beim Betreten bayrischen Bodens an der Grenze schlankweg verhaftet werden, weil seine Einsetzung verfassungswidrig sei. Es möge dahingestellt sein, ob in der Konferenz wirklich derart scharfe Wort gefallen sind, jedenfalls aber steht fest, daß
die Auseinandersetzungen sehr erregt verliefen, und daß der Rrichsinnenminister eingehend darlegen mutzte, daß die Reichsreqierung gar- nicht auf die Einsetzung eines Reichskommiffars hinziele, sondern daß sie insbesondere in Preußen nach wie vor die Absicht habe, die Bildung einer verfassungsmäßigen parlamentarischen Mehrheitsregierung anzustreben.
Es ist dabei natürlich nicht gesagt worden, daß beim Scheitern dieses verfassungsmäßigen Regierungsplanes wohl doch wieder aus den Gedanken eines Reichskommiffars zurückgegrifsen werden müßte.
In der Nachmittagssitzung, die von 3—7 Uhr dauerte, wurden im großen Kreise der Vereinigten Reichsratsausschüsse die
Finanzfragen
besprochen, wobei vielerlei Wünsche und kritische Aeußerungen aus den Kreisen der Länderregierungen vorgebracht wurden. Man wünscht vor allem eine stärkere finanzielle Bewegungsfreiheit der Länder und Gemeinden, man wünscht die Einführung eines Stichtages für die Berechnung der Kürzungen der Unterstützungssätze, weil einige Länder schon derartige
Paris, 13. Juni.
Die Besprechungen zwischen dem französischen Ministerpräsidenten Herriot und Finanzminister Germain Martin einerseits und dem englischen Ministerpräsidenten Macdonald und Außenminister Simon andererseits, die Sonntag vormittag begonnen hatten, find am Sonntag nachmittag gelegentlich einer Spazierfahrt nach Versailles fortgesetzt worden und wurden erst gegen 11 Uhr abends im Anschluß an ein Essen auf der englischen Botschaft beendet. Herriot stattete »och in den späten Nacht st unde» dem französischen Staatspräsidenten einen Besuch ab, um ihn über den Verlauf der Unterredung zu unterrichten.
Macdonald
gab im Anschluß an seine Besprechungen der Presse eine Erklärung ab, in der er insbesondere unterstrich, daß es sich nicht um Verhandlungen gehandelt habe, sondern lediglich um einen gegenseitigen Gedankenaustausch, der dazu dienen solle, festzustellen, wie weit die Ansichten der beiden Regierungschefs in den verschiedenen internationalen Fragen übereinstimmten. „Wir haben weder verhandelt, noch ein Kompromiß gesucht. Wir haben jedoch festgestellt, daß unsere Gedankengänge in derselben Richtung verlaufen und auch von denselben Grundsätzen diktiert sind, so heißt es in der Erklärung. „Wir werden unsere Auffassungen mit den Ministern anderer Länder austauschen, aber man kann schon jetzt unterstreichen, daß die beiden Regierungen entschlossen sind, alles zu tun, um die Konferenz von Lausanne erfolgreich zu gestalten. Wir wollen eine Lösung, die zu gleicher Zeit gut und praktisch ist. Wir, Herriot und ich. werden uns mit allen Kräften dafür einsetzen, um die auf der Tagesordnung stehenden Fragen zu lösen. Wir sind fest entschlossen, alles zu tun, um eine Lösung herbeizusühren, die den größten Teil der wirtschaftlichen Unordnung verschwinden läßt, um Mittel zu finden, dem Zerfall der europäischen Wirtschaft zu steuern."
Herriot
hat diese Erklärung Macdonalds bestätigt und hinzugefügt, daß er und sein englischer Kollege langsam und geduldig alle Fragen geprüft hätten, die augenblicklich im Vordergrund des internationalen Interesses ständen. „Wir sind dabei bemüht gewesen, alle unnützen Gesten zu vermeiden. Wir sind in einer schwierigen Perwde, die von den verantwortlichen Männern Arbeit und Kaltblütigkeit verlangt. Engländer und Franzosen sind von dieser Idee durchdrungen, und wir haben aus dem Wunsche heraus, der Sache des Friedens zu dienen, unsere Anstrengungen auf dieses Ziel gerichtet. Ich hoffe, daß die Konferenzen von Genf und Lausanne dadurch eine Erleichterung erfahren."
Macdonald und Simon begeben sich am heutigen
Magere Informationen
Paris, 13. Juni.
lieber das Ergebnis der englisch-französischen Besprechungen sind nur magere Informationen in die Lesfentlichkeit gedrungen. Es scheint sich jedoch zu bestätigen, daß man englischerseils dazu neigt, den französischen Standpunkt anzuerkennen, der bekanntlich auf eine einfache Verlängerung des Moratoriums hinausläuft, ohne in irgendeiner Weise die Ansprüche Frankreichs zu berühren.
Die Pariser Korrespondenten der englischen Presse rechnen auf Grund der Besprechungen zwischen Mac- donald und Herriot damit, daß die Entwicklung einem sogenannten „verhandlungstechnischenMo- p a t o r i u m" zutreibe, wodurch es, ohne den Faden abreißen zu lassen, ermöglicht werde, eine Klärung der politischen Lage in Europa abzuwarten, bevor eine endgültige Tributregelung in Kraft trete.
Der Pariser Vertreter der „T i m e s" schreibt u. a.: Die Erklärung, daß Deutschland weder jetzt noch im nächsten Jahre Reparationen zahlen könne und das Eingeständnis, daß kein deutscher Staatsmann die Verantwortung für eine Erklärung über die Möglichkeit der Wiederaufnahme der Zahlungen übernehmen könne, werde nicht mehr als eine böswillige Ablehnung der Haager Abkommen betrachtet. Man habe vielmehr erkannt, daß die deutsche Haltung vollkommen begründet sei. Amerika müsse durch eine zeitweilige Lösung der Frage Zeit gewinnen. Aber man sei sich darüber klar, daß eine einfache Verlängerung des Moratoriums nicht zur Wiederherstellung der normalen Beziehungen führen werde. Macdonald habe, wie man glaube, vorgeschlagen, daß die europäischen Mächte in Gens eine offene Erklärung abgeben sollen, derzufolge sie unter keinen Umständen für die Dauer einer noch zu vereinbarenden Zeitspanne zu den Waffen greifen würden. Auf diese Weise soll? das politische Vertrauen in Europa gestärkt und die Herabsetzung der Rüstungsausgaben vorbereitet werden.
*
Paris, 13. Juni. Die Auffassung der Pariser Preffe über die Besprechungen zwischen Macdonald und Herriot sind grundverschieden. Während die Rechts- blätter bewnen, daß greifbare Ergebniffe überhaupt nicht erzielt wurden, unterstreichen die der Regierung nahestehenden Blätter die Annäherung der beiderseitigen Auffassungen und begrüßen insbesondere die Tatsache, daß die Forderungen Frankreichs in der Reparationssrage auch englischerseits auf weitgehendes Verständnis gestoßen feien.
Soldaten vom Schlage Hindenburgs versetzt habe«, der weder in politischen noch in wirtschaftlichen Dingen eine besondere Schulung besitzt und dennoch die Geschicke Deutschlands fest in seinen Händen hält."
„DieneuedeutscheRegierungmußnach ihren Taten beurteilt werden!" Dieses, dem Kabinett von Papen hier entgegengebrachte Zugeständnis entspricht den traditionellen englischen Begriffen des fair play. Außerdem ist man in England immer mehr und mehr geneigt in einer Regierung von der Art des Kabinetts von Papen „die einzige Alternative zwischen einer nicht mehr tragbaren Linksregierung und einem Hitler-Regime" zu sehen. Die Tätigkeit Herrn von Papens als Militärattachee in Washington während der ersten Kriegsjahre ist daher in England bei weitem nicht in dem Maße in den Vordergrund gerückt worden, wie dieses in anderen Ländern der Fall war. Der neue deutsche Reichskanzler ist in England bekannt als ein persönlich makelfreier Charakter und als ein Befürworter einer deutsch-französischen Verständigung. Das wird vor der Hand als genügend betrachtet und gilt vor allem als eine Gewähr dafür, daß eine Politik der Abenteuer von dieser Regierung sicherlich nicht zu befürchten ist. In dieser Ueberzeugung bestärke« England noch zwei andere Persönlichkeiten der neuen deutschen Regierung: der Finanzminister Graf Schwerin und der Außenminister Freiherr von Reurahi. Graf Schwerin hat Deutschland im vorigen Jahre in Basel vor der internationalen Wirtschaftskommission vertreten und durch seine nüchterne und sächliche Art bei den englischen Vertretern einen überaus günstigen Eindruck hinterlassen. Noch besser bekannt ist den Engländern der neue Außenminister, Freiherr von Neurath, der nach der Wilhelmstraße von seinem Londoner Botschafterposten gezogen ist. Herr von Neurath ist ein zurückhaltender und in sich verschlossener Charakter. Doch gerade diese den Engländern verwandte Vorsicht und Umsicht des Wesens machten ihn in London besonders beliebt und erfüllten die britischen Staatsmänner, mit denen er Gelegenheit hatte zusammenzukommen, mit einem großen Matz von Vertrauen in seine Fähigkeit, Maß zu halten und den Realitäten Rechnung zu tragen. Sie Erklärungen die er, kurz bevor er London verließ, den „Times" über die Uebereinstimmung seiner Ansichten mit denjenigen Dr. Brünings und über die Kontinuität der deutschen Außenpolitik abgab, übten hier einen sehr günstigen Eindruck aus und haben in England viel zu einer nüchterneren und optimistischeren Beurtei- lung der neuen deutschen Lage beigetragen. Der neue Außenminister, ebenso wie der Reichskanzler und der Finanzminister, die als deutsche Delegierte nach Lausanne gehen, sprechen alle drei fließend Englisch. Diese Tatsache ist in der gesamten englischen Presse mehrfach hervorgehoben worden und wird als ein nicht unwesentliches und günstiges Faktum für diebe- vorftehenden deutsch-englischen Besprechungen in Lau. saune und Gens betrachtet.
Natürlich, daß England, ebenso wie die übrige Welt, sich im deutschen Kabinettswechsel vor allem deshalb interessiert zeigt, weil es so bald wie möglich wissen möchte, welche Rückwirkungen die inneren deutschen Vorgänge auf die Geschicke Europas und vor allem auf die Verhandlungen der Lausan- ner Konferenz haben könnten. Man warnt in England die deutschen Vertreter vor einer allzu schroffen Sprache: „Denn, falls der Politik einer endgültigen Bereinigung der Reparationen mit Nutzen für die ganze Welt zum Erfolg verhülfen werden sollte, so kann dieses nur dadurch geschehen, daß Deutschland im Rate der Völker willig mitarbeitet und mit« Hilst, jenes Europa zu ordnen, in dem es eine so hervorragende Rolle zu spielen berufen ist . . ." Die Frage der völligen Annullierung der Reparationen ist bekanntlich, nach englischer Auffassung, nur eine Frage der Zeit. Doch selbst eine völlige Annullierung, erinnert man, ist mit gewissen Verhandlungen und Zugeständnissen verbunden, die vorher gütlich bereinigt werden müssen. Tie „Times?, haben den bekannten englischen Standpunst vor einigen Tagen erneut mit besonderer Deutlichkeit zusammengefaßt. „Es ist unerläßlich", schrieb der englische Offtzwsus, „daß man Schulden selbst dann anerkennt, wenn man sie nicht bezahlen kann. Es ist daher von größter Wichtigkeit, daß Abänderungen in den Schuldverpflichtungen nicht durch einseitige Erklärungen, sondern durch gütliche Uebereinkommen erzielt werden. Es sollte se>r wohl möglichsein, dieTatsachedes Nicht- bezahlens irgendwie mit der Tatsache einer Nichtablehnung in Einklang zu bringen. Eine Politik der Festigkeit schließt eine Politik der Verständigung nicht aus. Die Erklärungen, die auf der einen Seite Herr von Neurath und auf der anderen der französische Ministerpräsident Herriot abgegeben haben, haben die Aussichten der