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Veite 2 1 Beilage

Kasseler Neueste N tirWen

Donnerstag, 9. Juni 1932

Erziehung durch Leistung

Jugend im Roten Kreuz

Jede charitative Arbeit bedeutet der freien Wohl- fahrlspflege wie jede nachbarliche Hilfe, die der Einzelne gibt, eine Selbsthilfe innerhalb des Volks­ganzen. Es bedarf heute weder eines cheoretischen noch eines praktischen Nachweises, daß ohne ihren Einsatz und chre bewundernswerte Steigerung seit dem vorigen Jahre der Weg durch die Not des Winters nicht gefunden worden wäre.

Die materielle Leistung der hilfreichen Handlun­gen bezeichnet indeffen nur die eine Seite dessen, was sie bedeutet. Die andere Bedeutung ist die einer Gesinnungsbereitung und Gesinnungsverbrei­tung. ^enn uns will nichts wichtiger erscheinen, als

den Willen zur Selbsthilfe zu steigern, und zwar nicht nur des Einzelnen für sich selbst, der chrer auch bei bestem Wunsche leider oft nicht fähig ist, sondern durch Zusammenhalten der Volksgenossen, durch Eintreten dessen, der noch geben und stützen kann für den Anderen, und sei es mit geringen Mitteln. So hat die freie Wohlfahrtsarbeit zu­gleich noch den großen Wert der Erziehung zu ge­genseitigem Sichverantwortlich-Fühlen innerhalb der großen Gemeinschaft des Vaterlandes.

Erziehung setzt am förderlichsten bei den jungen, noch bildsamen Menschen ein. Und schon aus die­sem Grunde ist jede Hinleitung und Einbeziehung der Jugend in soziale Arbeit warm zu begrüßen. Wie andere Wohlfahrtsorganisationen hat auch das Deutsche Rote Kreuz solche Möglichkeiten aufs beste geschaffen, einmal in seinen Vereinen in Jugend­gruppen und Jugendabteilungen, und zum anderen außerhalb und ohne Vereinsbildung im Jugendrot­kreuz, das in den Schulen wirkt.

Die weibliche Jugend findet Anschluß an das große Hilswerk in den Jugendabteilungen der Frauenvereine vom Roten Kreuz. Deren ausge­dehnte Arbeit auf allen erdenklichen Fürsorgegebie­ten unterstützen sie mit ihren jungen Kräften, und sie führen ebenso selbständige Aufgaben durch wie Betreuung von Familien, Kindern, Kranken, oft durchPatenschaften", die der Arbeitskreis gemein­sam übernimmt und ebenso wirksam wie herzlich

versorgt. Es stellen sich ja, wenn man nur einmal zu helfender Mitarbeit bereit ist, so viele dringende Pflichten ein, daß kein Mangel an Aufgaben ist, die gerade der weiblichen Jugend naheliegen und nicht besser als eben von ihren jungen, gesühlsstar- kcn und regsamen Energien gelöst werden können. Nicht nur wird so Hilfe vermehrt, sondern es wer­den Menschen gebildet und Menschen gewonnen für HUfswillen und Hilfsbefähigung.

Das gleiche gilt für die Mitarbeit der Jugend­gruppen in den Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz. Aus dem Gebiet der ersten Hilfeleistung bei Unglücks­fällen ist ja eine besonders exakte Ausbildung nötig. Der Gedanke selbst, zu solchem Eingreifen befähigt zu sein, entspricht durchaus dem unverbildet kamerad- schastlichen und aktiven Sinn der männlichen Jugend. Er bewahrt diesen Wert ganz ungeschmälert gerade im Roten Kreuz mit seiner weltanschaulichen Neutra­lität. Schon haben sich so viele Gruppen, sachgemäß betreut, herangebildet, daß sie in einem Reichsverband zusammengeschlossen sind. Schön und auch recht ver­ständlich ist die Anziehungskraft solcher Ausbildung und Betätigung und ebenso des Gedankens selbst­losester Hilfe für den Nächsten bei der Jugend.

Das Jugendrotkreuz endlich gehört der Schule. Unter seinem LeitwortIch diene" will es mithelfen, Verantwortung für sich selbst (vor allem in der Er­ziehung, sich gesund zu erhalten) und für die Kame­raden zu wecken und zu stärken. Diese große Gemein­schaft, die in allen Gegenden Deutschlands, oft unter wirklicher Begeisterung der anleitenden Lehrer und Lehrerinnen, schon viele Jahre lang herrliche Leistun­gen opserbringender Hilfe vollbracht hat, wird durch nichts zusammengehalten als ihren lebendigen schönen Geist der Gemeinsamkeit. (Abgesehen etwa von ihrer verbindenden und führenden ZeitschriftDeutsche Jugend"). Im eigenen Kameraden- und Schulkreis, in der Gemeinde und weiter in zahllosen freundschaft­lichen Verbindungen über ganz Deutschland hinweg haben Jungen und Mädchen einandergedient" mit eigener Arbeit und selbsterworbenen, noch so kleinen Mitteln und haben Freude gebracht mit eigener Freude.

Wie wäre Sinn für Verbundenheit, Sinn für so­ziale Betätigung und der Segen hilfreichen Handelns bester zu bilden als am Tun und Leisten selbst? Ein junger Mensch, der selbst mit Hand anlegen kann bei Werken der Nächstenliebe, braucht keine anderen Be­weise, keine wortreichen Aufforderungen mehr. H.

*

Die vorstehenden Ausführungen werden jetzt zum Rotkreuztage, Sonntag, 12. Juni, ein reges Jntereste finden, weil in ihnen die jungen Pulse gewahr wer­den, die das große Hilfswerk des Deutschen Roten Kreuzes in lebendigem Wirken erhalten. Wir begrü­ßen es, daß die herzenswarme und ungebrochene Kraft der Jugend in die Liebesarbeit des Roten Kreuzes einströmt und chr die in den jetzigen schwie­rigen Verhältnissen erforderliche Schwungkraft erbält. Wir möchten wünschen, daß die Sammlung zum Rot­kreuztage dem Roten Kreuz die Aufrechterhaltung seiner in der jetzigen Not dringend notwendigen An­stalten und Einrichtungen ermöglichen hilft.

Vor dem Landesarbeitsgen'cht

Recht ist nicht immer menschlich

Die ausführliche Urteilsbegründung, die Landge- richtsdirekwr Keifer in nachfolgender Sache gab, zeigt wieder einmal deutlich, in wie schroffem Gegensatz der Buchstabe des Gesetzes zum menschlichen Empfinden und zum sozialen Denken unserer Richter steht. Vor allem, wenn es um die größte Not unserer Zeit, das erbitterte Ringen um das tägliche Brot geht, ist es außerordentlich schwer, so entscheiden zu müssen, daß der ohnehin arme Teufel, der Arbeiter noch ärmer wird. Besonders unerbittlich muß das bei einem Be­trieb wie der Reichsbahn anmuten, der sicherlich durch Weiterbeschästigung eines besonders hart Getrof­fenen nicht ins Wanken käme. Die Unnachgiebigkeit, die wir hier seitens der Reichsbahn kennen lernen, mag wohl von dem Kampf über ihre eigene Existenz her­rühren. So war trotz allen Bemühungen hier kein menschlich erträglicher Weg zu finden gewesen.

Unter mehreren anderen Entlassenen im Bezirk be­fanden sich drei Arbeiter von einer Güterabfertigungs­stelle, die beim Arbeitsgericht Einspruch erhoben hat­ten gegen ihre Kündigung, die nicht aus betriebsnot­wendigen Gründen erfolgt sei. Die Gewerkschaften haben seinerzeit mit der Reichsbahn ein Feierschichten­abkommen vereinbart, wonach die Reichsbahn berech­tigt ist, um weitereplanmäßige Entlassungen" zu ver­meiden, monatlich bis zu drei Feierschichten ernzule- gen. Hierdurch hat die Arbeiterschaft vereint Opfer auf sich genommen, die den Kollegen ihr Brot sichern sollten. Die Ausnutzung dieser Arbeitsstreckung ist nun anscheinend nicht in dem angegebenen Matz von der Bahn vorgenommen worden, sodaß die Vertreter der drei entlassenen Kläger, Gewerkschaftssekretäre Barheine aus Kassel und Bräunig aus Berlin der Ar­beitgeberin Vertragsbruch vorwerfen. Auch habe die Bahn von der Möglichkeit eines Austausches keinen Gebrauch gemacht. Ferner wurde von beiden Seiten Stellung zu dem Begriffplanmäßiger Abbau" ge­nommen.

Die Klagen wurden abgewiesen mit dem Begrün­den, daß die Bahn nach dem Wortlaut des Abkommens in zwingenden Fällen wohl auch planmäßige, also nicht nur fristlose Entlassungen vornehmen dürfe. Was das Feierschichtenabkommen beträfe, so habe die Bahn wohl das Recht, aber nicht die unbedingte Pflicht, die­ses einzuhalten? Betreffs der Austauschmöglichkeit hätte die Betriebsvertretung genaue Angaben machen müssen, wer dafür in Frage kommen könnte. Trotz dieses Hinweises des Arbeitsgerichts hatte das jedoch die Partei der Kläger unterlassen, sodaß diese letzte Möglichkeit des Weiterbeschäftigens auch von der zwei­ten Instanz abgelehnt wurde. Die Berufungskläger

stellten sich auf den Standpunkt, daß eS Sache des Un­ternehmers sei, die Austauschmöglichkeiten zu prüfen, sie mußten sich jedoch eines anderen belehren lassen.

Herr Bräunig betonte, daß die Bahn die moralische Pflicht habe, alles zu tun, um Entlassungen zu ver­meiden, besonders, da sie aus Mitteln der Allgemein­heit zu diesem Zwecke 133,6 Millionen zur Verfügung gestellt bekommen habe. Die Arbeitsgerichte sollen die Dinge selber prüfen, statt sich auf die Angaben der Beklagten zu verlassen. Dieses Ansinnen wird jedoch vom Vorsitzenden in der Urteilsbegründung als zu weichehend abgelehnt.

Planmäßige Entlassungen seien solche, die von oben angeordnet würden. Auf das Erwidern der Bahn, in diesem Falle handle es sich um Minvcrlei- stungen, die für den Betrieb unproduktiv gewesen wären, wird dargetan, daß für die drei Arbeiter, die früher in der Ausbesserungswerkstätie in Kassel gear­beitet haben, die Arbeit auf einem Güterboden es wird von täglich 160 Zentnern gesprochen zu schwer gewesen sei, woher sich auch die vielen Krankheitstage der Leute erklären. Bei gutem Willen wäre ein Aus­tausch möglich gewesen, etwa als Putzer, wogegen die Bahn allerdings sagt, an diesen Posten seien lauter alte Leute beschäftigt.

Rechtsanwalt Rocholl macht geltend, daß es sich hier nicht um planmäßige Entlassungen, sondern um spezielle handle, die Bahn müsse das Recht haben, Leute die für eine Arbeit ungeeignet seien, zu entlassen, wenn sich Gelegenheit dazu bietet. Die angeregte Arbeits­verkürzung einiger vielbeschäftigter Leute sei nicht möglich, da es sich bei ihnen um den Bereitschafts­dienst handle. Gewerkfchaftssekretär Bräunig betont schließlich mit Recht, daß die Kosten der Arbeitsver- kürzung von der Arbeiterschaft getragen würden. In­folgedessen kommt das Gericht nach langer Beratung zur Urteilsabweisung, wobei der Vorsitzende, wie er­wähnt, ausführlich aus die undankbare Arbeit einer solchen Entscheidung eingeht, die immer als eine Härte erscheinen mutz, wenn es auch nicht tatsächlich eine solche im Sinne des Betriebsrätegesetzes ist. Es wird u. a. betont, daß die Kündigung sich aus dem Verhalten der Arbeiter nicht rechtfertigen ließe. So­dann hätte gesagt werden müssen, wie und wo eine Austauschmöglichkeit vorhanden wäre, dann hätte das Gericht die Gegeneinwendungen des Beklagten prüfen können. Eine weitere Prüfung der Verhältnisse muß abgelehnt werden, der Unternehmer trägt die Verant­wortung, er hat auch das Betriebsrisiko. Tatsache und bekannt sei, daß die Bahn über den Aufbrauch der Reserven hinaus Defizit habe.

Flugiag in Kastel

Sensationen am 17. Juli auf dem Waldauer Flugplatz / Eine Veranstaltung der Bergmann- Zigarettenfabrik 9U6.

Kassel wird in diesem Fahre wieder einen Flug­tag haben und zwar veranstaltet, wie wir soeben aus zuverlässiger Quelle erfahren, dieBergmann Ziga­rettenfabrik A. G." am 17. Juli auf dem Flugplatz in Waldau mit ihrer Bergmann-Klaffe-Flugstaffel einen Großflugtag. Bera von B i s s i n g, unsere be­kannte Kasseler Kunstfliegerin, Altmeister Gerhard

Fieseler, sowie der Segelflieger Kronfeld, mit dem größten Segelflugzeug der Welt, derAustria", werden in Staffel auf dem Gebiete des Flugsportes sensationelle Vorführungen bieten.

Spitzenleistung der einheimischen Bienenzucht. Auf der diesjährigen großen landwirtschaftlichen Wan­derausstellung in Mannheim war auch die

deutsche Bienenzucht und der deutsche Honig aus allen Teilen des Reiches vertreten. Im Wettbewerb um deutschen Qualitätshonig wurden sowohl der vom Verband hessischer Imker. Sitz Kassel, als auch der von der bekannten hiesigen Imkerei und Honigvertriebsstelle Hause, Oberste Gasse 37, ausge­stellte Honig der verschiedenen Blütentrachten mit je einem 1. Preis unter mehreren 100 Ausstellern aus­gezeichnet Leider find die Aussichten für eine gute diesjährige Honigernte nicht besonders günstig, die anhaltende kühle Witterung schmälert die Aussichten von Tag zu Tag.

Wuzel-Abend. Hans Wuzel, der allen Kaf- feler Theaterbesuchern unvergeßlicheHans Sachs" undWotan", der feinsinnige Ausgestalter der geist­lichen Abendmuflken in der altlutherischen Kirche, bringt seinen zahlreichen Freunden eine Ueber- raschung: Am 15. und 29. Juni wird er im Reinhold­saalsuntere Karlstraße 16) einen Stimmungsabend ver­anstalten mit einem Strauß Lenz- und Liebesliedern,

und zwar solchen, die hier noch nicht gesungen worden sind.

* Jugenieurtaguug in Kassel. Vom 9. bis 11 Juni findet in Kassel die Tagung des Ingenieur« verbandes der deutschen Dampfkessel-lleber- wachungsvereine statt, zu welcher Ingenieure aus dem ganzen Reich- erwartet werden.

Post-Personalien

In den Ruhestand getreten: die Ober­postsekretäre Pohl in Homberg und Heinrich Frei­tag in Kassel. Das 40jährige Amts- jubiläum werden begehen: Am 10. Juni der Oberpostsekretär Fronapfel in Fulda, am 11. iuni der Obertelegraphensekretar Schonewolf in assel, am 30. Juni der Oberpostschaffner Wachs- muth in Bad Sooden-Allendorf, am 11. Juli der Oberpostschaffner Christian Emde in Kassel.

tltifere Heimat

Aus dem Kreis Hann. Münden

Lutterberg. Ich halt' einen Kameraden . . . Nach einem langen arbeitsreichen Leben verschied der älteste Einwohner unseres Ortes, der Tischlermeister Johann Heinrich Schäfer, im 87. Lebensjahre. Mit ihm ist einer der erfolgreichsten Bienenzüchter der näheren und weiteren Umgebung und der letzte Mit­kämpfer von 1870/71 dahingegangen.

Niederscheden. 50 Jahre Gesangverein. Der hiesige Männergesangverein konnte sein 50jähriges Stif­tungsfest begehen. Am Vormittage des Festtages fand am Ehrenmal der Gefallenen eine Feier statt, wäh­rend sich am Nachmittag ein Festzug, bei dem die Fahnen von 24 Vereinen im Winde flatterten, durch den geschmückten Ort bewegte. Lehrer Baumann- Niederscheden hielt dir Festrede, worauf Landrat Dr. Weber-Hann.-Münden die Glückwünsche des Oberprä­sidenten überbrachte und eine Plakette des preußischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung überreichte.

Aus dem Kreise Eschwege

Eschwege. Sommerhochwasser. Der Wasserstand der Werra hat mit 154 Metern über Null fast den Sommerhochwasserstand erreicht. Infolge des Nach­lassens der Niederschläge ist wieder ein leichtes Fallen

des Wassers eingetreten. Der hohe Wasserstand der Werra wird jetzt durch die Flößerei ausgenutzt.

Wanfried. Zusammenschluß der Sänger. In Geis­mar fanden sich die Vorstände und Dirigenten der südeichsfeldischen Gesangvereine zusammen, um den geplanten Zusammenschluß zum Frieda-Sängerbund zu vollziehen. Außer den Orten Faulungen, Hilde­brandshausen und Geismar wird sich auch Bebendorf anschließen. Der Vorstand hat seinen Sitz in dem zen­tral gelegenen Lengenfeld. Das erste Treffen findet in Geismar am 3. Juli statt.

Aus »em Streife Witzenhausen

Witzenhausen. Der Kreistag tritt der Wertzuwachs» steuerordnung des Kreises bet.

Messerstecher in Hersfeld

Gestern abend wurden zwei Hersfelder junge Leute von zwei Handwerksburschen nach kurzem Wortwechsel niedergestochen. Die Unholde ergriffen sofort die Flucht. Ein Arzt ließ die Verletzten sofort in das Krankenhaus bringen. Die Stiche bei dem 20jährigen Walter sind glücklicherweise leichterer Natur, während bei dem 18jährigen Walter Danns, welcher Stiche in den Unterleib erhielt, Lebensgefahr besteht.

Krauenverein und Wohlfahrtspflege

Lahresrückblick des Vaterländischen Krauenvereins in Melsungen

RUNDFUNK

Programm für Freitag, 10. Juni

Frankfurt

18.50: Aus Maui

batte

Abendprogramme europäischer Grobsender

M.40: 5-2.30:

17.00: Lngliiche Orchester spielen Schallplatte»

10.40: Klaviervorträge

20.10: Ludwig rt-ulba AuS eigenen Werken

Sende von bet Hl. Eli bauest). Symphonie! vhomekonzert (Steren»),

6.00: Wettermeldung

Anschl. Morgengymnastik

7.05: Aus Bao Hersfeld: Frützkouzert

10.10: Schulfunk. Der We- sterwalö. Ein Hörbild

Aerzievoi infeltion

19,15: So nderweüeidteukt

Wirtichaffsnleld ringen

19.20: Eine. Viertelstunde

Was unsere Leser wünschen

ifcfti die unter Meter Rubrik veröffentlichten ..Etugesanöt»' übernimmt die Schrfftleitung feinertel Verantwortung.)

Kirchen steuer uuö Erwerbslose.

Stiener aus d.^Lande anzmusik

Lu Sen letzte» Tage» wirb wohl vielen Erwerbslose» gleich mit der Kirchem'teuerzettel 1932 inS Haus geflattert len». Im Interesse Bieter Erwrrbsloien dürfte es wob! angebracht fein, meinen Fall der Oeffentlichkett unter­breiten. Dre Höbe der Kirchensteuer richtet sich nach dem im Jahre 1981 gehabten Einkommen, Ich war im Vor­jahre bis Mnfchlietzltch D!ai beichamgt und verdiente in Siefen niitf Monaten RM 900., Von dieser Summe wur­den mir RM 40. Einkommemteuer abgezogen. Ta ich

trag stunden lassen, andernfalls batte iL Pfändung und dergleichen zu erwarten. Eine Stundung der «teuer tontte ich ab. Ich stelle nun in aller Oeffentlichkett die Krag«, gibt es eine steuerfreie Einkommengrenze von RM 1200. oder gibt sie es nicht? Bon der Beantwortung dieser Krage wind es a»bangen, ob die Abneigung gegen die Kttche und ibrer gewiss wicht darbenden Pfarrer etc. Fortschritte »acht und 6te Radrkalrsierung der Massen beschleunigt. E.

Im Sitzungssaal des Landratsamtes fand die Jahresversammlung des Vaterländischen Frauenver­eins vom Roten Kreuz statt. Die Vorsitzende, Frau Fabrikant I. Braun, erstattete den Jahresbericht: Eine der Hauptaufgaben war die Krankenkostabgabe an bedürftige Familien. Unter Führung des Frauen­vereins wurde ein Ortsausschuß für die Winterhilfe gegründet, während die Sammlung sich auf den gan­zen Kreis erstreckte. Für die Stadt Melsungen wurden aus 38 Kreisgemeinden 700 Zentner Kartoffeln, 40 Zentner Aepfel, 30 Zentner Gemüse, 2% Zentner Mehl, 41 Zentner Getreide, 8 Zentner Hülsenfrüchte. 1 Zentner Speck und Fette sowie Kleidungsstücke und Wäsche ohne Zahl zur Verfügung gestellt. Die Stadt Melsungen brachte allein 60 Zentner Kartoffeln, 10 Zentner Aepfel und Gemüse, 1 Zentner Mehl, ,% Zentner Fette, sehr viel Kleidungsstücke und außer­dem noch 800 Mark an Bargeld auf. Die baren Geld­mittel wurden fast restlos zur Anschaffung von 90 Paar Kinderschuhen und 60 Paar Arbeitsschuhen ver­wendet. Von den gesammelten Kleidungsstücken wur­den 16 Anzüge, 13 Mäntel, 8 Röcke und 8 Hosen ver­teilt. An Paketen kamen rund 250 zur Verteilung, lieber 900 Familien wurden durch die Winterhilfe be­dacht. Zu diesem Hilfswerk steuerte der Vaterländische Frauenverein noch 425 neu- und selbstgefertigte Wäschestücke bei. Auch die Kleinkinderschule, die von 60 Kindern besucht wird, hat sich gut entwickelt. Um auch den ärmsten Kindern den Besuch zu ermöglichen, übernahmen Vereinsmitglieder Patenschaften hinsicht­lich des Schulgeldes. Die Diphterieerkrankungen blie­ben bei Anwendung von Schutzmitteln auf einige Fälle beschränkt. Landrat Nölle erstattete den Ge­schäftsbericht. Das langjährige Vorstandsmitglied, grau Roßbach, ist ausgeschieden und wurde in Aner- nnung ihrer Verdienste zum Ehrenmitgliede er­nannt. An Stelle von Frau Professor Roepke wurden Frau Rechtsanwalt Stelle und Frau Kaufmann Moog in den Vorstand gewählt. Ohne die Hilfe des Frauenvereins sei die behördliche Wohlfahrtspflege, so betonte der Landrat ausdrücklich, kaum noch denkbar.

Aus dem Kassenbericht, den Metropolitan Becker gab, ergibt sich eine kleine Ueberzahlung, die aus früheren Rücklagen gedeckt werden soll. Außer den stets gut besuchten Kochkursen fand auch ein Kursus für erwerbslose Mädchen mit 12 Teilnehmerinnen statt. Zur Zeit läuft noch ein Kursus, der auf Hüh­nerzucht, Gartenbewirtschastung und Krankenpflege ausgedehnt ist. Damit die Schülerinnen mit den mo­dernsten Mitteln vertraut werden, hat das Elektrizi­tätswerk Felsberg einen elektrischen Herd zur Ver­fügung gestellt. Die Jugendabteilung des Vaterlän­dischen Frauenvereins umfaßt 50 Mitglieder und hat sich bereitwilligst in den Dienst der guten Sache ge­stellt.

Um den Versammlungsteilnehmern auf dem Ge­biete der Gesundheitspflege etwas Besonderes zu bieten, hatte die Vorsitzende die Aerzte Dr. Sostmann und Dr. Reinhardt zu kleinen Vorträgen verpflichtet, die einen starken Eindruck bei den Zuhörern hinter­ließen.

im Saufe -es Jahres keine neue Beschäftigung fand, yfi alfo für das ganze Jahr nur Las Einkommen RM 900.. Ich blieb tnrtf tiefem Betrag erheblich betn fteuerrreien Betrag von RM 1200 zurück. 5 Notverordnung wurde nun eine Rückzahlung bet »u «-bl ahae führten Steuertrott RM. 40. unterbu Auf freien Betrag ftüst sich nun 6er jetzt erhaltene atenieuerbeitbeib, wonach ich RM 6.40 bezahlen soll, meine Beschwerde bin wurde mir gesagt, ich sollte den

Konzerte: 20.00: Somphoinekouzert (alle -wl Sei».

Der unbekannte Verdi" (Beromünfter). y is- ns deutschen Svielopern (Heilsbergj. 20.30:Die °

- ' 1 '.Oratorium von Liszt (Bn-

lStratzburg). 21.10: Swt-

So gebt es der erwerbslose« Jugend.

Betrifft freiwilligen Arbeitsdienst in Wilhelmshöhe. Wir hatten in Erfahrung gebracht, dass sich erwerbslose Mädchen in einem freiwilligen Kurfus tot Gartenarbeit, 2. Versorgung von Kleinvieh, 3. Koche», Obst-und Gemüse» Verwertung, 4. Hausarbeit und Nähe» beteiligen Könnten. Wir gingen ein paarmal zum Arbeitsamt. Es wurde uns gesagt, datz Wohlfabrtsemvfäuger schwerlich zugelassen würden. Ist das richtig? Wir wurden angewiesen, uns in der Waldschule in Wilhelmshöhe zu befragen. Wozu brauche» wir da ein Arbeitsamt ? wenn man um einer Aus- kirnst wegen bis nach Wilhelmshöhe laufen soll. Wer be­zahlt uns Schuhsohlen? und von 2 Mark Woblsahrtsunter- itützung die Woche kann man kein Fahrgeld noch abbringen. So wird den jungen Mädchen, welche wirkliche Lust zur Arbeit haben, geholfen. Zwei erwerbslose Mädchen.

19-85: Volkslieder aus dem Cfteu

20.15: Konzert aus klassi­schen Overetie»

21.15: Eine Schulkunde im

Jahre 3000

22.20: TageSnachrichten Sportbericht

22.4524.00: Nachtmusik

KönigSwnkterbanfe»

If-QO: Aon Berlin: Konzert

16.30: Nachmirragskonzeri von Servzig

17.S0: Risiko und Leben»- verncherung des Mensche»

13.00: Mittagskonzert

17.00; Belverkouzert

20j2Ö: Son der Flöte zur

2122.20: Kammermusik.

Sirtuofe Musik

22.4024.00: Loitzertllber» tragung

Wie»

Wir geben Auskunft

Briefkasten ver « X X.

W. ®. Die Ausführungen zu Ihrer Briefkakenankage sind zu umfangreich, um in verständnisvoller Gene veröf­fentlicht werden zu könne». Es ist ratsam, veriönltch in der Sprechstunde einmal vorzusvrechen. Ihre Hvvothek fallt ntcht in das Minbeftgebot, sondern mutz ausgeboten werden.

Nr. H 41. Die Kasse selbst kann einen solchen Beschluß natürlich nicht herbeisühren, das könnte nur die Kommunal- vermaltung. Lassen Sie sich doch einmal diesen Beschluß in Abschriff zustellen.

H. E. Harleshausen. Wir nehme» an, daß Sie die Adresse der deutschen Direktion wünschen. Diele lautet: Direk­tion der Motosaeoche, Soc. An.. Frankfurt a. M., Beeiho» venstratze 7.

12.00: Konzert

13.00: Bon Laugenberg: Mittaaskonzert

16.30: Ein rheinischer We­berjunge erzäbtt. Jmvro- »irationen von P. Laven

17.00: Bon Langenberg: Konzert

18.15: Wirtschaffsmeldungen

16.25: Adolf Stowe. Zum

90. Geburtstag b. Frank­furter Dichters

13.50: Aus Mauuüermr Aerztevorttag. ließet Des-

der Gegenwart ..

18.00: Tbcatervubltkum U. Rundsuukhörerschaft (Zwiegesprächs

18.30: Reparationen im Auslande vom Stand­punkte des Ueberseekaus- manues

19.00: Aktuelle Stunde

19.15: Wissenschaftlich. Vor­trag für Zahnärzte , 19Ä>: etunße der Arbeit Warum Bücher?

20.00: Aus Washington: Worüber man in Amerika spricht

20.15: Bon Stuttgart: .AJetdtie Kavallerie". Ko­mische Over von Fr. v. Suppe

21,15: Bon Berlin: Edwin Fischer spielt u. dirigiert

Danach bis 0.30 von Ber­lin: Tanzmusik

Langenberg