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Kasseler Sport-Zeitung

Kajseter Neueste DLachrichten / Dienstag, 7. Zuni 1932

Kasseler Abendsporifest

Deutschlands 1508-Meter-Elite startet auf dem Abend sportfest des VfL. Hessen-Preußen, Kastel, am Dienstag, den 14. Juni.

Das diesjährig« Abendsportfest der Hessen-Preu­ßen am Dienstag, den 14. Juni, verspricht ein ganz be­sonderes Ereignis zu werden. Außer der gesamten deut­schen Svrintergemeinde mit dem neue» Weltrekordmann I o n a t b an der Spitze und den Kandidaten für die 4 mal 100 m-Olympiastafsel. werden aus dem diesjährigen Abend- fest auch der größte Teil der deutschen Mittelstreckler star­ten. Es ist den Hessen-Preußen gelungen, die besten deut­schen 1500 m-Läuscr zu verpflichten. Sie versuchen wollen, erstmalig in diesem Jahr auf unserer Heflenkampfbabn die 4 Minuten-Grenze zu unterbieten. Der Charlottenburger Wichmann, Schilgen lDarmstadtj und der Lberhausencr Schutzpolizist Schaumburg waren im vergangenen Jahr Deutschlands ersolgretche LLnderkamvsvertreter auf der län­geren Mittelstrecke. Erstmalig in Kassel treffen sie am 14. Juni aufeinander. Ganz ausgezeichnet in Form ift bereits der Charlottenburger Wichmann, er lief bereits über 800 m sehr gute Zeiten und gibt allein fchon Garantie für ein flottes Tempo. 'Schaumburg ift in Kaffel genau wie Wich­mann kein Unbekannter; gewann er doch im vergangenen Jahr in 3,58 die WSV.-M eisterfchaft auf unserer Hesienkampfbahu. Der blonde Darmstädter Schilgen da­gegen wird erstmalig in Kassel laufen und sicherlich auch hier fchnell sich Sympathien erwerben. Gegen diese drei Vertreter deutscher Mittelstrecklerklasse wird es dem Kasie- ler W a l v e r t schwer sallen, sich erfolgreich durchzusetzen. Das Fest am 14. Juni wird also nicht nur ein Fest der Sprinter, sondern auch ein Zusammentresien der deutschen Mittelstreckler erstmalig vor den deutschen Meisterschaften werden.

Tennis

Allgemeines Tennisturnier in Bad Pyrmont.

Eines der spannendsten Bäder-Tennisturniere bat am Sonntag abend sein Ende gefunden. Noch nie hat Bad Pyrmont als Veranstalter für das traditionelle Tennis­turnier eine derartige Anziehungskraft ausgeübt wie in diesem Jahr. Eine besondere Anziehungskraft. etwa 1000 Besucher umsäumten am Hauptturniertaa die Plätze, übte die Anwesenheit unseres Meisterspielers, unserer Davis- cuv-Sosinung. Gottfried v. Cramm. aus. Mit wachsen­der Ueberleaenheit schlug, er in der Schlußrunde sozusagen im Handgalovv Dr. Denart, seinen repräsentativen Kolle­gen, mit 6:4, 6:3. 6:1. Bei den Damen iah man wieder einen Sieg der sympathischen Frau Stephan» s- tannover, di« wieder eine überragende Sicherheit und ähigkeit an den Tag legte. Sie schlug im Schlußkampf grl. v. Ende-Pflügner-Hannover 6:8, 6:8. Die packendsten Szenen erlebte man int Herren-Doppel, wo sich eine Reibe von ebenbürtigen Paaren zusammenfanden. Endsteaer blieben Deffart/Mackenlbun mit 7:5, 4:6, 6:2, 7:5 über Lorenz/Uthmöller.

Rot-Weiß Kaffel ASC. Göttingen 11:5 P.

Den Kasseler Tennisklub Rot-Weiß verbinden mit dem ASC. Göttingen seit Jahren gute freundschaftliche Beziehungen. So konnten die Rot-Weitzen als ersten aus­wärtigen Gast die Göttinger am Sonntag aus den Plätzen

an der Hofbleiche begrüßen. Die zum Äustrage gebrachten Spiele waren fast all« bart und schnell.

2

1 1

1

12

42

18

7 100

0 2

5 47

1 16

Gesamt-Ergebnis:

Göttingen Kassel

Punkte Sätze Spiele Punkte Sätze Spiele

8 16 130

Herren-Einzel

Damen-Einzel 0

Herren-Dovvel 2

Gemischtes Doppel 0

5 13 165 11 22 202

Se.

Henry Cochet besiegt« int Endspt«! des Herren- Einzels der Französischen Tennismeisterschaften in Parts den Italiener de stefani glatt mit 6:0. 6:3, 4:6, 6:4.

Oie Deutschland-Riege der O T.

Gute Leistungen beim Wiesbadener Auswahlturnen.

In Wiesbaden trafen sich am Sonntag die besten Gerüte- turner der Deutschen Turnerschaft- in einem Auswabltur- nen zur Ermittlung derDeutschland-Riege", die als offi­zielle Vertreter der D. T. am Eidgenössischen Turntest in Aarau teilnehmen sollen. Die Kämpfe brachten in allen Hebungen ganz ausgezeichnete Leistungen, so daß es dem Kampfgericht unter der Leitung des Männerturnwarts der D. T Schneider-Leipzig, außerordentlich schwer fiel, 6te zehn Besten zu finden. In einer anschließenden Sitzung wurde dann dieDeutschland-Riege" wie folgt ausgestellt: Lorenz-Hannover. Hüls-Breslau, W e d « k i n ü-Forst, Trost­heim-Dortmund. E. Winter-Frankfurt/M., Kraft-«chneid- gain. Belzer-Gövvingen, Schwarzmann-Fürth, Kleine-Leip­zig und Polmar-Hobenstein.

Boren

BSK. 26 Kaffel in Bochum und Gelsenkirchen.

Der BSK. 26 Kastel trug am Freitag in Bochum und am Sonntag in Gelsenkirchen zwei Klubkämpse aus. Im ersten Kamps« gegen den Boxsport 30 Bochum konnten die Kasseler ein 8:8 erzielen, während fi« sich ttn zweiten Kampfe gegen Schalke 04 bei einer Kreilichtver- anstaltung auf der KampfbahnGlück auf" mit 10:4 ge­schlagen bekennen mutzten. Sei beide» Veranstaltungen wurde guter Sport gezeigt, besonders in Bochum, wo die Paarungen saft stets gleichwertig waren gab es 'ausgezeich­neten Sport. Die Besucherzahl war an beiden Tagen 700. Sehr gut wußten Studenroth, Scherfs und Jacobs zu ge- sallen. Auch das K a m v s g e r i ch t konnte befriedigen.

Kasseler Schach

Klubnieisterrurnier Kaffel-West.

An den letzten Turnierabenden wurden wieder eine grö­ßere Anzahl Partien erledigt, sodaß nur noch wenige zu spielen find. Hölbig verlor eine Partie gegen Jütte, desten greibauer er nicht aushalten konnte. Die zweite wurde von elbig mit gutem Spiel gewonnen. Helbig gewann außer­dem noch gegen Dzaak. Constantin sicherte 'sich 1 Punkt gegen Mielke.

Der augenblickliche Svitzenstand der Tabelle zeigt folgen­des Bild: Dzaak 21:4, Pfitzenreuter 20!4:Ü, Frl. Krövlien 20:7, Helbig 18:4, Gottschall 16:11, Schramm 11^:814, Mielke 11:20, Constantin 10:8. Fn.

Sport in der Heimat

Bezirksineisier in der C-Klaffe Tv. Külte, in der Jugend­klasse der Tv. Twiste. Die Bezirksmenier vertreten de» Twisierbezirk auf dem Spieltag des Gaues Waldeck. ü.

Fußbatt-Aachlese

Oiplomspiele in Rengshausen

Schönau X. 1:0.

J. G. B.

8. Bezirks hielten es nur 8, Eo kaum Re HMe, für ge­boten, Mannschaften zu den volkstümlichen Wettkämpfen zu enlsenden. Als Sieger auf dem dresjayrrgen ^pornag

Fauftball-Endspiele in der C-Klaffe des 4. Bezirks. Die punktgleichen Mannschatten der C-Klaste Irnmbach. Heiligenrode und Wolfsanger standen sich am «onnabend aus dem Sportplatz der letztgenannte» in Enlscheidungs- fpielen gegenüber. W o l t s a n a e r gewann beide Spiele und wird den Bezirk außer in der A- und B- nun auch in dieser Klaffe bei den Gaumeisterfchaften vertreten. Ergebniffe: Wolf Sanger IV. Crumbach II. 60:35 (32:19), Wolssanger IV. Heiligenrode I. 54:38 (2a: 18). Heiligen- rode I. Crumbach II. 61:57 (31:21).

Bezirksvolksturntag in Harleshausen

Der dritte Bezirk des Nordhesfifchen Turngaues hielt am Sonntag in Harles hause n in Form von Mann- schaftswettkämvfen feinen Volksturntag ab. Die Beteili­gung seitens der Vereine an dieser Veranstaltung ließ jedoch noch sehr ,u wünilhen übrig Von 1, Vereinen des

FC. Großalmerode FV. Wallau 1:0 (0:0).

Der Lahngruppensieger Wallau iveilte zur Einlösung einer Rückspielverpflichtung in Großalmerode und mußte diese knappe Niederlage «instecken. Die beiden Gegner wa­ren völlig gleichwertig und lieferten sich einen äußerst span­nenden und ritterlichen Kamps. Schiedsrichter Spohr (Sviel- veretn Kastel) leitete einwandsrei.

FB. Wiesenbach Sv. B. Eckelshausen 3:2 (1:1). Eine wirklich nicht verdiente Abfuhr mußten sich die Eckelshäuser in Wiesenbach gefallen lasten. Die Gäste waren keines­wegs schlechter als ihre Gastgeber und hätten mindestens em Unentichieden verdient gehabt

FB. 'Niederlaasphe FC. Laasphe 4:1 (0:1). Dieser Lokalkampf wurde unerwarteterweise zu einer recht zahmen Angelegenheit für die Adler träger, Sie dem Spielverlauf nach eigentlich noch weit höher hätten gewinnen muffen. Kombach I. Wallau III. 2:3. Ost.

Immenhausen I. Grebenstein I. 3:3. Wieder einmal standen sich zwei alte Rivalen in einem Freundschaftstreffen gegenüber, das unentschieden endete. Die Platzbesitzer rnach- tcn.ctnen etwas müden Eindruck. Wahrscheinlich stammt diele Müdigkeit noch von dem vorsonntäglichen schwsretl Kampf gegen. Tura. Der Schiedsrichter leitete einwandfrei.

Warburger Sportfreunde 08 Niederzwehren 3:3 (2:1). In, diesem .spiel der alten Rivalen sah man gute Leistungen aut beiden ©eiten. Das Ergebnis entspricht dem Spielver­lauf. Ths.

Corbach I. Tura Kastel 3:3 (2:0). Am Sonntag emp­fing Corbach die Tura-Elf. Das Spiel wurde von beiden Setten fair durchgeführt und hinterließ bei den zahlreich er­schienenen Zuschauern den besten Eindruck. Weitere Re- lultate: 09 Corbach I. Schüler 09 Corbach 4. Jugend 3:3. 09 Corbach 3. Jugend Itter 1. Jugend 0:10. 09 Corbach 2. Jugend Adorf 1. Jugend 5:2. 09 Corbach 2. Sen. Biedebach 2. Sen. 3:0. mr.

Fußball im Kellerwaldbuud. Am Sonntag fanden in Jesberg auf dem Sportplatz folgende V-rbandsspiele de Kellerwaldbundes statt. In der A-Klaffc Gilfa I. Zim- mersrode I. 4:1. Dodenhausen I. Hunoshausen I. 1:1. B-Klasse: Gilsa II. Schönau I. 1:0.

Die Gilsaer I. Mannschaft ist di« spielstarkste des Keller­waldbundes. Sie wird auch ohne Zweifel den Meistertitel erringen.

Jugendklasse: 1. Harleshausen. 86 P. . . ..

Turueriuuen «: 1. Sarleshamen 97 P 2. Hofgeismar 84 P 3. Harleshausen II. 75 P.

Turnerinnen Klaffe B: 1. Hohenkirchen 37 $.,

Die für den Nachmittag vorgesehenen Fauftballlviel« fielen aus. w*

Bezirksturnfest in Wolfershausen

Zu einer machtvollen Kundgebung für das deutsche Tur­nen gestaltete sich am Sonntag das Vezirksturniett des 3. Bezirkes des Fulüa-Ed«r-«»aues. Der «onntag war ernster Arbeit gewidmet. Tie Wettkämpfe waren gegen 11 Uhr rei­bungslos abgewickelt anschließend folgte ein FeftaottesSiensi Der Nachmittag war durch Masfentreiubungen der Turner und Turnerinnen, sowie durch Volkstänze der Letzteren und Turnen der durch vier Turner der Casseler Turnaemetude verstärkten Bezirksrieae ausaefüllt. Den Abschluß des in allen Teilen gut verlaufenen Festes bildete dte eotegerehrung.

A-Klaffe (Turner): 1. Harleshausen 149 P., 2. Hotgeis- mar 129 P 3. Sarleshauien 95 P. . ... $

B-Älaste: 1. Grebenstein und. Jtwingshamen je 113 P 2. Obervellmar 102 P 3. Jhringrhausen II. 8d P 4. Hohenkirchen 69 P.

C-Slaffe: 1. Ehrsten 39 P 2. Calden 28 P 3. Ehrsten

Sieger: A-Klaffe: Sv. V. Beiseförth. Sieger B-Klaffe: Sv. V. Reugsbauseu II.

Der Sportverein Rengshaufen veranstaltete am Sontttag ein Sportfest verbunden mit Kutzball-Divlomspie- lett. Eine ganze Anzahl Vereine waren erschienen und der gebotene Sport konnte ebenfalls voll und ganz befriedigen. Gespielt wurde in A- und Ä-Klasse. Di« Ergebniffe sind folgende:

A-Klaffe: Lenderscheid Ober/Nieberbeisheim 1:0. Beiseförth Allmuthshausen 3:1. Berge Mühlbach 2:1 Die Endspiele sehen also Beisesörth, Berge und Lenderscheid int Rennen. Lenderscheid Berge 1:0. Beisesörth Len­derscheid 1:0. Beisesörth blieb verdienter Sieger.

B-Klasse: Rengshausen II. Allmuthshausen II. 2:0. Sipperhausen Allmuthshausen II. 3:1. Das End­spiel: Rengshausen II. Sipperhausen I. 2:0 sah über­raschend Rengshausen als Diplomsteger. Hg.

Sport in der Schwalm.

Waberu I. Treysa I. 5:2. Im fälligen Entschei­dungsspiel um die Meisterschaft der Gruppe Niederbes- f e n standen sich beide Gegner in Wabern gegenüber. Wa­bern trat mit kompletter Mannschaft an und konnte für die im Vorspiel erlittene Niederlage in Treysa Revanche nehmen. Gilsa I. Zimmersrode I. 4:1; Gilsa II.

Bezirksspieliag in Corbach

Der zweite Bezirk des Turngaues Waldeck (D. T.) führte am «onntag feine Sommer-Vorspiele durch. In der A- K lasse siegte Corbach 1850 über Berndors nur knapp, in der B- Klasse wurde Berndorf Sieger über Corbach 1850 II. Dem Gmnnasial-Tv Corbach gelang es durch iinwand- freie Siege sich in der C-Klaffe an bi« »pitze zu setzen. Die Jugend des Tv. Höringhausen gab einen beachtlichen Geg­ner ab und dürfte bei den am 19. Juni stattfindenden R ü ck- fvielen mit besten Aussichten für die Beztrks-Bestmann- schaft in den Kampf gehen.

*

Im Twisteturnbezirk fanden die Entscheidungsspiele um die Bezirksmeisterschaft im Faust ball statt. In Elle- ringhausen kämpsten die Mannschaften der A. und B-Klaffc in Twiste die Mannschaften der C. und Jugendklassen. Be­zirksmeister wurde in Elleringbausen in Ser A-Klaffe Tv. Külte, in der B-Klaffe Tv. Mengeringbaufen.

In der A-Klaffe waren Ellerinqhausen und Külte punkt­gleich geworden und durch ein Entübeidungsspiel wurde der Meister ermittelt. Mit 22:25 siegte Külte. In Twiste wurde

Ardeiier-Turn- und Syortdrmd

Halbzeit in der zweiten und dritten Gruppe!

Mit Ausnahme der erste» Gruppe, die noch im Punkte­kampf tätig ist, haben St« beiden letzte» Gruppe» «rite Runde der diesjährigen Serie beendet. An der Lwtze der zweiten Gruppe ist z. 3t. der Neuling aus der zweiten Klaffe, N i« d e r k a n s u » g« n, zit finden. .

In der dritten Gruppe bat Oer Kreismetster Ooer» kantnngen nicht alles erfüllen können, was manche eryotft hatten. Ein Spiel ging verloren gegen Großenritte, eins endet« unentschieden gegen den Tabellenletzten und die itvrt« geu wurden alle auf eigenem Platze sehr knapp gewonnen.

Die Tabellen. 2. Gruppe:

Niederkaufungen Harleshausen FB. Großenritte Herkules Sandershausen Altenritte

Spiele gern, uuentsch. seit Tore Punkte 5401 14:8 8:2

5 3 0 2 18:13 6:4

5 3 0 2 15:12 6:4

5 3 0 2 11:12 6:4

5 1 0 4 9:14 2:8

5 1 0 4 8:16 2:8

3. Gruppe.

3

1

6:4 6:4 2:8 2:8

1 0 0 0

1

2

2

4

3

12:10

14:12

12:10

12:13

9:21

3

3

3

1 0

TB. Großenritte Oberkaufuugeu Wellerode Niederzwehren Waldau

5

5

5

5

Spiele gew. uneutsch. verl. Tore Punkte

5 3 1 1 15:8 7:3

Dennhausen 5 , - -. .----..

Eintracht Kassel holte sich aus lemer lonnragltchen Reil« nach Bielefeld einen Sieg und eine Niederlage. Am Sonnabend verloren die Kasseler in Herford 3:4. Der zweite Start brachte dann am Sonntag in Bielefeld gegen (Sin« tracht Bielefeld einen 3:1-Sieg.

ADA C.-Oreitagefahrt

Auch die Kaffelcr Reichswehr beteiligt.

Wie in den Vorjahren findet auch tn diesem Jahre unter starker Beteiligung der Reichswehr, von Fabrik- sowie Klnb- mannschaften und Einzelfahrern die schon traditionell gewor­dene 3-Tage-Znverlässigkeitssahrt des A. D. A. C. im Harz vom 9.11. Juni statt.

Erstmalig lauten die Ausschreibungen auch auf Kraftwa­gen. eine Neuerung, di« besonders von der Wehrmacht be­grüßt wird. Start an allen drei Tagen ist Schierke. Während an den ersten beiden Tagen für Krafträder, Kraft­räder mit Seitenwagen und Ärattroagen ungefähr ze 250 Km zurückzulegen sind, haben die Kraftwagen am dritten Tage 450 Km Fernfahrt in die Lüneburger Heide, die Kraft­räder jedoch 230 Km auf besonders schwierigem Gelände zu fahren.

Die Dreitagefahrt soll neben der Schulung der Führer auch der Erprobung des int Heeresdienst befindlichen Kraftsahrgeräts dienen. Aus diesem Grunde ist die Strecke in erster Linie über Waldwege, Nebenwege und andere schwierige Geländestreckeii gelegt worden. Als Sonderorü- fungett sind eingelegt: Ein« Hangfahrt, eine Anfadrvküizmg. eine Wafferdurchsahrt, eine Mittdestgeschwindigkettspriitung im Brockenbett und eine Schalldämvservrüfung.

Bon der K r a f t f a ü r a ö t e i l n n g 5 K a I s« l nehmen an dieser Fahrt drei 10/50 PS Wanderer Kübelsitzwaaeit unter Führung von Hauptmann M a i, Oberleutnant Holz- 6 ä u e r und Leutnant Goccke teil, ferner zwei B. M. W-Krafträder mit Seitenwagen und ic eine Mannschaft mit drei B. M. W.- und N. S. U.-Krafträdern. Als Sonder­preise sind für die Teilnehmer des Reichsheeres vom In­spekteur der Artillerie ein Wanderpreis für Sie beste Kraft- wageumannschaft und vom Inspekteur der Kraftsahrtrnvoen für die beste Kraftradmannschaft ausgesetzt. Bz.

Trierer Ruder-Regatta

Die Ruder-Regatta in Trier hatte unter vielen Ab­sagen zu leiden. Die Besetzung war daher lange nicht so gut wie in den Vorjahren. Es fei nur an den Start der Mannschaft des Londoner Rowing Club erinnert Gut ein­geführt haben sich die Kurzstreckenrenneu, an denen sich auch die Ruder-Riege von (Stuf Este» beteiligte. Die wichtigsten Ergebniffe waren:

Erster Achter: Gießener RG 1877 6:33, 2. Kölner Club für Wassersport 6:33,6, 3. Kölner Ruder-Club 1931 6:38.

Zweier ohne Steuermann: 1. RV Bayer-Leverkusen 7:13,8 2. Kölner Club für Wassersport bei 1500 Meier aufgegeben.

Doppelzweier: 1. RB. Bayer-Leverkusen 7:05.

Erster Vierer: WSV Düsseldorf 6:64, 2. Germania Düs­seldorf 6:47,4.

Olympia-Werbefest des ORA.

Das vielseitige Programm des Olympiafestes des DRA. konnte auch am Sonntag nicht das große Publikum herbei- locken, das weite Rund des Deutschen Stadions im Grüne­wald wies also zahlreiche Lücken auf. Von den rein sport­lichen Darbietungen interessiert vor allem das Fußballspiel der ersten- Junioren von Blauweiß und Tennis-Borussia, das unentschieden 0:0 endete. In der 5 mal 100 Meterstaf- fel der Jugendlichen siegte der Schöneberger TSC. In der 20 mal 300 Meterstaffel der großen Vereine fiegte Sei Poli­zei Sportverein,!» 12,13,2 vor dem Deutsche» SC. und dem Berliner SC.

Handball in Kaffel

Die Spiele der freiwilligen Rund« werden am Mittwoch Abend um 7,15 Uhr mit dem Tressen Heffeu-Preuße»Tura auf dem Platz am Aueausgang fortgesetzt. Leiter des Spie­les ist Jakob, Heffen 09. Der Ausgang der Begegnung ist ungewiß, weil beide Mannschaften aut iS re Reichswehr,vie­ler verzichten müssen. Wk.

MONTROSE

37

Kriminalroman von Sven Elvestad

tont. Er wußte, was dazu gehört, einen Menschen bewußtlos zu machen."

Und ich glaubte nicht anders, als daß er ein schwacher und kranker Mensch sei, halb tot vom frei­willigen Hungern."

Er ist ans Fasten gewöhnt," antwortete Krag.

*

Schließen Sie auf," fragte Krag.

Der Gefängniswärter rasselte mit den Schlüsseln.

Der arme kranke Gefangene ist gewiß müde jetzt," sagte er.Könnten Sie nicht bis morgen warten?"

"Schließen Sie auf," sagte Krag.

Als die Tür geöffnet wurde und die Polizei­beamten die enge Zelle betraten, begegnete ihnen ein unerwarteter Anblick. In dem bleichen Morgenlicht, das durch das Fenster strömte, sahen sie einen halb­entkleideten Mann wie tot aus dem Boden liegen.

Krag eilte aus ihn zu und beugte sich über ihn, während die anderen zurückwichen und wie verstei­nert stehenblieben.

Nach einer hastigen Untersuchung richtete Krag sich auf. Seine Augen blitzten befriedigt.

Keine Gefahr," sagte er,es ist nur eine vorüber­gehende Bewußtlosigkeit. Holen Sie Wasser und Kognak."

Während einer der Wärter nach dem Verlangten lief, beugten die anderen sich über den Bewußtlosen.

Das ist ja Keller!" riefen sie wie aus einem Munde.

Ja, gewiß ist cs Keller," antwortete Krag.

Aber Keller hat vor mehr als zwei Stunden das Gefängnis verlassen."

Nein," antwortete Krag,er hat hier die ganze Zeit gelegen."

Aber ich hab' ihn ja mit eigenen Augen gesehen. Ich hab' ihn doch gegrüßt."

Im Halbdunkel des Korridors. Können -Lie be­schwören, daß es Keller war?"

Der Khakianzug," begann der andere.

Begreifen Sie denn nicht," sagte Krag,daß es der Gefangene war, der fortging, Arnold -Singer tn Kellers Anzug?"

Der Mann, mit dem Krag zuerst gesprochen, grtfs in das Gespräch ein.

Jetzt begreise ich, was Sie mit Vorsprung mein­ten," sagte er. Arnold Singer hat also zwei Stunden Vorsprung?" Krag nickte.

Der Mann zeigte aus den Bewußtlosen.

Mußten Sie dies?" fragte er.

,^ch ahnte es," antwortete Krag,aber ich hoffte etwas anderes und ich fürchtete einen Augenblick das Schlimmste."

Jetzt kam der Gefängniswärter mit dem Kognak.

Nach einigen Sekunden schlug Detektiv Keller die

Augen auf. Das erste, was sein verstörter Blick traf, war Krags freundlich lächelndes Gesicht.

Plötzlich fuhr Keller in die Höhe

Greift ihn!" schrie er.

Krag legte ihm beruhigend die Hände auf die Schultern.

Das hätten Sie vor zwei Stunden rufen sollen," sagte er.

Einige Stunden später, als das Leben aus dem Polizeiamt in vollem Gange war, konnten Schutz­leute, die zufällig das Zimmer der Detektive passier­ten, einen großen Lärm auf Krags Kontor hören.

Es war Keller, der dort drinnen tobte. Krag ver­suchte ihn zu beruhigen, aber es war nicht möglich.

Erst erging Keller sich in furchtbaren Selbstvor­würfen, die mit Flüchen und Ausdrücken wie Idiot, Rindvieh, Schafskops und dergleichen gespickt waren.

Da er damit nur sein eigenes Verhalten zu charak­terisieren versuchte, beschränkte Krag sich darauf, hin und wieder ein zaghaft widersprechendes ^Na, na" einzuschieben. , . .

Schließlich ergriff Keller einen Haufen beschriebe­ner Papiere, die auf dem Tisch lagen, zerriß sie in viele tausend Stücke und wars sie in den Kohlen- kasten.

Psui Teufel," sagte er,da liegt die ganze Lite­ratur. Natürlich war es die seltsame Darstellung des Mannes, die mich betrog. Stellen Sie sich vor, daß ich wirklich ins Netz gegangen, daß ich aus dieses ganze Geschwätz über Psychologie und dergleichen hereingesallen bin, womit ein anständiger Detektiv sich überhaupt nicht besassen sollte. Jetzt begreife ich auch, weshalb es immer an positiven Aufklärungen in dem Bekenntnis fehlte. Er konnte überhaupt keine Aufklärungen geben.

Nein," antwortete Krag,denn er hat gar kein Verbrechen begangen. Seine Absicht war, Sie in dem charakteristischen gelben Khakianzug hin- und herzu­schicken, damit alle glauben sollten, daß Sie es seien, als er selbst nach dem dritten oder vierten Male ganz ruhig in Ihrem Kostüm durch den Raum marschierte. Dank der Dunkelheit glückte es ihm auch. Es war eine glänzende Köpenickiade."

Keller satzte sich an den SalS.

Und der Kerl war stark."

Und kannte den Griff," sagte Krag,er ist Ana-

Um zehn Uhr am selben Vormittag wurde Krag in Bischof de Marnys Arbeitskabinett vorgelaflen. Es war ein großer vornehm ausgestatteter Raum mit alten Möbeln, Lithographien und Büchern. Die Vor­mittagssonne fiel sonnenwarm und strahlend durch die offene Balkontür. Es war eigentlich der erste richtige Sommerlag. Unter den Fenstern rauschten die voll entfalteten Bäume des Parkes im Winde, der von Dust gesättigt war. Durch die durchsichtige und Helle Luft glänzten die vielen vergoldeten Kirch­türme der Stadt.

Der diskrete, auf lautlosen Sohlen gehende Die­ner hatte Asbjörn Krag in dem großen Zimmer allein gelassen. Während er wartete, empfand er deutlich den Frieden und die Harmonie, die inner­halb dieser Wände ruhten. Alles atmete Stille und aristokratische Zurückgezogenheit, nichts schien hier der eiligen und nervösen Gegenwart anzugehören. Der Bücherschrank war voll von Büchern in dunklen und soliden Einbänden. Der riesige Mahagoni­schreibtisch stand auf seinen schweren Füßen, als ob er dort für ewige Zeiten hinaepflanzi sei. Aus den grauen und einförmigen Lithographien der Wände blickten vergangene Jahrhunderte auf den Besucher herab. Tas einzige, was den Ernst erhellte, war eine Schale mit Frühlingsblumen vor dem Platz Seiner Eminenz. Seine Eminenz ließ auf sich warten.

Krag benutzte die Wartezeit, um die Büchertitel zu studieren.

Es war hauptsächlich wiffenschaftliche Literatur. Besonders fiel ihm ein Buch auf, das den Titel trug: Verbrechertvpen bei Shakespeare. Von Armand Montrose. Während er noch in diesem Buch blät­terte, trat seine Eminenz ein.

Bischof de Marny war noch kein alter Mann. Krag hatte ihn noch nie gesehen, sand aber, daß der Bischof etwas an sich hatte, was an dieses Arbeits­zimmer erinnerte. Etwas Zurückgezogenes, Vor­nehmes, Altmodisches, mit jenem Zusatz von unbe­schreiblich freundlicher und menschlicher Nachsicht, wie man sie häufig bei wirklich hervorragenden Geist­lichen findet.

Wie ich sehe," sagte Seine Eminenz,halten Sie ein Buch in der Hand, das mein unglücklicher Freund Abb« Montrose geschrieben bat. Er gehört eigentlich mehr der Wissenschaft als der Kirche an. Ich sage es mit Bedauern, obgleich ich mit Grund annehmen

kann, daß er in diesen Tagen gerade seine Wahl ge­troffen und die Wissenschaft gewählt hat. Wir haben heute den vierundzwanzigsten. Wären nicht all diese unheimlichen Tinge eingetrofsen, hätte ich ihn heute um diese Zeit erwarten können."

Er kommt," sagte Krag. i.

XXXIX 1

Abb- Montroses Rückkehr

Seine Eminenz bat Krag, Platz, zu nehmen, und er setzte sich ihm gegenüber in seinen bequemen Lehnstuhl.

Es sreut mich außerordentlich," sagte er,daß die energischen Nachforschungen der Polizei Erfolg ge­habt haben. Wenn ich Sie recht verstehe, werden wir bald die Freude haben, Abbe Montrose wieder unter uns zu sehen. Ich hoffe, daß ihm nichts Ernstes zu- gestoßen ist. Da alles bereits aufgeklärt zu sein scheint, ist es vielleicht nicht einmal nötig, daß ich Ihnen den Bries zeige, den Montrose mir geschrieben hat?"

Doch," antwortete Krag.Ich bin des Brieses wegen hergekommen. Ich halte ihn für außerordent­lich wichtig. Ich hoffe, daß vor Ablauf einer Stunde etwas geschehen wird, das diese ganze Angelegenheit aus befriedigende Weise abschließt. Falls dieses Etwas aber nicht eintrifft, glaube ich dennoch, daß der Bries das letzte entscheidende Glied in meiner Beweiskette sein wird."

Es freut mich aufrichtig, daß Sie den Brief für so bedeutsam halten," antwortete Seine Eminen; mit seinem verbindlichen Lächeln,bann weiß ich jeden- salls, daß ich Sie nicht unnötig bemüht habe."

Der Bischof öffnete seine Schreibiischschublade und suchte zwischen Papieren.

Der Brief ist ganz privat," sagte er,darum habe ich bisher daran gezweifelt, daß er der Polizei von Nutzen sein konnte."

Der Inhalt ist auch nicht so wichtig, sondern der Brief als solcher."

(Fortsetzung folgt.)

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