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DAS BLATT DES LANDWIRTS

Wochen. Beilage Der R o > t e i e r Neuesten Nachrichten Verantwortlich: Bernhard Schorbach / Freitag, den 10. Zuni 1932

Landwirtschaftliche Wochenschau

Kassel, den 10. Juni.

Nach den Berichten der preußischen Landwirt­schaftskammern haben auch im Mai die Schwierig­keiten, mit denen die Landwirtschaft bei der Auf­bringung der Steuern und Abgaben zu kämpfen hat, nicht nachgelassen. Die Bestellungsarbeiten find durch­weg beendet. Die Pflegearbeiten des Sommerge­treides, sowie der Rüben und Kartoffeln find in vol­lem Gange. Der Stand der Winter- und Sommer­saaten kann im allgemeinen als recht befriedigend be­zeichnet werden. Geklagt wird stellenweise über starke Verunkrautung der Felder. Die Wiesen und Weiden haben stch im allgemeinen gut entwickelt und bieten dem ausgetriebenen Vieh reichlich Futter. Der Stand der Erünlandflächen lägt einen guten Ertrag erwar­ten. Die Futterkonservierung in Silos hat teilweise weiter an Bedeutung gewonnen. In einzelnen Be­zirken haben Hagelschlage erhebliche Schäden verur­sacht. Die starken Niederschläge am Ende des Be­richtsmonats führten stellenweise auf niedrig gele­genen Wiesen und Ländereien zu starken Ueberschwem- mungen.

Die Preisgestaltung für landwirtschaftliche Erzeugnisse hat sich gegenüber dem Vormonat nicht gebessert, sie wirkt sich besonders ungünstig in der Veredelungswirtschaft und im Gartenbau aus. Die anziehenden Eetreidepreise sind für die Erzeugung von geringer Bedeutung, da verkäufliche Vorräte kaum mehr vorhanden sind. In der Pferdezucht zeigte sich teilweise etwas Belebung, insbesondere Nachfrage nach jüngeren Arbeitspferden und Fohlen. Die außer­ordentlich gedrückten Preise, die vor allen Dingen die Kleinbetriebe belasten, und das Ueberangebpt an But­ter und Vieh, wirken sich auf die Rindviehzucht und Milchwirtschaft weiter ungünstig aus. Auch die Schweinezucht hat unter den niedrigen Preisen zu lei­den. Die Schweinehaltung ist daher stellenweise zu- rllckgegangen. Weitere Einschränkungen in der Ge­flügelhaltung infolge des niedrigen Preisstandes der Eier find auch im Verichtsmonat beobachtet worden. Die Versorgung mit Betriebsmitteln ist im allgemei­nen reibungslos erfolgt. Der Düngemittelbezug war gegenüber dem Vorjahr geringer.

Die» Vutterzollerhöhung hat für die Landwirtschaft nicht den gewünschten Erfolg gehabt. In einer Untersuchung über die Wirkungen der But- tcrzollerhöhung auf die Butterpreise kommt das Institut für Landwirtschaftliche Marktforschung zwar zu dem Ergebnis, daß einerseits eine gewisse Steige­rung des deutschen Butterpreisniveaus bewirkt, an­dererseits ein Druck auf den Preis der wichtigen großen Exportländer ausgeübt wurde. Eine wesent­liche Besserung der Notlage der deutschen Milchwirt­schaft ist aber nicht eingetreten. Es find daher in den letzten Wochen verschiedentlich Vorschläge zur Reform des Butterzolls gemacht worben. Der Vorschlag, der zur Zeit am meisten diskutiert wird, läuft darauf hinaus, man solle ein Eesamtkontingent, das für den deutschen Markt unter Wahrung der berechtigten An­sprüche der einheimischen Landwirtschaft erträglich ist,proportional" nach Maßgabe der früheren Ein­fuhrmengen aus den einzelnen Ländern auf diese auf- teilcn. Ueberkontingentsmengen seien einheitlich pro- hibitiv zu belasten und auch der Zoll für die Kon- tinaentsmengen könnte einheitlich und dabei in einer Höhe festgesetzt werden, der über dem heute praktisch erreichten Durchschnittszoll liegt.

Preis« ohne Gewähr

©CftCtbC (Inland) pro 1000 kg in RM.

9 ß

Setlln

Ham.

Königs- berg

Kaffel

bürg

Welzen ....

Roggen ....

Gerste (Br.). . .

255-257

191193

272-273

207 908

245-248

180183

265-268

91R

17ß IfiA

190-195

Gerste (Futter). .

170-176

176-178

150-156

Laser.....

159-163

175180

150156

180190

Heu und Stroh (pro so kg>

(Kassel)

3. 6.

K

. 6.

Roggenstroh...

Laserstroh ... Gerstenstroh ... Weizenstroh . . Roggenlangstroh . Läckfel .... Leu......

Timothee....

1.83

1 80 1.60 1.80 L80

.80

1.60

1.60

70

1.80

2.30

2.30

2.75

2.71

2.50

2.40

2.70

2.80

Kartoffeln ipro so kg)

Berlin

Weiße.......

Rote .......

Gelbfleiichige . ... .

Odenwälder blaue . . .

L8u2 00

2.002.20

3.003.20

»affel Kletnverkau»

45 J p. Pfd. Großverkaus 3.30-3^0 M. p.Ztr

Milch je 1 Liter in i w. «-

Ruffel............... 22

Eier in ö pro Stück

2. 6. 9. 6.

Sonderklasse «lasse A .

Klasse B . . .

Klaffe C . .

Ausland (SoHänbcr) Ausland (Dänen) Enteneier . . . . Gänieeier . . . .

P 61/4 y/4 71/! 71/4

7.,4

7V»

Butter pro */» k8 (Kassel)

Molkeretbutter .......

1. Sorte .........

2. Sorte .........

10. 6.

1.45

1.30

1.25

Diehseuchensiand in Hessen-Nassau

H. St. Die zweite Maihälfte hat in Heffen-Naffau ein weiteres Ansteigen der Maul- und Klauenseuche gebracht. Insgesamt waren 119 verseuchte Gehöfte gemeldet, darunter 79 neubefallene gegenüber 92 bezw. 54 am 15. Mai.

Tie j. Zt. verseuchten Gehöfte befinden stch in fol­genden Kreisen (eingeklammert die Zahl der neube­fallenen).

Reg.-Bez. Kassel: Insgesamt 49 (25), davon im Kreise Frankenberg 22 (6), Hanau 6 (2), Homberg 1 (1), Kirchhain 2, "Marburg 2 (2), Ziegenhain 1 (1), Kreis des Eisenbergs 14 (12), Kreis der Eder 1 (1).

Reg.-Bez. Wiesbaden: Dillkreis 35 (34), Main- Taunus-Kreis 4 (4), Rheingaukreis 14 (2), St. Goars­hausen 3 (2), Unterlahnkreis 4 (2), Unterwesterwald­kreis 2 (2), Wiesbaden Stadt 8 (8).

Dieser für die Landwirtschaft und den Viehhandel bedauerlichen Tatsache steht wenigstens der eine Trost gegenüber, daß die Provinz Hessen-Nassau m der zweiten Maihälfte von allen übrigen meldepflichtigen Vielseuchen verschont geblieben ist.

(Nachdruck verboten).

) Niederellenbach, *) strickte,) damit,) Roten­burg,) hart, sehr, *) Schotenfruchtbotzen, ungebun­dener Erbjenbusch,) runter,) mag, ') gewesen.

Märkte im Juli

Stoprr

ritli in

Rach 6er Marktorörura finden im Juli 1932 n. a. die Nachfolge nben Märkte statt. Die hinter den Marktorten stehenden Abkürzungen haben solgende Bedeutung: B gleich Bullen. Fi gleich Kohlen. toeU gleich Geflügel. K gleich Storni. Klb gleich Kälber, P gleich Pferde. Präm gleich Prämiierung. Rv gleich Rindvieh. Sehr gleich Schafe, «chlv gleich Schlachtvieh, Schw gleich Schweine. V gleich Vieh. Z gleich Ziegen, Zv gleich Zuchtvieh. ZZv gleich Zie­genzuchtvieh, Am 1. Juli in Gladenbach K. Rv, «chw. Am 2. Juli in Hanau M. Am 4. Juli in Dillen­burg K, Rv. Schw: Echzell Schw: Frankfurt P. Rv, schw, Klb. Schi: Gudensberg K: Kalkei Schlv. Limburg P. Fl: Marburg K: Wiesbaden Schlv. Am 5. Juli in (Siegen Rv: Grävemviesbach K. Rv, Schweine: Hersseld Rv. Schw: Hünfeld Sckw: Lohra K, Schw. Am 6. Juli in Friedberg K. Schw: Gießen Schw: Großenlüder Schw: Hanau V: Homberg (Lber-Heuen) K. V: Raffel^Zschw: Rotenburg Schw: Volkmarsen K. Rv, P, schw, schs, Z, (Seil: Wetter K. Rv. Schw. Am 7. Juli in Adon S; Franksurt Klb, SM, Rv. schw: Kaffel schlv: Weilmün­ster K, Schlv, Zv: Wiesbaden Schlv. Am 8. Juli in Sch-Oldendors K, Schlv. Zv: Wüitensachlen K. Am 9.

in Hanau Fk. Am 11. Juli in Alsfeld K. B, P, schw. Präm: FrankfuN Rv. schw, Klb. Schf: Hachen- K, V, Schw: Kauel schlv: Rinteln K. Rv. P. Schw: Seck (Dillenburg) K. Zv, Schlv: Wiesbaden Schlv. Am 12. Juli in Kirchhain Rv. schw: Schwarzenborn St: Lim­burg Schlv. Zv: Uifingen^Rv. schw. Am 13. Juli in Eichwege Rv. P. Schw: Kassel P: Lauterbach Rv. Schw: illastätten Rv. Schw. Am 14. Juli in Bubdach Schw: Branksurt Klb, schf. Rv. Schw: Fulda Rv: Kassel Schlv: tarburg Schw, Fl: Wiesbaden Schlv. Am 15. Juli in Reustadi in Hessen K. Am 16. Juli in Hanau Fk. Am 17. Juli in 1 ~

jreinravi -i - -1 iv. .............

Äm 17. Juli tn_ Höchst (2 Tage) K. Äm 18. Juli in Franksurt Rv. schw. Klb, schf: Kaffel Schlv: Wiesbaden Schlv. Am 19. Juli in Engelrod K: Gießen Rv: Hün­feld Rv. Schw: Rennerod Zv. Schlv: Schlüchtern Rv, P, Schf. Z. Am 20. Juli in Hanau Ä: KamberaÄ, Schw: Kaffel Zichw: Lahr K, Zv. Schlv: Oberaula K. Rv: Schlis S, Schw: ^rewa K. Rv, tz. Schw: Wächtersbach Rv: Wolf- bagen K. Rv, P, Schw. Schf, Z, Geil. Am 21. Juli in Diez Rv. Sckw: Frankenberg Rv: Frankfurt Klb. Schf. Rv, sckw; Gemünden K: Haigex K, Rv, Schw: Kaffel Schlv: Kirtorf K, V: Lauterbach K. Rv. B, sckw (Schai- bock-Auktion, Präm. von Rv.I: Schweinsberg K. Rv, schw: Tann K. schw: Wiesbaden Schlv. Am 22. Juli in Hil­ders K. schw. Am 23. Juli in Hanau Fk. Am 25. Inh in Frankfurt Rv, Klb, Schf: Kaffe! schlv: steinau an der Sinzig K: Ulrichstein Rv: Uffeln St, Rv. Am 26. Juli in Bermuthshain (Gvebenhaini K. Rv. schw: Grenz- hauien K: Kirchhain Rv, Schw. Fl: Povvenhaufen K: Schwarzenborn Rv. Schw: Ulrichstein K: Usingen schw. Am 27. Juli in Alsseld K. B: Groß-Felda K, R: Lim­burg ZZg: Ulrichstein K. Am 28. Ink in Butzbach sckw: Burghaun Schw: Frankfurt Klb. Schf, Rv, Schw: Heftrich K. Rv, Sckw: Herborn K. Rv. Schw: Kaffel Scklv: Kirberg Schw: Weilmünster K, schlv. Zv: Wiesbaden schlv: Wildungen (2 Tage) K. Rv. P. Am 30. Juli in Hanau Ä. Am 34. Juli in Hettersroth iBirstein) K.

Kür die heimische Tierzucht

Gtutenkörungen und Verteilung der Zuchtmaterial-Erhattungsprämien

In diesem Jahre finden Stutenkörungen in Ver­bindung mit Verteilung von Zuchtmaterialunterhal­tungsprämien in den Kreisen Eschwege, Fulda, Geln­hausen, Gersseld, Hanau, Hersfeld, Hünfeld, Roten­burg, Schlüchtern und Witzenhausen statt.

Zur Eintragung in das Kurhessische Stulbuch wer­den zugelafsen: Zweijährige und ältere Kaltblutstuten des Rheinisch-Deutschen Schlages und Dreijährige und ältere Warmblutstuten.

Die Eintragung der Kaltblutstuten erfolgt nach den Richtlinien des Reichsverbandes der Kaltblutzüch­ter Deutschlands.

Es wird dabei unterschieden zwischen Eintragun- qen in dasHauplstamrnbuch" und in dasStamm­buch-.

In das Hauptstammbuch werden nur solche Stuten eingetragen, welche dem Typ voll entsprechen, und für deren Abstammung der Nachweis mindestens einer Generation zuchtbuchmäßig vorgelegt werden kann.

In das Stammbuch werden alle übrigen Stuten eingetragen.

Die Gebühr für die Eintragung einer Kaltblut­stute beträgt 5 Mark.

Für die Eintragung von dreijährigen und älteren Warmblutstuten ist die Vorzeigung von Abstam- munqspapieren nicht vorgeschrieben.

Die Gebühr für die Eintragung einer Warrnblut- stute beträgt ebenfalls 5 Mark.

Zur weiteren Förderung der Kaltblutzucht sollen für solche kaltblütigen Saugfohlen, 1- und 2-jährige kaltblütige Saugfohlen Zuchtmaterialerhaltungsprä­mien in Form einer Ehrenurkunde gegeben werden,

welche bei der Prämiierung einen 1. Preis erhalten haben.

Es dürfen nur solche Stutfohlen prämiiert werden, welche entweder selber in eines der von der betreffen­den Landwirtschaftskammer anerkannten Stutbücher eingetragen sind oder von eingetragenen Eltern ab­stammen. Fohlen mit vernachläffigten Hufen sind von der Prämiierung ausgeschlossen. Auf Nachweis des Weideganges der Fohlen wird besonderer Wert gelegt Die Fohlenschetne müssen vorgewiesen werden.

Um ein Urteil über die Vererbung der einzelnen in den betreffenden Kreisen zur Zucht aufgestellten Staats- und Privathengste zu bekommen, ist es er­wünscht, daß deren Nachzucht der Stutbuchkommission vorgeführt wird. Zu diesem Zwecke sollen außer den vorgenannten Ehrenurkunden an die besten Fohlen auch noch Geldpreise ans Staatsmitteln in Höhe von 10, 15 und 20 Mark je Fohlen verteilt werden.

Die Termine finden in unserer näheren Umgebung statt: Dienstag, den 5. Juli, 8 Uhr in Hess.-Lichtenau auf dem Festplatz; 10 Uhr in Harmuthsach­sen aus dem Sportplatz; 12 Uhr in Hübenthal aufdem Rittergut; 15,30 Uhr in Witzenhausen auf dem Motz­platz; 17 Uhr in Riederhone auf dem Weibchen; 18 Uhr in Wanfried auf dem Rittergut. Mittwoch, den 6 Juli 830 in Reichensachsen am Bürgermeisteramt; 10 in Sontra aufd em Marktplatz; 11,30 in Ulfen auf dem Ortsweg an der Schmiede. 15,30 in Rotenburg auf dem städtischen Platz am Kies; 17,30 Uhr in Nie­deraula auf dem Kirchplatz. Donnerstag, den 7. Juli. 8,3o Uhr in Hersfeld in der Reichsbankstraße; 10 in Schenklengsfeld am Bürgermeisteramt; 15,30 in Eiter­feld auf dem Marktplatz; 17,30 In Hünfeld auf dem Platz am Anger.

Bauernhaus Holzschnitt von Erich Urbahn iiiiiiiiiii«iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiii!iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii»iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiie gleichgültig ist, ob man in der Stadt oder auf dem Lande ist. Wir gehen ja alle Tage mit Worten um. Und darum sind wir immer wieder Träger, Vermitt­ler einer Botschaft. Das Wort, das wir an einen anderen Menschen richten, enthält eine Botschaft, oder es stammt aus einer Botschaft. Und immer, wenn wir einen anderen anreden, entscheiden wir uns für das gute oder das böse Wort, für Liebe oder für Haß, für Leben oder für Tod.

Wie die Dinge heute liegen, darf man wohl sa­gen, daß das Verlangen nach dem guten Wort in un­zähligen Herzen sich regt. Das Wort nun, in dem die Fülle des Guten, Leben und Liebe, verborgen ist, ist das kurze Wort: Gott. Unser Reden, unser ganz alltägliches Wort kann Botschaft sein von diesem Wort aller Worte. Wenn einer nur selber die frohe Botschaft vernommen hat, die, wie jenes Telegramm, über menschliches Schicksal entscheidet nicht nur über das Schicksal, über Leben und Tod eines Menschen, sondern aller Menschen, denen es gegeben ist, zu re­den und zu hören. Durch Menschen will diese Bob> schäft zu den Menschen kommen.

Die frohe Botschaft, das gute Wort zu bringen, das ist zu allen Zeiten und an allen Orten das menschlichste Amt.

D's Strecklißchen

D's ahle Strecklißchen Ls Nerrallenbach') stroochte') d'n Lieren Strembe, Hänschen, Schaldicher on Streckjacken. Domerre') hot stch's so kemmerlich därchgeschlohn. Es güng met simm fertigen Zeig nooch Roarenbaergk') on krechden boor Heller dafür orr 'n boor Laewensmeddel.

Eemo 's wor im Härwest krechde d's Streck­lißchen Äbbel, Kadüffeln on Gorken. Es machte stch of d'n Heemwaegk on kom därch Böömbach. In d'r Eänsegasse henger Böömbach, do waanert's gor horrde°). Wie's dohen kom, doocht's on de gläserne Scheese, on d's Schoddengebeddse°), dos sich do d'n Baergk rerr') wälzert, on on allerhand Deiwelskrom, daß ämme vär Angst de Hoore zu Baerje stüngen. ,Mann ich doch nur erscht d'rheeme wär!" doochte 's on süfte los wie 'n Hollänner. Do trat es ämme of de Faerschte. Och Gott, och Gott, wos meek') dos stnn! Do trot's ämme werre of de Faerschte. Es full bahle emme vär Angst. On nu fochtelt es ämme ö noch met d'r Eeschfchel em de Beene rem. Es luff wie 'n Hose. Awwer je mih es luff, desto mih wurde es geträren on gebitscht. Wie's endlich heemkom, wor'sch halbdod. De Nochberschliere komen on flu­chen:Wos dann ejentlich lose?" Do ankede es änn vär, wos ämme basfierd wor. Wie nu nooch- gocken, do hadde de Keetzen Loch, on do waren de Kadüffeln on Äbbel dürchgefallen on ämme alszu of de Faerschte drof. On dann wor deläßte ö noch d's Keetzenseel därchgeretscht on hadde ämme wiene Bitsche em de Beenx remgefitzt. On dos wor d's gaanze Waanerwaerk jewaen'). D'm Strecklißchen wor awwer d'r Schrecken so in de Knochen gefahren, daß es bahle drof gestorweu.

Dualität entscheidet!

Die Markenerzeugnisse der deutschen Landwirsschaft

Unsere heimische Landwirtschaft hat ungeheuer schwer gegen den Wettbewerb des Auslandes zu kämpfen, das seit Beendigung des Weltkrieges die deutschen Märkte mit ihren großenteils hochwertigen Erzeugnissen überschwemmt. Der deutsche Landwirt hat aber nach Ueberwindung der Kriegs- und Jnfla- tionsjahre erkannt, daß er die Verbraucherschaft nur dann für seine Erzeugnisse gewinnen kann, wenn er den Vorsprung des Auslandes aufholt und eine erst­klassige und einwandfreie, jedem Auslandserzeugnis ebenbürtige Ware, anbietet.

Unter Führung der landwirtschaftlichen Organi­sationen laufen bte Bestrebungen darauf hinaus, mit aller möglichen Beschleunigung die Erzeugung von Massenwaren zu vereinheitlichen, die Güte dieser Waren zu verbessern und zu garantieren, die zuver- lässtge und fristgerechte Lieferung aller Nahrungs­mittel dem Großhandel gegenüber zu gewährleisten und eine marktfähige, ansprechende Herrichtung der Ware durchzusetzen.

Die Markenerzeugnisse der deutschen Landwirtschaft, als die ersten standardisierten Nahrungsmittel garantierter Güte, haben ihr Ange­bot von Jahr zu Jahr erhöhen können und erfreuen sich bereits der größten Beliebtheit weiter Verbrau­cherkreise. Die unter amtlicher Kontrolle stehende deutsche Markenbutter gewährleistet Reinheit und Güte und steht hinter bester Auslands­butter nicht zurück. Auch die deutsche Marken- milch wird ständig auf Reinheit, gesundheitliche Be­schaffenheit, Fettgehalt und Haltbarkeit untersucht. Deutscher Markenkäse wird noch verhältnismäßig in geringerem Umfange in den Handel gebracht. Allerdings haben Ostpreußen, Bayern, die Rheinpro­vinz und andere ihren Umsatz erfreulich steigern kön­nen. Das deutsche M a r k e n e t verbürgt unbedingte Frische, Güte und einheitliche Sortierung in den durch die Farbe des Stempels gekennzeichnetenGrößen­klassen". Nach anfänglichen Fehlschlägen ist damit zu rechnen, daß es jetzt der Landwirtschaft gelingen möge durch wirklich einwandfreie Ware dem deut­schen Ei den heimischen Markt zu erobern. Mar- kenkartosfeln sind Kartoffeln bester Sorten mit guten Koch- und Eeschmackseigenschaften, die in plom­bierten Düten verpackt in den Handel kommen. Hier erhält die Hausfrau für ihr Geld wirklich vollwer­tige Ware. Mitteldeutschland bringt jetzt sogar

Markenerbsen heraus, die in vier verschiedenen Qualitätsmarken die unbedingte Gewähr für gleich­bleibende Güte und beste Beschaffenheit geben. Dann, ist noch der Markenhonig mit der Einheitsmarke des deutschen Jmkerbundes zu erwähnen.

Man kann der deutschen landwirtschaftlichen Mar­kenerzeugung nur jeden Erfolg wünschen. Der Ver­braucher verlangt mit seinem mehr und mehr zusam­menschrumpfenden Wirtschaftsgelde eine hochwertige Ware. Da wir mit unseren Finanzen in Deutschland jetzt sehr haushälterisch umgehen müssen, ist es nur zu begrüßen wenn es der heimischen Landwirtschaft ge­lingt, durch Qualitätserzeugung den Wettbewerb des Auslandes zu schlagen!

Der entscheidende Augenblick das ist der Augen­blick des Kaufes. Da erinnert sich der Käufer nicht mehr an Statistiken, die ihm die Not des deutschen Volkes beweisen, sondern er hat die Ware vor Augen und will sehen, ob er gut und preiswert bedient wird. Die deutschen Waren können diese Prüfung aushal­ten. Sie find Qualitätswaren und haben diesen Ruf nicht nur in der Heimat sondern auch vor allem im Auslande. Deutsche Waren sind gut; sie brauchen nichts als eine zielbewußte Werbung, die das lächerliche Vorurteil, als seien die Auslands­warenfeiner", beseitigt.

Der Volkswirtschaftliche AufklärungÄnenst hat jetzt eine große WanderausstellungDer entscheidende Augenblick Deutsche Ware oder Auslandsware" zu­sammengestellt, die auf 24 Tafeln für 24 verschiedene deutsche Qualitätserzeugnisse wirbt. Diese sehens­werte Ausstellung wurde jetzt auf der diesjährigen Grünen Woche" in den Ausstellungen am Kaiser­damm gezeigt. In den kommenden Jahren wird fie durch ganz Deutschland reisen. Es ist das erste Mal, daß fich die. vielen verschiedenen Werbeausschüsse für die einzelnen Erzeugnisse aus Industrie und Land­wirtschaft, zu einer gemeinsamen Werbung und Auf­klärung des Verbrauchers zusammengeschlossen ha­ben. Die Vorliebe für das deutsche Erzeugnis ist in ständigem Wachsen begriffen. 1930 gelang es, in vielen hundert deutschen StädtenDeutsche Wochen", Werbewochen für die gute deutsche Ware, zu veran­stalten. Jetzt will diese Ausstellung zu ihrem Teil dazu beitragen, daß aus dieser einenDeutschen Woche" im Bewußtsein unseres Volkes 52 Deutsche Wochen im ganzen Jahr werden. L.

Förderung von Meliorationen

durch freiwilligen Arbeitsdienst.

Der Deutsche Ausschuß für Kulturbauwesen schreibt uns: Auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Meliorationen sind noch große unausgeschöpfte Mög­lichkeiten zur Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialpolitischen Lage Deutschlands vorhanden.

Fast ein Drittel des landwirtschaftlich genutzten

Bodens Deutschlands ist meliorationsbedSrftig.

Durch Ent- und Bewässerungen, Moor- und Oedland­kultivierungen, sowie Hochwasserschutzbauten läßt fich der Bodenertrag dieser Flächen ganz bedeutend stei­gern und sichern. Dadurch könnten jährlich große Summen, die jetzt in Devisen an das Ausland für die Einfuhr von Lebensmitteln gezahlt werden müs­sen, im Lande verbleiben. Durch den erhöhten Bo­denertrag würde die Kaufkraft der Landwirtschaft für Jndustrieerzeugnisse und auch die Steuerkraft stark er­höht werden.

Bei den Arbeiten könnten viele Tausende von Er­werbslosen eine im strengsten Sinne produktive und beftiedigende Beschäftigung finden.

Zur Beschäftigung von Erwerbslosen find Melio­rationen besonders gut geeignet, weil sie verhältnis­mäßig viel menschliche Arbeitskraft, aber nur geringe Materialkosten erfordern und im Gegensatz zu vielen anderen Arbeiten durch dauernde Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung volkswirtschaftlich äußerst wertvoll find.

Infolge der schwierigen Beschaffung von Krediten und Beihilfen ist die Ausführung von Meliorationen als Notstandsarbeiten jetzt sehr erschwert. Eine be­deutende Erleichterung ist jedoch durch den im ver­flossenen Herbst eingeführten fteiwilligen Arbeits­dienst eingetreten, soweit es gemeinnützige Arbeiten betrifft, die für die Landwirtschaft sonst nicht renta­bel sind. Der fteiwillige Arbeitsdienst hat sich in allen Teilen Deutschlands sehr gut bewährt. Durch die Ausführungsbeftimmungen ist jedoch der Kreis der zugelassenen Arbeitswilligen und die Beschäfti­gungsdauer des Einzelnen sehr stark eingejchräntt, so

daß die Arbeiten nicht in großem Umfange ausführ­bar sind.

Der Deutsche Ausschuß für Kulturbauwesen halt eine weitestgehende Förderung des fteiwilligen Ar­beitsdienstes aus volkswirtschaftlichen und sozialpo­litischen Gründen, sowie zur Förderung der Land­wirtschaft für dringend geboten und unterstützt den von der Deutschen Landeskulturarbeitsgerneinschast beim Reichsarbeitsminister gestellten Antrag auf Er­leichterung der gesetzlichen Bestimmungen und auf Einrichtung eines besonderen Reichsfonds zur För­derung des fteiwilligen Arbeitsdienstes.

Das Telegramm

Wir wohnen auf dem Lande. Es ist das anders, sehr anders als in der Stadt, aber auch anders, als es der Städter fich vorstellt.

Man kann zum Beispiel was in der Stadt wohl ausgeschlossen sein dürfte fich in die Lage versetzt sehen, ein wenig Postamt zu spielen. Man wird vom Telegraphenamt der Bezirksstadt angerufen:Ach, bitte, hier ist ein Telegramm für Herrn Soundso aus Ihrem Dorf. Die Leitung zur Postagentur scheint nicht in Ordnung zu sein, würden Sie die Freundlich­keit haben, bas Telegramm an bte Agentur weiterzu­geben?"Aber natürlich!" Man nimmt also bas Telegramm entgegen. Für einen Postbeamten eine höchst alltägliche unb mechanische Angelegenheit, für unsereinen immerhin eine Merkwiirbigkeit, zumal, wenn man nun nach bem Diktat bes Telegraphen­amtes zu schreiben hat: .Mutter tot Zwei Worte bloß. Das Gespräch ist zu Enbe. Aber bte beiben Worte stehen nun ba. Man kennt ben Empfänger. Es ist eine traurige Angelegenheit. Man stellt mit leisem Erschrecken fest, wie schicksalsvoll zwei kurze Worte sein können. Unb nun ist man, ohne es zu wollen, zum Vermittter bei traurigen Botschaft ge­macht.

Aber was hier burch Zufall geschieht, bas ereignet sich im menschlichen Leben alle Tage, wobei es